Sagen Otto Schell JUarbarti (College ILtluary. FROM THK M.\ K Y OSGOOD LEUACY, •'To purchase such books as shall be mos! luvded fb^the College Library, s-> a* best to promote the object* of the College." Digitized by Google Digitized by Google S3crgiftf)t Sagen. (Befammelt un& mit Zlnmerfungen herausgegeben ron ZHit fünf Cictybrucfbüöern. „Ute €afle ift nur eine jtorite gönn bet Soinauffaffung unb Bolfiftberlitf rning. Sarin lieft ihr bober «Bert aud> ffit We ffiiffrni^oft." 9- «abti, Baufteine I. 372. ^oebeferfdje 8udj- unb Kunftbandlung unö 8mt!>rncferei, H. TOarrlnl u «rfliteflen, *. m. b. Digitized by Google 3X Zilf, JJf~ Digitized by Google Dormort. 5ie menfdflidfe (ßefellfdjaft ift mdjt mtnber als fonft irgend eine anbere (Erfdfeinung in 6er tDelt bes IDerbens bas (Ergebnis einer ftetigeu (Entoicfelung, un6 fte farnt bafyer von oerfdnebenen (öeftdjtspunften aus jum Dortrmrf mannigfad>er nriffenfdjaftliäVr Unterfuä>ungen Lienen, bie nrieber msgefamt 60511 beitragen mögen, einen Heferen €inblicf in bte ßefelje $u »ermitteln, nad} benen ftd^ bie (Entaricfelung r>oll$iel>t unb uoltyer/en muf . (Es gibt gar ptelerlei lEiffen, ba£ es feines ein5igen ZHeufd^en ^Jaffungsgabc begreift, jebod} nur eine ein$ige, tnatjrc tDiffenfdjaft, bie Hatur- n>tffenfd?aft, bie bem Cemenben bcn #opf flart. 2lu$erorbentliä? lange fyat es gebraust, efye fid? bie (Erfenntnis Pom Unterfd}iebe enblofer &nt}äufung eines StücftDiffens von <5efdud}td}en, 3afn*' jagten unb bergleidfen uub jener twffenfdfaftlidjer forfdmngsmeife <8eltung oerfdjaffte, bie bas IParum, IDotjer unb IDiefo ber Dinge ju ergrünben trautet, um ifyrer felbft a>iüen nämlid}, nidft im Dienfte irgenb eines gefellfdjaftlid)icfclungsbebmgungen aneinanberreit^t unb jufammenftellt unb fte aus fidj felbft heraus ju erflären t>erfud)t. Daburd) gelingt es ^äufig, bie wahren Urfadfen r/eraus5ufinben unb bie IDirfungen als gefe$mä$ig $u begrünben. Der (Erfolg btadiU biefe ZTCetbobc 3uminbeft in jenen Kreifen 5um Durajbrud}, bie 5U ben «Sinnen ber t emporftreben. Hnter ben nriffenfd>aftlid}en Dis$iplinen, bie ben 2Henfa>n als ein efen 5U erforfajen fudjen, ift bie Dolfsfunbe eine ber jüngften, foroeit man auf itn-e allgemeinere 2tnerfennung Bebadrt nimmt, in tt)irflid)feit jebod} eine ber älteften, wenn man auf ifyren Urfprung 5urüdger/t Die allerurfprungliäjften PerfuaV ber ^eftl^altung bes menfd>lidjen (ßebanfens, bie gan$ einfachen Minderungen unb Betätigungen bes ZTlenfcben auf niebriger Kultur ftufe ftnb iljr ^orfdjungsgebiet. Die erften 2lnfä£e unb Keime, aus beneu bas veraricfelte gefellfdjaftlidje £eben fpriefjt, aus benen ftdj Kultur, Kea>t, Religion, Kuuft unb Citteratur entoicfeln, bie Digitized by Google IV Anfänge ber €rrungenfdjaften, auf benen bie fleinen unb trogen Staatengebilbe fugen, t?at bie Polfsfunbe 511 ermitteln. Dom IDiffen $ur IDiffenfdjaft erf?ob fte ftdj in bem tfugenblicfe, als fie aufhörte, nur bie Hlenfdjen eines Polfes als 2Henfd}en, bie ber Sdnlberung tpert jinb, $u betrachten, unb anfing olme fpradjltdje, nationale, politifdje unb fonbcrreligiöfe Porurteile ben ZHenfdfcn als Bilbungsergebnis ber (Befellfdjaft, in ber er aufgetpad)fen, lebt unb ftrebt, auf bas genauefte 5U betreiben. €s fyanbelt fidj Iner um bie (Benennung etwas anberer unb 3uper(äfftgerer „menfdflidjer Dofumente", als fte ein fran5öftfdjer UTobefdfriftfteller unferer icfelung bilbete ber 5U lange n>ät?renbe 3r**um/ &t* getpünfdjteu Cl^at* fachen fjauptfädjlid} bei ben fogenannten Haturpölfern ergeben Fönne. (Etngefjenbere Stubien lehrten bagegen einerfeits erfennen, bag burdjfdmittlidj aud} bie „IPilben" nur als (Erben einer unenblidjen, feinesipegs gefdndftlofen fulturellen (EntiPicfelungsreifye a^ufefyen feien, unb anbererfeits, bag man in fefyr pielen Stücfen urfprüng* lidje 2Infdjauungen als Überlebfel (survivals) aud} im Polfstum fultureü fyödjft enttpicfelter Pölfer (Europas auffinben fann. fyer fteüt man nidjt fo oft ein Itadjeinanber als Ptelmefyr ein lieben« unb Z)urd?einanber, ein ftänbtges IDerben, fflaiffen unb Peraefyen feft, fo bag ein eigentlid} tief einfermeibenber Uuterfdjieb 5u?ifd)en Hatur* unb Kulturpölfern im grogen unb aansen faum ernftlicfy aufredet 3U galten ift. Vflxt ber €rfyebung foldjer (Erfdjeinungen unb boren polfs* pfvcfyologifdjer (Erläuterung befdjäftigt ftd> aud? mein „Urquell", bie ältefte unter ben beftetjenben geitfdjriften für Polfsfunbe in beutfdjen Canben. 3dj mug bies ermähnen, rpeil ber Cefer Sä>ell's porliegenbes Budf mittelbar bem „Urquell" 5U perbanfen l?at. „Der Urquell" ift mdjt etu>a eine bloge Sammelftätte für merfnmrbige unb feltfame Sitten, (Bcbräudje unb fonftige Polfs= Überlieferungen aus allen IDeltgegenben, fonbem eine Sammelftelle für gar piele unb tüchtige Arbeiter, nidft nur für alte, gelehrte fjerren, bie fdjon längft als Büdferfdjreiber befannt unb angefefyen fmb, fonbem aud? für bie Anfänger, bie in ben Umfragen bes Digitized by V Blattes ihre eigenen, felbftänbigen Beobachtungen unb Watyt* nehmungen ber XDiffenfdjaft 5uführen mollen. IDer mit 6er (Babe bes Schauens unb bes Berichtens gefegnet ift, finbet am „Urquell" ^Jreunbe unb ,Jachgenoffen, bie ihn bereitwillig förbern, bamit er feiner Kraft bemuft merbe. Hun, einer ber begabteften unb eifrigfteu Sammler unb ZTTitarbeiter, ber fich fo recht am „Urquell" 311m Dolfsforfcher l^crangobilöct tyai, ift Qerr £>. Schell, ber Derfaffer biefes Buches. Darum entfpredje ich her5uch 9er" feinem IPunfche, feine Arbeit mit einem Poru?ort ein$ubegleiten. Seine gebiegene, meil ourcr/aus geariffenhafte Darbietung Irägt $mar fchon in ftch felbft eine treffliche (Empfehlung; benn eine berartige, umfaffenbe unb r>ielleicht erfer/öpfenbe (Ermittelung bes Porhanbenen gilt fchon an unb für ftch als eine uriffenfehaftliche Ceiftung, bie ihren STlamt ehrt. 3nbeffen t>erfcrten ,Jachgenoffen in <£uropa unb 2lmerifa, bie feit 3ar/ren gewohnt ftnb, auf ben Urquellmann 5U hören, auf Schell's Sagenfammlung nachbrüeflich aufmerffam mache. ,5unächft bürfte fo mancher erftaunt fein über ben gemaltigen Sammlerfleif Schell's, bem es geglüeft ift, mitten in einem ber erften 3nbuftriegebiete Deutfdjlanbs eine fo reiche ^ulle fer/öner unb wiffenswerter «Jeugniffe beutfehen Dolfstums aufsubringen. Das macht ihm ein €in5elner wohl nicht fo leicht nach. Sein Buch beweift uns fchlagenb, bafc man in bas trübfelige Klagen über bie alles nwellierenbe, polfstumfeinbliche Kultur felbft für ^abrifbe5irfe, wo bie on Stücfen, bie er felber unb feine nächften Reifer unb ^reunbe bem Dolfsmunbe abgelaufcht, fonbern er bringt auch a^cs reichlich bei, was feit Caefarius pon J)eifterbach in ber weit 5erftreuten unb $um Ceil fdjwer ober gar nicht jebermann 5ugänglichcn Cittcratur bis auf bie jüngfte §eit an Sagen auf5ufpüren mar, bie fich auf fem Sonbergebiet beziehen. So erleichtert unb ermöglicht er erft ben nolwcnbigen Digitized by Google VI €inblicf in bie gefdnchtliche €nturicflung bes Doltelums ber Deutfdjen im Bergifchen Canbe. Die allen Sagen tpijfen noch mancherlei von ben IDalb* un6 Quellenfräulein $u e^ählen, bie pöllig mit ben Pilen 6er Sübflapen unb ben Kuffalfen 6er Hüffen übereinftimmeu; fte permelben uns nod} pom Blutgebraudj un6 6en übernatürlichen Kräften 6er 3u6cn, in 6en neuen bagegen fm6 6ie IDalbfräulein unter bas <3tpergpölflein gesogen, un6 6er 3ubc ift feines myftifdjcn Zlnfehens perluftig, ja fogar sum gut aufgelegten Spaßmacher geworben. TXud) 6er (Eeufelglaube ift fdjon babin ~ u?ir «»einen ifmt blutige jähren nad), — aber 6ic un6 6er UTafyr un6 nächtliche (ßefpenfter, wieberferjreube (ßeifter treiben nod? ihr un» heimliches XDefen. Der f)erenglaube ift alleweil leben6ig. Die Sdpecfen 6er 3at?rt?un6erte lang währenben ^erenprojeffe liegen nodj immer bem Polfc in ben Knoden, &ud) ber ©laube an ©ergrabene Sdfäfce befdjäftigt jefct, tx>ie er/ernals, bie phantafie bes Dolfes. Unb fellfam, ber <5laube an bas jeftmacben feiert fo fyäufig roieber. Hur ber IDunberglaube, ben bie Firdjlidje €egenbenlitteratur nährte, finbet fet^r rafcb,e 2lbnahme. Das Volt beginnt, münbig 5U »erben, anbererfeits aber fyäll allmählich eine 2lrt von f)ellfeheret, pielleidjt ein rtieberfdjkig ber mobernen fpiritiftif a^en Bewegung, er <§eit entbeeft. 3d} malme hierin 3m Dorfta^t; benn bas meifte, womit uns hier Scr/elTs r?errlid}c Cbätigfeit befdfenft, ift allgemein menfdjlidjes Sagengut. €in wichtiges, hod» 3U ueranfdilagenbes Perbienft biefes Buches liegt in bem fritifd> superläfftgen Dergleicbungsftoff. Ilm mit Hu^en Per« gleidmngen aufteilen 5U tonnen, muß man mit ber 2lrt ber 5U pergleicr/cnben (ßegenftänbe nad} jeber Kidjtung hin bis auf ben fleinften Hebenumftanb pertraut fein. Scb/ell's Buch bahnt für ein perr/ältnismägig Heines (ßebiet eine Iofmenbe ^orfdnmg an. €s ift ein bebeutenber Beitrag sur beutfdjen unb sur allgemeinen Dolfsfunbe. 3cocr «forfd^er mag es tpillfommen tyiftcn u"° rridjt minber Cefer, bie t}a\ivt\äd)\\d) angenehme Unterhaltung unb gemütliche Belehrung begehren. tDien, am 22. Zluguft \8<)7. Dr. ^ric&rid? 5. Kraufs. Digitized by Einleitung. Über ben SBert einer Sagenfammlung noch ein 2Sort $u uerlieren, erfct)eint oöflig fiberfluffig, feit bie Srüber ©rimm biefe Öafmen eröffneten. SCber neben ber ©eftihtäfeite, welche bie gro&en ©ruber in ber flaffifchen Sßorrebe ju ifjreu beutfchen Sagen namentlich betonten, rücft gelir, $afm, wie unfer SJJotto bartfmt, auch bie ©ebeutung ber Sagen für bie 2Biffenfdjaft ind redete Sicht. 3hren hohen 2öert fenn$eidjnet $af>n aber ferner mit ben 2Borten, mit reellen er fo plafttfch baS SBefen ber Sage fdnlbert Cöanfteine l, 3tiO) : „Über ben SBalbroeg roanbert Tie ftiU, roo ftch ber @icben-'£ag mit einzelnen fnorrigen Stämmen in bie greiung listet, ein f)ofje$, ftattlidjeS äöeib — itjr Sllter ift ferner ju erraten — jeitloS, ia^rtoS erfdjeint fie — fte trägt altertümlich, feltfamea ©eroanb — ber jerfchliifene Schleier roefyt im 2Binb, ber bnnfle, roeitfalttge Hantel oerbüttt fie halb — aber ba8 Untergetoanb gleifjt, mie uon altem ©olbe burcbtoirft, unb ben breiten ©ürtel fdjliefet eine funjrreidje Spange von ©ronce." Stleranber oon Kaufmann (SäfariuS oon ,§eifterbacb 2c.) bemerft aber: „Ww ijl bie Sage, toie fie e$ uns Sitte» fein foUte, nicht blofe ©egenftanb ber Jorfcbung, fonbern and) ber Pietät. Sie fommt mir oor, mie ber lefcte Äufe, melden bie ber Sluflöfung lieh nähernbe Vergangenheit ihrer jüngeren, blüfjenben Sdjtoefter, ber neuen %tit, auf bie Sippen brücft." £)ie unleugbare %\)at\afy, bafe bie Sage nur ein 9fleft ber ficfj ber Sluflöfung nätjemben Vergangenheit ift, bafe it)r ber gänjlidhe Untergang im VolfSberoufjtfetn brof)t, hat ben Verfaffer beflimmt, feine Sammlung fdt)on jefet ber Öffentlichfeit 511 übergeben, um auf biefem 2öege $u retten, roaS noch 3" retten ift oon bem Gemeingut unfereS Vergiften VolfeS, um anbererfeitä aber aud) ben ©eioetä $u erbringen, bafj eben biefeä 33ergifdr)e Volf hinfichtlid) feiner Sagenioelt nicht hinter ben anbem Stämmen beS grofeen Digitized by Google VIII Boterlanbe« $urüdftebt. ^öge jebcr/ bcr M bcrufcn fü^ fammeln, toa« nodj oorljanben iffc, ioa« nodj lebt im 3Kunbe be« Golfes, bcnn biefed tft nadj Kaufmanns unb Ruberer 2lu«fprua) bie redjte Duette für bie Sage. ®ort fjat aucfj ber Berfaffer in erfter ßinie gefammelt, lange 3af)re f)inburr weit entrüdte ©egenb ju fudjen ftnb, beroeift beifpiel«roeife bie Sage oon ber Begrünbung oon $eufc, toela> ber 3immerifdjen , tfleoe, 3Jtorf unb 9tooen«berg, ift aber überhaupt nia^t roäljlerifdj) in ber Slufnafmie oon Sagen, inbem er audj ben SBefterroalb beifpiel«toeife bcrücffidt)tigt unb Sagen, beren Sofalität nur feljr allgemein bejeidmet wirb (&. 93. bie Sage oon ber tfonfubine be« ie ältefte Duette für bie (jeimifd&eu Sagen ift o^ne 3ioeifel Gäfariu« oon £eifterbadj, ber tntereffante, für bie Äulturgefcf)id)te feiner 3eit bodjbebeutfame Giftercienfermönd) im ^ale be« ^eiligen Digitized by IX $etruS. (Sine ßritif über feine Sebeutung als Sagenerjäf>ler giebt baS 9tieberrl>einifcf)C 3al)rbuclj oon ßerfd& (II, 80) unb 3Me£. von Kaufmann ((SäfariuS »ort ©eifterbadfj. ®in Seitrag jur Äulturgefd&id&te beS 12. unb 13. 3af)r^unbertS. Äöln 1862). Kaufmann bemerft wörtlich : „@S ift ein eigenes SMng um bie angebliche ßeidfjtgläubigfeit beS (EäfariuS. SJtand&e feiner vielen ©eifter* unb ©efpenftergefdjidfjten mögen erfunben fein, manche in abergläubifd&er Surc&t unb Stnnentäufd&ung tyren tet man baS ©ebiet, aus meinem biefe ^erfaffer jammelten, fo ergiebt fid(j eine geroiife, atterbingS leidet begreifliche ßinfeitigfett. GafariuS beamtet oorjugSroeife fein Softer, beffen Umgebung unb Äöln. 3RontanuS berüdfidjtigt in erfter Sinie bie untere SBupper imb ®&ün, Seibtng hingegen meljr (Slberfelb unb feine 9todf)barfd)aft. Stber eine Sagenfammlung rnufc unfereS @radf)tenS fnftematifc^er vorgehen; fte mufj baS ins 2luge gefaxte ©ebiet bis in bie ent- legenften SÖtnfel burd^flöbern. Unb bafs baS nidjt immer gan$ unbanfbar ift, Dürfte j. 33. bie ^raette Abteilung ber oorliegenbeu Sammlung beroeifen, meiere an SReidf^altigfett für baS befdjränfte ©ebiet geroife nichts $u roünfdSien übrig läfct. „93ergtfdt)e Sagen" mürbe bie oorliegenbe Sammlung betitelt. $)er Xitel roiH anbeuten, bafj nod) mandfje ftad&lefe $u galten fein bürfte, meiere vielleicht bereinft als 9toä)trag erfdjeint. Der Xitel roitt aber audt) eine lotale ©renje bezeichnen, bie ©renken beS alten §er$ogtumS 33erg. £)afe eine haarfd&arfe Segrenaung nicht möglich mar, ift felbfloerftänblia). XiefeS ©ebiet rourbe bann, im natür- lichen Hbfchlufc an bie giufr unb SBad&läufe, in eine 2lnjaf)l kleinerer Digitized by Google ©ebiete jerlegt. $agu bewogen ben sHerfaffer bie treffenben 2lu3* fübrungen $>abnS in feiner Slbbanbluug ,/3>ie £)eutfdje ©age" (93aufteine I, 360 ff.) unb bie Unmogliebfeit, eine fdjarfe ©onberung in biftorifäje, mntfwlogifäje 2c. Sagen burd)$ufübren, ba uiele ©agen üerfdn'ebenen biefer ©ebiete jugejäblt roerben muffen. Da nun faum ein beimifeber ©ogenjug ganj unb gar allgemein noltd- tümlid) geworben ift, fo rourbe bie $urd)fübrnng ber Leitung nacb ben geograpbifeben ©eficbtäpunften ungemein erleichtert. $)ie ©agen finb formlos unb fä)lid)t, roie fie ba* s^olf erjäblt, beffen Eigentum fie finb, beffen ©eele fie entflammen, mitgeteilt, einige SMaleftproben burften rootjl niajt fehlen. handle Übereinftimmungen jroifcben einzelnen ©agen finb nidjt ju uerfennen. 2lber ba* barf ben gorfeber nid)t irren; im ©egenteil ift bie* für feine 3roecfe oft oon beroorragenber $Jebeutung. &ud) bie gefcbidjtlicben ©agen baben gebübrenbe 93ead)tung gefunben. 2>ie 2lnmerfungen, roelcbe im gntereffe be* ©tubium* unferer ©agen nidjt unroittfommen fein bürften, mürben au* leid)t begreif* lieben ©rünben an ben ©d)lun oerroiefen. Diefelben hatten mit 2eicf)tigfeit febr oermebrt roerben fönnen; ba aber ber Umfang be* Wertes baburdj $u fc^r au*ncbebnt roorben roäre, rourbe alle* auf* fnappfte jugefebiritten. 3u befonberem Danf fäblt fieb ber Sßerfaffer allen leiten gegenüber oerpflid)tet, roelcbe ibn bei feiner ©ammlung mit sBei* trägen unterftüfct baben. £ie and bem 93olf*munbe aufgejeidjneten ©agen bat ber «erfaffer faft itt*fcbUe&licb an Ort unb ©teile felbft gefammelt. n «olfe ba^ söebürfni* nacb einer ©ammlung feiner ©agen trorbanben, ba beibe Auflagen tron s3)Jontanu* roie aueb Seibing* ©ammlung längfl vergriffen unb febr gefuebt ftnb. (Sbenfall* bat bie ©dmle oft fdnnerjlid) ba* %e\)U\\ einer umfaffenberen beimifdjen ©agenfammlung einpfunben. Sftöge barum ba* Ärf, ba* au* Siebe jur .fteimat entftanb, bie Siebe jur £eimat, au* roelcber bie Siebe $um großen, geeinten Stoterlanbe erroaebfen mufj, an feinem Steile förbern. Dann roürbe fidb ber sJ*erfaffer für feine mübfame Arbeit l)inreid)enb entfebäbigt füblen. 6 l ber fei b, im ©eptember 1*97. (D. Sdjdl Digitized by 3nfyalt Dir mit * brfleiduiflfn Sagen fint» müublirfjer CueUe entnommen. Seite *1. $ie gntbecfunß ber Steintoblen ■ :\ 2a \ *>3). Tie OefQngenuafrmc ^ricbrid)fl Pen 3fenberg. (.v>ntttnflf n) ... ."» 6. Der ftaB Don ^jfenburg. (Hattingen) ... ♦> 7. ffon bem .Hüfter, teetefren ber Teufet auf bie ^inne bes ccfrloffea ^fenbura, perfekte, (.Hattingen) >'» *K (rin Sirt fefct Pier (Mäfte feft, (^fenbera bei .vMttingeni 7 9. 3)ie (Sntftebuna ber Slbtei Serben H 1<). Tie (Gebeine be3 heiligen l'ubaeruj- (Serben) '.» 11. Ter frctliae SueberuS. (Serben) '.' 12. Äcüiqenbaug IQ Ter .Kattenturm bei Serben ■ . - Li» 14. »eftrafte Qeifter bei Kettwig . • ■ IQ 15. Som reiben unb Pom armen Sfouergmann ju ffetttoig 10 ♦16. ütofter Saarn 11 17. Sie ftolben >u yujrf?mannflfrof bei SKetberid? . • 11 IL tcr Xctiborfi. »1. T)er ftretjajüto auf froratfr 1"> ♦'2. Setfier fliann bei >>orat[> lf> *3. €cun>arjer feunb betoaeftt einen Sa?afr. ('öoratb) IG ♦4. $er Äettenmann im ftattenbruefr. (Tflnbera) H> *ö. Ter TobeSfarnftf i" ber i'uft. (fiattenbruefr im Dönberg) . . *6. T)er teufet trägt einen flartenfftieler freim. (Dönberg) 17 *7. Ter Teufel auf aüen Bieren. (Dönberg) 1* *H. Tag 3diintebdjen Pon ^ielcfelb. iTönberni . . . Digitized by Google XII *9. Äalb unb ßafcen. (Dönberg) 19 *lu. Der fcerentanj auf bem Äreujweg. (Dönberg) 20 Der fcerenmetfter. (Dönberg) 20 *12. Die wunberbaren &vfel. (Dönberg) 21 *13. Der fäl;ne 9HüUerburfc$e. (Dönberg) . 21 *14. Der verentanj im SBalbe. (Dönberg) 23 *1">. Der tote .öejrenmeifter. (Dönberg) 23 ♦16. Der SRann an jwei Orten. (Dönberg) 24 ♦17. .\>e5e al« £afe. (Dönberg) 24 *1S. Die Käufe auf bem 9Kift. (Dönberg) 24 ♦11». Von bcn beiben Surften, bie nacb, bem »ejentan§Vla$ wollten. (Dönberg) 25 *2o. Da« graue $ier am $bac§. (Dönberg) 2« ♦21. arje Äafce wirb burcb, Silagen größer. (Dönberg) 26 *22. Die Äub. »u S^ever«. (Dönberg) 26 ♦23. Die fieben feftgefefrten SWänner. (Dönberg) 27 ♦24. Der #reifc$ü& im Dönberg 28 ♦25. Die wunberbaren ©ter. (Dönberg) 28 ♦26. Da« SRaulfälofe. (Dönberg) 28 ♦27. Da« 3auberbud>. (Dönberg) . . 29 *28. Dieb feftgcfefct. (Dönberg) 29 *29. Der Söerwolf am 8a$. (Dönberg) 30 *3<). ©in 3)lann wirb am JlreugWeg Von einer ferneren Saft befreit. (Dönberg) 30 *31. 9Häb$en al« SBcrWolf. (Dönberg) 31 ♦32. SBerwolf unb 3Räb$en. (Dönberg) 32 ♦33. Da8 ©elbfeuer in ber Siefe. (Dönberg) 32 *34b}^Cr Bä)a* m ®'6nUx* 32-33 *3.">. Neifter unb ©ranbfic&tig. (Dönberg) 33 *36. Der ©eifterfcb^er. (Dönberg) 34 •37. "Werfwürbige (rrfäeinung bei einem Xobe«fall. (Dönberg) .... 34 Der Scbinieb unb bie .öeinaetmänn^en. (Dönberg) 34 ♦39. Der $auer unb bie veinjelmann^en. (Dönberg) 35 *40. 3$nüffel=9Hati$e«. (Dönberg) 35 *41. Der Vogelfänger im Dönberg 36 *42. Der nä$tli$e Mopp. (Dönberg) 36 *43. Die Spinnerin im ßrietenfetter. (Dönberg) 36 *44. Der auferftanbene ©auer. (Dönberg) 37 *4.">. Der Spul am 3bad}. (Dönberg) 47 *46. 2eele al« 9Hau«. (Dönberg) 38 *47. Mann mit Letten in ber £uft. (Dönberg) 38 *48. Dn« Hagener Sehlen. (Dönberg) 39 ♦49. Der $au einer Äir$e wirb vorder verlünbigt. (Dönberg) .... 39 *5o. Da« Äalb ju Scheper«, (SBinbratbJ 40 ♦51. Da« geb,einmi«ooae Limmer ju 6$ever«. (SMnbratbJ 40 *52. Der siebenjährige 3äaer. (Norbratb) 40 <53. 3wei i?auernburf$cn befreien fieb. von ber 3Wafn\ (NorbratbJ ... 40 Digitized by Google xm ♦54. pejen alS ftafen. (Worbraty) 41 ♦55. Die bejejien Äu$e. (sJiorbrat$) 41 •56. §ej« entfielt einer 3**0* SRila). (91orbratbJ 42 ♦57. Äafcen auf bem jtreugtoeg. (WorbratbJ 42 •58. ftliegenbe Äafce. (NorbratbJ 42 ♦59. Äotflofer ©eift raua)t. («Rorbratbj 43 ♦60. ©ertoolf in Worbraty 4;} ♦61. ©in 6a)afer fte$t eine Leia)e. (Norbratbj 43 ♦62. geinfamen toirb ju ®olb. (Norbraty) 43 ♦63. Da« ©elbfeuer in 9torbra!b; ' 44 ♦64. Der Leia)enh>agen auf bem flreujfceg. (Morbraty) 45 ♦65. 35er »itt mit bem Xoten. (Deilbaa)) 45 ♦66. Der ewige SBanbelfube. (Deilbaa)) 46 ♦67. Der etoige Säger am Deilbaa) 41; ♦68. Da« fd?n>ar§e 5iu)m>err. (Deilbaa)) 46 ♦69. Äinb fommt bura) gleia)|ettige« ©rangen unb (Srtrinfen um* Leben. (Deilbaa)) 4G ♦70. ©ine merftmlrbige .perbftatt. (Deilbaa)) 47 ♦71. ©in Warnt berfa)toinbet. (Deilbaa)) 48 ♦72. 3Rann gebj bura) berfa)loffene Iburen. (Deilbaa)) 48 ♦73. ®ute «rjnei. (Deilbaa)) 48 ♦74 a } ♦74b./ iau6er!unbi0< ö^äfer. (Deilbaa)) 49 ♦75. §eje al« farea)enbe Äafce. (Deilbaa)) 49 ♦76. §ere belaufet ein Liebe«paar. (Deilbaa)) 50 ♦77. «Iter »auer fcerwanbelt fla) in einen fcunb. (Deilbaa)) .... 50 ♦78. ©e!oa)te £ese. (Deilbaa)) 50 ♦79. »effrafte $<£e. (Deilbaa)) 51 ♦80. Die 9taa)tma&r. (Deilbaa)) 51 ♦81. Äo$lenfiü)rmann fä^rt über einen Leia)enjug. (Deilbaa)) .... 52 ♦82. Da« $fanb ber Soten. (Deilbaa)) 53 ♦83. @ä)langen fommen au« bem SRift. (Deilbaa)) . . 53 ♦84. Der ftua)« füb>t ben JBolf an. (Deilbaa)) 53 ♦86. Der 2Rann im SRonb. (Deilbaa)) 54 ♦86. ftrau f&ugt junge ©a)h»eine bei ben 3tott0*n- (9iia)raty bei Langenberg) 54 ♦87. &eftgefetfe Hpfelbiebc. (Hia)ratb. bei Langenberg; 55 *88. öesettmeifler al« graue« Sier. (Langenberg) 55 89. Die fd)warjen SRänner am Siebenfolf. (»ia)ratb; bei Langenberg) . 56 90. Langenberg unb bie £anfa. (Langenberg) 57 ♦91. Der gebannte leufel. (Langenberg) 57 ♦92. Der Düwel«ftepen bei Langenberg 57 ♦93. Die luftige $a$rt naa) Äöln. (Langenberg) 58 94. Äub>nba$l. (©ei ÜRebige«) 59 95. SÖittelinb in §arbenberg. (Wetoige«) 61 96 a. ^ üfth ) Äöntß (Solbemar. (fcarbenberg bei fettige«) 61—62 Digitized by Google XIV 97. Da« SHarienbilb ju Webige« 63 *9x. (Srementine« — ein «eiliger. ('Jiebige«) 64 *99. Steifen nmnbeln fia) in Blumen. (Kebige«) 65 *loO. Der 2eufel an ber Äette. (Kebige«) 65 *1»1. GHübenbe« Kofe. (Kebtge«) 65 102. Der entbedte SBertbolf. (Kebige«) 65 *lo3. Der Seufel a(« »nfläger. (Kebige«) 66 ♦104. Weineibiger bemeft nia)t. (Kebige«) 66 ♦105. 5bu! im ©a)lofeturm »u ^arbenberg. (Kebige«) 67 ♦106. Unfcbulbig gerietet (Kebige«) 67 ♦107. Sie weifte ftrau auf bem Wittenberg. (Skbige*) 67 *108. Die „Xränfe" bei $. (©iebeneia)en) ... 70 III. 2>er gngerbadj. *1. Der «eiajenfetyer ju SBülfratb. 73 *2. Der fteuerfobf bon fflülfratb, 74 *3. Die Katinger Daumenflemmer. (Kätingen) 74 *4. Der 3iegenbocf bon (Sdamb. (Kätingen) 74 5. Die jugenbltaje SMferin. (Katingen) 75 ♦6. Der gemaljte Salb. (Katingen) 75 *7. Die Katinger SHära). (Katingen) 76 8. Der Öeift im fa)»arjen Broiä). (Katingen) 76 9. Der Weift objie Beine. (Katingen) 76 v lo. Die \?einjelmänna)en in ,,$au« jum &au«". (Katingen) .... 77 *11. Da« „Dornfd)löfia)en" bei Katingen 77 *12. Die n>etf$e %xau bon „SungfermSdjaU". (Katingen) 78 13. Öunfr/ilb. (Hngermunb) 78 44. Die n>eifce 5raM m Slngermunb 79 *15. Die Äabelle bei -öeltorf 79 M6. i'eiaje au« bem ftenfier gefd)afft. ((Srofeenbaum) 8o 17. Da« jpeibenb&uftc&.tn im vurfinger fBalbe. (Büdingen) ho IV. Sie Süffel. *1. Moftbare Steine, (flbratbj 83 -'2. Der Kitt auf ber narften Jrau. (Düffel) 83 *3. Die Naajtwanblerin ju Düffel 84 *». Der Sdjafcgräber bon Düffel 8;*» *."». Der feftgeiefcte Ermann. (Düffel) 86 Digitized by Google XV 0. SnS ^ammer&örncbeu bei Süffel 8U •7. Ser 2U»erbäumer £anne« unb bte fran|öf. Emigranten. (\>a$nenfurtbj 87 *S. Sa* <5nbe be« «uerbäumer §anne$. (fca$nenfurtbj 87 IÜI!'! ^er Iurm »u ©$&Htr 88 *9 d. i *10. öri^Witfen in ber Süffeler Wüble. Gruiten) «8 Ml. Sie Waffenbütte bei (Sruiten 81» 12a] ♦12 b 1 Sie leufeliböble (IcufelStammtr) im Beanbertbal ..... 89—91 ♦12c I 13. Sie 2ön>engrube im Meanbertyal 90 ♦14. Bitter Seit öom SRabenftein. (3teanbert$al) 91 *15. Sie „8urg" im Steanbertbal 91 •16. 2öud)erer miftf naa) feinem Xobe nocb, (betreibe, (9tcanberfya() . . 92 ♦17. ©a)lofe $ierlebott. (Meanbertbal) 92 •18. Ser Äegelfa}ieber öon »urmintel. («Reanbertbat) 92 ♦19. Sie Äaöette |U ©cbUciutn. (fcotbbabl) 92 •20. SerfunteneS ©tblofc. (fco^babl) 92 ♦21. Äoöflofer Leiter )u Wettmann 93 *22. ©in Öeift fuc^t fein §irn. (Wettmann) 93 ♦23. Sie tegelfdjiebenben «Jauern. (Weltmann) 93 •24. Ser SJcrftorbene am ®renjftein. (Wettmann) 93 •25. Sa* ©eföenft in ber Wübje. (Wettmann) 94 *2ti. Ser flreujweg am Ältenbrutb- (Wettmann) 95 *27. @raf 3a?arrenbera. (Wettmann) 95 •28. Sa« fliegenbe ©#auer&äuac$en. (Wettmann) 95 •29. Sie ®efbenfter ber Äiööenbribe. (Wettmann) 96 •80. Set ©bul öon gütige«. (Wettmann) 9<> •31. Ser Äreujtoeg bei Wettmann 9<; *32. Sie be^erjte Wagb von »Itenbrud). (Wettmann) 97 »33. Sie ©eföenfter öon fiebelbext. (Wettmann) 97 •34. Ser Weift öon Siaubaa). (Wettmann) 97 •35. Ser ©d)nutenteia) bei Wettmann . 98 *3S. Sie ©Ifen öon $ed>au«. (Wettmann) 98 •37. Ser «Jeuerfobf öon SJültbaufen. (Wettmann) 9* •38. Sie mertoürbige Jrau. (Wettmann) .... 98 ♦3!». loböorbebeutung. (Wettmann) ... 99 •40. Nä($tlia)e u Ärutf^eib. (Sobwinfel) H»4 •48 Ser mitbe Säger, (fiau« Worö bei GrfratbJ lo» ♦49. Sie Ginfü&rung ber Sieformation in ©rfratb lor» Digitized by Google XVI ♦50. Der Mitter »on Unterbot erliefet einen Dacfcbecfer. «grfraty) . . 105 •51. Da« lefcte bergif$e Hitteraufgebot. (Unterbacb) 106 ♦52. Älein-SWerge« t>on Unterbau 106 *53. Der ©au ber Äir^e ju ©erre«$eim 106 *54. Die Normannen in ©crre«fyeim 107 •55. Die ©Iut«faöelle gu ®erre«$eim 107 •56. ©erfunfene« S($lofi bei ©erre«$eim .... 108 57. Der ©lutbaum gu ©erre«$eim . 108 58. feurige ©rfc^emungen auf ber darbt, (@erre«$eim) 108 •59. ©efbenftiföe Äafcen enttoeictyen beim ©eten. (©erre«^eim) .... 109 •60. (Sine £ejenöerbrcnnung gu ©erre«$eim 109 61. Da« anföhrimmenbe Äreuj. (Düffelborf) 109 62. 3afobe »on ©aben. (Düffelborf; teilwetfe münblia)) 110 ♦63. Skr e^lofcturm gu Düffelborf 110 •64. Da« ©rafen^au« gu ©tir. (^üffelborf) Iii 65. Die 9iotglocfe gu Düffelborf 111 66. Da« SRarienbilb in ber S>ambertu«tir<$e gu Düffelborf 113 67. fBie man gu Düffelborf ba« Hety gu ©rabe läutete. (Düffelborf) . 113 68. Die Äunftfafce gu Düffelborf 114 69. Da« Urfulinerinnen^fflofter gu Düffelborf 115 70. Der ©iefjerjunge gu Düffelborf 115 71. 25a« golbene fcerg. (Düffelborf) 116 72. UHeifter ©rubeHo. (Düffelborf) 116 73. Die 3uben unb ba« Denfmal $o$ann SBityelm« gu Düffelborf . . 117 74. Die ©toetfennönc$e gu Düffelborf 117 75. Da« SWiltyoeib. (Düffelborf) 118 •76. Der @ai«^ober ©eiftenberg bei Düffelborf 118 77. Vergeltung, (©egenb »on Düffelborf) 118 V. Sic 3tttr. 1. Der ^eilige ©orn gu ©räfraty 123 2. Die Reliquien ber ^eiligen Äatyarina gu ©räfraty 123 3 a. Der vJionnenraub in ©räfraty 124 3 b. Der Witter bon Äronenburg. (©räfraty) 125 ♦4. Die eingemauerten Nonnen, (©räfraty) 126 *5. Die @fftg=3ungfrau gu ©räfraty 126 6. Der alte Dlf in ©räfratfc 126 •7. Die „Äangel" in ber ©räfratber e<$h>eig. (©räfraty 127 ♦8. Die ©^afcgrfiber gu ©räfraty 127 •9. Der feurige SWann bon ©räfraty 127 •10. Der gebannte ©eift gu ©räfraty 128 •11. Der ©but gu ©räfraty 128 •12. Da« ©efbenft gu ©räfratfc 128 •13. %m „Hilter" bei öaan 128 ♦14. Die Spinnerinnen bei .öorftmann«mü&le. (fcaan) 129 Digitized by Google XVII *15. Der Kitt auf bem Ungeheuer im Salbe, u! bon Äa*par«broid) 130 *18. Der etoige ^ager unb bie toeifre ftrau. (fcactyaufen bei Ctyig*) • 130 *1». Da* S»eibentönig*grab bei Silben 131 20. Die gefpenftige Leiterin bei öilben • 131 *21. Der Daberg bei ."oüben 131 *22. Da* berste Äinb. (Silben) 131 *23. Der gefaenftige 3iegenboä\ (Silben) 132 *24. Der grofce fcunb bei tttlben 132 *2o. ©in 3jmtgerft bridjt einem Surfen ben fcal*. iftüben) 133 VI. 2« Stoiber. 1. Die (Sntfte&ung ber SOöu|)peT. (»örling^aufen) 137 *2. Da* ©elbfeuer im »ru$ bei »örlingbaufen 137 *3. Die DOrtiC bei »örting^aufen' 138 4. Der Dajfe im pülfcfcod. (»örling^aufen) 138 5. Der Steuer unb ba* ©cb^öHefen. (©örling^aufen) 138 6. Die Sd)atyoIIen bei SBörlingbaufen 13» *7. Der 3Hann am Areu|ti>eg. (©örlingljaufen) 13» *8. Serbrec^er ge$t al* föwarjer tmnb um. (öoljh»W>er) 140 *9. ©rfcfreinungen an ber bitfen »ua> bei ©eroertyagen 14<) *10. Der Sc$afc oon ©eroer*b.agen HO ♦11 a \ *llb"l^e to€'^C *^raU ÖDtl ^^"^Ö*" m *12. Die ©rünbung ber flirre gu 3ÄülIenba<$ 141 *13. Jungfrau geb,t um. (SRüüenbac$) 142 *U. Der Äopf an ber ftirctyenmauer ju 2Rüü"enba($ 142 *15. ^Jrebiger auf ber Äanjel erfajoffen. (SRüUenbaa» 142 ^ jweinria) ber ÄlauSner. (9Harien$eibe) 143—144 17. Der SWägbepafm. (2Rarienb.eibe) 145 ♦18. Die ©algenbu^e bei Dorn. (Wönfab.1) 146 19. Da* Düfterob.1 bei ffiiwerfürtb, 147 20. Der öruimen ju 2Bü;perfürtb, 147 21. Die 2eufel*Joiefe bei ©tyberfürtb. 148 22. Da* Grabmal gii SBiWerfürtb. 149 ♦23. ©ob, er öütfrtroagen feinen tarnen b,at 149 24. Die btilige Duelle am ©ü)lofjberg ju afenfrau in SEßeüingrabe. (Sabebormwalb) 15H *44. Der fegenbringenbe $ferbefa>abel. (Sabeoonntoalb) 158 ♦45. ©lütjenbe« SWänna}en auf bem ßfel. (Sabet>ormtt>alb) 15* *46. Die 3tt>erge oon Gollenberg. (Sabetoormwalb) 15« ♦47. 25er gefreimniSoolle Äartenfoieler. (Sabebormtoalb) 159 ♦48. Soböorbebeutung. (Sabebormtualb) 159 ♦49. Pfarrer »oirb oerbrannt auf ber ©elblifte gefunben. (Sabebormtoalb) 159 ♦50. Der ©rift be* Pfarrer*. (Sabebormwalb) 160 *51. Die ©rfdjeinung im 3abjre 1870. (Sabeoormtoalb) 160 ♦52. Vorahnungen. (Sabeoormwalb) 160 ♦53. Der ewige 3äger. (Semlingrabe) 161 ♦54. Die .öimmeWjiegen. (Semlingrabe) 161 ♦55. Serftorbene ftrau erfdjeint it)rem Wann. (Daxerau) 162 •56. Der ©eiftertanj im „Dambf" bei Semlingrabe 162 ♦57. Der Srf/effe bon Semlingrabe • 162 *58. Die Sebimlinbe bei Semlingrabe 163 ♦59. ©cb>arje Jrau ftört bier Äartenfbieler. (Semlingrabe) 163 ♦60. Der meifce ©eift bei Semlingrabe 164 *61. ©eift giejjt »ettbede fort. (Semlingrabe) 164 *62. Die 9Ra$r. (Dtnffelb bei Semlingrabe) 165 •63. SBJagen t>erfa)n>inbet (Semlingrabe) 165 ♦64. ©efpenftertoagen an ben brei 2Röna)enteia)en. (Semlingrabe) . . . 165 ♦65. 3rrli(b.t giebt eine 2Raulfa)elle. (Semlingrabe) ... ...... 166 ♦66. öoljbiebe Iberben geftört. (Semlingrabe) 166 ♦67. Die $immlifa)en »efa)ü$er. (Semlingrabe) 167 ♦(58. (Sin merfwürbiger »egleiter. (Semlingrabe) 167 ♦69. 6a)»arjer frunb al3 Begleiter. (Semlingrabe) 168 ♦70. ©in Wann lann nt$t buttern. (Semlingrabe) 168 ♦71. «esen muffen ficb, felbft fa)aben. (Semlingrabe) 169 ♦72. Die ©c$lacbt bei Semlingrabe 169 ♦73. Die ©rftf/einung ber (Sifenba^n. (Semlingrabe) 169 *74. ©lübenbe Äugel mit 3»enftt)enfoüf. (Sdjtoelm) 170 Digitized by Google XXX *7 ", a j *7rib I ®iemn ttId S^WM***- (Beyenburg) 170—171 *76. Sie <5*rengtour|el. (Beyenburg) 171 •77. ©age oom Brofj. (Bebenburg) 171 ♦78. 35er ."punb bei ©teinb>u*. (Bebenburg) 172 ♦79 Sie 3*?erge auf bem tikfterberge. (Betyenburg) 172 HO. Sie 3*üer8< »m Bilftein bei Bebenburg 173 ♦81. (Seift tragt einen 2Renfc$enfobf in ber §anb. (Beyenburg) .... 173 ♦82. Äettenraffelnber D&nefobf. (Bebenburg) 173 ♦83. 25a* beerte Sieb., (Bebenburg) 173 ♦84. Sa* Siebt im ©tau. (Beyenburg) 174 *85. Berfolgenbe 3rrli<&ter. (Beyenburg) 174 ♦86. Sa« 3ungferntoläfcc$en. (Siedenburg) 174 ♦87. Sie ge^eimniSbotte Same. (Beyenburg) 175 *88. Ser Bitter öon Sablbaufen bei Bebenburg 175 ♦89. Sie ßutfc^e öon Sa$ Raufen 175 *90. 25er Pfarrer unb ber ©atan. (Süttring^aufen) 176 Ser Teufel al* Baumjrumöf. (Süttring^aufen) 176 *92. Grfc&etnungen in einem "ißirt*$aufe. (Süttring^aufen) 176 ♦93. Stftfefcenber Burf$e fornmt um. (fiüttringbaufen) 177 ♦94. eine Seiche bält ein SSrubmerr auf. («üttringbaufen) 177 •95. Verborgene* (Selb raubt bie ®rabe*ru$. (2üttrtngb>ufen) .... 178 ♦96. Bitte einer Beworbenen. (Süttringbaufen) 178 ♦97. Srei SWänner überleben ben brei|igjä^rigen Krieg. (Süttring^aufen) 179 ♦98. Srei Männer Überreben ben breijjigjäbjtgen Ärieg. (Jtabebormtoalb) 179 ♦99. Ser Äreujberg bei £üttringb,aufen 180 ♦100. Sie Äreujmü&le bei Süttring^aufen 180 ♦101. 25er giegenbod unb bie beiben Burf$en. (fiüttringbaufen) .... 180 ♦102. 25er fcb,n>arje fcunb im ©$mibtenbuf$. (Süttrmgbaufen) .... 181 ♦103. 2*njenbe Äafcen. (Sütlringbmifen) 181 ♦104. Äocbmbe* Äalb«&er| frübft au« bem Xobf. (güttringbaufen) ... 181 ♦105. SRelfenbe öeren in ber Äreujmütye. (fiüttringb>ufen) 182 ♦106. 25er Jiiefenfiein bei Saale 182 107. ©tammfage ber öon SRittet3§au8. (Barmen) 182 ♦108. Sa* ©algenlämö<$en auf Äarnaö. (Barmen) 182 ♦109. Sie aeb«mni*öollen Begleiter. (Barmen) 183 ♦110 a ) ♦110 b l35^ $0&n|ftclne in ®atm*n 184—185 ♦111. Ser Teufel fängt ein $ferb ein. (Barmen) 185 112. fteftfteHenber Äobjenbrenner getötet. (Barmen) 186 113. Ser ^afeganger in Barmen 186 ♦114. Ser Beb.ejte auf SBeften. (Barmen) 186 115. Ser SBerwolf auf Sßeften. (Barmen) 187 ♦116. Ser fiJertoolf auf Älaufen unb Bectyof. (Barmen) 187 117. Sie 3»ergb,8b,le. (Barmen) 188 ♦118. ©ic$ breb,enbe ©teine. (Barmen) . 188 119. ©inäugige ftamüte in ber ^UicfeSburg. (Barmen) 188 Digitized by Google XX 120. Sie »octmityl in «armen ist» 121. §etfingtyaufen 189 122. ©ofenburg — ^lüder«burg — $ol«burg. (»armen) ist» 123. SBülfing. in ©armen 190 j^**' } Sie Xüter«burg in »armen liio 125. Ser eeb.lb.of in »armen UM 126. flapeüe. (»armen) 192 127. Sie Äorjert in »armen 192 128. Wallad bei »armen 192 129. »Uten, (»armen) 193 130. Ser etoige Säger, (Slberfelb) 193 131. ftrau bura) bie Suft gejagt ((Slberfelb) 194 ♦132. Ser ge$eimni«öolIe ©djüfce. (©Iberfelb) 194 ♦133. Ser auferftanbene v»emm. (ölberfelb) 194 ♦134 &.\ 134c |2)e 9lüenti0e Äon«uöe*- ((Slbcrfclb) 195—190 134 dJ *i:iT). Se glüentige Wann am ©a)nap«ftüber. ((slberfelb) 197 *136. Sie grofoe ftrau mit bem langen Äletbe. (©Iberfelb) 197 ♦137. Ser Wann im ©ajarlaa?. «Slberfelb) 197 ♦138. Ser ©renjfteinfrebler. (©Iberfelb) 198 ♦139. fremm al« ©etyenft. ((Siberfelb) 19S 140. ©träfe eine« »erfübrer«. (ßlberfelb) 198 141. Ser ewige 3ube. (©Iberfelb) 199 *142. Sa« ge^eimm«üoUe i'tajt. (Slberfelb) 199 ♦143. Ser ©eifterwagen auf ber 2lue. (©berfelb) 199 *144. 25er ©pieter am Wefcmaa)er«raty. (©Iberfelb) 200 •145. Ser ©pul am «der. (©Ibcrfelb) 200 ♦146. Ser glityenbe Habe. ((Slberfelb) 21 *148. Sie Stücffc^r »om Äartenfpief. (Glberfelb) 201 ♦149. Ser Xeufel unb ber Äartenfeieler. (Glberfelb) 201 *lf>0. Ser Xeufel unb ber Xrunlenbolb. (©Iberfelb) 202 •IM. Sura) ben Teufel gebefferte Äartentyieler. (©Iberfelb) 202 ♦152. Set Xrunfenbolb unb ber Sa)n?ein«!i>t>f. ((Slberfelb) 203 *l.r>3. »auer com Xeufel bura) bie £uft geführt, (Glbcrfelb) 203 154. »on bem Xeufel, ber in Wenfajengeftalt einem Ritter treu biente. (©Iberfelb) 204 ♦155. (Sngel al« »efäüfcer. (Glberfelb) 205 ♦150. Ser nmnbelnbe »aum. (Slberfelb) 206 ♦157. Sa« Ätyborf in Glberfelb 206 153. (Slberfclb« ©a^en 206 •159. Sa« .tieibenb.au« am »lotfa>m»rögel. ((rlberfelb) 207 ♦160. Ser flommel«mitt in glberfelb 207 161. Sa« 3rt>ergenloa) bei (Slberfelb *>7 Digitized by Google XXI *162. 5ad 3wergenlott) am 5erp bei Glberfelb 206 163. 5ie üöble 6dm 3*lanb. (Glberfelb) 208 ♦164. 5er feftgefefcte ©robian. (Glberfdb) 208 W5. Sejtfteflenber »auer getötet. (Glberfelb) 209 166. 5ieb feftfteHen. (Glberfelb) 209 *167. 5ie aJlifcgeburt. (Glberfdb) 210 HI8. iüie ein 5ieb entbetft wirb. (Glberfelb) 210 *169. 5er öerjauberte ftafe. (glberfelb) 210 *17M. öemm als 2üirt. (Glberfelb) 211 * 1 7 1 . .\>eurm unb fein 9la$bar. (glberfelb) 211 *172. £ie >>ere auf ber ftobjftrafte. (Glberfelb) 211 ♦173. 5er »enoanbelte Sauer. (Glberfelb) 212 ♦174. 5ie ©$ajfgräber auf bem Gngelnberg. (Glberfelb) 212 *17f>. Äröte al« ©(bafcbüterin. (Glberfelb) 213 •17U. 5er ©cba* im SBalbe. (Glberfdb) 213 *177. 5er auf ber Stfeibe. (Glberfelb) 213 •178. 5er Ser beilige Saurentiu«. (Glberfelb) 218 *18K 5er Sonnenbrunnen in eonnbom 219 *1H9 5 er Äartenf bieler bon ©onnborn 220 19« > 5er Rotenberg bei ©onnborn 220 M91. 5ie Grmorbung ber ©ebrüber Gtoalb. (SRorSba$) 221 *192 5ie berfuntene SBübJenac&Je. (Woxibad)) 221 *193 5er $ulberturm in fRor*bac$ 221 194. 5ie 3»erge ju 3Rüngften 221 195. 5ie ©runenburg bei SMüngften 223 196. 5a« b>ibnif$e $üfc$en ju 33urg a. Söubber 223 197. Die alte ©urg bei öurg an ber Rubber . 223 198. 5*« ®otte«urteil ju »urg an ber Rubber 224 199. 5er Äofenritter. («urg an ber Rubber) .225 2»*>. 5ie Sabinen bon »ro$$aufen. (Burg an ber SBubber) 226 201. Gin Sebneiber überliftet ben Xeufel. (Söalb) 226 202. 5er »üben bei Solingen 228 203. .v>ermtanjblafc bei ©Olingen 229 204. 5ie fteje }u Gul«»ag bd Solingen 229 2« »5. 5ie beiben ©rüber bon ©Olingen 230 *2et$em burd) ben f}L 92ifo(au« ber %ob toorau«gefagt h>urbe. (Setzlingen) 240 225. Stott$ beftraft einen übermütigen Startmann, (Beichlingen) .... 241 226. Sret Jungfrauen am fcertbert«bom. (Beichlingen) 241 227. Sie 3n>ergen:.öebamme. (Dblaben) 242 228. Sa« (SdeWloä) bei Dblaben 244 229. Sie Sorgeföi^te |u Dblaben 244 230. Sie Spinnerin bei Staufenberg. (Dblaben) 245 231. 3n?ergcnraä)e. ($attfc$etb) 245 232. Ser 3n*rg öon Sierratb.. (8urfc$eib) . . . . 247 233. Sie SJtot)r mit ber ^futterf^minge. (Untere Söubber) 249 234. Sie 3Rab> in Sojjgeftalt. (Untere SBubber) 250 VII. 2>i* $!>un. *1. Ser ©$afc im Sattenberge. (Stjünn) 253 *2. Ser tiefe »runnen §u S$ünn 253 •3. Juba« 3ft$arioth- (Stjünn) 254 *4. 5Ret«bret toanbelt fiä) in ®olb. (Sabringb,auien) 254 5. Sie ©rünbung tum Miltenberg 254 6. Sie Äofen bon Miltenberg 255 ♦7. Ser fcober Dlf. (Ätenberg) 256 8. Sie Neugrünbung bon Miltenberg 257 9. Sie bergifaje Slofe. (Miltenberg) 257 10. Sie ©age bom Mlbfc9Raria:5titter. (Miltenberg) 258 •11. Ser ftlutb, bon Miltenberg 259 12. Sie 9taa)tigaden ju Miltenberg 259 13. Son einem ^ferbefnodjen, ber auf nmnberbare Stteife au« eckten ©«beinen ber b,eil. elftaufenb Jungfrauen b,erau«gefc^leubert tootben ift. (Miltenberg) 26a Digitized by Google XXIII 14. ©toielfäffer* fcauS. (©teinbütfel) 261 •15. $ie erj^einung bon ©trautoeiler 261 16. $er Sauet unb bie weifte ftrau. (Dbentb>l) 262 ♦17. 2)te mäufemac^enben »eren bon Cbentyaf 263 ♦18. 3tott fptelenbe £afen. (Dbentyal) 263 *19. Die mUcb>ertreibenbe öeje. (ObentyaQ 264 ♦20. fcerenbe Jttnber in Dbentb>l 264 *21. 2)er gtttyenbe Sfann an &irf$baum. (Dbentyal) 264 ♦22. ftrau ftnbet leine 9hi$e im ©rabe. (Obentyal) 265 •23. Xtv 3eb>tentwg bei Obentbal 265 *24. 3>ie ©rode »u Dbentyal 266 25. ffiettermai$enbe $ere überliftet. (Obentbd) 266 26. 2>ie Spinnerin bon ©gerben 267 27. 2)er §erenbaU bei Ofenau • 268 28. 25er Sauer t>on §ummelityetm unb bie S^erge. (©<$lebuf$) . . . 269 29. »lutentjte&en bürg ein SReffer. (@<$rebuf<$) 270 •30. 2>er ©$afc im 3*b>lj. (©$lebuf<$) 270 31. 2>ie ©ctyafcgtäber öon ©c^lebufcb, 270 32. 2Me »efämörer ber ©tyangen&ecfe. (©ttjlebufä) 272 33. -Der 3a)eelc in S^tebufc^ 273 ♦34. 25er ewige 3äger in Sctyebufö 274 •35. 2)er Iluge ©$neiber in ©<$lebufa; 274 •36. «pere al« Spinnerin. (©tflebufa) 275 *37b } a>*u**«|JW- («tyebufö) 275 38. 2)er permedteufel. (©<$lebuf<öj 276 39. SRifter 9lot$e. (©teinbü^el) 277 *40. 25a« Dmmtelocb. bei ©$lebuf$ 278 41. Jtiujleborn. (©$lebuf$) 278 42. 2>ie 3tacb>mb> in ©^lebufa) 279 43. 2)er fteuermann. (Oc^lebufc^) 279 ♦44. ©cj«lin. {©$lebuf<$) 280 45. $om ewigen Kläger im ©u#b>lj. (©c$lebujc&) 281 46. 2)er XeufeWftein im ftoltfaufener 33rua). (®<$lebuft$) 281 47. 2)a* ^Ufrei$e 3tott0tnn>eib<$en. (Obb>fen) 281 48. 2>ie werben Stoffe bei 2)üntoalb 282 49. 2)er Äluftflein bei fcünwalb 282 50. 2)ie (Sic^clfaat «u 2>ttn»alb 283 61. Sie ©rflnbung bon Dünwalb 284 52. 3>ie ©$a*graber im 3«&ol§e 285 53a. $o»fa unb ber Xeufet. (Untere ün) 285 53b. fcobfa'* Stocke am SenSberger Stifter. (Untere Styün) .... 286 53c. $obfa unb ber Säger. (Untere Styün) 287 53 d. $o»fa'* ©nbe. (Untere tyün) 287 51 $ie gefönte fceje. (Untere D&ün) 28H Digitized by Google XXIV VIII. $er Strunberbau}. *la.| *lb. 8on ber ©<&marjfunft. (Dürtyeibi 291—293 ♦lc.J *2. Die ©eifter in ber STOatyia«nac$t auf bem grieb&of gu Dürfäeib . 293 •3. Der Teufel in ber öru^aufer 5Rüb4e. (Dürfäetb) ...... 293 •4. Der 6trunberbac$. (»errenftrunben) .... 294 ♦5. ©efäoffener £afe al« fceje. («ffelborn) 295 •6. SJiann mit ^Jferbc- unb 9»enf$enfufi. (ücrrenftrunben) 295 *7. ©ine Xeufel«erf($einung in üerrenftrunben 295 ♦8. 2iö)t auf bem Harten, (fterrenftrunben) 296 ♦9. Sie Cuerg«hu)l bei fcerrenftrunben 296 10 bj ®^Ianfl««föni0!n. (öerrenftrunben) 297— 298 Die $a$rt mit bem «otfcaten. (fcerrenftrunben) 299 ♦12. öeje al« &afe. (verrenftntnben) 300 *13. Die fcejen im ffii$en&ain. (»errenfrrunben) 300 *14. üeren al« ©ulen. (Steinbac^ bei üerrenftrunben) 300 ♦15. fteren al« Äa$en. (Strunben) 3ol ♦16. Unheimliche« Sit$t am äBaffer. (Strunben) 301 M7. Der ftabrifbunb ju Domba$ bei tterrenftrunben 301 *18. Der 9Wann im SRonb. (v>erfenratbj 302 *19. Da« 6a)mieben be« >Jtotyafen«. (öerfenratbj 302 *20. Der Äira)enbau ju »«r'cnrat^ 302 *21. Die Spangen in fterfenratb. 303 *22. ©rube ©Uberfaul bei verfenratb. 3^»3 *23. Son einem glityenben SWann verfolgt, (fcerfenraty) 304 *24. Der 2Wann unb bie 3rrli#ter. (fterfenraty) 304 *25. ©eifierfitftig. (frerfenraty) 804 2G. Die wunberbare Rettung ju «en«berg 305 27. Die ©efangennabme be« Sieger« bon Worringen. (iBen«berg) . . 806 28. Sitter Äurt bon »rloff. (»en«berg) 306 *29. Die »lutfugeln. (»en«berg) 307 *30. Die ^reifugeln- (Densberg) 308 31. De« Xeufel« ©rojjmutter. (99en«berg) 308 32. Die @v»nn:©i($e. ($en«berg) 309 33. Die ©pielfteine ber Miefen. (öen«berg) 310 34. ©Dielfäffer auf bem ftrieb^of. (Densberg) 310 35. Da« ©efüenft in »erg.^Iabbacb 311 *36. De« Teufel« ^rltxb,. (öerg.KSlabbacbj 311 ♦37. ©lü^enber Dfen im SBalbe. ($erg.-.©labbatt>) 312 38. Die Spinnerinnen bei »erg.:®tabbaanbelter *>afe. ($affratbj 31« 47. Der toilbe Qäger bei Hefratb, 316 48. Hn ben „Xotenmännern" bei SRefraty 316 49. Die SRefratb.er Äm$e vertiert tyren Xauffiein 317 *60. $ranbbefprec$en. (SefratbJ 317 51. Die „Steinbrech" bei Mefratb. .... 317 52. Der Äipp&äufer. (»efratbj 318 *53. Da« Äiopenbäufer $ferb. (Hefratb) 318 54. Der Hebelfater 9iiff. (Dburn) 318 ♦55. Der b«bmf<$e ÄÖnig oon X&urn 319 56. <3oiel!äffer auf ber 3be«felber üarbt 319 57. Die grauen auf 3bi8felb 320 IX. Sie Sülj. *1. Der Xeufelöftein bei ©imborn 323 •2. Da« Wappen ber Styoarjenberg«. (©imborn) 323 *3. Da« ftüUiSotb, bei lötnfel, unweit ©imborn 324 4. Die @rbauung oon ©urg Sieuenberg bei Sinblar 324 5. Die 3toerge be« Weuenberg« 324 6. Der Se<$felbalg oon Scheel bei «euenberg 325 7. Die Burgfrau Oon 9leuenberg 326 8. Die „®efangenf$aft" auf Weuenberg 327 *9. Der 6<$afc in Neucnberg 327 10. Vereitelte Sd)a$gräberei. (fteuenberg) 328 *11. Die gerettete .üerjogtn. (ftuine ©ibatfcj 328 ♦12. Die Äapette oon veiligen&oüen 380 ♦13. Der 3$afc auf üeiltgenboüen 330 •14. Die Älufe bei Sinblar 330 *15. Die $eft im Sergityen (£mbe bei Stnblar) 331 ♦16. Da« ©efüenft im @fe »retbenba$. (Sinblar) 331 ♦17. Da« Stöhnen am Xeufel«üu$l ju Steinbadj 331 *18. Die itapelle üon SJiefenbaa) bei Delling 332 *19. Da« ©efpenft bon ©iefenbatb, bei Detting 333 *20. Der XeufeWftepen bei SBiefenbadj 333 ♦21. Der Notar in ber Xeufel«tiuefe. (SBiefenba^) 334 *22. Die freimfe&r üom ©tb^oingabenb. (Delling) 335 •23. Die etiler SRaibu^e. (Detting) 336 *24. Da« Sterbefleib. (gorften bei Detting) 337 *25. Die <£rfd)einung ber frrau. (ftorften bei Detting) 387 •26. Die „Di«fül" (Xifül) bei ftorften 337 *27. veseiuDlbe 338 *28. üege al« 6(bnepfe. (Olpe) 338 *29. ftpfel in Äröten üertoanbelt. (Olpe) 3.38 Digitized by Google XXVI *30. Der Äöbjer unb ber Teufel. (Olbe) 338 ♦31. Die biete erlang« in Ctye 339 ♦82. ft«uerraber ju Ddrnbaeb. 339 ♦33. Der ©loctenberg bei Dlpe 340 ♦34. Die Jtreuitabelle in Dlbe 340 •35. Die epringttmrjel. (Dlbe) 340 *36. Da« fteineroe Äreu| bon »eubenba^. (»ei Olpe) 341 *37. Die 3»ergenbö^le »urgranb bei Äürten 341 ♦38. Der ©etfterjug. (Äürten) 341 *39. Da« Äreuj bon 99ie«felb Bei Äürten 342 ♦40. 2Ruttergotte«btlb bertreibt teuf(if$en ©buf. (3iie«felb) 342 *41. Der ©efbenfterroagen. (8te«felb) 342 ♦42. 25er 8a)afc bon SBtbberfelb 343 *43. Kann o&ne Äobf. (Dümbel) 343 ♦44. Der ."polier fr einriß, (öau« ©runb) 343 ♦45. Der golbene ©raf. (»au« ©runb) 344 *46. frau« ©runb :H4 ♦47. Da« ©t>innmityn($en }u üaöbaeb. 344 ♦48. Der berbejte *>afe. (öa«ba<$) 345 ♦49. $rina}en« ©eric$t. (^mtnefebbel) 345 50. Der 3wergenfe$ufter. (3mmetebbel) 346 51. Der 3»erg |u ^mmelepbel 348 52. Smmetebbel :149 53. Der £überi($. (»olberg) 349 54. Der Äielfrobf am fiüberta). (Solberg) 351 55. Die §oje mit ben ^edt^alem. (Untere ©ülj) 354 56. Da« berfunfene ©c^lofc bei 9Ren)Hngen 356 57. Die 6<$a$gräber bon Wenzingen 357 58 a. Der «peibenfönig im »ielftein 358 58 b. Die 3»erge im öielftein 359 X. ggger unb ilMetjl. *1. Die ©tlberlaul. (@etenbagen) 3(i3 *2. ©ebtoarjer §unb bei Sieber^aufen 363 *3. SRerfroürbiger Begleiter. (Sieber^aufen) 364 *4. Drei 2Renfc$en überleben ben breifeigjityrigen Ärieg. (Sieber^aufen) 364 5. .*>ief. (Siefrerbaufen) 364 ♦6. Der Unnenberg bei ©ummer«badb, 372 *7. Der Wann ob,ne Äobf. (Unnenberg) 372 ♦8. ©efbenft al« toeifcer fca^n unb 3iegenboct. ($rebenba$) 372 9. Die Burgfrau bon 3inne. (»rebenbacbj 373 ♦10 ©olbener ©arg auf ber „Burg" bei Santenbacb, 373 ♦11. SHabr al« fa)tt>arje Dame. (Dümmlmg&aufen) 373 *12. Äub. bon einer ©d>lange gemolfen. (©ummer«bacbj 374 13 a. Die 3toergen$öbJe ju ©ummer«bacb, 374 13b. Da« ,,3tb«rgloeb/' ju 5Ro«be. (©ummeröbaa)) 376 Digitized by Google XXVII «urg Söieberfiein 380-381-382 14. Die ©ummer*baa)er fcarbt 377 ♦15. ©cbtt>ar&er £unb unb fü)toarjer Sagen. (®ummer*bad>) 3 77 *16. ©(ba^ im Deia). ($reubenberg) 377 ♦17. SBorbebeutung bon ber ©tfenbab>. (®ummer*baa» 37s ♦18. Staffeln fubferner Äfffei. (»ielftein bei ©ie$l) 379 ♦19. „2afr ben Xeufel fd)mieben". (»ielftein) 379 •20. Die »urg ju Mebfü}enrotb. 379 ♦21. SBeifce ©eftalten. (SBie^l) 380 ♦22a ♦22 b. 22 c. *22 d. - ♦23. ©ra«teufel b.oten einen flie&enben SRonn fofl ein. (»ierenbaa)) . . . 382 *• | Die »urg bei Benningen 382-383 ♦25. Die <£ntfteb>ng bon Drabenber&ö&e 383 •2»>. Da« £>amännd)en auf bem §edberge bei Drabenber^itye 383 ♦27. Der Zaubenfiefen bei Drabenber$ö$e 384 ♦28. ©^grober fte&en in bicfer iWUä). (Drabenber&ö&e) 384 ♦29. Der $rei$of bei Drabenber$ö$e 3*4 ♦30. Dte.eutfü&rung ber Deformation in Drabenber$ö&e 385 ♦31. ©a)alfen 385 32. 3Be$felbalg. (Stallen) 385 ♦33. Da* golbene Äalb bei u*. (Dberraty) 3«.m> 39. Der 6tein*b>f ju Oberratb. 391 40. Die 3ob>nni«obfer. (Sü}önratb; a. b. «gger) 391 41. Der ©urgfcrr unb feine ftoreHe. («gger) 392 XI. öröltW. ♦1. 3rrlt$t in ©eftalt eine« menfa)lia)en ®efta)te*. (Q(fenroty) .... 397 *2 Seftgefe^ter fcaferbieb. ((Slfenroty) 397 ♦3. Da* 9Wurtergotte«bilb bon 5Rarien=8erg&aufen .... .... .598 4. Der Glfenbom bei 3Wua) 398 ♦5. Der »au ber Äira)e au 9Hua) 399 *6. Der feftgefefcte SRann. (9Kutt>) 399 *7. Die 3»erge bei Homburg 399 *8. Da* ftiefengrab bei Hornburg 400 *9. Die &e£enfd)toemme bei Hornburg 401 10. SBerner bon Hornburg 401 •11. Der ©algen bon »benratb. (Hornburg) 402 *12. Die 3h>ergenbjtyle bon flumbreü)t 102 •13. ©eiflerftytige* $ferb. (Jiümbrecbt) 4<»3 Digitized by Google XXVIII *14. Ttx ÜHodengufr ju «ümbredjt 4<>3 *15. #inb bertreibt ben Teufel. (vMmbrec$t) 403 " IG. Xobanfünbigung. (vJiümbred;t) 404 *17. (5rfd;einung eine« x>eere8. (ittümbrcdjt) 404 18. Ter gefpenftige 93är ju 3f*8ttrt*n- (Söalbbröl) 405 *19. 2)er ©elbftmörber bon gegarten. (SBalbbröl) 405 *20. Wann ge$t um wegen $Blutfa)anbe. (©albbröl) 405 21a \ *>lb \ ~n ®$önen*erfl 6ei 3faM>«$teroib, 406 -407 ♦•22. Äa$e bertbanbelt fia) in einen 3Renfa)en. (ttatyoben) 413 *23. Tai £od> in ber TeufelSbrütfe. (üerrnftein) 413 24. Sßon ben Sauern, welche nadj bem Tobe fid) im Örabe ftritten. (^ieunfirc^en) 413 *25 Tai Sennenberger Kreuj 414 *26. Tie bezauberte Jungfrau. (SBinterfdpeib) 415 XII. Sic Sicß. 1. Tie ©a)äfce bon Freusburg 41«J 2. (rine böfc 2Safcl. (®rottorb) . . , 41!» *3. Ter Sdjloftyunb bon Sdjbnftetn 420 *L Xtv feltjame Witt. (Seifen a. b. Sieg) 420 5. £er Effelsberg bei ftamm 422 *6 Tai Oieftc&t ber berftorbenen Butter. (£ünenbufdj bei .öamm) . . 422 7. Mlofter 3)iarient$a( an ber Sieg 423 *8. ©urg ftoff an ber Sieg. (3to8bad/) 421 'lUie bie @emeinbe ju StoSbacb, ebangelifa) tourbe ....... 424 *10. ttirdjenbaumaterial tbanbert. (SioSbacbJ 425 *11. Tobanfünbtgung. ($urg voff a. b. Sieg) 425 *12. .Kafcc berfünbet ben Tob. (üoff a. b. Sieg) 425 *13. Trunfener £a)fe bertreibt bie Sa)meben. (©a)lofc 2Jlauel) .... 426 *U. £er toilbe ^äger bei Sd>labern 420 *15. 3a)n>arjer unb »ueifeer Stabe ftreiten fia) um bie Seele eine* SJienfd?en. (Sa)labern) • 426 *16. OWtyenber Jiaffeetobf im Äirfa)baum. (Sdjlabern) 427 *17. Strafe für Tierquälerei. (Sdjlabern) 427 'IS üBeifce Öeftalt als XobeSbote. (Scb, labern) 428 *li«. »rennenbe« fteuer bei ^unferfelb. (Scbjabern) 128 *20 Schimmlige*, fopflofc« Werb. iScblabern) 428 *21. Sd?n>arjer öunb berfinft in bie ©rbe. (Schabern) 429 *22. >>unb bermanbelt fieb, in einen Sarg. (Sdjlabern) 421* *23. Tie Grfdjeinungen im ©ebücf. (Sdjlabern) 430 *24a. Tev roilbe Saqev ju 2Binbed 430 24 b. 33er gefbenftige .öafe $u 3öinberf 431 *l»5. Ser «eift §u SBinbecf mintt einem Sdjläfer 431 *26. ftliegcnber ^itambod. (ffiinbed) 431 27. Öraf Äonrab bon 3ötnbed 431 28. £ie (Gräfin bon Sßinbed 433 2!«. Slbel&eib bon Sötnbed 433 Digitized by Google XXIX 3o. Der <£fel«frafer öon Söinbed 434 ♦31. Der SJeftfcer öon 9ötnbetf im gelobten £'anb 434 32» Da« golbene Sbinnrab ju Sdjlofc SEBinbecf 434 33 a. Stifter &ub,n öon ©roid) (SBinbed) in Düffelborf 435 33 b. Stifter .t»u^n in ber ©djmiebe 436 33 c. Stifter üubn auf bem 9Rarft ju SBalbbröl 43« 33 d. Stifter üubn unb Äurt öon ©teuren 437 34. Die .-oeilqueHe im Obmbadj-^al 438 35. Da« 5«gfeuer be« (Mrafen fceinria) bon »lanfenberg 439 36. Die Burgfabelle ju »lanfenberg 43!» *37. Die Belagerung »lanfenberg« 440 38. «iüat 3efu«. (Blanlenberg) 440 ♦39. fönen Jüngling reitet bie SHa&r. (Budj^olj bei SHanfenberg) ... 44o *40. Süunbernnrfenbe« 3o&anne8bilb in Äira)e ju Uderatt) .... 441 *41. Die fteuermänner "on Uderatb, 441 •42. ÄoöUofe ftrau unb Spinnerinnen. (UderatbJ 441 ♦43. Dteb«u>efen bei Uderatb . 442 •44. Der ©erroolf bei Uderatf. 442 ♦45. Die "pafen-^e^e öon Uderatb, 442 ♦46. SHü&lftetn bre&t fia}. (fcanfmüble) 443 *47. Da« 9Ruttergotte«:©nabenbilb ju Böbingen 443 ♦48. Der ©djafc öon Sanjenba* bei ©eifttngen 444 *49. T'et n>ilbe ^äger bei ©eiftingen 444 •50. Da« öerfunfene ©d>lofe gu Wieberpletfe 44 1 *51. Älofter Seligenthal an ber ©ieg 445 ♦52. (Mertrubdjen. (©eligentbal) 445 53. 25a« beiüge .ödntdsen ju Siegburg 446 ♦54- Der Sdmtieb im *M«berge. (Siegburg) 446 55. Der fd)Iafenbe >>elb im 3öol«berge. (©iegburg) 448 56. Die fretnjelmänndjen im $tfol«berge. (©iegburg) 44!» ♦57. Der Hu«jug ber Sioerge au« bem $Bol«berge. (©iegburg) .... 449 58. Der beiltge 9(nno in ©iegburg 449 59. Die lounberwirfenben öebeine be« ^eiligen Änno. (©iegburg) . . 450 60. Die Wreinföbfe }u Äöln. (Stegburg) 450 61. Slbt @röbo in Stegburg 451 än«a)en ju ©iegburg 452 63. üeinj öütlein. (Siegburg) 453 64. Da« ©eiftertragen ju ©iegburg .... 458 65. Der @ra«teufel. (©iegburg) 458 66. Bon einer SBefeffenen, tveld/e au«fagte, ber Teufel fei burd) brei Sßorte be« Äanon« gebunben. (©iegburg) 460 67. ©ute« früfmerfutter. (©iegburg) 46o 68. Der ©tabtt)unb öon ©iegburg 461 *69. Der .«berenfeffel in ©iegburg 462 •70. Der „Wöntb" in ben SBtbbauer Xannen. (©iegburg) 462 *71. fcau« ©iffen - ©t* ber Bebme. ($roi«borf) 462 72. Der ©rauftein (©robftebn) bei Sd/red 462 Digitized by Google XXX XIII. 2>er »Sein. 1. Der b/ilige Brunnen ju Duisburg 465 2. ffiittoe befäioört eine $euer«brunft. (Duisburg) 465 *3. Die ©teine im flbein bei Ürbtngen 466 4. ßine $rojeffion in ©ittlaer 466 *5. Der Äirt^enbau ju Äalfum 467 *6. Der Xauffletn oon Äalfum 467 *7. Der ^rebigtfhibj }u Äaifer«h>ertb, 467 ♦8. ©uitberru« brüdt feine He$te einem Stein ein. (Äaifer«ft*rtbJ . . 467 *9. ÄaiferSwertb, unb ber b,(. ©uitberru« 468 ♦10. De8 ©uitberru« Syrern geraubt (Äaifer«h>ertbJ 468 11. Die Sunber be« ty. ©uitbert. (Äaifertwertb,) 468 ♦12b } Ser ^»ff*^« in btr »u Äaiferitoettb. 468-469 ♦13. Die ©<$rourt>anb an ber ^fatrfir^e ju tfaiferttotrtb, 469 ♦14. Die Belagerung be« ©$loffe« ju Äaifer«t»ertb, 470 ♦15 Der ©tein am 3ubenrir<$&of. (Äaifer«n>ertb) 47o jj' j Die „fäioarje Äatoelle" }u Benratb, 470-471 18. Begaufein be« Stuge«. (Benrath) 471 ♦19. Der ©put im Äubftall. (BenratbJ 472 ♦20. 2Häb$en trägt einen üJertoolf. (Baumberg) .473 ♦21. ©eift auf bem 2b.or. (Baumberg) 473 22. Der SBerwolf in 9tid)ratb, 473 ♦23. Die erfäeinung ter iKutter. (9H$ratb) 474 ♦24. Da« Borgefajäft in 9it$ratb. 474 *25. Der 3"8*n&oct *uf *«ul ©ratoen 474 ♦26. Der ©emarfen&unb in gmrnigratb, 475 *27. Dobanfttnbigung. (QmmigratbJ 475 ♦28. Da« oerfunfene ©$lofi Burggraben bei ^mmtgratb, 475 ♦29. Der ©eift auf bem Bärenbuföer^ofe. ßmmigratbj 476 30. Der Spielmann oon 3Xonb^eim 476 ♦31. Der §elb ber Bürriger §eibe. (Bürrig) 479 32. Der 3werg in ber *Üüftenei. (SBie«borf) 479 33. SBie bie 3toerge bei 3LUe«borf über ben Styein gingen 480 *34. 3roerge oertaufäen ein Hinb. (SBte«borf) 481 35. Der faunige SÖertoolf öon föie«borf 481 36. Die feuerlöfäenben 3uben. (3Bie«borf) 482 37. Die Ulme bei 2öte*borf 482 38. Bruno »on gittert, (gltttarb) 482 39. $on Bruno Don ftlittarb, ber in ben Sultan geföleubert toorben ift, unb ber ©träfe feine« ©olme« Bruno, bem ber leufel einen b^aifäen Stanf treben|te. (ftlittarb) 483 4<». *om Mitter ©»erwarb, welker ficfr, auf ber B richtete 484 41. Die toetfce $rau üon ©tamnu)eim 484 42. Die @$la$t bei Wülbeim 485 Digitized by Google XX XI 43. Der @rinfenf<$mieb in SRülbetm 485 44. Der e^eli^e 3»ift. {Btülb/wn) 48»; 45. ®rofe.-8uc$b>im. (9Rulb>im) 487 40. Die ©rünbung bon Deufc 487 47. De« »mtmann« ©bu! auf ber ©a^ner fceibe 487 ♦48. Die „fco&e <3<$anj" auf ber ©a$ner $etbe 488 49. Die „yotftatt" bei ebia) 488 50. Der fcoHfiein bei ebia) 488 51. Die »rürfe bei SHonborf 480 52. Da« »bel$eibt«-.$ü&ü)en bei Beuel 49o 53. üejenritt. C&m 9tyetn) 490 XIV. 2>a8 StfbcngcMrge. 1. Die ßntfte&ung be« Sieben gebtrge« 493 2. Da« ®etfterfa)tff. (oiebengebtrge) 494 3. Der berbannte »ttrgermeifter bon Äöin. (6iebengebirge) 494 4. Siegfrieb unb 2JUmer. (Siebengebirge) 494 5. Der budlige SRufttant. (Siebengebirge) 496 6. SJon einer jftbjornigen Jungfrau, beren Dberlörber naa) tyrem 2obe bom Breuer betje^rt toorben ift. (Äönig«tointer) 496 7. SJon einer ÄrÖte, bie auf bem Ältar ber $uben gefunben tourbe, all fte ba« Saub^üttenfeft feierten. (Äönig«n>inter) 497 8. Der feurige ©agen. (Drad)enfel«) 497 9. Die .öa$nun!. (Draajenfel«) 498 10. Der mnd). (Draa)enfel«) 498 11. Der JUefe bom Draa)enfel« 499 12 Die Haben be« Draajenfel« 499 13. Der Weiter am Ourfftetne. (Drad)enfeJ«) 500 14. Der 9Wng. (Dra^enfel«) 500 15. Die Jungfrau am Draa)enfel« 501 16a. | 16 b. ! Da« Draajenloa). (Draa)enfel«) 502 16 c. I 17. Der feurige Draa)e mit bem glityenben ©d)lttffe(. (Dra$enfel$: ©Ottenburg) 502 18. ©den HuSfabrt. (Draajenfel«) 503 19. Der 2Kann in ber Äabufce. (©Ottenburg) 504 20. Der ewige Säger. (©Ottenburg) 504 21. Der Stlte auf ber Xeufel«wiefe. (©Ottenburg) 505 22. debttig bon ©Ottenburg 505 23. Der bleajene Säger. (fiötoenburg) 505 24. Die Reiben am fiömenburger Qägerb^au« 506 25. Der Säger auf ber fiöwenburg 506 26. Die Jungfrau bon ber fiötoenburg 507 27. Die berwünf<6> ^rinjeffm bon ber fiötoenburg 5o7 28. Der bcüig« 3e$re«. (fiowenburg) 5o8 Digitized by Google XXXII 29. (Gebannte Mäuber. (Xförcenburg) 508 30. 35« Herren öon Sötoenburg 508 31. Die Seiten ber Herren uon b«r fiöroenburg 508 32. Dame in feibenem Äleibe. (fiöivenburg) 509 33. Die Sängerin im Äla»öerftefen. iölberg) 509 34. Der glitycnbe 9Rann |tt>if$en $Jolfen&urg unb Stromberg . . . 510 35. Der ^eterfc ober Stromberg 510 36. Ston ben fieuten, tvela)e gefeb>n ^aben, baft Reliquien vom ©obedberg auf ben Stromberg oerbradjt luorben finb 511 37. Da »ertbenbufcb, am Stromberg 512 ^ ] söurg »ofenau 512-51:; ^'|35ie «rünbung oon Heifterbacb, 513 40. Der Wind) toon Heifterbaa) 514 41. Vom entfestigen Xobe be« Wootjen SJenneco unb wie e« nia)t erlaubt ift, nacb, abgelegtem öelübbe in bie itfelt jturücfjufeb/ren. (Heifterbacbi 51 1 42. $on ber ^fonne Gbjriftine, welche gefeb^en tyat, n>ie bie ^eilige Jungfrau 3Raria am Xage ü)rer Himmelfahrt über bem Äcnoent hn Ifyale beä ^eiligen ^etru« (Heifterbaa)) oom Himmel &er einen Äronleutb>r b,erablie^ 515 4.1 Die ßrfetyeinungen gu Heifterbadj 516 44. Waria öon Heifterbacb, al« Retterin 516 45. Sie frommen Störte. (Heifterbaa)) 517 ♦46 Der grofce ftifcb; oon Heifterbaa) 518 ♦47. Der äffenbe Xeufel. (Heifterbaa)) 518 48. 3tom Witter Heinrich weiter bei un« feine ftaften abhielt, unb einem Stein, auf welkem er tuäb>nb be« Oebete« fa)lief. (Heifterbaa)) 518 49. Der alte »bt. (Heifterbaa» 519 50. Der Säfierer bc« Donner«. (Gaffel bei Äömgdttnntet) 520 ♦51. »eftraftc ®rob>it. (Dbertoleijj) 520 52. Der Miefe üon Sttenbaa) 520 ♦53. Verurteilter Ibft fia) bura) ein Jiätfcl oom ©algen. CÜgibieuberg) . 520 •54. Mann im 9Ronb. (ftgibienberg) 521 55. »ienen bauen eine SRonfrranj. (Styönborf) 521 50. Der Cuergbrunnen. (^»ift^en M&önborf unb Draa)enfel«) .... 521 57. Der ftreifa)üfe in Selbof bei Honnef 522 58. Der gebeiinm«öolle 2Räb>r. (Selhof bei Honnef) 522 59. Weffcenft am „neuen }Jü4}". (Selhof bei Honnef) 522 60. Da$ gerettete Hau«. (Selhof bei Honnef) 523 61. SJactenbe 3u>erge. (öonborf bei Honnef) 523 62. Der ©locfengufc auf bem JUra)beuel bei Honnef 523 63. ftrau ma$t günftigen "itfinb. (Honnef 524 64. Begleitung eine* ©eifteö. (Honnef) • 524 65. Apfel wanbeln fic^ in Äröten. (Honnef) 524 66. Der ©locfengufc auf ber Äu. (Honnef) 525 67. $eria)t«fa)öffe Steffen«. (Honnef) 525- Digitized by XXXIII 68. ©ie St. Sertattu«--Äaj>ett< bei Honnef 525 69. ©er ©eift t»on fiieberüd 526 70. ©er nä($tlta)e Säger am fieiberge bei fconnef 526 71. 3»ergenra$e. (SRenjenberg bei Sfyeinbreitbaa» 527 72. »ergbauenbe 3»erge. (SUrneberg bei »b^mbreitbad» 527 73. ©er 3Be<$felbalg. (©^merbaa» 527 74. ©at $ölftera)en. (©tielborf) 528 75. »betyeib toon ©elbern. (tßilid) bei SJonn) 528 76. über bat Fegefeuer einer dornte ju Äbeinborf, melctyer ber ^eilige öenebift betgeftanben ift 529 XV. Hüßemetot berßifdje Sagen. 1. ©er ftarfe Bermel 533 2. ilübjeborn 535 3. ©a« Söinterlaub 536 4. ©ie $ergifd)en fßa^en . 537 5. SJon einem ^Jrieftcr, welker, al« er mit einem ®(b>ert bewaffnet jur Äirctye ging, buraj ben Teufel erföredt mürbe 537 6. ©ie $ri*fterfc$laa)t 538 7. @twfenlöa)er 538 XVI. Wottjtroö. 1. ©er Sauer mit berbre^tem Äopfe. (Öfte a. 5Rm)r) 541 2. fßob,er bie Siub> tyren Warnen b/at 511 •3. ©a« eacterfölofe. (Ängermunb) 542 *4. SJerfunfene £>ammeraa)fe. (£iftringb>ufen bei öorlingbaufen) . . . 543 ♦5. ©ie Hiefenfteine im ^ie$bac$tbal. (Hrabwintlerbrücfe) 543 6. ©ie Solinger Älingen .543 *7. ©er roilbc 3äger. (Battenberg bei »orn) 514 *8. ©er ©eift bort Äaltenfcerg bei ©ürfd)eib .... 544 *9. ©aÄ £äarje Jpunb ju ©ürfa)eib 545 ♦13a. *13b. ©ie „falte £anb" bei öerrenftrunben 545-546 ♦13 c. 14. ©e§ Teufel* ©rofemutter. (fcerfenraty) 546 ♦15. ©ie eingemauerte Ztypt. (üertenraty) 54H 16. ©ie roüben fcunbc ju £b>mbaa) 548 17. ©ie roetfee ftrau bon ©ombaa) 549 18. ©ie meifee ftrau bei öerg.=©Iabbaa) 549 *19. ,,.v>alt ben ftunb". (Öinblar) . . 550 *20. ©er n&tyttcbe Weiter auf ber etriefjfcarbt. ("Itialbbröl) 55o Digitized by Google XXXIV •21. %vmttx 3Röd}er toon SRatoenftetn. (Ucferaty) 551 •22. $eje auf ber Äu$. (Uderaty) 551 *23. freje unb Äafcen. (Stettenberg bei Ucferaty) .551 ♦24. 2)er Süggeftein (Säuteftein) bei IWeratb; 552 25. Sie ©ilberfubl bei IWeratb; 552 •26. Spielbanken prop&cjeit. (©eiftingeu) 552 •27. Xobtoorbebeutung. (öanfmüb» ... 552 ♦28. ©rube 3lltglüd bei 6anfmüb> 553 29. 3>e« frebelnben Witter« ©träfe unb Heue, (©iegburg) 553 30. Sttie Hitter beftraft würben, welä)e tyre geinbe in ber Äirc^e tüteten. ) 556 36. SBom Segefeuer be« SRönc^e« G^riftian im 2b>le be« ^eiligen $etru«. (fceifterbaa?) 557 37. SJom Segefeuer be« 3Kön<$e« Söifyelm. (fceifterba$) 557 38. Com 2obe untere« einfältigen SWön($« fiubewig. (fceifterba^) . . 558 39. SJom 2obe unfere« ftettermetfterö Äonrab. (§eifterbatbj 559 40. »on ber ftreigebigfcit be« §aufe« im 2$ale be« Zeitigen $etru«. ($eifterbaä)) 559 41. 2)a« fcot^freuj bei ®obe«berg. (2>ra<$enfel«) 560 42. Der geuermann im Styönborfer 2b>l 561 43. $er fölniföe Jtautyerr. (Styönborfer 2b>C) 561 44. Sie §einje[männ<$en auf ber Söwenburg 561 45. 2)er ©au«bacf öon fceifterbac^ . 561 46. SWeifter Hubert fcod)b>t. (9öab>erfceibe) 562 47. 2>a« in ba« ©iebengebirge Verbannte ©efoenft. (©iebengebirge) . . 563 Digitized by Google I. Die Hu* 1. Tic (vntbctfuitß bcr 3teinfol)lcn. 9iad) fc$riftlic$en Mitteilungen bon 3o&. ». Sroftorff in Srefelb. Ter Sage na* ftnb bie Steinfohlen als Srennftoff im 3abre 1546 burch einen Knaben, ber bie flülje hütete, an ber 9htr)r entbeeft worben. Ter ßnabe jünbete eine« £age3 auf einigen aufgelefenen Steinen ein £ol$feuer an. 9toom Staate unterftüfct unb mit zehnjähriger Steuerfreiheit begabt mürbe. 2 a. Ter £>orfenflein $u Hattingen. tfirmenufc „©ertnanienS Siolferftimtnen" I pag. 366(367. (Sinft wollte ber Teufel ben frommen ßubgeru«, ber burch fein Seten $u SBenigern in ber Capelle allen fieuten jur Seligfeit oerhalf, burch einen gewaltigen Stein, ben er mühfam au« bem 3)corgentanbe herbeigefa)leppt hotte, umbringen. Ta begegnete bem Satan bei Sltenborf ein 3ube, ben er nach bem rechten SBege fragte. Ter 3ube, gewinnfüdjtig unb Cerclagen, machte bem Teufel weife, er fei noch im gelobten Sanbe, worauf ber Teufel twttSngtimm ben Stein jur (Srbe warf unb burch bie Suft entwich- Digitized by Google 2 b. $er Oorfenftem ju Hattingen. SB. ®xml in $id« 2Ronat«f$rift, IV, S. 111. $er Sage nach foll, als bie grofje d)rift(idje Äirche $u Weber* Wengern ^at gebaut werben fallen, ber Teufel mit bem grofeen Stein herangefommen fein, um " bie flirre bamit ju oernichten. ®er Stein würbe ihm aber $u ferner unb entfiel ihm an biefer Stelle. 5)erfelbe tyeifct noch heute im SBolfämunbe ber .'peibenftein. 3. $er Sungfemluf bei 3fenaerß. (Hattingen.) Sed, Scbenöbilber a. b. pv. Steint. <3. 47. 2tuf ber §öhe be3 3fenberg$ ftanb bie ftolje öurg 3fenburg. ®en ©rafen, ber bort wohnte, ärgerte e3, ba& ein §äuälein mitten in feinen 33efifcungen, faft am Jufje be3 3fenbergÄ gelegen, nicht fein (Sigentum war. ©tefeä §au3 geborte oielmehr bem Stift ju (Berresheim unb l>ie6 Der „Sungfernhof". ©ablief gelang e3 bem ©rafen, ben 3ungfernf)of su faufen. 2tU ber ©raf au ßöln hingerietet mar, fam ber Sungfernhof mit bem größten £eil feiner übrigen Sefifcungen an bie ©rafen r-on ber Warf. $)er 9tome Sungfernhof würbe aber in „3fenberg" umgemanbelt, um feine einfüge 3ugef)örigfeit ju bem gleichnamigen Schlofj ju fenn$eidmen. Sluf bem 3f^nberg blieben nur Xrümmer, weil ber neue $errf<$er bort feine öurg wollte unb burä) feinen gelbhauptmann Subolf oon 93önen bie Surg Stauf enftein, ^auptfäd)lia3 au£ bem Material ber alten 3f*n&urgr erbauen lieg. 2luf bem ©ipfel be3 Serge* ftanb bie Jefte 3fenburg. 3m £f)ale ^art an ber sJtuhr hotte ftch bie »abwart gelagert, unb bie alte Nachbarin flaute freunblia) hinauf jum ftoljen 3fenberger; benn gefjbe war ihnen fremb; unb fie freute fich be3 Erwerbs be$ 3ungfernf)ofe$ ihres alten 9tod)barn für ben 3fenberger. Unb auf bem alten Schlöffe Sachwert hauf*e a^c c°le ©efchledjt ber oon SBietinghof. 6in Sprofj biefeä ©efchlechteS ging mit bem befreunbeten (Sblen o. Snberg jum fernen Horben. 2118 fie in mancher gef)be ruhmoott geftritten hatten, fdjlug ben oon Sietinghof bie Winne in 9tiga in Sanben. „3ch will ®ir ju ©efaUen", fpract) er ju feiner lieben £au8= frau, „bei £)ir bleiben unb bie ©ruft meiner Leiter nicht mehr Digitized by Google - 5 — fefjen; bodj will id^ mir bäum bie 9toof unb luftwanbelte öfter« bafjin mit feiner £auSfrau unb ben ftinbern. 5Die 33adjwart fennen wenige mehr, ©traudnoerf bebedft ben alten (Srfer. $odj oerfünbet baS umfangreiche 9Jcauerwerf im 93oben ber SÖeibe ^art am glufc, bafc baS 6iefeS ©e= wölbe }ief)t anfchetnenb jur SRuhr hinab, unb bie ©age erjä^lt, es fei ein unterirbifdjer ©ang, ber einft unter ber Stuhr hin jutn anbern Ufer geführt habe, unb ber in 3*iten ber üRot jum 2öa(fer- holen unb enblidj jur Stuart benufet worben fei. 311« griebrich oon 3fenberg feine Surg buraj bie Äölner ^art bebrangt faf>, floh er burdj biefen ©ang. (Sr benufcte aber bei biefer gludfjt ein Sßfcrb, bem bie §ufeifen oerfehrt untergefchlagen waren. 5. Sie Gefangennahme SrricbrtdjS *nn 3feuberg. griebridj r»on 3fenberg befanb ft roitt $>id) roieber tunabtragen; idj roerbe £>ir aud& tnele SReid&tümer geben, ©enn ®u bad aber nidjt tlmft, fo wirft 2)u entroeber an biefem Orte $unger£ fterben ober burd) einen Sturj in bie £iefe umfommen." $)er ßüfter, ber feine Hoffnung auf (5f)rifrua fefcte, antwortete : „3$ befefmröre $)i$ im Atomen 3*fu ßlnnftt, ba& $)u mtdj nid^t uerlc^eft unb midj ot)ne ©efaf)r meines Körpers auf bie (Srbe nieberläffeft" £a erfjob fid) ber Xeufel roieber mit i^m in bie Suft unb fefcte u)n red)t unfanft auf einem gelbe neben bem $>orfe OerreStyeim nieber. (Sä mar nod) cor XageSanbrud) unb am gefte ber Äir<$roeif)e jenes 2)orfe8. 3n ber Dämmerung famen Seute beä SBegeS, bie mit gacfeln gur feierlichen 2Ratutin gingen. 2113 fte ben SJtonn in groger ©d)roäd)e auf bem 2lder liegen fafcen, Ralfen fie if)m, bafe er roieber $u ftd> fam unb oerrounberten ftd) fefjr, ba er if)nen erjagte, roa3 i^jm jugefio&en roar. 2lm r-ierten Xage nadjfj** fam er roieber na$ §aufe jurüd unb tonnte allen bie Sage ber Drte unb ber ©ebäube, roeldje er nie vorder gefe^en tyatte, fo gut be- fdjreiben, bafj man an feiner (Sntfuljrung burd)au3 nic^t jroeifelte. 8. ein äöirt fe«t riet ©äfte feft. (Sfenberg.) 2lm gufje beS Sfenberg lag früher (oietteic^t aud& nodj) ein ©irt£f)au$, in bem einft mer burftige ©äfte einteerten. ßaum ftonben bie geforberten ©etränfe cor if)nen, fo fefcte fte ber 2öirt feft, bafj fie nid)t ju trinfen Bermod&ten. ©o fct)r fte ftdj abmähten, fie tonnten bie ©läfer nic^t an bie burftigen Sippen bringen. 2UIe3, roaS um fte r-orging, tonnten bie gebannten (Säfte roie fonft btobafyen. ©o fafjen fte jroei Xage lang. $>a fam ein grember tn3 2Birtäfjau3, ber raffelte roie «Silber unb ©olb. 6r liefe fid) »on bem 2Birt ein ©las reiben, ftiefe mit einem ber feltfamen ©äfle an unb lispelte einem Slnbern einige gebeimniäüofle Sorte ju. 2tl$balb roar ber Bann gelöft unb jene tonnten enbltd) ifjren £)urft löfd&en. Digitized by Google 9. $te &tttfteljuita ber Hbtei äöerben. 9to<$ Äu&n, Sagen au« Sßeftfalen ttr. % unb ©ta^ SBeftfalif^e Sagen unb ©efc$ia}ten. $>er Zeitige Subgeru« 309 au« grieSlanb unb fom na$ ©efc falen, roo er juenl ba3 (S^riftentum prebigte. 2(uf feinen 3ü9cu fam er mit mehreren Begleitern aud) an bie 9?uf)r, in bie ©egenb, roo jefct Serben liegt. Slber unburd^- bringlier ©alb bebetfte alles weit unb breit. £rofebem gefiel tym bie ©egenb, unb er fagte, baf? bort noä) einmal eine grofje Stabt entfielen werbe. Serrounbert fragten ifjn feine Segleiter, wie baS gefd&efjen möge. £>a antwortete er: „2Ba8 nidjt ift, fann nodj roerben", unb barum nannte man ben Ort, ber Ijicr entftanb, fpäterfjin ©erben. Seine Segleiter rieten tlmt oon feinem Sorfjaben, Ijier ein ßlofter ju grünben, ab. £>oa) ber ©eilige roanbte ftdj in brünftigem ©ebet an ©ott unb flehte, er möge einen rotlben Sturm fenben. ©ein ©ebet fanb (Störung. 3" ber 9todjt rife ber Sturm eine grofje Slö&e in ben Söalb, f)ittretdjenb für bie 2luffül)rung eine« ÄlofterS, 51t beffen Sau auf biefe ©eife aud) gletd) baS nötige Sau^olj oorfjanben roar. 10. Sit Gebeine be8 ^eiligen öubgeruS. ©erben. $tng8mann, Der ^eilige fiubgeruS, <3. 174. 3lm 26. 3Rär$ be* 3af)re3 809 ftarb Sifc&of SubgeruS oon SRünfter im ®orfe Sitterberf. $on f)ier würbe fein Seidjnam, oon jroei Ockfen gebogen, nad) fünfter gebraut unb bort begraben. Allein bort tonnte fein Seib nidjt oerroefen, unb jeben SRorgen fanb matt ben Sarg oben auf bem ©rabe; unb eine Stimme rief aus bem 3nnern beäfelben: „£ier roitt id) nidjt begraben fein." 92un erinnerte man ftd^ ber ©eifung, meldte ber ©eilige ju feinen ßebjeiten gegeben, feinen Sarg oon jroei Dorfen jie^en gu laffen, unb ir)n bort $u begraben, roo biefe raften roürben. 9ttan grub barum ben ßetdjnam au«, legte iljn roieber in ben Sarg unb fteHte biefen auf einen ©agen. Sor benfelben fpannte man jroei D$fen unb liefe fie rufjig jieljen. ®ie Dorfen festen ftä) in öe* roegung. 2lm 9Ibenbe beS erften XageS rourbe 9toft in £übtngf)aufen gemalt. $a erf langen bie ©loäen oon felbft, als bie ßeidje in bem Drte aitfant. 2lm anbern 9Worgen 30g man roeiter nad& ©erben. Digitized by Google - 9 - ejeiung beS ©eiligen ift aber eingetroffen unb Sterben eine bebeutenbe ©tabt geworben. ^oettfä bearbeitet üon SBolfg. SRüHer, «Rieberr&etnifäer ®ef$i$t«fmmb, 1882, 9fr. 3. 11. $er ^eilige ©ueberuS. (Serben.) b. Steinen, «Beftfätifc^e ©efätyte I, 69/70. (Sinft Ratten ftd) in ©oeft oiele oornefjme SBeftfalen $u einem großen geftmaf)l üerfammelt. £)a begab fid) ber ^eilige ©ueberud ju ü)nen. 2118 nun jene oon ber Madfjt tf)rer ©ötter unb ber Df)nma<$t ©fjrifH fprad)en, ba trat ©ueberuS auf, rühmte ben lebenbigen ©Ott unb erjagte Diel oon ben SBunbern, bie (£f)rifru$ burd) be£ ^eiligen ©uitbertuS SBerbienjt getfjan f)abe. ®a merften bie ©eiben, bafe ©ueberuS ein (£(jrift fei. ©ie ergrimmten feljr, griffen ifm unb peinigten if)n auf alle 2lrt unb 2Beife. ßnblidj rijfen fte tfmt bie 3unge aus unb fliegen ilm InnauS. Dotter greube über bie geübte 9tod>e festen ftc nun $um ©d&maufe jurüdf. 3Tber alle ©peifen oerroanbelten fidg in ©tein unb fämttid) rourben fte ifjreS 2lugenliä)te& beraubt. $)a erfannten fte mit tiefem ©dnnerj ifyr Unred)t gegen <£§rtftu3 unb feinen Liener ©ueberuS. ©ie liegen jtdj ju bem (entern führen unb baten ifm fler)enttidr) um $erjeif)ung. ©erne oerjief) ber fromme Mann unb verwieg i^nen au$, if>nen it)r Slugenli^t roieber $u oerfdfjaffen, roenn fle mit iljm nadj SBerben jum ©rabe beS ^eiligen SubgeruS pilgern würben. Staju roaren alle mit greuben bereit, unb fogleid) rourbe bie SBanberung angetreten. Äaum roar bie ©<$ar in ©erben angekommen, als äße auf bie innige gürbitte ©ueberuS* jum ^eiligen ©uitbertuä geseilt rourben. 5)er fromme Mann aber empfing feine 3un9c roieber. 3nfolge btefeS (SreigniffeS liegen ftdj mele ©eiben gu ©oeft unb in ber Umgegenb taufen. Digitized by Google - 10 - 12. $etUgtnf)au3. öenber, Hartenberg, 6. 5/6. SBenn ber fjeilige ©uitbertuS oon Kaiferäroertf) Ijer fam, um ins Sergifcbe ßanb ju $ief>en, bann naf)m er feinen 2Beg über SHatingen, £etligenbau$ unb Velbert. $)er Ort, roeläjer nun §eilgen= fjau« genannt wirb, führte barum juerft ben tarnen §etligenroeg. 13. $er Kattenturm iei Söerben. 9Rünbli<$. 3roif$en ben ©labten Serben unb Kettnrig, unweit be3 alten Sflittcrfi^eÄ Defte, liegt fjart am Ufer ber 9luf)r ber Kattenturm, ber lefcte 9teft ber alten Kattens ober Kettelburg. $ort foll Otto ber ©ro&e ober Dtto III. geboren roorben fein. 14. »eftrafte ©eifter bei Kettwig. l'etbtng, Sagen unb 5Wära)en be8 ©ergifäen £anbe«, 45. Sei Kettwig liegen bie Xrümmer eine3 ©ajloffeS btdr)t an ber $Rut)r, bie man noä) l)eute fct)en fann; bort muffen in ben unterirbifdf)en ©emölben bie ®eifter ber früheren Seftfcer umgeben, weil fie ben ©Ziffern auf ber ftubr in ©efafjr nia)t beigeftanben baben. 15. Som reiben unb tont armen SauerSmann su Kettwig. Setbing, Sagen unb SHärajen be3 99ergifäen Sanbe«, 70. 3u Kettwig woljnten $wei Sauern nebencinanber; ber eine fjatte ein ©djaf, ber anbere jwölf. $er arme Sauer trieb juweilen fein £ier auf baS Selb be$ reiferen 9taä)barn. &a brofjte ifmt biefer eines £age£, ba$ ©äjaf §u erf plagen, wenn er eä nod> einmal auf feinem Soben erblicfen würbe. 2lm nädjften Sftorgen weibete baö eine ©a)af wieber bei ben $wölfen, unb ber reiä)e Sauer erfäjlug e3 wirflidj. 2>a gog ber arme bem Xiere baS gell ab, f)ängte baSfelbe um feine ©cfmltern unb ging bamit in ben SBalb. §ier fafeen etliche Räuber, bie eben ir)re Seute teilten. Sei feinem Slnblicf entflogen fie unb liefeen iljre ©c&äfce $urüa fielen bie aurücttehrenben Zauber über ihn l»er unb fdjlugen ben habgierigen SJtonn jämmerlich au fchanben. 16. Älafier Saarn. vXn^ bem SJolWmunb na<$ einer fc^riftlic^en Mitteilung &on i'e^rer St $ec! in Xngermunb. 3n ben alten Älofterruinen ^u Saarn ruft jur Stunbe ber Mitternacht ber 2Cbt bie Tonnen jur geicr be* Ootte*bie«fted $u: fammen. Stenn roanfen bie Tonnen paarroetfe burd) ben langen Äreujgang h^an; bleidt) unb ftngenb fcfmmnfen fte einher, bem Bltare &u. «Dann entjünbet ftch über bemfel6en plöfcltch ein lichter Schein. £>urch bie ftnfiern, fdjtoeigenben ©änge naf)t nun eine 3ung= frau, welche ber 2Belt entfloh, um ihre Unfdjulb $u retten. Sie tritt her$u' nah* lichten fallen, tatet $ur Grbe unb fleht um ©nabe unb rettenbeS (Srbarmen. $)ann jeigt fleh ein ^riefter am Elitär; ber 9tochtflurm fchroeigt unb StotenfttHe lagert über bem weiten 9toume. Sang roallt be8 ^riejter« Silberhaar auf fein Sid)tgetüanb tyxab. ©eiftermufif erfchaöt unb fegnenb erhebt ber ©reis feine $anb, ^rieben auf bie fromme Schar h^rabflehenb. 9hm erheben ftch bie öeter unb roanbern ftumm burch ben flreujgang jurücl in ihre ©räber. 2luch bie Jungfrau folgt bem ©eifterjug, um ebenfalls auf bem griebhofe in ihrem ©rabe ju oerfchtoinben. So hat auch ihr §erj gefunben, toaS eä begehrte: befeligenben grieben. 17. $ie §olben }u JöufchmannShof bei SReiberidj. vÄl Kaufmann in ben Standen be« $iftorifc$en Sßeretn« für ben Siieberrtyein 41, 4—6. Do vrageden Amt (2trnolb Sufcmann ober 33ufd)mann, ber ftch mit bem ©eitfe feines Vorfahren unterhält), waer is dyn nycht ghebleven die so plach te wigelen. Die geest antworden : .,si is noch in pynen ende si weet wael dat si te Gade comen sal. Ende si meynden dattet geen wigelye en hod gewest, ende si plach rechte biecht te doen ende wysden den pastoer dat hi oer volof gaf te wigelen; mer dat wart alte zeer an oer gepinicht. Ende die boese geesten, die daer heitte witte Digitized by Google - 12 - vrouwen of heilige holden, die quamen tot oer ende seiden oer dat si die heilige holden weren, die onder der eerden wonden ende oec onder crusen busschen, ende noemden oer der stede veel in der luden hof. daer sy woenden, ende seiden oer dat si di lüde warnen solde dat si oer stede reyn hielden, soe solt on wael gaen on oere neringen. Ende si dede dat den luden condt, ende wie dan des gelovet ende daer volboert toe gevet. dar crigen si dan macht over. Als on dan die eer niet en geschieden, soe deden si dan den luden schade an oere neringe ende an oeren kinderen. Soe gingen dan die lüde na der wigelien ende vrageden, woe dattet daer om were? oer neringe wort te sanien toe niet. of oeren kinderen weer dit of dat geschiet. Doe sprac die wigelersche: ic wil sien hoe dattet daer mede is. Soe quamen dan die boese geesten totter wigelerschen ende sprahen: ons en wort geen eer gedaen. oer kinderen hebbe ons woninge onreyn gemact. Sy solden des donredages vroe te bede gaen ende maken dat schoen omden heert ende bercyden die tavelen mit schoenre spison, dat wi eten, dan solde on wael gaen in allen saken. Ende dat dede die wigelersche dan den luden condt, ende als die lüde dan dat deden, so lieten sie van oere pynen ende soe kregen die boese geesten die lüde in oer gewalt, die sie mit anderen saken niet crigen en conden; ende alle die lüde, die gaen nader wigelien of doen wigelie, die gaen uitter beschermenisse Gads in dat gewalt der boeser geesten; ende welke pastoer die lett geschien wigelie in synem kerspel, die is vec in dem staet, of hy et weet. Doe vrageden Arnt, wat geesten syn die heilige holden, synt (si) oec duuele? Die geest antworden. dat syn al verstoeten geesten ende syn een deel uit Lucifers choer ende des syn si oec te constiger woender te doen. Digitized by Google IL £>er XVtlbad?. L Xcr Sreif^ül ouf §oratf). 3Rünbli$. 2luf §oratl; roobnte einft ber reidje £egemann3 Sa&. @r hatte einen ftned)t, ^enrif, roeldjei ben ganzen Xag burdj gelb unb 2Balb umberfdjlenberte. SBolIte aber fein £err einen §afen ^aben, bann rief er £enrt in ber ^ät)e einer 9)iüf)le bei £oratb regelmäßig ein ©eift in ber ©eftalt eineä 9Jtonned. $ie ©eftalt ijt in fdjneeroeifee ©eroänber gebullt; auf bem ßopfe trägt fie einen breifantigen $ut. föubig fdjreitet fte morgen« um C Ubr ba^in, einem naben 6iepen ju, in roeldjem ftd) eine Duelle beftnbet. 3" biefem üueU oerfdfjroinbet ber ©eift. Digitized by Google - 16 - 3 Sdjmaracr $unb bcroaojt einen «ajafj. (^oratt).^ MünMd}. @ine8 SlbenbS, es roar mittlerweile Vall Uf>r geworben, ging ei« 9Jtonn, ber eine ßiepe auf bem Stücfen trug, in ber 9täf>e oon 2Bottbru$ bei §oratf> an einer £ecfe vorbei. Da gewährte er einen großen, fdjroarjen £unb, roclcr)cr rutjig an ber ftecfe lag. Slud) anbere fieute (jaben ben $unb an jener Stelle liegen fernen. ®r fott einen großen ©d)afc, ber bort »ergraben liegt, bemalen. 4. Der ftettenmann im ffattenbrua). (Dönberg.) 9Rünbü($. 3n bem heiler Äattenbru<$ im Dönberg fte^t etroaS feitab ein £äu£djen, toeld^ed unten jroei nebeneinanberliegenbe Signier tjat. 2luf bem Speiser pflegen bie pd)ter beä £äuSd&en3 für ibre 3iegen tyr §eu unb ©trob aufeuberoabren; unb oft roar berfelbe ganj angefüllt bamit. Sange Qafyre, faft aHnäc^tlid), jroifdjen jroölf unb eins Nörten nun bie Serooljner auf jenem Speicher ein ©eräufd), roie ed ber fcfylürfenbe Xritt eine* SDtonneS beroorjubringen pflegt. Da$u oernatym man bad ©eraffel oon Letten, als roürben folcr)e auf bem SBoben nad)gefd)leift. Dann founte man beuttid) oerfolgen, roie ber ©puf bie treppe fnnunterfd&ritt unb im ßeller oerfdjroanb. 3m Äeller be3 §aufe£ foll efjemalS ein Brunnen geroefen fein, in bem ein früherer Sejifeer be$ £aufe3, ein Sauer, fein eigene« ßinb ertränfte. @r ftarb, olme ein Sefeuntniä feiner ©djulb abgelegt ju baben, unb mu& barum jur ©träfe allnädjttid) umgeben. Um au erproben, ob aud) feine Xäufdjung oorliege, baben bie fpäteren Seroolmer unjäfjltgemale ein ©efäfe mit ßartoffelfcbalen auf bie treppe gebellt. 2lber jebeSmal roar baSfelbe am nädtfen Sflorgen bie treppe r)inabgeftür3t unb ber Sn^alt umtjergeftreut. 3lm Älattenbrud) fonnten aucf) bie ßof)lentreiber nie oorbei- fommen, ba bort mele ©efpenfter \\)v Sßefen trieben. 5. Der $obe§lampf in ber 8uft. (Äattenbrua) im Dönberg.) 3n bem 2Iugenbltcfe, roo jemanb oerfa^eibet, finbet ein Äampf jroifajen bem ©Uten uno bem Söfen, sroifdjen ©Ott unb bem Teufel, jrotfd&en bem Sia)t unb ber gtnfterniä jtott. Diefer ©tauben (jerrfät namentlich nod) im Dönberg unb fjat fid) oielfadj $u ©agen oerbidjtet. Digitized by Google — 17 — (£mft lag ein ©reis gu äattenbrud) im Dönberg auf feinem Sterbelager. 2tl8 er ba8 (Snbe naben füfjlte, fanbte er feinen erroadjfenen So^n eiligft ju einem reformierten ©eifilidjen nad) ©Iberfelb. $er ©eijHia> mar fofort bereit, bem Sterbenben bie xröfiungen ber d^rifltic^en Äira)e ju gewähren, unb begab fid) mit bem 93urföen auf ben SBeg. 2Uä fie na^e $um §aufe gefommen waren, blieb ber junge 9Jtonn plöfcltd) fte^en unb ftarrte einige 3eit fprad&lo$ in bie Suft. 2luf bie grage be3 Pfarrers, roaä er bort fefo erroiberte er, baß er bort einen Äampf, ein gewaltiges fingen ätoifdjen unbefdjreibbaren SBefen gefeljen babe. $er Pfarrer teilte nun bem jungen 2Jtonne mit, baß jebeSmal beim Sterben be$ SWenfdben ein ftampf ftattjtnbe. 2lla fie einige Minuten fpäter ins £au3 traten, fyattt ber 2Ute auägefämpft. Sein £ob mar in bemfelben Slugenblide eingetreten, als fein Sofjn ben Äampf in ber Suft beobachtete. 6. 2>er Teufel trägt eine« Äartettfoieler &etm. (Tönberg.) 3Rünbttc$. 2lm 93ergmann3b früher ein SBirt^bauÄ, too monomer junge unb alte SJtonn feinen legten Wrofajcn oertranf unb Derfpielte. 3U ben regelmäßigen ©äften biefed 2öirtä= f)aufe3 gehörte audf) ein junger 3Rann, ber bem Äartenfpiel fo leibenfdjaftlid) ergeben mar, baß er alles anbere außer adjt ließ. (SineS 2lbenb3 fpät ging er fdbroer betrunfen nad) §aufe. Seinen legten geller ^atte er roteber im Spiel oerloren. $a be= gegnete if>m ein grember, roelcfyer ifm fragte, ob er nodj oft bem felben SBeg ju manbeln gebenfe. $>iefe aufbringlidje grage reijte ben obnebin erbitterten SJtonn nodj me^r, unb barfd) rief w barum bem Unbefannten $u: „SBaS gebt®icb ba$ an; fümmereXig um £eine Angelegenheiten ! " $er grembling erbot ftcr) nun, ben Sa)roanfenben heimzutragen, machte aüdj fofort feine SBorte $ur Zfyat unb trug ben faum SSMberftrebenben bis oor fein £auä, roo er ifm $iemlid) unfanft jur (Srbe roarf. SÖillenlos, oon Sdjrecf erflarrt, ließ jener aUe£ mit fid) gefcbeben. 211$ er oon bem be= täubenben gall ermatte, eilte er in feine SBoljnung. 216er fdjon na<^ fed)ä 2Soc$en roar er eine Seiche. ®er Sdjrecf hatte i^n lang; fam getötet. 2 Digitized by Google - 18 — 7. Xer teufet auf allen Bieren. (Sönberg.) (Sin 2Jiann tag fterbenSfranf. ©in frommer 9tod)bar befugte ttyn, erfannte bic ©cfatjr unb bat ibn, feine ©eele $u retten burd) eifriges ©ebet. Ser ßranfe ermtberte: „3$ tonn »"d&t beten, benn bort uor bem Sette tiegt ein großer, fdjwarjer 9ttann unb brot)t mir, wenn td) nur bie $änbe falte, entfe&ttd)!" Sa ergriff ber 33efutt)er bie £anb beä ßranfen unb forberte ibn auf, nun $u beten. Sa oermod)te er es. Sil« il)n jener uad; einiger &it fragte, ob eS beffer gebe, antwortete er: „3a, ber febroarje 9Rann friert immer weiter jurüd. 23alb ift er an ber Xf)üre, unb bann babe ia) 9tu^c." 8. Sag Sd)raicbcf)en Don ©telcfelb. (Dönberg.) (Sin Sdjmieb mar fo arm, baj? er nid)tS ju leben t)atte. ^m grübjabr mar baS 5torn bereits berangewaebfen, als baS <5djmiebd;en oon 23ielefelb einft grünes ßorn aboflürfte, um bamit feinen junger ju füllen. Sa fam ein $err uorbei unb fragte unfern ©djmteb, was er ba madje. Ser ©ajmieb ermtberte: „3$ pflüde Äorn ab/' Sa fagte ber §err, wenn er if)m in einigen 3abren gehören wollte, fo foHe er fortab feinen Langel leiben, fonbern in feinem §aufe unb in ber ©dmiiebe aßeS ooHauf ^aben. ©r müffe fid) aber fdjriftlidj verpflichten. 9todj einigem 3ögern unterfebrieb ber ©dmueb ben vorgelegten 5lontraft. 211S er nun nad) $aufe fam, fagte er ju feiner grau: „grau, gebe in ben fletter unb t)olc Sein unb Sd)infen berauf/' Sie grau glaubte, it>r 9Rann fei verrürft geworben unb entgegnete: „Su bift toll; wir baben ja nid&tä im Äeller!" Ser 3Wann blieb bei feiner 9tebe, unb enblid) bequemte ftd) bie grau baju, in ben Äetler $u geben. Sa fanb fie wirflidj alles, was bas £erj nur wünfdjen fonnte. 2lm nädjften borgen ging ber ©cbmieb §u feiner SerffteUe. Sa fanb er einige ©efeüen, meldte lüftig brauf loSbämmerten. 3n furjer 3^it würbe unfer Sdjmieb nun fct>r reid). (Snblid) aber lief bie mit bem Teufel vereinbarte &\t ab, unb btefer fanbte feinen Sebrling, ben miebe fam, fuf)r er ben SRetfter an: „5Ba3 mad£>ft bu für bumme ©treibe! 5Du erinnern bidj boa) unferS Vertrage«? £u mufjt mit! $eine &eit ift ab- gelaufen!" ®er ©djmieb mar eben befd)äfttgt, einen grojjen 2Bagen= reif glüjenb $u madjen. ^piöfclid) rifj er ben SRing aus bem geuer unb warf ibn bem Teufel um ben $al8, melier nidjtä ©effereä $u tf)un raupte, als bamit jur §5He ju laufen. ©nblid) mürbe ber ©df)tnteb beä äebenä bodj überbrüfftg. Slber toof)in fodte er gefjen? 9)ltt bem Teufel t)atte er es grünblid) oerborben. aifo mu&te er e3 oerfud)en, im Gimmel anjufommen. €r machte ftdj auf ben SBeg. 3Ud aber ^etruä bie £immel3pforte öffnete unb ben ©cfjmieb erblttfte, wollte er fd^nett bie Sßfortc wteber fd&liefcen. aber ber ©d)tnieb warf fein ©djurafeH burdj ben ©palt unb fprang mit einem fül)nen ©afce auf badfelbe. 9hm fa& er auf feinem Eigentum, unb ^etruä mußte ifm wof)l ober übel im Gimmel bulben. 9. ftalb unb Äafcen. (Xönberg.) 9RünbJicQ @ine alte grau ^atte jwei Xöcfcter. 3roei Surften aus ber ©egenb freiten an ben -JJJäbdjen unb befugten fie redjt fleißig, als fie einft wieber ben SBeg jum §aufe ber ©eltebten eingefdjlagen Ratten unb an ben ©affranSfnapp (einen 33ufdj) gefommen waren, fa^en fte in einem ßoa> ein flalb liegen. ®a3 bünfte if)nen feltfam. Äurj entfd&loffen griffen fte naa) if>ren berben ©tötfen unb fd&lugen nad) bem £iere, olme bafj biefeS ein 2ebens$eidjen oon ftd) gab. aber trofcbem lebte eä, benn ruf)ig, alä märe ntdjts gefd)ef>en, fäute e$ toieber, was bie Surften beutlid) wafjrjunefjmen oer= Digitized by Google - 20 — modjten. 9hm rourbe eä ifmen unf)eimlid) unb fdjleunigfi juxten fle baö SBeite. 2Ü£ fie eine furje ©trerfe SBegeS jurücfgelegt Ratten, gewahrten fie eine große &njal)l fdjroarjer flafeen in bem 93ufd>e, mela^e mit lautem ®efd)rei umherliefen, ohne baß ihnen eine $u nahe tarn; bod) mußten fie wegen ber Unmaffe ber Xiere nidjt oormärtS §u fommen, unb nur burd) fortroährenbeS 6d)lagen bahnten fie ftd^ einen SBeg. 10. $er #ertntattj auf bem ftreusweg. (Dönberg.) SMünblic^. (Sineä SlbenbS ging ein SRann feiner einfamen 2Bofmung im Dönberg §u. 6$ mar fpät geworben, unb grabe al$ e3 bitter* naa)t com Kirchturm fd)lug, ftanb er auf einem ftreujroeg. fat) er eine große Hnja^I oon £e£en tanjen unb fpielen. ci Surfen au« bem ©önberg gingen an einem (Sonntag borgen $ur Äirche nach fiangenberg. ®a« pflegten fte häufig ju tfmn, unb gewöhnlich nahmen fte ihren löeg bura) ben §of „am Stein", £ort bienten jwei SRägbe, welche ilmen befreunbet waren, unb welche fie häufig befugten. 211« fte nun bureb ben $of fchritten, rief bie eine 3Jlagb ihrem Schafe ein freunbltche« „©uten borgen, s$eter" $u; unb bie anbete rief froren 9Rute«: „©uten borgen, ©tlbelm!" $>a« traten fte aber, um bie SWänner für ben SCbenb jum 33efudf> einjulaben. 9tolof#erm unb bat um Arbeit. „3a", fagte ber oor ben Ofen. 9tod> furjer %t\t fam eine jroeite tfafce herein, „©uten Slbenb!" rief fic. „Wtfechen, roärme bid)!" fprad) ber öurfche. Unb fte fefcte ftch ju ber anberu flafce. $as gefdjah noch jum britten unb oiertenmal. (SnMia) fafeen bie oier Äafeen mit glühenbeu 3lugen oor bem Ofen unb binter bemfelben ber Wüllen burföe. £)a fprach bie julcfet gefommene £a$e, welche gröfeer roar als bie übrigen: „©reif an, greif an, greif an!" Sofort ergriff ber Wüllerfnappe feinen Schöpflöffel unb fd)üttctc ba3 ftebenbe Cl über bie ßafcen, fo bafj fte mit entfe&lidjent ©efcfjrei entflohen. 2lm nächften borgen fefcte ber SJurfdje in aller grübe bie Wühle in 33eroegung. Singenb unb pfeifenb ging er feinem ©e^ fdjäfte nach- 911$ einige Stunben fpätcr ber bitter erwachte, backte er: „Salt, bn roiaft bod) einmal fefjen, roa* in ber Wühle (o« ift!" Digitized by Google — 23 — ©efagt, gettyan. 6r eilte jur OTü^te f)inab unb rief bem fingenben 3JtülIer= burfd&en $u: „GJuten borgen, Mütter!" „©uten borgen, erentanj im Söalbe. (Dönberg.) 2Rünbli($. ©in junger Surfte wollte eine« StbenbS nadfj §aufe gefjen. Sein 2Beg führte bura) einen SBalb. 2IU er ein ©tütf in benfelben hineingegangen mar, gewahrte er — e$ mar grabe 9Jtttternarf)t geworben — feinen alten Cfmt. 2lber ber Df)m mar ntd&t allein. SSiele sJJ?enfd)en waren bort oerfammelt unb tankten unb fprangen. 3Inbere ftanben etwas feitwartS unb fpielten. einige mufijierten auf §ol$fd)uf)en. SSiber feinen ^Bitten würbe ber fpäte 2lnfömm= ling in ben tollen SBirbel mit f)ineingejogen. 15. $er tote £ertnmeifter. (Dönberg.) aRünblicfr. ein alter £erenmeifter ftarb. 211« ber Tote auf bem 3d?oof (öunb ©trof)) ftanb, fal) man fortwäf)renb ein graues Tier, äf)nli$ einer ftafce, auf bem Seid&nam fifcen unb 'Bad&e galten, ©o oft man oerfud^te, baS Tier $u oerjagen — alles war oergeblia). Sin 2td)t, baS man neben ben Toten fefcte, würbe immer roieber auS= gelöst. Digitized by Google — 24 — 16. £er Wann an jwei Orten. (Dönberg.) @in armer SJtonn au£ bem Dönberg ^atte fid& eine fördere ©efängnisftrafe $uge$ogen. @ine3 £age3 mochte er ftd) auf ben 2Beg, um biefelbe abjubüfien. 2lm Slbenb beweiben £age3 gingen feine Angehörigen ju geroof>nter 3cit au 93ett. 2U3 nun bie er* madrfene £oä)ter am nädjtften borgen erroad&te, er^ob ftc fiä) fofort, um ben Äaffee $u bereiten. 9iadjbem ftc benfelben fertig tyatte, begab fie fid) ju itjrer SRutter in3 ©d)laf$immer, um tf>r eine Xajfe $u bringen. £)a gewährte jie ben SSater beutlid) im Sett. 9Sor (Sr* ftaunen fdjrie fie taut auf unb mar erft nadf) längerem 3""ben fettend ber Butter imftanbe, oon bem ©ef ebenen 9Jfitteilung $u matten. 9lber bie Butter fdjalt baä Wäbäjen eine Lügnerin unb fdffitfte e3 fort. @l)e biefeS fidj $um ©ef)en manbte, tuarf fte nodj einen 23li foroeit erholt fjatte, bafe er ge^en formte, machte er fidtj auf ben £eimroeg. 5lber erft nadj fieben Sauren langte er in ber §eimat an. 20. DaS graue Xter am äfcaa). (Dönberg.) 2Rünbli<#. Gin geroiffer Slbrr). 5Jt. fam einft tief in ber 9tod)t nadj Untere §agenotf)&eidje bei ^ort erblicfte er plöfclid) ein unljeimlidjeS graues Dier, roeldjeS ir)m ju Seibe rücfte. @r fafete feinen berben ©toef feiler unb fdjlug mehrmals mit Doller 2Bud)t barnaa), fobafc ber 6tocf balb jerbrad). ©o heftig mar ber #ampf mit bem Un= getüm, bajj fta) ber 3Wann balb wie in ©dnoeife gebabet füllte. Da merfte er plöfclid) eine fdjroere Saft auf bem iftücfen, roeldje er oergeblidj abjufdnitteln fudjte; er mufjte fie roof)l ober übel bis jum „fetten 33erge" tragen. Dort füllte er fid) plöfclitt) r»on if)r befreit. 21. 3$toar)e ftafee wirb burdj Silagen groger. (Tönberg.) 2)iünblic$. 3n ber 3Zät)e oon 6d)tnüreS, am 9?anbe eines gelbes, gingen einfi in ber 9tad)t mehrere ^Jerfonen tyeimroärtS. SBoran ging eine ältere grau mit tyrem Steffen. 3u einiger Entfernung folgte it)r 9»ann. 35a bleibt ber Stoffe plöfelid) flehen unb ruft laut: „Df>m, Dt)m, fomm fdmeH!" SRafd) eilt ber 2Hann auf biefeS ftilfegefdjrei herbei unb geroafjrt eine grofte tfafce mitten im 2Bege mit uul)eim= lid) grojjen, glüfjenben Slugen. Äaum l)at ber 9Jtonn baS £ier erblitft, als er ausruft: „Did) foU baS Donnerwetter fliegen!", feinen roudjtigen ©tod ergreift unb einen t)eftigen Sd)lag naa> bem Diere füljrt. DiefeS fpringt einen ©djritt jur Seite unb nürb jufeljenbs gröfcer, bis es bie ©rbfee eines halbes erreidjt t)at. Dabei glüfjen feine Sugen immer eutfetjlidjer. 9Jun roirb eS aua> bem sJlanne unfycimlid). Wit feinen Begleitern begiebt er ftd) eiligfl auf bie glua)t. 23on bem Dter fer)eu fie aber feine ©pur meljr. 22. Die Stuft Sit 8djei>er§. (Dönberg.) Wünblidv @in ©djloffer aus bem Dönberg, ber burd) feine große ftörper= fraft, aber aud) burd) feinen roilben ftörrif d)en Sinn weit unb Digitized by Google — 27 — breit befannt war, lieferte einft feine ©d)lofTerarbeiten nad) Velbert an ben gabrifanten ab. (Srft ju oorgerücfter ©tunbe madjte er fid) auf ben §eimweg; jufi jur Mitternacht tarn er auf ben ipof ©djjeperä. £)a far) er eine grofee bunte ßuf) wilb umberftürmen. „61", baa)te er, „bie r)at ber Sauer", ber ifmt befannt war, „braufeen gelaffen; bu roiaft fie tym bod& in ben ©tall bringen/' ®em ©e= banfen liefe er bie tyat auf bem gu&e folgen. @r ergreift feinen frummen ftragfiorf unb fud&t bas £ier burd& ©djläge bem ©tatte auftreiben. aber beim erfien ©d)lage ergebt fta) ba8 geregte £ier, legt ein Sorberbein auf feine redete unb baS anbere auf feine tinfe ©djjulter unb er fiefjt fia) gezwungen, ba$ Xier nad) bem Stalle ju tragen, flaum im ©tatte angelangt, roar bie Auf) urplöfclid) oerfd&wunben. 23. $ie fiebcn fcftgeje^en »länner. (Dönberg.) lebte einft im Dönberg ein Sauer, ben feine 9iad;barn fortroäfjrenb befahlen. „£alt", benft er einft, „idj werbe fie bod) faffen." ©ine» 2lbenb£ oerläfjt er fein §au8, fagt aber oorber $u feiner grau: „grau, £>u wirft biefen 2Ibenb Öäfie befommen; alleä, was fie r»on £)ir wünfd&en, gieb ifynen." ®ann ging ber Sauer. ßurj barnad) treten fieben Männer in* £auä, weldje iljre ®e= fidler gefdnoärjt hatten. ®ie grau nötigte fie, in bie ©tube $u treten. Salb fafjen bie fieben um ben £ifd> tyxum unb münfd)ten balb biefeä, balb jenes. £>ie grau fam allen 2Bünf$en entgegen unb überbot fid) in Stebenäwürbigfeiten gegen il)re ©äfie. 3ule§t uer- langten biefe alles ©elb, waä fie im £aufe r)abc. 2113 fie aud) biefeS erhalten Ratten, festen fie ftd& wieber ju £ifd£) unb fingen an, ben aufgetragenen ©peifen alle Gljre anjut^un. (Sben waren fte im beften 3"9«/ als ber Sauer erfa)ien, fein ©prüdjlein jjerfagte unb alle fieben Sermummte feftbannte. 9hm waren fie madjtloS in ber §anb beS Sauern. tiefer befal)l, ihnen bie gefdjroär$ten ©eftchter ju wafdjen. Slber o ©djreden! e3 fteHte ftd) fyexauZ, baft e3 feine leiblichen ©dfnoäger waren. 3Jlit einer orbentUdjeu Tracht Brägel würben fie enttaffen, unb wagten fortan nict)t mebr, ben Sauer ju befterjten ober fonft ju fcr)äbigen. Digitized by Google 28 - 24. $er ftreifdjüfc im Himberg. 3ttünb(ic$. 2lm Sangenfamp im ©önberg wofjnte einft ein SBebergefelle, reeller alles madjen tonnte, was er wollte. tiefer SBebergefeUe foll 311 tiefem 3«)C(fc eine« Borgens vor Sonnenaufgang in ben Söalb gegangen [ein. 2lls bie Sonne nun aufging, naf)tn er feine S3üa)fe unb sielte auf bie erften ©trafen berfelben. 5Da fiel if)tn ein Blutstropfen auf bie #anb (beim er f)atte ftdj bamit von ©ott loSgefagt); feit biefem Sage tonnte er aUeS madjen, read er wollte. 25. $ie munberboreit (Her. (Dönberg.) SRünblty. ©in £)önberger £efenmeifter war im gewöfmlid)en fieben nic^td meljr unb nichts weniger als ein verfoffener Ufjrmadjer. (Sinft weilte er in ber SBirtfdjaft am 3bad) im Dönberg unb er erffärte, er wolle einmal einen Sd)er$ madjen. $8on bem 2Birt ließ er fid) nun vier ®ier geben, unb oier ber anroefeuben Männer mußten ftdj in bie oier Scfen ber s2Birtvftube fefcen, unb jeber mufete eins ber ©ier unter feine SJhifee legen. $n bie 9)titte ber Stube legte ber 2)ieifter feinen £ut. S5ann murmelte er feine Sprüdje unb fofort famen aus ben (Scfen ber Stube gelbe £üf)ner gelaufen, weldje fidj unter feinen §ute verfroäjen. 2lls auf feine 3lufforberung bie Männer ifn*e ÜHüfcen auftoben, fanb ein jeber fein @i uod) oor. £er SBirt oerjiditete aber auf bereu SHücfgabe. 26. $aS aHaulfdjlofj. (Dönberg ) 3)lünbltc§. 3n SRevigeS woljnte oor langer &it ein 3"be, ber allgemein als Spafemadjer befannt mar; barum nmrbe er QubsSpafcmadjer genannt. 3"D -' Spafemadjer unterhielt oielen Söcrfct)r mit ben ßl)riften. ©ef)r gern weilte er in ber SBirtfdjaft am 3bad). 2Us er wieber einmal bort fafi, fet>rtc audj ein ^oftbote mit feiner Äiepe bort ein, weldjer nad> Langenberg wollte. (SS war ein rof)er, rot* paariger Surfte, ber allerorten baS gro&e siL*ort füfjrte unb barum in ber ganjen ©egenb ftorf mißliebig war. $or allen fingen jeidjnete er ftdj beim ßartenfpiel burdj fein :3Jtoulf)elbentum aus. 3ln jenem £age übertraj er fict) felbft burdj feine vorlauten 9teben. Digitized by Google — 29 — $to bemerfte ein Sktuer bem 3ubsSpafemacber: „Sdjltefee bem ©rofemaul bodj einmal ben 3Runb!" ßaum fjatte ber Sauer bieS gefprodjen, als ber 93ote ein grofeeS 93orf)ängefdjlo6 t>or bem SRunbe trug, ©benfo geffeimmSooH roie baS Sdjlojj gefommen roar, fo r»er= irfiroanb eS audj nadj fur$er 3«it- SKun ergriff ber 93ote aber feine äiepe unb eilte unter bem ©efpött aller Slnroefenben eiligft baoon. 27. 2)08 Söuberbutt). (Dönberg.) 9RünMi($. (Sin alter finberlofer gbrfter fjatte auS (S&riftenpflidjt einen elternlofen @nfel ju fiel) genommen. 2tn einem frönen Sonntage ge^t ber Sllte $ur ftirdje unb befielt jenem, ju §aufe $u bleiben, auf alles roo&l ju adjten unb namentlich bem auf bem §erb brobelnben Gffen feine gan$ befonbere Slufmerffamfeit jujuroenben. $er 3"n9e oerfpradf) alleS; unb ber 2llte ging mit feiner grau jur Äir$e. 2US nun ber 3unge allein mar, ftöberte er überall tjerum unb fanb julefet ein feltfameS 33ud>. ©r fing an, in bemfelben ju lefen; unb fiefye, ba roar plöfclidj bie ganje Stube von fdjroarjen Männern erfüllt. Soller ©raufen roirft ber $nabe ba« 23ud) jur 6rbe unb rennt jur Äirdje. ©r roinft ber ©rofemutter tjetmltd), unb biefe eilt mit tfmt f)eim. 3)a ftanben oben nod) bie fdjroarjen Wänner. 2lber bie ©rofjmutter roufete aud) feinen SRat, unb ber 5lnabe eilte abermals jur flirre unb Irolte ben ©rofeoater. 2H& ber 9llte in bie Stube trat, fiel fein erfter SBlitf auf ba« an ber @rbe (iegenbe 93u$. 6r ergriff es unb las in bemfelben; unb nun waren in furjer %tit bie Männer oerfefnounben. 33on nun an oerroatyrte ber 2Kann baS feltfame Sua) roett beffer als oorbem. 28. Sieb feftgefc^t. (Dönberg.) SRünMtc$. ©in Scfmtieb, ber in einem einfamen "pausten ber ©emeinbe Dönberg fein §anbroerf betrieb, roar in bie 3auberfunft beS gefc bannenS eingeweiht. 2llS i^m einft 93of)nenftongen geftor>Ien rourben, fe|te er ben ®ieb feft. 9lm nädjften borgen ftanb berfelbe, eine Sürbe 33of>nenfwngen auf bem dürfen, oor bem .üaufe, unb eS fiellte fid) fjerauS, bafc eS ein 9toä)bar roar. Digitized by Google — 30 — Die ©rlöfung aus foldjer Sannung mujjte aber oor Sonnen« aufgang erfolgen, weil fonft ber geftgefefcte ftarb, wobei ber ganje Körper f$war$ würbe. 29. Der Söeroolf am Sa*. (Dönberg.) 9Bünblic&. ©in 2Rann aus bem Dönberg rjatte mit feiner grau ©infäufe in ©Iberfelb gemalt, Sie waren auf bem $cimmeg begriffen unb bis $ur £ülmul in ber £agenbed gefommen. 'Dort mufften fte über ben Sad). (Sin platter Stein tag bort. Äaum t>attc ber Doranfd/reitenbe SJtonn biefen «Stein betreten, fo fing er an, l)eftig ju fd)lagen, grabe als fei er in einem erbitterten Kampfe begriffen. Die grau gewährte nid)t$ unb fragte »oller Sermunberuug ifjren SWann, warum er benn fo grimmig breinfdjlage. 3lber ber 9»ann antwortete nid)t fofort, fonbern fefete fämpfenb feinen 9öeg noaj einige Minuten fort. Dann aber entgegnete er feiner grau ernftfjaft, er Ijabe fidt) mit einem großen grauen Xiere gefdjlagen, beffen Sfadjen fo grofc gewefen fei, baf? e$ if>n wofyl tjätte t>erfd)lingen fönnen. ©r fjabe fte befdmfeen müffen, benn fonft wäre iljr ein großes Unglüd jugeftofeen. Das Dier foß ein Söerwolf geroefen fein. 30. ein SHamt wirb am Äreusroeo Don einer ferneren Saft befreit. (Dönberg.) 2Rünblic$. ©in Sauer aus 9lorbratt) ferjrtc eines 9lbenbS oon ©Iberfelb Surüd. ©r roar bis jur £of)lftrafce gelangt unb oben am „ftobllody, einem oerfaßenen Sergroerf, twrbei, als ifjn ein entfefelia)eS ©raufen überfiel. 3n bemfelben 3lugenbli(f füfjlte er aud) eine fd)were Saft auf feinen Sdjultem. 3war oerfud)te er, biefelbe mit aßer SDfadjt abjufdjütteln, bod) aßeS Semüfyen roar oergeblid). So fefete er, feud>enb unter ber geroaltigen Saft, feinen 2öeg fort bis jum Hreu$= roeg an ber Sd)eße. Da füfjlte er fidj »on ber Sürbe befreit, ge= wafnrte jebodf) nidjtS. ©r eilte roie neubelebt nad) §aufe unb legte ftd) fofort, überwältigt oon ©rmattung, 511 Sett. ©in 9todjbar, bem er am anbern borgen baS ©eföetyene mitteilte, t>ielt aßeS für ©inbilbung, oerftummte aber mit feinen 3weifeln, als jener feinen Äittet ^eroor^olte, ber um ben £alS fjerum einen breiten Streifen aufwies, ber nott) ganj burdmäfet war. Digitized by Google - 31 — 31. SDtäbojcn aU äöerwolf. (Dönberg.) 2Rünbli<$. 2lm £ülfenbufch war früher, rote bei Dielen Käufern in ber bortigeu ©egenb, eine fleine 23ranntroeinfchenfe. £>ie alte Wirtin hatte jroei heiratsfähige ftödjter, mit welchen $roei junge Männer aus ber 9tad)barfchaft fdjon längere 3eü ein SiebeSuerbältmS unterhielten. $ie Sitte aber bulbete niemals, baß bie beiben Surften nach 12 Uhr blieben. #ur$ oor Sttitternacht trieb fie ftc regelmäßig aus bem §aufe. $aS roar ben Reiben fd)on längere 3eit oerbädjtig, unb eined 2lbenbS faßten fie ben @ntfr fernen SSofmung. unb erjäfjlte atle$ feiner grau. 2lm näd)ften borgen, als eä fauin £ag geroorben roar, feilte er 31t ber SBiefe jurüd. Seine gufefpnren fanb er mit 8etd)ttgfeit, aber feine Spur oon bem geuer. 34a. $cr Sdjatj im Xonberg. 2)lünbltc$. 5luf einem gelbe bei bem ©eljöft Sflufcberg im Dönberg fott ein Steffel mit @elb vergraben fein. $ie Stelle, roo biefeä ge= fcf>e|)en ift, roirb 3uroeilen burd) ein ©elbfeuer bejeia^net. $a$ gewahrten einft einige Männer, roeldfje in fpäter Stunbe beä SBegeä ba^er famen. Sie traten näf)er unb Ratten aud& balb ben Digitized by Google — 33 - Äeffel gefunben. Stuf ben Mario beSfelben trieben üc: „$a$ ölut ^efu (grifft 2C." Slber faum war bieä gefd&eben, als bcr Xeufel erfdnen unb brüttenb um baS Soä) rannte. Sautloa Ratten bie Gönner biä babin gearbeitet unb ben äejfet fafl aus ber ©rube gehoben, als einer oon ifmen flüfterte: „2ftit ®ott ^aben mir i^n balb." £)a fprang ber Xeufel fofort auf ben Äeffel, unb Unterer oerfd)wanb in ber Xiefe. 9lber ber Sfainb blieb jurücf unb foll nocfc auf einem bortigen £ofe oorgejeigt werben. 34b. $er S ein Äeffel ooU ©elb uergraben unb bem Teufel als $fanb überwiefen worben fein, ©in ©elbfeuer bat wicberbolt ben Drt tenntlidj gemalt, wo ber ©djafc rubt (Sinft betroffen einige SRänner au« ber bortigen ©egenb, ben Sd>afc ju ^eben. »Sie fpannten eine Seine um bie Stelle unb betrieben oerfebiebene Settel mit ben Korten: „Xa& 93lut Jefu ©t)rifli ic," weldje fte an ber Seine befeftigten. £ann matten fte ftcb anä $öert. SautloS ging alles oor ftd). (Snblicb tarn ber Äeffel jum 93orfcbein. Sie nahmen nun einen ftarfen 33aum unb fteeften biefen unter ben Wentel, um ben fdj>weren Äeffel bequemer beraub beben ju !önnen. ®a tonnte einer ber Scpafegräber mdjt länger fd)wetgen. Voller greube rief er au«: „9tun baben mir i^n balb!" &ber in bemfelben Slugenblicf fprang ein febroar^er §uub auf ben Äeffel unb fanf mit bemfelben in bie Siefe. $en Wentel behielten bie Männer. Sie foUen ibn einem $ome übertoiefen baben. 35. ©eifter= unb »ranbft^tig. (Dönberg.) SWünblicb. (Sin 9Äann tonnte ©eifter feben, welä)e ben balbigen 2ob oon biefem ober jenem anzeigten. ftiäjt feiten gefcbal) eS, bafc er aud) 10—12 SÖocben, ja oft noä) länger uorljer anzeigte, bafe irgenbwo ein Sranb auäbred&en würbe, $a3 traf immer genau ein, roelcbe ^orfidjt man aud) anwanbte. 3U jroei s3flalen bat biefer 9Rann beifpieläweife oorbergefagt, baf; ba$ 23ufd)ba»3 nteberbrennen würbe. 3 Digitized by Google - 34 — (Sinft würbe er com $urgermetfter ^teoigeä befdfjulbigt, ben Dörfer angefünbigten iöranb böswillig angelegt ju tyaben. Da er feine Unfdjulb jebodj glänjenb nad)jumeifen oermodfjte, fo mufete er freigelaifen werben. 36. Der ®eifterfel>er. (Dönberg.) 3Rünbli<$. (Sin Sanbmirfer im Dönberg [teilte einji einen neuen 23anb= ftuf)l auf unb war grabe mit ber 6mri$tung beäfelben befd&äftigt. 3wei ©d&wäger waren ifmt babei befnlflidj. 2316er bie ©tube war fo eng, bafj nur an einer Seite ein formaler ©ang blieb, ^piöfclidf) ftoefte ber eine ©dfjwager in feiner Arbeit unb fafj ftarr auf ben formalen ©ang. 2luf bie Anfrage be$ anbern gab er feine 2lnt* wort. 9ladf) einiger %t\t verlief er ftiQf^weigenb bie ©tube unb fud)te feine alte Butter auf, weldjer er flagte, bafe Um fein ©dj>wager einen gaulenjer gefdwlten Iwbe, unb er fyabe bodfj nidjt arbeiten fönnen, benn er l;abe ben 10 jährigen ©ofm feine« ©djwager« auf bem ©dfwof in bem formalen ©ang ftefjen fefjen. Senex 3unge lief aber nod) ferngefunb burd& bie ©tube. Slber ber änabe ftarb nadfj einigen Dagen. Die 9to<$barn famen unb festen iljn auf« ©dfwof unb jwar in bem ©ang. ©o waren bie SBorte be« ©eifler- fetyer« bu<$ftäblic& in Erfüllung gegangen. (Sr fünbigte feinem ©d)wager aud) ben SBerluft eine« ^weiten ÄinbeS an. Unb aud^ fyier traf alle« ju, wie er e« gefagt Ijatte. 37. 9)lerfioftrbifte drfdjeinung bei einem Jobeafaü*. (Dönberg.) 2Rünblic$. 3m Dönberge ftarb einft ein SJtonn. 3n bemfelben Stugem blief, in bem er oerfd)ieb, fielen in einem barüber gelegenen 3 immer, wie oon unfiä)tbarer £anb bewirft, rerfd&iebene Fretter, weld)e an ber äöanb lehnten, um. 38. Der ©djmieb unb bie geinsebnanndjen. (Dönberg.) 3RttnbU<$. (Sin ©dfmtteb war fef)r arm. @tne« Slbenb« Ijörte er na<$ geierabenb ein merfwürbige« ©eräufefc in feiner 2Berf|tott. Sr laufdjte nun aufmerffam unb ualjm balb maln*, bafi bort eifrig geflopft unb gedämmert würbe. 211« er am nädjften borgen bie Digitized by Google — 35 — Scfjmicbe betrat, fanb er eine grofce 2Renge fertiger SBaren vor. Das wieberholte fi<% nun täglich unb ber Sd&mieb würbe fetjr reich- 91un beobachtete auch einft bie grau be« ©cljmiebeS ba* geheimnisvolle emfige treiben unb fanb, bafe e3 QuerfeSmännchen waren. 3"9leich fal) fic, bafe bie fleinen SRännctjen fef>r zerlumpt einhergingen. Da3 jammerte bie grau unb mit leichter 3Rüt)e über* rebete fic ihren 2Rann, ben fleißigen SRännletn neue Äletber machen ju (äffen, bafe ftc nicht fo jerlumpt einher&ugehen brausten. $113 bie Äleiber fertig waren, würben fte auf bie getlbanf gelegt, ba& ftc ben aWännlein gleich in bie Slugen faden mußten. 2118 biefe nun wieber erfdnenen, bemerften fie fofort bie fchönen Äleiber, jogen fte an unb f abrieben auf einen 3ettel, °en fte Surüälie&en, ba& fie nun bem Sd&miebe nicht mehr $u helfen brauchten, ba er fo reich geworben wäre, bafe er ihnen neue Jtletber fdtjettfen tönne. 93on ber 3eit an waren bie Duerfe«männdjen fpurlofc r»er-- fct)wunben. 39. 2er Sauer unb bie £ein$elraämtd)en. (Dönberg.) SWünbti<$. war einft ein öauer, ber war fetjr arm. Da erbarmten ftd) bie Heinzelmännchen feiner. SBenn er abenbd ju S3ett war, tarnen fie fyvtan unb trugen ihm aUed Mögliche ins §au3, fo ba$ fuh fein 2Sof)lftanb täglich mehrte unb bie ftühe im Stalle mit filbernen Letten angebunben würben. @ine£ Ibenbs faß ber Sauer am geuerherb auf bem großen glur, um fich zu wärmen. Dabei hotte er bie heimliche Bbftcht, ba* Xreibeu ber 9Hännlein einmal ju belauften. (SS währte auch nicht lange, ba famen bie fleinen 2Befen herbeigetrippelt, unb jeber trug feufeenb unb ftöhnenb eine einige &h" herein. Das festen bem 33auer merfwürbig unb er rief ihnen höhnende SBorte zu- Sicht Sage fpäter waren bie Heinzelmännchen r»erfct)wunben. 3Radt) 3at)rcdfrift fchon war aber ber S3auer fo arm wie junor. 40. Sthtiüjfel= Warthe«. (Dönberg.) 'Jim Sufchhauä im Dönberg geht ber ,,©chnüffel*3JtattheS" um. 3U feinen fie breiten ^at er bie ©renjfteine jwifchen feinem unb feines Nachbarn ©ebiet r»errücft. Darum muß er nach feinem $obe bie «Steine tragen unb über bie ©renje laufen, @ar oft Digitized by Google — 36 — bat man ihn fo bar)ineilen feben. 2lber auct) fein (Schnüffeln bat man gehört. ©inft waren jwei flnaben im Segriff, am SufcbbauS 2lpfel ju flehten. 2112 fie eben über eine ,§ecfe fteigen wollten, rief ber eine ber beiben Surften bem anbem $u : „©iebft bu ben Scbnüffel* Garthes nicht?" tiefer gewahrte nun ebenfalls ben nächtlichen Örensroanbler unb eilte mit feinem ©efär)rten, fo fcbnell ifjn feine Seine ju tragen oermochten, baoon. 41. Ter Vogelfänger im Tönberg. SJlünblic$. 3n ber Nähe beS „flölfebe Driefel" im Dönberg ftanb früher ein Sogelberb ober eine SogelSfau. Tem Sogelfteller oerbarben nun umherlungembe 6trold)e ober mutwillige 3nngeu mitunter baS eine ober anbere an feinem Sogelberb. flam er bann ju feiner flau unb bemerne ben (Schaben, bann fluchte er entfefclieb. 2118 er eine« TageS wieber fet)r fluchte, öffnete jicb plö^Itcr) bie flau; ein ungeheures Tier mit grofjen, großen Römern iprang heraus unb jagte ben SogelfieHer über Serg unb Thal. 2llS er enblich wieber $u feiner flau fam, ftanben jiüci wunberfeböne Tarnen oor bemfelben. 42. Ter nächtliche ©alopp. (Tönberg. ) 2lm „flölfebe TricfeS" im Tönberg ftanb uor nicht laugen 3at)ren noch *tn «§auS, baS benfelbcn Tanten führte. Tort befinbet fich r>eute noch ein alter, oerfaüener fleller. dachte um 12 Uhr fteigen brei Männer unb eine grau aus biefem fleller 511 Tage unb tanken einen wilben ©alopp um einen alten Saum. 3ft ber Tanj beenbet, bann fteigen alle wteber in ben fleöcr hinab unb beginnen auf §acfbrettern, welche mit Sellen (einer 2lrt 3d)eHen) befefct finb, gar fdtjön ju fpielcn. 2llSbalb fommen oier bis fünf grofje, grofee §unbe beroor, welche fldt) paarweife gegeneinanber aufftellen. Um 1 Uhr oerfchwinbet alles, unb eS ift nichts mehr $u hören unb ju fehen. 43. Tie Spinnerin im Wrictenfeller. (Tönberg.) 2Rünbli$. (Sin ©iepen (tiefer Thaleinfchnitt mit einem fleiuen Sach) im Tönberg heifet ber ©rietenfeUer. Tort ftfct ein 2Beib mit einem golbenen ©pinnrab hoch oben im Saum unb fpinnt. Digitized by Google - 37 — Vertriebene öeute Ijaben bie Spinnerin bemerft. Unter bem Saum aber liegt ein grofjer, fgn>ar$er §unb mit grofjen, glänjenben 2lugen. ßinft ging ein SWann bürg ben ©rietenfeHer. @r Ijörte etwa« tauigen, unb balb gefeilte ftg ein gro&e«, fgroarjeä Xxtx ju iljm, roelge« ir)n bi« auf bie §öf>e be« nägften Serge« begleitete. $Da oerfgroanb e«. 44. $er auferftaitbene Sauer. (Dönberg.) 3n ber 9tige von bem ©ef)öft ©gäfer« wohnte ein alter Sauer, ©ine« £age« flagte er feiner grau, bafj er von fjeftigen Äopffgmerjen geplagt roerbe; er wolle ftg 311 Sett legen, liefen Vorfafc führte er aug fofort au«, ©egen 2Ibenb trat bie grau ans Sett unb rief: „?eter, ftelj auf!" Slber $eter rührte ftg nigt. 2lrglo« ging bie grau roieber einige 3«t tyrer Sefgäftigung nag. £ann trat ftc abermals tyran unb fugte ifjren Sflann ju werfen. 2118 er aug nun nigt antwortete, ergriff fie if>n beim 5lrm. 2lber fglaff fiel ber 2Irm herunter, unb ooll ©ntfefcen merfte fie, bafe ir)r 9Jtann tot fei. Saut fgreienb eilte fie nun $u beti ^agbarn, roelge fofort fjerbeifamen unb in bie ©glafftube traten. 216er ba mar fein 3roeifel möglig: ber 2llte mar tot. 9tog furjer Seratfglagung „leigte man iljn au«" unb fefete Um auf« ©goof. $ann gingen alle aur ©tube, um, toie üblig, flaffee ju trinfen. Pöfclig öffnete fig bie £f)üre unb ber Totgeglaubte fgaute oerrounbert herein. Voller (Sntfefcen ftürjten bie SHnroefenben bei feinem 2lnblicf bürg Spüren unb genfter l)inau«. $er 2Ute-aber legte rool)l= gemut feine ftleiber roieber an unb rief ben brausen ©tefjenben ju, ob fie oerrücft geroorben feien, bafc fte oor if>m fortliefen; fie mögten nur ^ereinfommen. 45. $er Spuf am 3bag. (Dönberg.) 2JiünbU$. 2lm ^bag ftarb einft ein alter SRann. 92igt lange barnag fnefj e« in ber ganjen ©egenb, ber Sitte fpufe in einem Salbe unroeit feiner früheren Seftfcung. $)a« ärgerte ben ©ofjn be« Ser= ftorbenen unb er erstattete bem Sfirgermeifler Reibung baoon Digitized by Google — 38 unb bezeichnete einen 9todjbarn al« ben Verbreiter biefe« ©erüd)t3. ©er SSürgermeifter beföieb jenen nun r>or ftdj unb oerroie« ibm feine Slnftcbt al« burdjau« irrig, darauf forberte jener ben öerrn Sürgermeifter auf, er möge in einer beliebigen Stacht mit itjm in ben SBotb geben, fo tonne er fteibe. 48. $a8 ©agener öefcfett. (Dönberg.) Situ SBege von §oratf) naä) Dönberg, f)art an ber ©renje oon SRfjeinlanb unb 2Befifalen, liegt ber $of $agen. (Sin Siepen jiefjt oon bort fjinab na$ bem Üdenbafjler Brunnen. Sin einer unfjeimltdjen Stelle biefeS SiepenS treibt ba3 Rogener 33e|fen (§agebe|jfen ober §ager Sftrjjfen) fein 2Befen. $)ort ift er oft näd)tlicf}en SBanberem mit Sidjtern unb flammen erfdnenen. 3lnbere fafjen ben ©eift mit einem ©rabfcfjeit in ber £anb, fopfto« bort flehen unb bie Seele eine« 3eben mit ©raufen unb (Sntfefcen erfüHenb. 3u feinen Sebjeiten r)at baä Hagener Seifen einem SRenföen mit einem ©rabfdjett ben flopf abgeflogen unb ben Xoten an bem oorüberflie&enben Badbe eingefcfcarrt. 211$ er geftorben mar unb begraben roerben fottte, fefcte man ben ©arg, toie e3 r)icr früher übtidr) mar, auf einen Marren. ®ann trieb ber Äned)t bie sJJferbe an. 3lber e3 roar nidjt mögliä), ba3 gutjnoerf oom glerf ju bringen, benn bie ©eifter fafeen hinten auf bem „£acfen" ber ßarre. (Snblid), nad) ben äufeerften 2ln= ftrengungen, braute man bie 2ei$e jum £of f)inau&. 9luf bem ©ebiet beä 9tod)barf)ofea ging es bejfer. 2tber nun treibt ber ©eift no$ immer fein SBefen in bem Hagener Siepen. 49. 35er »au einer Äirdje wirb twrfier Derfünbigt. (Dönberg.) Sluf ber ©teile, wo r)eute bie eoangelifdje ßirdje im Tönberg flet|t , lagerte oor Dielen 3af)ren einmal eine sJlotte oon ßof)len= treiber». Balb freifte bie glafcfje in ir)rcr SRunbe unb roilbe glüdje unb rofje Sieber unterbrad&en bie länblid&e Stille. $)a jeigte fiä) plöfcltä) eine ©efialt, über ifmeu in ber £uft fäjroebenb, unb rief tynen ju: „3Beidjt äße oon bannen, U)r (Sienben; t)icr fott mein £au3 erbaut werben !" 6rftt)redt flogen bie tottften ©efellen. $ie SBorauäfagung ging aber in Erfüllung, roenn audj erft geraume 3eit fpäter. Digitized by Google - 40 - 50. tae tfalb }u 3d|e*erg. (SBinbraty.) 9Rünblic$. Sei (Scheper« befinbet fid^ eine wenig ergiebige Söeibe. 9lur einige Keine 5Baffertümpel unterbrechen bie einförmige ©raäflädje. §ier ift ein ^aupttummelplafc ber Seichter. S)ort ^aben aber auch wieberholt ju nächtlicher SBeite bie 93orüberetlenben ein flalb gefeben. (Singen fte näher f)inju, um ba« £ier beffer betrauten ju fönnen, fo wueb« es su einer gewaltigen ©röfee empor, unb fein ßopf mar bann minbeften« breimal fo grofe al« ber eine* gewöhn- lichen Stalbe«. 51. $a§ geheimnisvolle Stmmer |u SdieperS. (SBinbratb.) 5RünMi*. 3n einem 33auernbaufe be« §ofe« Scheper« $u "üöinbratlj befanb jtcb früher ein 3immer, welche« mit altem ®erümpel gefüllt mar. 3n Der 9tooch mit Aufbietung aller ftraft war e3 nicht möglich, bie Xhüre ju öffnen. 52. $er fiebenjäbriöe Säger. (9tarbratl).) 2RünMic$. £er Tiebenjährige 3äger fofl früher in ber fiuft nach $afen gejagt haben. Deutlich war bann ba« §unbegefleff hoch in ber ßuft ju vernehmen. 53. 3wei JBauernburfchen befreien ftdj tum ber SMafjr. (ftorbratl).) SJlünblicty. 3wei Sauernburfchen ju 9torbrath würben fajt jeben Abenb, wenn fte fuh $u 23ett legten, r»on ber Sttabr geritten. ©nblich oer* trauten fie ftch einem flugen 9Jtonn an, welcher ihnen auch Littel jur Abhilfe angab. AI« fte fidt) am näd&fxen Abenb wieber nieber- legten, unb fie abermal« uon ber $fahr gequält würben — bie 9ftahr fünbigte ihr kommen mit Staufchen unb klingeln an — Digitized by Google - 41 — foa warf ber eine, treu ber empfangenen Sehre, fc^neU im Sett herum unb hatte oon nun an SRufye. $)er anbere aber nahm einen <£ffigfrug, fchlug fein SBaffer barin ab unb oerfdjlofj ilm bann in eine Äifte, wohin lein ßichtftrabl brang. £>ann legte er fiä) wieber ju Sett unb würbe fortan nicht mehr beläfttgt. Slm nächften borgen aber erfdnen eine Nachbarin bei ihm, reelle it)n auf« bringenbfte bat, fic nicht weiter $u quälen. <£r oerfprad> bie« gegen bie 3"fa9eren ale £afen. (ftorbrath.) SRünblt#. 3u Schltppfothä Dörnen in SRorbratf) r)at man oft fed^^ ober fiebeit £afen auf einem glecf beobachtet, ©ie fpielten mit= einanber, wie §afen ju tf)uu pflegen. 2lber e$ waren feine natür- lichen £afen, fonbem §eren, welche ftch in £afen oerwanbelt hatten, unb welche bort ihre Serfammlungen abhielten. 55. Sie betoten flülje. (ftorbrath.) 9Jlünbüc$. Sor langen 3atn*en wohnte in 9torbrath ein Sauer, ber in breisehn fahren nicht weniger als elf ftühe burch §e£erei oerlor. (Sab er feinen Xieren baö ^crrlii^ftc gutter, ben fünften Älee ober ba3 befte ®ra8, ba$ man weit unb breit fanb, fo fraget! fte e$ nicht. §olte er hingegen ba3 bürftigfte gutter oon einem fremben ©runbftficf, fo fragen e$ bie Äüf)e mit größter <&ier. 3)er Sauer mufcte itch enblidt) nicht mehr ju raten, ©ein SBohlflanb ging oon ftafyr ju 3af)r äurücf, unb Die &'\t, wo er ben Settelftab ergreifen muffe, lag nicht mehr fern. £>a unfer Sauer aber ein frommer 3Rann war, fo wollte er oon §e?erei, worauf alle Nachbarn fein Unglücf fchoben, nicht* wiffen. Sodj oermochte er enblich ihren übergeugenben ©rünben nicht mehr $u wiberfteheu, unb auf ihren SRat holte er ben ^ater (Srementtneä au« bem Älofter ju §arbenberg, ben berühmteren 3auberbanner jener 3rit. ®er $ater fam. Sangfam burchfchritt er baä §au« unb betrat julefct ben ©taH. @r befahl bem Sauer, Siechplatten $u befchaffen, in welche er etwa« einfchlofe. $iefe Siechplatten lieg er bann an ben ^^ürpfoften annageln. Sou ber ©tunbe an ging es beffer mit ben Äühen. Digitized by Google — 42 - 56. §ege entjiefjt einer 3«öe bic Wild). (Storbratl).) 3n ftorbratf) bei Langenberg wohnte einmal ein Wann, ber eine 3^9« ^uf bemfelben .§of roolmte audj eine alte grau, welche eine §eje fein foHte. 2113 bie grau einfi tyre 3**9* melfen wollte, gab fie feinen tropfen Wildj. Seftürjt fam fie jii i^rem Wanne unb flagte ifjre 9lot. Sh'efem mar e8 fofort flar, bafe bie $eje tf>re §anb im Spiel fyabe. @r fagte $u feiner grau: „3anfe nic^t mit ber alten $e£e, bann fommt eä nid)t oor. ©efje aber jefct f)in unb bitte fie, einmal nad) ber &\tQt ju fefyen." £>ie grau, melier an ber 3ie9c ^9/ 9*n9 fdjroeren §er$en$ ju ber verrufenen 9tad)barin. Stodjbem fie if)r Öeib geflagt, erwiberte bie Sllte: „3a, 3§r fommt 511 einer alten grau nur bann, wenn 3f)rin9tot gefommen feib, fonft fümmert 3l)r (Sud) mdjt um mid).'' 9toä) meiern Sitten ging fte aber bod) mit. Sie trat in ben Stall unb ttebfojte ba3 Xier. Sie befahl ber grau, eine Xaffe ßaffee für bie 3**9* 3" fod)en; bann mürbe ba8 Übel oerfdjroinben. ®ie grau tfjat, roie ityr geraten roorben. ©ine fjalbe Stunbe fpäter molf fie bie 3ieQe unb erhielt nun it>rc Wild) tote getoöl)nlid). 57. flauen auf bem JUeujtoeg. (Storbratf).) §art auf ber ©renje oon ftorbratf) unb Sötnbratf) läuft ein Äreujtoeg l)in. Oft Ijaben Leute, meldte in ber 9tod)t oorbeifamen, bort eine Wenge von fd)toarjen flauen gefe^en. $iefe oerfolgten bie ©anberer eine furje Strecfe. $ann toaren fie oerfd&tounben. 3mei Wäbdjen, meldte biefe Stelle oft paffieren mufjten, fjatten regelmäßig ila&en auf bem SRücfeu fifcen. 58. tfliegenbe Äat;e. OJJorbratf).) 3u oorgerütfter 9tad)tftnnbe ging ein Wann aus 'Jtorbratlj bur$ einen 2Balb. 5>a lief eine gro&e, fdjtoarje ßafee über feinen $ßeg. Wit feinem toudjtigen Stocf führte er einen fräftigen Schlag nad) bem Xier. $)a$ aber erfyob fid) fofort 00m ©oben unb flog mit grofeer ©efdjtoinbigfeit burd) bie Säume baoon. Digitized by Google — 43 — 59. ftoDfhfcr @ei|t raudjt. (ftorbratf).) 3n 9torbratl) ift oft ein fopflofer ©eift gefe&en roorben, ber au§ einer roei&en irbenen pfeife raupte. @in gerotffer 2B. oerftdierte bod) unb fjeitig, ttjn beutlia) gefeiten §u Ijaben. 60. äöerwolf in «orbratd. fRünbltdj. 3Bic trielerorten gab eS audj in ber ©emeinbe SRorbratf) efiemate 2Berro6lfe. ©ie flauten namentlidj gern in bie Äoa^töpfe. 2lud> fprangen fte ben jungen Surften, roenn fte it)re ÜHäbd)en befugten, auf ben 9lü(fen*unb liegen ftet) oon itjnen eine ©tretfe weit tragen. 9lber einft Ratten einige SBurfdjen ftd) erfunbigt unb SRat eingeholt, wie man ben Unfjolben beifommen möd)te. 3113 fte baS nädjfte 9JiaI auf bie greite gingen, unb bie SBerroölfe itmen toieber auf ben SRütfen fprangen, griffen fte in if)re ^afdjen, jogen befjutfam ihre SReffer fjeroor unb fdmttten ben Bieren in bie Pfoten, bis ba8 $fat flog. Da üerfd&roanb urplöfclid) bie Saft von ifjrem dürfen unb bie Söerroölfe oerroanbelten fidj in geroöf)n(tdje SRenfdjen. 61. Gin Siftäfer fett eine 8ei«e. (ftorbrat*).) SRünblty @in ©d)äfer au3 9lorbratf) ging einfl mit einem 9todf)bar ju fpäter ©tunbe t>eimroärt8. 2118 fte an einen Driefd) famen, über melden ifn* ffieg führte, jögerte ber ©djäfer, feinen 2Seg fortjufefcen. ©ein Segleiter ging jebod) weiter. 2lm nädtften borgen befugte ber ©djäfer feinen 92a$bar unb fragte ilm, ob er nid)t auf bem $\elbe gefiraud&elt fei. 91(8 biefer bie grage bejahte, fagte ber ©ajäfer, ba$ fei eine ßeic^e geroefen. @r f)abe e8 oorfjergefeben unb barum geroartet, MS ber ßeidjenjug feine« 2Bege« gebogen fei. (Sinige Seit nad&ber fiarb ein 3Rann in ber SRätje unb ber ßetdjensug bewegte fta) über jene« $elb. 62. Seinfanten wirb ju @olb. (ftorbratlj.) SRünbli*. Drei SWänner gingen einft über ein gelb in sJtorbratlj. Da erbtitften fte cor ftdj brei grud&troannen , roela^e fäuberltd) neben- einanber ftanben unb forgfältig gefonbert £anj= unb glaa)8famen enthielten. Da ber SJlonb ^ed fä)ien, fonntett fie alles beutlia) Digitized by Google — 44 — feljen. $er eine ber SJtänner madjte ben Sorfd&lag, jeber von if)iten fottc eine £anb uoH be« prad&toollen Seinfamen« mitnehmen, ©efagt, arum wirb ber Schafe noch ungehoben bort ruhen. (Sin Wann au« ber ©egenb, bem ebenfatl« flunbe t>on bem Schafc geworben mar, fah einft einen weifjen Spifc an ber Stelle, ber aber bei feiner Annäherung fpurlo« oerfchwanb. 64. 2)er «eiftenwagen auf bem flreujweg. (^orbrath ) (Sine 3unöfer in oorgerücften fahren war gcftor6en. 211« ber SBagen mit ber Seiche auf einen flreujweg fam, waren bie ^ferbe nicht mehr oorwärt« au bringen. <5nblich fpannte man ein $ferb au« unb nun ging bie gahrt nach Söunfch oon ftatten. $te Seute meinten aber, ba« Räbchen märe fcheintot in ben Sarg gelegt worben unb an ber Stelle jum Sehen erwacht. $>arum hätten bie Spferbe nicht weiter jiehen wollen. 65. $er Witt mit bem $oten. (Seilbach.) einer grau war ber über alle« geliebte Wann geftorben. darüber trug fie tiefe« Seib unb ihr einziger SBunfch war, ihren Wann nur noch einmal mteberjufehen. 3n einer Stacht fam ber SSerftorbene auf einem weifjen Schimmel an« genfter ber grau geritten. Auf einen 2Binf be« ftummen Leiter« fefete ftdr) bie SBitwe ju ihm hinten auf« ^ferb, unb ber Schimmel jagte mit fetner boppelten Sürbe baoon. Aber feinen Saut fprach ber Wann, geller Wonbfchein lag über ber ©egenb, burch welche fte bahinftürmten. $)a fpradj bie grau: „Sie fcheint ber Wonb fo r)eac !" $er Wann blieb jeboch ftitmm. Allmählich rötete ftdj ber §immel im Dfien unb enblich brach bie Sonne burch- fptaej ber Wann: „Ach, roa« reitet ber £ob fo fcfmell!" At«balb waren 9iofe unb Leiter oerfunfen. $ie grau aber ftanb in einer ihr gänslich unbefannten ©egenb, unb jaf)re= lang mufete fte wanbern, bis fte wieber in ihre öeimat gelangte. „$)arum fott man nicht ju oiel über ©eftorbene flogen", fügte ber @r$ähler, ein mehr al« 80 jähriger, be« Sefen« unb Schreiben« oöllig unfunbiger ^oljfjauer, hinju. Digitized by Google - 46 - 66. 2 er ewige äöanbeljube. (^Dcilba*.) 2Rünbli$. (Sin $ube f)atte am ftillen grettag geroanbelt, mit einem 33ünbel auf bem dürfen, ©a fommt if)m 3efu3 entgegen. $)a f)at 3cfu* ju i(jm gefagt: „sBo roiffft bu t)in?" 6r antwortete: „3a; bin auf ber SBanberfajaft." ®a fprad) 3efuä $u ilnn: „ bie Säume frumm bogen. $er Söagen fufjr ber nafjen Mefe ju unb serfdjroanb bort. darüber erfetyraf ber Sitte bermafeen, bafe er in lautes Söeinen auSbradj. So fanb ilm fein Sofyn, ben baS lange Ausbleiben befrembete. „2öaS fef)U bir, iöater!" rief er ifjm ju. 9tun er^ä^lte btefer, roaS itjm begegnet fei, unb fügte fnnju: „9tte werbe id) .) 3n ber 9iät)e beS ®eilbad)eS war bie Stunbe einer 2Bödmertn gefommen. $)te £ebamme bat unb flehte, bie grau möchte nod) eine tjalbe Stunbe öebulb fjaben, benn fte t)abe in ber Suft gefefjen, Digitized by Google - 47 - bafe baä flinb, wenn es in biefer ©tunbe geboren würbe, burd) (Srtrinfen unb 6rf)ängen gleichzeitig ben £ob finben würbe. SIber bie Äunft ber £ebamme oermod&te ben Eintritt be$ Meinen $öefen£ in bie 2öelt cor Ablauf ber oerfjängniSoollen ©tunbe nid)t auf* $uf)alten. $>er Sater, ber bie 9tebe ber §ebamme nid^t al$ leered ©efd&wäfc anfaf), liefe nun baä ßinb auf$ forgfältigfte burd) ein fcr)r braoeS Äinbermäbdfjen beauffkfyigen, um jeber ©efaf)r nad) Gräften oorjubeugen. ©o war baS £inb oier 3af)re alt geworben. (SineS £age$ liefe nun ba8 9Käba)en in ber gewohnten Sorgfalt nad) unb verliefe baä feiner Sluffid&t anoertraute flinb auf einige Slugenblicfe. 2113 e3 jurücffef)rte, f)ing ba8 ßtnb in einem nafyen ©eibenftraudj, welker über einen Srunnen geworfen war. $)ie güfee ragten in3 ffiaffer hinein, unb ba3 Äinb war tot. 70. ©ine mertwurbigc ©erbftatt. (Heilbad).) (Stuft famen bie Reiben an bie £f)ür eines Sauernl)aufe& unb fragten, ob fie ber Sauer nidjt über 9to$t auf bem §ofe behalten wolle, ©ürbe er ifjnen it)rc Sitte nidjt gewähren, fo fotte ibn ein fo grofeeS Unglücf treffen, wie nie juoor in feinem Öeben. 2>er Sauer war ratlos, wo er bie ©äfte unterbringen fotte. ®a baten fie tl>n um Überlaffung ber ©djeune. dagegen Ijatte ber Sauer nidjts einjuwenben; unb fo Rebelte bie ©efefffdjaft na# ber ©d)eune über. 21(3 bie Reiben nun in ber ©djeune waren, falj ber Sauer jum genfter f)inau3. 2lber, o wef>! $)a fdjlug bereite eine grofee flamme jum ©d&eunentyor f)inauä. SoUer (Sntfefeen rief ber Sauer: „O ©ott, o ©ott, nun jünben fte mir bie ©d)eune an!" Stuf ber £enne Ratten bie Reiben nämlid) ein grofeea geuer angefaßt unb waren auf* eifrigfte mit tfod&en unb Sraten befdjäftigt. Sereit« war bae ©trol) unter ben SJadjjiegeln ganj fcfjwarj angefenat 2113 ber Sauer nun fein lauteä ©efajrei erlwb, fud)ten ü)n bie Seiben ju beruhigen, inbem fie if)m oiele« ©lücf oerf)iefeen. So lange er leben würbe, folle fein Sranb feinen £of ^eimfuajen. S)a3 traf aud) ein. S)er Sauer würbe fefjr reid) unb nie traf ir)n ein Sranbunfall. Digitized by - 48 - 71. fctti SRanti öerfdirotnbet. (£eilbaa).) aHünbli$ 2lm £ifcbled> in ber 9täf)e beS Xeilbaa^eS fat) eines 9lbenb£ ein üfann, ber [einem §aufe 5ufdjritt, einen Sefonnten mit fahlem #opf auf alten $auäfd)uf)en oor fidj. Gr geroaljrte beutlidj, roie jener anflopfte unb bann im Innern beS §aufe3 üerfdjroanb. SBenige Slugenblirfe fpäter ^atte aud) er baS §auS erreicht, flopfte ebenfalls an unb mürbe eingelaffen. 2US er fidj nad) feinem Se= fannten erfunbigte, oerna&m er $u feinem gröftten Grftaunen, baft berfelbe ntdjt im §aufe fei. ®a3 fd)ien ifjm unglaublich. Gr burd)fud)te baS gange £au$ aufs forgfältigfte, jebod) ofjne ben $tal)U föpfigen ju finben. 72. fllantt gebt burdj nerfdjl offene Sitfiren. (Heilbad).) 2Rünbli<$. 3lm Heilbad) rootynte oor langer $eit ?™ Wann, ber bei t>erfd)loffener Xbür ungefjinbcrt baä .'oauS betrat. Oft ging er abenbS aue unb man oerfdjloft alle Sfjüren aufs forgfältigfte. ^löfcUd) mar er roieber in ber Stube unb fein sJftenfd) rouftte, roie er Ijineingefommeu roar. £)er grau mar baS äuftcrft peinlich, ©inft fd)impfte fic roeiblid) auf i^ren 3Rann, ber roieber ausgegangen roar, als berfelbe ptöfclidj üor itjr ftanb unb itjr mit 3?ad)brutf fola>S $erf)alten unterfagte. 73. @ute Hattet, (^ei(baa).) ©in Sauer unroeit beS $eilbadjeS nannte nur eine einjige S\n\) fein eigen, £a fdjlug bie 5lutj plöfcltcb in ber s))tild) fel)r ab. ®ie SWagb roar ratlos unb melbete es bem Malier. Ter lieft fofort ben Tierarjt fommen, unb biefer uerfd)rieb für bie Äul) ein 9?ejept. $ie 9Ragb lieft baSfelbe in ber nädjften 2lpott)efe anfertigen unb erbielt eine grofte Alafdje ^Hebijin. 9fad& ben SInroeifungcn beS ^rjteS foHte fic bauon ieben Slbenb ber ßul) etroa* ins gutter flutten. robe. 3lber bie SRebijin roar oorjüglid), unb fo lieft fic na) verleiten, mef)r baoon 3U nefmten. S3alb barnad) legte Tie ftd} 3U 93ett. TeS Borgens erbebt fie ftd) unb geroabrt mit Gntfcfcen, baft if)re prüfte ungemein angefdjroollen finb. 3>ie Stuf) gab am borgen 30 Siter Sflild) unb bie s)ftagb 21. „Unb bod) roar bie 'üflagb nie melf geroefen." Digitized by Google — 49 - 74a. Stt jouberrunbiße 8d)äfer. (SDcilboc^.) Unweit be3 $5eilbad)e$ lebte oor 3citcn *in Schäfer, um ben fidfo an frönen (Sonntag « 9tod[)mittageu bie jungen üöurfdjen ber ganzen ©egenb oerfammelten, loeil er fo meisterhaft aus alten 3eiten 311 erjagen wujjte. Über bem (grjä^leit mar e$ cinft Slbenb geworben, alä ber Schäfer feinen aufmerffamen 3uf)örern einen befonberS t)übfcr)en ©djers oerfprad). 23oüer Neugier fragten bie 93urfa)en, was es benu geben mürbe, darauf ermiberte ber (Schäfer: „3f)r foHt ein ganjeö Regiment 2Renfdjen fe^cn." @r murmelte nun eine 3auber= formet, unb im 9ht mar au$ jebem 3öwnpfal)l ein Wann geworben. Dotter ©rauen ftobeu alle baoon. 74b. Xer jauberfunbige 3d)äfer. ($eilbad).) 3m §erbji mar ein 3Ru3ftreppen, unb unfer ©d)äfer erfdnen aud) auf bemfelben. Stoib aber fam e£ gwiidfoeu ben jungen Seuten ju einem heftigen (Streit, unb in furjem roaren alle in eine wüfte ©<$lägerei oerwicfelt. Unfer ©djäfer forberte feine flameraben auf, sJtuf)e $u galten. 2lber beren ganjer 3orn richtete firf) nun gegen if)n unb fte ftonben eben im begriff, über ilm f)er$ufaUen. ®a ert)ob er feine §änbe, unb in bemfelben Slugenblicf ftonben alle jtorr, jeber in ber Stellung, meldte er grabe eingenommen Ijatte. 9lun ging ber ©d)äfer an ber gangen SReilje oorbei unb oerfe|jte jebem einen ©d)lag hinter bie Dfyren unb fragte, ob fte nun f)iut)e fwlten wollten. $ann löfte er ben $ann; aber ooH geheimen ©d)re in 3ufunft, mit ifjm anjubinben. 75. fce^e a($ fprcajcnbe Ala^e. (£eilbacf>.) 9Rünbli($. 2luf einem ©ef)öft am £>eilba$ biente eine 3Jtogb bei einer oerwitweten Bäuerin, $iefe Bäuerin galt in ber ganzen ©egenb ali §e£e. (Sin junger Surfte wollte nun einft mit jener $togb jur &irme& nadj (Slberfelb geljen. 2lm SBorabenb fafj bie 9)togb auf ber Xreppe, um it)re ©aft ein ßiebeSoerljältmS unterhielt. @S war im grül)jal)r. Ser JUee grünte, Sa befugte ber Stof)lentreiber bie SJtagb. Sa er gern mit ifn* allein fein mochte, fcflicfte er bie 9ttagb Ijinaud, um nadfoufefjen, ob bie alte Bäuerin fdjjliefe. 2ÜS biefe ftd) überzeugt Ijatte, bafj jene $u SBett liege, ging baS $aar auf ben ßleeacfer hinaus. Ser 9urf$e mäf)te unb bie '»Diagb warf ben ßlee in ein ausgebreitetes £ud). Sa flaute jemanb plöjjlid) über bie §eon im nädjften Slugenblicf mar biefelbe fpurloS oerfchrounben. Sie jungen Seute eilten nun fdjleunigft bem .fraufe ju. 916er als fic gu ber Sitten ans S3ett traten, lag biefe im tieften ©Plummer, als wenn fie ihr Sett gar nid)t oerlaffen hätte. 77. Älter öauer wrwanbelt fidj in einen £unb. (Selbach.) 2Rünbltc$. 2luf einem gelbe am Seilbad) jeigte fid) oft ein grofeer §unb. 3n einem $aufe, roeld&eS am 5Hanbe beS gelbes lag, roohnte aber ein alter 33auer, ber in bem ©erud)e ber $ereret ftanb. 9hm ging einft ein 9)fann über baS betreffenbe gelb unb faf) ben £unb, ben fdjon monier bemerft hatte. Sa er grabe einen berben ©toc! in ber $anb trug, fo roarf er mit bemfelben nad) bem &unbe. Stber ber ftunb fefete feinen ruhigen ®ang unbefümmert fort, nur mürbe er immer grö&er. Sa rourbe eS bem sJflann unljeimlid). ©r eilte fdfmell ber «pütte beS 2llten $u unb trat bort ein. (Sr erjagte ihm fein (Erlebnis; aber jener erroiberte nidjts, obgleich er fonft fef)r gefpräd)ig mar. 78. ©efo«te fceje. (leibte*.) 3Jiünbltc$. SBon ber fdnuarjeu ©rete behauptete man allgemein, fte fei in ber hööifchen $erenfunft rooljl erfahren. Sodj formte niemanb ben öeroeis bafür erbringen. Digitized by Google - 51 — @inft war ein SBäuerlein in ber 5Wad£>barfd&aft ber fdjroar$en ©rete mit Stottern in einer fogenannten ©toßfirne befdjäftigt. 2lber bie aufgeroanbte SRühe rourbe fehlest gelohnt, benn bie 33utter wollte nicht juftanbe fommen. (Snblid), als bie ©adfje ju auffällig mürbe, behauptete jemanb, ber auch aus Neugier hinzugetreten mar, bie fchroarje ©rete fyabt bie Sutterftange behebt. SJlan foHe ben sJiahm aus ber ßirne in einen Xopf flutten, fic tüchtig fod&en unb bann mit Seffern freusroeife hinburc^fdmeiben. 9Ran befolgte ben 9tot. 2lber faum r)atte man begonnen, mit bem Keffer burdj bie Wiiä) ju fahren, als unter entfefcliä)em ©eheul bie fdnoarje ©rete blutenb unb roimmernb am genjier erfaßten. 79. »eftrafte $eje. ($eilbaienft genommen fyattt. Nahebei wohnte bie fa)toar$e £ene, eine £e£e. ®er ©äjneiber, ein pfiffiger SRenfdfj, hörte oou if)r unb fagte: „£>em £>inge motten mir balb auf bie ©pur fommen. SRehmt einen £opf mit 9tahm, fefct ihn aufs geuer unb focht ihn tüchtig. 2Benn ber 9tof)m fodfc)t, bann nehmt ein Keffer unb fdmeibet freujroeife fjinburch. ®ann roirb eS fich aeigen, ob bie fchmnrje fiene eine £e?:e ijt. $)aS Äodjen ber 9Hildj muß aber nacht« um 12 Uhr oor jtch gehen." ®er Sttann, ber auch begierig mar, ju erfahren, maS an ben Siebereien ber ßeute roahreS fei, ging auf ben 93orfdt)lag beS ©djneiberS ein. ©djon in ber folgenben Wacht ging man and SBerf. SMS man eben bamit be« fc^äftigt mar, mit einem Keffer freujroeife burch bie 3Jiitöt) ju fdjneiben, fam bie §eje an« genjiter, fragte mit ben Nägeln an ben ©cheiben unb roinfelte entfe$lidj. $)aS mährte fo lange, als bie SRänner mit bem Keffer freujroeifc bura) bie URilä) fuhren. 3lm nächften borgen aber ftanb bie fchmar^e fiene mit oer= bunbenem Äopfe oor ihrer §ütte unb fah traurig nach bem §aufe hinüber, too man ihr fo übel mitgefpielt ^atte. 80. 2>ie Hadjtraahr. (3)eilbach.) (Sin iunger ©auernburfche freite an ber bieten „SRicfetring". <§S mar grabe jur $t\t Dcr 33efreiungSfriege, unb bie SWänner biefer ©renjgegenb mußten regelmäßig 2öacf>e halten. Digitized by Google - 52 - (ginc« £ageä nun jtonb unfer Surfte mit einem bejahrten Machbar auf ber 2Bad)e. 211$ e$ 2Ibenb geworben war, fagte ber 2Ute: „5Ba3 foHen wir ^ier immer Söache fielen? 3Bir wollen un3 bort in bie ©djeune legen unb fdjlafen." £)aä liefe fich ber junge SRann nicht jweimal jagen, ©ie eilten in bie ©cheune unb legten fich in einem 2Binfel nieber. 9toch ooUftänbig wach oernafmt ber Surfte ein feltfameä Häufchen unb Dachte: „SBoljer fommt ba3 wohl." ®a füllte er ftd) auch fdwn an ber ©urgel gefaxt unb gewürgt. @r wollte nach bem Angreifer treten. 2lber feine ©lieber waren wie gelähmt. £)er alte Wachbar, ber mittlerweile aufgewogt war, fragte Um, warum er fo gurgele. 3n beinfelben Slugenblid war ber 3unge oon feinem Singreifer befreit. 33er- meinenb, ber 2Ute fei über ihn hergefallen, fuhr er ifm barfch au. tiefer aber erwiberte: „3on ber Siebe einer sJ)tof)r nichts miffen unb brad) ben S3erfet)r ab. 81. Äoljleitfuhrraamt fährt Aber einen Seidjen jug. C£eilbach.) (Sinft wollten jwei guhrleute nach Hattingen fahren, um auf einer bovttgen ©rube Äoljlen $u laben. 3lm Sfaffenberge mußten fie einen fteilen §ot)lweg paffieren. £)er erfte gubrmann fuhr an ber einen ©eite. $er anbere folgte in geringer (Entfernung, pöfclich ^ielt ber erfte an unb blieb unbeweglich neben feinem guhrwerf flehen. £)er anbere rief ihm ju: „Söarum (>ältft $)u an?" 2tber ber gab feine Antwort. 9tochbem oerfdjiebene 3u*ufe unbeantwortet geblieben waren, fuhr ber jweite oor. Wad) fur$er Seit fam fein ©efährte nach- @r fragte nochmals, warum er plöfclich flehen geblieben fei. $>a erwiberte jener: „$u bift über einen Seid&enäug gefahren, 3dj fah ifm ga»$ beutlich unb hielt barum; aber ich durfte fein SBort fprechen." Digitized by Google — 53 — 82. $a$ $fanb ber toten. (Heilbad).) (Sine grau war geftor6en. $a ging in ber ganzen ©egenb bie töebe, it)rc ©eele fönne feine ftufje im ©rabe finben, fonbern irre rufjeloS als ©puf untrer, ©nblid) riet man ben Hinterbliebenen ber Verdorbenen, benen biefe ©erüdjte f)öd# peinttd^ roaren, man foHe ber ioten irgenb ein <ßfanb, ein ftleibungSftücf ober fonft etroaS, reiben, bann roürbe it)re (Seele $ur 5Rul)e fommen. ©ine gute greunbin ber SBerftorbenen entfcf)lo& fta) enbtia) $u biefem Siebet bienft. Sie machte jtd) mit bem ^Pfanbe $u ber ©teile, rao bie umroanbelnbe ©eele beS öfter n gefefjen roorben mar. SBirflidfc erfcf)ien aud) bie Xote. $ene reifte ir)r baä $fanb f)in. 2lber aU bie £ote baSfelbe ergreifen mottle, erfaßte fic bie $anb ber grau unb rtfe if)r alle ginger roeg; benn ein £oter nimmt mit, roa£ er einmal erfaßt fmt. $ie Xote erfdnen ton nun an nidjt mein*. 83. 3eilbad), „an ber Sude (^Sua»", genannt, häufig ©anlangen au& bem SWift gefroren feien unb an bem (Suter ber flitye gefogen Ratten. 84. $er 3ftt«8 füjrt ben Söolf an. ($Dcilbad&.) 2RünbU$. (Sinft fam ein SBolf ju einem gud)ä. „©uten Xag, gudjä!" fagte ber 2Bolf. „®uten £ag, Solf !" entgegnete ber gu<$8. $)er SBolf fu^r fort: „3$ mufj bid) f reffen, gucfyB, idj bin fo hungrig, bafe i$ fajier umfalle." « fpradj: lieber SBolf, lag midj leben; ia; gef>e mit bir ju einer alten 2Beibe; bort liegen immer alte «Pferbe unb bu fannfl btdj fatt freffen. auf ben 9Beg. Salb famen fie au bie bezeichnete SBeibe, auf ber aud), wie ber gu<$$ gefagt fyatte, oerfdjiebene alte ^ßferbe graflen. <§Hn8 berfelben lag bidjt an ber £ede unb hatte fein Hinterteil biefer jugefefjrt. ©ierig rooQte ber SBolf über baS Xier Verfallen. $>er gudj$ aber fpradj: „Hüte bid) roof)!, bafe bid) ber Sauer ntd&t ernrifd&t. 9lm Digitized by Google 54 - bejlen wirb eä fein, wenn idj beinen ©ajroanj an ben be3 s£ferbeS binbe. $)ann $ief)ft bu e8 fachte in ben 2Balb hinein unb fannft nadj ©er$en8lujt in aller 9lut)e beinen junger füllen". $)a8 leud)tete bem SBolf ein, unb balb fjatte ber gud)3 fein SBerf ooUbrad&t. 2lla aber ber 2Bolf fidj bemühen wollte, baä Sßfcrb in ben SBalb ju fdjleifen, rief ber gudj>3 plöfclidj: „§opp, Iwpp, f)opp!" $>a erroad&te ba3 ^ferb aus feinem ©Plummer, fprang auf unb jagte in rafenbem Saufe in bie £eibe hinein. 2)er SBolf mürbe als leiste 93eute mitge$errt unb empfing manajen <5d>lag oon ben fajarfen §ufen be« SRoffc^, ba£ immer milber baf)injtürmte. $er SBolf fdjrie in taufenb tngften: ,,§ilfe, .er 2(nbli(f ber lebend froren flinber oermeljrte u)ren Sdjmerj, unb mit boppelter Sitters feit badete fte an t^r Lo« in ber finftern £öf)le bei ben mifegeftalteten 3mergen. 211« einige ber ßinber jubringlic^ mürben, rief fte tfjnen $u: „Stört meine 9tof)e nid&t, benn ia) f)abe fein« von ©ua) unter meinem £er$en getragen". $ann ging Tie fort unb mürbe nie toieber gefefjen. 87. 8fff*gefeMe «tfelbicfre. (!Rid&ratr> bei Langenberg.) ©tnft mo^nte in 9tidj)ratf) ein Sauer, ber in ber flunjt be« gewannen« motjl erfahren mar. 2Iud& oermoa)te er Salute f($mer$lo3 ju &ief)en. £>a ilmt roieberbolt #pfel geftofjlen morben waren, fo mad)te er eine« Xage« GJebraud) von feiner flunft unb bannte bie Xiebe, lauter 9iadf)barn unb greunbe. 2lm nädrften borgen, et)e bie ©onne aufging, begab er ftd) in feinen Saumf)of unb faf) bie $)iebe gerabe aufgerüstet bort fteben. Sie faben über fid) roie Söcfe. ©r löfte fie unb liefe fte ibre« SBege« jiefjeu. 88. §e|enmeifter alö grancS %xtt. (Langenberg.) aXünblicb. 3n ber 92ör)e oon Langenberg roof)nte oor otelcn ^afyren in einem einfamen Kotten ein Schleifer, tiefer Schleifer ftanb in bem 9?ufe, fjejen 311 fonnen. ©inft ging nun ein Sauer au« 9torbratf), ber feine ©efdjäfte in Langenberg beforgt batte, in fpäter 9todf)t — e« modE)te gegen 1 Utyr fein — an bem flotten oorbei auf SRorbratf) 311. §eHer 9ttonbfd)etn liefe alle« fdjarf unb bcutlict) erfenneu. ^aju lag t5df>nee unb e« tjatte gefroren, fo bafe ber SSeg mit einer bünnen ©t«becfe belegt mar. 211« ber Sauer nat)e ju bem flotten ge= fommen mar, badjte er an all bie ©erüd&te, meldte in ber öegenb oon bem Sd&letfer umgingen, unb untoiUfürlicf) ftieg ber ©cbanfe in ifnn auf: 2öa« roürbeft bu roof)l nia^eu, roenn ftd) ber $e£en= meifter jefct in biefer ober jener ©eftalt geigte? $n bemfelben Slugenblicf r)5rte er etroa« (unter fict) über ba« ©t« trotten, unb al« er fidfj umtoanbte, bemerfte er ein graue« Xier, meldte« ben= felben 2öeg einfdilug, ben er oerfolgte. £a« Xier mar aber fo Digitized by Google - 56 - grofe roie ein ©djaf unb (>atte grofee, glüf>enbe 2lugen im Äopf. Unoerroanbt heftete ber SBauer feinen 33licf auf ba$ £ier. S)odj ermannte er fidj enblia) unb führte mit feinem ©toratl) bei Sangenberg.) £eibing, Sagen unb «Wärmen be$ öergifc^en £anbe$, 9lr. 49. ®in alter öauer erjagt folgenbe ©ef$id)te: 211$ mein «ater uod) ein $urfa)e war, freite er ju flrübenfajeib. <5r l)at audj ba feine grau gefunben. @ineö ©onntag« fjatte er roieber feine Sraut befugt unb roollte fpät in ber ftadjt nad) £>aufe getjen. $a fragte Um ein anberer Surfte: „2Bie, bift $u nid)t bange, allein $u gelten? Söeifet $>u niajt, bafe um jroölf U^r nadjtä am ©icbenfolf brei fa)roar$e SWänner fifcen, unb jeber fjat ein £ämpd)en oor ber SBruft?" — $)er ©efragte erroiberte, er Ijabe bie sJ)tänner nod) nie gefeljen, unb madjte Ha) auf ben 2Beg. 211$ er in bie ^äfje beä ©ieben= folfe fam, ba faf) er richtig bie brei fdiroarjen SRänner fifcen, jeber tjatte ein £ämpd)en oor ber Sruft unb it>re ©timmen flangen fa^auerlia) roie tiefet ©efumme unb ©ebrumme, roie banget fldfoen unb ßrädfaen, ja wie Sttorbgeljeut. ©rfd&recft roidj er au« unb mad>te einen Umroeg, immer feine Slugen auf bie ©puf= geftalten t)eftenb. £ie brei fdjroarjen Männer mit it)ren £ämpdj>en ftonben enblid) auf unb gingen rafd) auf bie ©iebenfteinful ju; babei raffelten fie mit Letten. 3n ber ©iebenfteinful erhoben fie fid) unb flogen auf ben &üroel$fiepen ju; t)icr fat) ber $urfdj an bem ©djein ber Sämpdjen, bafj fie fi<^ trennten unb nadj vtx- fdjiebenen 9tid)tungen bie gludjt nahmen. 2>iefe brei ©pufgeftalten fmb bie ^Haubmörber eine* fram äöftfdjen glüajtlingS; fie fjaben beffen £eia> in ben ©iebenfolf oerfenft, unb barum muffen fie an bem Ort tyrer greoeltljat er= fajeinen unb e3 immer roieber feljen, roie fie ben grembling morbeten. ®er ©rmorbete fteigt bann aus bem tiefen ßolf unb forbert ©ut unb 5Jlut oon ifjnen jurücf, bi$ fie mit Äettengeflirr burdj bie Öüfte bie Jvlndt>t ergreifen. Digitized by Google - 57 - 90. Langenberg ltnb bie ^attfa. (Langenberg.) SJenber, §arbenbcrg, 123. 3m fpätern Mittelalter, als bie §anfa ju gewaltiger SRac&t gelangt roar, ift Langenberg ein (Stapetort für bie 5Baren ber banfifdjeu Äaufleute geroefen. 91. $er gebannte Teufel. (Langenberg.) SRünbUcty. Stuf einem $ofe bei Langenberg lebte einmal ein alter 3Rann mit [einer grau. 6r befafe eine Lintagetau (23anbftuf)l 3ur §erftellung oon Leinenbanb) unb liefe barauf feine @nfel= finber, namentliaj einen jungen Wann, arbeiten. 3ebeSmaf, roenn ber Site fjeimfam, fd)impfte unb flud)te er über bie ßinber, bafe fte nia)t fletfeig genug geroefen feien. (Sinft roünfd)te er fogar, ber Satan möge fic alle fjolen. (Sinige £age barnad) roütete ber alte roieber gegen bie Äinber, fölimmer, beim je üor^er. als ftd) nun ber Sunge an bie Arbeit mad;en roollte, fielen bie ©erotdjtäfäften beä SanbftuljlS laut bröljnenb jur (Srbe, unb bie 9lägel fetner ginger rourben ganj fd)roar$. @3 roar nun fein 3rodfel mef)r: ber 53öfe roar im öaufe. Salb machte er ftc^ auf alle SBeife bemerfbar. 3Wit jebem £ag rourbe fein Auftreten fd)limmer. als atteS nid)t« fjalf, roanbte man ftd) nadj bem ftlofter £arbeuberg, an ben großen Xeufelä- banner ^ater <£rementine&. £er fam benn audj unb trat betenb in bie Stube. au er weiter in bie ©tube hinein fdjritr, bebädjtig unb laut betenb, ba erljob ftäj im uebenauliegenben Slrbeit^immer laute« öebrüU, als roenn ein Löroe ftdj oerne^men lägt. $od) ber ^ater liefe fuj& nicf)t fdjrecfen unb fdjritt be^erjt auf ba« ©emad} ju. £)a fdjrie aus biefem eine (Stimme: „£ebe bid) fort, bu bift ein S)ieb!" aber audj tjierburd) liefe ftd) ber geiftltdje £err ntdjt beirren unb fefcte fein Sßerf fort. $)er ©ottfeibeiunS rourbe aus bem $aufe oerroiefen unb unterhalb beS §aufe« in einen (Siepen nerbannt. $ort machte er ftdj in ber golgejeit uod) oft bemerfbar. 2lber mit jebem 3al)re fommt er roieber einen £af)itenfd)ritt bem Drt feiner einfügen £()ätigfeit näfjer. 92. SüttelSftepen bei Langenberg. 3RfinbIi$. 3m 2Birt8f)au$ am $)üroel£ftepen fpielte man früher leiben* febaftlid) Starten, oft bid tief in bie 9tadjt hinein. (Sine (Spiel* Digitized by Google — 58 — gefellidjaft, meldje bort einft fafe, rourbe oom Xeufel in ben natyn Siepen geführt. $)ort fefcte ftdfj bcr Teufel mit feinen ©enoffen auf bie Säume, um weiter ju fpielen. s#on biefer %t\t an trägt ber Ort ben tarnen „$üroelsfiepen". 93. $ie lufitQe fta&rt naaj flöht. (Langenberg.) 3u ©tompä bei Sangenberg tagen einft jroei Sauernfnedjte in ber 6eune unb gelten il)r ^ittagäföläfd&en. ®a bemerfte ber (Sine: „§eute ift Äirmefe in ßölu; mir motten f)in unb uns bie ©adfje einmal anfeljen." $er 9lnbere entgegnete: „3a? fjabe gehört, bafe ßöln 10 — 12 ©tunben oon f)ter entfernt ift; roie fönnen mir borten fominen?" $er (Srfte aber fpradj: „golge mir nur unb oertafe ®icf) gan$ auf midj; mir finb in furjer Seit in Äöln, unb am 2lbenb, ef)e man ju XifdE) gef)t, fmb mir roieber jurücf". 3)er Hnbere oerflummte. 92un naf)m ber erfte einen ©trotyroifd} $roifdf)en bie Seine unb forberte feinen Äameraben auf, ein gleidf>eä ju tf)un. $aS gefcf)af) unb jener rief nun: „X, X" unb atfobatb flogen fie f)oä) burd) bie Suft mit faufenber od>nettigfeit batnn. Sor ber 2tbfat)rt r)atte ber erfle ßnectyt ben anbem ermahnt, roäfyrenb ber gafyrt fein SBort ju fpredjen. 21U fie nun fyodfj oben ba^inf darnebten, ba$ £anb tief unter fid), unb in furjer $tit ben fetten SBafferfpiegel be8 Steine unter fidj erbtieften, fafj ber smeite auf feinen <5trofntnfd& unb bemerfte $u feinem @ntfe&eu, ba& er ein fjalbeS ßalb jroifdfoen ben Seinen t)ielt, unb jroar ben Sorberteil; fein gübrer aber tjatte einen fjalben Siegenbocf feft jroifdjen bie Seine geflemmt unb Hämmerte ftd) frampfijaft an bie grofeen Börner beäfelben an. 3m 9tu roaren bie beiben in Äötn, unb itjre !Reit= tiere roaren alfobalb oerfd&rounbeu. 9iun trieben fie fid) in bem bunten ©eroimmel fjerum unb genoffen bie greuben ber großen ©labt, ©nblid) aber gemannte ber eine an bie ^eimfe^r. 2luf ein „X, X" be$ funbigen ÄnedjtS fefyrten it)re alten Leittiere $urüd, fie fliegen auf unb mit bem erften ©a§ fdjroebten fie tjodj) über bem 9tt)ein. £a tonnte fid) ber anbere nid)t länger galten unb rief laut au3: „3dj foll nid)t£ fagen unb barf nid)t$ fagen; aber ba$ muß id) bod) fagen, ba£ ift ein tüchtige« Äalb, roela)e$ einen folgen Sprung ma$t!" 3» bemfelben 2lugenbltcf oerfdjroanb ba8 ftalb jroifcben feinen Seinen, unb er (türmte in ben 9tt)eiu, auä bem er fieb nur mit fnapper 9tot rettete. Digitized by Google — 59 — $)er onbere Änedjt fefcte feine SReife unbebinbert fort uub war jur regten &e\t jurud. Seim Slbenbeffen fiel ba$ geilen be$ jroeiten Änedjtä fofort auf, unb ber Sauer erfunbigte ftd) nad) if>m. 2lber ber, ber allein Sludfunft ju geben oermoa^t bätte, fdmneg fein fftlle. 2lm britten £age fam ber Sermifete tyim unb erjagte bein Säuern oon bem luftigen 9tttt. Xer Sauer wollte jebod) feinen Änet&t in feinen Dienjten fjaben, ber folcr)e Äünjte oerfianb, unb entlieft ben 3au&erfunbigen fofort. 94. Shitlettbaftl. (Sei fleotge*.) Liber privilegiorum maior ber »btet SBerben, ftot. 12. «bflebrucft in ber 3ettfc$rift be« Öet0if($en ®ef$i$t8öeretn* II, 271 ff. Überfefrt toon »enber, §arbenberg, 7/8. „3m tarnen unferS §errn 3efu (Sbriftt. $Bir Liener beS ^eiligen ßiubgeruÄ roünfdben jur AenntmS ju bringen allen ©briftgläubigen bie jammeroolle ©raufamfett, roeldje bie ßeute ber .§errin SRidnlbte auf ben 9tat uub Sefebl ibreä eigenen ©of>ne8 X^eobericft in bem 6rbe unfereS ^eiligen SaterS Siubgeruä, ba$ er um bie beiben t?lüffe ^it^ela unb 92aoegifa ju eigen r)atte, verübt baben. ©8 uoflbradjten alfo bie rudjlofen Männer ifjre ^3o^^eit fonberlid) an jenem Orte, n>o §umfrieb, roeilanb ^riefler unb unfer Sruber, auf @ebei§ be3 §errn ©erfrieb, bed Sifa^ofä, ein $auS erbaut, unb ben ©otteSbienjt, fo gut er tonnte, t)erri(f)tet bat, unb ben er befeffen bat oljne jemanbes @tnfpru ber ffieife gefefclidjer (Srbtümer. Unb als berfelbe &ned)t ©otte* bort bie Steife feierte, famen bie ^enferSfnedjte ber iRiajilbiS auf Sefebl ibreS <5obne$ Xbeobericb, ir>tt $u t>erberben. 2tl*balb nahmen fie it>rc #rte unb begannen einen grojjen Saum anzubauen, Digitized by Google - 60 - um Um auf jenen ju ftürjen. 6r aber ftanb unerfdirocfen unb bielt bie SJteffe. 9tun änberten bie 9ftorbgefellen ityren 6ntfd)lufe, um niajt jugleidj mit jenem bie SMnge, bie fie $u rauben oorbatten, ju üerfdjütten, unb fie fmben an, ifyn, ber mit ben ^eiligen ©e= wänbern befleibet uor bem $lltar ftanb, ju jerfdjlagen, fo bafe fein 33lut über ben Stltar flofe. Unb als er t>or bem 9lltar $ufammen= gebrodjen mar, jogen fte it)tn bie ^eiligen ßleiber au«, b. t). tfafel, (Stola, 2l(ba, SJtonipel, (Stngulum, unb raubten fie fid). (Sie raubten aud) bie Reliquien be$ ^eiligen (SrlöferS unb ber ^eiligen ©otte$= gebärertn, beä betligen ^etruS unb be$ r)ciligen ÖiubgeruS mit ber £)lfapfel, baä geweihte tfreuj, ben Äela) famt ber ^atene unb bie geweibte 2Utarplatte famt bem Korporale, unb warfen ben Slltar um. 2IIS fie ba$ gettjan unb roafmten, er fei tot, jogen fxc ifm natft au3, unb raubten ifym ben Setbrod, ben Drbenägürtel, ben SRantel, ba3 Unterfleib, flamm, Sdjufje, ©anbalen u. f. w. $)ann legten fie ifm über einen langen ^3fat)l loic einen ©ad, nur nod) mit ber ilapufee (cuculla) befleibet, unb trugen ifm wie jum SBe* gräbniä nad) ber 9tooigifa, unb warfen if>tx in ein bid)teS $)orn= gefträueb am Ufer, fo bafe er burap bie dornen in ben glufe fiel, unb warfen über it)n öaumjweige unb Knüttel unb spfäötc unb waä fie nur fmben fonnten, unb bebetften tyn bamit. Slber ber allmäajtige ©ott, weiter bie, bie auf it>n Iwffen, nid)t uerläfct, unb ba jene nicf)t wu&ten, wen fie fo marterten, faf) erbarmenb, wie wir glauben, wegen ber $erbienfte be$ ^eiligen SMubgeruS, feinet ÖefennerS, mit bem 2Utge ber Sarmberjigfeit ben im ^luffe Siegenben an, unb biefer, als er wieber ju Gräften gefommen, ftanb fogleia) auf, fefyrte ju ber ftirdje, oon ber er auägefanbt worbeu, $urüd unb braute bem aUmäa^tigen ©otte unb ben $er= bienften be£ feiigen ttiubgeruä in ©emeinfd)aft mit ben übrigen trübem Xanf bar. Stornad) aber fd)ritten bie SJtörber nadj feinem $aufe, füplugen feinen Liener ©wafbarb, einen ebeln Saufen, faft $u Xobe, unb raubten in bem §aufe jwei gröfjere 9*öde (rokkos), jwei Mäntel, eine giljbede (feltrum), einen §ut (capitale), Stiefel, ©dmbe, Seibröde (subtalares), §anbfd)uf>e (manicas), £ifa>, §anb= unb Xafdjentüdjer, SBetnf (eiber (hosos), ©poren, Warften, Seile, ©diaufeln, ftaden, Keffer, 3weimal gefd)ärfte sef)en, empfing von ber ßapufce (cuculla) 33runrid)$, bie allein oou feiner gangen §abe bem ©emarterten verblieb, bei ben Uinroofjnenben ben tarnen Äugulenbal". 3efct Reifet biefe ©egeub &uljlenbaf)(. 95. iöittcfiub in Jparbenberg. CJieoigeä.) £tattfttf<$e SarfteUung beS Äreife* SHettmann, 1. SBenber, §arbenb«rfl, 4. SJranbenburß, öefäitye be« Söallfa^rtSorte« varbenbcrg. Unroeit ber XönnidOetbe, auf einem nadj ber einen Seite jäf) abfaflenben Serge, breiten ftd) nodj Ijeute bie fpärlidjen Xrümmer von 2Ut;§arbenberg au«. 9tod) einer alten bid&terifd&en 3nfd)rift, meldte fidj früher in einer 3Jtouer biefed ©d&loffeä befunben fyaben fofl, liefj ßart ber ©rojje bem gefürdjteten ©adjfenfüljrer ^Utefinb nur §nrbenberg, aU er ifmt bie $errfdjaft über Sad)fen natmt. 9lati) einer anbern ©age foU bie Qnfc^rift getautet tyaben: „SBittefinb, bat $üoel$finb". %a. Äönig ©olbemar. (§arbenberg bei sJ?eoige£.) 3immcrif^e (S^ronif («uSgabe öon 8arrad) III, 84 ff. Solcher unrainer gaister sein vor alten Zeiten vil ge- wesen, die weit betrogen und wunder haben gestift. als wir finden im stift Baderborn besehenen sein anno 1383 under bischof Simon, war ein graf von Sternberg. In selbigem stift het der graf von der Mark ein edelman under im sitzen an der Rur. hiess Nebling von Hartenberg. Dem kam auch unversehentlich ein sollich gespenst ins haus, redt mit im und andern, gab antwort uf die fragen, kunt allerlai saitenspill über die masen wol. spült auch im prett. der- gleichen ass und trank mit inen, vilmals legt er sich zum edelman ans bet über nacht. Es kamen vil gaistlicher und weltlicher personnen zo im, umb wunders willen und damit sie ine horten. Den gab er allen red und antwort und von seltzamen sachen. iedoch, so in die geistlichen oder die ge- leiten von seinem statt und wesen zu vil wolten fragen und erkundigen, alsdann zeigt er aim iegelichen an das gröst laster, so ieder all sein tag begangen hat. Dardurch wurden sie verursacht, schamrot zu schweigen und ine weiter nit Digitized by Google 62 - zu fragen. Aber den edelman warnet er zum dicken mal vor dem überfahl oder zukunft seiner feind und widerwcrtigen, zaigt im auch mitel und weg an, wie er inen entweichen und begegnen megte. Er nennet sich selber kunig Goldemar, liess sich aber gar nit sehen, aber die hendt, wer es an ine begert, liess er im angreifen; die waren ganz lindt und zart, gleicherweis als ob einer ein maus angriff. Unter anderni saget er denen, so umb in waren, der Christen glaub bestund allein in Worten, der judisch glaub im edlen gestain, aber der heidnisch in kreutern. Es het diser edelman von Harten- berg ein schöne Schwester, derselbigen zu lieb, wolten vil achten und gewisslich darfur haben, wer der gaist im haus, dann er pflag zu zeiten den edelman sein sch wager zu nennen. Den leret er undcr anderm, so oft er nachts nieder- ging, oder des morgens ufstuende, oder auch sonst was namhafts zu schafen oder anzufallen het, solt er allwegen vorhin sich Gott befehlen und denselbigen mit disen Worten bekennen: „Increatus pater, increatus filius, increatus spiritus sanctus!*4 Er ist letstlich von im abgeschaiden, das niemands waist, wohin. %b. flötiifl ©olbemar. (Hartenberg bei Weniges.) Ä. tum galfenftein, 35ad 3Jw$ ber Äaiferfagen, SSurfl* unb Äloftermär<$en. 3$to. §att 1850. 1. 3" Äaifer äBeujelS 3e^ ^c^e auf ber $)urg Hartenstein, unweit SteingeS an ber dlvfyv bitter 9tet)eling oom Hartenberg. 3u biefem tarn einft ein ©rbmännd&en, nannte fia) Äöntg ©olbemar, blieb bei itjm auf ber 33urg unb ruf)te in feinem Sette. ©olbemar fpielte Ueblid) bie öarfe, würfelte, fefcte (Mb auf unb tranf 2ßein. 21udj fpra# er mit Dielen Seuten. 6r fefcte bie geiftltdjen Herren, roeldje jur S3urg tarnen, in Verlegenheit, tnbem er ifjre fjeimHdjen «Sünben ermähnte, bitter Hartenberg nannte er einen ©d)roager, warnte ifyn vor feinen geinben unb teerte ifm ftd) freudigen mit ben äöorten: „Unerfdjaffen ift ber s#ater, unerfdjaffen ifl ber ©ofm, unerfdjaffen ift ber tjeilige ©eift." @r fagte, bie (Sfcriflen grünbeteu ifyre Religion auf Söorte, bie i^uben auf töftltd&e Steine, bie Reiben auf Kräuter. Digitized by Google - 63 - Seine §änbe füllten fid) mager, roetch, bodj eiafalt an. 9Jton fah nur feinen Statten. 9iachbem er brei 3<*&w auf ber Surg wrroeilt, 309 er fnnroeg, ohne jemanb fieibä ju gefügt ju ()aben. 63 fjatte aber 9teoeling eine fdjöne Schweiler, unb t»iete argwöhnten, ba$ (Srbmännchen fyabe ftch ihretwegen fn'er aufgehalten. 2. £aufe £arbenftein hat oor 3^iten ein (Srbmänndjen, König Kollmar genannt, in einer Kammer gewohnt, welche noch gur heutigen Stunbe SoUmarfammer h«&t. Xiefer Sottmar mufjte ftetS einen $lafc am SCifd^e unb einen für fein $ferb im Statte faben. Son Sflenfch unb $ferb fat) man jeboch nie mehr als ben Statten. 63 trug ftdj $u, bafe ein Küchenjunge be3 SchloffeS, ber ben König ober wenigflenS feine gufjftapfen ju fehen begierig mar, (Srbfen unb SHfche umherfireute, bamit er fallen möge, ©ein Sorwifc würbe aber übel bejaht. ©ineä borgend beim geueranmadjen fam Sottmar, brach ihm ben öal$, fne& i^n in Stüde, ftccftc bie SBrufl an einen Sratfpiefj, unb föchte ba3 §aupt nebjl ben Seinen. Sei biefem Slnbticf entfette fich ber Koch unb roidt) au* ber Küche. Sobalb bie Berichte fertig roaren, mürben fie t>on Unftdfcjtbaren auf Sottmar« Kammer getragen unb unter greubengefchrei unb raufchenber ^Huftf oerjehrt. 9toch biefer 3«t hat man König Sottmar nicht mehr t>erfpürt, über feine Kammerthür aber gefcf) rieben gefunben, ba& ba$ §auS fünftig ebenfo unglüdlidt) fein werbe, al£ e$ bisher glüdlich gewefen, unb bie jerfplitterten ©üter nicht eher wieber jufammenfommen fottten, bis brei §arbenberge uon ^arbenfiein leben mürben. Spiejj unb SHoft ftnb lange aufbewahrt, 1651 aber burct) bie einbringenben lothringer geraubt morben. $)er Xopf ift noch w- hanben unb in ber Küche eingemauert. $otttf($ bearbeitet t>on ii. SJtefe, ©agen unb 9Jiarc$entt>alb. 97. SHarienbüb ju Weniges. »enber, $arbenberg 282. (»enber bejei^net $ater $au ba« „rounberrebenbe Silb" in einem Srtefe an ben Sßräfe* be* Konoente* $u Hartenberg; biefer fdntfte e* an ben 2lbt oon Serben, greiljerrn gerbinanb oon Oefte unb Erwitte, ber e* nad) ^erjinnigfier Serefjrung na$ Hartenberg jurüdfanbte. Da erfranfte im ^uli 1681 plöfclid) ber gürftbifdjof oon ^aberborn. 25a erfannte ber 2lbt in tym ben großen dürften, von bem ba* ©nabenbilb gefprod)en rjatte. Er reifte ju ifmt, teilte ifmt bie gan$e ©efdud)te mit unb ber prft glaubte. Er legte ba* geforberte ©elübbe ab unb gena*. Er reifte al*balb nad) Hebern berg, um ba* Silb an Ort unb (Stelle 31t oerebren, unb erbaute auf feine Äoften ba* ßlofter. 98. (freraenttne* — ein ©eiliger, (tfeoige*.) 311* ber grofee £enfel*banner Erementine*, ber aud) bei ber proteftantifdjen Seoölferung ber ganjen Umgegenb auf* bWte oerefjrt mürbe, begraben mar, flogen brei roeifee Rauben über fein ©rab bin. $)a* Sott fat) ba* al* ein Rieben be* Gimmel* für bie «peiligfeit be* geliebten s#ater* an unb toünfcf)te bringenb, oafr man ben £cid)nam au* feinem ©rabe ueljme. ©ürbe er feine ©puren ber Serroefung auftoeifen, fo fei er unbebingt al* ein Heiliger ju betrauten. 2(ber man fam biefem ^unfdje nid)t nad). $te Serebrung ber 9Renge für Erementine* t)at aber baburd) feinen 2lbbrud) erfahren. Digitized by Google — 65 - 99. Steifen wanbeln ftftj in Blumen. (SWcüigcö.) SRünbli$. ^ßotcr ©rementineä im Älofter $arbenberg ftonb allgemein bei ßatyolifen unb ^roteftanten im ©erudie ber §eiligfeit. <5r fdjlief auf einem Stein. 9113 man ifjn einft »errounbert barüber befragte, erroiberte er, baß fein £err unb §eilanb nod) oielmeljr für ü)n getfyan fjabe. Selten gönnte fid) ber fromme ßlojterbruber eine oolle 9ttaf)läeit. ®en größten £eil ber ©peifen Redte er unter feine Äutte unb trug fte r)eimlid^ ben 2lrmen unb «Rotleibenben $u. ©inffc begegnete man ifmt, als er flüdjtigen ©d)ritte3, bie ©peifen unter feinem 9Rönd)3gen)anbe oerborgen, ba§ineilte. 3flan fragte ifm, xoai er unter feinem ßleibe «erborgen fabe. <5r gab jur Slntroort: „3dj trage Slumen." eröffnete nun fein ©eroanb, unb lieblidj buftenbe, fjerrlidje SBlumen flimmerten tjeroor. $n biefe Ratten ftd) feine ©peifen oermanbett. 100. Ter Teufel an ber ftette. (fteoigeä.) 3)er oielgenannte gran$i3fanermönd) (SrementineS im Älofter $u §arbenberg (ftemgeS) bielt ben Xeufel an einer flette im bortigen Älofter gefangen. 2ln feiner ßette tonnte er ifjn funfüfjren, roofnn er roollte. 101. ©InJcnbeS «oft. (fleoigeä.) SHünblicfc. 2luf bem ®ef)öft Seef bei ^eoiged ftanb einft ein Sauer — e3 mar t>or langen, langen Qafjren — in ber 9taa)t auf unb ging in ben £of f>inab. $a rief er plöfelid) au3: „$a fliegt ein gUu)enbeä «Roß r)cr!" ©päter rourbe biajt am §ofe oorbei bie ^ßrina 2Btlf)elm3= baf)n gebaut. 102. Ter entberfte ©erwolf. (fteoigeä.) Wontanu$:3MbbrityI, SJorjeit I, 168. (Sin Sauer au« ber 9täf)e oon SRemgeä fam nadjte mit feiner grau oon einer ^odfoeit. £a es geregnet fjatte, trug bie grau tyr flleib f)od) aufgeföjürjt, fo baß ber rote Unterrodt jum Digitized by Google — 66 - 33orfdjein fam. 2113 fie in bie 9Gäf)e tyrer 2Bof>nung gefommen waren, bat ber 5öauer feine grau, fdjon ooran $u gef>en, er werbe balb nadtfommen. 9fadj furjer 3e^ erblicfte bie grau, burdj ein ©eräufdj aufmerffam gemalt, ein 2Bolf3ungel)euer hinter ftd^/ ba3 fie »erfolgte unb feine langen Qafynt tief in il>rem Unterrode begrub, ©ie f$rie laut auf unb flüchtete ber nal>en SBofmung gu, worauf ba3 Untier oon tljr ablief}, äura barnadj erfdnen ifn* SRann, bem fte fofort ben Vorfall ersä^lte. Dfme oiel au fagen, legte ftd) biefer aber &u 33ett. 2113 ftdj bie grau am folgenben borgen erlwb, fd&Iicf iljr SMann nod) feft. $>a gewahrte fie bie roten gefcen oon tfjrem Unterrod jwifd&en feinen 3äf>nen. 9tun wufete fte, bafj tyr SJtonn ein SBerwolf fei. 6ie flof) ju iljren eitern unb fefcte bie ©Reibung oon i&rem SJZanne burdj. 103, $er Teufel als «nfläfler. (Stange*.) (Sinft trat ber Teufel ju (Srementine3, feinem großen geinbe, unb fjielt ifmt oor, er f)abe einmal geftof)len; unb $war f)abe er in Dber;abe jeljn ftreujer auf ben Saumfrumpf gelegt, meiere ber SJeftfcer pnben mu&te, unb bamit ben ©tod reid)lid> besagt." dagegen fonnte ber Xeufet nidf)t3 einwenben unb fleinlaut 50g er feine3 2Bege3. 104. SWeineibiger nenoeft ni*t. (^eoige3.) (9MnbIic$.) 2luf Üttenbafjl bei (Slberfelb arbeitete eiuft ein Xagelölmer au3 9?eoige3, welker ben ganjen Xag flutte; aber niemal3 liefe er fidj ju einem ©djmur Ijtnreigen. ®in alter Wann ftellte ifm jur SHebe wegen feine3 gotte3jämmerli$en glud)en3 unb bat if)n, er möge bodj fota)e3 ablegen. ®a erjäfjlte ber £agelöf)ner, er fludje roofyl, aber er fdjmöre nidfot. £e$tere3 fei allerbing3 eine fd&were ©ünbe. 3>enn oor mehreren 3a^reu *)a&e am ©ertdjt in SReoigee einen Wann fdjroören fef)en, welker balb barauf geftorben fei. 9todf) längerer 3eit fei fein ©rab geöffnet worben; aber ber Sfleineibige tyabe uns oerweft im ©rabe gelegen, unb SBotte fei über iJm gemaa-jfen. Digitized by Google — 67 — 105. Spul im 3chlofjturm ju Oarbenberg. (fteoiges.) Was Schlofe £arbenberg ijt burdj oier gleiche, jtarfe SRunb* türme, welche burcb Mauern oerbunben finb, gefä)üfct. $n einen biefer Zürnte lögt man niemals einen $9efn$er eintreten, weil ein gräulicher Spuf in bemfelben fein Unmefen treibt. 106. Unfdjulbig gerietet. (Weotges.) 33or oielen Sahren lebte in WeoigeS eine grau mit ihrem Äinbe. Severe« würbe oon ber Butter oft mit großer Strenge $ur Arbeit angehalten, namentlich jum Spinnen. 9iun trug e$ ftd> au, ba& bie grau eined ZageS einen 3luä= gang macheu mufjte. 33eoor fte jeboch ba$ §au$ ©erliefe, befahl fte bem ßinbe, flei&ig ju fptnnen, wenn e& nicht eine hörte Strafe ju gewärtigen haben wollte. Wann ging bie grau. Wem fttnbe mürbe ängftlich ju Mut, als es feine Aufgabe nicht ju löfen oer« mochte. Um ber angebrohten Strafe ju entgehen, lief eS fort. 5113 bie Mutter ^eimfc^rte, oermifete fte fofort ihr Äinb. 2WeS Suchen im £aufe unb im ganzen Worf mar oergeblidj. 5Run hatten einige Nachbarn bie hatten ©orte ber grau vor ihrem gortgange gehört. Sie machten bem ©erichte baoon Mitteilung, unb bie grau rourbe gefönglich eingebogen. 3Hle Beteuerungen ihrer Unfdjulb fruchteten nicht«; fie rourbe sunt £obe oerurteilt. Schon fafe jie auf bem Stuhle, unb ber Scharfrichter roar bereit, feine« SlmteS ju malten, als fie nochmals oerftcherte, unfchulbig ju fein. ©letdfoeitig bat fte ©Ott, felbft ihre Unfchulb ju bezeugen. (Einige Minuten fpäter lag ihr $aupt an ber @rbe. Slber noch mar ber ftörper ber berichteten nicht t>om Stuhle genommen, als eine weifje £aube über bie 9tichtjtätte flog, oon niemanb beamtet. 93alb nachher fef)rte baS Äinb gurüct unb Härte ben Saer öouer auf bcr Tönntäljeibe. fieibtna, 6G. Söenn man burcf) ben 3lnfd)lag bei ber £önm$l)eibe gebt, fo fommt man an einen 33ad). &ort roofjnte früher ein Stauer, ber mandjen betrogen ^atte, namentlich beim SSerfauf feiner jyrudjt. 35aburdj tjatte er großen 9leid)tum ertoorben. 3ur ©träfe bafür mufe er jebe 9fad)t oon jroölf bi* ein Uljr ben 93ad) hinauf unb f)inab geben, aber immer im SBaffer bleiben. <5r ift nrie bei feinen ^ebjetten gefleibet, trägt einen biaum Littel unb ^ot)c 3öafferftiefel. ©d)on 3ct)n bis jroölf 3af)re manbert er burdt) ben SBad); oicle Seilte fjaben il;u gefeben. 110. $er Turin auf ber £>arbenbcra,er £etbe. (Tönntebeibe.) 2Rünblicf|. 3n grauer 33or$eit ftaub auf ber tjodjgefegenen Farben b erger £eibe jroifa^en Tönniabeibe unb Velbert ein mächtiger Turm, ©in gleicher Turm crr)ob fxer) auf bem ^intbcrge. 3>n biefen Türmen toobnten aber Räuber. SÖenn fie ju gemeinfamer Ttyat au^ieben sollten, fo roinften fie fid^ oon biefen Türmen au* einanber $u. 111. $er ©euer toon Söolbecf. (Siebeneicben.) 3u ber ©emeinbe Unterftebeneicben bei Reuiges liegt ber £of 2Bolbecf. (Sin früberer SBeftfcer beäfelben mar SÖiitglieb be$ Äird;cu= oorftanbeS unb fo angefeben, bafj man $u Wernges fo lange bie ©loden läuten mu&te, als er fid) auf bem ßird>n>ege befanb. Slber trofc aUebem mar unfer Sauer ein groger Sobelin. 3n feinem §aufe tyattc er ein gebeimeS äiinmer, in n)eld)eä fein Digitized by Google - 69 - Sounenftrahl fiel, mib bejfen Xljüren unb genfter mit ftarfen (Sifenftäben wot)l oerwahrt mann. £ort bewahrte er feine 9teia> tümer. 3n btefeS 3inwter &atte niemals ein frembeS 2Iuge einen ©lief geworfen. 215er einjt mu&te ein Maurer in biefem 3i*nm*t eine 2trbcit vornehmen, unb fah nun aujjer mächtigen, frembartigen frühen unb Schränfen mit gro&en Schäden auch fremblänbifche Äleiber, vielfach mit prachtvollem Sefafc, ober mit (Stoib unb Silber geftieft. ©S waren bie ©ewänber flüchtiger Hugenotten, beneu ber Sauer ein Cbbad) gewährt unb bie er bann heimlich getötet (namentlich im Sacfofen geröflet) fyattt. ©elb ^atte er fidt) bann ange= eignet unb auch ihre prachtvollen 5l(eiber nicht preisgeben mögen. £rofc großer 93elof)nungen unb bem feften Oüelöbnid unverbrüchlicher Serfchwiegenhett plauberte jener Maurer boch- Schon waren bie mit ber ©efangenneljmung beS SMbecferS beauftragten Soten in feinem Simmer, um ben Übeltäter abju= führen. 9113 fie im Segriff waren, ihm geffeln anzulegen, bat er nur um bie Erlaubnis, in it)rer (Gegenwart ein anbereS Seinfleib anlegen ju bürfen; er werbe ihnen bann bereitwillig folgen, liefern ©rfudjen würbe ftattgegeben. ftaum war er aber hinter eine Sett= ffcelle getreten, als er r>or ben Slugen ber ^äfcher verfd)wanb. (Sr hatte bort für Notfälle eine gallthür anbringen lajfen, burch welche er nun in ben barunter befinblichen ftufjftall glitt. 211s fich bie Liener ber ©erechttgfeit oon ihrem ©rflaunen erholt hatten, lief ber Sauer fdwn querfelbein unb entfam für bieSmal. Später bemächtigte man ftcr) bodt) feiner. Unb in einem ber runben ©eftürme beS SchloffeS $arbenberg jeigte man noch int Anfange biefeS 3ar)rhunbertS einen fchweren Stein, an welchem ber Sauer oon 5öolbecf angefettet gewefen fein foü. 112. $te 3frau auf ber ©etbe. (Siebeneichen.) 9Hünblirf>. 6in(l ging eine grau aus ftorbratt) burch ben SBalb, welcher fich oberhalb SdjmüreS in Dberfiebeneichen ausbreitet. $a erblicfte fie auf einer mit ^eibefraut bejtanbenen SBalbfteHe eine grau, welche mit grauem $ocf unb fchwarjem Halstuch befleibet war, unb welche bort fafj unb §eibe ausrupfte. SllS bie grau ber Sifcenben fidt) näherte, war biefe verfchwunben unb in ber ganjen ©egenb feine Spur oon ihr $u finben. Digitized by Google — 70 — 113. £ie ßcfjeimnie&oHc Cf)rfcige. (Siebeneidjen.) (Sin „an ber Spelle" im Dönberg n>of)nenber 2£eber fam einft jur 9Rittag*$eit burdj ba* ©djimmelbrud) bei ©aurenfrm*. @r roar in (Slberfelb geroefen, roo et ßaffee eingefauft tyatte. ©en äaffee fjatte er in ein £udfj gebunben unb trug biefe* an feinem Btodt über ber 2Wtfet. 311* er fo ruf)ig feine* SBege* baf)infd)ritt, empfing er plöfclidj eine berbe Ohrfeige, bajj feine 9ftü|je jur ©rbe ficL SBeit unb breit mar aber fein lebenbe* SBefeu ju erblicfen. ©ereijt unb ooUer Bürger, fidj für ben erlittenen (Beimpf nid)t rädjen au fönnen, rief er au*: „£)a* oerfud) nod) einmal!'' 2lber e* erfolgte fein neuer Singriff, unb er fefcte feinen £eimroeg fort. 114. (Hn alter SWann fteljt allnäajtlid) eine Seifte, (©iebeneidjen.) 3u „©djmefce*" bei 9ftol)leber n>or)nte eine alte SLMtroe mit jroei erroadjfenen ©öffnen, roeldje trofc ifjre* 2Uter* roieber heiratete. 3&r 9Rann mar aud) alt. £)er alte sJttann ftanb in jeber 9tad)t auf unb trat an* genfter be* ©d)lafgemad)*. Salb merften bie ©öljne biefe* eigentümlid^e ©ebafjren unb fragten bie ^Dhitter nad) ber Urfadje. 2lber bie üttutter fonnte feinen 2luffd)lufj geben unb nun raanbten fie fid) an ben ©tiefoater, ber enblidj nad) meiern drängen geftonb, bafe jebe 9iadjt eine £eid)e am £>aufe oorbei fomme, roeldje er fefjen müffe. $)ie beiben befd)loffen, ben 2llteii oon biefer $lage ju befreien, aber ganj fjeimlid) r»orjugel)en. 3» ber nadelten 9tod)t matten fie, oerfjielten fid) aber ganj rut)ig. 211* aber ber Sllte nad) feiner ©eroof)nf)eit roieber an* genfter trat, fprangen Tie fyerju, griffen ben ftd) oerjroeifett Söe&renben, legten ifm auf bie (Srbe unb hielten if)it mit aller ©eroalt feft. 3roar feufjte unb ftotjnte ber 2llte unb roefyrte fid) auf* furd)tbarfte. 2lber ber tfraft ber jungen SRänuer roar er nid)t geroad)fcn. @r mujjte jtd) enblidj in fein ©dndfal fügen. SBon ba an ging e* beffer mit ilmt. @r trat nie meljr an* genfter, um bie üeidje ju fefjen. Digitized by Google in. t>er 2lngerbacfy. 1. 2)er gfirficnieöcr ju aöülfratt». 3Rünbli($. $er ^fcrbefned^t auf einem gröfcern öef)öft bei ü&ülfratf) tjatte eine* Xage*, e* mar um bie 9)ftttag*$eit, ba* ^ferb gefüttert unb lehnte nadjläffig an ber Stallt^ür. ®a tarn ber Äu^irte über ben £of, blieb aber plöfeltd) mitten auf bem ^lafce ftebeu, 30g feine SJtüfce ab unb flaute mit ber größten 2lufmerffamfeit auf einen beflimmten ^unft I)i«. 9lac3J einer ülöeile fefcte er feine SWüfce mieber auf unb ging feine* ©ege*. ®a* fonberbare Benennten be* Birten batte bie Slufmerfs famfeit be* ^ferbefnedjt* enuecft. @r rief jenen gerbet unb roünfdjte ju erfahren, warum er fo aufmerffam nad) ber einen Stelle ge= blich f>abe. Slber ber §irte fam bem 2Bunfdt)e be* Jlnedjte* nid»t nad). Xiefer rourbe immer ungeftümer mit feinen Sitten. Slber alle* mar r-ergeblid). 311* er mit Üöorten nia}t {um &itk fam, roarf er ben Surften §ur @rbe unb fdjlug itjn, bi* ber ©epeinigte ifjm enblidj mittfalnrtete. ©r berichtete, er Ijabe an jener ©teile einen fieid&enjug gefefjen unb er roiffc genau, bafe ein Sefanuter bemnädtf fterben roerbe. Sil* ber ßne$t ben tarnen be* com £obe 2Iu*erlefenen roiffen rooUte, uerfucfite ber §irte mieber 2lu*= flüchte. 211* ifjm bie* ntcf)t* balf, fagte er, bafj er if)n, ben ^ferbe= fnedjt, in jener Seia^e beutlid) erfannt fyabt. SBirflid) ftarb ber ßned)t nad) furjer $e\t. Digitized by Google — 74 — 2. Der fteuerfopf »on Söfilfrail). @ine ©egenb jroifdjen SRettmann unb 2Bülfratf) mar längere 3eit fc^r »errufen wegen eines geuerfopfeS, ber ftdj bort oft in ber 9toä)t jeigte. SBiele fieute f)aben if)n gefeljen unb fjaben in eiliger gludjt if)r §etl gefugt. 3. Die IWatinger Daumettflemmcr. (Natingen). 9RünbItc$. „Daumenflemmer" genannt ju werben, galten bie (Sinroofyner oon Natingen für einen grofjen ©djimpf. Über bie ©ntftefning biefeS tarnen« berietet ein altes Sieb folgenbeS: Gen Köllen, Rees und Xanten, En och nach Neerlanden. Do het de hü'ge Suitbert De Heiden woll all bekiart. Gen Ratingen kwam he ock fürbass, Well do noch ken Chrestendom was. Doch wuat he nitt guot opgenöinen. Dat Volk het sech für Portz (Pforte) gestemmt, On het em bluodig de Dümen geklemmt; Et het em geschmioten Sten op et Höpt, Dat he bedrüaft dovan es lopt. He äwwer riof cngremmichlich : „Dat Volk es hartnäekiglich ; De Nam, de sali em bliewen. Well et mech het verdriewen." 4. Der Sieocttbocf Hon erfttmp. (Natingen). 3n ber ?lär)e oon <&famp bei Natingen jie^t fid) eine alte §of)lftrafce f)tn. Dort r)at eS nadj ber Meinung ber Umroofmenben immer gefpuft. (Sinft tourbe, als ber Slbenb fajon roeit oorgerficft mar, in einer benadjbarten SBirtfdjaft bie SBefjauptung aufgehellt, niemanb oermöge bort um bie SRitternadjtSjeit eine ©tunbe 3u oerroeilen. 2luS ber 33ef»auptung rourbe julefct eine iöette, unb ein 3Kann machte fiä) ant)eifd)ig, biefe auszutragen, ftur$ oor 9Witternadjt machte er fta; auf ben 2öeg, um bie ffiette ju gemimten. Stber Digitized by Google — 75 — faum mar er in bem bezeichneten £ohlroeg angelangt, als jid) ein fohlfchroarjer 3icgen6oaS fd)roarje Sroich bei Natingen ift fet)r oerrufen, beim gar unheimlich ift es bort, unb manches weife bie Seoölferung ber ©egenb von biefem Söalbe ju erzählen. SlbenbS, roenn bie ©unfelheit eingetreten ift, geht eine riefige 2öal$e über bie Säume beS fchroarjen SroichS fort unb brüeft biefelben nieber. £)abei läfet ftch ein gewaltiges ©etöfe oernehmen. 3lm borgen aber haben ftch alle Säume roieber erhoben. Digitized by Google — 76 — 7. Sie »otinger 9Härdj. SJiünblid?. ®ie ßröftcre ber beibcn ©locfen in ber fatfjolifdjeu ^ßfarr= ftrdje }u Natingen wirb nom $olf „9Jtörd&" genannt. Sßiele 6agen haften an bicfcr ©locfe. 6ie ift von ©$roeinen au* ber @rbe gewühlt unb bann mit großer geierlidtfeit in bie ßirdje $u 9ia= tingen gebraut worben. ®a* Ijerrlic&e ©eläute ber beiben 9iatinger ©locfen oeranlaßte eiuft bie Äölner, ben bürgern $u Natingen einen Xauf$ uorju^ fdjlagen. ©egen biefe beiben ©locfen wollte man bie größte ®om= gtocfe ^ergeben unb ben 9Beg oon Adln bi* Natingen mit Xfjater: ftücfen belegen. 2tber bie Bürger ju Natingen raiefen bie* infiniten mit 3?erad>tung jurücf unb finb nod) tyeute im 53ejife ifjrer gerühmten ©locfen. 8. $er ©eift im fdjwarjen Söroidj. (Natingen.) iHontanu3=2Balbbrü&l, I, '234. 3m fcbwarjen Sörotd) bei Natingen wanbelt nad)t* eine f)olje sJ)iännergefiaIt in <5d)uf)en oon öled& umtjer. 3lHe oier $af)re müffen ifnn oon einem entfernt mofinenben, oornef)men ©efd&ledjte, weldjem er angehört, ein $aar neue 93ledjfdjuf)e auf ben ftreujweg gebraut werben, mcldjer fid> mitten im fcfjwarjen 53roic$e befinbet, unb $war muffen biefe SMedtfdmfye auf einem oierfpännigen SBagen ftefyen unb in ber 9Ritternad)t*ftunbe angefahren fommen. $)iefe Lieferung foQ fidj, rote gefagt wirb, fünfunbjroanjigmal erneuern. Einige behaupten, ber 3Rann fei au* 5tiefenbroidj) geroefen unb l)abc ficji in biefem SBalbe errängt, manble be*f)alb ftrafweife uml)er. 9. $er ®ci|t obne «eine. (Natingen.) SJiontanu&SÖalbbrityl, I, 233. 2lm frummen SBege 5rotfcr)eix Süttorf unb 9Kintarb, unweit Natingen, begegnet bem Söanberer ju nädytlicr)er grift ui$t feiten eine menfdjltcfye ©eftalt, aber ofyne 93eine. (Sin Säger, ber baoon gehört fjatte, ging mit mehreren anberen Seilten au bicfer ©traße auf ben 9lnftanb, unb er foruotjt wie bie übrigen Männer fa^en ba* feltfame Söefen. (5r erflärte benfelben nun, baß er am näd)ften Xage wieber hingegen unb auf bie feltfame (Srfdjeimmg fließen werbe, deiner feiner früheren ©enoffen wollte tyn auf biefem Digitized by Google — 77 — (Sange geleiten. £>odj liefe er ftd) nidjjt abgalten unb fleHte ftd> an ben 3öeg. $)aS feltfame Söefen fam. @r rief eS an, unb als eS nidjt anfielt, fajofe er baranf, ofjne aber bie (Srfd&einung im ^ortrücfeit aufjubalten ober ju befdjleunigen. Sie fd&roanb rut)ig if)reS SBcgcS babin. 9lun rourbe ber $ager dou anberer «Seite belehrt, er müffe ftatt beS SleieS nur Srot in bie glinte laben. (Sr ging nun abermals mit biefer neuen Sabung an ben frummen 3Beg unb fajofe aua) roirflid) auf bie Spufgeftalt, als fie ficb abermals jeigte. 2BaS barauf folgte, fyat ber 3äger nie be= fennen wollen. (Sr blieb fd>roeigfam unb jurücfgejogen über btefeS ©reigmS, nrie er überbaupt oon bem Xage an ein franfeS unb fdjeueS Shifefjen gewann unb balb barauf ftarb. 10. 2)ie £>ein|elmänncl)ett in „#au$ jum #au8". (Natingen.) 9XünMi$. 3n bem alten Sa^lofe ,,.§auS jum #auS" bei Natingen roirb im öergfrieb ein grofeer fteffel aufberoabrt. Xaoon roirb folgenbeS erjäljlt. (S^emalS Ruften bie £ein$elmännd)en im Scblofe. einem barttjerjigen, ftrengen 33ogt roaren fte nidjt ^olb, unb fie roufeten oon feinen ©ebeimniffen mebr, als ibm lieb fein fonnte. @r be= fdjlofe barum iljr ^erberben. ©4 gelang ibm aua;, bie f leinen SBefen in feine ©eroalt ju bringen; in bem noa) oorbanbenen £opfe liefe er fte braten. 91ad& einer anberen Mitteilung foHen bie 3n>erge, roeld&e in bem Sdjlofe lüften, ben eigenartigen £opf für it)re bäuSlidjen 3roecte benufct f)aben. 11. $a8 ,,$ornf*lö|jd>en'' bei 9latinfieti. 3tu« bem SoIMmunb nacty f^riftli^en SRitteUungen. SBiS jum Stnfang unfereS 3abrfmnbert3 lagen im 9tatinger Tiefenbroich norbroeftlicb von ber Stabt, bie bürftigen SRefte oom $ornfa)löfed)en, aua; $ornt)au3 ober §auS ber $örne genannt, roonacb fia) ein ebleS ©efcbledjt nannte. £5iefe ©egenb ift nodj tyutt feljr oerfa^rieen. (Sine SReibe oon Sagen lebt nod) im 93olfSmunbe. So foU sur 9tod)t$eit (m. oergl. SWr. 6 unb 8 biefer Abteilung) ein Stüter mit £armfa) unb S3led)ftiefeln an ber Stelle beS alten SebloffeS auf unb ab roanbeln. (Sine £>ame foU ebenfalls näa)tlia;er ÜBeile bort ein golbeneS Spinnrab umbertragen. Digitized by Google 12. 2>k roeiftc Srrau öon „3uttg,fent*SdjaH". (Natingen.) ©twaS ffibliä) oon 2lngermunb liegt baS §au$ „Jungfern: ©ajall". In feiner ©teile lag einft ber Hitterfife SBrafelbonf. 3(n bem $aufe (Schall, wie e3 urfprünglidi fjiefe, wanbert ju näd&tlidfjer 3eit eine roeifee $ame untrer. Saturn nennt man nun baS $au3 „3ungferm©a)att". 13. @unljUb. (Slngermunb.) 9la$ ©äfariu« öon $etfier&a$. ©unf)ilb mar einem twrnefmten 2Ibel8gefcijled&t am 9tieberrf)etn entfproffen. ©d&on in jarter 3ugenb jeigte fte m'el Neigung &u einem befd&aulid&en ßeben. 2113 Tie 3ur Jungfrau Ijerangewadjfen mar, trat fte ins Älofter $u ©räfratf). Sie mar eine ber frömmften Tonnen. 2lber audj bei biefen pflegt ftd) ber SCerfuajer einjuftetten. <5r erfajien ©unfnlb in ber ^erfon beS Seid&toaterS, eine« jungen, ftrengen 5Hof3tergeiflli^en. $5te llnfdjutb unb ©df)önl)eit ber jungen dornte matten ben ÜDtöndj feinem ©elübbe ungetreu. <5r wollte um jeben ^JrciS bie Siebe ber 3ungfrau erwerben unb in if)ren öefifc gelangen. ®r r)atte lange ju fämpfen unb ju überreben, bis er fte jur gludjjt bewegen tonnte. ®urd) greunbe unb SBerwanbte, aber aud) bur<$ unef)rlia)e Littel, fyttte er fidf) einen twflen ©ädel jur Steife &u oerfd&affen geroufet. ©lücfltd) fam er mit feiner ©eltebten in bie grembe, wo bie beiben anfangs im feiigen £iebe$rauf$ wie ef)elid(j SBerbunbene miteinanber lebten. SIber balb fd&wanben bie Littel beS SWömJeS baf)in unb er fud&te Betäubung im ©enujj geiftiger ©etränfe. 3n ben ©djjenfen lernte er oerwegene, gefefclofe Sttenfajen fetmen unb würbe von i&nen ju melen r brmfte fte ba£ 33eroufjtfein if)rer ©df)ulb, woburefj fte in biefe traurige Sage ge= fommen war. ©ie befc&lofj enblidj, in baS oerlaffene ßloffcer gurücfgufefyren unb tf)r SSergefjen bort ju benennen. ©f)e fte aber if)r 3iel erreichte, ntufete fte ben 2Beg, welken fte twrfjer in greube unb ilBo^lleben gemalt fjatte, in Slrmut unb «Rot wieber $urütf* Digitized by Google - 79 — legen. 3n prächtigen Kleibern war ftc geflogen — als abgejefjrte Bettlerin fefjrte fie ins JUofter jurürf. 3Jht 2lu8$eidt)nung würbe fie uon ber Pförtnerin aufgenommen. 33ertoirrt eilte ftc jur &btiffin unb flagte ftdt) ber gludjt unb ber Dielen anberen SBer* get)en an. Slber fte fanb fein @et)ör, fonbern tourbe als eine flranfe $u S5ett gebracht. Sebedmal, wenn fte beichtete, befdc)ioie oon §eltorf aufführen mit ber fdwn oben angebeuteten SSefitmmung. 2113 ber (Srbauer ber ßapeue gefiorben mar, mürbe er feinen geftfefcungen gemäß in biefer Capelle begraben. $oä) einige £age fpäter erfdt)ienen jtoei Männer in ber größten Slufregung bei bem Digitized by Google - 80 - ©rafen 3ra,,5 3°fef 2lnton unb teilte» ilmt mit, ber oerftorbene ©raf fei Urnen in bem .ftofjlmege unweit ber Capelle erfajienen unb f)abe ben bringenben Sunfdj geäußert, fein Seidjnam möge auf einem allgemeinen griebfwf beftattet werben 2)er ©raf fdjenfte biefen SluSfagen ©tauben, überwies ber Äiraie ju Slngermunb ein nörblid) oon biefer Stabt gelegene« ©runbftücf jur Anlage eine« neuen ßira)f)ofe8 unb erbaute für feine Familie eine XotenfapeHe auf bemfelben. 3n biefe würbe nun ber oerftorbene ©raf über= geführt. 2Mä 1850 jog aber bie ^farrprojeffion von Slngermunb bei gewiffen heften an ber alten £otenfapeffe worüber unb empfing bier ben Segen. 16. tfeidje auS bem Qrenflcr öefdjafft. (©rojjenbaum.) 9Hünbli$. Söei 23öcfum unweit ©rofjenbaum ging cinft ein (Sajäfer um bie aufe£, ein älterer 9Rann. 2118 man i^n begraben wollte, war man genötigt, ben ©arg bura) ein gcnftcr in* greie gu beförbern. 17. $a$ #eibenl)äugdjen im fcudinßer Söolb. Sonner 3büc§?r, 52 3. 3—4. Unter bem SBolf in bortiger ©egenb gebt bie (Sage, ba§ im §ucfinger Salbe oor unbenflidjen 3Mren eine grofee ©djladjt fid^ jugetragen, unb bafj bie Reiben bort gekauft fyätten, wie beim uodfj ein sJ*lafc „$>a$ §eibenf)ü3fen" (= £>eibenf)äuSd)en) genannt, bort au feben ift. liefen Hainen trägt ber ^lafc feit unbenfliajen Seiten unb t)at fid) auf 5tinb unb ÄinbeSfinber weiteroererbt. $er $lafc bilbcte ein Doal, auf einer (leinen 2lnl)öf)e im Salbe gelegen, mifet 34 gufe in ber Sänge unb 20 gu6 in ber breite, 3efct ift ber ^lafc mit jungem $ud)enfd)lag eingefaßt, war früfjer aber mit Urwalb bewarfen. £a$ Oual war wie fycute immer frei oom §ols. Digitized by Google IV. Die Düffel. 6 Digitized by Google 1. ffoftbare Steine. (2lpratf)). 3Rünbli<$. ©inft ging ein grember über eine flufjroeibe, als gerabe ein Hirtenjunge ein 9tinb mit einem Steine roarf. ®er Wann trat nä(jer, f>ob ben (Stein auf unb fprad) : „©in Stein, mit bem tjier bie ßinber bie 5tiu)e werfen, ifi mefjr wert, als eine ßuf)." 2. $er Witt auf ber narften ftrau. (Düffel). 3ln einem ftnjiern Slbenb mar ein S5ieb in ber 3Rär)c oon Düffel auf einen Pflaumenbaum geftiegen. $aum fafe er broben, ale ber Sefifcer beS £ofe3 erfdjten unb an ber Söurjel gerabe btefeä 93aumeä ein tiefet 2od) grub, in meinem er einen grofcen Äeffel, ganj mit ©olb unb Silber gefüllt, oergrub. 31U er adeS mit (Srbe bebecft unb ben Soben mieber in Drbnung gebracht f)atte, fprad) er: „9tun, Teufel, nerroa^re meinen Sajafc, bid ein 9ttann auf einer nacften grau f)eranrettet ." £)aS alle« f)atte ber ®ieb forgfältig beobad&tet, audj jebeS ©ort oerftanben. Sil« ftdj nun ber Sauer entfernt f)atte, glitt er fameß unb bef)utfam am Saume f)inab unb eilte ju feiner nid)t aHjuroeit entfernten §ütte. 6r teilte feiner grau ba£ Erlebte mit unb bat unb nötigte ftc fo lange, bis fie ifjm folgte. 5tur$ oor ber Stelle, roo ber Sdjafc uergrabcn lag, mußte ftcf> bie grau entfleiben unb if)ren 3Jtonn auf ben dürfen nehmen. So famen fie unter ben Pflaumenbaum. 3roör gitterte bie grau am ganjen Seibe, benn unheimliches ©ebrumm unb ©efumm ertönte. 2lber balb legte fidj alles, unb e£ mar bem (Sf)epaar möglid), ben ganjen Sa)afc $u (jeben. Digitized by Google — 84 — 3. Xie Wttdjtwanblerin $u Zufiel. SDiünblid). 2Xuf einem Bauernhöfe jwifchen Düffel unb Söülfratt) lebte einft eine Bäuerin, welche fe^r geijig war. $)en ganzen £ag t)örte man ihr ftanUn unb Spelten burch ba3 ganje $auS. Berfah bie Sflagb nur ba3 ©eringfte im SDienfl, fo folgte eine glut oon Schimpfwörtern aus bem 2Runbe i^rer $errin. Namentlich mar bie Bauernfrau fjart gegen bie Sinnen. 9tohte jemanb itjrer Xtjüre unb bat um ein Stücf Brot ober eine f leine ©abe, fo wieä fte ihn hart ab. ®a3 6ffen , welche* übrig blieb, fd)üttete fie regelmäßig in ben ©chweinetrog. Xa ftarb bie Bäuerin. 2Iber fie fonnte feine 9ful)e im ©rabe finben. Regelmäßig, wenn am 2lbenb bie Schweine gefüttert mürben, erfdnen fie flagenb unb ftötjnenb. Xann mürben bie Schweine unb bie anbern §au$ttere in ihren Ställen fefjr ungeberbig. £ange mar man auf bem £ofe ratio* , wie biefem Unroefen §u fteuern fei, ba man bie SRachtwanblerin nicht $u erblicfen oer= mochte. 2lber man mar überzeugt, baß nur ein ©etft biefe Beunruhigung be* Bieh* heroorbringe. dagegen fonnte nur ein Littel empfohlen werben: ®er ©etfi mußte „bef prochen" werben. Sa^u wollte fta) lange 3^it niemanb oer^e^en, bis enbltch eine SRagb fidtj bereit erflärte. 2113 am nächften Slbenb ber ©eift roieber fein SBefen trieb, rief bie SJtogb h^haft: „2öer ift ba?" (Sin Stimme antwortete: „®ie grau oom £aufe!" £>ie 2Ragb erfunbigte fich nun, wa* jene wünfehe. ®a erwiberte bie 2lbgefd)iebene, fie fönne feine Ruhe im ©rabe finben, weil fie ju ihren Sebjeiten fo fyaxt unb unbarmherjig gegen bie Slrmen gewefen fei, unb ba* Sffen lieber ben Schweinen al* ben 2Irmen gegeben Ijabe. 9ttan möchte bodh it)rc Sdmlb burdf) ©üte gegen bie Ernten wieber gut machen unb oor allen fingen ba« @ffen nidtjt mehr ben Schweinen geben. 2)ann würbe fie Ruhe im ©rabe finben. $ie SRagb oerfprach, bie 2öünfdf)e ihrer früheren $errtn getreulich ju erfüllen. 311* biefe nun ein s#fanb begehrte, reifte fte einen 3tpfel i^er Schürte (nicht bie §anb, wie man fte au3- brücflidfj belehrt hatte) f)in, welcher jäh abgerijfen würbe. £ie Xiere beruhigten fid) oon ber $t\t an, unb oon bem ©eifte ber nadjtwanbeluben Bäuerin würbe feit ber %txt nichts me^r oerfpürt. Digitized by Google — 85 - 4. Der edMgrä&fr tum Düffel. ©in armer Wann fjatte bafjeim ein franfe*, fumgernbeft flinb liegen. 211* er enblid) ben Stromer be* geliebten Äinbe* ntd)t mefjr ju ertragen oermoä)te, ging er ju feinem reiben 9to$barn, einem angelesenen Sauern, unb bat um etwa* (betreibe. §artf)erjig wie* tfm biefer ab. Da gebadete ber 2lrme in feinem §erjen, in biefer 9lot fei ber ^icbftaf»! feine ju grojje ©ünbe, unb er werbe in nnferm Herrgott einen milben 9?iä)ter für fein Sergeben finben. @ntfd)loifen brang er in bie 6ä>une be* f)artf)erjigen Sauern unb ftaftf etwa* ©etreibe. äaum mar er aber eingebrungen , af* ber Sauer fjereintrat, mitten auf ber Senne ein 2od> grub, einen ferneren Äeffel f)erbeifd)leppte unb benfelben mit meiern, vielem ©olbe oerfenfte. Dabei murmelte er: „Da, Teufel, ba* bafl bu! Serwafjre e*, bis ein armer Wann auf einem fd)war$en 3^öcn^0^ erfäjeint, welcher ein ganje* 3af)r lang mit gebetteltem Srot ge= füttert worben ift!" Der 2lrme, in einen ftnftern 2L*infel gebrüdt, fjatte jebe* SBort oerftanben. 211* fid) ber Sauer entfernt fjatte, fud&te audfj er eiligft ba* Äite. 3n fur$er 3e^ oerfdjaffte er fid) einen ped^- fd^roaqen %\*Qer\bod unb 30g mit bemfelben burd)* 2anb, ftdt) unb fein Dicr nur von erbetteltem Srote ernäl)renb. Äaum war ba* feftgefefcte %at)r üerftridjen, al* er ben bewußten Sauernfyof wieber auffudjte. Slber tn'er waren grofee Seränberungen oorgegangen. Der Sauer roar mittlerweile geilorben. Die permuteten großen Sdjäfce waren nirgenb aufeufinben, unb bie Hinterbliebenen total verarmt. 2511* unfer Settier mit feinem 3iegenbocf erfd)ien unb um eine vJtod)tf)erberge für fid) unb jenen nari)fud)te, erwiberte ifjm bie trauernbe SBitme: „Sefjerbergen will id) bid), aber (Sifcn unb Drinfen nermag id) in meiner 2Irmut nidjt ju geben, unb bcinen unheimlichen Socf bulbe ia) nidjt." 9luf fein fleljentlidje* Sitten gemattete man ifmt unb feinem Sode bodj enblia) ein Unterfommen. Da rief ber Settier ooller greuben au*, bafc er fie wieber reidj madjen wolle; man möge nur bie ©djeune in ber 9Jad)t geöffnet laffen. $ur$ cor Witternadjt fefcte er fid) auf feinen Sod unb ritt auf bie Senne, ju ber «Stelle, wo ber Sdjajj oergraben lag. Slber nun erfjob fid) ein gewaltige* ©etöfe; unfjeimUdje Duuft Wolfen lagerten über bem Ort unb glammen [prüften unb süngelten au* ber feftgeftompften ßrbe empor. 3Iber ber Wann bewahrte feine iflufje. Unbefümmert Digitized by Google — 86 - um aHeä ritt er oorroortd bis $u ber bewußten Stelle. $a — ein gewaltiger 9Rud unb ber 3tegenbo(f roar tfnn entrijfen; unter ent= fejjliajem (Gepolter entfCor) ber 39öfe auf iljm burdj bie entgegengefefcte, offenftef>enbe £f)fire. Xem 2Ranne roar es aber nun möglid), ben 6$a$ ju fjeben. ©r teilte ifm reblü$ mit ben Sauerdleuten unb oerfjalf i^nen roieber ju 2öof)lftonb, rourbe aber aud) felbfl ein reifer 3Jtonn. 5. 2er feftgefelte Oruftrmann. (Düffel.) ajlünbltc^. 3n einem 2Birtöt)aufc su £)üjfel fafe eined £age£ ein $uf)r; mann, welcher ficr) anbern Öäfien gegenüber rühmte, jemanb feftfe|en ju fönnen. Xie 2flögltd)feit be£ geftfefcenS rourbe von einigen 2tn= roefenben bejkitten. 93erfd)iebene aber, bie bie£ roofjl für möglid) gelten, glaubten jeboa) nidjt, bafe ber gu^rmann biefe« oermödjte. 3n bem Slugenblicfe raffelte ein gubrroerf auf ber ©tra&e tjeran unb machte vor bem ÜBirtäljaufe £alt. 3m nädjften Slugen^ blief trat ber Senfer bcSfelben herein unb ber Rubere befd&lofc, ben Slnroefenben feine Äunft au geigen. 2Bcü)renb ber Sleuangefommene einen SdjnapS tranf, murmelte er feine Sprüdje, unb alä jener fid) anfdjicfte, feine gafyrt fortjufefeen, blieben bie ^ferbe trofc beä fyeftigften 2lntreiben3 fielen. Salb merfte nun ber 9Rann, bafj r)ier bie ftt^roarje Äunft im Spiele fei, unb ba er berfelben funbig, murmelte er: „3m tarnen ©otteS beS Vaters, be3 Sohnes unb beä fjeitigen ©eifteä!" 2tber aud) biefer fonft fo rotrffame Sprudj oerfagte. $ie ^ferbe blieben roie angerourjelt ftet)en. 9lun griff er jum äu&erfieu Wittel; er liefe fid) eine £acfe f)olen unb jerfdjlug mit berfelben eine Spetdje an bem einen 9tabe feine* guf)rroerfe3, iubem er roiebentm fpradj: „3m tarnen ©otteä ic." Sofort roar ber Söagen frei unb er fonnte feine 9ieife fortfefcen. 6. £aS 3ammerfjörnrf)cn bei Xüjfel. C*. ^teper, Über bie alten SÖaUburgen. ®ie heutige „25ü|feler $öf)e" f>tefj früher „3ammerf)örnc$en". Xaoon roirb berichtet: #ter roolmte in allen Seiten ein Sßädjter, roeld)em bie Verpflichtung oblag, 2IuSfd>au über öerg unb Sfjal ju halten, um fjerannafjenbe Räuber ober Krieger ju eripäfjen. $>rol)te von irgenb einer Seite ©efafjr, fo mufjte er buref) tang- Digitized by Google - 87 - gezogenes £uten auf feinem §orn ben Umroofmenben baoon Äunbe geben, bamit fie im ftonbe mären, ftd^ felbft unb ifjre fafjrenbe §abe im finflern 2Öalb, im unroegfamen (Sumpf in 6id&erf>eit ju bringen. 7. Der ttuerbäutster &anne3 unb bie fraiHöfifdjcn Emigranten. (§a^nenfurt^.) 9Rünbtt<$. Unweit Hahnenfurth liegt ein fleineS ©ef)öft, am Äuerbaum genannt. $on bort Rammte ber berüchtigte Sluerbäumer §anneS, ber eS namentlich auf bie franjöftfchen (Emigranten abgefehen hatte, ba Ptele berfelben mit ©elb unb Äoftbarfeiten belaben waren. Sitte, welche §anneS in feine ©eroalt befam, rourben in fein $auS am 2luerbaum gefchleppt, im Keffer ermorbet unb ausgeraubt. Äein ©cfd^tcct)t unb fein Sitter fanb oor §anneS unb feinen (Spiefc gefeilen ©nabe. Die Heller rourben flreng gehütet unb feinem Unberufenen ber 3utritt geftottet. ©ine« SageS roar §anneS roieber bei ber Slutarbeit, bieSmalS unterftüfrt uon einem ©liebe feiner Sanbe, baS ehemals in ber ©egenb oon Sttettmann ben Siefer gepflügt hatte, eben foUte ein franjöftfcheS (Smigrantenfinb, ba* forgloS fc^lummernb in feiner SBiege lag, getötet werben, als ber 2luerbäumer beim Slnbltcf beS fleinen, fdtjulblofen SBefenS oon einem menfä^licjen ©efüf)l ergriffen rourbe. @r erflärte feinem ©enoffen, ben 9florb nicht ausführen ju tonnen. Der aber roarf feinem güfjrer einen 39licf ber SSer= adjtung ju, ergriff baS flinb bei ben güfjen unb fchmetterte eS gegen bie ^flauer. 8. DaS Chtbe beS Huerbäuraer $amte£. (Hahnenfurth.) Der Stuerbäumer £anneS fafj enblich im ©chlofeturm $u ©djöller in ftrenger £aft, mit ferneren Letten an £änben unb güfcen belaftet. Da erfaf) er einen jur gluä)t günfiigen Hugenblicf, als feine 2Bäe ßorn= felb, roo er ftdt) bis jur einbredjenben 9?act)t oerbarg. Dann be* roegte er ftch, fo gut es eben ging, ju einem nahen ©djmtebe, roo Digitized by Google - 88 — er jtdj feiner gefleht $u entlebigen mufcte, unb floh nach §ottanb. Von bort fd&rieb er einen ©rief nach ©Götter, in welkem ftonb: „20er roill flehen unb nid^t fangen, Mu{j ft. (Sttoaä oberhalb ©ruiten am $üffelbaä) liegt bie ®üjfeler Mühle. $)er Mühlenteich umfchliefjt eine fleine 3nfel. 3luf biefer ift „@ri3=Miden" aU Eeye oerbrannt roorben. ©eit jener 3eit geht ftc in ber Mühle um. Dft roirb bie Sßäfche in ber Mühle oon unnahbarer ^anb in einem 3lugenblicf sufammengerafft; ju Digitized by Google — 89 — anberen 3ei*en falten bic gäffer in ber 9Hü(jle übereinanber, ober e$ lä&t ftdj grojjefc ©etöfe ©ernennen. Segen ruf)t aber feit oielen ©enerationen nid)t mef)r auf ber 2Rfif)le. Sie roedjfelt häufig if)re öefüminung unb ifjre 93efi|jer. 2tber niemanb fommt bort SU 2öof)lftanb. $a$ bewirft @rift-9Ricfen. 11. Die $fajfen&üttc bei Gruiten. Sil* bie fieljre ber Reformatoren faft atterorten im 33ergifc&en Eingang fanb, foll aucf) ber ©eiftlic&e in ©ruiten, Rofjfopf mit tarnen, berfelben ftdj jugeroaubt Ijaben. Um aud) bie ©emeinbe für bie neue ße^re &u geroinnen, ergriff er eine« XageS bie SWonftranj, trat auf bie Ringmauer be3 5lird^r)ofed unb rief ben $erbeiftrömenben ©emeinbegliebern ju: „3Jtog glauben, roer roiH, bafe baä ber Herrgott fei (inbem er auf bie Sttonjtranj beutete); i$ glaube e3 nimmermehr !" Aber bie dauern roaren in if>rem §er$en anberä gefonuen. Voller ©rimm roanbten fic ftd) gegen ben Abtrünnigen, ber fein §eil in fdjleunigjter glud)t fudjeu mufjte. (§r fCor) ju einer trafen ipütte, roeldje feit jener 3eit ben Ramen „^ßfaffenfjütte" trägt. 2lua^ ua$ feiner §eirat berootjute er jene §ütte, bis ber Xob nafjte. ®a$ erfuhren bie frommen Stlofterfrauen ju ©räfratf). ©ie fanbten beut Sterbenben geifHidjen 33eiflanb, roeldjer e£ juroege braute, bafe er oor feinem @nbe in ben Sd)ofe ber alleinfeligmadjenben Äirdje jurücffe^rte. ©eine Seidje rourbe barum au$ auf bem ge* meisten Äira^of ber ©emeinbe beigefefct. infolge biefer Senkungen ber ©räfrat^er Tonnen oerblieb bie ßira)e ju ©ruiten ifjrem ßlofter. 12a. Die JeufelSfjöfjle (JeufelSfammer) im 9ieanbertf)a(. SBecf, fiebcnSbtlber au« bem preufe. 9ty«inlanbe, 38. (Sine ber oielen jQö^leu, roeld&e ftdj im romantifdjen 9ieanber= tljal befanben, efje bie ^nbuftrie bem Xljal feinen fdjönfteu Sajmucf nafjm, führte ben tarnen „^eufelafyöfjle". 31 n ber £ecfe berfelben befanb ftd) ein £ropffteiu, roela^er mit einem Süocföfopfe einige &f)nlid)feit t)atte. Xie ^^antafie ber Umroofjner fdjuf aber barauS einen XeufeUfopf unb legte ber §öl)le ben obigen Ramen bei. Digitized by Google - 90 — 12 b. $ie SeMfeUÜKe (SeufelStummer) im »eanbert&al. 9Hünblidj. 3)ie unter bcm Tanten „£eufel«fammer" befannte £öf)le gehörte $u bem audf) fdfjon längft oom ©rbboben uerfdOtuunbenen ©d)lofj Nellenbruck. 3n biefer £öf)le Raufte einft ber Teufel. 3>iefe ©erüct>te oernafnn audjj ber ©d&lojjfierr Don ^ellenbrudf). Um bie §altlojtgfeit berfelben barjutf)un, ließ er einen al« tüdjjttgen ©eifters unb £eufel«banner befannten granjtefanermöndf) au« bem Älofter ,abet fließ er ein fürdjjter= li#e« ©ebrütt au«. 2tud) ber arme Wön$ fd&rie laut nor Sfogjt, bi« ber Säger fein Opfer fahren liefe, meiere« möglicfrft fd^nett ben sJiücf3ug antrat. @r erflärte ber ungebulbig braufeen barrenben ©df)lofef)errfdf)aft, er fei nicf)t uermögenb geiuefen, ben Teufel $u oertreiben; biefer fei flu ftarf. 6r müjfe fräftigere Littel au« feinem 5Wofter tyolen. SRadf) einiger %t\t erfanfen Steg betrat, bradf) ba« 93rett, unb er ftürjte in« Söajfer. fortan liefe er ben Teufel in ber Teufel«* fammer in 3*ut)e. Digitized by Google — 91 - 12c. $ie 2fufef0l)öf)[c ( Senf elaf auiratr) im Rcanbert&al. Unter ben trielen ^öljlen im Reanbertf)al befanb fia? no unlängft eine, toelc^e „SeufelSfammer" ^teg. SDort f)at ein ^rebiger ou« 5Düffclborf mit bem Teufel gefämpft. Der $rebiger fott Reanber gefyeifjen fjaben. 13. 3ie ßüweitftrube im »eanberi&al. $te Jtyemprotrinj ber preujj. SR «markte. 35üffclborf 1833 ff. $on ber fiöroengrube, ehemals eine $öf)le neben bem Keinen Sßajferfotl im naturfa)önen Reaubertfjal , gef)t bie ©age, bafe bort t»or 3af)rf)unberten bie fiöroen iljre 93eute Derart unb in bem Ijerabftürjenben SBaffer fidj abgefüllt Rotten. 14. Hilter «eit Dom »ebenfleiti. (Reanbert&al). 2lu« bem SBolfdmunb öon 3. SRtefctn. (Sine ber fefyenäroerteften 9)ferfroürbigfeiten be8 Reanbertl)aleä mar ber fogenannte Rabenftein, ber im Rooember 1891 jum größten £t>eil in« Xf)al fu'nabftürjte. 2lu£ früheren £agen erjäf)lt baS ®erürf)t t>om Raubritter 5Bcit , ber r)ier im ©dfmfee mä$tiger gelfen unb büfterer 2öälber feine fdfcroar$en Saaten t)oQfüt)rte. 3tuf ber ©pifce beS RabenfteinS fonnte er ben SBanberer crfpät)cn, ber üon (Srfratf) fommenb feinen 2Beg burdf) ba3 Reanbert&al nehmen wollte. 3n3befonbere t)attcn bie betriebfamen SBeroo^ner (Slberfelbä oiel 00m Ritter 23eit ju leiben, roenu ftc ifjr ©am unb anbere SBaren nad> Dutfelborf, Duisburg unb anberen ©täbten brauten. 15. $ie „33urö" im Hcanbert(wl. 9Rünblic$. Snmitten einer alten SBattburg, unroeit 00m Reanbertfjal auf einem r)or)en Sergrücfen gelegen, fte&t eiufam ein £au$, roela>$ ben Ramen „23urg" flirrt. Dort foHen früher b5fe Seilte, Räuber unb ©egelagerer gekauft fjaben, reelle bie ^ornberjiefjenben beraubten unb aud& rooljl töteten. Digitized by Google - 92 — 16. äöudjercr mi&t nad) feinem $obe nodj ©ctreibe. (fteanbertljal.) 2luf ber §öf)e über bem 9teanbertf)al liegt ein alte* ©ut. Son bemfelben get)t in ber 9to$barfdjaft bie ©age, bafe ein Sor= faf)re ber jefcigen Sefifcer fo geijig gewefen fei, bafe er nod) fjeute faft allnäd)tlid) im $ofe fjerumgefyen müffe unb grud^tfömer au£ einer &anb in bie anbere fajütte, um btefelben prüfen, ob fie gut feien unb wa* er bnfür (Öfen würbe. 17. Sdjlof) $ierle>oti. (fleanbertbal.) 3HünbHc$. ©et)t man oon ber 9ieanbertf>aler $öfje abwärt*, fo fommt man an ein fleine* ©ef)öft, Sleudjen genannt. 3aüfd)en biefem unb bem weiter oberhalb liegenben „Äalfofen" ift baS Xfjal ju einem länglid) gezogenen Reffet erweitert. 2ln biefem liegen jwei ©eljöfte: ©d)lo& unb ©d)lofjaue. grüfjer fott biefer fteffel uon einem ©ee erfüllt gewefen fein. £aS „Sdjlojj" füf>rt In* Ijeute ben tarnen ,,©3>lojj ^ierlepott". 18. £er «eaelfdjteber Hon Surwiiifcl. OReanbertfjal.) Münblic^. 9In bem ßreu$ung*punfte, wo ber Sßeg nad) Surwinfel r»on bem ^elbwege, ber oom Weanbertfjal nafy Wettmann füf)rt, abzweigt, fd)iebt allnädjtlid) ein Sauer mit feinem eigenen ©djäbet äegel, ba er feinen 9Hitfpieler finben fann. $>a* gefdnef)t jur Strafe bafür, bafj ber Sauer in feinem Seben mit grofeer Seibens fd)aft bem ftegelfpiel frönte. 19. Sic Capelle ju ©djlttfum. ($ocr)bat)t.) 9Rünblid>. 3>ie alte Capelle su Sd;litfum fteljt auf einem fleincn $ügel, ber nun von f)od)mipflid)en Säumen befdjattet wirb, tiefer .£>ügel ift ber ©rabfjügel bort erfa)lagener grau$ofen. 20. SBcrfunfeneS ©d)io&. (§od)bat)l.) £art am 2£ege, ber oom Safmfjof §od)baf)l nad) bem berühmten ^eanbertfjal füf)rt, liegt ba* nadnoeialid) fefjr alte ©ut Tedljau*. §ier ftanb oor unbenHtd&en 3^ten ein ©ajloß, ba* in bie erbe oerfunfen ift. einen ©runb bafür oermag niemanb mein* anjugeben. Digitized by Google - 93 - 21. Xer fopflofe Weiter $u SHerintann. 3ur 3cit ber Raubritter 50g ftdj einer berfelbeti berart ben 3orn ber Vürger oou Sttettmanu ju, bafe man jtd) ju feiner Verfolgung aufmalte. 2luf weißem Roß (naa) einer anbern ^Mitteilung auf fotjlfdjwarjem Rappen) ftof) ber Verfolgte. 2öenn if>m aber bie Verfolger bid&t auf ben gerfen waren, natjm er feinen ßopf herunter, barg iljn forgfältig unter bem Slrme unb tonnte nun mit oerboppetter ©efd&winbigfett entfliegen, fo baß er feinen Verfolgern enttarn. 22. (Htt ©eift fuajt fein §ir». (SRettmann.) 2Rünbli<$. 2lm „©a)nabel", im $of)lweg „$ur SBeifje", ift oor Tanger 3eit ein SJtenfd) erfragen worben. ®er Sflörber bebiente ftd> eine« ftegelä, mit weldjem er feinem Opfer ben ©djäbet einfdjlug. Vet ber geriä)tlid)en Unterfud&ung tourbe bie ©$äbelbe$<\r\t ab. $)ie Vauem nehmen tyre ©djäbel als Äegelfugetn unb 2lrm= unb Veinfno$en muffen bie ©teile ber flegel oertreten. ©o finb fte oft oon nädjtlidjen 2Banberern gefef)en worben. 24. 5>er Verdorbene am ©renjftein. (SRettmann.) ©er Veftfcer eine* Vauernguteä jmifdjen SRettmann unb Reinerj burdrfd&ritt einft an einem ©ommertage mit feinem ©rab= fd^eit bie gelber, um einige 9Raulwurf3f)ügel $erftören. Vei Digitized by Google - 94 - bicfcr Verrichtung tarn er audj au eine SBalbecfe, roo et« ©renjftein fein SBeftfctum oon bem feines rurjli4 oerftorbenen 9tod>barn trennte. 3U feiner gröjjten Überraf4ung bemerfte er, bafj ber ©renjftein neu gefegt fei, fo bafe ber 5öalb nun unredjtmäfjiger* weife ben (Srben feine« 9tod)barn juftonb. 3Wit ber feften Slbfic^t, fofort ber 33ef|örbe baoon 9Ätttf)etlung ju maa^en, begab er jt4 auf ben £eimroeg. Einige Xage fpäter gingen bie ftnaben biefeS dauern mit mehreren greunben jur na^en ©tabt jum 9ieligionSunterri4t. 2luf bem föücfroege verübten ftc in jugenblid)em Übermut ädertet lofe ©treibe. 2IIS ber eine Änabe nun mittags beim @ffen fafc, erjagte er äffe«, roaS Tie angefaßt Ratten, feiner SWutter. er erfte ©ebanfe, ber mir burch ben flopf flog, roar, roarum bie grau gerabe bort ftfce. 34 fah Digitized by Google » — 95 — nun bie grau fdjärfer an. £a rourbe bie ©eftalt blaffer. Unb je fd&ärfer id> f)infaf), ie blaffer mürbe baS ganje SBcfcn bcr grau, bis fte ft$ in bie Suft erf)ob unb aQmdrjtic^ ganj t)infd^roaub. 33on bicfer &t\t an umfete itt) niemals mef}r, rocnn jemanb in ber Wüf)le fei. 26. $er ftreuiwefi am Ältenbrud). (Wettmann.) 3Rünbli<$. 21m ßreujroege bei 2lltenbrud) ift oft eine grojje ©eftalt ge* fef)en roorben, roeld&e geuer unter ben Ernten trug. @S war roeber Wann nod) Sßeib, fonbern ein unbejeidjenbare« SBefen. 93iele, jefct f>od)bejaf)rte Seute f)aben biefeS fonberbare Söcfen gefehlt. 27. ©raf ©a^arrenberg. (Wettmann.) SRünbli$. Ttdjt bei Wettmann, am SBege nadj ©ruiten, liegt eine 2lnjal>I Käufer, meldte man „©raffdjaft" genannt fjat, ba fie ben ©rafen ©on S^aeSberg jum Eigentümer fjaben. (Srbaut mürben biefelben oon einem geroiffen ©djarrenberg. 2llS berfelbe geftorben mar, fnefe es allgemein, er fpufe in ber 9iäl)e beS einfam gelegenen 3ubenfirc$f)of$. ©ine« 3lbenb8 mürbe ein Wabajen aus Wettmann funauSs gefc&ttft, um ein von SBfilfratf) fommenbeS gräulein abholen. BIS baS Wäbdjen naf)e an ben 3ubenfira)f)of (am, erblirfte eS eine ^elle, lichte ©eftalt. StaS mar ©raf ©Arrenberg. Voller B djreden fer)rte eS um. ©ie bat nun einen alten Wann in Wettmann, fte ju begleiten, rooju berfelbe audj fofort bereit mar. 31 IS fte an einen ©raben famen, ftürjte ber 3llte hinein. 3)aS tyatte ©raf ©djarrenberg getfjan. 9lod> mannen ©djabernacf fagt man bem ©rafen ©d>. nadj. 28. $a£ flicaenbe 8djauerf>äu$djcn. (Wettmann.) 3m 3af)re 1893 ging ein alter Sanbmann mit feinem ©e* roeffre von 9teiner$ fort, um $u jagen. 2llS er in bie 9icu)e eines ©ebüfajeS fam, faf) er plöjjlidj ein ©djauerf)äuSa)en (oon ©trof) ^ergeftellt, jum ©d)ufc ber Hirtenjungen bei Unroetter) au fid) oorbeifliegen. ©er ©abreden fut)r tym in alle ©lieber, fo bajj er nidjt roagte, auf baS $tng ju fdjtefjen. 2tHmäf)Ud) erholte er fta) oon feiner Seftürjung. Slber baS gagboergnügen mar if)in oer= leibet. (Sr begab fxcr) fofort auf ben £eimmeg. Digitized by Google * — 90 - 29. $ie öefpenftcr ber mppenhetbe. (SNettmonn.) 3n>ifd^cn Süttgeä unb ber ßippenheibe (jefct SBUhelmähöh* genannt, wo baS flriegerbenfmal ber ©tabt SHettmann ftehO foH oor oielen ^unbcrt fahren ber ©algen geftanben fyaUn. ®ort würben bie fchlimmften Verbrecher beä bergifdjen fianbe« gelängt. 2Cber bie ©eifter ber ©erichteteu finben nimmer 9tut)e im ©rabe. 3u nächtlicher 2Seile t>erlaffcn fte ir)re ©räber, get)en um unb ängfttgen ben fpäten äöonberer. 30. $er Spul Don ßnttgc*. (SRettmanu.) 9»ünblt($. ©ar manches erjählt ber 93olf$munb in bortiger ©egenb oon bem 6puf, ber auf bem SBeiler 2üttge3 fein Söefen treibt. ©3 fott eben bort „umgeben". Oft rjbrt man jur nächtlichen ©tunbe heftiges ©epotter im §aufe. Unb tiefer jiefyt bann ber ©dtjläfer bie $ecfe über bie Dhren. SBieberfjolt haben fich befjerjte Männer aufgemalt unb haben bem unheimlichen SBefen nachjufpüren gefugt. STber alles mar vergeblich. SJton fanb nicht*. 31. $tr tfreujweg (ei ^Hertmann. 9Rünbli<$. 3n)tfchen ©ülthaufen unb ßüttge* bei Wettmann führt ein 2öeg über eine £öf)e. 2luf berfelben wirb er oon einem anbern SBege, ber oon Wülfrath nach Raffel führt, gefreujt. Sluf bem tfreujpunft biefer beiben Söege ift e« nicht richtig, ^erfonen, welche längft oerftorben finb, ftnb bort wteberholt gefehen worben unb haben ben Sebenben ©raufen unb (Sntfefeen eingeflößt. tiefer ^piafc ift auch wegen ber oielen Irrlichter, welche bort beobachtet worben finb, fehr oerfchrieen. 2)ie grau eine* ©utSbeftfoerS in jener ©egenb h<** bort eine außergewöhnliche (Srfdjeinung gehabt, fo baß fte oon tätlichem ©chreefen ergriffen würbe. 3Jlit fieberhafter @ile floh ^rer öehaufung ju, welche fie auch Qtücf Tid^ erreichte, ehe bie (Srfdjeinung ihr ein fieib jujufügen oermochte. 3luch ftnb §unbe, welche lange Letten nadt)fdt)tetften/ bort oft gefehen worben. ebenfalls liebten bie SBerwölfe grabe bie ßreujwege, nament* lieh biefen bei Süttge*. Digitized by Google — 97 — 32. Die Wjerjte eifd(jig, na$t3 um 12 Uf)r SBaffer au3 bem Sprung (Quelle) im fetten* brudfc fjolen ju motten, ©ie führte auaj itjren SUorfafc au«. Slber oergeblid) wartete i§re Dtenftyerrfdjaft unb ba* anbere ©efinbe auf u)re SWücffe^r. 2118 man bei Dage&anbrudj) in ba8 SÖrudj unb jum OueU eilte, fanb man if)rcn Seidfmam umgefefyrt in bem (entern. Das fjatte ber gefpenftige ©eift getfjan, um fid& an ber 3meifetnben $u räd&en. 33. Die ©efoenfter Mit gevettert, (SRettmann.) Unweit von Raffet lag früher ba$ ©efjöft Sepelbecf, wela)e3 im Anfang ber fed&jiger ^afjre unfereg 3af>rf)unbert3 ein 9toub ber gtammen mürbe. Dort gingen ©eifter um, weldfje ben S3e= roo^nern be3 £aufe3 wenig freunblia) gefonnen waren. Damal« trifteten nämtia) auf ßepelberf bie früheren SBefi^er oon bem be-- naa^barten ^öflingSfjof, ju bem einft, wie bie as tf)im bie böfen ©eifter," fefcl ber £anbmann gelieitm msooH l)inju. 36. $te eifcn öon ^erfftaug. CWettmatm.) SDiünbli^. Unterhalb $eon öiiltfjaufen. (Heitmann.) 3Rünblic$. S3ei Sotfs ift oft ein SMng gefeiten toorben, rote eine große, rote Saterne, ober wie eine runbe ftugel. ©ing man ber (5r* fdjeinung nad), fo oerfd)ioanb fte regelmäßig in ber 9tälie oon 33ültl|aufen. £)iefelbe ift oon oielen $erfonen gefeljen toorben, unb mancher alte ßanbmann ift cor if)r geflogen. £>er Umftanb, baß fia? ber geuerfopf regelmäßig bis ju einer ©infaljrt in ber $ecfe oon 33ültt)aufeu bewegte, braute bie Seute ju bem ©tauben, es fei niemanb, als ber fürjlia) oerftorbene Sauer, melier im ©rabe feine 9hil)e ftnben fönne unb immer nati) feinem gofe juriicffefjren wolle. 38. Sie mcrfttJürbige Srau. 2Rünblic$. (Sin mefjr als 70jäf)riger 9)tonn erjäfjlte: roar 14 alt unb eben ^ferbefnedjt geworben. @s mar jur ^erbftjeit unb bie SefteUung bes 2lätte, benn id) war fct)r mübe geworben. Sludj trat bie Dämmerung fd)on ein. 3>od) entfd&tofe id) mia) nad) einigem 3ögern, aud) ben legten Saum nod) ju Idolen. 311« id) nun ben Söeg entlang nadj bem SSalbe ju baf)infdjritt, baS $ferb am 3ügel fül)renb, unb grabe an eine SBegfrümmung gefommen mar, ba fam eine fonber* bare (Seftalt aus bem btdjten ©d)lagf)ol$ grabe auf mid) &u, um ben 3Beg ju überfdjreiten. 3$ oerfolgte jie mit bem Slitf bis $uin nädjfien Sufd&roerf, in roeldjem fie oerfdjroanb. 916er rounber= barertoeife bewegte fidt) nidjt ein Slatt an ber ©teile, roo fte ins ©traudjraerf trat. (SS war eine auSgeroadjfene grauengeftolt, fauber unb nett gefleibet; bodj fehlte bie ©d)ür$e. ®ie Slrme fingen ftraff herunter. $)ie grau mar aber of)ne Äopf, of)ne güfee unb §änbe. 3>aS Äleib fdjleifte lang über ben Soben f)in unb mar mit breiten, grauen unb roten Streifen oerfeljen; aber bie Serben roaren oerblafet. 3d) 50g mein $ferb eilig hinter mir Ijer, um nad)$ufef)eu, roofnn ftdj bie ©eftalt geioanbt r)ätte. $od) fonnte id) feine ©pur mefjr entbeden. 3a) ging nun in ben Söalb, um ben legten Saum* ftamm ju ^olen, unb madjte mid) bann auf ben $etmroeg. Slls id) bie ßette um ben Saum legte, tourbe mir fo eigen unb be= flommen umS $er$. ®ann eilte idj mit meinem $ferbe unb feiner Saft aus bem Söalbe, fam toieber ju jener ©teile, roo midj ein falter gieberfdjauer rüttelte unb erreidjte balb ben £of. Niemals aber fyabe id) es über mia) gebracht, in ber £)unfel= r>cit allein burd) jenen SBalb ju gef)en. 39. ioboorbebeutung. (SRettmann.) 9Rünblu$. (Sinft lag ein alter 9Rann in SHettmann im ©terben. ®a fjörte fein näd&fter 9tod)bar in jroei aufeinanberfolgenben 9tä$ten ein bumpfeS Älopfen an ber $l)ür. ©d)nett fprang er auf, nid&t anberS oermeinenb, als fein 9toä)bar fei geftorben unb man rufe tf)n, um ber bortigen ©itte beS fogenannten SluSleidjenS nadjjus Digitized by Goqgle — 100 — fommen. @r citte $ur £f)ür, um öffnen. 2lber e$ war niemanb ju erblicfen. £)aä gefd^at» audji in ber folgenben 9todf>t. Unb mieberum mar niemanb braujjen, ber ©tnlafe begehrte. 2lud(j in ber britten 9to($t mieberfjolte ftd& ba« Klopfen. 211« ber ÜRann nidjt fogleidj aufftanb, roieberfyotte e« ftdf). (Snblidj öffnete er unb faf) nun ben orf>anben. Slufjerbem Ijatte 93. ein £)ienftmäbdjen, meldje« aber jur %t\t unferer ernadt)lftfftge. (ginige Tage fpäter ftarb Die grau. 4L $cr gebefferte 2agelil)tter. (SRettmatin.) (Sin alter 2Irmenf)äu8ler ju SHettmann, ber in feinen jüngeren 3>af)ren als Äned)t unb £aglöfjner balb bei biefem, balb bei jenem Sauern bieute unb abenbs gern über bie gebührliche 3*it im 2ßirt$bau3 fafe, befanb fidfj eine« 2lbenb8 ju oorgerüefter ©tunbe roieber auf bem £eimroeg. $)a fprang ilmt plöfclidfc) eine fernere ßaft auf ben dürfen. Vergeben« uerfudjte er, biefelbe abjufc^ütteln. Gr mufcte bie Saft biä in bie 9tät)e feiner 2Bof)nung tragen. $ort fprang ba$ Ungetüm ab, unb feud&enb unb fdjroei&triefenb fam er in feine 3£ot)nung. Seit jener 3«t & nie mef)r abenbs tn$ 2Birt3f)auS. 42. $er Bergmann bon RMtlfyptn. (flRettmann.) SMünblic$. 9m ©aturtag, einem ©e^bft jroifc&en Wülfrath unb Natingen, befanb ftd^ in früherer 3*ü öergrcerf. ©in junger Surfte auö Äürtelfiepen arbeitete in bemfelben. 9ta$bem er einft roieber feine $roölfftünbtge 9rbeit8fdnd)t hinter fidfc) tyxtte, madt)te er ftä) — bie £age roaren fdjon jiemlid) fur$ — auf ben §eimroeg. Um biefen §u fürten, roanbte er fid) auf ßüttgeS ju. 3n ber yiaty btefeS £ofe« lag bamalä nod) ein 2Balb. 68 mar morgend für} oor 6 Ul)r, unb ber 9Wonb errate bie ©egenb. ©rabe ging unfer Surfte über ein gelb bem ermähnten SBalbe $u, ala er am SBalbranbe eine grau erblitfte, roeld&e ifm fd&arf anfaf). ©er Söurfdje fielet bie grau aud) fd&arf an unb gef)t weiter. Sil« nun trier Sßodjen fpäter ber ©urfdje roieberum bei 2Ronbenfd)ein im Sttorgenbunfel an jene ©teile fommt, fief)t er fafl auf bemfelben gle mittage würbe e« ihm gan$ eigentümlich $u Sttute. $er Steiger fdnefte tlm nach £aufe. 3)ort angefommen, legte er fia) fogleich ju Seit. Stach 4-6 2Boc$en lag er auf ber 33af)re. 43. $er ©eifler=ßei«|enaufl. (Wettmann.) 9Rünbli$. @in SJtonn auf bem @ef)öft „(Sfche" ging eine* £age£, e$ war $wifchen 2 unb 3 Ut)r nachmittags in ©efchäften nach bem WüIIerbaum. ©eine grau blieb allein jurücf. 2llä Tie burd) bie ©tube fdjreitet, wirft fie ihren S3licf auf ben Jperbecfer SBalb unb bann auf ben $Beg, ber in bie (5t)auffee au&nünbet. ©rabe an biefer ©teile gewahrt ftc einen 9Rann, bann ein $ferb, einen Seitenwagen unb gule^t einen ßeiajenjug mit melen Seibtragenben. £>er 3«9 bewegt fid^ über ben angebeuteten s2£eg t>in, biegt bann in bie ©hauffee ein unb »erfolgt biefelbe. 5Die grau grübelt über bie öebeutung biefer (Srfa^einung nach unb prägt fid) alle @in$elhetten ein. 3lm 2tbenb fommt ein Machbar $u Sefuch, meinem fie ba$ ©efeljene mitteilt, ^injufügenb, bafe ein Machbar, meldten Tie genau bezeichnet, balb fterben werbe. $)er 2flann wunbert fich fef>r unb fann e8 nicht faffen, bajj jener fterben roerbe. Unb bod) gefchat) e3. ®er Sßadjbar 50g fia? eine ^erlefcuug bed Baumens $u, rourbe fränfer unb ftarb 3 Xage nach ber (Srfcheinung, welche bie grau ^atte. 211* ber Seidjenjug jene ©teile paffierte, jtonb bie grau roieberum in ir)rer ©tube. £er 3"8 ftimmte in allen ©injel^eiten mit bem, welchen fie uorfjer gefeheu hatte, überein. 44. $er gewarnte SBauer. (Weltmann.) ©in Sauer pflegte feine Schweine auf bem Warfte ju ©ifen ju faufen. 3ßoHte er borthin, bann ging er früh fort, um in Söerben bie gweite Überfahrt auf ber ©djalbe nicht $u oerfehlen. Digitized by Google — 103 — (SineS Sonntag* fpra$ er $u feiner grau: „©ertrub, id) roitt morgen auf ben 9)torft nadj @jfen, um ©djmeine $u faufen." She Bäuerin ermiberte: „$a$ tf)u nur, Bater." 9tod)bem bie nötigen Borfel>rungen getroffen unb bie De* 2lufbrud>S oerabrebet, legten jtdj unfre Bauersleute fdjlafen. 9lm näd&ften borgen ging alle« in gewohnter Crbnung oor fu$. Tie grau bereitete ben Äaffee. Sil* tl)r Sflann bamit fertig mar unb ft$ eben anfaßte, aufeubredjen, begab er fid) roiber ade @emofmf)eit nod&malS in'* ©d&lafoimmer, um nod) etroaS $u rufjen. $>ann empfahl er jtd) feiner grau unb bradj auf. $ie grau, meldte mieber &u Bett gegangen mar, fjörte beutlidj, roie bie $auStf)ür in'S Sä)lofe gebrüdt mürbe, unb fdjlief nun beruhigt mieber ein. Sber faum mar eine Btertelftunbe oerfloffen, als jie bie £f)üre fnirföen fyörte, unb roenige Hugenblide fpäter erföien it)r 9Jtonn mieberum im (Sdjlafjimmer, roo er fidj allerlei ju fd&affen machte. $ann oerliefe er roieber baS 3imtn*r B^M) barauf baS §auS. 2lber faum jinb fünf Minuten oerfloffen, ba f>Ört bie grau abermals bie £{jüre gefjen, unb mieberum tritt if)r SRann ein. ©r fleibet ftct) aus unb legt ftd) ju Bett. Dotter ©taunen über biefeS fonberbare Behalten fragte tyn bie grau, ob er benu uid&t auf ben Offener s3Jtorft motte. ®er 9Wann entgegnete, er tonne md)t fort, er roerbe am näd$en Montag ge&en. Einige Sage fpäter oerbreitete ftd) bie ^aä^ria^t, bie jmeite Überfahrt ber ©djalbe bei Sßerben fei an jenem Montag oerunglüelt unb nur menige 9Wenfd)en entfommen. 45. $er BefettfHel retter. (3flettmann.) 3)lünblic$. 2lm Raffel bei Weltmann lebte einfl ein SRann, melier auf einem Befenftiel aus bem oberften genfter feines §aufeS jur ßrbe reiten fonnte. 3e nadjbem er ben Befenftiel mef)r jleil ober mef)r magerest, mefjr rechts ober linfs l)ielt, fuljr er fdmeller ober langfamer an ber SBanb beS §aufeS Ijinab. 46. $ie ftirctenbelle bei 9Hettraamt. Sinfam in einer £balfd)lua}t lag bis oor furjem ein ©e&öft wu)e bei ber Äirdjenbelle. ÜJiun ift ba$ alterSfdjmadje £aus t>erfd)rounben. Über ben früheren Bender beS §ofeS, B., fd)roebte baS Berfjängnis, Digitized by Google - 104 - baft fein ©lieb ber gamilie ruf)ig im SBett fterben fodte. (5$ war ein alter gludf), ber fold^ed bewirf te. 2Sil&. 23., ber immer eine baumwollene 3ipf*fatüfce $u tragen pflegte, wollte einft ^Branntwein fjolen. ©päter fanb tljn ba8 £)ienft= mäbäjen tot auf bem SBege liegen. (Sein ©ruber fiel in ber Stube um unb war eine Seidje. 2Bill). S. ^atte jwei Södjter: ©ertrub unb Sophie. Severe ftarb oor bem 33ett. ©ertrub mar zweimal »erheiratet. 3^r erfter 9Jiann ftarb oor bem Sett. jweiter SJlann würbe tot oor betn 93ienenf)au$ gefunben. ©ertrub felbft fanb man oor einigen Sauren tot in einer Strafte ju ©üffelborf. 3^re SJtutter fanb it)r @nbe in einer 9iübenfut)le. 2tuf bem §ofe fpufte e3. (Sin 3immcr De$ §aufe3 mar feinem gremben jugänglidj. £ort mürbe bie ^ejenfunft betrieben, auf welche fief) bie ganje gamilie oerftanb. £rofcbem bie gamilie unb it)r ©efinbe bebeutenbe gleifdjoorräte benötigte, fd>lad)tete man auf bem £ofe aHjäfjrlid) nur ein Sdjwein. Unb bod) mar bie SBorratäfammer immer gefüllt. 47. $er 3ube 9lat^iait $u Ärutfdjeto. ÖBofjwinfet.) 3u tfrutfdjetb bei $of)winfel braa) einftmal« ein geuer aus, weld>e$ in furjer 3eit fo um fufc griff, baft alle Söfdjoerfudje ber 9tod)barn nichts frudjteten. £a eilte man jutn alten 3uben 9tatf|an, ber allgemein in bem 5Rufc ftanb, geuer burdj 3ai*bermittel Iöfd)eu gu fönnen. ßange waren alle Sitten ber 9tod)barn, feine Äunft in ben 5Dienft ber Sarmljerjigfeit $u [teilen, oergeblid&. @r wieä alle baf)in jielenben Sitten mit ben SBorten ab, baft er ju alt fei, um bie Sufte, bie er für bie ju gewäfyrenbe ^ilfe auf ftdr) nehmen mtiffe, ju tragen. (Snblidf) aber oermocf>te er bem allfeitigen 2ln= bringen nidf)t mef>r ju wiberfte^en unb begab ftd) jur Sranbftelle. Sluf fein ©etyeift t)oUe man ein Srot t)erbei. $ann lieft er fid& rütfwärta gegen ba$ brennenbe £auS führen, fo weit e3 bie ge= waltige ©lut julieft. SRun murmelte er unoerftänblidje SBorte unb warf ba$ Srot über feinen $opf in bie glammen, weldje fofort erlofdjen. Digitized by Google - 105 — 48. 2>er roilbe doger. ($au$ Morp bei (rrfrath.) 9Rünbli#. Unweit oon §auä Morp bei ©rfrath liegt eine Sdijaf)! Heiner §ütten. ®ort bat man oft in früheren Seiten ben eroigen 3uben, melden manche Öeute aud) ben wilben 3äger nennen, Ijodj in ber Suft fdjreieu hören. Manier hat beutliä) fein „§o, 1)0" oernommen unb ift ootter ©ntfefeen geflogen. 49. $ie eiitfitörutiö ber Deformation in (frfratl). 3Rünbli$. $>er £err oon $>almigb auf £auS Unterbot roar Sßatronatä= herr ber Äirdje ju (Srfratf). Sludj in ©rfrath fanb bie Deformation ©ingang. 2)ie Sßroteftanten bemädjtigten fid) ber Äirdje unb waren eben im Segriff, ben erften ©otteäbienft in berfelben abplatten, ©djon ftonb ber ^Jrebiger auf ber Äanjel, als ber $err oon Stalwigh/ begleitet oon feinem bewaffneten ©efinbe, b,oa^ $u 9tojj, wutf)s fdjnaubenb in ba3 ©Ottenaus hineinritt. (S$ gelang ihm unb feinem Anhang, bie ^roteftanten auä bemfelben ju oertreiben, worauf bie Äatf)otifen roteber in ben öefifc ber Ätrdje gelangten. 9todj einer anbern Mitteilung jtünnte ber §err oon Mwigh bie treppe $ur Äanjel hinauf unb brotjte bem ^rebiger, ifm augenblitflich nieber$ufdnejjen , wenn er ni$t fofort bie flanjel oerlaffen roürbe. 50. $er ftitter oon Unterbau erfdjte&t einen $ail)beifer. (GrfratJ.) 3Hünbltdj. @inft ^atte, ju ben Reiten beS Mittelalters, ber bitter oon Unterbau einen befreunbeten bitter eingelaben. Mit biefem ritt er eine« EageS nad) (Srfrath, wo er $atronat3f>err ber ßird&e war. $a fafe grabe ein ®ad&beder auf bem ßirdjenbache , ber einige SReperaturen oornalmt. ®er Unterbad}er meinte, $u feinem greunbe gewanbt, ben Arbeiter tonne er mit einem lo&l)of ju Düffelborf. Dalroigf) blieb allein feuerfrei; hingegen mufeten bie anberen 3lbligen beä 33ergifd)en fidj fortan 3ur 3&f)Iung ber (Steuern bequemen, roie fauer e$ tfjnen aurf) rouroe. TJoetifä Gearbeitet öon IWüUer »on ÄönigStomter, fiorclei, 261. 52. Jft(ein=9Wera.e8 ton Unterbadj. 3n einem großen Deüe beS bergifajen SanbeS ift nodj f>eute bie Lebensart gebräuajlia) : De lügt, roi be fleng Herges oon Unterbot. ÄleimSWergeS roar in SBefel Solbat. ©ine« Dageä roottte ber gelbroebel ben Solbaten iljre Söfjnung au3$af)len; aber plöfclia) roar ber nia)t unbebeutenbe betrag aus feinem SBeutel cerfdjrounben unb fein «peller me^r in bemfelben ju fiuben. Da Weinberges als Sdjelm befannt roar, fo brof)te ifmi ber gelbroebel. Sllfobalb roar ba£ (Mb roieber im öeutel. ßinft fafe Älein=2RergeS im Slrreft. 3" gleicher 3^it fpajierte er aud) umfjer, taufdjte freunblid&e sBorte mit feinen Sefnnnten unb ging in« 2ötrtsf>au3, Reiter unb guter Dinge. 53. Der Sau ber Äirrfie ju ®erre^Jeim. St. ©ertcuä roollte ©Ott bem $errn ein ©Ottenaus bauen; aber es fehlte tlnn an ©elb. Der xeufel fdjlid) fid^ 51t tym unb bot ftd) an, if>m beim 33au beSfelben befjiflia) ju fein. St. ©ericu$ nafym baä Anerbieten an unb bie betben bauten gemeinfdjaftlidj bie Digitized by Google — 107 — 6t. £npolit-Äirdje, bie jefcige aJtorgaretfjemfliraje (feit einigen Safjren niebergelegt) ju ©erreSfyeim. 2113 fte fertig toax, erljob fufc ein Streit unter ifjnen Darüber, mo$u ba8 ©ebäube bienen foQe. 3)er Teufel wollte e3 ju einem ©afc, Spiel* unb Äart- tjaufe machen. St. ©ericuS beftanb aber Darauf, bafj e8 ein ©Ottenaus werbe. Um ben Streit ju fd)lidjten, famen fte überein, eine Söette ein^uge^en: wer am weiteren fpringen fönne, beffen 2Bitte foCe gefdfoefjen. 9tafd) wagt ber Xeufel einen gewaltigen Sprung über ba$ SBicoer Xfyal 216er ba3 ©locfenfeil bleibt if)m am gufee Rängen, meldjea nur bis in ben fogenannten f<$war$en Seid) hinter bem 93ief)fwf reichte. (53 jog ben gewaltigen Springer in ba3 fumpfige SBaffer Innab. St. ©ericuä war bebääjttger, fprang über ba£ Styal hinweg unb gelangte bis an ben gufj be$ bahjnterliegenben SBalbeS, an bie Stelle, wo itdj iefct ba« fogenannte ©ericu*^ü|d)en beftnbet. Somit f>atte St. ©ericuS gewonnen, unb ber Sau, ju welkem ber Teufel fo oiel beigetragen tjatte, würbe ein prädjtigeS ©Ottenaus. 3In ber Stelle aber, wo St. ©ericuä in feinem Sprunge auf bie (Srbe gelangt war, fprubelt eine Cuelle fyeroor, bie als foftbarer ©efunbbrunnen big jur Stunbe befannt ijt, unb bie au« ber 9täf)e unb gerne oon oielen lüttem benufct wirb, beren Ätnber an graifjem leiben. 54. Sie floroamten in ©erreäljeim. 2Rünblic$. 3m 3af)re 922 famen bie Normannen auf einem it)rcr ^3er= wüftung3$üge aud) nadj ©erreSljeim. £)a entfpann ftd) ein blutiger Äampf groiföen ifmen unb ben 93ewof)nern ©erreäfyeimS. 3n>auäig Bürger ber Stabt würben erfragen. ®ie Strafje, welche an biefem ftampfplafee oorüberfüfyrte, fjat feit jener 3*it jur (Erinnerung an biefen blutigen ßampf ben tarnen „©reulidjerftrafje" erhalten. 55. $ie SlutSfapefle su ©eroSfieim. 9Hünbli$. Äura oor ©erre3f)eim fter>t bie ölutäfapette, fo genannt, weil ber fjödfrfte Sd>a| berfelben in einigen tropfen be« 93tuteö Gf)rifti befielt. £er Sage naa) begleiteten bie bitter oon ©rfratf) unb ©Her im 3al)re 1268 ben ©rafen Slbolf oon Serg auf feinem Digitized by Google — 108 - Äreua^uflc nadt) bem gelobten Sanbe. Mannhaft Ratten ftdj bie beiben 9tttter gehalten, fo bafj ihr 9tame hoort fanb man oor etwa 20 3ahren atteS 3Kauerwerf. Auch ein Brunnen quillt bort, weiter noch tyuti benufct wirb, 9teben bemfelben breitet fidt) ein äöaffertümpel au$. An beffen ©teile foU einft ein ©chlofj geftauben haben, welches aber längft oerfunfen ift. SBeäljalb baä gefchaf), wiffen bie ßeute nicht met)r anjugeben. 57. $er Öl ut bäum $u ©erreeheim. SMontanu^SBatbbrü^ I, 194. 3?or wenig fahren ftanb in ber ^lä^e ber *8(utfapette eine heilige S3ud)e, ber fogenannte SJlut-- ober sBunberbaum, 311 welchem in früherer $t\t beim 331utfefte triele ^Mlger$üge wanberten. 3^oc^ wifjeu alte Seute ju erzählen, wie man bort nächtliche flammen gefehen höbe, welche befonberä in ber 2öeihna<$t unb in ber 9Jtoi= naa)t in bem SBunberbaume leuchteten; oon geuermännern, bie ihn in ber Ütfitternadjt uinfretften unb oon einem grofjen brachen^ ähnlichen Xtere, bad in feiner 3flär)e über ©djäfce machte. 9hir in ber Mainacht leuchtete ber «Schafe unbewacht über ber ©rbe gleich einem ßoblenfeuer. ©in Sauer, welker einft eine ftoljte aus biefem geuer hob, unb ftc auf feine Tabakpfeife legte, um fie an$u$ünben, fanb baheim ftatt ber 5lof)le einen ©olbflumpen. 58. ftcurige (*rfcheinungen auf ber £arbt. (©erreshetm.) 3Hontanu«*Balb&rityl I, 194. ^äa)tlio) läuft ein fdmeeweifeeS ftofj feuerfchnaubenb über ben fahlen §eibef)ügel ber §arbt, unb ein feuriger ihkgen, oon ftüfjen gebogen, gleitet 00m ©wiener (flehe 9ir. 56) herüber nach ber fogenannten $eufel$hütte im ©erre$heimer ©ufd). Digitized by Google — 109 — 59. ©cfpenftif^e Staden entweichen beim Seien. (©erreSheim.) ©inft fam ju fpätcr Slbenbjtunbe ein üflann oom ©alberge (©algenberg) bei ©erreäheim, um nach §aufe 311 gehen. @r mar ein ©chneiber unb auf ber £öfje ^atte er für rarglichen £agelot)n fleißig bie 92abel geführt. 2113 er au bie ßaiferäburg fam, fah er plöfcliä) eine fdjroarje ßafoe, roelche eifrig um it)n Ijerumftrid). ®a£ mürbe unferm Sfttter von ber 9iabel julefet unheimlich, unb mit fräftigem Schlage fiolte er au§ nad) bem unheimlichen £iere. £)od) biefe« liefe fid) nicht frören. ®a fctjlug er abermal« nach i^m. Mittlerweile mar er im Styale angefommen. Slber bort fat) er fo Diele Äafeen um ftd&, bafe er fidt) ni<^t mehr ju retten roufete. 55a begann ber Sd&neiber in feiner §erjen8angit ben „<5ngel be3 §errn" ju beten, ßaum mar er $u ben Sorten gefommen „ba£ ©ort warb gleitet)", als fämtliche Äafcen oerfchrounben waren. Unbefnnbert fonnte er nun feinen #eimtoeg fortfefcen. 60. (*ine fterenoerbrennung ju Berresheim. 9la$ färiftl. SRitteilungen fcon So&ann öon Sroftorff in Ärefelb. 5lm 24. 5tpril 1750 oerbrannte man eine al$£efe oerfchrieene grau mit ihrer Tochter ju ©erreäheim, unb jtoar auf ber fogenannten fyotyn $arbt. $>ie dichter Ratten befdjloffen, ber jugenblichen Tochter ba£ Seben ju fchenfen. $oäj bamit mar ber 3kter be3 SJcabdjenS nicht einoerftonben. ©r überreichte bem ÜJtäbchen ein Xuct), unb als e3 aus bemfelben einen ©imer uott SRilct) molf, rourbe eS ebenfalls oerbrannt. 61. aitfdjtoimmenbc ftreuj. (SMffelborf.) ©ine Meine Schrift öoti 'iß. §ermamt Sonn&orn öom 3a§rc 714. A. 1444, roobet roohl ju obferoieren, bafe biefe rounberthätige Silbnufj — roie man oon uralten ßeuten unb biefe von anberen in Erfahrung bracht — beoom felbigeS in r)ieftgcö £ofpital, alfo genant, attroo ber jeit fein Käufer erfinblich, ift oerehrentlich geftellt morben gegen ben föheinftrom herauffomment getrieben. Digitized by Google - 110 - 62. Mobt Unit öaben. (SDüffetborf.) G. ö. Naumburg, ötßoriföe Söanberungen burdj fcüffelborf. — Seibing, 76. — aRontanu«=2öaIbbrüb.I, SBorjett I, 39. — fcermann, 3 babei oerneljmen. $>ie ©eftalt ift bie eine« fjoljen oerfajleierten SBeibe« in roeifeem ©eroaube unb mit einem roten 23änba>n um ben £al«. Cft erfajeint 3afobe aud) in blutigen ©eroänbern. Seutltd) ift ba« fttüftern be« ferneren feibenen ©eroanbe* ju ©ernennten. So fa)toebt fie burdj bie 9täume, um nad) einiger $e\\ fpurlo« in ber Stauer $u oerfdnoinben. Wamentltd) im Sa^roanenjimmer ift bie gürftin oft gefetyen toorben, beim in biefem fanb fie ifjr (Sube. Äein ^riefter roagte e« barum, biefe« ©emad) ju betreten, roenn am $)reitonig«abenb bie übrigen 3"nmern D^ gürftenfdtfoffe« gemeint mürben. $er 3ug betoegte ftd; immer an biefem 3intmer uorüber, als fürdjte man bie (Srroedung ber Xoteu. Slnbere galten bafür, bie« SBeib fei bie Sdjroägerin oon 3afobe, SibnUa, roeldje ba« blutige §aupt ber Safobe trägt. ftod) anbere glauben, e« fei bie Stammmutter be« Altenas $erg-$Branbenburgifa>n ©efd)led)t«, roeldje fid& in ben Räumen ber alten ^obnung jeige, roenn tfjrem $aufe irgenb ein glüdlid>e« ober unglüdlidjc« $erf)ängni« nafye. S)tefe 2lf)ttfrau fott au* bem @efd)lett)te ber Sajroanen^ungfrauen geroefeu fein; nad) ifyx foll ba« 3itnmer, roo fie am meiften erfd&eint, ba« Sdiroanen$iminer beißen. 03. $cr Sdjlofjturm $u $nffelborf. aRünbli^. $on bem alten §ersog«fdjlo(3 in Tüffelborf ift Ijeute faft md)t« mel)r al« ein Xurm oorfjauben. grüner flofj ber sJif)ein ^art an biefem Xurme oorbei. $on biefem £urme foll fid^ bie .^erjogin Sibolla, ooüer ^erjroeiflung über bie ©rmorbung 3afobe'« oon SBaben, in ben Wjetn geftürjt baben. Digitized by Google 111 - 64. SaS ©rafeit&auS $u mit (Eüffelborf.) SRünblic$. 2Iuf ber ßreujung bcr Srücfcn^ unb sJieufjerftra&e 31t 23ilf ftanb i» alten 3eiten ein e fyabt ich bie fiänber burdjjogen, bie 9Weere burdhfdjifft; aber ich fyaht feine Sinberung für meinen aren heran. Unb er 30g mit f)\\\au$ jum blutigen Söerf. ®a brang plö|lidj bie flunbe, er fei im fernen (Streit erfragen morben, in feine §eimat. $)ie 9tadjrir ber ©eliebten unb oon ber ©tunbe an nahm Tie ben (Soleier, um für ben ©eliebten ju meinen unb ju beten. Sllle biefe (Sreigniffe §ier)en an bem ©infamen vorüber, dichter fällt ber <5djnee unb baS Sämpdjen im Älofter, bei beffen Schein (Söleftine gebetet, erlifd^t. @r fteht allein in ber ©rabeSftitle. Digitized by Google - 112 — ^löfclia) burajbringt ein fetter ©locfenton bie finftre 9tod)t. (Sntfefet ftürat ber Wann jur iltofterpfortc, welche in bemfelben Slugenblicf geöffnet wirb. 3ttit bem ©d&recfen3ruf: „2öa3 bebeutet bie3 feltfame, fdjaurige ©eläut?" roenbet er ft$ an bie oortretenbe $btiffin, n?etd^e mit Meinem 2lntli$ fpridjjt: „©djon brei Xage weiten roir alle am offenen ©rabe. $>arum wirb bie S^otgtocfe gebogen, Sßiffe, grembling, bafe bieS nur gefd&iebt, wenn brei Xage tjinburdj niemanb uon uu$ ©peife unb £ranf genofj. tiefer ijall ift nun eingetreten. 2111 unfer löeten unb gießen roar umfonft. 3n unferm Jammer rufen wir baä mitfüfjlenbe $erj unferer trüber an." darauf befahl fie ber jüngflen ßlojterfd&roefter, Gölefttne, am Äirdjentfjor bie milben ©penben in (Smpfang ju nehmen. 3Rit lilienbleiajem 2Intltfc roanfte Göleftine, entfräftet burdj ftebenmonatlic&ea gaften unb ba£ jungem ber brei legten Sage fjerbei unb jteUte ftd) betenb an bie Pforte. Überwältigt von bem unfagbar traurigen Inblicf ber ©eliebten fällt ber 5\remb= ling nieber, rafft ftdj aber nad) einigen Minuten auf unb ftürjt burd) Sturm unb ©a)nee §ur nädjften ©trafee, roo nod) ein £i$t flimmert. 2Jttt lauter ©timme begehrt er ©peife unb £ranf unb eilt roieber bem Älofter $u. um juerft bie ^ungernben ju erquiden. ^ßlöjjlid) burdjfäl)rt i^n ber ©ebanfe, ob er e8 wagen bürfe, ftdj ber einft fo beife ©eliebten ju $eigen unb if)r ben irbifdjen grieben )u rauben, tyren nad) oben gertd>teten ©inn roieber auf$ neue $ur (Srbe ^urticfjulenfen. 9lad) turpem innem Kampfe ringt er ftd) $u ber (Sntfagung burd), fann aber bod) ntd>t umbin, nodp einen Slugenblicf bie Sßoefie ber Siebe ju genießen. OTit oerfteßter ©timme bietet er ber Wonne baS SBrot an unb empfängt ibren fanften §änbebruanfeSroorte. „3m Xraum", fätjrt fie bann fort, „rief mir eine ©timme ju, bafj ber (Srfte, ber un$ beute ©peife brächte, fein ganjeä ^eben lang gern aUe£ mit mir geteilt bätte. ®u, grembling, tjaft aud) mit mir jefct bein le^ted S3rot geteilt, unb barum roiU idj unaufbörlid) für bid) beten/' Äaum f)atte fie geenbet unb ber Wann ibren ©egenänmnfd) empfangen, als er roie ein 39lifc burd) bie rafd) anwaebfenbe Wenge enteilte. Wit oollen .ftänben eilte nun aud) bie fromme Sürgerfajaft berbei, um be£ Hlofterö 9tot ju linbem. ^oetifö bearbeitet üon 3. ». Siouffeau. Digitized by Google 113 66. So8 9RarienMlb in ber 8ambertuS!irt4c ju Xüffelburf. »a^erle, bic tatfr. Äirtyn Sttffclborf«. 3n bcr alten 2ambertu«firct)e ju 3)üffelborf befinbet ftet) in bem Altäre redjt« neben bem fürftlidjen £enfmal ba« befannte Silb ber t)l. ÜHaria in ber 9cot. $)a«felbe befanb fi$ früher in einem im Sfoitingertlwr neben ber alten ©tabtmüt)le beftnblict)en ©efängniffe. ®ort ereignete fi$ mit biefem SRarienbilb folgenbe« SBunber. 3n biefem (Sefängni« fafj einft ein unfdfmlbig Verurteilter, ©r rief oor biefem Silbe r>oU Vertrauen unb Snnigfeit bie £immel«föntgm an. 3Il«balb würbe er auf nmnberbare Sßeife feiner ^effefrt entlebigt unb feine Unfdmlb an ben $ag gebraut. £)urct) biefe« SBunber würbe man auf ba« Silb aufmerffam unb übertrug e« in feierlicher SÖeife in jenen Slltar. ©eit biefer 3^it trägt ba« Silb feinen tarnen. 67. SBte man ju Snffelborf ba8 9tea)t s« ®tabe läutete. (£>üffelborf.) Setbing, Sagen :c, 74. (Smjrmal« ging ber 9tarr be« §er3og« ju £)üffelborf am 9tt)ein fpajieren. £)a fam ifnn ein Säuerlein au« ber ©tabt ent« Gegen, ba« trug ein SÜnbel Rapier unter bem 3lrm unb fd)lid) gar betrübt feine« 2Bege« einher. „3Bof)in geht bie Steife?" fragte ber 9torr. „2ln ben Settelftab," antwortete ber Sauer. „arnad) traben bie ba brinnen in ber ©tabt nicf>t gefragt/' ermiberte ber Sauer, „ich mufe an ben Settelftab oon 9teä)t«wegen." — ,,©o feib 3hr alfo ein sJl\ä)tfr nu| unb gaullenjer, wenn 3hr von sJtecf)t«wegen an ben Settelftab fommt?" — „D nein/' fcrjrie ber Sauer, „wenn ba« wäre, fo fleidfäffe mir mein 9iect)t, aber leiber ift e« gan$ anber«!" Unb nun erjagte er bem Marren, wie fein Wafybax, ein ^abfüajtiger unb böfer Runter, ir)m ^rojefe auf ^rojejj an ben $al« gehängt, bi« er tr)m wiber fein flare« unb gute« 9ted)t ben legten Siefer unb bie lefcte ßuh abgenommen habe. „§ier fyabt ich meinen Seftfc Derbrieft unb oerfiegelt," fd)lofe er enblich, „unb ict) armer SJtonn fann it)n boeb uic^t gegen ben mächtigen 3unfer unb bie ungerechten 9tia)ter behaupten, £amit warf er ba« Sünbel 8 Digitized by - 114 - Rapier, roclc^e^ er unter bem Slrmc trug, auf bie @rbe. /rSafet bo$ fefjen," fagte bcr 9torr, uafnn bic Rapiere, fefcte fid) auf einen (Stein unb fing an barin 51t lefen. @r fajüttelte babei oft mit bem £opfe unb rief einmal über baS anbere au«: „$ie ©ajelme, bie ©djelme!" ßnblia; fpradj er $u bem Sauer: „§ört, guter greunb, id) roitt ©ud) Reifen, roenn 3(jr mir folgen rooüt." $a gingen bie beibeu 3U allen ©lötfnern ber <5tabt, unb ber Sauer bellte fte mit feinem legten ®elbe, bafe fic alle ju Wittag bie £otenglocfen läuten fotlten. 3)er Sauer aber fteffte ftdt) auf ben £of be£ ©d)loffe3, wo ber $erjog fein Mittagsmahl $u galten pflegte. 3ttd er nun bei £ifdje fajj unb fjörte, roie alle Öloden ber ©tabt läuteten: Sum — bam, bum — bam! ba fragte er feine £ofleute, roaS benn für ein oorneljmer 2ftann geftorben fei. ®a rief ber 9torr laut über ben £ifd> fn'nüber: „3a, £er$og, ba« ifk fürroafjr ein trauriges ©eläute, brob Ijeut unb immerbar oiele 3lugen meinen merben; deines Sanbeä S^be ift nid)t mein*; baS gute 5ied)t liegt auf ber Saljre unb mirb fjeute 31t ©rabe getragen !" — £>er ^erjog fuljr empor unb oerfefcte jornig: „s2Bie roagft $)u fold&eS 311 fagen, 9torr?" — $>er 9iarr antwortete: „£err ^erjog, meil bie Marren bie 3Bat)rt)eit fagen, roenn bie Reifen fie aus 5tlugf)eit oerfd&roeigen." Unb nun erjäfjlte er, roie ber Qunfer mit §ilfe ber ©eridjte ben Sauer oon $au3 unb §of oertrieben, lieg ifm l)erauffommen unb belegte alles mit Urfunbeu. $5a gingen bem £er$oge bie Slugen auf; er uermcfjtete ben UrteilSfprud), jagte bie ftidjter baoon unb gab bem Sauer alles, roaS fein eigen mar, roieber jurücf. Unter bem Eitel: „Ser öofnarr SBil&elm« IV. ju $üffelborf" in 2. ©iefc, Sagen* unb Märchenwelt, II, 80 poetifeb. bearbeitet. 68. $ie ÄunfWafce ju Xüfjclborf. aNontanuS-iöalbbrityl, »orgeit II, 28. $er tfurfürft Sodann ©iltjelm 311 $üffelborf fonnte bie graujofen ntdjt leiben, ©ie tjatten e£ tym aua) barnadj gemalt, Ratten ujm fein fd)öne£ ©djlofe ju ^etbelberg unb fein ganjeS ^Pfäljerlaub mit einer ©raufamfett oerroüftet, bie in ber abenb= länbifd^en ©efd)id)te nidjt ir)rcö ©leiten fiat. ®ie grau ßurfürftiu aber roar ben graujofen fjolb unb lobte iln*e feinen Sanieren, $l)v @enta()l pflegte ju fagen: 8pifc= buben unb Räuber fiub fie oon sJiatur, unb bie 9totur gef)t über Digitized by Google 115 bie £ef>r. 2)a rooflte bie burd)laud>tige grau ifnn au if)rer ßunfr. fafte bcroeifen, bafe mau bie 9?atur burdj) bie 2ef)r bemeifteru fönne. ©ie Ijatte nämlidj eiue Hafte, bie ftaub ©$ilbroadj)t wie ein Örenabier unb ^telt baS 2icf)t, roenn fie ben 2lbenbfegen las. £)ieS Xier machte überhaupt Sieufte, bafe eS au oerrounbern war, unb barauf berief fid) bie grau, als ftc mit ityrem ©emaf)l über bie granjofen 3anfte. $)er badete, er wolle if>r feine 3lnfid)t f)anb= gretfltd) machen. 9US bie Hafte aud) einmal baS ßidjt fnelt, ba f)atte ber Hurfürft eine 9)tauS mitgebrad&t. $ie liefe er aus bem sJirmel fprtngen unb über ben £ifd) laufen. 2IlS bie Hafte bie 3RauS fiebt, ba läfet fie baS 2id)t fallen unb fprtngt ber 9JtouS nacj. $a t)atte ber ©emabl geroonnen unb baS Sadfjen mar an tfym. £ie Hurfürftin mufete bie SBaljrljett beS ©prid&roorteS aner= fennen, bafc bie Watur über bie Öeljre gef)t. 69. 3a8 Urfulinerinnen-Älofter ju $ftffelborf. . ^erber, §iftorijc$e SBanberungcn bura) bie alte otabt 2)üffelborf. $ie Sage berietet, bafe bie ©emaljlin beS ßurfürften 3o^ann s&Ulf)elm einft mit einigen Tonnen ein flartenfpiel unter ber 93e= bingung gemalt fjabe, roenn fie verlieren mürbe, motte jte if)nen ein ßlofter errieten, ©ie oerlor roirflicfc baS ©piel unb erfüllte ifjr SBerfpreajen. ©o entfwnb baS Uriulinerinnen-Hlofter ju 2)üffelborf. 70. $er @iefjerjuna.e $u $üffelborf. Setbing, Sagen, 77. (£. ö. ©Naumburg, tfiftorifa^e SBanbenmgen bura) fcüffelborf. 2luf bem ®ad)e beS alten ©ouoernementSgebäubeS, beS jefttgen <}>oli3eiamteS 311 Süffelborf, ftanb bis oor furjem baS Silb eined 3ungen, ber in feine geöffnete ©d)ürse ©aben fammelte. ©aoon berietet bie ©age folgenbeS: £)er ©ujs beS 9teiterftanbbilbcS beS £erjogS Sodann ÜÖilljelm auf bem üRarft $u Süffelborf mar bereits einmal tjerunglücft, unb man jmeifelte feljr, ob berfelbe audf) baS jmeite 9Jtol gelingen merbe. ©d)on mar baS ©rj in bie gorm gelaffen, unb biefe nad) beS ^KeifterS Meinung ooflftänbig gefüllt, als ber fie^rling erflärte, biefelbe fei nodj> nid)t ganj gefüllt, ©ogleid) begann er, bei ben 3ufa)auern detail 311 fammeln unb erhielt oon einigen fogar 9tinge unb anbere ©a)mucffa^eu. 3n feiner ©a^ürje nafjm er bieS alles Digitized by Google 116 - in (Smpfang unb warf es trofc be« Wciftcrd $ovn in bcn Sdjmefc feilet. (Srgrtmmt toodte er ben Sehrjungen mifehanbeln, weit biefer ben ©ufj oerborben hätte. 211« man aber bie gorm öffnete, war ber ©ujj ganj fo, wie er fein follte, nicht« ju oiel unb nicht« ju wenig. Da erfaunte man beutlich, bafj ohne be« jungen 3ut^at ber ©ufe wteberum oerunglücft märe. 3"m Sfabenfen baran liefe man fpäterfjin ben ßehrjungen auch abbilben, rote er ba« (Srj in feine Schürte fammelt. Diefe ©tatuette foff ©rupello felbft am Dache be« §aufe« angebracht ^aben, welche« ifmi ber Äurjürft für ba« treffliche Denfmal fdjenfte. Sange %e\t roar fie ba« 2Ba()r= jeid^en Düffelborf«. 71. £a§ golbene f>erj. (Düffelborf.) 3Wcmtanu8;2Balbbrü&X SBorjcit II, 27. 211« ba« (5r$, au« welchem ba« befannte Denfmal be« tfur= fürfien Sodann SBilfjelm ju Düffelborf gegoffen werben follte, in glufj roar, erfannte 3Keifter ©rupello ju feinem größten Seibroeien, bafe be«felben $u wenig fei, um bie gorm 51t füllen. 2113 er bie« ben gefpannt um^erfietjcnben bürgern mitteilte, eilten biefe beim unb trugen Silber unb fogar ©olb fnn$u unb warfen e« in bie fdfjmcljcnbc SJtoffe, um bem geliebten gürflen $u einem würbigen Denfmal $u oerhelfen. Der 2lnftifter $u biefem Vorgehen ber Bürger foH gerufen haben: Da« gute §erj be« gürften oerlange im (Srjbilbe entfprechenb ein $er$ oon Harem ©olbe, uub fo fott ba« 93ilb ein $er$ oon ©olb tragen, unb ber ©lan$ be« ©Uber« fiä) auf feinem harten 2lntli|$e oerbreiten, wenn an Sflarfttagen 33ürger unb Sauern ba« ©tanbbilb umbrängen, unb auf feinem Sßfcrbc fo recht bajwifchen fifet unb auf bie ©ro&enfel berer berab= fchaut, beren 2öof)l i^m fo tief im .öerjen gelegen. 72. mt\\ttx ©rupello. (Düifelborf.) 9ta$ ber ^cetifc^en 93earbettung üon SB. ©rnct«. SRetfter ©rupello ju Düjfelborf erwarb fich halb bie ©unft feine« gürften unb würbe oon ben Sanbftänben beauftragt, beffen 3^citcrftanbbilb in @r$ ju giefeen, um ihm bamit be« SBolfe« Danf-- barfeit ju bejeigen. 211« ba« r>errlic^e Denfmal auf bem Warft- plafc errichtet war, trat ber gürft, umgeben oon einer ©d)ar oon Söflingen, fjinju. s)fach eingehenber Prüfung reichte er bem Äünftler Digitized by Google — 117 — bie §anb unb fpradj tym feine oolle 5lnerfennung für ba8 f)err* lid>e 9Berf au3. $>aä aber oerbrofe bie Höflinge, unb fie fingen nun an, bied unb jene* an bem 2Berf ju tabetn. 2118 ber Äur= fürft bieS ©rupeuo mitteilte, erflärte biefer, einige &nberungen oorneljmen ju wollen. Salb oertyüüte eine fjofce ^Jlanfentoanb ba8 öilb unb fräftige $ammerfä)läge erhalten hinter berfelben. 9Zaa) Ablauf eine« SJlonbe« fiel bie ^lanfenroanb, unb nun fanben gurfl unb Höflinge alle« in Drbnung. ßäc&elnb roanbte ftdj ©rupello Sunt gürften unb fpra$: „3dj fc^tug bem ^Jferb nidjt 93ug nod) $uf, ©in ©ufcbüb leib't fotd^ ©plagen mdj>t — 3$ fd&lug nur auf ber Xabler Huf." 73. Sie 3ubcit unb bai Setttotal Mann Söilfulmg Su Süffelburf. 9Hünblic$. $5ie ^atinabilbung an bem erjgegojfenen ©tanbbilbe ju $>üffelborf liefe bei bem 33olfe (ben audj jefct nodj oielfadj geteilten) ©lauben auffommen, e3 fei ©rünfpan, melier ba$ ftlberne $)ent= mal über3ogen fyabe. ®inft boten bie Quben in SDüffelborf ber ©tabtbefjörbe eine OTittion Spater (bie Summe wirb oerfdueben angegeben), wenn man tynen geftatte, biefen ©tlberroft abfd&aben iu bürfen. Seiber nmrbe ba$ ©efud) abgefd&lagen. 74. Sie «pcrfermönaV ju Süffdborf. Hnnalen b«S friftor. herein« f. b. 9iieberr$«in, 38, ©. 98. $)ie ©pecfermöndje in ©üffeltbal bei 2)üffelborf Ratten auf tfjrem Älofter bie 3nfcf>rift: „3Bir leben ofme ©orgen!" 9hm ftattete eine« £age3 ber Äurfürft oon Äoln bem Älofter ju «Düffel tf)al einen Sefua) ab. ©r faty bie Slufförift, unb um bem 2Ibt einen ©djreden einzujagen, legte er ifmt folgenbe brei SRätfel oor: 1. 2öaS ift niajt frumm unb aua) nidjt grabe? 2. 2Ba3 if* nid)t im SBege unb nitfct baneben? 3. 2öo iffc ber SHittelpunft ber @rbe? ®er 2Ibt fanb trofc alles &opf$erbred&en3 bie fiöfung ber SRätfelfragen nid^t. traurig fdjliä) er untrer, bis er eines XageS bem ©ä)toetnef)irten beS SUofterS begegnete, tiefem fiel bie Xraurigfeit beS tyofjen £errn auf. @r fafcte fic^ ein Jgerj unb fragte um ben ©runb feiner Xraurigfeit. Der 2lbt oertraute bem Digitized by Cj( - 118 — Ritten feinen Stummer, tiefer gab ifjm bie Söfungeu: 1. Äege(= fugel; 2. äarrengleiS; 3. bier, roo i$ ftefo ift ber Wittelpunft ber Grbe. 2)a rourbe ber 2tbt f)od) erfreut. @r beroog ben Birten, an fetner ©teile nadj Sonn $um flurfürften ju geben, um biefem bie Slntroorten gu fagen. $odj nötigte er ifm, in feiner, be3 Slbtö Xra$t bie Steife anjutreten. ®er Sdm»einef)trt gab bem fturfürft bie Söfungen ber 3tötfel unb erbot fta) jum ©djtufe, feine gef)etmften ©ebanfen &u erraten. 311« ifm ber oemmnberte Prälat baju auf-- forberte, fpradj er : „3f)r glaubt, mit bem 2lbt ju reben unb fpredjt bodj nur mit bem ©djroeinefnrten 75. Wü^rotib. CDüffelborf.) $ecf, 2r. Styeinlanbcn, 48o. 3u ®üifelborf ge^t in ben Ouatembernäd)teu ein 2öeib mit einem üflildffübel auf bem flopfe über ben Warft, unb jroar von ber ©eifterftunbe bia jum erften gafjnenruf, unb ruft beftänbig: §alb SBaffer, f)alb Wildj! ©Ott fei meiner armen (Seele gnäbig'. SBeil fte bei ir)ren £eb$eiten mit fa)led)ter Wild) betrogen bat, mufj fie jefct fpufen geben. 76. 2>tr @ai#= ober C&eiftenberg bei Xüffelborf. 3Hünblid>. 3ioifa)en $erenborf, 9ktb, Sobaufeu unb flalfum liegt ber ©ai$= ober ©etftenberg, auf unb um melden ftd) (jeute bie befannte ©oljbeimer $eibe ausbreitet. (Sinft roobnte auf ber §5t)c be£ Sergeä ein Wann, ber ©ate- böefe jum Seiegen ber oielen 3iegen in ber v)?ad)barfcf)aft tyielt. (Sine anoere Deutung füf)rt ben tarnen auf bie ©eifter jurücf, meldte bort unterfd)ieblidj gefeben roorben finb. 77. SBcrfleltung. (©egenb oon Eüffelborf.) £. »treu, in ber 3«ttförift „$cr Webendem", 1878, flr. 15. (Siner Wutter rourbe it>r ßtnb burd) ben £ob entriffen. 2)a$ Äinb rourbe begraben. 2lber feine Slume gebiet) auf bem f leinen §ügel, fein ®ra£ wollte bort aus ber (Srbe fprtefeen. £as tote Äinb aber ftreefte feine paub aus bem ©rabe empor, unb fo oft audj bie Wutter ben flehten Setdmam tiefer eingrub, fo febrte Digitized by Google - 119 -- bie $anb boti) immer roicber. 2ltS fte e$ $um brittett 2)iate begrub, oerfötofj jie ba8 ©rab mit ferneren Steinen. 2Iber plö&lidj fpaltete fia) ber fdjroere ©rabftein unb roieberum faf) man ben ftörrigen 2lrm ftd& emporreefen. ®a erfd&oll eine ©timme unb fpradj ju ber fdjner üerjroeifelnben SRutter: „D, SWutter! erbarme meiner, unb Imlage mir mit 5luten bie freoelnbe §anb ab, meldte i$ fo oft im Seben gegen ®idj erfjob; bann erft werbe ü$ 9tu^e im ©rabe ftnben." £a fd)ritt bie 2Rutter mit jerriffenem £erjen ju einer nafjen 33irfe, bradj) eine SHute unb fa)lug unter (Strömen oon frönen bie £anb. 2lm Slbenb aber legte man bie sJRutter, melier ber ©a)mer$ ba$ $er$ gebrochen ^atte, ju bem toten ßinbe unter ben geborftenen Stein. Digitized by Google Die 3tter. Digitized by Google 1. $er heilige 39orn |n Gräfrath ®. Pieper, £ine SBanberung. 2Uä nach ©otteS 9Rat bie 3?it erfüllet roar unb bie frofje 23otfd)aft oon 6f)riflo auch in ber ©egenb von ©räfratf) (Singang fanb, ba rourben bie erften SBefenner ßfunfti im ^eiligen SSorn getauft unb baburch ba« uorbem fchon ^eilige SBajfer nun auch im d)rtftli^)en Sinne geroei^t. 3)er heilige Sorn quillt nodt) in einem ©albthale, einige Minuten oberhalb beS ©täbtdjen*. 2. Sie Reliquien ber f) eiligen ftntljaniin ju Gräfrath. SRontanu«, SBorjeit, II, 400. S)ie ©räfin ftatharina t>on ^ücfeSroagen entfloh bem ©lanj ber s23elt unb trat in baä Älofter ju ©räfratt), roo fle ftcf} ben fjärteften Sufjübungen unterjog. £>afür empfing fie von ©Ott manage ©nabenbe$eugung. 2ll£ einfl Nachtigallen burdt) ihren tieb= liefen ©efang it>r bie befchauliche 9"tur)c jum 33eten raubten, »er* bannte fte biefetben; unb bis $ur ©tunbe mufe biefe Königin be3 ©efangeS ben Drt meiben. 3m ^atjre 1309 lag fte eines £age3 im brünftigen ©ebet; namentlich fCct>te Tie für ihren trüber, ber als ©lieb beS Johanniter; DrbenS jum gelobten Sanb gejogen mar. 211* fte fo, ganj in 2lnbadt)t oerfunfen, fniete unb betete, erfchien it)r ein blenbenb fchöner güngling, roeldjer il)r ein filberneS, reich oerjierteä Ääftd^cit in ben ©chofe legte, roorauf er lächelnb oerfchroanb. Sie SBeterin öffnete bad Ääjtchen unb erblicfte ein ßnöchelchen oon ber ©röfee Digitized by Google — 124 — eines SBeijenforneS in bemfefben. ©oller ©erwunberung über baS ■eltfame (SreigmS £ob fie baS ßfiftdjen forgfältig auf. 9lad) einigen 3Ronben langte tyt ©ruber wohlbehalten in ber $eimat an unb ftattete gar balb feiner ©dj>wefter im ftlofter ju ©räfrattf einen ©efudj ab. 6r er$äf>lte if>r, wie er eine Reliquie ber ^eiligen Äat^arina für fie erworben Ijabe; als aber bei ber Überfahrt ein heftiger ©turnt loSbrad), (jabe er baS ßäftdjen in* 3Reer werfen muffen, um ben ©türm $u füllen unb fein unb ber 9Ritfa$renben Seben ju retten. Söeiter erjagte er, er fyabt biefe Reliquie oon einem Eremiten am ©erge ©tnai erfjanbelt unb f elbige fjabe nur bie ©röfee eine« SBeijenforneS befeffen; fie tjabe in einem ftlbernen, reidj oerjierten fläftdjen geruht. 2luf ifjre gragen erfuhr Äat^arina ben £ag, an weld&em i&r ©ruber baS ßäftdben in« SReer geworfen, unb erfannte, bafe if)r genau ju ber= felben 3«it baS fläftdjen jugeftellt worben fei. ©ie f)olte mm baS forgfam oermaf)rte Heiligtum t)erbci, unb freubiq erfannte ber ©ruber eS als Dasjenige an, baS er in* 9fleer geworfen. 3a. Ser ftonnenraub in ©räfratlj. $r. iieibmg, ©agen, 31. 9ta$ münblictyer (Srjatylung aud oounborn. sJ?id)t gar weit oom ®orfe ©onnborn, hinter bem ©a)loffe £ammerftein, Hegt baS ©urgbol$. @S t)at feinen tarnen oon einer ©urg, bie barin ftanb, auf ber ©teile, wo man nod) jefct unter 3)too3 unb SBalbgeftrüpp i^re krümmer fxcr>t. &ier Raufte oor alten Seiten ein fütjner bitter, ber oon Jtronenburg genannt, ©on ifmt ge^t eine ©efdjid)te, bie im ©olfSmunb folgenbermafeen lautet : *£er §err beS ©d&loffeS ^ammerftein war in alten &\ttn ©ajirmoogt beS ÄlofterS ©räfratf). ©ei ifmt wohnte feine 9lidjte, ein gräulein oon ©oburg. 2)iefe liebte beu 9tttter oon 5lronen= bürg, ber fie oon if)rem Dljeim $ur ©emafylin begehrte. $)er ftammerfteiner aber jwang Tie, ir)r @ut ©ud)enf)ofen bem Ätofter ©räfratf) ju fd&enfen unb tiefe fie enblid) in bemfetben ben ©dreier nehmen, £a crfpäf»te ber flronenburger eines XageS bie ©e= legenfjeit, als bie Tonnen in ^ßrojeffton aus bem ßlofter berauS; Sogen, entführte feine ©eliebte unb bradjte fie auf fein ©djlofe Äronenburg. $ieS würbe aisbann oon bem Gerrit oon £ammer= ftein belagert unb enblid) am ^weiten ^fingfttage mit ©türm ge= Digitized by Google - 125 - nommen. ©a* gräuletn oon Snburg tourbe hierauf roieber in* Wolter $urücfgefübrt, ber bitter aber auf ber fllofterfjeibe gelängt, ober, wie anbere fagen, oon ber Sefnne erftod&en. 3 b. Set Hirter *on tfronenbura.. (©räfratf).) 2B. Stföenberg, bftgifäe* £af($enbuib, für 1802. (Sinjt jtonb inmitten be* auSgebefmten Surg^^e*, untoeit Cronenberg, eine fefte Surg, bie Bonenburg genannt, ©ort fjaufte um 1237 ber SRitter 3Bolfgang oon Äronenburg. @r toar einer ber oenoegenften bitter feiner &e\t, ein toilber 9Renfd&, ber oom dritter oon ßettler beffen £o$ter s)Jtedjtfnlbe jur (Stye begehrte, ©er Sater oerfagte ifnn feine £oä)ter unb fdjicfte fie, um fie feinen Verfolgungen ju entjiefien, in* Utoflcr ju ©räfratfc, wo 9ftecf)tf)ilbe beu ©Fleier natym. SBolfgang mürbe baburdj fct)r aufgebraßt unb überwog ben SRttter oon ßettler mit gef)be, oerbrannte einen feiner 9Reierf)öfe unb belagerte it>n in feiner Surg. ©o$ rourbe er surüdgefdfjlagen. ©a* fteigerte feinen ©rtmm nod) unb er fafete nun ben Sorfafc, 3Wc^tt)ilbc au« bem Älofter ju entführen. %\\x bie 9fa*fuf)rung feine* $lane* fanb fiä) balb eine günftige ©e= legenfjeit. 3m JUofter $u ©räfratf) feierte man eben ba* geft ber ^eiligen flatljarina, ber ©djufcpatronin. ©ie Sßrojeffton 30g bi* in ben 2Balb hinein. 3n einem ©iilbc feinen Äneajten mit ber SBeifung, Tie auf ber Äronenburg in ©id&erbett ju bringen; er felbft aber ftürjt ooUer flampfgier auf ben Sogt unb fdjlägt mit bem erften ©djtoertljieb ben Unglüdltdjen oom ^ferbe tyerab. ©te $ne$te be* (Gefallenen fliegen oofler ©ntfe^en. SKeajt^ilben* Sater unb bie sÄbtifftn oon ©räfratl) forberten bie ©eraubte oon 28olfgang jurücf. ©er aber, trofcenb auf feine ftarfen Burgmauern, roeift fie f)öfjnifd) ab. 9hm manbten ftdj bie ßlagenben an ben (Srjbifdjof oon ftöln, ber ben freien Räuber mit bem Sann belegte. 2lber aua) bieiem beugte ftct> ber bitter Digitized by CjQpöTe — 126 - von Bonenburg nid)t, fonbern traf eifrig 2taftalten jur tyartnädigften 93crtcibigun9 feiner SBurg. Salb fdmn erfolgte aud) ber Singriff auf biefelbe. (Sin ftarfer §eer^aufen belagerte fte, würbe aber 3urücfgefd)lagen. Unb nun bedrohte SBolfgang in feinem Übermut bad Jttofter in ©räfratl) auf* äufeerjte, toenn e£ weitere 23erfu$e gegen ilm unternehmen mürbe. £)a nafjm ftdr) bie ^eilige Seltne be£ greoeU an. $)ie oerurteilten ir)n als ßirdjeuräuber, unb in feiner eigenen 93urg mürbe er ermorbet. 9ttea)tfnlbe aber, toeld>e fdjroanger mar, beliefe man bie ©üter be$ (Srmorbeten. $)ie Sü^nc bei Älofterä beroirfte fie burd) ba£ Abtreten eines SanbftüdeS an ber SBupper. Bit blieb aud) im 23efi{j ber $ronenburg. $urd) beu ©oljn be3 (Srmorbeten aber erhielt fic^ baä ©efdjledjt ber ßronenburger oerfd)iebene 3af)rf)unberte f)inbur4 ^oetifä bearbeitet öon 3Kontonu§ in feiner Sorjeit 1, 210 ff. 4. Xie eingemauerten Tonnen, (©räfraty.) SHünblierj nid&t auSfdjltefjlid) bem ^immlifd)en Bräutigam $uwanbten. 5. tit (frffttt^unnfrau *u ©rafratfi. 3Rünbli($. ift nodj nidjt lange f)er, bafj in ©räfratf) eine alte Jungfer lebte, oon ber niemanb ben tarnen mußte. Sie fnefc allgemein bie efftg<$ungfrau unb fott bie £oa)ter einer Coline im bortigen ßlofter geroefen fein. $)er allgemein oerbreiteten ©agc nad) fanb man fie all 5linb hinter einem ©ffigfatfe im ßlofter. tiefer Umftanb oer^alf it)r 511 bem ermähnten Hainen. 6. ttt alte Clf in ©räfratlj. &. ^ieper, ©räfratb, 71. 9tof)e beim Aufgange $ur Äloftertreppe in ©räfratf) roobnte mit feiner grau ber alte Dlf. ©inmal fam baS grofje Unglüd über baS Älofter, bajj e$ mit ber ßirdje gan$ abbrannte. 2>er Olf fonnte megen feines Wen 2Ilter£ beim ßöfdjen nidjjt tr)ätig Digitized by Google 127 - fein; aber er ftanb an feiner £f)üre unb fa£ mit trauern nad) ber brennenben Stbtei hinauf. Sßlöfelidj flür^te jum (Sntfefcen ber fjarrenben Wenge ber brennenbe flirdjturm bie ßlojlertreppe f)inab. £a gab eä ein grogeä jammern, unb wie Otfö grau Ijaben aud) alle 9todjbarfrauen angefangen, ifjren §au8rat auf bie ©trafce ju flüchten. ®er alte Dlf aber beruhigte fie: ®a3 fei nidjt nötig, fle fottten nur alle« ftid brinnen laffen; bteämal werbe nur ba£ ftlofter abbrennen unb ber greift werbe bei biefem Sranbe fein ßeib gefd&efyeu. 2Ba3 feine grau tieraudgetragen, ba$ t)at er, jum größten ©rftounen aller, bie e3 faben, wieber hereingetragen. Unb wie ber alte Clj oorauägefagt, fo ift eS gefdjehen. 7. Sie „Äanjel" in ber Gräfrath «dpoeij. (©räfratr).) Unweit ©räfratl), nadj ber SBupper ju, befinbet fidi bie foge^ nannte ©räfratfjer ©<$wet$. @in jä^er gelfenoorfprung in berfelben beifet: bie Äanjel. £)ort foH etjemaU eine öurg ber ©rafen oon 39erg gefianben ^aben. 2luä) mijfen nod) oiele Seute in bortiger ©egenb oon einem golbenen (Spinnrabe ju erjä^len, baS mit biefer Äanjel in SBerbmbung gebraut wirb. 8. Sie Sftatotäber ju Gräfrath ©ct)t man vom SRarftplafe in ©räfratt) bie c)or)e treppe jum alten Softer hinauf, fo r)at man rechter §anb ein atted §au3, oon bem bie Sage gef)t, bafj bort feit alten 3*iten ©djäfce oergraben feien. 3" ben oerfdnebenften 3^iten l)at man aud) 93erfu<$e gemalt, ftdj in ben 93ejtfe berfelben ju fefcen. 3lber wie oielerorten fjaben audj ^ier unbebadjtfameS Sprechen unb oor allen fingen fdjrecf» lidje @rfd)einungen jebeS berartige Vorgehen 3U fdjanben gemalt. 9. $er feurige Wann Don @rofrat(j. 3ln einem fpäten 3lbenb gingen jwei @inwof)ner ber greifieit ©räfratl} oon Offcen her, au$ Xünnenbrotdj, bem Orte ju. Sie reoeten oon biefem unb jenem, ^löfclidj ftoefte baä ©efprädj unb beiber 2lugen wanbten fidj bem nafjen &lofter $u; benn burd) bie 3Jtouer, weldje ben Jttoftergarten ehemals umgab, fd)ritt ptö^(tdr) Digitized by Google - 128 — ein feuriger SJtonn. ©tarr oor ©djrecfen blieben bie beiben Sßanberer flehen. Unterbeffen fam it)nen ber feurige immer nät)er, fd&ritt fdjroeigenb an if>nen vorüber unb toanbte ftdj bem naf>en 2Mbe ju. 93otter (Sntfefcen eilten fie nun fort unb erreichten balb ihre SBohnung. 10. $er gebannte ©eitf au ©räfrotlj. £)er ^achter be3 Älofiterguteä $u ©räfrath rourbe einft lange 3eit adnödt)tlid^ in feiner SRuhe geftört, benn es oerging feine 9to<3t)t, too niaben. 2Bieberl)olt ftnb an biefer ©teile von oerfdn'ebenen ^erfonen geifterfiafte ©eftalten crbticft roorben. (ginige oerfümmerte Säume fenn$ei$nen biefen Ort, an bem neuerbingg ein 2Bof>nf)au$ errietet roorben ifl 14. $te Spinnerinnen bei CunrftmannSmüljU. (£aan.) SWttnbU($. (Stroa eine Siertelftunbe nörbltdj von §aau jiel/t ftd) roeftroärtö bem Steine ju ein formale* Sadjtyal |in. ©infam liegt in biefem Sfjale bie $orjrmann3mttf)le, unb jroar in einem formalen 2Biefen= grunb, roityrenb an beiben Sergf)ängen fid) Söalb befinbet. ©ort Ttnb nrieberffolt Heben ©pinnerinnen gefe&en roorben. 15. Set Witt auf bem ttitfiedeuer im löalbe. (£aan.) SRünblty 3n tfoftfjaufen bei §aan fott ein alter, längft oerftorbeuer Sauer umgeben. ©en Slnlafe baju bot ^olgenbeS: (Sined $age$ liefe jener Sauer ben Siejarjt auf feinen ipof fommen, ba eine Äut) franf geworben war. ©er 2lr$t fdjrieb ein 9Re$ept, unb ber Sauer madjte fia) auf ben 2öeg nadj (Srfratf), um in ber bortigen %vottyU bie 9Rebt$in ju f>olen. ©a bcr 2lr$t benfetben 2Beg nafjm, gingen beibe jufammen jum ßojtyaufener SBalb. ©urd> benfelben jie^t ftaj noa? f)eute ein SBajfergraben. 21 U bie beiben an biefem ©raben angelangt roaren, mahnte ber Sauer ben Strjt jur größten Sorftajt. ©iefer roar eben im Segriff, über ben ©raben ju fd&reiten, als fid* plöfclitt) oor if)m ein Ungeheuer erlrob. 3n bemfelben Hugenblide roar er aber aua} ben Süden be$ Sauern entfdjrounben. Soller ©ntfefcen rennt ber Sauer nun burdj ben SBalb unb oemimmt enblia) von fern f)er bie ©timme be$ SÄrjteä. ®r eilt f)in$u unb fanbet ifjn nadj furjer $t\t auf ber (Srbe liegenb. (Snblidj raffte er fta) roieber auf unb erjafjlt feinem ©efäfyrten, ba& er oon einem roilben Xicr roeggetragen roorben fei. SlUe Serfudje, oon bemfelben lo^ufommen, feien oergeblid) geroefen. @nblid> tjätte ilm ba« Ungeheuer ju Soben gefajleubert. Seibe festen nun iljren Sßeg unbehelligt fort, ©er Sauer aber, roelc&er balb barauf ftarb, geiftet feit feinem £obe auf Äoft&aufen. 9 Digitized by Google — 130 16. $er $uttb au8 bera Xont. (§aan.) 3Rttnblic$. 3n bem befannten ©afl^aud „jum $)om" in $aau f)at fid(j früher wieberfwlt ein ©cfpcnft gezeigt, baS einige als ein rieftgeä Ungeheuer, onbere ald einen gewaltigen §unb mit teflergroften Sugen beaetdjnen. $tefe$ Ungeheuer trieb au$ oormal« fein 2Befen in ber alten £)omer=©trafte, wo e3 oon Dielen SRenfdjen gefe^en worben ift. einmal fprang ber #unb au« bem $om gegen eine 3$üre unb brüdte feine Xafcen berfelben wie rieftge Sranbmale ein. 93ielf adj fjat ft$ audj ber Horner $unb ben Seilten auf ben 9tüdfen gelängt. 17. 2)er &put oon tfaSparäbroid). 9Hünbli<$. 3m alten ©djloft ju fta3par$broi<$ trieben gebeimnUootte 2Befen, ©eifter, feit langen 3ab**n ty* Unmefen. gaft aUnäd)tlidj mürbe ein feltfameS ©etöfe, meldjeS bie J8ewof)ner be£ ©d>loffe$ im <5<§laf ftörte, oernommen. SRamentlidjj ein (Schimmer war ber (Seiner £iebltng8aufentf)alt, unb niemanb wagte e3, in bemfelben eine 9todj)t auszubringen. <5ine eiferne Styflre befanb ftd(j in biefem Simmer, weldjje niemanb ju Öffnen r»ermod)te. Slber bie ©eifter ftnb 100 gafjre lo3 unb 100 3af>re gebunben. Napoleon f)at nun alle ©eifter gebunben, unb barum berrfdjjt jur 3^t SRu^e in ÄaSparSbroidj. Slber bie 100 3af>re neigen fidj ifjrem (Snbe ju, unb bann werben bie ©elfter if»r alte« iöefen wteber bort treiben. 18. $er ewige 3äger unb bie weifte 3rrou. ($arer Äönig begraben liegen mit golbener Lüftung in golbenem ©arge. 20. $ie ßcfpenflige Leiterin bei fcilbe«. 3)k>ntanu*'ffialbbrü^, SBorjtit I, ©. 217. 9tof)e bei §ilben liegt eine ringförmige Ummallung. 3«n«s halb berfelben zeigt ficb ba« ©runbgemäuer eine« £urme«. $a« ift ber Hölterhof. §art babei liegt ein Salb, in meinem man zur 5Ra<^t$eit öfter eine gefpenftige Leiterin mit weit nachfltegenbem ©eroanbe bemerft r)at. 3°/ am *)*ßen 2^9* wadjt fien ift 21. 2)er Daberg bei gilben. SRünblic$. Sluf bcm 3«berg (3oberg, vom SSolf al« ©otte«berg gebeutet) haben bie Reiben ihren ©öttern Opfer unb anbere Verehrungen bargebraajt unb ihre 33efe^IöI>aber beerbigt. heutzutage fpuft e« bort. 3« eine* befUmmten 9taebt (meldte, tonnte tdj niebt Erfahrung bringen) wirb auf bem Serge ein §erenfabbath abgehalten. SDann nahen bie £efen oon allen ©eiten, auf Sefenftilen, ©abeln unb anberen ©eräten hoen, ber fte „überrebete". 3)a3 Übel mar nun oöllig gehoben. S)a£ trug ftdj auf ber ©anbflra&e in gilben gu. 23. 2>er gefoenfiifdje Siegen***, («gilben.) «Rörblicij »on gilben liegt ein größere« ©ef)öft, „ßleef" genannt. 3)ort führte ef>emal8 ber 2Öeg nadf) Äemperäbif für ba£ gufjrroerf burdf> ben Sadjj. 2Bar nun ein gutyrroerf bis an ben 33aä) gelangt, bann fprang ein weiter 3^egenbo(f hinten auf ben „3aon ber ©teile ju bringen. 3J2it ©djaum unb ©d&roeifj bebecft famen fie regelmäßig auf bem anbern Ufer an. Sann oerfd&roanb ber 33ocf, unb unbe^inbert jog bas guf)rroerf roeiter. 24. $er flrofje £unb bei gilben. 3n ber 9täf)e von ber 9Weibe bei gilben pflegten ftcjj bie jungen 93urfdfjen au& ber Umgegenb häufig unter einer ^ogetflange ju nerfammeln unb Heine ©elage abgalten, welche nid^t feiten bte $roet ober brei Ufjr in ber 9tad)t au£gebel)nt nmrben. 9ttd)t weit baoon lag ein #äu$df)en, am §acfenberg genannt, roeldf)e& mit einer langen öecfe oerfe^en mar, in roeldjer fid) ein £f)or befanb. 2113 ftc^ nun bie Surften einft roieber an bem geroofmten ^ßlafce befanben, fprang mit bem ©locfenfcfylag 12 Uf>r ein groger Digitized by Google 1 3:5 — §unb über jene $ete empfahl ftd* nun ein 8urfdje naa) bem anbern. 2tm folgenben Sage oerabrebeten fic, mit frifa>m 9Rute in ber nädtften 9to$t bem Ungeheuer ju Seibe ju rüden unb bie Sad)e ju unterfucf>en. W\t ftarfen Knütteln auSgerüftet rücfte bie Sdmr am nädrften 2lbenb jum gewohnten Sagerplajj. s$unft 12 Ufyr erfd)ien au$ ber §unb wieber unb Fant in berfelben SBetfe wie $uoor auf fte $u. (Sinige ergriffen roieber ba$ £afenpanier; bod) gelten mehrere tapfer ftanb. Ein befonber« oerwegener )8urfcbe wollte bem jpunb einen Sd)lag oerfefcen. 3lber feine Stameraben warnten ibn bringenb, ftd^ nidjt fo oermeffen in fein Unglücf flu ftürjen. Stttttlerwetle waren bie Slugen be« at fie biefelben beljutfam aufgenommen unb in ba« SBett gelegt. ©a fjat bie 3roergin gefagt: ,,©aä mar ©ein ©lücf; fjätteft ©u ba« ttid&t getyan, fo f)ätte ia) ©ir ben QaU umgebreluV' 6. Sie S*üt)oUfn bei Sdrliitfllaufen. «u&n, ©eftfälifä« 3agen, 6. 164. 3m £üu*»ßoat man bann geroöfmtidfy auf einem Äampe ^ufammcngetrieben, tyxt ein Butterbrot auf ben §eat; fonft ift aber nichts ju fe^eu geroefen. Stadlern bie Sajafwtten ben Sörlingtyaufer Sauern fo eine &\t lang bie Rüfyt gehütet, fjaben biefe enbliä) beraten, roa« fie tynen fonft wofjl Öiebe« bafür tfjun mödjten, unb befä)Iojfen, ifmen ein Äleib bafür binjulegen. ©a« flaben fte benn aud) getrau, ©a ^at ba* oljn)ipper, welcher „am Wrabe" Reifet, geht ein fdjroarjer £unb um, reeller laut raffelnbe Letten hinter fid) her fc^Icift. tiefer §unb gef)t feinem Menden au* bem :2Öege. 6* ift ber ©eift eine* längft Verdorbenen, ber hier 511 feinen i'ebjettcn eine böfe xtjat bedangen bat. 9. @rf Meinungen an ber bieten $udje bei <3erber&haften. Ü«ünDlid). 2tm N^ege uon £ol$roipper nach Müllenbad), nicht allsuiueit üon bem alten SRttterftfc ÖerDerätjagen, ftel)t eine biefe $3ud)e, roelcbe roeit unb breit befannt ift. Unter biefer Suche ift e* ntc^t geheuer. ^Meberbolt bat mau einen grofceu, fdnoarjen föunb mit einer Mette bort gefeben. ©inft ging ein Maurer 311 fpäter Stunbe au ber SBudje worüber unb fab ben £mnb, roelcfyer ihn eine lange Seit begleitete unb bann oerfdjroanb, toie er gefommen roar. (Sin anber Mal fam berfelbc Maurer unter ber biefeu Suche vorüber. (5* roar au einem Sam*tag 2lbenb, unb bie Mitternachts ftunbe nidr>t mehr fern. £a begegnete ilmt ein roeifter Mann unter ber Suche. SBon entfern gepatft eilte ber fpäte tauberer in fcbneflem Sauf feinem öaufe $11. 10. Xer «ajotj tum ßerberehaßett. Stroa* oberhalb be* alten Siitterfi^e* ©eruerdfiagen, in ber; felbeu fanften Tbalmulbe wie biefer gelegen, belmt fid) ein fleiner (Sfcbeufamp au*. $ort ift ein ^lafc, roo niel $elb tu ber (£rbe »erborgen ift. ^m Slnfang biefe* 3al)rf)unbert* unternahm e* ein alter Mann, bort uad^ugraben. Jvaft hatte er fid) fdron be* Schate* bemächtigt, al* ein alte* Mütterchen ersten unb ihm freunblid) bie £age*$eit bot. ßr banfte. aber in bemfelben Slugenblicf roaren ©d)afc unb Mütterchen oerfd)iPunben, beim beim fteben eine* Schate* barf fein ^ort gefprod)en merben. £er Manu roanbte fid) nach Sittenborn }u einem flugen Manne, £er fagte Unit, ohne bafe jener etroa* mitgeteilt batte, Digitized by Google - 141 — bafj oberhalb ©eroerä&agen, in bcr Weitung oon Dannenberg naa) ©eroer«l)agen, in ber 9täije ber brei Deiäje, ein grojjer ©d)afc oer= borgen fei. 216er i$n>eigenb muffe berfelbe gehoben werben. Der ©a)afc ruf)t aber noa) Ijeute bort. IIa. Die weifte frvau oon ©eroeräjagen. 3RünbItc$. 3n ber Wäfye oon ©eroeräfyagen befmte ftä) früher ein Deia) au$, ber f#ioar$e Xeiä) genannt. Oberhalb beäfelben lag bie fo= genannte Sd)äfer$=sBiefe, toeil ber ©ä)äfer beS ©ute« bort ben ©djjafparf aufeufäjtagen pflegte. (Sinft fam ein Wann oon Dannenberg am fdjioarjen £eid> oorüber, at« er ein feltfame« ©eräufd) oerna&m, toeldje« oon einem 93ufa)toerf au«jugef)en fd)ien. ^löfclid) erhellte fiä) ber ©traudj, unb in bemfelben ftanb eine fdmeetoeife gefleibete grau mit einer roeifeen §aube auf bem Raupte. - Hb. Die weifte ffreu oon ©erperäfwgen. 9Rünbli$. (Sin «Wann au« DUful ging einft naa) ©eroerdtjagen. 211« er ben Mcfroeg etnfa)lug, falj er plöfcltcf) eine meifee grau gu feiner ©eite, toeldje ifm eine ©tretfe SSege« begleitete. 211* ber Wann an ein Heine« ©eroäffer fam, oerliefe ifm bie gefjeimniäoofle ©eftalt. 2luf« äufeerfte geängftigt eilte er mit fliegenber jgaft jum nädiften ftaufe, um bort Mitteilung oon bem ©rlebten machen. 12. Die ©ritnbung ber 4Hrd|e }u SHüHenbad!). 3HünbÜc$. £art an ber bie Kirche ju Diüllenbad) umfdjliejjenben ^flauer lag früher ba« ©djlofe ber sperren oon 'BJföUenbecf ober 3JiüHenbad). ©in Detter be* Sdjloffe« unb SRauerrefte finb nod> oor&anben, toie allgemein im Orte behauptet roirb. Die Herren oon SJlölIenbecf Ratten einft gelobt, an einem flreuföug teilzunehmen. 2lber moäjte ifmen biefe 93erpflid)tung nadjträglid) $u brücfenb erfd&einen ober unmöglich fein, fte fanben fia) mit tyrem ©etoiffen babura) ab, bafe Tie bie uralte tfirdje, roela> nod) t>eute in bem Orte ftel)t, erbauten. Digitized by Google — 142 - 13. Jungfrau gebt um. (3Wättenba$.) SRünblicfr. 3n Dbernfjagen bei 3WfiKenbaa) ^at einft eine 3ungfrau tyr Jtinb im flubfwtt umgebrad&t. 3"* ©träfe für biefe greoeltbat gebt fic naa? tbrem Xobe allnäd&tlidf) um. 14. $er Äopf an ber iHrdjenmauer ja Wüflenbaaj. 9Rünbli<6. Sin ber einen Sängafeite ber SWüllenbadjer Äirdje ift f)o# oben ein in (Stein gehauener Äopf ftd^tbar. n, blieb er bei biefem, um ben 3lbenb in ungebunbener Suft ju oerbringen. 2lm nädfrften borgen aber fprengten beibe nadj SWüllenbacb jur $ird)e, um $u feben, ob ber ©eifHid&e e$ geroagt fjabe, o^ne Se* jeidfjnung be3 £e£te3 &u prebigen. SBirflidf) ftanb ber ©etfllid&e auf ber 5ta«jel unb prebtgte. $)aä erzürnte ben §errn oon töMenbecf berartig, bafe er anlegte unb ben ©eiftliajen erfajofe. gür einige 2tugenblicfe ^errfd^te namenlofe Sefiürjung ob biefeS greoete in ber oerfammelten ©emetnbe. £)ann aber fannte bie Erbitterung ber Sauern feine ©renken mebr. SDer §err oon SJiölIenbed roagte e3 nid&t, biefem ©türm ju roiberfteben. @r fpornte fein $ofe unb jagte in bie roeite 2ßelt lunauä. ©ein Warne ift feit jenem Sag ocrfdfroUen. $ie Sauern aber [türmten bem na^en ©djjtoffe su, erftürmten eä unb oerbrannten bie alte 3roingburg. $un ift ©raS über bie ©teile geroadfjfen, unb ba§ Sieb roeibet frieblidj bort, roo bereinfl Söaffengefltrr unb rotlbeä ©elage erfa)oH. ^ßoetifc^ bearbeitet (bon einem Unbefannten) in ber fRonaWfd&rtft be* «erflifäen <5Jefc^id>t#berein«, II, 133. Digitized by Google - 143 - 16a. $etnrid) ber Älauätter. (9Rartenf>aibe.) »crfliföa ipauSfreunb für 1878. Die alte <£f)ronif im Slrdno $u 9Jtorienf)aibe erjagt: „Um ba* 3af)r 1420 lebte ju 9Jtorienf)aibe ein frommer ©infiebler (Henricus reclusus dictus), ber ©Ott auf« innigfte liebte unb itjm treu biente, wie auä) ber Serefjrung ber 9Kutter ©otte« fefyr ergeben mar. <£r betrieb audj einigen 2tcferbau, bebaute aber nod> mel)r ben SlcTer feinet §erjen«, auf ba& er bie grämte ber guten ©erfe bercinft im f)immlifdjen SBaterlanbe ju ernten oerbienen möd)te. Der griebe unb ©otte« §ulb mürben u)m auf* reid^ttdbfte juteil. Öfters erhielt er f)immltfä)e Sröfhmgen unb Offenbarungen, menn er bem ©ebet unb ber öetraajtung in feiner §öf>le oblag. 5Di€ ©teile, mo er biefe §öl)le fidj felbft in ©tein au«gel)auen, Reifet 8ocfel«burga (ber 9tome ertjtiert nodf> ^eute). ©o erfdfjien tym audj in einer 9tadjt bie 9ftutter ©otte« in ©efialt eine« Keinen Silbe« unb forberte i^n auf, ftä) nad) Min ju begeben, um ein foldje« SSilb für bretfeig ©ilberlinge anjufaufen; e« fei nämlich ber Sßitte ©otte«, bafe an biefem Orte tfmt unb feiner roerteften Butter immerroäfjrenber Dienft unb unauftyörltdje S3ers eljrung fotte erzeigt merben. 9todj biefer (Srfd&einung tonnte er fi<$ einigen SWtfetrauen« ni<$t oerroefjren, au« gurd&t, er möge oon bem Soten ber ginfterni« betrogen werben; be^r)atb trug er mit ©eufser unb frönen in einem anbäajtigen ©ebete ©Ott unb feiner Butter bie ganje ©adje cor, bittenb, bie (Srfdjeinung ju einem guten (Snbe ju bringen. Die göttlidje SJhitter oerfagte bie« aud) niä)t bem ©eufjen ifjre« getreuen Diener«. ®« trug ftdj nämlia) ju, bafj er biefelbe (Srfdjetnung nod& oottflänbiger r>atte. Da eilte ber Älau«ner fofort naa) Äöln, fud)te ba« it)m roof)lbe= tannte SUbdjen in ben SBerfftätten aller SBilbtjauer unb 9Raler, aber ©ergeben«; er t>erglid) alle Silber mit bem if)tn erfd^ienenen, fanb aber rein ät)nlicr)e« unter it)nen. Silier Hoffnung, ein fold&e« ju erhalten, beraubt, gebadete er ßöln roieber $u oerlaffen. ©ä)on mar er in ein ©d)iff getreten, um über ben 9lr)ein 51t fahren, al« Um, ber bitter meinte unb ganj in Styr&nen gebabet mar, eine SJtatrone erbtiefte. $on SJHtleib gerührt fragte ftc ilm um bie Urfad&e einer folgen Trauer, bie jie enbltcr) mit Dieter 2ttüt)e er- fuhr. Da erroiberte bie Patrone: „Sei guten SRute« unb t)emme beine £t)ränen! ©iet)e, über 9tteer ifl mir oor einigen Xagen burdj) meinen »ruber ein SJilb ber 2lrt, roie bu e« fud)t, überfanbt Digitized by Google - 144 — morben, roelcheä ich bei £eib unb Seben bei mir $u oerroahren beiajloffen hatte, jebod) wenn ihm eine gröfjere (g^re erzeigt roerben foü, fo gefdjehe ber Wille be8 $errn. 5le^rc mit mir um, unb nimm baS Silb, meld&eä bu fud^ft." Der ÄlauSner erfannte fogleidj baS 33itb als baSfelbe, metdjeä ilmt erfdnenen mar. (Sr faufte e8, banfte ©Ott, bejahte bie 30 Silberlinge (XXX argentorum) bafür unb eilte fofort nach feiner ^eimat. 9tt»er noch ehe er ju bem Ort feiner Sefrimmung fam, foQte baS S3ilb ftd) burcb ein Wunber alä echt erroeifen. 2113 er nämlich eben auä ber Stabt Wipperfürth trat, ftanben einige Weiber am Sache um ju mafdjen. Die eine, als fie ba£ Silb erbliche, mürbe von Serounberung ergriffen unb fagte ju ihrer 9tod)barin: „Siehe, roie fcbön ift ba$ Silb!" Darauf erroiberte biefe: „Wenn mich einer in meinem üoHeu s$utje fähe, fo mürbe er meine Schönheit gemife no<$ mehr berounbern, als bie biefeS SilbeS!" Doch rounber! 5taum hatte fie biefe Worte auägefprochen, al« fie plöfclich blinb mürbe. Sie fonnte mit offenen Slugen nichts mehr fehen, obgleich fie ft<$ im Greife herumbrehte, unb fte mufjte nicht, wie it>r gefc^e^eu mar. Da gelobte fie ber gebenebeiten 3ungfrau eine Wallfahrt ju biefem Silbe, unb als fte bieg ©elübbe gelöft hatte, erhielt fie ihr ©eftcht roieber. Der ßlauäner t)atte baS Silb mit ber größten Serehrung an ben beftimmten Ort getragen unb eö in einen ausgehöhlten Saum gefefct. 3114 bteS bie ©laubigen erfahren unb von bem oben mitgeteilten Wunber gehört, jtrömten fie meilenroeit in grofjer Slnjatjl ^erbei, $ro&efftonen unb feierliche Sittgänge oeranftaltenb. Salb nachher, als OrbenSleute bahingefommen, mürben bie ^rojefftonen fo zahlreich, bafc eine ziemlich geräumige AUrdt)c (biefe mar aus on Sauer, bie 9Bupt>cr je, 6.7. SRontanu«, SJorgeit I, B, 60. 16b. Heinrich ber SHauäner. (9)torienhatbe.) 9lach bem Unterhaltungsblatt für Stabt unb Sanb (@lberfelb, 9. 3uli 1865) hat bie fiegenbe folgenbe Aojfung: 3US bem ÄlauSner Heinrich in einer feiner Serjücfungen bie heilige Jungfrau erfdnenen mar, erfaßte ihn bie Sehnfucht, Digitized by Google — 145 — baS geformte Silb ju befifcen, unb eine inneie Stimme faßte if)tn, bajj e3 irgenbroo ftc^ befmbe. @r madjte fic$ auf, um baS Silb ju fua>n. 3n aßen Äira)en unb ßlöftern am 9tyetn forfdjte er na$. 35a fanb er eine SWaffe gematter unb in Stein gehauener Silber, aber fein Silb mar nidjt baruuter. So roie ifnn bie Hoffnung, baS Silb ju finben, fd&roanb, toudjS feine Sefmfudjt na<$ bemfelben. Grmäbet oom langen 3Banbertt unb Sudjen fefjrte er eines 2lbenbS in einer ärmlu$en Jpütte im ©ebirge ein. @l)e er auf feinem Strohlager Sd&laf unb 3>lube fud)te, betete er laut unb inbrünfUg $u ©Ott um Stillung feiner Sefmfudjt. Äaum hatte er fein ©ebet ooflenbet, fo trat feine SBtrtin in« 3imnter unb trug ein Silb ber SRaria auf tfn*en Trinen. 311« ber ÄlauSner bie» Silb erblicfte, fonnte er cor greuben lange fein 2Bort reben. Die SBirtin aber faßte : Dies Silb braute t)or 3af)rcn ein ftnner plger mit hierher unb bat mid), es fo lange auf jubemalnren, bis ein anbrer ^ilger fommen mürbe, ber nadt) bem= felben fud>e. Sie übergab i^m baS Silb, unb §einrid> fefyrte f)od)erfreut unb mit innigem Danfe gegen ©Ott tyim. Dort angekommen, fteflte er baS Silb juerft in ben ()orj(en Stamm eines Saumes, roeldfjer na^e bei feiner ßlaufe ftonb, um ©orfjer in biefer einen erhöhten $pia| für baSfelbe herjurid&ten. 211S er bamit fertig mar, fteHte er baS Silb bort auf. 3lm anbent borgen mar baS Silb t)erfa)munben. ^n ber Meinung, bafj es geflogen fei, ftürjte er tynaui, um bie Spur beS Siebes ju ftnben unb ifjn ju oerfolgen. Die Slugen auf ben Soben geheftet, ging er an bem fcoblen Saumftamm oorüber. 6r fanb inbeS feine Spur unb wollte §u feiner ßlaufe jurüeffehren. Da erblidte er baS Silb in bem tyotytn Saum an ber alten Stelle. Unb fo oft er ferner aud) baS Silb bort megna^m, um eS in feiner ßlaufe ju behalten, immer fanb er es am folgenben üttorgen in bem r)or)lert Saume roieber. 17. Der SRägbcpalm. (Sttarienfjetbe.) URontonuS'SBalbbrü^I, SSorjtit I, 180. Unmeit ber SBupperquette, in einem ber rautyeften Sanbfiridje bes Sergifd&en, wohnte einfi ein frommer ÄlauSner. Die Stunben, meldte ifnn feine 2lnbad)tSübungen liefen, mibmete er feinem fleinen ©arten, ber feine ßebenSbebürfniife fjen>orbra$te. Oft aber fiiefe feinem grübelnben ©eift ber 3»eifel auf, ob ©ott alle SWenföen 10 Digitized by Google 146 — mit gleicher £iebe umfaffe. $aä wollte tym namentlich aroeifetyaft werben, wenn er an bie Mityenben ©eftlbe am SRljein nnb an bie armfelige Segetation feiner nädflen §eimat backte. Site er einft nrieberum Darüber grübelte, bat er bie ©otteSmutter unb bie Zeitige ©ertrub, meld) (entere als ©ä)üfcerin ber ©arten gilt, aud> feinen armen bergen eine liebliche, nftbrenbe ©abe ju oerleiben. 9iun pflegte ber fromme ÄlauSner jeben borgen frifa^e ßränje oon SJtägbepalm (Vacciniuin vitis idaea L.) für bie 9ftfdf>en ber ^eiligen, bie er um i^ren 6egen angefleht hatte, $u roinben. ®a träumte er einft, bie SRutter ©otteS unb bie ^eilige ©ertrub Ratten feine Sitte erhört; bie Sttutter ©otteä ^abe bie von ihm genwnbenen Äränje ber Seifigen ©ertrub gereicht, unb biefe habe feine Slätter unb 3ro«ge über bie Serge ber bortigen ©egenb oerftreut. Sit* ber ÄlauSner am nadbften 9Rorgen ertoachte, fab er bie Serge ringsum in purpurroter grucbtbüHe flimmern. 5E)er Uftägbepalm ftanb überall mit feinen f)errltä)en roten Beeren gefd&müdt. 2)a banfte ber (Sinftebler ©Ott für feine ©Üte, bie auch ben oben Sergen roür$ige$ Dbft befeuert fyabt. 3um £)anf gegen ©ott erbaute er eine ^KarienfapeHe, meiere balb $u einer ©emeinbefirrfje erwuchs unb meiere ben 9tomen 3Warienl)eibe erhielt. $oetif# bearbeitet in Sauer, £ie IBuwer in fiiebem unb ©aaen, S. 8. 18. $ie ®algenbu*e bei $orn. (ftönfaty.) SWünblia). Sei $orn in ber Stäb* oon SRönfabl ftef>t bie fogenannte ©algenbucbe. 9Rit berfelben f>at eS folgenbe SewanbtniS. 2lm 2)orn rourbe cinft oor langer 3«it ganje gamilie oon einer SRäuberbanbe ermorbet. 9iur ein Hirtenjunge unb ein ftinb, welches in ber SÖiege lag, entgingen bem Slutbabe. $)er Qunge r)atte [ich in einen Äubtrog oerfrodjen. 9laa)bem bie 9Rorb* buben iln* SBerf oottbrac^t hotten, oerfdjwanben fte mit ihrer Seute. £5ie graufige Rtyat hatte fieb in ber 9tod)t oon einem ©amStag auf einen ©onntag jugetragen, ohne bafj einer ber etwas abfeitS wolmenben Nachbarn eine Ahnung baoon fjatte. 211S nun am ©onntag früb bie ßeute jur ßira> eilten unb an bem SRorbbaufe oorüberfamen, fiel ihnen bie grofee Unruhe ber äübe im Stalle auf. SJton brang in'* §auS unb fanb balb bie (Srfcblagenen. 216er Digitized by Google - 147 — lange war man ratio«, wer bie SWörber fein mödjten. 5)a mar e« ein Heine* $flnbdjen, welche« an benfelben jutn Verräter mürbe. $5ie 9Rad)6am mürben auf ba« feltfame ©ebatyren be« XiereÄ auf= merffam, folgten i^m unb Famen fo nad& ©ummerSbad), roo man bie ©öferoic&te fämtltdj feftnafmt. 9(n ber ©algenbudje, unmeit beä ©(&auplafce3 ifjrer furd&tbarer 3$at, mürben fie dufgefnüpft. (Sin Stein an bem betreffenben §aufe foü bie Gegebenheit barfteden. 19. $a* Süftett« (ei «MwerfÄrt*. Setbma, e«0en ic., 6. 42. $a£ ^üftero^t ift ein 2öalb bei Wipperfürth $>al)tn famen, roie man er$äf)lt, aQe Jungfrauen ber ©egenb, roenn fte in einem gemiffen Älter nodj feinen 3Rann gefunben Ratten, $)a« gefcf)af) afljäln*lid& an bem Xage, roo $u Äreujberg eine grofee Sttrme« gehalten mürbe. ®ann ftonb nämliä) bei £eier£müf)le an bem Äreujroege ein 2Rann, roelc&er alle 9Räbd)en nad& iljrem Hlter fragte, kannte nun ba« SRäbdjen eine Scfyl unter ber befrimmten Altersgrenze, fo rief er luftig: „9to$ Äreujbergi" ©ab es jebo$ eine 3<*f)l über berfetben an, bann rief er traurig: „9to$ fcfiftero^l." $oetifd) bearbeitet öon Sauer, $ie SBuflKr, ©. 18. 20. $er önimten §u $öiwerfürtl>. ö. SDlcring, ©cfcbidjte ber 53urgen, V, 66. SRerfroürbig ift ber grojje Brunnen auf bem SJtorft 51t Wipperfürth, ju roeldjem ba& SBaffer mittel« SRöfjren au« einer grofeen Entfernung oon ber ©tabt geleitet wirb. 3n ber TOitte biefe« 93runnen« ragte früher eine fleine ^rjramibe fjeroor mit oerfdjiebenen bt(bltdr)eit e gigur (in liegenber ober fnieenber ©tettung) roirflidj an bem ©äjroein ju faugen festen. Über biefe StarjMung f>at ftdj folgenbe merfroürbige ©age erhalten: 3n alten Seiten, freoor nod) ber Srunnen errietet mar, foll an jener ©teile ein ßrujiftr. gejtanben tyaben, ba« eine« $dge« oon Digitized by Google — 148 — einem $uben ©orte unb ©eberben oerhöfmt rourbe. $>er Übeltäter rourbe fofort oon ben ©ürgern ergriffen unb baju oerurteilt, an einem 9Rutterfd)roein ju fangen. Sogleid) (abritt man auch jur Ausführung biefe* Urteil*. 21. Sie 2eufelftotefe bei 9Diw»crfftrt(. ö. Sterine, ®ef<$i$te bec »urgen, V, 71. Stuf bem alten Wege oon Wipperfürth nach ©ummer*badf) erreichten bie Hatholifen ($ur 3cit be* 30jährigen Kriege*) bie vertriebenen Anhänger ber neuen £ehre roieber. 3)ort, unroeit be* SRitterftfce* ber greifjerrn oon 9tagel jur ©aul, beftnbet ftch ein fchattiger jtorfer &ueH, im ©ommer fühl, im Winter nie gefrierenb. 3roei fatfrolifche Weiber, an (Soangelifdje au* Wipperfürth oerheiratet, hatten fidj mühfam unb flüchtigen gufje* mit ihren brei Hinbern borthin gefdjleppt; eben ruhten fte au*, um bann roeiter nach ©ummerdbaä) ju eilen. S3on ihren ©lutSoerroanbten au* ihrer Saterftobt oertrieben, rourben fte in bem Slugenblicf oon ihnen erreicht al* fte ihren hungrigen Hinbern ein ©tücf Sörot reichen wollten, ©ie ergreifen unb nieberfä)lagen roar ba* Wer! eine* Slugenblicfe*; man jroang jte noa), ein „©egrüfjt feilt bu 3Jtoria" ju beten, unb hing bann unbarmherzig an einem Saum auf. ©o erzählte bie Sage! 3um Wahrzeichen biefe* £age*, al* abfehrectenbe Mahnung für äße, roelche auf biefen Wegen roanbeln roürben, foHten fie nid)t begraben werben. Ütoch naer. $aber rüfjrt bie Sejeidjnung beä ie Solfefage behauptet von ber Duelle am ©d&lofeberge ju ^ücfeSroagen, Tie fei früher ein fogenannter ^Buborn geroefen, meldte bie alten $eutfd)en heilig gelten, rootyin fie roallfaljrteten, in meldte fie bie 3teugebornen tauften, roo fie opferten, benen jte §eilfräfte $uf$rieben, unb roorin 2lbroafrf)ungen bef)uf$ ber ©ünbenentlebigung (aufjer 9ftetneib unb Serrat) ftattfanben. 25. ©raf Sigeroin belaufet einen dlfentans. (^üdeäroagen.) 9Wontanu3=2öalbbrü&l, SBorgeit I, 67. $ie ^läfee, n>o ©Ifen unb (Slftnnen ifjre ftanje beim 3Ronben= fä}ein ausführen, fmb biä jum ^erbft fn'n an einer gelleren gärbung !enntlitt). üffier ftd) oermifet von ben SRenfdjen, ben ©lfentän$en ju lauften, fann ferneren ©djaben baoon tragen. ©o erging e3 audj bem ©rafen ©igeroin von §ücfe3n>agen. <5r oermod&te bem Crange, ben tangenben @lfen ju lauften, mdfjt Digitized by Google — 150 — ju roibcrfte^en, wiewohl er von bem ferneren Unzeit nmfjte, welche« ihn treffen mürbe. (Sr erfuhr eine« Xage«, ba| bie ©Ifen oberhalb feinet ©djlojfe«, auf ben SBiefen nach bem Jöewerthal ju, ihre Zeigen abhielten. 2H«balb ftonb fein (Sntfchlufe fefr Sin einem geeigneten Slbenb fdjlid) er oorfichrig burdfj« ©etjölä ber bezeichneten SBiefenftetle ju. 3" biestern ©ebüfeh wallte er fein SBerftetf, nadjs bem er vorder ba« eine Sluge forgfältig jugebunben fjatte. ®r fah nun ben herrlichen £anj ber ©Ifen wie ein wunberbare« ©piel oor fich- Sil* er ober nach §aufe eilte, war er auf bem einen Sluge twflflänbig erblinbet unb blieb e« fein gan$e« fieben hinburch. 26. eine öerfmtfeite Stobt, (öorn.) 3roifd)en 8orn, 2Bermel«firchen unb Styünn breitet fict) ein großer SBalb au«, ber berüchtigte Battenberg, inmitten be«fetben befinbet fterlaffen fönnten. @iner ber Slnwefenben nahm ihn fofort beim SBort unb htefe ihn einen fchroeren Saftwagen, welcher grabe an bem $aufe oortiberfuhr, feftyuftellen. $>er ©frörer mar fofort bereit. (§r murmelte einige ©orte, machte oerfdjiebene 3^alf nicht. 9hm griff er ju feiner §acfe unb aerfdjlug eine Speise be3 einen 9tobe3, auf meiere« eben bie ©onne f$ien. Sofort bewegte fu$ ba3 Ju^rroerf roteber, nrie oorbem. ®er ©frörer ober fiel in bem SCugenblid tot oon ber Sanf. £>er ©a rief ber guhnnann ooHer 2öut: „9tun ooran in brei Xeufel«- namen unb wenn bu eroig brauf geftf!" 3ur ©träfe für biefe freoelhaften Söorte mufe nun ber gut)rmann allnächtlich $roifd)en ßennep unb Rodenberg fahren. Wandle fyabtn ju einer geroijfen ©tunbe feinen SRuf oemommen. Slnbere haben eine riefige ©eftalt auf einem 9?abe etn^erfaufen fef)en. Digitized by Google — 152 — 30. Xcr §unb mit ben gtäljenbttt lugen. (Sennep.) St. üom Berg jr. im Senneb« ÄrtiSblatt bom 12/VII. 1895. 2lm ©tafylfetb, in bcr 9täf>e beä ßenneper ©tabtgarteuS, setgte jtd) fonfl roof)l jur 9todjt$eit ein ©puf in (Seftott eines gro&en $unbe3 mit glüfjenbeu klugen. SBcnn er fidj acigter roudjfen bic $ee im ®rabe unb seigt ftd) in ber 9lad)t jroifajen 12 unb l Ufjr. 32. Siebe feftgefefct burd) ein ßebanntcS fru&roerf. (Lennep.) .«. bom »erg jr. im Scnueber Jfr«i8blatt bom 12./V11. 1895. 21 n einem fpäten SIbenb feljrte ein ^utjrmann in einer Verberge bidf)t oor Lennep ein. 9tod)bem er bie ^ßferbe au£gefd)irrt Ijatte, umfajritt er breimal ben SBagen unb murmelte feine 3<*uber= formein. 3>ann trat er in« .paus. GS tt)är)rte nid)t lange, als 2>iebe beS 2BegeS famen. $)ie gefüllten ©äefe auf bem Sßageu werften itjre £>iebeägelüfte. ©ie matten fid) fogleid) an* Serf. ßaum aber fjatten fie bie ©äefe auf ibre ©djultern gelaben, als fie fid) niä)t oon ber ©teile be- wegen tonnten. 3u biefer roenig beneibenSroerten £age mußten fte bis 5um uää)ften borgen ausharren. Äurj cor Sonnenaufgang trat ber gu^nnann quo bem §aufe unb fprad) fie loS. 33a. XaS „©reuclfjauS" ju Scnttep. aHünbtid). 3» Cennep beifct nodj f)eute ein £auS baS „®reuelf)auS" (©räuelliauS). Über bie ©ntfteljung be* Flamen« er^ät)(t man golgenbeS: Digitized by Google — 153 — Öennep Brannte im ^ahre 1746 faft gang nieber. 6« bauerte nun viele 3afyxt, bis ber Drt roieber aufgebaut war, ba manchem Bürger bie Littel jum Sauen fehlten, ©o ging e$ auch einem Bürger, ber fein §au« ^atbüoßenbet flehen lajfen mufete. $)a« matten ftdj obbachlofe Arbeiter ju nufe, inbem jle in ben Räumen biefe« unfertigen Gauroerf« it>r Quartier auftrugen. Um nun t>or ungebetenen SBefudjern gefächert ju fein, oerbreiteten fie ba« ©erficht, e« fei nicht richtig in bem $aufe; ©puf aller 3lrt treibe bort fein SBefen, bafe ben Wäherfommenben ©rauen unb ©ntfefcen überfalle. Seit jener &\t führen §au« unb ©äffe im SBolf ihre tarnen. 33b. $a$ „©reuelhauS" |u Seime*. Ä. Dorn Steg ir. in ber SRonatSförift fce« »ergtföen ®«f#i($t*ber«n« II, 11. 3n Sennep giebt e« eine fogenannte „©reuelgaffe", bie ber ©age nach oon folgenber Gegebenheit i^ren Hainen trägt: (Sinft trieb in einem §aufe biefer ©äffe ein ©pufgeiffc lange 3eit fein SBefen. 3u feiner Gannung holte man julefet ben Pfarrer, tiefer liefe bura) bie (Sfjorfnaben gemeintes Gaffer fprengen unb begab fid) bann mit benjelben in« innere, flieg r)er3t)aft bie Treppe hinauf unb befpracb ben ©eift. 211« nun ber roürbige £err mit ben Gfjorfnaben roieber bie Treppe f)inabfd)ritt, glitten alle au« unb fielen gar unfanft hinab. Wlan hatte nämlich bie Treppe mittlerroeile mit ©rbfen beftreut, roeldje roeber ber ^Pfarrljerr noch bie ©horfnaben in ihrem Gifer bemerft hatten. Sßow biefer Gegebenheit trägt bie ©äffe noch r)cutc ihren tarnen. 33c. „©reuetyaue" $u ßenne*. Ä. oom Öerg jr. im ^'enncper tfretSblatt oom 17./VTI. 1895. $>er ©eift, roelcher oom Pfarrer au« bem ©reuelhaufe in Lennep oertrieben rourbe, häufle tyvnafy im fogenannten Mütter bei Sennep. Manche fahen ihn in ©eftalt einer 3ie9e> meldje laut mit Letten raffelnb einherftürmt. £a ber ©eift ftdr) feinem urfprttng: liehen 21ufenthalt«orte jebe« ^ahr immer roieber ju nähern oerfuchte, fo h^en ihn einige fdjon auf ber "JBallftra&e unb am „©tegamt" gefehen. Digitized by Google — 154 — 33d. Sag „©troelljaii«" ju Lennep. Ä. toom »erg jr., Stycin. ®«föi($t*Mättcr, II, 247. 3m „©reuetyauS" rooljnte cinft eine ftamilie, beren £od»ter ben bort fcaufenben ©eift feljen fonnte. @ineS 50httag« erfdjien ber ©etft abermals. $aS 3Räb$en fall ifm unb wie« na$ bet betreffenben @eS auf einem oerlaffenen grieb^ofe ftanb, 3uffuc^t $u fudjen. $)er Drt mar fdjauerltd). Allein nodj ängfllictjer n)urbe es unfern Sennepern umS §erj, als fte beim 3u&n einiger grellen Slifce eine ©djiar bewaffneter Räuber anrürfen fal)en. 3n it)rer SobeSangft um ir)rc Sarfa;aft, ja um if)r Seben beforgt, legte fid) ber eine hinter eine morföe flifte, ber anbere legte ftdj gar in biefelbe, mitten unter bie £otengebeine. Salb barnaa) traten bie Räuber ein unb begannen it)re Seute ju teilen. Sei bem ßlange beS t>erfüf)rerif<$en ©olbeS feljrt bem einen Senneper ber 9ttut jurücf. 9Äit bröt)nenber ©timme fäjreit er plö^Iic^ : „$l)r £oten fielet auf!" $er ©efäf)rte in ber tfifte begreift fofort feinen Syreunb, rumort mit ben Xotenfnodjen unb ruft mit bumpfer, unheimlicher ©timme: „3$ aud), idj aud)!" $>ie SRäuber aber, nichts SlnbereS als ben ^pereinbrud; bcS jüngften ©erid)tS fürdjtenb, fliegen ooller ©ntfefceu ben graufigen Drt. $)ie Seiben bemächtigten fid) ber Seute unb matten fict) eiligft baoon. Digitized by Google — 155 — 35. greuerSbrunft ftef4woren. (Sennep.) St. oom öerg pr. im Äemtepcr ÄreiSMatt fcom 12./7. 1895. $>er 6. Dftober 1746 mar für bic alte bergifd&e §auptitobt Sennep ein $ag be« ©d&recfenä unb 3«mmer3. ©in gewaltiger 93ranb, ber nid)t ju löfd)en war, legte bie ganje ©tobt, mit nalmte be3 SRinoritenflofterS, ber baju ge^örenben 5ttrd)e unb einiger armfeliger Kütten, bie in ber 9töt)e lagen, in Hfd>. ®ie (Srrettung biefer ©ebäube wirb folgenberma&en erjäfjlt: SBäfjrenb beS allgemeinen 3ammer$ faß ein alter SJtonn unbemeglia) in feinem Qäu$d)en unb fd)aute mit ruhigem Slntlijj bem Umfi<$greifen ber flammen ju. 3118 er abet merfte, bafj biefe fidj aud) feiner s2öolmung näherten unb audj fte $u uerf Clingen brofyten, ftonb er auf, unb mit fräftigen S3efd>wörung$formeln ging er erft um feine glätte, bann um bie feiner 9ladjbam, unb enblidj um Äird&e unb Älofter. $ie glamme aber folgte ilmt wie ein langer, feuriger ©dnoeif nad). ©o würben biefe ©ebäube gerettet. 36. ©efpenfHge §unbe bei Sennep. Eeibing, ©agen, 46. (Sin Wann wollte einmal in fpäter 9ta$tfhmbe über ein gelb nad) Sennep gef>en. Gr mar fetjr mübe unb ging barum auf ein geuer ju, ba« er auf bem gelbe brennen far). 211$ er näf)er fam, faf) er §unbe mit glüf)enben Letten um ba£fefbe fprums fpringen. ©obalb bie $unbe jeboef) ben 9Rann erbluften, flogen fte burd) bie Suft baoon. $)er 3Jtonn fefcte fid) nun an* geuer unb ftreefte feine güjje in bie Slfdje. 21U er nad) Sennep fam, waren feine ©d&u&e t>oU ©olb. $a fef>rte er nad) bem geuer jurüdf, um nod) mein* ©olb $u (wlen, tonnte e3 aber nid)t wieber finben. 37. Sfludjer burdj einen äiegenbotf gebelfert. (Sennep.) 3n Sennep lebte uor oielen 3a^ren ein Wann, ber burdj fein gräfetidjeS gludjen weit unb breit befannt war. <£r war nodj Sunggefette, (jatte aber ben lebigen ©tanb fatt unb warb um ein 9fläba)en auf einem nid)t fern oon Sennep liegenben £ofe. 2ln einem ©onnabenb f)atte er wieber feinen ©a>& befudjt unb war auf bem Heimweg begriffen, als plöfclitt) ein gefpenftiger 3iegenbocf über feinen 2öeg lief. 3m ftu r)atte ber Wann einen Digitized by Google - 156 - fdjroeren Stein jur $anb unb roarf nadj bem Xiere. Slbcr baS uerftanb ber ^xtQenbod unred&t. @r roanbte fidj gegen ben 9Rann unb verfolgte ifm. 3n furjer 3*it t)atte er ben gliefjenben ein* geholt, nafjm if)n auf feine Börner unb trug ben oor Sdjrecfeu fjalb $oten eine roeite ©tretfe f)inroeg. $>ann roarf er tfm mit üoßer 2Bud>t jur (Srbe unb war oerfdfjrounben. $er 3Rann würbe feit biefer $t\t ganj etnjtlbig. ®a$ glühen mieb er ganj. Slber bie ©efä)idf>te rourbe rudjbar, unb er trug ben tarnen 3iegenboer „Älungelpelj" ju Lennep. M. oom 93er g jr. in ben 9tyeinifc$en ©efdjidjtebl. II, 241». $n ber fteueugaffe in Lennep trieb ein 6puf fein Söejen, ber im Sßoffömunb „ßlüngelpel$" fnefe. @r foU bäuftg als Botteltier ober 23är bie Üeute erjajrerft unb oerfpäteten ©alten f)eimgeleud)tet fjaben. 5iaa) anbern SfoSfagen foU ber „ftlüngelpelj" eine fdjwarje, jerlumpte ©eftalt mit glübenben Slugen gewefen fein. Digitized by Google — 157 — 40; äöoljer ftabeoormroalb feinen Tanten f)at. 93eic 3BuW>er, 22. 41. Sanftare Reiben. (SRabeoormroalb.) 2Rünbli$. 3luf Äattenbufä) bei 9tabeoormroalb lebte einft ein Sauer, meiner oom Unglüd red^t f>eimgefuä)t rourbe. ^Namentlich in feinem "iBiehftanb ging er immer mehr aurücf. $a festen einft bie Reiben auf feinem £ofe ein, unb ber mitleibige Sauer roieS ihnen feine ©djeune jur Sfouhtherberge an. ©h* fie am nädjften SWorgen ihre 2Banberfä)aft fortfefcten, trat ber gü^rer ju unferm ßanbmann unb fagte ihm, bafe er Äunbe oon feinem Unglücf habe; ba er fie aber freunblidj aufgenommen habe, wolle er ilmt tjelfen. (5r bat Um nun, if)m ben Siehftoll ju jeigen. $)er Sauer roar baju bereit. 2118 ber grembling benfelben betrat, warf er etroaS in ben £rog, murmelte feltfame ©orte unb empfahl fid). Son biefer $tit an befferte ftd) bie Sage be3 hilfsbereiten ÖanbmannS non Xag ju £ag, unb in furjer 3^it gelangte er $u ©ohlftanb. 42. ©liihenber Wann bei einem ©olbfener. (ftabeoormroalb.) Wünbtia}. Sluf ßattenbufcb bei SRabeoormroalb lebte einft ein alter SJtonn mit einem ©efetlen. 2ln einem fpäten 2lbenb fam legerer in fliegenber $aft ju feinem SReifter gerannt unb teilte ilnn mit, ba& er braufjen im gelbe ein geuer bemerft habe; ein glühenber 3Rann fei oor bemfelben auf unb abgefchritten. $n aller @ile machte fiä) nun ber SReifter auf ben 2öeg nach ber bezeichneten ©teile, fanb iebodfc) feine ©pur mein; oom ©olbfeuer noch oon bem glüt)enben 3flann. Digitized by Gopgle — 158 — 43. 5>ie fcnfettfraii in Söetttograbe. (ftabeoormwalb.) 9RünbU<$. 3u Sßeflingrabe (cbtc einft ein 5Rann, beffen grau ftd^ häufig in einen $afen oerwanbelte. $>a3 gefchaf) mitunter fo oft, bafe fte ihre ^äu^Udjen ©efchafte baräber oernachläfftgte. $ann pflegte ihr ber 3Rann wof)l brohenb jujurufen: „©orgft bu nicht, ba& ich rechtzeitig mein (Sffen erhalte, fo wirft bu meinen ©toef oerfpüren!" 2lber auch bic* oermochte bie grau in ihrem treiben nid&t ju ftören. 44. $er fegenbringenbe ^ferbefdjäbel. (flabeoormmalb.) aRünbüc^. ©in Sauer in ber 9töf>e oon SRabeoormwalb hatte feit unbenf= liehen 3«ten einen ^ferbefdjäbel auf feinem ©peiä)er liegen. ©o lange biefer bort lag, mürbe er oom ©lücf ^eimgefudjt. Später faufte ein anberer Sauer ba« @ut. &l$ er ben ©chäbel auf bem Speicher fanb, warf er ilm fofort hinaus. 2lber nun oerfolgte i(m Unglüct aller 3lrt bei all feinen Unternehmungen. £)a holte er ben mißachteten flopf wieber herein unb brachte ihn an feinen alten Sßlafc. ©ofort nahmen feine ©achen eine SBenbung jum Seffern. 45. (9lühenbe$ SJlänndjcn auf bem Üfel. (9tobeoormma(b.) SBenn bie Slbenbbämmerung hereinbricht, bann pflegt (ich in 9tobeoormwalb ein feltfamer Leiter burch bie ©tragen ber ©tabt $u bewegen. @d ift ein glühenbeS Männchen, welche« auf einem m fi&t. 46. $ie 3*erge *on Callenberg. (9tabeoormroalb.) 9Hünbli$. 3luf bem ftirchgute Bottenberg bei SRabeoormwalb wohnte einft ein Pächter, welcher niemals feine &üf)e felbft r)ütete, fonbem bie ©orge für biefelben ben Sroergen überliefe, welche auf3 befte für baä Sieh forgten. ®a8 (Sffen fefcte man ben Keinen ßeuten in Näpfchen auf einen beftimmten 3aunpfahl- 2öar ber #erbft herbeigekommen, fo beteiligte ftä) einer ber 3werge auch an ber (Srnte. 3lber er trug niemals mehr als einen £alm unb fä)leppte benfelben anfeheinenb nur mühfam fort, fchwer Digitized by Google — 159 — feufeenb bei btefer Arbeit. $)ie ^äd&terSfrau würbe einß ärgerlitt) barüber, bafe ber Heine 3Kann bei einer fo fä)einbar geringfügigen Arbeit fo ferner feufete unb gab ifjrem Unmut unoertyotylenen Sud: brud. ©eit ber &tit uerfdjwanben bie 3^erge oon Bottenberg. 35er $äd)ter aber verarmte oon ba ab immer me^r. 47. 5>er a.efcimmS*ou'e ftartenfoieler. (Stobeoormtualb.) ©inft fafeen üier SJMnner in Sftabeoormwalb beim Äarteufpiel. 3mmer weiter rüdfte bie 9la<^t nor, unb noa) ba<$te feiner an ben Slufbrucf). ®a gewahrte ber ®irt plöfcliä) fünf SRänner am 5toiten= tifd), ofjne bafe bie £f)ür geöffnet worben wäre. ®r mad)te ben einen Spieler barauf aufmerffam, welker e3 feinem 9tod)barn flüfterte. Sitte gerieten in bie tiefte ©eftürsung. 3n bemfetben ^ugenblicl mar aber ber ©ef)eimni8t>otte auä) Derfä)wunben. «on ber Seit an rührten bie Männer feine Äarte mefcr an. 48. $obborbebruiititg. (9tabet>ormwalb.) 3u SBönf^aufen bei Stabeoormmalb lebte in früheren Satiren ein ©d)reiner, welker jebedmal an feinem SBerfjeug merfte, ob er balb einen ©arg anfertigen müjfe. 3" folgen gätten ftopfte e3, baS §anbwerf£jeug an ber 2Banb mürbe oerrüeft ober bie ©äge gab einen flingenben £on von ftd). 49. Pfarrer wirb verbrannt auf ber ©elbfifte gefunben. OJtobeoormwalb.) 2U* ftabeoormwalb im Anfang unfer« 3af)rfmnbert3 burd) eine gewaltige geuer&brunfi faft ganj ju ©runbe gegangen war, nermifete man längere 3eit ben Pfarrer. 9iad) langem oergebliä)en ©ud)en fanb man ifm enblid) auf feiner ©elbftfte in feinem ©arten, ©in Keines, fd}war$eS §ünbd)en, ba3 niemanb fannte, fafe neben ilmt unb l)ielt bie $otenwad)e. Digitized by Google - 160 — 50. $er Seift M Pfarrers. OHaberormroalb.) 3Rüttblid>. $n ber 9tä^e oon SRabeoormroalb, in einem ©ebüfch bei SogelShau«, rourbe im 3ahre 1852 ber ^rebiger §aoer erfä)offen, unb $roar unter einer großen Suche. Seit ber 3eit ift fein ©eift oft gefehen roorben, rote er ju nächtlicher 3eit jroifchen bem ©rabe unb ber Äirdje Inn unb her roonbelt. 61. 2>ie Grfdjetouitft int 3al>re 1870. (ftabeoormroalb.) roar am 18. 3uti 1870, alfo am Xage oor ber eroig benfroürbigen franjöftfdjen ÄriegSerflärung, a(8 mehrere (Sinroohner oon gilbe unb SBönfhaufen am §immel jroei SGBolfen in ©eftalt oon fämpfenben Äriegern gegen einanber jiehen fa^en. SBährenb biefe gegeneinanber jogen, erfd&ien am felben Sage ein große«, lichte« Äreu$ am Gimmel. $en folgenben $ag erflärte granfreich ben Ärieg. 52. Sorahnungen. (ftabeoormroalb.) Sei Sfaibeoormroalb liegt eine Stelle, Su (=33au) genannt, roeil bort oor 3eiten ein gar rounberliche« Sauroerf ftonb. $)a«felbe brannte im Safyxe 1863 ober 1864 ab, roobei eine ganje gamilie, unb jroar Sater, 9Rutter unb ©ohn unter merfrourbigen Umftänben oerbrannten. 3roei Monate oorfjer Ratten Seute, welche oon 9tobe famen, an jenem auS oerlaffen wollte, ftürjte ein Xtii beS brennenben e3 auf if)n fjerab, if)n unter Prummern unb geuergarben begrabenb. 2lber nochmals raffte er ftd) auf, füllte ft$ in ein gro&eS, roei&eS Xud), unb fdjleopte fi<$, über unb über mit 93ranbrounben bebecft, jur fiunenmü^Ie t)in, roo er furj barauf feinen Verlegungen erlag. 2lud) bie SWutter geriet, als fic fic$ ju eifrig an ber Bergung oon iljrem §ab unb ©ut beteiligte, in SBranb. 3$r entfefclidjeS 3ammerge)d?rei oerrjaOte anfangs unge^ört; als man enblidj fnn$u= eilte, glicb fie einer brennenben ©äule. 2Ran roätyte fie jum naf>en öadj Inn, um bie flammen $u lüfcfyen. SDabei oerbrannte ber ©ofm feine Äugen. Die SWutter ftorb. Dem ©olm oerf)eunlid)te man bis jum 93egräbniStage ben £ob feiner (Sltern. 2US man aber bie Sotengefänge anftimmte, erfannte er ben wahren Saty oer^alt unb brac$ in ein entfefclidjeS ßlagegefä)rei aus. 2luc$ er fanb balb barnadj feinen $ob. tiefer f<$recflid)e Sranb erfolgte am bellen £age. 53. Der ewige 3ager. (SRemlingrabe.) SRünblit*. 6r bat am jtitten Freitag 9*^9* unb fott gefagt baben, er roofle für feinen Anteil am Gimmel immer unb eroig jagen. „Das fod ein 2Bort fein/' l)örte er eine ©timme fjerab fd&affen. Unb oon ber %t\t an jagt er burd) bie Suft. 9Wand)er fjat tyn gehört mit lautem Stufen baberjagen. 3lud) baS Sellen ber $unbe oer* nafjm man ganj beutli$. 54. Die $imtnel$}ieQen. (Stemlingrabe.) 2Rünbli$. §odf) in ber Suft gießen, namentlich jur gTü^ja^rdjeit, unb bann oft jeben 3lbenb, bie Himmelsziegen balnn. @ar oiele Seute baben baS Werfern berfelben gehört. 2lber nur in ganj ruhigen ©egenben auf bem fianbe ift bieS möglid). 11 Digitized by Google 162 — 55. SBerftorbenc Orrau er jd) eint üjrem Planne. (3)a^erau.) ©inem ÜJlanne war feine grau geftorben. #ur$ nadj ihrem Begräbnis fajritt er einft am fpäten 2lbenb ätoifdjen 9$ogelSmüf)le unb Dahlerau feines 3Bea.eS baf)tn. $)a gewährte er plöfclidj bie 5£ote, roelaje 311 itmt trat unb if)m mit ber falten Xoten^anb über bie ©angen fuhr. Dotter ©raufen eilte er bem §aufe eines greunbeS ju, ber in ber 9töf)e roo^nte. 56. $>er ©eijterianj im „Saatyf" bei %emlttißrobe. Unterhalb beS f)oa)gelegenen &ird)orteS SRemlingrabe befinbet ftd) tief unten an ber SBupper ein feffelartigeS £ljal, „im Stampf" genannt. $ort erfdjeinen nad()tS um 11 Uhr ©elfter unb führen bis 1 Uhr einen £an$ auf. £)ann erfteigen fie bie $öf)e unb fdjreiten auf bem 33ergrücfen, melier ftdj jtmfdjen Dahlerau unb Stampf befinbet, baf)in. «pernadj feljren fte in« $f)al jurücf, um ju oerfd^roinben. 57. $er «djejfe Don ftemlingrabe. 9Jlünbli$. 6in ©d)effe in ^emlingrabe jeidmete fld) ju feinen Sebjeiteu burd) feine ©ottloftgfeit aus. Gr trieb feine 9Wifjad)tung gegen ©ott unb fein Heiligtum fo roeit, bafj er nicht feiten mit feinem $unbe in bie fttrcbe fam. 211S er geftorben roar, fanb er fyaxt an ber ßirdnnauer fein ©rab. (StaSfelbe roirb nod) gezeigt.) 2lber fein ©eift fanb wegen ber oielen im Öeben begangenen greoelt^aten in feiner ©ruft feine SRutje. Gr mufe umgeben, unb jroar bewegt er Reh immer oon feinem ©rabe jur alten SSehmlinbe unb ju feinem ehemaligen Scriptum, bem ©eböft oorm Saum, um bann roieber ju feinem ©rabe unter ben büftern Mannen an ber Äirajmauer $urütf$ufef)ren. ®er ©eifl beS Steffen erfdjeint in oerfajiebener ©eftalt, balb als gro&er 3agbbunb, meift aber als ©djaf. tiefes ©djaf erhebt jebeSmal, roenn eS erfdieint, ein furchtbares ©efchrei. Digitized by Google — 163 — 58. Sie SBefjmlinbe bei SRcmlingrabe. £)ia)t oor bem Äirdjorte SRemlingrabe ftefjt an einem Äreuj= toege eine alte fiinbe, reelle unter bem Warnen 93elmtttnbe allgemein befannt ift. £>er mäßige, nun gröfetentcilS f)ol>le Stamm fä>int ber (Snfelfprofj eine« uralten Stamme«, beffen SRefie in ber ©rbe oerborgen finb, ju fein. $)er in bortiger ©egenb oerbreiteten 2lnftä;t jufolge foü biefe Sinbe umS 3a^r 1400 gepflanzt roorben fein. 3» ber 3cit ber SSefmte fott man unter bieiem Saume ba$ tyeimlia^e ©erittjt gehalten tyaben. ®ie 5öorgelabenen mußten fid) auf einem etwa« entfernten Hreujroege einfinben. $>ann mürben i^nen bie Sugen oerbunben unb fie jur ©eridjtäfurtte geführt. 9talmt man ifjnen bort bie SJinbe fort, fo erblitften fte oor fidj ba£ ge&eimniaoolle ©eriajt. (Sttoaä weiter liegt bad ^aftorat, unter meinem ftdj ein fd>auerlia>r Detter befinben foH, ber in jenen 3eiten 3ur Slufnafmte oon ©efangenen biente. 9loa) jejjt nehmen mitunter jur 9Ritternad)t8fitunbe bie ©eifter ber einft tner ©ertasteten ifyren 2öeg oom ^ßaftorat nad) ber 23e!mt: Unbe, um bann in ba$ alte Verliefe jurud$ufef)ren. 2ludj> halten bie §e£en unter ber alten ^ebmlinbe iljre £än$e ab, namentlich am 2Beifmadf)t&tag unb anbeten Äirdjenfeften. 9toü) einet anbetn Überlieferung fommen am brennten Xage eine* jeben Monate«, oor allen fingen aber am brennten £age naä) 2L*eifmad)ten, bie £eyen aus ber ganjen ©egenb an bie alte S3ebmlinbe unb tanjen: „$upp, 9Rarjänfä>n''. Sie tragen alle ba3 Beiden ber §eren an ber Stirne. (Sin alter SJtonn oer= fieberte, bafe fein ©rofjoater nadj feine« Katers 2lu*fagen oft biefen Sänken jugefd&aut Ijabe. $)iefe Xänje fanben bee 9tod)tS jn>ifa>n 12 unb 3 ltyr ftatt. 59. Sdnoarje frrau ftdrt oier Äartetifpieler. (SRemlingrabe.) 3m Siepen jroifajen SRemlingrabe unb Schwelm fafeen einft oier SJtänner eifrig beim flartenfptel. Sie waren fo oertieft in baäfelbe, bafe fie ba3 ^eranna^en ber 3JMtternadjt$ftunbe niö)t beamteten. ®a öffnet fla) plöfcHaj bie £f)üre, unb herein tritt eine graue ngeftalt, fdnoarj gef leibet. 9liemanb fannte fte. $ie uiquiz ed by Goggle^ — » — 164 — grau fe|te fu$ unb heftete einen burd>brtngenben 23licf auf jeben ber Spieler. $)a fuhren biefe entfefet in bie £öf)e; tiefe Seftürjung unb SRatlofigfeit bemächtigte fid) ifjrer aller. Of)ne ein SBort $u reben ertyob ftd) bie frembe grau, oerließ baS 3inimer unb oer= fd&roanb im na^en SBalbe. 60. Der »etfte ®eift bei ftemlingrabe. SRünbltcty. 3luf einem gelbe jroifcfcen föemlingrabe unb töabeoormroalb ift biefem unb jenem öfters etroaS begegnet. 9tad) bem allgemein oerbreiteten ©lauben ge&t bort ein roeißer ©eift um. @injt paffierte ein Äned&t jur ©eifterfhmbe biefeS gelb. $a erblicfte er plöfcltd) ben roeißen ©eift, ber ftd& ifjm langfam näherte. Voller (Sntfe&en ftob ber ßnedjt baoon unb ruf)te mdjt, bis er §arbecf, ein großes ©el)öft am 2Bege oon 9tobeoormroalb auf fiennep ju erreicht hatte. 61. @eifl $ie(|t ©ettbetfe fort, (ftemlingrabe.) Slm §oblemoege, einem flehten, einfamen ©eljöft bei sJtemling= rabe, arbeitete einft ein Sßeber, melier mit jroet 2lrbeitSgenoffen gufammen in einem Jöett fdjlief. Sßenn fidj nun bie brei 5Beber gur 9tuf)e legten, Nörten fic regelmäßig ein ©eräufdj, als roenn auf einem fleinen ©pinnräbdjen gefponnen mürbe. £)ann mürbe if>nen regelmäßig bie $3ettbecfe oon gef)eimniSootter £>anb abgezogen. <£nblid> roaren ftc biefeS Treibens überbrüffig unb fie befdjloffen, baß einer nad) bem anbern Sßadje galten fottte, um bie 3)ecfe fefoufjalten. Qxoav gefctyal) baS, aber ber ©eroalt, mit welcher bie $ecfe fortgejogen rourbe, fonnte feiner ber brei rüftigen Männer roiberftefjen. (Snblid) gingen fie $um nahen JUofter in öenenburg unb flagten ben bortigen TOndjen if)r Seib. (Siner berfelben begleitete fie $u ihrer SBohnung. 2US biefer Sflönch an Ort unb Stelle aßeS eingehenb unterfudjt t>atte, erflärte er, eS fei ber ©eift eines SJtonneS, ber in feinem 2eben ein großes Unrecht begangen habe, unb ber im ©rabe feine 9fluf)e ftnbe. tiefer ©eift fei ber Störenfrieb beS £aufeS. Hber er oermöge biefen ©eift nur bis ans äußerte (Snbe feines oormaligen 93efi&tumS ju bannen. ®od) roürbe er ftd) jebeS Digitized by Google — 165 — 3af>r um einen $afmenfd>ritt bem Sdjauplafc feiner einfügen Stetig* fett roieber nähern. ©ar mannet Ijat an ber Stelle, roofun ber (Seift gebannt würbe, ein unheimliches Söefen gefeljen, balb fdjroarj, balb feurig glübenb. $>aju hört man ein ©eräufä), als roenn ein Spinnräbd&en fajnurrt. 62. $te War. (Cenffelb bei ftemlingrabe.) 9Künbli($. 3u Cenffelb roof)nte einft ein ÜJtoun, ber attnädjtlid) von ber 9J?ar geritten rourbe. $a riet man ifmt, fein SBajfer in eine glafdfje $u füllen unb biefe forgfältig in eine flifte ju oerfdjliefjen, bann werbe bie betreffenbe s^erfon, roeläje if>n reite, brei $age lang fommen unb etroaS von if)m tierlangen. (Sr foQ aber um feinen ^JreiS biefem sBunf$e nadjrommen. $er «Diann befolgte ben SRat. 2öirftia> fteQte ficb audj am näd)ften $age einer feiner 9tod)barn mit einem Anliegen bei ifyn ein. «Das roieberfrolte fiel) bis an ben brüten £ag, wobei ber öittenbe immer jubringlicber rourbe. £>er anbere aber blieb ftanb= baft unb rourbe oon feinem Übel erlöft. 63. Jßagen oerfajroinbel. (Stemlingrabe.) 3Rünblü$. 3n ber 9täl)e tron SRemltngrabe rourbe einft ein SBagen gefe^en, ber oon oier ^ferben Ijod) burd) bie Suft ba^er gebogen rourbe. ^ßtö^Iid^ roar er oerfa^rounben. 64. ©efpenfterwagen an ben brei Wdn^entetijen. (ftemlingrabe.) 3n ber 9{är)e oon Spreele bei 9ftemlingrabe lagen ebemaU brei Xeiä)e, in welchen bie 3Hön$e von Senenburg Sifdje jüa)teten. fciefe Eeiaje führten beSroegen ben tarnen bie brei SWöna)enteiä)e. ßinft, an einem Sonntag=2lbenb, gingen $roei sDlänner aus ber ©egenb in ben 2öalb an ben sJRöndjenteiä>n, um Öo^nen- ftangcn ju fteblen. ®er eine, ber ben Sonntag nidjt gern burd) einen SDicbfiat)! entheiligen mochte, fdjlug oor, im Söalbe ju fd^lafen, bis eS 12 Uhr oorüber fei; bann fönne man noch genug Stangen befommen. $er anbere roar bamit einterftanben. 3Ran legte ftd^ Digitized by Google — 166 — — eS mar ein warmer ©ommerabenb — in bie §eibe unb fdjltef. ^ßlöfclidj ermadjte ber eine unb t>ernat)m ein ©eräufdj, als wenn ein Seiterwagen burdjs ©ejträudj füf>re. 33on 23Cngft getrieben, weefte er feinen Begleiter, welcher ebenfalls alles beutlidj uernafmt. 3u fet)en oermodjten fte nidjtS. fam, bemerfte er ein „£)röglidjt" (£rug= ober grrliajt), weldjeS beftänbtg auf unb ab wippte unb babei einen flötenben £on vernehmen ließ. £)a$ bünfte bem nädjtlidjen 2Banberer, ber fd)ou mandjeS ^rrltajt gefet)en fyatte, boct) gar ju fonberbar. (5r almtte ben £on burd) pfeifen nadj. 2Iber faum war er einige ©dritte weiter gegangen unb wollte eben oom gelbe in ben SBalb einbiegen, als er eine berbe SJcaulfdjeHe empfing, bafj ifmt ber ßopf nur fo brummte. — 2Bett unb breit war aber nidjtS ju fetjen. 66. £oljbiebe werben gefrort, (ftemlingrabe.) 9luf bem 'Schultenhöfe, ber früher $um jöenenburger ftlofter gehörte, wohnte einft ein alter 3ftann, ber in feinen jungen, rüfligen Sauren, alä eä noch auegebehntc $ochwälber in jener ©egenb gab, t)in unb wieber einen 33aum in ben Kälbern beS reiben ftlofterS ftaf)l, ohne ein befonbereS Vergehen barin §u erblichen. (SineS XageS ging er mit feinem Sruber, einem ebenfall* fein* jtorfen unb beherzten Wanne, als bie Stacht hereingebrochen war, wieber in ben benadjbarten ßloftermalb. 9tacb turpem Suchen fanben fte einen jufagenben Stamm; unb balb waren betbc cmfig mit bem Slbfägen beS Saume« befebäftigt. 3>a empfanben fic mit einemmale heftige sJ>iiffe unb Stöße im dürfen unb an ber ©ruft, ohne einen 9Renfd)en ju erbltcfeu. anfänglich adjteten fie ba* wenig. 2113 aber nadjgerabe ba£ Stofien immer ärger würbe, Digitized by Google - 167 - liefen fie bie Säge im Stamm unb mad&ten fidj> nadb ipaufe. Slber faum graute ber borgen, als jic ftdj mieber nad) bem ©djauplafc tyreS nä$tltd>en Abenteuers begaben. $ie ©äge mar nod) an ber alten ©teile, ©ie nahmen fofort roieber i^re Arbeit auf unb nmrben nun nid)t mef)r gehört. 67. $ie biraralifdjcn ©effilier. (SRemlingrabe.) SRünWic*. (Sinft r»erfd)tooren fid) jroei (Sinroobner ber Äird&engemeinbe SRemlmgrabe, roeber ju effen 110$ ju trinfen, bis ftc ben bortigen Pfarrer umgebradjt Ratten. 3n einem 2iklbe, melden ber ©eifHia)e paffieren mufete, lauerten ftc tym auf. $ie s3)törber ftanben nodj nidjt lange auf ibrem Soften, als ber spajtor oon Daxerau berouf* fam. ©ogleid) forberten ibm bie beiben feine Laterne ab. <£r ermiberte rubig: „SBenn 3br fie noeb nötiger fyabt wie ia), bann miß \d) fie @udj geben/' unb bamit überreizte er ilmen bie Saterne. darauf fpraa)en fie: „$err ^aftor, ©ie ftnt) nid)t allein!" %tntx entgegnete: „3d> bin gan$ allein !" „Stein," fpradjen jene, „3&r babt Segleiter!'' $a fagte ber Pfarrer: „SBteHeidjt bot mir ber Herrgott feine (Sngel als 93efd>ü&er gefanbt." 9hm befannten bie Männer alles, roaS fie oorgebabt Ratten. Der ©etfUid)e betete nun im SBalbe mit ibnen, unb oon ber Stunbe an roaren jene feine beften greunbe. 68. Citt merfnmrbtger Begleiter. (SRemlingrabe.) 3Rünblicfc. ßinft arbeitete ein 2Heber auf bem Jpof Spreele bei 9temlvngrabe. @r roobnte aber auf bem in ber 9iäbe liegenben ©eböft £iUringbaufen. 9US er eine* Abenbs naa) Jpaufe ging, fat) er einen SRann an ber anbern SBegfeite babinfdjreiten. Öing unfer Sßeber fdjneller, fo ging ber gebeimniSootte SWann aud) fd)iieöer, unb ebenfo oerlangfainte er feinen Stritt, roenn jener roeniger fcbnell ging. Slieb ber Söeber fteben, fo abmte fein Begleiter baS fofort nadj. Starnadj mürbe ber rätfelt)afte ftrembe immer gröfeer unb gröfcer, bis $um ©djultenbof, mo er plöfclid) oerfdnoanb. Digitized by Google — 168 69. Sdjwarjer Ounb als ötflleiter. ftemlingrabe. (Sin nun 86jäf)riger Sauer au« her Stäbe von 9iemlmg'rabe er$äf>lte golgenbed: 2lld i# ein junger 9Rann mar, fjatte id) mir einen Sogetyerb angelegt. ©ad mag oor ungefähr 60 Sa&ren gemefen fein. (Sinft würbe mir ein Sogelnefc geflogen unb id; befd>lo&, mit meinem Sater in ber fo(genben 9tod)t bem ©ieb aufzulauern, ©efagt, getrau. SJtein Sater unb id) (egten und in bie „Äau", warteten aber bis 2 Ut)r nad&td oergeblid). ©a und ein weitere* Sermeilen wenig nufcbringenb festen, traten mir ben $etmmeg an. ©er ^fab mar fo fdjmal, bafe idj gelungen mar, hinter meinem Sater ber$ugefjen. ©a fat) id> plöjjttd) einen grofjen, fdfmarjen §unb; id& far> ifm ganj beutlid), benn fjeller 5Wonbfd()evn tiefe aHed flar erfennen. (Sinigemale wid) td> bem £unbe aud; aber er folgte mir unaudgefefct. ftuiety ging er an meinem nodj immer ooranfd)reitenben Sater oorbei unb oerfc&wanb. Nun befam id) neuen 9Rut. 3$ fagte ju meinem Sater: ,,©em will td) mit meinem Stocf einige £iebe perfefeen, bajj er und fernerhin ni$t me^r beläjtigt!" ©er Sater ermiberte jebod): ,,©en §unb fjabe idj fdwn lange gefefjen; aber lafj ifm nur gelten, fonft möd&te ©id) ein fdjwered Unglü(f treffen; biefe ©teile ift mcf)t geheuer!" 3$ folgte bem sJtote bed 2llten unb t)abe in 3ufunft an jener ©teile niajtd met)r bemerft. 70. ©in Wann fann ittdjt buttern, CTtemlingrabe.) 2Rünbltd>. (Sin Sauer auf ftamp bei SRemlingrabe fonnte eined Xaged feine Sutter befommen, trofebem er ftd) bie gröfete SRüfie gab unb nid)td oerfe^en batte. ©ad wieberf)olte fid) in ber golgejeit, fo bafe er enblia) feine Suffa^t 5U einer weifen grau in $agen naljm. ©iefe fagte ifnn fofort, bafe ein 9tod)bar bie einige Sdjulb an biefem 3JJifjgefd)tcf trage, ©r foHe bem Sief) etroad eingeben (road fie ifnn oerabfolgtc) unb babei ben Bieren über ben dürfen ftretd^en. ©ann werbe ber 9to#ar au ben brei fotgenben Xagen erfd&etnen mit einem Keinen Anliegen. Unter aßen Umftänben bürfe er biefen Sitten niebt Jolge leiften. ©iefen 3)iann fönne er aua) Digitized by Google — 169 — fd&on Dörfer auSfinbig machen, wenn er fid& &ur 3Witternacf>t auf ben na$fien Äreujweg fielle, bann werbe er benfelben fetyen. Der Sauer befolgte ben SRat ber weifen grau. (SS traf alles ein, wie biefe e3 uorfjer gefaßt fjatte. 71. ©erett muffen ßd) felbft fdjaben. (SRemlingrabe.) $S gab früher ^erfonen, welaje bem Siel) etwas antljun tonnten. ©ewöfmlicfj waren eS grauen, welche bied oermod&ten. ©ine folaje grau pflegte mof)l in ben Stall i^red 92aä)bar$ ju treten unter bem Sorwanbe, etwas §u leiten. Dabei fäjaute fte über bie linfe Sd&ulter. Sief} man ber $eje baS ©ewünfdjte, fo fiel bem Setreff enben ein Stücf Sief). Verweigerte man bie Erfüllung ifyrer Sitte, fo fiel ber §ere felbft ein Stücf, welche« bann fjeimlidj bei 9tod)t fortgefd)afft mürbe. 2lber am näd&ften borgen ftanb bafür ein neues Stücf Siel) ba. Das t)at ftd) bei SRemliugrabe gar oft jugetragen. 72. Die @4(a4t bei 9iem(ingrabe. 3Rünblic$. 3n ber sJläf>e oon Stemlingraoe würben bie aus bem 2öupper= tfjal, namentlich aus (Slberfelb, oertriebenen Demofraten im 3aljre 1849 ooüenbs jerftreut. 2ln biefeS Sä)armüfcel, wof)l bie Schlad) t bei 9temltngrabe genannt, erinnert noä) bie fogenannte Demofratem eid)e. Der alte Dürtyolt aus $erfingrabe, fo wirb erjagt, tjat in biefer Sd)laä)t bie Demofraten mit feinem Ärücfftocf fommanbiert. 73. Die (frfdjeinung ber ^ifenbafin. (ftemlingrabe.) 2Rünblic$. 6t wa 70 bis 80 Jfabre oor ber ©röffnung ber Safmftrecfe Senenburg— Krebsöge, in ben erften 3abren unferS ^aljrbunbertS, als man überhaupt nod) an feine ©ifenbabnen badete, far> ein SJtonn oon bem Öefjöfte 3um $ofe im X&ale ber SBupper in einer 9tad>t eine ganje $eil)e oon siöagen burdjS £f)al fahren. Kein Sßferb war $u erblicfen, aber mit geuer mürbe bie 2öagen= reifje pfeilfd&ncU oormärtä getrieben. 311S ber SBagenjug an bie ©teile gefommen war, wo nun bie Station 9temlingrabe liegt, ertönte ein fa)riUer $fiff. Digitized by Google — 170 — « 2^at gelegt werben roürbe. 74. ©Inftenbe flugel mit SWenfc&eittotf. (Scbroelm.) SRünblicb. 3n ber 9täbe be« Scbroelmer Brunnen« lebte oor gar langer Seit ein ftoblentreiber, welker brei ober oier "JSferbe fein eigen nannte. $)odj war er ein fd)tauer Surfte, welcher lieber oon frembem Eigentum als oon feinem lebte, ©eine s$ferbe pflegte er bamm jeben 3tbenb auf bie SBeiben feiner 9tocf)barn ju treiben. 2lber morgen«, in aller grüfje, ef)e bie (Eigentümer ber betreffenben SBeiben erroad)ten, bolte er feine ^ferbe jurücf. ©o begab er fidt> aud) eine« borgen« roieber $u einer na^en SÖeibe, um feine Sßfcrbe ju fua>n. $a faf) er eine mächtige glübenbe ftugel, meiere bicr)t an i^m oorbeifirid). 211« er ooöer ©ntfefcen genauer fjtnfal), bemerfte er, bafe bie ßugel ein menfdj= liebe« Slntlifc batte. sJiun rourbe feine Slngft noeb größer. $n baftiger glucbt febrte er um. Slber ba ftanben, rote au« bem 33oben geroadjfcn, brei toeifee grauen oor ifnn, roelcbe tbn tieftraurig anbltcften. £ätte er fie gefragt ma« fie in if)rem ßeben begangen bätten, bafe fie nun r)ter geiften müfeten, fo mären fie erlöft getoefen. 2lber feine Slngft mar ju grofe. Obuc fidt) umjufeben rannte er in nrilber .fraft nad) feinem ,£>aufe. Einige £age fpäter mar er tot. 75a. Sic ©icnen ale öefttjntjer. ööenenburg.) Wünblidj. Um ba* 9iounenfloftcr $et)cnburg, ba« itjncn fa)on lange ein $orn im 2luge mar, $u ^erftören, fd)lofc eine größere 2Injaf)l benachbarter 9titter einen Sunb. 3d)on rourbe ba« $lofter oon iljnen belagert, unb bie Tonnen gerieten bereit« in arge öebrängni«. $>a fetten bie Tonnen eine :)ieit)e oon Sienenförben ring* um ba« tflofter berum. Sil« nun bie Herfcbroorenen einen Sturmangriff oerfuebten, ftie&en fie bic Mürbe, nid)t« #öfe« abnenb, um; aber nun fiel bn« ganje Sienenljeer über fie ber unb fd)lug fie in bie giucbt. Seit jenem xage Ijeifet Da* rtlofter Sienens ober Neuenbürg, ^oettidj bearbeitet in: Sic Supver Don i'. 21). £auer. Digitized by Google — 171 — 75b. Sie öieitett ah »efdm&er. (Seoenburg) 2Rünbli<$. 9foch einer anbern Überlieferung fotten einft bie Schweben unb anbere frembe ßriegsoölfer nad» ©eoenburg gefommen fein, weil ftc bort gute 93eute ju machen gebauten. Sie fchleppten au* fo riel 33ieh au« ber ©egenb fort, ba& auf bem Schultenhöfe nur no* ein einige« einjährige« 9tinb oorhanben war. 3\xk§t belagerten ftc ben Ort, unb namentlich ba« Älofter, würben aber burch Lienen oertrieben. 3ur Erinnerung an biefe« Ereignis nannte man feit ber 3eit Ort unb ßlofter nach b*" rettenben Lienen bie Lienen* ober 93enenburg. 76. $te Sprengwuricl. (öeneuburg.) Die (Sier be« Spechte« foUen eine fo h^te Schale beftfcen, bafe biefelben, wenn bie Eier brutreif finb, nicht oon felbft jer= fpringen. £>er Specht fucht $u biefem %med eine Sprengrourjel unb berührt bie Schalen bamit, worauf ftc jerfpringen. 2ll«bann trägt er bie SBurjel fort unb läfct fie ins erfte %eutx fallen, welche« er antrifft, bamit fie barin oerbrenne. Um jtdj biefe SBurjel $u oerfchaffen, fud>en 3)iebe jur S3rut= jeit bie SRätje be« Spedjtnefte« auf unb breiten ein feuerrote« <£uch auf ber Erbe au«. $>er Specht hält ba« rote Such für ein geuer unb läfet bie Sßurjel barauf falleii. $)er $)ieb, ber auf biefe Söeife in ben SBefife ber Spreng= Tourjel gefommen ift, bringt fta) bann eine SBunbe in ber rucf. 77. «äße t»om öroft. (Seoenburg.) 3Jiünbltc$. Um ba« 3ahr 1600 lebte auf bem ©cf)öft Cberlwf bei öeoenburg ein 9Jtonn, namen« 33rofj, beffeu ®rabftein fid> noch auf bem fatt). griebljof befinbet. Srojj hatte feine 9Ragb getötet. Säger fanben ben ßopf berielben in einer hohlen Suche, welche Digitized by — 172 — bie £unbe eifrig befd&nupperten. $er Äörper ber SJtagb tag aber in einem nahegelegenen Steide, nod& heute ber Öro&teidj genannt. 93rofc ift bann nadj feinem Xobe fieben 3a^re auf bem Dber= tjof umgegangen unb madjte fid& namentlidj, roenn ber Sefifcer beäfelben roedjfelte, bemerfbar. SföenbS faf) man ifm roof)t in ber Scheune, rote er fid) bie 9tägel an $änben unb güfcen fdjnitt. 2lm Xage neefte er bie $refcber, inbem er teere Riefeln (auäge= brofebene ©arben) com Speicher henmterroarf. Vielfach bewegte er fid) auf allen Bieren fort, fprang ben Seuten im $)unfeln auf ben ftüden, Hämmerte fid) an unb ücrlieft fte erft an ber ©renje be3 £ofe$. £ie gurdjt oor bem ©eift be* alten S3rofe roar fo grojj, baß fia) ielbft erroaebfene Seilte jäteten , ju jener 3eit am Slbenb ben £of $u betreten. 78. $tr £unb bei Steinhaus. (^Benenberg). SRünblid). Öei Steinhaus ifi ein §oblroeg, ber 5Weft ber alten ,ie 3werge gekauft. Oft trugen fie jroei ober brei #hren in bie Scheune be3 dauern, ödsten unb ftöbnten aber babei, als roenn fie fdjroere Saften trügen. 2ll£ einft ein S3auemfned)t fie beeroegen böbnte, meinten fie, er roüfete nicht, roieoiel fie eingetragen bätten. $ie 3)iänncben gingen fein* verlumpt einher. Diacbbem fte bem Malier nun brei 3af)re lang treu gebient hatten, hielt biefer e£ für angemejfen, fie burd) fd)öne neue 2lnjüge einigermaßen ju entfa)äbigen. Traurig faben fie ba3 ©efdjenf au unb fagten: „Unfere Seit ift um/' Sie oerfebroanben unb finb nie toieber in bie ©egenb ge- fommen. Digitized by Google — 173 — 80. $ie 3mtüt im 5Ml|ietn bei 93e»enburg. 6orattofl«fllo(fe, Magert 1882, 9lr. 88. Xu$ münbli$. $)em fdjmalen SBupperfme bei Segenburg gegenüber ergebt ftd) fofl fenfredjt au« bem glufe ber tannenbeftonbene Silftein. bort foflen fu$ 3«erge aufgehalten f>aben, roetdje ben £te roofmern oon Sepenburg freunblic^ gefinnt toaren, ibre ßitye hüteten unb ibnen if>re fupfernen ©efäfce bei feftlu&en ©elegenljeiten liefen. ©päter finb fte ganj oerfä)nronben. $)en ©runb weife nie= manb anzugeben. 81. ®eift tragt einen SRcnffgentityf in ber fcanb. (Neuenbürg.) 3Rfinbli<$. Unterhalb 93enenburg $ief)t jur Äemna bie fogenannte „lange SBtefe" bin. @ine« 3lbenb* fam ein sJWann oon Siablbaufen burcf) bie lange SBiefe gegangen. ®a faf) er fidt> gegenüber einen SWann bafunid&retten, bellen Äugen fo grofe waren toie £f)eef$üffeln; ber Äopf mar anbertbalbmal fo groß als ein geroöf>nltd&er 9Renf$en= fopf unb fdn'en ganj auf ben ©futtern $u ruf)en. %n ber öanb trug ber ©ebeimniSootfe einen glübenben sUtenfcbenfopf. So lange eine £ecfe jtoifäjen bem näd)tlidS>en SBanberer unb bem ©eift mar, far) erfterer ben ©eift ganj beutUd). Sobalb er baS (Snbe ber $ede erreichte, war alle« oerfcbnmnben. 82. Äettenraffelnber Cfcnefopf. (Senenburg.) iNünbltd?. 2luf bem Dber^of bei SJeoenburg (m. oergl. 9tr. 77 biefer Abteilung) gebt aHnäcr)tlicr) ein gefpenftifcber 3Mann um, roeldjer feinen 5topf beftfct. 2)eutltd) oernimmt man laute« Äettengeraffel, roenn er balnnfä)reitet. 83. 2>a8 bellte 8te&. (SBenenburg.) 2RünMtd>. Sluf Weberfonbern bei Bonenburg roareu einft &tyt frepiert unb ber (Eigentümer ber Meinung, fie feien bebest geroefen. @* mürbe ibm nun angeraten, ein Stütf oon einer frepierten ftub am offenen geuer ju foajen unb beftänbtg mit einer ©abel ju burcfjftedjen ; bann mürbe ber Raubet gebrodjen. 3>er 95auer folgte bem State unb rjörte oernebmlidj, roie bie §eje mit ©eräufd) burd) ben Sa)ornftein entroid). Digitized by Google - 174 - 84. 2id)t im Stall. (Eeoenburg.) SRünblt^. 31uf §iünngl)aufen, $nrifc&en Neuenbürg unb ftemlingrabe, rnirb nod) ein alte« 2touern§au$ gezeigt, in meinem oor oiclen, Dielen ^abren ein 33auer mit feinem SBeibe unb einem ßinbe mo^nte. £ie Butter mar aber beS Äinbe« Stiefmutter unb biefem überaus feinblid) gefonnen. $>a ifjr Sttann aber ganj $u iljrem SBiffen mar, fo erlangte fie balb feine 3ufttmmung 3"* ©rmorbung be« Äinbe«. 211« ba« ftinb tot mar, trugen fie e« gemeinfd)aftliä) in ifjren SBiet)ftaQ. $er 3Wann grub bort ein ßod), unb bie grau fnelt ba$ Sid)t bei bem grauflgen ©efd)äft. 93alb mar ba« Älinb uerfajarrt, unb bie ^rau freute fid) ber ooöbradjten £bat. Slber nad) ibrem Xobe fanb fie im ©rabe feine Stube. 2lflj näd)tlidj erfdjeint if)r ©eift in bem Stab* mit einem fleinen Sid&t unb Bewegt fidj ädjjenb unb ftöfjnenb um ba$ ©rab be« ermorbeten ßinbe«. Sßiele ßeute b*ben ba« 2id)t in bem ©tafle flimmern fe^en. Oft bat man audj oerfuc&t, burd) bie Sretterrifcen ju lugen unb ben ©eift $u flauen. 2lber bann ift ba« fiidjt fogleid) oer= fdnounben. Sefct f>at man feit langen 3af)ren nid)t8 mef>r oon bem ©eift mit bem 2id)t oerfpürt. 85. »erfolgenbe 3nUdjtft. (Neuenbürg.) 9luf einem Jvelbe unroeit 23enenburg, ber ©ingerberg genannt, maren früher oft ^rrliajter ju fefjen. £>iefe gingen auf ben fpäten Söanberer $u unb oerfolgten if)n. (Sinft rourbe ein SJtonn oon einem 'jrrlidjt fo lange oerfolgt, bi« e« ifrni gelang, eine an einem £aufe lelmenbc Seiter ju erzeigen. $iefe fonnte ba« 3rrlid)t nict)t befteigen. 86. Xaä 3ungferityläfcdjen. (SJenenburg.) l£in fumpfiger SBiefengrunb an ber Söupper, unterhalb 23enenburg, burd) melden ein fleiner, mit @rlen beftanbener $tod) fliegt, beifet ba« 3ungfernpläfcd>en. Seitroeife föreiten bort um SJJitternadjt $roölf fopflofe ^unfern in meinen ©eroänbern mit bem Teufel, in ber ©efialt eine« ge-- Digitized by Google - 175 Dörnten 3\eQtnbodt%, um^er. tiefer 2Jocf fprang ben Starben gefjenben mitunter auf ben SRütfen, unb roitt jemanb, bem bie$ audj nriberfufjr, fingerlange $aare an bemfelben gefüllt fjaben. 87. $ie öctjeiranitoolle $ame. (SBeoenburg.) Wünbltd?. 2tn ber Sinbe ju (Spider (jroifd&en Sennep unb 93enenburg) tarnen einft in ber 9tod)t jroci ©urfdjen vorüber, al$ fie eine fein gefleibete $)ame erbli(ften. 9tod) furjem 3ögern ergriffen fic ben Sinn ber ®ame unb festen fdjerjenb mit tyr ben 2Beg fort, Sobalb fic jebod) aubringltdjer gegen fie würben, roar fic im 9lu oer- fdjraunben. 88. Set ftitter Mit DaWaufcn bei »egeuburg. 3roifdjen ber Debe unb löenenburg, näJjer bei festerem Orte, liegt £)ablf>aufen an ber SBupper. 2tuf ber §öf)e über bem glü&a)en liegt baS fogenannte Rittergut $at)lf)aufen. £)ort bat einfi ein dritter gelebt, melier feine lefcte 9tuf)eftätte im ©arten beä ©uteS gefunben (>at. ©anj genau uermag niemanb ba3 ©rab anzugeben. Älopft man naa)t8 gegen 12 Uf)r in ber Sftitte be3 ©artend auf bie @rbe unb ruft: „bitter, ftelj auf'/' bann fommt er mit SRofe unb heiligen auä feinem ©rabe I)en>or, gebt ind ^erren^au« unb roeeft bie Seute aus bem Schlafe. (Sinft trat jemanb im Übermut an bad ©rab be£ SWttterd unb werfte it)n. 2Ba8 ftdj bann aber jutrug, bat man oon bem 93orroifcigen niemaU erfahren fönnen. Cbgleid) er ein nat)er s^er= roanbter be£ bortigen 23efifcer3 roar, roar er nie mebr ju beroegen, eine 9toa)t in bem £aufe ju verbringen. 89. $ie Äutfdjc Don $af)lbaufen. 3Jiünblic$. 3n $)af)K)aufen rootmte einft ein gabriffjerr, bem naä) feinem Sobe bie 9luf)e beS ©rabeS oerfagt roar. 3ebe ftad&t fommt er um 12 Ubr mit ^Jferb unb SBagen auf ben §of feiner gabrif ge^ fahren. Sitte Pforten unb £f)üren öffnen fld^ ber ©eifterfutfdje. Digitized by Goo 176 — 90. $er Pfarrer unb ber Satan. (Süttriiiö^aufcn.) 3Wünbli($. @inft lebte in Süttring^aufen ein Pfarrer, ber fia) burd) feine Äaltblütigfeit unb Unerfc&rocfenfjeit au«jeid)nete. 311* biefer Pfarrer eine« Slbenb* in fein ©tubtergimnier trat, gewahrte er einen SWann an feinem Xifd)e ftfcenb, ber eifrig mit 6djreiben ht- fdjäftigt war. $Mer Staunen trat ber ©eiftlicfje näfjer unb richtete an jenen bie grage: „2Ba* ftfceft ®u fner unb fdjreibft?" Sener ermiberte: ,,3d) fdjreibe ©eine ©ünben auf!" ©a entgegnete ber geifHid&e §err: „§ebe ®id) weg, ©atan!" — 3m nädjften Stugenblid war ber teufet fpurlo* oerfcfcwunben. 91. 2)er Teufel att Saumftonttf. (fcüttringfjaufen.) ©ine* 3lbenb*, e* war fd)on fpät geworben, ging ein SWann mit feiner grau oon ßreujmüf)le, wo fte bei 33erwanbten ju Se= fud> gewefen waren, na$ Olpe. £>a (ag inmitten beä SBege* ein alter Saumftumpf, ber bei if)rem Eingänge am felben Xage nierjt bort gelegen ^atte. Äurj entfd>loffen ftieg bie grau über ben SBaumftumpf ^inroeg. ®er s3Jtonn jebod), weld>er bie ©abe befafj, ©eifter ju feljen, ging in großem Sogen um ben ©tumpf Ijerum. 311* er mieber ju feiner grau fam, brängte er ju möglicftft fd)neu*em 93ormärt3eilen. 3tad) einiger fcit erflärte er feiner grau ben Sadjoertjalt unb teilte it)r mit, jener Saumftumpf fei niemanb al* ber ©ottfeibeiun* geroefen; aber er tjabe t>orf)in fdjmetgen muffen, um feine ©efafjr t)erauf$ubefd)wören. 92. (SrfaKtnunaen in einem 3BtrtdI»aufe. (fcüttringljaufen.) 3n einem 2Birt*l)aufe bei Süttringljaufen raifein nadjt* um 12 Ufjr bie ©läfer, al* mürben fte von £rinfern aneinanber ge* ftofeen. ©leiefoeittg werben Don unftd>tbaren a eä fef>r fieife mar, f)ielt ber gufyrmann an ber ©djenfe, trat hinein unb tieft fidj ein ©lad Branntwein reiben. 2Bäf)renb biefer $t\t befdjloffen bie brausen beftnblidjen Surften, baS Sufyrmerf feftyufefcen. (Siner oon ifjnen oerftonb nämltd) biefe Äunft unb murmelt feine Bann; fprüd)e. Einige Minuten fpäter trat ber gufjrmann auf bie Strafte, fdjwang bie ?eitfd)e unb trieb bie s?ferbe mit munterem 3urufe an. Slber biefe ftanben wie feftgewurjelt, unb batb erfannte er, roa8 vorgegangen mar. $r ermahnte bie Slnwefenben, fein guf)r= roerf freijulaffen, fonft fei er gezwungen, anbere Littel anjuwenben. S)ann fct)rtc er in« $au« jurücf unb tranf ein jweiteS ©las Branntwein. $)arnad) fdjritt er wieber f)inauä unb trieb bie ^ferbe roieberum an. Slber aud) Diesmal olme (Erfolg. 9hm öffnete er fein £afdjenmeffer unb fdjlug e§ jroifcjen ben güften be3 Borber* pjerbe« in bie (Shrbe. Sllfobalb mar ber Sann gelöft; bie s#ferbe folgten feinem 2tntrieb unb flogen an. Slber in bemfelben 2lugen= blief lag jener, ber ben Bannfprud) gefprodjen, in feinem Stute auf ber Äegelbatjn. 94. eine Seilte t|ält ein 3fu4rtoer! auf. (fiüttringbaufen.) Sei Wefenlwtl, unfern Süttringtjaufen, jog einft ein guf)rmann mit feinem gufjrmerf baf)in, welches oon flwet fiatttidjen ©äulen gebogen mürbe. $löfclidj oerfagten bie s£ferbe ben Tienft. Sitte« ^ 3ureben unb ©djlagen mar frudjtloä. 2Bie angewurzelt ftonben bie £iere unb waren nid)t oon ber (Stelle §u bringen. 2113 ftä) ber guf)rmann abmühte, fein gutjrmerf flott $u befommen, fam ein alter Wann be3 SBegeS baber. @r blieb ftefien, fal) fopffdnlttelnb bem Wanne ju unb brad) enbfid) in bie Sßorte 12 Digitized by Google — 178 au£: „(Sä geht nicht oom glecf; fpannt nur bie ^ferbe au« unb wartet einige Sage, bann werbet 3hr ben 2Bagen mit leidster Mühe fortfehaffen tonnen." ^erwunbert über bie fcltfaine Siebe bat ber gufjrmann um nähern Sluffdjlufe. $a fagte jener: „311 wenigen Xagen wirb fyier eine Seiche »orbeipaffieren ; bie wirb aua) an biefer Stelle Aufenthalt befommen. $arum t)abt 3r)r jefct btefen unfreiwilligen 2tufe»tt)alt befommen. Alle (Sure Mühe wirb beäfwlb nichts fruchten." $er Sitte ging feineä 2ßege3. 2)er gufjrmami folgte feinem SRate unb wanbte fid) mit ben au3gefdf)irrten ^ferben feiner £ei= mat ju. 2öaä aber jener oorauägefagt hatte, traf genau fo ein. Nachher braute man ben Sagen mit leichter Mühe oorwärtä. 95. Verborgene* (Selb raubt bic ($rabeärufj. (Süttringfjaufeu.) 3n ber sMf)e uon Süttringbaufen ftarb einft eine alte grau, welche ihre ©pargrofehen, um fie ganj ftä)er 51t verbergen, unter bem $aä)e be* §aufe§ uerfteeft hatte. £>er Xob rift fie unerwartet hinweg, fo bafe fie ihren Angehörigen feine Mitteilung oon biefem ©elbe machen fonnte. flaum war fie begraben, als fid) ihr ©eift jebe yiafyt in bem ftaufe zeigte. @r fud^te nach bem verborgenen ©elbe. 96. Sitte einer Verdorbenen. (Süttringhaufeu.) 2»ünbli$. s)tobe bei Süttringhaufeu war einft eine grau geftorben. 3n ber erften sJ?ad)t nach ihrem S3egräbnt3 erfd)ien fte jur Mitternacht in weitem bleibe ben Hinterbliebenen, welche berartig oon 6nt= fefcen befallen würben, bajj fie faum ju atmen wagten, gefdjweige beim eine grage an ben ©eift richteten. $a wanbte fiel) bie ©eftalt mit tiefem ©eufoer jur Xfyüxe unb oerfchwanb. Am nächften Morgen eilten bie Hinterbliebenen jum Pfarrer, um feinen 9tat in biefer Sache ju erbitten. 3«öleia; baten fie ihn, iljnen in ber folgeuben Stacht Seiftanb ju leiten. 3)er ©eifb lia)e willigte ein. Unb wieberum erfchieu jur Mitternacbtitunbe bie £>erftorbene in lichten ©ewänbern. Man fragte fte nach i&rem begehr. $a antwortete fie, Tie habe biefem unb jenem ßinbe au Digitized by Google — 179 — Diel oon ber ©rbfd&aft jufommen (äffen, anbern bagegen gu wenig. $arum fönne fte feine SRube im ©rabe finben. 9Han möge eine geregte Teilung oornebmen, bann werbe fie fetig werben. 9Jton oerfprad), allcä nad) beftem 2BiHen ju erfüllen unb gab it)r jur SBefräftigung ein 3*ugni3 mit. Ta mar bie ©eftolt oerfdjwunben unb rourbe nie roieber gefeben. 97. $ret Gönner überleben ben breifjigjäbrigen Ärieg. (Süttnngbaufen.) 9RünbItc$. 3m 30jäbrigen Äriege blieben in ber ©egenb oon ßfittring= Raufen nur brei SHänner am Seben. 2llle übrigen Sewobner waren burdj bie geinbe, burd) äranfbeiten unb 9Rangel umge* fommen. (Siner biefer Männer wohnte $u Söinbgajfen, ber anbere ju ©arfebbagen. 3*ben borgen oerftänbigten fie jtdj bureb grofee Börner, bafe fie nod) am fieben feien. 98. $rei »Jänner überleben ben breiSigjäfjrigen ftrieg. (Sfabeoormmalb.) 3n ber Seoeratber SBauerfcrjaft, auf ber ©ren$e oon SRabe= oormwalb unb £aloer, waren ju <5nbe be3 30jäbrigen äriegeö nur noeb brei SRänner übrig, ^eben borgen pflegte fid) ber ©eifc lidje auf einen £ügel §u fallen, um ju fernen, oon welker Stiftung man bie fieieben jur Seerbigung ejerbeibringe. 2113 er baS lefcte ©emetnbeglteb begraben batte, fagte er: „£er $err bat nun feine ©ebafe in feinen (Stall getrieben unb wirb nun aud) ben Birten bolen." 2Birfli einft ben gufj. $>a na^m ftdj> ein frember ßriegSmann feiner an, fdjleppte tyn in eine §öf)(e, ba3 §üttlodj genannt, unb pflegte ifm auf« forgfamfte. 99. 5>tr Äreujbtrg bei gürtriitajiaufen. 9Wünbli<$. 5Dtä)t twr 2üttringl)aufen, auf 9ton3borf $u, ergebt jiaj ber Äreujberg, welker freute fdjon mit ganjen ©trafeenjügen bebedt ift $er 33erg trägt feinen tarnen oon einem grofjen §oljfreua, weldje« ftd^ bort et/emals, weithin ftd&tbar, erfjob, unb $u welkem fromme $ilger eifrig wallten. 2Iuä) foffen bie ©rafen com Äreug einft bort gewohnt fjaben, beren Si| nod) f)eute in ber ftira)e ju Süttring^aufen oorbanben id. 100. $te tfreujmufjle bei ßüttrtoö&aufen. Sei Unter=©arfdräagen, unweit ßüttringfjaufen, liegt an einem munter riefelnben Sadfje bie äreujmityle. (Sbemals trieb ber $ad& eine 9Rübte, weldje fd&on lange oerfd&wunben ift. 3ln biefer Wüf)le befanb ftdf) ein Äreuj; unb barnaef) würbe bie Witble genannt, liefen tarnen fütyrt baS ©e^öft bi£ feilte. 2Ui&er §ejen gelten ftä) aud> 3roerge in ber &reujmül)le auf. Sie hüteten bort bie Äütje. (Sinft befd^log ber Sauer, ifjnen für tyre treuen SHenfte ein ©efdjenf $u machen, ©r lieg iljnen faubere fööcfäjen anfertigen unb tjing fie auf ben Saun. Son ber 3eit an finb bie 3roerge oerfdjwunben unb nie nrieber gefommen, benn fte oermeinten, it)rc 3)ienftjeit fei abgelaufen. 101. $er Steßenbod unb bie beiben Surften, (Süttringbaufen .) (Sin junger Wann oon Unters®arfa)f)agen ging einft mit einem befreunbeten 2tlter$genoften auf einen benadjbarten §of, um fein Wäbdfjen ju befugen. 2113 fie in einen @iepen (9lnnepenbecf) ge= fommen waren, fafjen fte einen grofeen 3^9««bod oor ftä), fo ba& fie oon gewaltiger Slngft ergriffen würben. Sergeblia) fragte einer ben anbern, wa* bie @rfa)einung ju bebeuten faben möchte. S)odj fe^rte allmäf)licf> ir)r Wut jurücf unb fte beftt)loifen, ben Öocf eiu= Digitized by Google — 181 — jufangen. $ber foum fd&icften fte ftä) baju an, fo ergriff btefer bcn einen oon tynen, fefcte ifm auf feinen dürfen unb trug tt)n mit großen Sprüngen ooflenbs ins S^al fnnab. $ort warf er Um $ur (Srbe unb oerfd&toanb. 102. 5)er fdjtoar$e f>uitb im edjmibtettftuM. (ßüttringf)aufen.) 9tta)t weit von Süttringfiaufen liegt ber ©<$mibtenbufdj. £5ort ift feit unbenflid&en 3eiten ein großer ©cfyafc oergraben. 6in fdjnoarjer $unb ift sunt Söädjter biefeS ©djjafcea beftellt. Oft l)at man oerfud&t, beut §unbe ju folgen unb bie ©teile ju erfahren, reo ber ©ajafc ©erborgen liegt. 2lber jebeSmal merfte ber $unb biefe W\ü)t unb war fofort oerfd&nmnben. 103. Sanjetibe Äo^en. (Sfittringfjaufen.) 2luf bem ßattenfelbe bei Süttring^aufen tonjten früher in jeber 9todjt jioifdjen 12 unb 1 Uf)r Ralfen, ©obalb bie ßeute oerfudj>ten, bem Xanje jujufc^auen, mar aQed oerfdjnounben. Slber baS gelb trägt nod) f)eute ben Atomen Äattenfelb.g 104. ttndjettbeS StaMtyn (jiipft au$ bem 3**f. (ßüttringfaufen.) 9Wünblic$. (Sinem Sauer ju Ober*©arfdt)l)agen bei ßüttringfyaufen falbten regelmäßig bie ßülje ju frülj. (5r ging barum in feinen SSer= mögenSoerf)ältniffen fetyr jurücf. %Ut angeioanbten Wittel f<$lugen nid^t an. ©djjon mar er entfaploffen, $u einem benachbarten ©eift= lid&en ju gefyen, oon bem bie ßunbe ging, baß er in foldjen fingen 93efä)eib miffe. $>odf) e^e er biefen ©ntfd&luß ausführen fonnte, tarn ein alter 9Rann auf ben $of. S3alb mar ber Sitte oon ben SBorfommniffen oerftänbigt unb er riet 311 folgenbem: SWan foHe ein £alb8f)er$ in einem £opf auf bem Ofen fod&en. SBäljrenb biefer 3eit füllten fid) alle Seroolmer beS $aufe$ um ben Ofen fleUen unb bafür ©orge tragen, baß baS $erj nid&t IjerauSljüpfe. ®ann werbe man ba$ Übel f)eben. 9Jton ging auf ben föat beä Eliten ein. Slber alle aufgetoanbte 33orfta)t mar umfonft. $)a3 £erj Rupfte au« bem $opf, unb infolgebeffen rourbe ber beabjtdjjttgte 3mecf nid)t erreicht. Digitized by Google 182 — 105. *UteIfcnbc $f£en in ber Äreuamuljle. (Süttringtyaufen.) $ie £e£en, roeldje in alten %e\tin in ber flreusmüljle roofmten, oerfdjafften ftd> auf gar fonberbare 2lrt bie benötigte 2Ktldj. Sie fähigen nämlid) oier 3apf en in bie sBanb unb jogen baran ; atebalb flo& reidjlid) 2ttild) fjerauä. 106. S)er fliefenftein bei äaafe. iHünbü<$. Sei ßaafe ($nnfdjen ©enenburg unb Carmen) liegt in ber 9täf>e ber Wupper ein grofeer Stein, liefen bat ein 3Wefe cor unbenflid&en 3eiten in feiner Sd)ür$e borten getragen. 107. Stammfage ber t)on ftttter£f)au£. (Sannen.) 3u ben £ufengütern, roela^e früher tiact) ©armen gehörten, jäfjlte aud) ber Wtter^of ober sJtitterSf)au3. Seinen Tanten trug ber §of oon einem frühem Snfjaber, namend bitter, ber benfelben um 1466 in ©eftfe tjatte. Über biefen Ritter'7 ift ntd;t* ttctyere« befannt. Stber bereit» im 16. 3a&rf)unbert erjagte bie fagen^afte gamüienüberlieferung oon ilnn, bafe er in ben Sürfenfriegen ben 9titterfd>lag empfangen unb feit biefer $t\t jenen Manien geführt tjabe. ©ie golbne Sftitterfette rourbe nod) lange in ber gamilie aufberoafjrt. 3luf ©runb biefer Sage, roeldje ftdt) nur auf bie gamilie 3fHttcr^r)au^ in ©armen bejog, erhielt ein geroiffer Dr. ®eorg 9Htter£l)auä, beffen oerroanbtfdjaftlidje ©e$ielnmgen ju jener Jamilie nid)t nadjgeroiefen roorben fiub, im ^atyre ir>^ üom beutfdjen Äaifer bie SInerfennung feinet 2lbel8 mit rebenbem Snmbot, im (Sinflang mit obiger Sage. 108. $a$ ®alßenfämpd)eit auf tfamap. (©armen.) Münblic$. SBenn man ben langen, beroalbeten, oberhalb ber (Mjöfte ^laufen unb Sßeften ftd^ funsieljenben ©ergrüden überfdjrittcn l>at unb ftd) anfd^ieft, ben fteilen $ang uad) Karnap fjinnnterjufteigen, finbet man auf bem Sdjeitet be£ ©ergeö eine feuajte, mit niebrigem ©ufdjmerf beftanbene Stelle im ©albe. $ort foll ehemals ein (Balgen geftanben l)abeu. Digitized by Google - 183 — $er Sefcte, welcher an biefer Stelle hingerichtet würbe, erlitt ben £ob unfdjulbig. $er 3)lann n>ar be« SWorbe« angeflagt, be- teuerte ober beim ©erid)t $u 5E)üffelborf auf* l)öa)fte unb heiltgfte feine Unfdiulb. £rofobem würbe er jum £obe oerurteilt unb nad) bem ©algenplafc bei Karnap gefahren. 25er dichter, welker ifm jum £obe oerurteilt hatte, befanb fid) aud) in bem 3"0e, welker fid) über bie Serghöhe, oon (Slberfelb fommenb, jur 9ttd)tftätte bin bewegte. Unterweg« äußerte ber sJtidjter, bem bie Sache in= 3wifd)en etwa« bebenfltd) geworben fein mochte: „£ab ich falfä) gerietet, fo war id) falfd) berietet." 211« man am ©algen anlangte, würbe bem armen Sünber ber Stria* um ben £at« gelegt. 9codnual« würbe ber £obe*fanbibat aufgeforbert, reumütig ein 93efenntni« feiner Sd)ulb abzulegen. 2lber mieberum beteuerte er feine Unfcbulb. ©enige Minuten fpäter hatte ber Wachrtcbter feine« 9lmte« gewaltet. $)a flogen brei weifee Xauben über ben ©algen t)in unb riefen weitbin oer= nebmbar: „Unfajulb! Unfdmlb! Unfdmlb!" Unb im näajften Slugenblide ftürmte atemlo« eine Stafette, com Öieridjt in ^üffel= borf entfanbt, ben $crg hinan, bie S3egnabigung be« armen Sünber« oerfünbigenb. Seine oöHige Unfdmlb war mittlerweile burcb ba« Sefenntni« eine« Sterbenben flar erwiefen worben. £>od) e« war ju fpät. ©er öote wäre rechtzeitig $ur Stelle gewefen, wenn fein $ferb nicht am >yufe be« Serge« tot jufammengeftürjt wäre. Ter ©algen würbe nun oon ber Stelle befeitigt. ^ener dichter aber, faft oerjweifelnb in feinen Selbftanflagen, legte fofort fein 5lmt nieber. 9ln ber Stelle aber, wo jener ©algen ftonb, ift jafjrau«, jahrein eine fumpfige Stelle, welche felbft im tyifyn $od)fommer nicht au«trodnet. Sort quellen nämlich nod) fymte bie ^ränen heroor, welche um ben unfdjulbig ©eridjteteu geweint würben. 109. tic gchcimmSoolIctt ©CQleitcr. (Carmen.) 5DiünMicf>. (Sin Pfarrer auf SiMdjlinghaufen hatte e« fid) 311m ©runb- fafc gemacht, befonber* gegen bie Völlerei ju prebigen. gaft all= fonntäglid) tonnte man feine fdjarfen 9lu«fäüe gegen bie Srunfem bolbe oon ber ßan$el herab oernebmen. Erbittert barüber befdjloffen jwet ÜJianner au« feiner ©emeinbe, il)m aufzulauern unb i(mt eine grünblicbe £rad)t Prügel ju oer- Digitized by Google — 184 — abreißen, wenn er abenb* l)eimfef)ren würbe. W\t gefd)mar$ten ©efidjtern oerftetften fie fidj in einem Sßalbe „am ftutfud". §art an bem SBege, ben ber Pfarrer paffteren mufite, fteHten fie fid) auf, ber eine bie*feit* unb ber anbere jenfeit*, Don atten Säumen oerbecft unb mit ferneren Änütteln bewaffnet. Salb tarn audj ber ®eiftlid)e arglo* feine* 2Bege* baf>er. 211* aber bie betben Scanner fd)ärfer f)infaf)en, gewahrten fie ju jeber ©eite einen Segleiter; unb nun wagten fie feinen Singriff. ftaum fjatte fid) ber Pfarrer mit feinen Segleitern etwa* entfernt, fo befd^loffcn fie, bie ©adje ju erforfdjen, benn fie raupten gan$ genau, bafj ber Pfarrer allein fein mürbe. Son weitem folgten fie tfmt unb faf>en, al* jener bie ©locfe an feinem §aufe 30g, bafe bie beiben Segleiter urplöfclidj oerfdjmunben waren. 3>aburd> mürbe ifyre 9leugierbe uollenb* rege, unb e* ftanb barauf bei ifmeu feft, bafe ber Pfarrer mit bem Xeufel im Sunbe ftef)e. 3lber um ganj fta^er ju gelten, wollten fie ben Pfarrer felbft befragen. S)en Sor« fafe fegten fie aud> fofort in bie Xfyat um. ©ie begaben fid) ju bem £>aufe unb fdjelltcn. Sil* nun bie SRagb fjerbei fam unb bie gefd&wärjten ©efidjter erbliche, warf fie ooller 2lngft bie Xljüre wieber $u unb eilte laut fdjreienb $um Pfarrer, meinem fie OTit= teilung machte. 2luf beffen ©efyeifj mufjte bie 9)togb fofort bie Xfjür öffnen unb bie SJtänner in* §au* laffen. Soller ©üte unb ÜHilbe liefe ifjnen ber ©eiftlidje SBaffer jum 2Bafa>u reiben. 211* fie fid& gereinigt Ratten, erjagten Tie it)tn alle*. 3um 6djlu& richteten fie bie Sitte an ilm, iljnen mitzuteilen, wer bie beiben Segleiter gewefen feien. $>er ^irebiger wufete aber oon feiner Segleitung unb mar gauj erftaunt über biefe Mitteilung. £)ie beiben bejferten fid} unb würben orbentlid&e, braoe 9Jienfd)en. 110 a. 2>ic (wljcnftettif in Sarmen. 2)ie gewaltigen gel*blöcfe, welche an ber $of)enfteiner ©ttafee in Sarmen fid) auftürmen, ftnb ein oerfteinerte* Srautpaar. (Sine geUmaffe, weldje fidj $wtfd)en ben beiben l)öd)ften Spieen ergebt, ift ber Xifd), an welkem fie 5larten fpielen. $cr gef^blocf, weldjer auf ber einen gel*fpifce liegt, ifi ber §ut ober tfopf be* Sräuti* gam*, melier fid) alle bunbert %al)xt einmal fjeruinbrefjt. Digitized by Google — 185 — 110b. 2>te £ol)euftetne in »armen. 2Rünbli<$. $er ©age nad) war ber §of)enftein, biefc itnpofantc gelä= maffe in Sannen, ehemals ein altheibnifdfjer ©öfcenaltar, ber 6rb= göttin Bertha gemeint. Unjnjetfel^aft bamit in »erbtnbung fie^t bie noch im 93olf8= munbe aufberoahrte ©age, bafj ber eine gel« be8 Xeufelä Schreib* pult gemefen fei. Sluch be$ Teufels Xintenfafe iji an biefem ©chreibpult §u erfennen. (Sin fd&marjer ftlecf roirb als be3 Xeufela Xinte gebeutet. @tn anbetet gelSoorfprung führt ben Tanten £eufel$fanjel. $oettf$ bearbeitet öon 3H. Hobert „»armen." 111. 2>er Teufel fängt ein $ferb ein. (»atmen.) SRÜnbliä). 3n 2öiä)ltngf)aufen febte oor Dielen Qa^ten ein Kaufmann, bet einen roilben, unorbentlidfjen Sebenöroanbel führte. (Sined Borgens ging et mit meuteren feinet Seute tymatö, um fein 9leitpferb auf bet Söeibe einjufangen, ba et eine Heine Steife beab= ftä)tigte. Slber alle 3Jlüt)c mar oergeblich. 93i8 gegen ben sDttttag hin mar eä ben vereinten 2lnftrengungen bet Sännet nicht ge= lungen, ba3 Xiet einjufangen. 3mmer wütenber routbe bet ßauf= mann übet fein 9Rij$gefdjicf, unb julejjt fdjrie et in mafelofem 3otne: „©atan, fomm unb fang bu e«; ich oermag es nicht!" Sollet 2But ging et bann nach §aufe. (5r roat noch nicht fange in feinet SBohnung, als ein grofjer, fchroarjer Wlann erfaßten unb baS ^Jferb am 3U9*1 fünfte. 2luf beä Kaufmann« ©efyetj? brachte et baS Xiet in ben ©tatt unb batnad) bat ilm biefer, in« £auS ju fommen. £)er grembe folgte bet (Sinlabung unb balb fa& et bem Kaufmann gegenübet in bet ©tube. liefet mujUrte nun feinen ©ajt genauet unb entbeefte balb einen spferbefufe an ihm. 9hin roufjte et, roen er 00t ftch hatte. Mottet S3eftüt$ung liefe et mehrere ©eijtlid)e fyoUn, meldte ben unheimlichen ©aft bannen füllten. Slber baS mar feine leidste SIrbeit. £>och gelang e£ enblid); e$ blieb aber ein entfefcltcher ©eftanf in ber ©tube jurücf, roeldjer noch tange an ifm erinnerte. Digitized by Google — 186 — 112. ftcftfteHeubcr Äoblenbrcnner getötet. (Carmen.) Seibma, 6ag«n, 9tr. 69. 3n einem 2Birt3hauS ju Carmen rühmte fid^ eines £ageS ein Kohlenbrenner, niemanb fönne itjm fetbft in feiner Slbroefenfjeit bon feinem heiler etroaS entroenben. $aS fdu'en einem ber 2ln= roefenben boch attguleicbt ju fein unb er rief: „3n einer ©tunbe bringe id) ®ir $>etue ©djürbacfe ^er !" Sofort machte er nd) auf ben SBeg bem betreffenben SSalbe. 9llS er aber bie &acfe am ©tiel ergriff, [taub er fofort toie angewurzelt unb fonnte fidj nic^t oom sJ5lafce beroegen. $)a rief er breimal: „Safj mich loS im tarnen ©otteS beS SBaterS, ©otteS beS ©obneS unb ©otteS beS heiligen ©etfteS!" 2lber eS i>atf nichts. &a jog er fein Keffer fjeroor unb 3erfcf>nitt bamit feinen linfen ipofenträger. 3» bemfelben 2lugenblicf mar er frei, nahm bie £>acfe unb eilte bem SBirtSljaufe ju. &ier fanb er ben Kohlenbrenner bereits tot. 113. $er $afja.änn,er in Carmen. i'eibing, Sagen, 9ir. 44. $n ber s)Ml)e ber ©djule auf bem £eibt wohnte einmal ein Söauer, ber fein ganjeS Sieben lang ©chelmenftreid>e gegen feine 3Witmenfcben ausgeübt r)atte. ©nblid) ftarb er. 2lber nun mürbe er baju oerbammt, in ber ©eftalt eines gro&en £unbes attnäd)tticr) umherzugehen, unb jroar unroeit feiner ehemaligen 28obnung. Hamen nun £eute beS 28egeS, bie eS mit bem 9)tein unb Tciu nicht fo genau nahmen, fo fprang ihnen ber §unb auf ben dürfen, tiefer $unb rourbe allgemein ber ^afjgänger genannt. Mancher hat ihn bis an fein §auS tragen muffen; unb mancher bat oon feinem böfen £l)un abgelaffen unb fid) hernach eines reblichen ©anbelS befleifeigt. 114. $cr Scherte auf JßJcften. (Sannen.) SRiinbltaV 9tuf SBeften bei Carmen lebte ein Mann, ber beberj mar. Um oon bem Übel befreit $u meroen, gab man ihm folgenben sJiat: @r mufjte alle sJtifcen unb Köcher in feiner ©tube üottftänbig bicht machen, bann fein Gaffer in einen fteinernen (©auerbronnen=) Krug laffen unb lefetern in einem ©cfäfe mit ©affer jum Kochen bringen. 28enn teueres gefdjehe, mürbe er oor ber Xhüre ein Digitized by Google — 187 — jämmerliches Stöhnen unb gießen um (Sxnlafj fyöxen, bürfe aber unter feinen Umftänben öffnen. Ter Sttann that, wie ihm getjeifeen. ßaum begann ba* SBajfer auf bem Dfen $u fachen, al* brausen eine jämmerliche Stimme rief: „Safe mich herein, lafe mich herein!" 25er Wann öffnete nicht, fiel aber wie tot $ur (Srbe. Stach einiger 3eit fonnte er fidt) roieber erheben unb mar nun oon ber £ere, welche braufeen ©inlafe begehrt hatte, oollftänbtg befreit. 115. $er äöeriMlf auf äöeftett. (Carmen.) Seibing, ©agen, 91r. 61. (Sin ©auer auf SBeften mar eine* Slbenb* noch fpät mit Trefdjen befcf>äftigt. Äurj nach Witternacht hatte er feine Slrbeit vollbracht, fchlofj bie Scheune unb machte ftdj in ber Tunfelbeit auf ben $kg $u feinem §aufe, weichet eine Strecfe abfeit* lag. Ticfjt oor ber .§au*tf)ür erblicfte er einen Sßenoolf. 6r fprang eilig in* §au* unb fchlug bie untere ^ürflappc ju. Ter SBerioolf aber mar hinter ihm unb legte feine ©orberfüfee auf bie untere Xhtirenfjälfte. 9hm fchlug ber Sauer auch bie obere Hälfte $u, unb ber Jöerioolf mar gefangen, ©in h^rbeieilenber ftnecht ftach ihn mit einer Wiftgabel. ©lutenb unb oon Sehnte^ gepeinigt rifj fidt) ba* Untier lo* unb entfloh- 3lm anbern Tage oerbreitete [ich in ber ©egenb bie Nachricht, bafi eine alte grau mit gefährlichen SSunben 31t ©ett liege. 116. Ter Jöerwolf auf Älaufen unb ©ctfljof. (Sannen.) 3JlünMtc$. 3n ber l)ot)len Strafee am ttlauferputh (nahe bei Älaufen, unroeit ©armen; Älauferputh bebeutet fo oiel al* ftlauferpfuhO ging ein Ärtoolf um ; ebenfalte gefchah bie« oberhalb be* ©ecf bofe* bei ©armen. Tiefe 2Berroölfe warfen fidt) ben ©orübergehenben, namentlich folgen, welche roertootte Sachen mit fich führten ober ©elb hatten, auf ben 9tücfen unb raubten ihnen baä 3r)rige^ inbem fie mit ihren Tafcen ihre Opfer feft umflammerten. 2lber einmal fam ber SÖerroolf 00m ©ecfbof an ben Unrechten. Ter Überfallene hatte Wut genug, fein Weifer $u ergreifen unb einen feften (Schlag bamit nach °en Prallen be* Tiere* ju füljren. Sofort nahm blefe* bie ©eftalt eine* Wengen an, ber oon nun an fein böfe* treiben einftedte. Digitized by Google — 188 — 117. $ie 8weröGöijle. (Carmen.) 9ta$ 9». Sofcrt „»armen". §ier toie aflerioärtS gab e£ in bcn Sergen tieine, luftige Seute, bie 3roerge, roeldje im 33erge8innern ru^ig, gebeimniSoolI Rafften, ftamentltd) beföäftigten ftc fic^ mit bem blinfenben 6rj. 35lbcr oon 3«* 3*ü ftiegen jie berauf au« ibrer pnftcrrt 9toä)t, um im Sonnenlichte ju leben, um flurjioeil $u treiben unb bie toinjigen gerben auf bie roürjigen gluren ju führen. (Sinft waren fie toieber ^eroorgefommen unb ergöfcten ftcb im gellen ©onnenjlrafjl, als ein rauher 3äger tbalioärtS fdjritt, um ben Urs ober 2Iuerocbfen ju erjagen. 21U er baä Heine 93olf im ®rafe erbliche, tonnte er jiä) beS SaäjenS nidfc)t erwehren unb begann, bie Keinen Seute ju netten. Slber taum ^atte ber föiefe einen 3roerg w»ü bem gufe $ur (Seite gefd&oben, als bie ganje ©e= fettfajaft in fliegenber (Sile in bie ©palten unb £öf)len bineinfölüpfte, fleht menfc^liaje« Sluge f>at fte feitbem mebr gefeben. 9Jttt tynen finb auap bie reiben Säjäfee ber (Srbe oerfebrounben. 9lber bie 3roergf)öble ift nod) oorbanben ,,nad) borgen bod) oben im Xfyak". 118. Sil!) breljenbe Steine. (Carmen.) 3n ber 9lue in Carmen lag bis oor turpem (oietteidjt nodj) ein grofeer gefäblocf, oon melcbem bie Sage ging, bafe er iia) um; brebe, roenn er ba8 9)ttttag3geläute ^örc. 119. fcinäuglfif Oramtlie in ber $(ficte3bur0. (Carmen.) ^eibing, Sagen, }tr. erentunft mäcbtig. 31U nun eine« 2lbenb3 ibre £od)ter mit ibrem Sdjafc im $ofe ftanb, rourbe ba« Sßaar fortioäbrenb oon einer febroarjen ßafce umfebmärmt. 2)aS oerbrofj julefet ben Surften. @r ergriff eine SRiftgabel unb jkd) nacb ber Äafee. $)iefelbe oerfebtoanb bierauf. $ie Bäuerin liefe ftcb aber oon jener Stunbe an lange Seit niebt Digitized by LaOOQle — 189 — felien. <£$ fnef), fte fei erf rauft. 9t(d fte enblidj wieber jum 93orfcf>ein fam, war fte einäugig. Sie behauptete, bur$ einen fchlimmen goß ba& eine 2luge oerloren ju f)aben. ©eit ber 3«* wirb ftet« ein ©lieb ber gamilie einäugig geboren. 120. Sie »orfmftH in »armen. 3Ji. Robert „Carmen". 3n ber öocfmühl bei ©armen jtanb feit alten j&tittn eine Ölmühle. $)tefelbe war im Saufe ber 3af)re gar wacfltg unb fä)ief geworben. $)a8 9lab mar größtenteils jerftört unb uerfal) nur fjöchft mangelhaft feinen fcienft. 211$ einft ein gewaltiger Stegen bie SBupper ftarf anfdnoettte, brach bie 3TCüf)le jufammen unb würbe oon ben gluten abwärt* geführt. 3lux ber ftame ber ©egenb erinnert an bie Sorjeit. }$oettfcb. bearbeitet öon 2R. Stöbert „«armen", 9. 121. fteefingbaufen. 3Ä. Hobert „»armen". 3n ber Soweit grauen Sagen ftanb an ber ©teile be8 heutigen §ecfinghaufen ein oereinfamter §of. $er ^«hö^r liefe, um fid) gegen räuberifebe Überfälle unb tytxannatyn'beZ 2Mb $u fiebern, hohe £ecfen um ben §of machten, welche bicht oerflochten mürben unb fo roohl geeignet waren, feinen Bewohnern ©dmfe ju gewahren. 33alb bürgerte ftd) aber ber 9lame „§ecfenhau$" für biefe Seftfcung in ber ganzen ©egenb ein. — Vichts ift oom £ofe mit feinen hohen ,§ecfen geblieben aU ber 9tome, welcher auf ben fpäter bort aufblühenben ©taötteil überging. %m Saufe ber %e\t würbe ber 9tome ^eefenhau^' in „^eefingbaufen" umgewanbelt. Slnmerfung. 3n alten Urfunben heifet e$ oielfach „§ecfenhau$". $oettfa) bearbeitet uon 2R. Äobert „»armen", 13. 122. Gofenburg — ^lüderSbura. — Moisburg, («armen.) SR. Robert „»armen". @in Sauer, ber oor oielen Sahren im oberu 2Buppertf)ale lebte, befafe eine grofee Vorliebe für ©ofen (©änfe). yiifyt weit oon ihm wohnten jwei lofe ©chelme, welche einft befchlotfen, bei Stacht unb ftebel bem Sauern 2 ©änfe oom £eich Digitized by Google 100 - 3U [teilen, um fid) fo einen billigen traten ju nerfc^affen. 3n einer ftürmifchen, fdjroarjen Nad)t rourbe baS Sorbaben ins Söerf gefegt unb bem $errlid>en traten alle ©hre angetan, Nad) be= enbeter Wabljeit beratfcblagten bie beiben Übeltäter, wie fie bie Nachforschungen beS Sauern nach bem Serbleib feiner ©änfe oer= eiteln möchten, ©ie famen überein, oor ber 2Sol)nung beS einen bie Gebern in afle SSinbe fliegen ju lajTen, bie ^SolS (ftiele) aber oor bie Sot)nung beS anbern binjuftreuen. 2lm nädjften borgen begab fid) ber Sauer auf bie Suche unb fanb auch balb bie gebern forootjl als bie 5$olS, tonnte aber nicht inS reine fommen, roer ihm beu Schaben zugefügt l)abe. 3n einer fröhlichen Stunbe erzählten bann bie Seiben, ba& fie bie £fjat begangen hätten, unb ber gefdjäbigte Sauer machte notgebrungen gute sJ)iiene 3um böfen Spiel. Ser .§of, wo jener roohnte, erhielt ben tarnen „©ofenburg", roo bie Saufe gepflüeft mürben, „^lücferSburg", unb roo bie ^olS geftreut mürben, nannte man ben Ort „Moisburg". %ioetifd) bearbeitet in: 3)i. Robert ,,$armen", 19. 123. Söfilfiiiö in Sarraen. 3Ji. Robert „Carmen". ©IjemalS bauften in ben Söälbern beS SßupperthaleS oiele sit*ölfe, namentlich $um Scbreden ber ^erbenbejtfcer. $>te fpärlidjen Seroobner uermoebten mit ibren mangelhaften Waffen menig gegen bie gefräßigen Raubtiere auszurichten. Namentlich jeidmete ftdj lange 3^it ein alter ästolf burd) feine SJtorbgier aus. liefern in erfter ginie ben ©arauS ju machen, mar ber fefte ©ntfcblufj eines &ofbefi&erS. Nacbbem er ihm mehrmals oergeblicb nacbgefteUt batte, legte er in ber Nähe feines StaHeS SöolfSgntben an, bie er mit bünnen Reifem bebeefte, auf welche er Spreu ftreutc. @r erreichte feinen ooüfommen, benn febon nach furjer Seit ertönte baS ©ebeul beS alten SünberS aus ber tiefen ©rube, unb neugierig ftrömte 2llt unb $ung tyxbti, baS Untier $u befchauen, welches in ber ©rube erfchlageu mürbe. 3)em Orte aber, roo biefeS gefdjab, oerblieb ber Name SÖolffing, ber fpäter jn Rülfing mürbe. t bearbeitet in: 3)1. Robert „©armen", 33. Digitized by Google - 191 - 124a. Sie Intereburg in Carmen. 2». Sobert „»armen". 2hif ber fcgenannten „§öbe" wohnte früher ein Sauerämann, her Diel 33ief) beiafe. $>a fta? baSfelbe beim ©eiben febr jerftreute, bad&te er barüber nad), roie er e« am mübelofeften jeben 2lbenb äufammenbringen möchte , bis ifjm ein glücflid&er ©ebanfe fam. 310- abenblid) na^m er ein gro&eS $om unb blies (tutete) bie §erbe jufammen. (Srjt ber £ob fe^te feinem Saiten ein ßnbe. 3lber fein 2lnbenfen beroaf)rt ber 9tame „XüterSburg." ^oetifai bearbeitet in: SDt. SRobert „»armen", 51. 124 b. Sie luter&bura, in Sannen. SJi. Sobert „Mannen". 3m Dönberg baufte jur Seit beS 30 jährigen Äriege« eine 5Räuberbanbe (bie Sogenannten Sufdjfnebler), meldje baS SBuppertbal, oor$ug3n>etfe Sannen, mit 3lngft unb ©d&reden erfüllte! Um bem treiben ber Stöuber (gin^alt ju gebieten, fanbte ber ÖanbeSfürft, ©olfgang 2Bilf)elm, einen .§eerf)aufen unter SanbSberg'S öefebl. fianbsberg ftettte nun 2Bad)en au«, um baS §erannal)en beS ©eftnbels burd) $ornftof$ ju oerfünben. — (Sin bester, eifriger Surfte nabm ben Soften hinter 2Bid)elf)au8 (jefct 2Btd)lingbaufen) ein. 3J?utig ftiefj er jebeämal in'S ,§om, wenn ©efafjr brobte. ©ein ©tanbort trägt feit jener 3"* ben Flamen „XüterSburg". $oeti)a) bearbeitet in: W. Robert „»armen", 66. 125. Ser SeljHjof in Samten. SR. 9tobert „»armen". (Sinft lebte im ^ßuppertbale ein fleißiger ©eiler, ber tagaus tagein feine ©eile breite. $a fam einmal ein SBanberer unb blieb, erfiaunt über ba$ fonberbare ©eba^ren beS flJtonneä, ftet)en, ben SKeifter fragenb: „2Ba3 brebft bu bort fo buttig?" 2)er ant= njortete: „$m, ©efjler fpenn ecf!" £>aS roar bem grembling ein unbefannteS 2öort, unb als er feine ©trafje weiter roanberte, oer* fünbete er überall, bafc bort oben auf bem §ofe ein SJtonn ,,©ef)ler" breite. 3)a entjtonb ber 9Zame ,,©ef)lbof". ^oettfa) bearbeitet in: 3». Robert „»armen", 116. Digitized by Google — 192 — 126. Äauellf («armen.) 2». Stöbert „Barmen". SuitbertuS, an heften tarnen bie ätteften fir$ti$en Wieber= laffungen befc «ergtfd&en tnelfad) anfnüpfen, fofl auclj bei «armen eine Äapette errietet ^aben unb jroar bort, too iefet nocfj ber Ort gleiten tarnen* liegt. 2lber bie Äapette ijt längft Ijingefunfen, unb ba$ einjige $enfmal jener 3^it ift ber Warne, ber auf untere £age gefommen ifi. ^Jocttfc^ bearbeitet in: 3R. Stöbert „»armen", 111. 127. Die Äorjert in «armen. m. Stöbert „»armen". Hn ©teile ber heutigen Äorjert erljob ft<$ ehemals eine ginger* f)utSmüf)le. Wod) früher aber fott ftd) bort eine £etbe, „furje §eibe" genannt, befunben fjaben. Unb btefer Warne mu&te, um bie Silbe „§ei" üerfürjt, bie «e^eidmung für bie gingerf)utämül)le ^ergeben, roel^e alfo Äurjerb ober florjert getauft tourbe. ©pater tourbe bie gingertmt8müf)le in eine Ölmühle umgetoanbelt, unb nun ergebt fid) bort ein Sßaljroerf. ^Joetifa) bearbeitet in: 9Jt. Stöbert „»armen", 97. 128. mtod bei «armen. SR. Stöbert „»armen". Äeud&enb 30g einft eine 2)täf)re burd) ben tiefen ftofjltoeg; tief ftorjntc ber ermattete Weiter, benn oon ben oielen 3rrfaf)rten im roeiten gorft roaren Wofj unb Weiter auf£ äufeerfte crfdjöpft. (Snblid) erblidte baS fpäbenbe Sluge be3 Weiters eine menfdtfidje Söofjnung, auä ber ftdfj grabe ber ftopf be$ «eftfeerä tyeroorftretfte. «oller greube eilte ber Weiter näl)er. $od) oerbriejjlicf) über ben untoiHfommenen «efud) 30g ber «auer nur mürrifa) feine SWüfce unb fragte naa) bem «egefyr be3 gremben. tiefer antwortete: „Monsieur, je suis malade 1" Slber ber «auer oerftanb Fein SBort oon ber franjöfidjien Sprache, unb bie Söorte in feiner ©prad&e beutenb, erroiberte er: „«erfeat fit if) tyt fedjerlid), et tyt nit Sttattad" 2Uä ber granjmann fat), bafe er mit ber ©prad&e nidjt jured>tfam, oerlegte er na) auf ©ebcrben unb beutete auf feinen 9Wunb. Sroax oerftanb ber «auer biefe ©pradje fofort, ftellte ftd) Digitized by Google - 193 — aber bumm unb braute fein (Sffen herbei. $a rife bem granjofen bie ©ebulb. nieberließ, al« wenn alles fein Eigentum gemefen märe. $)er Sauer mar gan$ verblüfft über biefe« ©eba^ren be« fremben 9leiter«manne« unb fdjaffte balb 6petfe unb $ranf fjerbei, meiere fid) jener wofjl munben liefe. 3um ©djlufe fteefte er eine SBurfi ein, niefte jum $anf unb fdjmang fidj roieber auf« 9tofe, um feine« SBege« weiter ju traben. ®er Spott ber 9taa)barn legte aber unferm ©eljöfte ben tarnen Waffacf bei. ^oetifä) bearbeitet in: 9R. Hobert „©armen", 97. 129. »Uten, («armen.) 3H. Hobert „©armen". ^örblid) Don 9Bit$lingf)aufen , fyodj auf einem Serge, liegt ein unter bem Flamen „am Silten" befannter £of. 3"* (Srflärung be« tarnen« erjagt bie ©age folgenbe«: bitten im SGBalbe ftanb t)ier einft ein Diel oereljrte« Silb be« @rlöfer« am Äreuje. Unter bem Silbe erblicfte man bie fdrnierjgebeugte Butter be« £etlanbe«. 2ln biefem Silbe raftete l"oiüof)l ber einfame 2Banberer, um feine Slnbadjt ju uerridjten, wie ganje ©d&aren frommer Pilger. ®ie Senenburger Softer* projeffton liefe (ner aUjäf)rlid) ifjre frommen ©efänge erfdjaöen. ßängft finb jene Qtittn unb mit ifjnen jene« Silb bafyin gefunfen. Wut ber 9tame be« Orte« erinnert an ba« ©nabenbilb, ba« einft tn'er ftanb. $oetifa) bearbeitet in: 2R. Sobert „©armen", 72. 130. 2>er ewige Säger. ((Slberfelb.) Öeibina, ©aaenr^r. 46 unb münbiid>e Mitteilung. $)er ewige Söger war ju feinen Sebjeiten ein leibenfa)aftlid)er greunb ber JJagb. ©inft jagte er am Karfreitage einen $afen. $a if)m berfelbe immer wieber entging, fo geriet er in heftigen 3orn unb rief au«: „3$ will bi$ fjaben unb wenn i$ ewig jagen fottte!" <5>amit batte er fein eigene« Urteil gefproefcen unb mufe feit ber 3eit jagen. $abei jie^t er (wa? bura) bie Suft. $en #örner* Hang tjat man mitunter beutlia) oemommen. 13 Digitized by Google 194 - 131. Statu burdj bie fiuft gejagt. (©Iberfelb.) Seibing, ©agat, Hr. 71. $)ort, roo ftdj jefet bie Suifenftrafee in (Slberfelb f)injief)t, tcbtc einft eine grau, welche bie ©arten tyrer 9tod>6arn auf unreblidje ffieife an ftd) ju bringen roufjte. Sie mufe nadj tf)rem $obe jur ©träfe bafür jebe 9todjt von jroölf bis ein U&r mit SinbeSfdjneHe bur$ bie £uft fliegen. $)abei mufe fte immer $roet gufe com (Srbboben entfernt bleiben. 2Benn fte nidjt fd^neß genug fliegt, fommt ein SJtoim unb prügelt fte fo lange, bis fte in ber Suft oerfcbnwnben tfl 132. $er getetmntöuone Sdjüfce. ((Slberfelb.) 9Rünblt<$. @in barbier bei ©Iberfelb (mutmafjlidj in ber ^afeenbed), von bem man allerlei munfelte, ftanb eines XageS in feiner Stube, als ein Säger 3" *&m bereintrat. gludjenb über bie ergebntSlofe ^agb lie& ftdj ber 3&qcx oerbriefclid) auf einem ©tu^le nieber. $a bat ftdj ber Storbter für einen 2lugenblien SBalb ju. $ann gab er bem erftounten 3äger bie 8ü$fe jurüd mit bem öemerfen, er möge jefct in ben 2Mb geben, fo werbe er bort ein SReb, einen gudjS unb einen §afen erlegt ftnben. $)er 3äger fanb alles, wie jener es gefagt f)atte. 133. $cr auferftanbcne §emm. ((Slberfelb.) 9Rünbli($. 3n ber 9töf)e oon Slberfelb liegt ein ©eljöft, am 23aum genannt, ebemalS aber mit bem tarnen „$er^nbäumcfjen" belegt. $ter befanb ftd> früher eine 2Birtf$aft. 93on bem SBirt, .§emm, glaubte man allgemein, ba& er ftd) auf* §eren oerflebe. 2Wan glaubte ferner, wenn er tyit, fo oerlajfe fein ©eift ben 5törper, um fd)ranfenloS au fernen Orten ju roeilen. @ineS fdjönen borgend fanb baS ©eftnbe ober einige 9ta$barn (man weift nid^t genau wer) ben $emm fteif unb falt im öett. 3Jton Ijielt tf)»t für tot, entfleibete ir>n unb bahrte ir)n in einem ebenerbigen fleinen e glüentigc ÄoneflgcS. tyox langen Seiten toohnte am Äerftenplafc &u @lberfelb ein SKcmn, ÄoneEgeä genannt. ©r mar fein* reich unb alle $äufer an biefem spiafce waren fein ©igentum. 9töer auf unrechtmäßige SBeife hatte er feinen ^Reichtum erlangt. SBegen feiner Ungereen. 2U3 er beerbigt mar, fanb er noch feine Jhi^e, fonbern erregte lange Seit grofeen Sarm unb jroar faft jebe Stacht in bem Saufe, wo er gewohnt hatte. $arum mürbe er uom ^ater ©rementineS aus Steoigeä nach ben ÄirbeU ©arten, unb jroar einem fleinen Sufchflecf, oerbannt. 3u feiner Unterfififeung hatte ©rementineS noch einen anbern ^ater mitgebracht; mancher fah ben ©eift jroifd^en ben bannenben TOnchen bem Äirbel &uf freiten, wobei jene mit i^ren ßenbenfiriefen unauSgefejst nach if)m fchlugen unb ihn fo jroangen, ihrem 99annforuinung in ber ©tabt (Slberfelb non ber §öl)e hinunter jum 3tfirferbaa>; bort befteigt fte einen feuerfprüljenben , gewaltigen Ockfen unb reitet auf bemfelben über ben 9Warft jur äöupper. Über bent Glitte foll ber ©puf feinen Äopf gleia) einem §ute abnehmen, tiefer Leiter fott ein feljr reifer s3ttann gemefen fein, welker e&e= bem auf bem Äerftenpla&e gewohnt unb nad) unb nadfj bie gan&e 9todjbarfd)aft erworben fyatte. 3ufefet betrog er eine SBitroe um ba$ S^rige unb eignete ftdj baä le|te ©tudf $ief) berfelben an. ©egen biefeS betrüge* mürbe er oerbammt, auf bem ©tütf 93ief) ben jäl)rlid>en SRitt tu unternehmen. Anfang« ooHfflfirte er biefen 9titt btö in fein £au3 auf bem Äerjten plafce. $)a bie Seltner biefeS ©uteS aber biefen unfyeimlidjen ©oft nidjt bei jidj butben wollten, liefeen fte oon ftöln einen ©eijterbeföroörer fommen, melier ben ©pufgeift überlas, fo ba& er in baä Xfyal ber Sfttrfe meinen unb ftd) bort einen ©ajlupfioinfel fud&en mu&te. 3JUt jebem 3af>r rüo!t er aber um einen $afmenf$ntt näljer, bi« er enblidf) roieber in ber alten ©o^nung angelangt fein wirb. ®ie Seute nennen ben ©puf ben glüljenben äorneliu«, ober ftorneliuä mit ber glüf)en= ben Ruf). <ßoetifö bearbeitet bon «. 9lu$, Statten unb 2i$t, 83. Digitized by Google — 197 — 135. $e gföcnttge 9Rann am S^napsftuber. ((Slberfelb.) 3n bem §ol>ln)ege oberhalb be3 SBeinbergS, wo ftd) ber 2Beg naä) bem ©djnapsftüber abfenft, ging ber „glüentige Wann" jum ©d&recfen ber gefamten 9tod)barfcf)aft um. ®a fam einft ein befjerjter Wann au8 ber SBirtfddaft im SBeinberg unb nafjm feinen §eimroeg burä) ben gebauten §of)lroeg. ^löfclidf) erblicfte er bid&t oor ftd& baä ©efpenft, roeld&eä ifmt mit fd&recflid&er ©timme jurief: „2Ba3 madfjjt$)u ba?" £>a war eä um feinen Wut gefd&eben unb er fud&te fein §eil in eiliger gludjt. 136. $ie grofte 3frau mit bem langen Äleibe. (©Iberfelb.) 2luf ber floljlftrafee bei ©Iberfelb befinbet ftdr> ber naä) feinem »eitfcer genannte Sßofebufd^. bitten in biefem SBalbe befinbet ft<$ ein Äreujroeg. $)ort f oll eä |u geroiffen 3^*" ni$t rid&tig fein. (Sinjl gingen mehrere junge Surften am 2lbenb burd) biefen SBalb. 311* ftc an ben Äreujroeg famen, faben Tie unter ber mäch- tigen ©idje, welche bort ftanb, eine große grau, roeld&e mit einem langen bleibe angetan mar. 93alb fd^roebte bie grau bis in« ©eäft ber ©td&e tnnauf, um fidt) im näd&ften Slugenblict roieber ljerab$ufenfen. ©o fud)te Tie ben SBurfdfjen ben 2Beg $u fperren. SMefe liefeen jt$ audf> fdjrecfen unb febrten in eiliger glud&t um. 137. $>er Wann im Sdjarladj. (©Iberfelb.) 2luf bem Sedelsberg bei ©Iberfelb rooljnte ein Wann, roeld&er eines ftageS Sudjroeisentnebl unb §efe fjolen wollte. $>ie ©trage oon ©Iberfelb nad) 9teoigeS führte Damals nod) oben am $redflod& norbei. 211« jener Wann t)on ber ©tabt jurüdffeljrte, fonnte er trofr allen ©uajenS feinen bod& root)lbefannten Heimweg niä)t finben. $)a begegnete iljm ein Wann, ber fdjarladjrot gefleibet mar. $>erfelbe folgte bem Wanne, bis er feine 2Bof)nung erreidfjt fjatte, um bann §u oerfd&nrinben. Digitized by Google - 198 — 138. $er ©reit$(icmfrenler. ((Slberfelb.) SRünblid}. 25er alte Sangerfelb (ein Sauer auf bem flaternberge bei ©Iberfelb) ^atte in ©onnborn ein flapitäldjen geliehen. 311* er biefe* aurücfyahlen fonnte, legte er ba* ©elb in einen SRücfentrag* forb (Äiepe) unb machte fidtj auf ben 2Beg nach ©onnborn £)er ©laubiger gab mehrere ©dmöpfe juin beften, unb wohlgemut trat unfer Säuerlein enbliaj ben ©eimroeg an. SJttttlerroetle mar aber bie Stacht hereingebrochen. £)a bemerfte er plöfclich auf einem gelbe, noch gar nid>t weit von (Sonnborn entfernt, einen SRann, ber ihm unau*gefe|jt jur (Seite fchritt unb immer t>or ftct) hin fpraa): „2Bo foll ich'* laffen, too foll ich'* laffen?" $a entgegnete unfer Sauerdmann: ,,£rag'* f)\n, reo $u e* hergenommen ^aft ! " £>er unheimliche Segleiter mürbe fichtlich erfreut über biefe slÖorte unb erroiberte: „Über Imnbert 3af)re habe ich auf biefe* ©rlöfung** roort gewartet." Sllfobalb mar er oerfchrounben. ©inft, $u feineu fieberten, (>atte er einen ©renjftein $rotfcf)en feinem unb feine« Machbar* ©runbfiücf oerrücft, ben er nun jebe Stacht über bie ©renje tragen mufjte, bi* ihm biefe* $Bort feine 9iuhe im ©rabe gab. 3n rjeQer Ser$roeiflung aber fam unfer Sauer nach £aufe unb ftür$te fi$ in* Sett, um bem ©efpenft ju entfliegen. 139. ^erarn als ©efpenft. (@lberfelb.) (9Jton wglet^e 9lr. 133 btcftr Abteilung.) Stachbem §emm enblich roirflich geftorben mar, fanb fein ©eift nod) feine Stühe. 3n gcroiffen dächten fonnte man ihn auf ber ßantert (einem Sßalbe an ber ©renje) fef)en, toie er über einen auf p>ei $ol$gabeln ruhenben ©tocf f prang. (grüher mar biefe* ©piel bei ben ftinbern ber bortigen ©egenb ftatt be* ©eilchenfpringen* fet)r beliebt.) 140. Strafe eines Serfüfjrerä. (@lberfetb.) Seibing, Sagen, }ir. 51. (Sin SJtann roarb einen anberu um Solm, einen ÜJlorb an feinem geinbe ju uoHbringen. $er Verführer leuchtete jenem bei feiner Jämmerlichen Xhat. ©eit biefer 3eit mufj er aber jebe 9tad)t mit einer Saterne an einem Srunnen in ber 9läl)e ber sJKorbftette fielen. Digitized by Google - 199 — 141. $er einige 3ube. ((Slberfelb.) 2 lo« fein, unb wenn iäj eroig ^anbeln foll!" SBegen biefer greoelroorte mufj er eroig t)anbeln. 2lber nur am 2öeiljnadjt8tage fann man ü)n mit feinem unter bem 2lnne untergeben fef)en. 142. 2>a8 flefteimnigwae Si«t. (Slberfelb.) SWÜnbüc*. (Sinft trat ein 9Jtonn am fpäten Slbenb au« ber SBirtfdjaft mm Xappert, roeldje ftc§ früher auf bem flaternberge befanb, um feinen §eimroeg anzutreten. malen Jufcroeg einge* fdjlageu fatte, nad) einem Begleiter um. £>a geroatjrte er in geringer Entfernung tror fich ein £id)t, unb freubig eilte er barauf ju. 2lber immer weiter roia) ber näd)tlid)e SBanberer mit feinem Staate jurütf, über gelber unb 5örad&äder. Unfer SBanberer üermod)te ifm nidjt einholen. $a« 2$ergeblid)e feine« Semüben« erfennenb, blieb er enbliaj fteljen, um 2Uem ju fd)öpfen. 311« er nun auffdjaute, ftonb vot if)m ein eisgrauer 9flann, ber aber auf alle fragen jtumm blieb. (Sntfefeen eilte ber üflann bauon. 143. $er ©etfterroagcn auf ber Äue. ((Slberfelb.) 2Rünbltc$. 3m unteren Seile ber Euerftrafje, oberhalb be« ehemaligen $8ürger;ßranfcnf)aufe«, ftetjt ein oon ber Strafte $urucffpringenbe« §au«. $er Sorplafc roar ehemals burdj einen fiarfen 3aun mit einem grofeen, eifernen Xljore »on ber ©trage getrennt; unb bafjer fnefi ba« §au« „im eifernen £bor." ©ort foH nad) einer alten Überlieferung früher ba« Statt«? geriet getagt ^aben. ®er 9tia)ter rooljnte aber im 9tüfcenberg unb fam jeben greitag borgen um 1 1 Uf)r in feinem SÖagen angefahren. $ann rourbe eine ©lodfe gelnutet unb ba« ©eridjt naf)tn feinen Anfang. Digitized by Google — 200 - 216er jcfct nod) f>Ört man oft be$ 9tadf)tä um 11 Ul)r einen SBagen l)eranfaufen, ba& bie fpäten 9tad&troanbler erf$roernef)mbar, als mürbe mit einer ^Jeitfc^e gegen ein eiferneS £(jor gefd&lagen. 144. $er Spieler am $Heftmatfjer£raif). ((Slberfelb.) 2Rünblic$. 2lm Sttefomadjeräratf) ftanb früher, bidjt am föanbe eine« alten $of)lroegeS, ein £au£. Xer Wann, ber in biefem §aufe roofjnte, mar burd) fein gottlofeS fieben roeit unb breit berüdfjtigt. ©ing er abenbS au«, roaS jtemlia) bie SRegel mar, fo tiefe feine grau ba« genfter an ber ©ajlafftube offen, bamit er unbef)tnbert in« $au£ gelangen fönnte. 3n einer finftern 9?adf)t fdjidte ftdj) ber SRann an, bie QotyU frrafje $u überfdjreiten, als ifym eine grofee, fdjroarje ßajje mit fefyr langem ©djroanj unb unheimlichen Slugen ben Übergang oerroe^rte. £rofcbem gelangte er jute^t an« genfter; aber nun legte fid) bie ßafje fo gefaf)rbrof)enb oor ihm auf bie genfterbrüftung, bafe ilmt graufte. $n feiner 9^ot ftiefe er einen lauten ©dfjrei au«, roooon bie grau erroacfjte. ©ie erljob fich unD öffnete ifnn bie X()üre. ©ofort mar baä £ter Derförounben. 145. $tx Spuf am 9Wtr. ((Slberfelb.) 21uf einem «einen gelbe jnrifdjen ben ©elften 2lcfer unb fiutmberg ^aben bie t>erfd)iebenften Seute roieber^olt jur 9?adf)tjeit ganj merfroürbige £iere gefeljen unb großen &irm oernommen, fta) auch oft in ber 2Begrid)tung geirrt unb f)aben erft nad) langem ©uchen ben regten *iöeg roieber aufgefunben. 146. $er glühenbe Wabe. ((Hberfelb.) „51m öaum" bei (Slberfelb befanben fxd) früher in ben sBänben 9llfooeu, „Settfafien" genannt. 3n beufelben fyabtn oerfefnebene ^erfonen unterfd)ieblia;e 9Me gefetjen, nrie ftd) ein glühenber 5Habe langfam oon ber £ecfe Ijcrabfenfte unb langfam roieber emporfefnoebte. (Sin foätcrer Eigentümer be* £ofe$ fal) fta) ge* jroungen, bie ^ettfaften 311 oeränbem. Digitized by Google - 201 — 147. $er Teufel mit bem Spieler am ßolbnen Stfdj. O&lberfelb.) (Sinft mürbe ein Spieler baburdj oon feiner Seibenfdjaft ge« heilt, baß ihn ber Teufel jur 9Ritternar befreit. 149. $er Teufel unb ber ftartenfpieler. (@lberfelb.) 9)lünbltc$. @. . . ., ein nmfter (Spieler, Printer unb gludber, faß eines SlbenbS nach feiner ©eroot)n^eit in einem StttrtShaufe in ben Birten bei (Slberfelb. sJtoch einigen fdjauerlichen glühen unb SBer= roünfchungen, unter benen nach feiner eigenen fpätereu 9luSfage ber 2luSbrucf, ber Xeufet möge ihn tjoten, ber gelinbefte mar, üerab= fcbiebete er ftä) von feinen 3ea)genoffen. ßaum üor bie Ztyüx getreten, faßte ir)n ber ©ottfeibeiunS unb führte ihn mit fich burcf) bie Suft. 2ln ben Säumen unb Elften, burd) welche bie tolle gatjrt ging, jerriffeu feine ßleiber. Mehrere hunbert Bieter entfernt, am SRanbe eines Steinbruchs, roarf i(m ber Xeufel bann in eine alte Suche, nicht, ohne it)n t>orf)er nodj tüchtig jerfra^t unb gefdmnben ju ^aben. Seit jenem Ereignis befleißigte ftd) ber SRann eines orbents liehen SebenSroanbelS. Digitized by Google - 202 — 150. Der Teufel unb ber Sruitfenbolb. (©tbcrfelb.) 9Rünblt($. (Sinft ergriff ber Xeufel einen Xrunfenbolb unb fuf>r mit ifnn fyodj burdj bie öuft. 3n einem ßrlenroalbe unweit com £ipfe$!ott)en blieb ber ©atan aber in einem f)of)en 93aume Rängen unb tiefe fein Opfer fatjren. $)er SRann glitt an bem ©tamm f)inab. ®er teufet liefe ifjrn nun einen ©trief herunter, um i^n f)inaufjujiel)en. $>er SJlann ergriff aber fd)leunigft bie gluckt, bejferte fia) unb würbe nad&fier ein fleifeiger unb adjtenäroerter SRenfdj. 151. $urdj bett Teufel geb eiferte ifartenfpieler. ((Slberfelb.) 3roei 33rüber gingen regelmäfeig na<$ bem 2öirtSf)auS am Reffen, um harten ju fpieleu. SBornelmtlidj bitten fie e$ barauf abgefe^en, ben SBebern, roeldje ifjre SBare abgeliefert unb bafür ©elb eingenommen Ratten, i^r fauer 93erbiente8 im ©piel abju* nehmen. (Sinft Ratten fic roieber einem armen $öeber fein ganjeS ©elb, ben ßofju fauerer 9lrbeit3rood)en, abgenommen. 2Uä ber siöeber fjetm fam unb feinen ©rofdjen mef)r befafe, fing bie grau an $u roeinen unb $u flagen. ®enn roooon fottte fie nun mit ifjren ßtnbern leben! ®ie beiben ©eroinner festen nad) ber Sluäplünberung tf)re£ Opfert aud) t)eim. ©ie mufeten aber burd) einen tiefen $of)lroeg. Sil« fie mitten in bemfelben roaren, faf)en ftc auf bem Üitege einen Xifd) fteben. (Sine £ampe ftanb auf bemfelben. (Sin fn. 9hm ging ir)neu ein 2id)t über iljr oerroerflidjeS treiben auf. ©ie befdjloffen, fofort um^ufebren unb bem armen Söeber ba8 ge* roonnene ©elb jurüdjuerftatten. ©efagt, getfyan. ©ie flopften nad) fur$er $t\t jenem auf ba£ genfter, unb mit greubentfjränen nafmt er ba$ ©elb in (Smpfang. 211$ bie beiben roieber in jenen ^oljlroeg famen, roar alles oerfdjrounben: ber £ifd), bie £ampe unb ber ©djroarje. Unbefjtnbert festen fte nun üjren .freimroeg fort. Digitized by Google — 203 - 152. 2>er Srwnfenbolb unb ber Sifcwetnafopf. (@lberfelb.) SRünbli#. 211« bie ßüenbafm in Samten gebaut rourbe, roar audj ein 2Rann oon ber Äof)ljrra&e (2Beber«f>au«) babei befc^äftigt. 2Benn aber am (Snbe ber 2Bo$e ber Sofm au«ge$af)lt würbe, fatte unfer 3Wann mefjr ©ptel= unb Sranntroemfdmlben, als fein Serbien!* betrug. Setrunfen fefjrte er bann nad) §aufe jurütf; unb bort erfrob fid) regelmäßig ein heftiger ftant mit feiner grau. So fe^rte ber Arbeiter einft roieber f)eim. 211« er nafje an ba« ©ef)öft „jpagen" fam, fdjritt er über eine SBiefe $tn. £>a fam plöjjlid) ein großer @d)roetn«fopf mit riefigen Jauern au« ber fiuft tyerab, $ob ben Setrunfenen in bie §öt>e unb liefe ifjn bann in* @ra« faden, dreimal gefd&af) bie«. £>aoon mürbe ber ÜHaim nüajtern unb eilte fo fänell al« möglidj naa) $aufe. ©eine grau mar erftaunt, bafe if)r 9Wann nid&t betrunfen mar, roenn er aud) fein ©elb braute. $)ie folgenbe 2Bod&e fn'elt ftd) ber 9Rann roacfer. $)en Srannt= mein rührte er nidjt an unb beim barauffolgenben 2Bod)enfd)lu& tarn er ganj nüchtern mit feinem &>f)ne ju feiner grau jurücf. 3n ber nun folgenben 3Bod)e festen e« aber bie ©pöttereien unb 9Zecfereien feiner Jtameraben burdf}, ba& er bem £runf unb Spiet wie efjebem Imlbigte. 2lm Sonnabenb ging er tyim unb legte ftä) flud&enb ju Sett. $)od) faum mar ba« gefdje^en, fo er- fdfjien ber Sdjroein«fopf roieber unb frob ifjn breimal in bie £öfje, um ü)n jebe«mal roieber fatten ju lajfen. $er plöfelid) roieber ernüchterte erfrob ein laute« ©efd)rei. ®ie grau fiürjte au« bem Sette unb jünbete ein 2id)t an. Hber nidjt« roar ju fe^eit. ®a« l)alf. Son ber 3eit an griff er nitt)t roieber $ur ßarte unb liefe aud) ba« £rinfen fein. 153. Sauer Dorn Teufel bur* bie 8uft ßefüljrt. ((Slberfelb.) 9Künblic$. @in Sauer, ber fid) burd) fein roüfte« Seben, burd) glühen unb gotte«läfterlid)e Lebensarten au«$eicfmete, roar eine« £age« auf einem gelbe bei ftttenbafyl mit pflügen befdjäfttgt. *£a fam urplöfclidj ber Teufel, pacfte ben oor 6d)recf erftarrten Sauer auf unb führte tfjn mit fid) f)odj burcr) bie Suft bi« in ben $agem ©iepen, roo er itjn unfanft auf bie (Srbe roarf. $a$ ©efpann ftanb roäfjrenb ber tyit im gelbe. Digitized by Google — 204 — 154. $on bcm Teufel, bcr in SRenfdjetigeftalt einem Witter treu biente. (@lberfelb.) «u* ben „1Bunbergeft>rä$en" be$ Gäfariu« bon fceifterbadj in 3Ronattf$rift Ui Öergifctyen (äeföidptd&ereind II, 120. (Sin Teufel nahm bie ©eftalt eine* anmutigen Jüngling* an, ging $u einem dritter unb bot itjm feine Sienfte an. Sa er biefem fomohl wegen feines 2lnftanbeä aU feiner tjöflidjen SRebe gefiel, fo würbe er gerne angenommen. 3m Sienfte mar er fo fleifjig, fo ehrerbietig, fo treu unb babei fo freunbliä), bafj ber bitter ftch bartiber tounberte. @r befrieg nie fein ^ferb unb fehrte auch nie oon einem SRitte jurücf, ober ber Liener ftanb bereit unb hielt mit gebogenem Änie ben Steigbügel. 3" allem geigte er ftc^ oerfdjwiegen, umjtd)tig unb munter, ©ine« Sage« ritten £err unb Äned^t jufammen unb famen an einen grofeen glufj. Sa bemerfte ber bitter, bafj einige feiner erbitterten geinbe hinter ihm her famen unb fpraä) gu bem Liener: „2Bir fmb beS $obe$! ©ich, meine geinbe eilen mir nach, °or uns ift ber glufe unb e$ bietet fiä) und fein 3uffacf)t*ort bar. (Sutroeber werben fie mich töten ober gefangen nehmen/' Ser Siener entgegnete: „fürchtet @udj nicht, §err, ich fenne fehr genau eine gurt beä SluffeS, folget mir nur, wir werben fdwn entfommen." „9ltemal8", oerfefjte barauf bcr bitter, „hat ein 5Renfch ben $luf$ an biefer ©teile überfchritten." 3n ber Hoffnung auf Rettung jeboch überliefe er ftch ber güfnruug bcö Liener« unb gelangte ohne ©efafu* an ba3 anbere Ufer. Unb atö ftc bort in Sicherheit ftch befanben, waren bie geinbe auch iiijwifcheit an ben glufc gefommen. @rftaunt fprachen fie unter« einanber: „$Her t)at je oon einer gurt in biefem gluffe gehört? flein anberer ald ber Teufel fann ihn herüber gebracht haben." Unb fie wanbten ftch fcheu $urücf. 3m Verlaufe ber 3cit ereignete e3 ftch, bafc beä Zitters ©emahlin ju Xobe erfranfte. N^ährenb alle Äunft ber #r$te bei ihr nicht* anzurichten oermochte, fprach ber Teufel $u feinem £errn: „s^cnn man meine Herrin mit Söwenmilch einrieb, fo würbe fie genefen." „sii*ol)er aber foUte man folche 9)ttlch nehmen?" fragte ber bitter. ,,3cf) will welche holen/' entgegnete ber Siener. Sann ging er weg; nach Verlauf oon faum einer ©tunbe war er fchon wieber ba unb hatte einen Topf fiöwenmtlch mitgebracht. 211* bie Same bomit eingerieben worben war, befferte fich fofort ihr 3nft«nb unb fie erlangte ihre frühere ©efunbheit wieber. Ser Digitized by Google - 205 — SRitter fragte ifm nun: „2Bof)er f^aft $u bic 3Hild) fo fcfcneff ge* nommen?" „3$ tyabe ftc in ben ©ebirgen Arabiens geholt/' gab er iux Antwort. „93on fner bin idf) gleich nadj Arabien gegangen. 5Dort trat i# in bie QfyU einer ßöroin, bie i<$ molf, nadjbem id> ifcre %\mwn oon ifn* genommen rjnttc/' Sei biefen SBorten rourbe ber SRitter ftorr oor Staunen unb fragte: „2Ber bift er Stüter wollte e3 tnbejfen burc&auä rotten, unb auf fein drangen geftonb jener eublia) : ,,3a) bin ein Teufel, einer oon benen, bie mit Sujifer gefallen ftnb." $)en SRitter f^auberte e* unb er frug weiter: ,/Benn $>u oon 9totur ein Xeufel bift, roeStyalb bienft £)u benn fo treu einem 9Renf<$en?" „(53 ijt mir ein grofjer Zroft, bei SJtenfd&enfinbern §u fein/' fagte ber £eufel. Sil* nun ber bitter $u if>m fpraa): „3$ wage nia)t länger $Didr) in meinem ©ienft ju begatten/' ba entgegnete jener roieberum: „$>e8 mögt 3^r jta)er fein, ba&, roenn 3br nüd) begattet, 6ud) niemals oon mir ober burdj) midj etroa8 33Öfe8 gefd)ef)en wirb." „3$ roage e$ nid)t," roieberfiolte ber bitter, „aber ben £of>n, ben $>u oon mir forberft, unb rod're e3 audj bie §älfte meiner ©üter, roitt tdj ®ir gerne geben. Wernal« (jat ein 3Renfd) einem 9Renfd&en fo treu unb fo nttfcfidj gebient. <£urd> Steine Umfidjt bin ia) am gluffe bem $obe entgangen; bureb ®tdj fjat meine grau ir)re ©efunbf)eit roieber erlangt." „2Beü id) nun einmal niajt me^r bei @ud) bleiben fann," oerfefcte ber Xeufel, „fo oerlange id) als ßof)n nur fünf ©ulben." Wadjbem er biefe empfangen fatte, gab er ftc bem bitter roieber jurücf, inbem er fagte: „3$ bitte @uä), faufet bafür eine ©locfe unb Ränget ftc auf über bem SJaaje jener armen Äirdje, bamit burd) flc roenigftenS an ©onntagen bie ©laubigen jum ©otteSbienfte jufammen gerufen roerben." 3)ann oerfdjroanb er oor beS Zitters 2lugen. 155. gttgel M »efd^er. ((Slberfelb.) 3n bem Üßalbe, roeld^er fief) jroifdjen bem öufdjfjauS (= StpfeS* fotfjen) unb bem SRoljm ausbreitet, wollten einft oerfdjiebene junge Surften einen ©eiftlidjen burd&prügeln, roeil er an bemfelben Slbenb auf einer Äinbtaufe beftig gegen ba« rolje ©ebafjren berfelben ge= f prodjen tjatte. ("35er ©eifttiaje roar au« 2ßülfratt); audj ber 9tome Digitized by Google — 206 — wirb genannt, tfmt aber md&tÄ jur ©adj>e). 21(3 jte fo im bieten ©ebüfdfc bem Pfarrer auflauerten, gewahrten fte if>n enblidfj, aber nidf)t allein, fonbern begleitet von einer Sdjar glän^enber (Sngel. deiner roagte ftä) nun an ben (9otte£mann, ber oon bem 93orf)aben jener feine Stynung r)atte. 9ta$ einigen £agen trieb e3 einen ber Surften, bem Pfarrer ade* ju entbecfen, ber felbft erftaunt mar, bafe tym f)hnmlifdf>er ©ajufc $u teil geworben war. 156. $er wanbelnbe »aum. (Slberfelb.) 9Rünbli$. 3n ber Seef bei (Slberfelb mar einft ein Äned&t bei einem Sauern in $>ienft, ber oft mit einem tfjn beim pflügen begleitenben Saume fpreäjenb betroffen mürbe. 9tadjj belieben tonnte biefer Äneä^t audjj ba3 (Srfdjeinen einer grofeen Sln^a^l oon §unben, gröfdjen ober anberen Bieren bewirten. 157. S)q3 ftfyborf in «loerfelb. 3113 noa) bie Surg oon (Slberfelb ftonb, erlwb fiaj oor ber* felben, an ber Stelle beä heutigen ÄipborfS, eine 3Crt SDorf, toeläjea oon lauter ©djmteben bewohnt war. Son bem unauff)drlia)en jammern ober kippen berfelben erhielt bie ©trajie tyren tarnen, melden fie bi« ^eute beibehalten f>at. 158. dlberfribS iöappen. fiiefeflang, ©bnfelb« ©ef$i$U in ©«bieten, 6. 42. $a« SBappen ber ©tabt (Slberfelb toeift einen fiöroen mit $roei ©äjroeifen auf, reeller mit feiner £afee einen 9toft t)ält. @lf bauten fterjcn im ©df)ilbe$fuf}. — ®en SRofl nafym man ju (S^ren beS ^eiligen Saurenttud, be8 ©tabtpatronS, ber auf einem Stofte gebraten rourbe, in$ SBappen auf. — 9Bie ber fiöroe ber ßönig ber Xiere ift, fo tritt audf) gleiajfam ber $anbel, bem (Slberfelb feine 3ttad)t oerbanft, als ein ÄÖnig auf. $)ie elf bauten ftonben einft ben gretyerrn oon (Sloerfelb ju. 9tod> einer ©age nämli<$ beftegten bie Seroofmer fneftger ©egenb ein uon Dften fjer fommenbe« feinblia>3 Solf (nad(j anbern Angaben roaren e« bie ©ad&fen) elf* mal in ben fnejigen gelbern. Digitized by Google — 207 — 159. $a8 £eibeithau3 am $lot|c)en=Üköflel. ((Slberfetb.) 3n ber SRirfe, jioifd&en bcr SBiefenftrafje unb ber Unterführung ber früheren ^eintfd^en (Sifenbahn, ftonb biÄ oor etwa 15 fahren jenfeit« be« 9ftirferbadje« ein fehr alte« ffiohnhau«. (Sin formaler Steg führte an biefer ©teile über ben Söadj. $>a« §au« ^ieß allgemein im 93olf«munbe ba« §eibenhau« ober bie $eibenftrd>e. $)ort fotlen ehemal« Reiben gewohnt unb jtdf) mit ber Verfertigung oon $oljfdjuhen ober Slotfd&en — baher 33lotfdjen--8rögel — befafjt haben. — $>a« foH noa) im 12. gahrhunbert ber gatt gewefen fein. 160. $er 9tomme(3)mrt in dlberfelb. SRünbli#. 99i« oor furjem fprubelte au« ber SRauer, meldte ba« ehe-- malige 2Bülfing'fdje ©runbftüd gegen ben 9tommel«pütt ^in abfchlofe, eine Quelle ^eroor. 2tu« biefer OueUe mürben in (Slberfelb bie neugebornen Äinber geholt. 161. $a8 $wergenlod) bei (llberfelb. fiiefegang, Glbtrfclb» ®cfäi<$te in Gkbidjten, ©. 20. 3n ber Älufe bei (Slberfelb führte oor bem 35au ber 33ergifa> 9Karfifa)en ©ifenbahn oon ber Söupper au« ba« 3wergenlodf) in ben fleilen abbang be« $>öpper«berge« hinein. $ort mar ber (gingang jum 9tei(h ber Sdhmarjelfen ober 3wrge. Von bort au« befugten bie Keinen, mifjgefialteten, aber gutmütigen Söefen bi« in ben Slnfang be« gegenwärtigen gfafjrhunbert« r)incin bie Älufe unb lufhoanbelten im Schatten ber 33ud&en unb (Siajen, unterhielten Toofjt aud&, trofc ihre« fdjeuen ©harafter«, mit ben 9Jtenfd)en, roenn man ihnen reblia) begegnete, einen freunblidfjen S3erfer)r. S)enn biefe ©rbmänndfjen, bie in ben Spalten unb $öhlen ber 33erge 6$ä$e fammeln, präd)tige ©äffen fd&mieben unb herrlidfje ^aläfte bauen, oerjtanbeu fidj ganj gut mit ben Sttenfdjen, aua) al« im Söupperthale an bie Stelle be« ®arnb(eid&en« anbere S9efd)äftigungen getreten waren. 5lber al« bie (Sifenbaljn gebaut rourbe, fd&lug aud& bie Stunbe ber Keinen ßeute. Digitized by Google - 208 - 162. 2)0« 3»etg«tUif) am Sotp bei (Slbcrfelb. SRünbli$. 3n einem fleinen SBälbchen bei bem @ef)öft auf bem Dorp fanben fuh noch t>or wenigen fahren mehrere §öf)len unb Älüfte, welche güchfen unb anberem ffiilb $um miUfornmenen Aufenthalt bienten. S3on biegen Ölungen gefjt noch beute im SJolf bie Sage, fte feien ehemals von 3n>ergen bewohnt morben, welche ftcb bort unten prächtig eingerichtet Ratten unb in freunbfdjafttidjem 33erfef>r mit ben 3Renfcben ftanben. 3b*e unterirbifdjen ©änge führten bis jum Ärötelnfelb (jefet SBtUa Dunflenberg) unb münbeten im ÄeHer beS bortigen 33auernbaufeS. 163. Die goftle beim Motto. (Glberfelb.) 9Woriia>m«=2Balbbrityl, SJorjcit I, ©. 109. ©Iberfelb gegenüber liegt baä 3Slanb, baä wof)l älter fein mag als bie ©tabt. 3m 3Slanb lag unten an ber SBupper eine £öf)le, in welcher eljebem 3roerge Rauften. SMefe ftmvQt erfdjiienen mcf>t feiten ben SRenfcben unb zeichneten ftdt) burch ©auberfeit unb 2Bof)foerf>alten aus. 2lucb bulbeten fte nicht, bafj in ihrer 9täf)e eine unehrenhafte ^anblung begangen mürbe. 2tlS bie ©tabt (Slberfelb fchon bebeutenb angewaebfen mar, unb bie Heine ©chlucht bei ber $ör)Ce, meldte von hohen eichen beftonben mar, ben bürgern als willfommener ©pajiergang biente, begegnete man audt) bort nicht feiten ben fleinen Unterirbifchen. Manchmal fanben fich bort auch SiebeSpaare mit unreinen 2lbficbten ein. aber bie 3™^ge bulbeten baS 33orf)aben jener nicht, fonbern warfen bann regelmä&tg mit ©teiuen nach ihnen / fo bafe jie $u rafcher glucht genötigt mürben. $\\U§t roagte (ich niemanb mehr in unlauterer Slbftcbt in bie ©chlucht unb fo warb biefe von allem fehlten $olfe gemieben. 164. Der feftjefefcte ©robtan. ((Slberfelb.) ^aftor £). au« (Slberfelb ging einft nach Wülfrath. 3u einem §ol)tit>eg bei ber Seet traf er ben burch feine ©robbeit allgemein befannten Söülfrather 93oten unb fragte btefen, wieoiel Uhr es fei. Digitized by Google Digitized by Google Digitizeo by I — 209 — 2lj£ er, roie ntcf)t anberä gu erwarten, eine grobe, un$temltcf>e 2lut= roort erhielt, fefcte er if)n bur# einen 3rtc , löfte er itm roieber. Das foß bei bem Statute gefruchtet fjaben. 165. OreftfieOenber Sauer getötet. (Slberfelb.) Sribtng, Sagen, Str. 68. (Sin Sauer praßte einmal in einem sBirt8f)aufe, er fönne feftfteHen. (Sr erjagte mancherlei r»on biefer ßimft unb bemerfte unter anberem, ein geftgeftettter muffe oor Sonnenauf= ober Unters gang gelöft fein, fonft würbe er fd&roarj unb müffe fterben. Die 3uf)örer (aufarten ungläubig ben SBorten be$ Cannes. Da gellte jener einen Äarren, roeld&er eben an bem ftaufe r>ortiberfuf)r, feft. Der guf)rmann madjte bie oer$roetfeltften 2Inftrengungen , feinen 3ßagen oorroärtS ju bringen. 2We8 roar oergeblid). 3ulefct merfte er, roaS oorgegangen mar. 6r umfdjritt fein gufjrroerf unb fprac§: „Safe miä) loä im tarnen beS SaterS, be$ SofjneS unb be3 ^eiligen ©eifteä!" Da$ gefdjaf) au brei Stalen; aber ber sBagen ftanb nod) immer roie angewurzelt. 9iun ergriff er feine £acfe unb §er= fajlug eine (Speise in bem sJtabe, roelajeä grabe ber Sonne juge= fet)rt roar. 3n bemfelben Slugenblicf fiel ber Staun, reeller baS gut)rroerf gebannt t)atte/ in ber Söirtdftube tot jur @rbe. Sofort aber rourbe ba$ guljrroerf frei. 166. Dieb feftfteOen. ((Slberfelb.) Seibmg, Hr. S3. 3lm Saum bei (Slberfetb rooljnte ein Sauer, bem öfter 3ften Stargen. Der 9taä)bar liefe if)it loS; aber feiner Strafe entging ber Dieb ntd)t. 14 Digitized by Google — 210 - 167. Sie amftßeburt. ((Slberfelb.) SNünblidj. (Sin armes Söäuerlein in ber §afcenbecf befafc nur eine Äut). er fie eines XageS molf, gab jte 5« feinem gro&en (Srftaunen feine üftilch. @r ängftigte nun bie ßuh, unb als fie nach einiger 3eit falbte, tarn eine entfefclid&e Sflifjgeburt von 70 «Pfunb $u tage, welche tjorne einem ßalbe glich. 3In ©teile ber Hinterbeine aber ragten jroei Änochen wie ©töcfe empor. $er «Wann ftanb im ©eruch befpredt)en ju fönnen. 168. Söie ein 2>ie* entbeeft wirb. (Glberfelb.) ßeibing, 9lr. 6o. 5Jei einem Sauer oorm $olj würben einft ßleiber entroenbet. ®er 93erbadt)t, biefen ^)iebftat)t ausgeführt ju haben, (enfte fich junächft auf bie SKagb. 2US biefe baS merfte, fpradt) fte: „3$ roiH (Such ben wahren Später entbeefen Reifen ! " Sie nahm einen ©chlüffel, legte ihn in bie S3ibe( unb umwanb biefe fo feft mit einer ©dumr, bafj ber ©chlüffel nicht herausfallen fonnte. Die beiben @nben beS ©trtcfeS aber, an welkem bie Söibel ^ing^ banb fie an ben £ifdj unb an einen SRagel in ber Söanb. 9hm nannte fte bie tarnen fämtlicher 39eroof)ner beS $aufeS. (Sine Seile lag bie $Hbel ganj ruhig. 2US fte aber an ben fechten fam, breite ftch baS ^eilige 23uch tyxum. 3ftan hielt bei ihm ,§auSfuchuug unb fanb rotrfltch bie gefto^lenen (Saasen. 169. $er wsauberte #afe. ((Slberfelb.) 2luf ber ftohlftrafje bei (Slberfelb ging einft eine Slnjahl flinber in ben sBalb, um $olj ju fammeln. bereits hotten fie fchöue Jöünbel juf ammengetragen, als ptögliä) eins ber ßinber ftatt feines £>ol$eS einen £afen im 2lrm hielt, ber aber nadj funem 23efmnen in gewaltigen Säfeen baooneilte. Schnell liefen nun bie Alinber nach bem £>aufe einer alten Jrau in ber ^äfje, bie im D^ufc einer §ere ftanb. Tüefelbe roar nicht in ihrer £ütte anroefenb, fonbern begegnete ben ftinbern nach furjer %t\t auf einem oon ber Stabt jur flohlftraBe t)inauffür)renben SBege. Digitized by Google - 211 — 170. £emm als ©irt (Slberfelb.) SRtinblid). (53 tarn auroeilcn oor, bog am ,,£e?renbäumä)en'' ber ©dmap* oon ben burjttgen ©äften frü& oertilgt mar. ®ann bat §emm feine (Säfte, lief) ganj furje 3^it $u gebulben, beftieg einen fcbroar$en 3iegenbocf, ber burä) bie fiuft geflogen Farn, unb fe^rte in furjer 3eit mit neuem Vorrat jurücf. 171. getaut unb fein Wafibat. ((Slberfelb.) 9HünMi($. ©infl ftonb $emm am genfter feiner 2öofmflube, als ein 3fauf>bar, namens San SSenerftott, uorbetging. tiefer mar, ber bamaligen 3Robe gemäß, mit einer Samt=Äme^ofe, blauen Strümpfen unb fauber glänjenben ©dmtyen befleibet unb ftonb im Segriff, auf einem 9tod)barl)of einen 33efudj ju machen. $emm rief if)tn burä) baä geöffnete genfer l>öf)nifcb au: „3an, $)u tyätteft audj ©tiefei anhieben foden, benn nadjfyer roirft ®u in einen ©umpf geraten/' 3)a$ traf roirflid) ein unb 9B. irrte bid nadj 9JHtternacbt im ©umpf berum, in ben er bei jebem ©djritt bi$ ju ben Änieen einfanf. ©nblidj roieber auf feftem äöeg mar fein erfted, bei §emm ein ©las Branntwein ju trinfen, bei welcher ©elegen^eit ü)n $emm obenbrein tüchtig Räufelte. 172. Sie ©e^e auf ber JWflrafje. (©Iberfelb.) 2In einem Drte, ber oerfdjieben angegeben wirb (metft Äo^(= ftraße), roofmte eine alte grau mit it)rer (Snfelin. <£ined $age$ fireifte ein Säger in bem nafyen Söalbe untrer. $lbfclid) trat jene* TObeben ju if)m unb teilte u)tn mit, fte müßte ein $ßläfc<$en, roo ein großer £afe liege; fie wolle ilmt benfelben jeigen, aber nur unter ber Sebingung, baß er md)t barauf fließen motte. $er 3äger oerfprad) e3. $Da3 SRäbdjen führte ifm aisbann ju einem na^en ©efträudj, roo fid) ein fernerer ,§afe oerfiedt Inelt. ©einem 33erfprea>n juroiber erlrob ber Säger fajleunigft feine glinte, als ba$ 3Wäbdjen rief: „©roßmutter lauf!" roorauf ftä) ber §afe (barin fjatte fi<$ bie ©roßmutter oerroanbelt) mit großen ©prtingen entfernte. Digitized by VjOO^Ic — 212 - 173. $er bcrwanbelte SBouer. (ßlberfelb.) 3tuf bem Äaternberge bei ©Iberfelb, unb §war bort, wo bic alte 6d)u(e jleht, lebte am @nbe be« porigen ftahrhunbert« ein ©auer, meiner mit feiner oertrüppelten ©eftalt unb feinen böfen äugen ein gar unheimlicher ©efelle mar. Obgleich er im Seftfc eine« frönen £ofe« mar, ftahl er boch gern. «Namentlich oerleitete i^n feine §abfudf)t mteberholt ju SBalbfreoeln in bem nach bem Battenberg ju fich hi^iehenben Jgafenberg. Slam ihm jemanb hinter feine ©pifcbübereien unb wollte ihn bingfeft machen, fo oertoanbelte er fia) in einen £afen. (Sinft fchofe man auf ihn, als er ficf> gcrabe in einen §afen oertoanbelt ^atte. $)a ftiefe er einen fürchterlichen ©d&rei au« unb nahm feine menfdjliche ©eftalt fofort wteber an. <5r hotte nur eine geringe SRerwunbung baoongetragen, liefe aber oon ber 3"t an ba« kaufen. 174. Sie @d)atoräber auf bem Giißelnpcrg.. (ßlberfelb.) 2lm @nbe be« oorigen 3ahrhunbert« mar ber heutige <§£er$iers plafc auf bem (Sngelnberg noch eine SBüftenei, burch reelle ftch ei l fchmaler 2Beg jutn Dpfwf Inn 3^- Stalfftein trat überall jutage, unb oiele göfjlen unb Klüfte befanben fid) in bemfetben, bem ®ieb«gefinbel für fich unb feine teilte willfommene Schlupfe minfel barbietenb, fo bafc fidr) in (Slberfelb ba« Sprüd>wort bilbete: Et get dem Kngelnberg herop ort ift in einer eifernen Stifte ein großer Schaß oergraben. 2luf biefer Äijte liegt eine gewaltige Jtröte ala SBädftertn, welche burd) ba$ unheimliche geuer ihrer Stugen unb geheimniSooHeä ©e= fumme alle fernhält, welche e£ roagen wollen, fich beS Schaße« ju bemächtigen. 176. $er Sdja* im *8albe. (@lberfelb.) 9HimbUc$. @in Xeil ber großen Söälber, welche ehemals weftlich oon ber ©ren$e bei (Slberfelb lagen, gehörte ber auch iefct noch ©ort begüterten gamilie ßipfeu. @ined £age3 hatten ^roei grauen, eine alte unb eine junge, bort im SBalbe £ol$ gelefen. Schwer belaben mit ihren ^teifigwellen gingen beibe grauen burdj ben SBalb. Pölich geroahrte bie jüngere ben §enfel eines ©efäfteä, welcher au« ber (Srbe hervorragte. Sie roarf fdjnett ihr öünbel auf bie (Srbe unb oerfuchte, baä ©efäjj ju heben. 2lber alle Slnftrengungen waren oergeblich. $>a ftecfte fie ein Stäbchen in bie (Srbe unb eilte fchnell \)t\\\\, um £ilfe $u holen. 2113 fie mit ihren Begleitern roieber ju ber Stelle fam, roar ber §enfel oerfchrounben. §ätte fie ihren £olsfcf)uh unter ben £enfel gefchoben, fo hätte fie ben Schaß heben tonnen. 177. $er Sehatj auf ber Söetbe. (©Iberfelb.) 9Jtünb[ic$. {W. öergl. 9ir. 175.) bitten auf ber $ur Jpül^bcrf gehörenben Söeibe, roelche einen Reiten §ügelf)ang bebecft, ftefjt eine oerfrüppelte SBeibe, unter welcher (ich eine Jtuhtränfe befinbet. ®ort ift ein großer Schaß Digitized by Google — 214 — in einem eifernen Steffel ©ergraben. $>erfelbe wirb an jebem 3of)anni8tag, unb jtoar am 9tod)mittage, ftd&tbar. 2Benn man bann ein Keffer über ben Äeffel wirft, ift man §err beS ©djafceä. (Stnft f$ob ein Surfdje feinen £ol$fä)uf) unter ben $enfel beä Äeffelä, aber berfelbe brad) mitten entjroet, unb ber ©djafc oerfanf in bie $tefe. 178. $er Srfjatj im 2öetbenf)of *u ßlberfelb. 3Rünbli$. Sange 3a^re roar ba8 ntymliajft befannte §ötel sBeibenlrof im öeftfee ber gamilie Sloem. @in 33orfaljre berfelben foH fidj ber ©age jufolge errängt f)aben. Storker jebodj foll er einen Steffel mit ©olb unb ©djäfcen im ©arten be« SBeibenfjof ©ergraben fyxben. liefen ©djafc tyütet feitbem ein fd)roar^er £unb, ber feine gtutjenbe 3un9e weit au$ bem .§alfe ftreeft. ®er 93eftfeer be3 SÖeibenfyof Ijatte früher feinen eigenen ©ärtner. Neffen Xodjter trug einft jur 9Jtittag8jeit ifjrem $ater ba« @ffen $u. £>a gewahrte fte plöfeliä) ben $unb mit ber feurigen 3unge. ©ie erfdjraf fo gewaltig, ba& fic jufammenbraä) unb in eine tiefe Df)nmad)t fiel. 211$ ber Skter längere Seit oergebliä) auf fein SWittageffen geroartet f)atte, machte er jid) auf bie ©ucfje unb fanb balb feine Xoäjter, roelajer aud) naä) einiger 3«t ba£ Seroufjtfein jurüdfefjrte. ©ie erjagte ifnu nun afleä, roa« iljr begegnet roar. 179. din mmtn wirb ton tjrem Verlobten als ötabr gequält. ((Slberfelb.) Stünblidj. 3n ber SRälje von (Slberfelb lebte am ©nbe beS oorigen unb am Anfange biefe« ^|at)r^unbert^ ein junget 9fläbd)en auf einem größeren ©efröft, bad mit einem Surften au« berfelben ©egenb oerlobt roar. (Sineä Sage* tanjte biefeS TObäjen mit feinem «erlobten fo leibenfd&aftlidj, bafe ber ©aproeife felbft ben ©penjer (eine auä grünem £uaj oerfertigte unb mit grüner ©eibe einge- faßte 3acfe, roeld&e bamals getragen rourbe) burd&brang. (Sine heftige ©rfältung roar bie golge ; unb au« biefer entroicfelte |id) bie ©djroinbfudjt. £aS Sttäbdjen rourbe immer elenber unb f)in; Digitized by Google — 215 — falliger. 2lber baä gröfete (Slenb würbe if>r burd) allnächtliches s]}ia^rrcttcn oerurfacfct. 3hre SSerwanbten, namentlich eine ©djwefter, waren feft überzeugt, baS fönne nur ber Verlobte oerurfadjen, ber trofc be« natjenben Xobe« noch ec)e(ic^ mit bem Sfläbdjen oer- bunben werben wollte. 9U3 ber 3ammer immer gröfjer mürbe, bat enblia) bie ©djwefter bie Xotfranfe, ihr alle Slnbenfen an ben Verlobten au«juhänbigen. $amit ging fie ju lefcterem, übergab fte i^m unb bat um ftüctgabe ber oon ber ©cfcwefter erhaltenen ®e[dhenfe. Sange mar ber junge 3Jlann t>icrgu nicht $u bewegen; als man ihm aber enblid) bie dualen ber Seibenben oorftellte, uerftanb er fidj wiberflrebenb baju. 33on ber ty'xt an würbe bie tfranfe nict)t mehr oon ber SJtohr behelligt unb entfa)lief balb barauf tauft unb ruhig. 180. Starter @*neffaD. (Glberfelb.) 9Hünbli($. 3n ber $)orfftrafje (am Arrenberg) gu (Slberfelb ftefjt ein alteä $äuäd)cn, welche« im ftahre 1 oon einem tetypaat tarnen« 9tofpe bewohnt würbe. (Sin 9tocbfomme biefe« ^aareS erzählte JolgenbeS : 6$ war im SÖinter beS genannten 3ahre3 einmal fet)r tiefer @a)nee gefallen. Sil« ber 9Jtonn am borgen erwachte, oermeinte er, es wäre an ber $t\t, aufeuftehen. $a e8 aber noch fc^r bunfel war, legte man ftch ruhig auf ba& anbere Dhr unb fchlief weiter. 211« bie grau enblich nach längerer %eit aufjknb, fanb e$ ftch, bafe ber Wittag nicht mehr fern war. £er ©d)nee hatte ba$ §äu«chen ganj eingehüllt. 181. 3u $ob gehungert. (@lberfelb.) 3n ber CueHenftrafee 311 (Slberfelb fleht im ©chatten einer hod)mipfligen Sinbe ein alte« £au8. 2ln ber SRücffeite ift ein fapellenartiger ©rfer angebaut, ber bis $um $Dacr>firft aufgeführt ift. ©ewaltige ®ifenftäbe oerwahren bie Keinen Jenfter. £ier foH nadh e"ier no$ umlaufenben ©age jemanb eingefperrt worben unb oerfmngert fein. Digitized by Google — 216 — 182. ©er Gtalgenbaum auf ber ©orbt bei Glberfelb. 2Httnbli$. ©er etujelne Saum mitten im gelbe oberhalb beS ©HerftifteS ift ber alte ©algenbaum. ©ort fott julefet ein 3unge au« Unter= barmen aufgefnüpft roorben fein, ber ©ofm einer 2Bitroe, roeil er einige ©arnftränge geflogen batte. 183. $rafl örümtiß. ((Slberfelb.) Stefegang, @b., (SlberfclbS ©efötc^te in ©ebbten. Urfprüngl. Quelle ift ber fä$ftfc$e ®ef$i<$t3företber 2Btttefinb8, ftc^e 9Haibom Script. R. S. p. IG. ©er erfte ©ebieter (SlberfelbS, im Anfang beS 10. ^abr* bunberts, foü ©roft Brüning geroefen fein, ©er fa1)lxe\ä) 3ogen bie granfen gegen ©Iberfelb beran, unb als ©roft Brüning am früben borgen jutn £urm feiner Surg empor flieg, um Umfdwu ju balten, ba fat) er ba3 tyUt Klinten unb Sölden ber SBaffen ber geinbe, bie oom sBefien bureb ben engen ©ebirgäpafj in fdner 5at)l= lofen Reiben beranrüeften. 3" a^er (Sile fanbte er SBoten ju ben greunben im Dften, lieft bie Xijovt oerrammeln unb bie 3Hann- fdmften auf bie dauern treten. SJHttlerroeüe rücfte ber geinb unaufbaltfam oor unb erfdjien balb oor ber 33urg. ©aS ^fabl= toerf bielt feinem ungeftümen Vorbringen feinen Stanb; aud) bie ©räbett waren oon ben granfen balb burd&fdjroommen, unb überall t>erfud)ten fte, bie dauern ju erfteigen 3lber mit blutigen Stopfen mürben fie jurüdgetrieben ^mrner mieber oerfudjten fie furd&tloS oorjubringen. 3lber all iljr $elbenmut mar oergeblidj; bie $urg= befafeung mar auf ibrem Soften, unb balb türmte ftd) ein b°ber ^li>aa oon granfenleicben um bie 23urg berum auf. ©te Über* tebenben fabeu bas Wufclofe ibres SeginnenS ein unb ftiirmten in milber SSut baS ©täbtdjen. ©aS mar feine grofje £elbentl)at, beim bie fa)ioad)en ©tabtmauern boten nur geringen SÖiberftanb. Digitized by Google — 217 — $ofl geredeten 3°™e$ fab $roft Brüning von ber nafyen 8urg aud biefem fdjänblidjen treiben ber granfen ju. Unb faum roaren fie abgezogen, aU er irrten nad&etlte unb in tyrem Sanbe Vergeltung übte. Sange litten bie Sanbfirid&e unter ben rofjen Jeljben, bis enblia) ber Äaifer (Sinfyalt gebot unb naä) ©teele eine Söerfammlung berief, ben Streit $u fdjlicbten. $)ort erfä)ienen oiele 5urftcn/ ©rafen, bitter unb Herren. 2tud& ©bewarb unb Brüning fteHten fta) ein. $a ba8 SReajt aroifdjen beiben auf gütlichem SBege nid&t gefunben mürbe, mufete ein ©otteäurteil entleiben. $)ie grimmen ©egner jogen ba$ ©djroert unb brangen f)art auf einanber ein. Sange tobte ber ffampf, bis enblta) Xroft Brüning feinen geinb burä) einen ferneren ©djlag ju ©oben ftreefte. $)a erfannte ifm ber (Sentgraf als ©ieger an unb fein @rbe als fömgliäjea Seijen. ^oettfdj bearbeitet in bem oben anaefityrten SBert, ®. 78. 184. Hermann, erfter Snnaf! öoit Glberfelb. l'iefegang, (Slberfelb« Wef^it^te in ©ebbten. 3m s3Wittclpuafte ©Iberfetbö erbob ftaj in ben frür)eften 3eiten eine fefte 93urg, uon einer ftarfen ^flauer unb mehrfachem (Kraben umfdnrmt. £ort Raufte §ermann als Surgberr. (Sr erhob uon ben oorübergetjenben Maufleuten ©chufcgelber. So fonnte er forg* lo3 leben. 2lber fein ©ut roanbte er jum Segen ber ganjen ©egenb an ; er liefe ^ege anlegen, 2Bälber listen, (Sümpfe troefnen unb Käufer aufführen, $refflicheä 33iet) nährten bamalS bie Siefen be3 ©uppertbaleä, unb Butter unb ßäfe oon bort waren weit unb breit berühmt. 185. Sie ^re&burg, (©iberfelb.) Siefegang, (Slberfclb« @ef$i$te in @ebi<§ten. (Sin öruber beä £nnaften uon ©Iberfelb t)atte weiter ober= halb am 3Hirferbach bie fefte ^refeburg inne. @r roar ein fä)limmer ©efefle, ber feinen 5ftenfchen ocrfdpnte, felbft be8 leiblichen 23ruber3 nicht, gaft allnächtlich jog er mit feinen ©enoffen auf Maub unb SBranb fnnauS. 6old)e #rer»el empörten ben S3ruber; er fammelte feine SebnSmänner um ftcb unb belagerte bie $}urg be3 93ruberS. $ie ^Belagerten würben immer mehr in bie @nge getrieben unb balb lobte bie glamme in ber $urg l)od) empor. 9toch einmal fudjte Digitized by Google — 218 — bcr Verwegene feine Änecbte ju fühner Xfjat gu begeiftern. (Sr fchlug fich tapfer bis $um Bruber bureb; bodfj beffen gute« ©djroert fällt ben Böferoicht. $)och nun überfallt ben ©nnaften bie SReue, baß er ben Bruber, ber allerbingS immer fein grinb mar, erfragen l)at. 3"? Süt)nung beS BrubermorbeS 30g er jum heiligen Sanbe, feljrte aber nimmer roieber. teilte Äunbe oernabm fein bange ban*nbe3 SBeib. @r blieb oerfcbollen. 186. ©raf Slbolf V. (III.) Don »era, unb «rnolb öon Glberfelb. 3laäf fiiefegang, Glberfelbö Wefdjitye in «ebbten. 3u ber 3«*/ n ^^itipp oon Schwaben unb Otto IV. unfer Baterlanb, namentlich aber ben Weberrbeiu, fefnoer fdjäbigte, lebte 3Ibolf V. (III.) als ©raf oon Berg, ©r r>ie(t es mit Äaifer Otto, als bie ÄriegSgreuel auch feinem i'attbe ben ^rieben nahmen. Unter feinen geinben roar 2Irnolb, 2)miaft oon ©Iberfelb, ber gröjjte greoler. Seine Burg an ber Wupper mar ein fefteS *Räuberfcblofe, roo fich beS bitter* Spiefegefellen ficher wähnten. $)ort Raufte fich bie reiche Beute ber oielen 9iaubaüge immer mehr an. SBeit unb breit mar niemanb fieber oor ben Überfällen biefer Banbe. Stäbte, Surgen unb tflöfter mürben fcbamloS ausgeraubt, bem Kaufmann feine ©üter entrifjen unb ber Sanbmann um ben Sohn feines faueren SdjroeifeeS gebracht. ©inft brang ju näa)t'ger $ßeile Slrnolb mit feinen @cnoffcn auf einem feiner 9toubjüge bis Xortmunb oor. $n ber Burg $u £ortmunb, im trauten ®emacf), roeilte ber Befifcer mit feinem ©emaf)l unb bem fleinen Söhnten, als bie Flotte ins Sd>lofe brach, allen ooran 2lrnolb. sJ)ftt teujlifcher ßuft burchbohrte er ben kleinen unb roarf bie juefenbe deiche ber Butter ju. $)aun liefe er bie ©Regatten auf bem Bett feftbinben unb roarf bie Branbs facfel in bie Burg, bie nun balb in Scfjutt unb krümmer fanf. Xann 30g man, mit Beute fdjroer belaben, bem SBupperftranbe ju. ßaum hatte ber eble ©raf Slbolf oon biefer Scbanbtljat feines SehnSmanneS Äunbe erhalten, als er feine Mannen aus bem Kriege heimroärts führte, £tnter feinen feften Burgmauern glaubte aber sJlniolb bem Fächer £ro|j bieten 511 tonnen. §öfmifcb würbe ber oon 2lbolf entfanbte £erolb, ber ben UMffetfjäter jur Übergabe ber Burg aufforberte, abgeroiefen, unb ber ftampf mufete entfeheiben. s)cacf}bem Slmolb oor ben dauern ber Burg eine 9tieberlage er* Digitized by Google - 219 — litten f)atte, flüdjtete er fidj hinter feine ftarfen dauern unb botyen 2Bäfle. &ie Selagerer aber warfen bie «öranbfadel tjinein unb batb ftonb bie SBurg in (obernben flammen. £)er r)of)e £urm ftür^te fracbenb $ufammen; aber aU ben Särm übertönte bie «Stimme beS ©rafen 2lbolf, ber bie ©einen jum Sturm aufforberte. $a fanf 2lrnolb8 trogiger 2Rut unb er bat ben erzürnten SanbeSberrn um ©nabe, gelobenb, bad Rauben fernerhin einzufallen. £er ©raf liefe ©nabe für Stecht ergeben. Slrnolb mufete (Srfafe ge= währen, wo er geraubt, bie 5lufeeuwälle feiner 93urg breäjen unb geloben, fortan nidjt me^r bie SRulje be3 SanbeS ju ftöven. £>odj Slrnolb braa) ben beiligen ©ib. 3n ber ©djladjt oon SBeftUngen, au£ ber ßönig Otto, unb mit if>m ©raf 2lbolf, als 6ieger ^eroorging, fämpfte 2lrnolb gegen feinen grofemütigeu fianbeSbeim. $)afür würbe er oon biefem jur £aft in Seulberg oerurteilt. £ange fdjon fafe Slrnolb in tiefer Trauer im fterfer, als er bie ßunbe oernabm, bafe geinbe raubenb unb brennenb feine §eimat burd^jbgen unb felbfi feinem ©d)lofe gefäbrliä) ju werben brobten. ®a liefe ber ©raf ben ©efejTelteu sieben, ber balb feinem fianbe SRutje fd)affte. ®od) bann fer)rtc er jurücf unb fhflte fid) bem ©rafen ju weiterer $aft, getreu bem gegebenen SBorte. greunbltd) empfing ir)n ber ©raf, oerjieb jebe ©d)ulb unb liefe tyn in bie £eimat jurüeffebren, ber foldjer £ulb [vfy in 3ufmift würbig erwies, bis er in einer gef)be mit bem Offener Stift ben $elbeutob fanb. ^Joetifö bearbeitet bon Sauer, bie 3Bupber ic. «. 3« ; SJlontanu«, 3Jorjer Eilige 8aurenttu§. ((Slberfelb.) 2Httnblia). £>ie ©tabt ©Iberfelb fütjrt ben Sergifcben 2öwen nebft einem sJloft im SBappen. £en SRoft nat)m bie ©tabt jur ©rinnerung an ben Sflärtorcr Laurentius au, welcher ber frommen ©age nad) auf einem SRofte gebraten worben fein foH. $abet foH er ausgerufen baben: „Up be ene ©it fe edt gar, breit meef beröm!" 188. $er ©oimenbrunnen in Sonnborn. SRünbÜdj. $er alte, nodj beute beamtete ©onnenbrunnen bei ©onuborn foü* ju ber 3*it, als unfere SBorfabren nod) Reiben waren, bem SBuotan geheiligt geroefen fein. Neugeborene Äinber würben in Digitized by Google — 220 — biefen Brunnen getauft, bem man ©unbermirfungen §ufd)rieb. ftranfe genafen von ibrem Übet burdj ba8 SBaffer. 9Cud^ Ijeute nodfo f abreibt man bem sBaffer oielfadfj §eilfraft ju. ^oetif* bearbeitet in: fiiefeaana, ©IberfelbS ®efa)ta)te in®ebicbten. 189. $et STartcnfpieler non Sonnborn. SWünblid?. Xa, wo bie Wattige Sinbenallee, weldje jum Rittergut £ammerftein fübrt, an bie ßanbftrafee ftöfet, ftefjt ein altes $au£$eit, in roeldjem bi£ oor tüajt langer 3e^ e"ie ^Öirtfc^aft betrieben mürbe. 2>iefe s2Birtfa^aft war weit unb breit berüfjmt, weil bort immer bis tief in bie 9Jadj>t Innern Äarte gefpielt rourbe. 6ine3 2lbenb3 fafe roieber eine fleine ©efellfd&aft bort, eifrig bem gewohnten i'after fröfmenb. S)a trat ein unbekannter ©aft Ijerein unb gefeilte ftdj $u ben Spielern, ^ad^bem man einige 3eit gefpielt, bemerkte ber Unbekannte, ob man fid^ nidjt einen @d)crj erlauben roolle unb aufeben, roen suerft ber xeufel friege. 2lfle waren einoerftanben, unb man fpielte weiter. 9iadj einiger 3eit entfiel einem ber Spieler eine flarte, unb als er ftd) büdte, um biefelbe aufeuuefjmen, fat) er ju feinem (Sntfefeen, bafe ber grembe einen ^ferbefufe batte, alfo ber leibhaftige ©ottfeibeiunS fein muffe, tfaum fyatte er biefe 93eobadjtung gemalt, al£ ber Teufel bur$ ba* genfer entwidf). 190. Ter Rotenberg bei ©onnbont. öenber, Xtv 3|enberg, 3. «uft. ©. 83. ßurj oorljer, er)e fidj bie Wupper in fd^arfer Sßenbung weftlidd com $orfe ©onnbom naa) ©üben wenbet, erbebt fid) fdjroff unb fteil ber Rotenberg. $)ort foH im fogenannten 3fenbergifd>en 6rbs folgefrieg, welker oon 1230 — 1243 wäljrte, jwifdjen ben Warfanern unb ben 23ergifd)cn (lefetere unter ifyrem (trafen £einridj) eine geroaltige ©d&ladfit gefa)lagen worben fein unb jwar im 3af)re 1232, weldje $u ungunften ber Warfaner entfliehen würbe. Segen ber Bielen bort @rfa)lagenen empfing ber SJerg feinen nodf> gebräudjlid&en Tanten „Rotenberg". ^oetifrt) bearbeitet in Sicfegang, Glberfelb« ®efrt)ta?tc in Öebia)ten. Digitized by Google — 221 — 191. Die fcrnwrbuna bcr Gebrftber fcnwlb. (Mörsbach.) Unterhalb bcr Crtfchaft Mörsbach im gleichnamigen 93achtf)al bei SRemfcheib beftnbet ftd^ an bem fdjroffen öerghang ein Ouett, bet im 93olfämunb allgemein „§öttepött" (= §üte bidj oor bem ^ütt) genannt roirb. Hn biefem Quell foUcn bie ©ebrüber ©roalb (bcr fd^roarae unb ber roeifje (groalb), als ftc unfern Vorfahren baS (Stjangelium wrfünbigen wollten, erfdjlagen roorben fein. $)ie $ftörber warfen bie Seichname in ben nahen Wörsbach- tiefer führte ftc jur SBupper ^inab. 21(3 ftc aber bis jum 9lf)ein ge* trieben waren, fchwammen ftc wunberbarerweife ben ©trom hinauf unb würben in Äöln gelanbet, wo ftc auch tr)re SRuheftätte fanben. 192. Die tierfunfene 9Rül>leitachfe. (Wörsbach.) SRünbU#. Oberhalb ber Ortfdjaft Wörsbach sieht fid) ein 93anben (naffc SBiefe) bic X^alfdjluajt nach 33ieringt)aufen f)inan. 3n biefem öanben r)at einji eine Wüblenadjfe gelegen, welche heute niemanb mehr aufaufinben uermag. $>er ©eift beS einfügen 39efi|jerS fudjt ebenfalls allnächtlich nach ber fdjweren Wühlenachfe unb fann fein beffereS SRefultat erzielen, als bic Wenföen. 193. Der $ul*erturm in SttorSbatf). 3n ber faft auSfchlie&lich t>on ©ereifern unb $ammerfdjmieben bewohnten Drtfchaft Wörsbach bei 9temfd)eib jtef)t ein merfwürbigeS §auS, beffen Bauart ein ziemlich r)ol)eö 2tlter oerrät. Wan nennt cS allgemein ben ^uloerturm. Xort fotten bic ©rafen oon Serg ir>r s$uloer aufbewahrt haben. 194. Sic 8werge au Wüngftcn. SRemfdjetbcr ©etuSln)., Januar 1894. 2lucty münblicty. Unterhalb Wüngften befinben ftd) in ben fchroffen gelfen beS redeten SBupperuferS einige tiefe £öcher, bie fd^on bie gragen manches wißbegierigen ©anbererS Vorgerufen h«&en. Diefe «einen §of)len werben noch heute im SßolfSmunbe bie „3wergem löcher" genannt. Digitized by Google - 222 — (Sinft tarn um bie mitternächtige Stunbe ein £ammerfdhmieb in angeheitertem 3uftanbe be3 2Bege3, alä er in ber ©egenb ber Sroergenlödjer ein ^elled Sachen unb Sauden oernahm. SBerrounbert bleibt er fielen unb geroahrt im fdnmmembeu 3Ronblidjt niebliche 3merge, rote fie jroifd)en gelfen unb 93aumftämmen ihr necfifdjeS Spiel treiben. Einige werfen ihre langen 3ipfe^m"^u w bit Suft unb jubeleu laut, roenn e£ ihnen gelingt, biefelben mit einem filbemen Stäbchen roieber aufzufangen, ^löfclich aber oerfehrt fid) bic übermütige greube in 2Bef)fIagen. (Sinem etroaä ungefdneften 3roerglein ift bie 3Rüfee l)inabgefallen in bie tief unten raufchenben gluten ber SBupper. ßilig ftürjen alle 3Ränncf)en ^inab $um Ufer unb beobachten mit ©ntfefcen, roie baä flleinob oou ben SBellen roeggeriffen roirb. Unfern gutherzigen $ammerfchmieb erfafet ein red)te3 sJKitleib. ©r tritt Ijinab in ben 5?rciö ber &wtXQe, bie ob feinet 2lnblide3 f)öd)Ud) erfdjrecfen, jebodj ftd> balb beruhigen, als er erflärt, ihr Reifer fein $u motten. Ungeachtet ber najfen güfje fdjreitet er in bie Söupper hinein unb holt unter allgemeinem 3ubel ber Keinen Sufdjauer bie 3ipfclmü^e tyroox unb überreicht jie bem überglürflichen %roeTQt. £)ann eilt er nadj §<*ufe, ftellt, roeil er in ber früheften Stunbe be£ nädjften $age* an bie brängenbe Strbett miß, ba8 SWoheifen an ben StmboS unb legt ftdr) jur SRuhe. 2Bie grofe aber ift fein ©rftouneu, als er am anbern borgen bei feinem ©intritt in ben Jammer auftatt beS SHohetfenS ben blanfften fchönften Stahl oorfinbet. $)a$ Söunber roieberholte ftd> in ben folgenben dächten, unb au« bem armen £ammerfd)mieb rourbe balb ber iuol)lhabenbfte Wann in ganj 9iemfcheib. Mein bie Steugierbe quälte ihn immer mehr, bem ©etjeimnia auf bie Spur ju fommen. @r oerfteefte fid) bedr)a(b am Slbenb hinter bem ^ölafebalg. Salb hörte er ein $arte*> ©eräufa) au ber Xl)ür unb herein bufd)t im hatten Schein einer filbemen £ampe ber bekannte 3">erg. $ammerfchmteb mujjte an ftch ha^en/ um nidjt bei ben brolligen öeroegungen be3 mit ber 3ipfetmfi$e gefdmiüdteu 3anfbarfeit nicht hinter bem treuen Sroerge jurürfbleiben. s#on bem gefdjicfteften Digitized by Google m — Sdmeiber beä Sanbeä tagt er ein golbgeftitfte* 2Bäm*lein anfertigen, roeldje* er am Slbenb forgfältig ©erpatft auf ba* (Sifen legt. ©a* TOnnlein fommt, öffnet belmtfam ba* ^ßätfdjen, unb fein 2luge leuchtet oor greube beim Public! be* glänjenben flleibe*. ©d)nell §iefyt e* fein graue* 9tebelmänteld&en au* unb oertaufdjt e* mit bem neuen ©eioanbe. tiefes gefaßt ifmt fo gut, bafc er aufruft: „2Bat bruft en 3onfer te fd&lipen, be en ruaben Sftocf antyett?" Seit ber Qtxi ift e* nidjt mefjr gefefjen toorben. ^Joetifa; bearbeitet öon Sauer, Sie ©Upper, 6. 46. «. ©telter, «u« ©ef<$ic$te unb ©age, 2. Stufl ©. 3. 195. ©te ©ruttenburg bei Wtififten. Solinger 3eitung. ©ort, roo nun ba* Solinger SBafiertoerf ftdj befinbet, lag früher bie ©runenburg, ©ronnenburg ober aud& ©rüneburg, ein $of, ber lange 3ei* reformierten Äir<$engemeinbe in 9tobe= oormtoalb gehörte, ©ie ©age berietet jebod) ganj anber*. ©ie metbet, ba& bort früher eine 33urg geftonben babe, beren Capelle fidj an ber 9lorbfeite be* 33adje3 erljob. SJetooljner ber 33urg mar ein %u\\Ut von Dplaben ober £elf)aufen, melier aud) an bem erften ßreujjug nad) bem ^eiligen Sanbe teilnahm, ©er lefcte abiige Serootyner ber ©runenburg trat ju 9tobeoortmoalb in* Älofter, beffen 2H>t fein Df)eim mar. ©iefem Älofter oermadjte er aud) feine 93urg mit ben gugebörigen Sänbereien. 1%. ©a* tetbnifdje $ufcdjen ju SBurß a. 2öupper. b. Oering, ®eföi$te ber Surgen, IX, 50. Unroeit be* alten bergifd)en fteftbenjfdjfoffe* ju S3urg an ber Söupper befinbet ftd) ein fleiner üueH, oom 23olf allgemein at* „l)etbnifd)e* pitjdjen" bejeidmet. ©er ©age nad) mar biefe Quelle fdjon unfern fjeibnif djen SBorfa&ren fo tjeilig, bafe fie if>re Äinber in ben Quell taudjten. 197. ©te alte «uro. bei »uro, an ber Söu^er. 3. Siefer, 9fl0nat$ftt}uft bcS »ergifa)en ©eftt>ia)ifc«erein3 II, 55. 9todj ben Mitteilungen alter Öeute in Söurg foll luer in früheren 3*iten eine 33urg geftonben ^aben. 2lber bie jöeroofmer berfelben ftonben mit ben ©rafen auf ber Dberburg auf Jlrieg*fufe unb mürben enbltd) oon biefem überroältigt unb oertrieben, ©ie 8urg oerfiel fpäter. Digitized by Google - 224 — 198. 2erfammlung in ber 93urg ab. 2lla bie Schöffen um u)n oerfammelt waren, trat @ngelbreä)t oom ©olbenberg auf unb befdmlbtgte ben anroefenbeu ©Höffen SRitter ©erwarb oon ©teinbad) be3 s3)torbc5 unb SBerrateä; er böbe ben bitter ©erladj oon ©a>roen im ©djroelmer 2Balbe beimlidj überfallen unb meu$ling$ erfragen. 33otI ©rimm ertyob fid) ber alfo £}efd)ulbigte, mied bie Auflage mit (Sntrüftung jurücf mit ber SBerfidfjerung, feinen ©egner im efjrlidjen Broeifampf bejiegt ju f)öben. Slber ber Äläger führte, altem 93raudj entfpredjenb, feine $e\x$tn oor, meldte feine 2lusfagen befdjrooren. £ie golge mar, bafe ©erwarb ber belästigten 33erbred)ern für fdjulbig erflärt unb in bie 2ldf)t getrau rourbe. 3m böd)ften 3om fdnoang er jt$ auf fein 9106, «abm ©djilb unb ©peer unb forberte ©ngelbrec^t $um 3^eifampf auf. tiefer aber oerroeigerte ben $ampf mit einem ©eäd)teten. $a rief ©erl)arb oott Höcrjrociflung au$: „bleibt mir benn fein Littel, 3b* Herren, meine Unfdmlb oor @ud) ju erroeifen, fo ruf ia; ba3 3eu9»^ ©otteä felber an!" Dann fprengte er fyart an ben 9ianb ber ^elSroanb, gab bem jäf) auf* bäumeuben Stoffe bie ©poren unb jtürjte in bie Siefe tynab. 2We5 brängte ftdj an ben Slbgrunb, in ber ©ennfebeit, $ofj unb Leiter unten §erfd)mettert ju feben. Slber ber mutige bitter fafe roobl* bebalten auf feinem 9?o&, ba3 eben bie SBeHen ber Wupper oerliefj. £od> t)iclt ber ßübne ©d)ilb unb ©peer in ber ,§anb. $on bem SBergbang aber ftürjten nod) ©teine unb ©eröll in bie Stiefe. 2luf bem jenfeitigen Ufer manbte fid) ber bitter um unb rief, auf feinen $fab beutenb: ,,©o mag, roaS bort grünet, oerborren unb nimmer bort ein $alm fpriefeen, auf bafe ein ewiges 9Ral bleibe jum ©e-- bädjtniS, roie ©Ott bie Unfdmlb errettet!" £a§ SBort erfüllte fid), unb bis beute roädjft an jener ©teile roeber ©traud) nod) ©ra3. Digitized by Google 225 - 199. $er ftofenritter. (39urg an ber SBupper.) SRontanu«, Storjctt, I, 117. ©d^on in jartcr 3u9cnD roar ^rmgarb, bie einzige Xodjter be& ©rafen 2lbolf oon S3erg, bem ©ohne feine* greunbeS unb ftampfe&genoffen Sßatram oon Himburg, £einrid) mit tarnen, oer-- lobt roorben. 3u männlichen ^a^ren gefommen, eilte ©raf Heinrich, ber oiel WühmenStoerte« von bet ^o^en ©djönheit unb ben eblen Xugenben ^rmgorbö oernommen, unter frembem tarnen nad) ©d)loi$ Neuenbürg an ber Supper. ©tatt be3 ßimburger Sötoen fchmücfte eine Wofe fein Söappen. 33eim erften begegnen entbrannten bie §er$en 3rmgarb& unb §einrichä in heftiger Siebe ju einanber. 2lber aU bie ^olbe Srmgarb ben Warnen be« Witter«, ber ftch oon Wofen nannte, erfuhr, rourbe if)re ©eele von tiefem 2Seh erfüllt, war fie bod) bie oerlobte Sraut ©einriß oon Himburg. 5ln einem frühen borgen trat ©raf Heinrich in ben ©arten ber Neuenbürg. £)a gewahrte er 3rmgarb, toelche, felbft einer Wofe gleich, eine eben erblühte Wofe in ber §anb hielt. $)a bejtoang ftdt> Heinrich nicht länger, ©r füjjte ber ^etmlic^ ©eliebteu ooU Qnbrunft bie $änbe, meldte ihm mit frönen bie Wofe jum 21m benfen barreichte. $ann ritt ber Witter oon Wofen fnnroeg, ben Gimmel in ber 33ruft. 2lber in $rmgarb fämpften ©d&merj unb iiiebe, benn i(jr ganjeS §erjj hing an biefem fjerrlid^en Witter, oon bem Tie bod) ber $äter ©elübbe trennte. $)a roarb um bie s^fingft= Seit in ber Weuenburg ein herrliches Xumier gehalten, ©ar oiele ebte Witter ritten ftolj in baä ©a)lo& ein, um SRannedmut unb $elbenfraft ju jeigen. sJJUt biefem furnier follte gleichzeitig bie Vermählung ^rmgarbs mit bem eblen Simburgcr ftattfinben. ©d)on waren bie ©äfte alle oerfammelt, als ber. Türmer ba£ Wa^en iiöalram* unb feines ©olmeS oerfünbete. Voller 3ubel eilte ber ©raf oon SBerg bem greunbe entgegen, um auch beffen Soi)nf feinen jufünfttgen Gibam, oon bem r)ot)C^ 8ob in allen Sanben erflungen mar, fennen ju lernen. $Docr) ber alte ßimburger lächelte gar feltfam unb fprad): „9ttein ©ofm roirb fidt) burd) ^»elbenmut auszeichnen; barum lafet baS SBifier ber ßimburger Kämpfer ge= fctjloffen. SBer aber unter ihnen am befteu fid) beioährt, ber ift mein ©oljn unb ^rmgarbS allein roert." Wun begann ber ßampf. Mancher Witter, ber SimburgS Söroen im ©chilbe führte, fanf getroffen $ur @rbe. £a nahte jnle|t ein Witter, ber eine Wofe am §elme unb im ©chilbe führte. Äüfm Digitized by LjOOQIC — 226 — ritt er gegen ben geioalttgften Kämpfer an, ber otte biä balnn be= $roungen. 2lber bem £elbenmut beS SRofenritterS mufjte er erliegen, unb ber föofenritter rourbe als Sieger proflamtert. £>a rief ber alte SBalram ootl greube: „3)a$ ift mein Sofm!" $)er Sieger fällig ben £elmftur$ empor, unb ©raf 3lboIf führte ifjn ber £od)ter $u, bie in bem 9iofenritter ben längft verlobten Simburger (trafen §einricf) mit #reuben empfing. 91un folgte bie §odfoeit, meldte mit großem ©epränge gefeiert mürbe. 200. 2>ie fiajmen wn örodjliaufeit. (93urg an ber Wupper.) b. Oering. (9ef<$ic$tc ber Surgen ic. IX, 39. (Stroa eine Ijalbe Stunbe fübroeftlidj) oon SJurg liegt ein grofjeS ©efjöft, Srodibaufen genannt. %n bem bem Orte benachbarten SBalbe roofmten in ber erften §älfte beS uorigeu 3afjrf)unbert3 nodj> 3ig^nner in einer 9ieilje oon (Srblödjeru. $)ie Sage beoölfert jebodj> biefe £öd)er mit 3roergen. ®iefe Unterirbtfdjjen roaren ben (Sinroofjnern oon 8rodf)l)aufen gar gefädige 9laä)barn. üKangelte es ben bortigen Öerooljnern an £au3rat, fo entliel) man benfelben oon ben 3ro^9en- ^ SRenfdjen roaren ben Keinen beuten aber audj) banfbar für if)re ©efälligfeit. $rad)ten jte 5. einen großen Äeftel, beifen fie oft beburften, jurücf, fo liefen fic für bie 3rocrge einige SBeifebrote barin jurücf. (Sinmal oertaufd&te aber ein böfer $ube bie ©otteägabe mit ©mu& unb Unreinem. 5Diefcö 93erf)alten erregte ben 3°rn ber 3roerge. Sie oerroünfdf)ten ba3 ©eljöft, auf bem fortan, fo lange eä beftetyen roürbe, ein lahmer 3ftenfd& fid(j finben fotte. tiefer g-ludfj ift in Erfüllung gegangen. 201. Cfin Sdjneibcr übcrliftet ben Teufel. (3Balb.) fieibtng, Nr. 34. $u 23alb roolmte ciitft ein Sdjneiberlein, ein luftiges, fibeleS SRänndjen, roela)eS lieber in Stabt unb ^Ib umf)erfd)roeifte, als auf bem Sdjneibertifd) fafc. $a roar e3 erflärltd), ba& in feinem £aufe oft bittere 9tot f)errfd)te, unb Söeib unb Äinb nid)t feiten Langel litten. (Siueä £age3 traf unfer ©dmeiber im 2l*irtSl)aua einen alten Gelaunten, ber bei einem görfter in $ienften ftanb. 3ttan plauberte oon biefem unb jenem, unb unfer Sdfmeiber tonnte nad& .§erjen$: luft triufen, benn ber greunb fjatte ©elb in Überfluß Voller Digitized by Google — 227 — beugter fragte ihn ber Schneiber, wie er $u all bem Reichtum fäme. Da ergä^lte ber Säger, bafc er mit bem Teufel eine» Ver- trag gefchloffen h<*be, nach welchem biefer ihm fieben 3af>re bienen unb aUe feine SBünfche erfüllen mfiffe. 2Benn ber Teufel bie« ausführe, fei ihm feine (Seele r-erfotten. Äönnc er aber einen SBunfdj nicht erfüllen, ober oerfchaffe ber 3äger bem Teufel eine anbere Seele, fo fei er felbfl tebig unb frei. Dotter Spannung laufd)te ber Schneiber biefen SBorten. ©nblich meinte er, bie Sebingungen feien nicht übel, unb in Reben langen 3ahren finbe ftch rootjl Gelegenheit, oom Teufel Ioäjufommen. 3ulefct bat er ben Säger, it)n mit bem Teufel befannt $u machen. Da$u war biefer mit greuben bereit, benn er hatte lange nach einem @rfa|mann gefudjt. Der Vertrag jmifchen bem Schneiber unb bem Teufel fam balb ju ftanbe, unb ber luftige Schneiber lebte nun in Saud unb Srau«. 3m 9lu waren bie fleben Safere, welche bem Schneiber fo lange gebünft hatten, oerflogen unb mit Sä)recfen bachte er baran, bafe er noch feinen SRenfchen gefunben fyabe, oer an feiner Statt mit bem Teufel ein Sünbnt« eingehen möchte. 6r fuchte unb fuchte, fanb aber niemanb willig ju einem folgen Vertrage. <§r ftetttc bem Teufel bie fchwerften unb wunberlichften Aufgaben. 3lber alle feine SBünfaje würben auf« hefte aufgeführt. Da geriet unfer Schneiber in Verzweiflung. SBeber ©ffen noch Trinfen fehmeefte ihm. Der Schlaf floh feine müben Slugen. Schon war ber lefcte Tag herangefommen. 211« bie Dämmerung einbrach, ^ef er Sreie unD immer weiter, al« fönne er feinem Schttffale entrinnen. (Sin sBaffer hemmte enbliä) be« flüchtigen ?$u&. Taufenbe oon Jröfchen aber ließen ihr Ouafen au« bem= felben oernehmen. Da fam bem Schneiber ein rettenber ©ebanfe. (5r rief ben Teufel r)erbei unb fagte $u ihm: „9loch ^aft Du mir eine Stunbe ju bienen; fefce mir in biefer %t\t alle %x'6\6)t au« bem Teich auf bie Säume, welche am Ufer flehen." Sofort fuhr ber Teufel in ben Teich, fyolti beibe $änbe ooll Sröfdje herauf unb fe|te fie auf einen Saum. Dann eilte er wieber in« SBaffer, um anbere gröfche ju holen. 2lber in ber 3eit waren bie anbern längft wieber im SBaffer unb riefen: quaf, quaf. SBütenb fuhr er wieber in bie trübe glitt unb wieber auf einen Saum. 3mmer hafttger würben feine Sprünge, ohne ba& er fein Siel erreichte. Da fchtug e« jwölf Uhr unb mit lautem ©eheul fuhr ber Satan in ben Teich. Der Schneiber aber war gerettet. Digitized by Google — 228 — 202. $er Hüben bei Solingen. 3ie$nert, ^reufeen« StolfSfagen. (§& war am werten £age oor bem (Sbrtfrfefte be3 3af)reä 1424, um baä 9tod(jtroerben, als bie Stttter unb ^Jäger beS jungen £er&og8 Stöbert oon Söerg oon ber 3[agb beimjogen nad) Solingen. Xiefer Sd(jnee lag auf S3erg unb %f)al unb f)atte bie SRüfjen be3 $age£ beträdf>t(iä) oermetyrt ; aber bie rüftigen SWänner waren f)eute bodf> roof)l aufrieben, ba jroci Otogen, mit allerlei SBilbpret belaben, it)nen folgten. Stafä) unb fd&roeigenb rücfte ber 3ug buraj baä SBupperttjal, benn bie ftrenge flälte trieb jur @ile, unb ber fd&neibenbe SBinb roebrte ben SBoibmännern t)eute ©efpräd) unb ©efang. $>a rourben tyrer einige tnne, bafe ber £erjog felbft nid&t in ibrem 3"0« fei, unb ftc f rügen einanber nad) ilmt; aber niemanb fonnte 93efd)eib geben. Sie gelten alfo bie Stoffe an unb ftiejjjen in it)re £iftl)örner, bem $er$og bamit ein 3eia)en ju geben; aber, toie fie auä) laufä)ten, eä erfolgte feine Slntroort. 9tun jroeifelten fie nid)t langer, bajj berfelbe roeit oor ifjnen fdfron auf baS nee t)eran unb umfreifie ben 3"Ö m*t fläglid)em ©cbett unb liefe fuj nid)t abroef)ren, fonbern tljat fo ängftlidf) unb jerrte bie Säger fo l)eftig an ben Mänteln, bafe fie befa)loffen, ü)m ju folgen. Stafd) unb freubig toebelnb fprang jefct ber Stube feitroärtä burd) ba£ überfeinerte ©eftrüpp unb ©eftein; ifmt nad) in banger ©rroartung bie Säger. @r führte fie roeit auf bie fd)roffen Serge an ber Wupper unb sulefet fprang er fjeulenb oon ber gelfentjölje hinunter. 3luf furjem Umroege folgten ihm bie Stüter unb fanben it)n unten roieber. 2lber bort bot fid) il)nen ein fläglid)er SInblicf bar. 2ln allen ©liebem jerfd)lagen unb ocr= lefet, oon ber ftälte faft erftarrt, lag ^erjog Robert im Schnee unb unter ihm fein jerfchmetterteS iHofc. £er 9iübe leefte bem £erjog bie SBunben unb t)auct)te ihn an mit erroärmenbem Dbem. „Um ©Ott, §err, roaä ift mit ©na)? 3f>r feib übel jugeridjtet unb habt einen fd)limmen ©tur$ getban?" fo frugen bie Säger ben £erjog, inbem fie ihn aufhoben unb in i(>re 9Räntel füllten. „(Sinen fdjlimmen Sturmi" erroiberte ber ^er^og, fo gut er'* in feinem flägltcfjen 3uftanbe oermod)te. ,/Denn febt, mein töofc ift ju £obe geftürjt, unb ich felbft blute au* uielen ©uuben unb Digitized by Google — 229 — hätte roof>l fjier elenb umfommen müjfen, roenn mein treuer £unb 6uq) nicht ju meiner Rettung berufen fjättc." $er £erjog r)atte mit feinem 9tüben einen §irfdj oerfolgt unb roar in unoorfuhtigem Sifer unb bei ber eintretenben $)unfel= heit, burch meiere betrügerifch ber Sä)nee leuchtete, mit bem Stoffe oon ber gelfenroanb h«a&geftür$t. er roieber au$ feiner D^m macht erroachte, fanb er ben treuen ftüben bei ftch, ber ihm ba$ ftarre Slut oon ben Söunben leefte unb enblich forteilte, um §Ufe au fyokn, road ihm benn auch gelungen roar. $ie sJtitter trugen ben $er$og auf ben Sinnen nach bem 2Bupperf)of, roo er unter ber forglichften Pflege balb oon feinen Verlegungen gena&. Sein erftcr Ausgang war nach jenem Seifen, oon bem er fyerabgeftürjt roar. §ier banfte er ©ort inbrünfUg für feine Rettung, unb aU ber 9tübe, ber nid^t oon feinem ßranfen= lager gewichen toar unb ilm auch jefct begleitete, freubig an ihm hinauffprang, ba brüefte er benfelben and §er$ mit banfbarer Führung. Unb bamit bie Zreue beä £unbe3 auch ber 9toe jene« gelfenS auffteHen. Sort |)at eä lange geftanben, bis e3 $u Anfang be« 17. 3al>rlMnberta ein arger Sturmroinb ^erab in bie SBupper flürjte. ®te ©teile aber, roo eä geftanben bat, Reifet noch l)eute „8fai SRüben". ^oetifdj bearbeitet in SWontanuS, SJorjeit I, S. 282; 3- Üenfcen, S)er flieberrbetn, 1884, flr. 15. 203. fcfrentanjplalj bei Solingen. «Solinger 3"t"«8- $ie SBiefe jroifdjen bem 33ocf unb Klauberg bei Solingen roar efjebem beim 33olfe fehr gefürchtet, roeil bort ber Sammetplafc unb Xanjboben ber aperen fein fottte. 204. $ie &ese *u (futötoag bei Solingen. Solinger Rettung @tne geroiffe grau ju (Suläroag, namens „Sttutte", rourbe ber ^ererei berichtigt. 3Kan befdjulbigte fie, ben Schleifern im ftirfchberger Kotten baä öl auägetrunfen $u tyabtn. (Sin anber= mal fotl fie in einer 3Jlild)mulbe über ben bortigen Xeidj ge* fahren fein, gür alle biefe Vergehen rourbe fic gefänglich ein- gebogen unb auf bem Dljliger Xbor in Solingen gefangen gehalten, fpäter aber oerbrannt. Digitized by Google — 230 — 205. $te betbett trüber wn Solingen. Scibing, 9lr. 23. Sluf einem ©e^öft bei ©Olingen toof)nten einft jioei Örübei. 55er eine oon if>nen trat in Äöln in$ Älofter, toäfjrenb ber anbere ben oftterlidjen $of beioirtfdjaftete. Der (entere fafete enblid) ben ©ntfdjlufe, ein SBeib §u nehmen. 2H$ ber 3Jlöndj baoon f>örte, fu$te er feinen Sruber erft mit Sitten, unb als biefe nid)t3 frud&teten, burdfj Drohungen oon feinem 3?orf)aben abzubringen. (Sr Ijegte nämlidj ben Ijeimlidjen Söunfdj, baä fdjöne ©ut bem Älofter jujubringen, wenn ber trüber, of)ne (Srben ju f)interlaffeu, flürbe. 2112 ade 93orfteffungen oergeblid& roaren, liefe ber 3ftön$ feinen 93ruber auf ber SReife oon Äöln naa) ©Olingen überfallen unb fo entfefelid) oerftümmeln, bafe er fein Seib nehmen tonnte. 3lber faum mar ber 93erlefcte genefeu, fo befteUte er einige 3Wänuer, roeldje frtif) morgend auf ben £of beS ÄlofterS ju Äöln, in meinem ber 33ruber 9Rönd) war, ge^en follten. Dann mürbe ber Wtmä) an ben JUofterbrunnen treten, um fid) ju roafdjen. %n btefem Slugenblicf follten Tie i&n ergreifen, Der ©Olingen. Der mtfefjanbelte 93ruber liefe ben sJJlönd) entfleiben, hierauf am ganjen £eib mit §onig beftreidjen unb enblid) in einen eifernen fläftg fe|en, in meinem er umfam. Der Ääfig lung no<$ lange 3«* ßnt ©iebel be§ §aufeS. 206. $te krummbeinigen oou Solingen. 2ln ber SBupper, in ber 9Zär)c oon ©Olingen, lag ein ©d)leif; fotten, melier oon einer armen ©a^leiferfainilie beioofmt roar. 2Öenn biefe gamilie einen geiertag beging, tourbe Reisbrei gefönt. Sttmätylid) roud&S bie gamilie immer metjr an, unb ber alte Topf rourbe balb ju Hein. (Siuen neuen, grbfeeren £op£ fonnte ber ©Reifer nic&t faufen. Daju reiften feine Littel nidjt. 9hm toofjnten in bem gegenüberliegenben 33crgc bie §ein3eh mannten, roeldje oiele Töpfe, grofee unb Heine, befafeen. Dort licl) nun unfere ©d)leiferfamilie jebeömal einen grofeen Topf, toenn toicber 9Rei$ für bie gamilie gelobt werben fotlte. (Sinen fHeft Digitized by Google — 231 — ber ©peifen liefe man ben ^einjelmänna^en jebeSmal au* 5>anf; barfeit im Topf jurficf. ©o bejtonb lange ein freunbnad&barlidjer $erfef>r §roifa^en ben ©djleiferSleuten unb ben ^einjelmännä^en. $ie Äunbe baoon oerbreitete fu$ aud) in Solingen, unb einige ber bortigen Schleifer befd&loifen, aud^ einmal einen Topf oon ben liebenätoürbtgen §einaelmänna^en $u leiten, ©efagt, ge* tfjan. 2118 fie aber ben Topf jurücfbradjten, liefeen fie feinen SRcfl ber ©peifen aurficf, fonbern verunreinigten ben Topf mit menfdfc lid&em Unrat. T>aS erbitterte bie ipeinjelmänndjen berart, bafe fie bie ©olinger ©inroo^ner ocfflud^tcn unb ifmen für alle Sutunft frumme Seine roünf<$ten. $er glua) ging in ©rfüHung. Unb feit jener Seit finb bie ©olinger frummbcinig. 207. ttt ftrimfterj ju ftlanbcrg bei Sohngen. (Solinger 3eitunß. „Ärimfterj" bebeutet fo oiel als ©aufdjioanj. Serfdjiebene £öf)en unfere8 H'anbca, bie lang f)inge$ogeu ftnb, tragen ben tarnen ©ter$ in sBerbinbung mit biefem ober jenem Tiernamen. Sejüglid) be$ ftrimfterjeä erjäfjlen bunfle Überlieferungen golgenbed: 3m Mittelalter führte ber 2Beg oon Beichlingen, öurfdjeib, SBi^elben unb ©Olingen nad) (Slberfelb burd) ßlauberg. $ier in ßlauberg aber madjte ber 2öeg, naa)bem er fid^ burd) baS 5Uau= berger Tljor getounben, eine gan$ entfefclidje Krümmung burd) ba3 Älauberger Tl)al, unb fdjlängelte fid) bann in gro&er Äutoe bem Ärimfterje $u, oon 100 bann ber 2öeg, welker nod) jejjt ganj gut ju oerfolgen ift, grabe burdf) nacf) <£lberfelb ging, "ffienu nun bie Säuern auS ber Umgegenb oon ©Olingen ifjr ©emüfe nad) ©IberfelD jum Warfte brachten, fd)nitten fie getoöfynlid) bie Krümmung ber ©trafje ju ßlauberg ab unb liefen, anftatt burd>'3 Tl)or ju gef)en, graberoegS burcf) bie liefen ju ber betreffenben £öf)e. 211$ ftc^ bie (Eigentümer ber 2Biefeu beätjalb befeuerten unb bie Seute anhielten, entgegneten biefelbcn : „Söir rooflcn bod) nit bem träumen ©tert (= frummen ©trafje) nadfjgon" unb liefen nacf> toie oor burd) bie ©tefen, worauf fid) in furjer 3«t ber jefeige grabe Stfeg bilbete. Digitized by Google — 232 - 208. $aä ^ebmgeridjt ju $au£ Kraben. (Ohligs.) siluf §auä ©raoen, ober bid)t bei biefem alten ftitterftfc, fott bie Sehnte in längft »ergangenen $t\ttn i^rc ©ertdjtsfifcungen abgehalten ^aben. s2Burbe ein 3lngeflagter oon bem ^eiligen ©erid>t freigefprodjen, fo würbe er mit oerbunbenen Slugen auf bie §ilbener §eibe geführt unb burfte bann ungefyinbert feine* 2Bege3 $ief)en. 209. Sie «HeinolbitiMiene bei Solingen. Äaufmann, Quellenangaben, 3. 22 Unweit Solingen liegt nod) heute bie fteinolbifapeHe ober St. 9teinf)olb3fapetle, §u ©bren be8 ^eiligen üHeinotb genannt. £>er ^eilige, fo berietet bie Sage, warf einft in flöln feinen 2Berf= Jammer fyoö) in bie £uft. 9ln ber Stelle, ioo er nieberfiel, baute man biefe ÄapeHe. 210. Sie „Oebenfenger" in «Remfa)eib. SWünblia). @inft tarnen bie „$ebenfenger" ju einem Säuern in ber SRctye oon s;Hemfd>eib unb baten if)n, in feiner Sdjeune i^re Sttal^ jeit bereiten gu bürfen. 3Hit ftrengen SBorten wie« fic ber Sauer ab. 9hm manbten jte fia) mit ber gleiten Sitte an einen benaä> barten Sauer, wela>r ir)rc Sitte fofort bewilligte. Salb praffelte nun mitten in ber Sd&eune ein luftige* geuer empor, ba« immer f)öf)er auffd)lug, fo bog bie gunfen jum $ad) fjtnauS flogen. Xrofcbem mürbe, roie jte oerjtdjert Ratten, fein Sajaben angerichtet. 55er gutmütige Sauer würbe oon ber Qtit an immer reicher; ber hartfjerjtge 9laa)bar aber oerarmte immer mehr, bis er als Settier oon bem @rbe feiner Säter sieben mufete. 211. Sieringbaufen liegen oer= fdnebene Steine, oon benen bie Seute behaupten, fie Muteten, toenn man mit Nabeln t)inein|He§e. (Sine alte grau, toelaje bie« mitteilte, fyat in tyrer ^ugenb mit itjren ©efpielinnen oft ben SSerfua) gemalt. 213. $ie Srfnocbenftetne bei ftemfäeib. ftüfcrer unb §eimatfunbe bei ©tabtf reife* 9kmf($eib, 3. 21. 3m ©tabtparf oon SRemfdjeib liegt eine 2lnjat)l großer gel«* blöde umfjer, „£oblfdjeib8berger Jtnubben" ober „©djtoebenfteine" genannt. 3ronifd) bemerft ber 2$olf«munb oon biefen Steinen, bie ©djroeben bitten fie liegen laffen. 2(ud& oerlegt bie Sage eine Sftefenftobt ober eine Opferftätte ber alten $)eutf<$en an biefen Sßlafc. 214. 2)ie unterßegangene Stübt. (föemfdjeib.) 53ofena(f unb £jamoro*h>, 55er Ärei* Sennen 6. 93. Ter ©ipfel beS £obenfü>iba bei 9temfdjeib bebnt jtdj roeit au«. (5r ift metyr ober weniger eben unb mit ©eftrüpp oon Sirfen, SBinterefdjen unb §atnbud)en betoaa)fen. $>ie gewöhnliche ,§eibe unb bie ©umpfbetbe bebeefen bajroifajen ben 33oben. Sludj fie^t man einzelne gelsblöcfe oon ßiefelfcbiefer jerffreut im ©ebüfdj umherliegen, roela)e nach ber $olf«fage oon einer ©tabt betrübren, welche bort einft lag. 215. $a$ ffeinerne ihrem. (ftemfebeib.) aWünbtic^. Unioeit ber tyHen $$tä(t ba« SBolf folgenbe«: $or Seiten würbe an biefem s^la|e ein SBote erf ablagen unb ausgeraubt, ©terbenb rief er feinen SHörbem ju, ber Gimmel toerbe itjn bureb bie SSögel rächen, mela> grabe über fie hinflogen. Digitized by Google — 234 — 9lacf) oollbrad>ter Xfyat jogeu bie körbet nacf) bcm 93orn unb festen in einem bortigen SBirtS^aufe ein. ^Qicr ließen fte e$ ftdj rootyl fdjmecfen, unb balb ftanben ßramtäoögel oor ifmen. $)a bemerfte ber eine, biefe würben fie geroife nict)t oerraten. 2lber ber Sßirt Ijatte biefe Söorte oernommen. (Sr fanbte jum ©eriä)t, unb batb fafeen bie S3eiben im Werfer. So entgingen fte ir)rer geregten Strafe nid&t. 216. Icr «leine ju 9temfd)eib. Seibing, 5ir. 21. 2ln ber 5lird)e $u $emfcr)eib roolmte einft ein Wann, ber roar fo Hein, baß ifm bie Kirchengänger immer auslasten, roenn er oor ber £f)üre feinet §aufe« ftanb. 3)aS fdjmerjte ifm fefjr. 211$ er einfi im Söalbe roar, braä) er flagenb in bie SBorte auS: ,,2lcr), iaj roünfd)te, bafe id) red)t grofe roäre!" $>a trat ein sDlann ju ibm, ben er bis babtn nicht bemerft batte, rührte ir)ti mit einem Stabe an unb roar oerfttjrounben. 211$ ber 3ttann nacf) $aufe fam, lief alle« in Sdjrecfeu uor ifmt fort unb rief: „3)a fommt ein 9tiefe, ein Wiefel" (Sr roufete aber gar nid)t, bafe er fo grofe geworben roar unb meinte, bie £eute fpotteten, roie geroörmlia), über feine f leine ©eftalt. 2U3 er in feine ^auStbür treten roollte, lief er mit bem $opf gegen ben ©tebel feines §aufe3 unb ftürjte taumelnb jur (Srbe. 2Iber aud; nun oerfolgte it)n ber Spott feiner Mitbürger. $>a ging er roieber tief betrübt in ben Üi>alb unb fpraaV. ,,2lalt' uns §err bei beinern 2Bort." m baS Sieb geenbet, ergriff ber ©eiftlid&e ba* ©ort, um bie ©emetnbe oon ber Ausführung ber SMfa&rt abjubringen. Sta^u beburfte e3 nur geringer Wüfje, unb balb festen äße um. ®amit mar bie Deformation in Demfajeib $um £>ur#brud) gelangt. 218. $tr glütjenbe Wann an ber 8eSntf*eune. (Süfcenfird&en.) 9Rontanu«:3Balbbrü$l, Sorjeit I, ©. 189. 33ei Süfcenfirdjen liegt am Danbe eines 3öalbe8 ein einfameS §au£, meines ben Damen 3e^ntf4cune füfjrt, mutmafjlicf), roeil bort früher ber tyfynttn abzuliefern mar. 3n ber SBiefe Ijinter biefem $aufe liegt ein jiemlid) regelmäßiger £ügel mit ©puren oon alten ©räben ober £eid>en. 2luf biefem £ügel foll fid& ju geroiffen fyitm in ber $unfell)ett ein glüljenber 9Jtann jeigen, roeläjer bie Sd^ä^e, roeldje ber «pügel birgt, bemalt, tiefer Wann foH $u feinen Sebjetten ein 2lbliger geroefen fein, roeldjer bie Sanb= Ieute mit ber Entrichtung beS 3^^"tgl1 ^art brüefte. ®afür mufe er nach feinem Xobe umgeben. £)a$ ©elb, roelcheä er bort in bem £ügel oergrub, als er noch lebte, unb nun nuch feinem Xobe bemalen mufj, fann gehoben roerben. 2lber ba$ ift eine fürchterliche Slrbeit. SBer baS unternehmen roiH, mufj bie gan$e Dad}t arbeiten unb barf fein ©ort fpredjen. ®aju Rängen über if)m gewaltige sJJiüf)lfleuie an 3roirndfäben , $roifd)en roelajen bie Teufel burchfafnren, als ob fie biefelben jeben 9tugenblicf auf ben fühlten ©chafcgräber nieberfebmettern wollten. Seim geringften ©djrecfenäruf ift ber ©dja& unb oieUeicht auch baa Seben be£ ©eibe, um für ifm eine Seftettung auszurichten. 211« ftd^ ber Änabe bei etn= bredjenber Dämmerung auf ben $eimroeg machte, (jörte er im 93uchentoatbe ein lieblicr)cö ©timmdjen feinen 9tomen rufen; jugleidj fat) er einen SBogel oon ber ©röfee eine« ©tar« mit bunten garben, ber mit beutlicher ©timme fang: ©ag §än«d)en! rote bift bu fo frifä) unb fo rot, ©ag §än«ä)en! fag Wiefel, fein SGBeibdjen fei tot! Voller ©djrecfen eilte ber ßnabe feinem elterlichen $aufe ju, immer oon bem SBogel begleitet. Qx trat tyaftig in bie grofee ©tube, too alle §au«beroof)ner beim Slbenbeffen fafcen. <5r erftattete 93eriä)t über feine ©enbung uub erzählte aud), roa« ü)m mit bem $$ogel begegnet toar. 211« er aber ben gefpannt £aufä)enben bie 2Borte be« Bogels mitteilte, oernaljm man mit einemmale oon einer leeren ©teile be« £tfcf)e3 $er ein fa)mer$lid)e3 ftdfoen unb ©töljnen. Voller SBefremben roanbten fxc^ alle ©liefe nach ber ©teile. 2)a fa^en fie, tote ein f leinet gWefferlein auf ben Xifd) fiel, toie feiner je juoor ein« erblidt hatte. $a« mar allen feltfam unb niemanb oermodhte eine Deutung ju geben. $orfidjttg aber oerfdjlofe ber ^äd^ter ba« iDteiferlein in einem fidjern ©darein. Äaum waren acht Sage nach biefen Gegebenheiten oerflojfen, als eine« borgend ein fleiner 3roerg auf bem £of erföien, ber mit großer Betrübnis erjagte, nrie er feit oielen fahren unfid^tbar jioifchen bem §ofgeftnbe gearbeitet unb imitd^tbar mit ihnen gegeffen habe. £)a fei fein liebe« 2Beibd)en geftorben. ©in 3>t>erg ^abe in sKogelgeftalt bem ©ohne be« Säuern biefe £rauernachricht mit* geteilt in ber Hoffnung, bafe er biefelbe nach £aSroinfel überbringe. $a« habe §än«cben auch getban. Sil« er biefe ßunbe oernommen, habe er laut geftöhnt unb fein Sflefferlein fallen laffen, welche« ba« teuerfte Slnbenfen an fein oerftorbene« SBetbdjen fei. @r bitte barum um beffen 3urücfgabe. ©olaje ÜJiefferlein, erzählte Wiefel roeiter, pflegten ftch bie 3werge an ihren §od)5eit«tagen, aUerbing« menfdfc liicben Gepflogenheiten roiberfpredhenb, ju fchenfen. £er 3roerg erhielt fein Keffer jurücf unb tourbe in £a«rotnfel nicht mehr gefehen. 2Iber man merfte feine fegenbringenbe Xf)ä% feit auch fürberhin, fo bafe @lüie SSerfüJmng. (fteifelratM SÄontanuS, Storjett I, 6. 74. etnft $ogen bie Sunfer oon ^RcfTelratt) unb Xiefenttjal auf bie 3agb. 2lm 2lbenb feierten fic in einer einfamen 3ägerf)ütte ein, roo bei gutem 3mbi6, Spiel unb Xxant bie 3^t balb oer= firtcf». £)a festen $roei kirnen im 3ägerf)auä ein, roeldje um ein Dbbad) für bie ÜRadjt boten, ba fic jta) im roilben, unroegfamen gorft oerirrt Ratten. ®a3 rourbe ifynen gern geroäfprt, unb balb waren bie Runter in trauter Umarmung ber kirnen. 2)ie eine ®trne jog ben 3un^er öon Siefen ttyal mit ftd) fjinauä in ben 2Balb, roäf)renb ber Sunfer t>on SRcffelratr) mit feinem Siebten in ber £ütte blieb. 3mmer oerlotfenber trieb biefe it)r Spiel mit bem 3""^- ®a gebaute er an fein treues Sieb, unb alle böfen ©ebanfen roaren oerflogen. (Sr ftimmte nun ein frommes Sieb an ; aber atöbalb oenoanbelte fid) baS Söeib in eine fdjeufelidje Saroe mit hörnern, umgeben oon ©raufen, Stampf unb Oualm. ©in bonneräf)nlidS>eS ©etöfe erfüllte ba3 §au$, unb alles fajien in glammen $u ftefjen. 2Bie tot fanf ber Jüngling auf« ßager. 311« er am nädjfien borgen ermatte, galt fein erfter ©e= banfe feinem ©enoffen oon Xiefentbal. 9tadj langem ©ud&eu fanb er ifm mit rüdtoärtä genutetem Raupte im ©rafe liegen, am §alfe ein blaue« s3ftal unb Klauenfpuren auf ber 23ruft. $ie kirnen aber roaren fpurloä oerfd)tounben. ^oetifc^ bearbeitet in SNontanuS, Üorjcit I, 8. 74. 221. Sie 3unrer uon fleifclrat*. JKüUer öon tföniadrointer, Lorelei, S. 25i>. 2U£ im 3a*)rc 1288 ber Kampfruf am sJlieberr^ein erfajoH, leiftete aud) ber bitter oon 9teffelratb ifma golge. 3tttt itjm jogen ad)t (ober fieben) junge Sproffeu beS eblen ©efd)ledjte$ in ben Kampf, roeldje fid) burety i^ren ^elbenmut oor allen Gittern auä= jeiajneten. £er ©raf oon 33erg fal) mit SBo^lgefatten bie ^unber ber Xapferfett, roeldje bie jungen gelben oerridjteten. Kaum roar bie ©atte, jufüfjrte. SSor ifmt fnieten bie Reiben nieber unb empfingen auf ber blutgetränften 2Saf)lftatt ben ftitterfälag. Digitized by Google - 238 - „Unb als fie ritten nad) a grüßte ber Sllte ber Burgfrau hinauf: „Sieben ßnaben füfyrt' idj jum Äriege ben ^fab, Sieben 5iitter bring id) nadj 9ceffelratf)." ^oetifä bearbeitet bon SRüUer üon Äöma3h>inter, fiorelei, 8. 259; 3auer, 2)ie 2Butoper, S. 62. 222. Äuntflunbe unb Sttridj Hon Heffelratf). OTontanu3:2Balbbrityl, Storjett II, 10. bitter Wiviti) oon 9ieffelratf) mar retdj an ©ütern unb U- rüf)mt burdj feine £apferfeit. ©einem fianbeSfjerrn, bem ©rafen £einridj t>on Serg auä bem Simburgifdjeu £aufe, ftanb er attjeit treu jur Seite. 2Rit Stolj blirfte feine ©emaljlin ßunigunbe auf iljn, unb fein fef)nlid)erer 2Bunfc$ erfüllte ibr §erj, als ber, iljren tapfern ©emaf)t als Sdjilbträger begleiten $u bürfen. £od) wollte ber Stüter oon berlei abenteuerlichen Plänen nichts miffen. 3m 3^** 1246 würbe bitter Sind} einfl oon feinem SanbeSljerrn nad) Densberg entboten. 2ln einem tjeigen Sommer= morgen ritt er mit feinen bewaffneten ßnedtjten Inn. $a fjolte iljn unterwegs ein Leiter mit gefdiloffeuem $elme ein unb bat um bie ©unft, ben eblen bitter unter ber 95ebiugung begleiten iu bürfen, baß er ben £elm gefd>toffen galten bürfe. $aS 9lm erbieten würbe gern angenommen, unb ber 9leitertrupp langte balb am g-uße beS ©enSbergeS an. Dort rourbe eine Meine ftaft ge= madjt. ©in 3ufaH aber fügte eS, baß ber bitter oon 9ceffelratf) feine @emat)lin erfannte, bie fid) eingefunben f)atte, um alle ©e= fafjren ifjreö ©emaljlS 3U teilen. 2luf beS Zitters @ef)eiß mußte fie jebod) Ijeimfebren ; bodj gab er ifjr baS $erfpred)en, i^ren 2Rut auf bie "^robe ju fteffen; roürbe fie biefe befielen, bann wolle er itjr geftatten, in ßutunft alle ©efafyren unb kämpfe mit i^m ju teilen. traurig fct)rte Äunigunbe mit einigen knappen ins Schloß Jieffelratf) jurücf. 2lm nackten £age fefjrte aud) i(>r ©emaf)l heim. 911S er nun burdj baS "Xt)al oon Beichlingen ritt unb feine 93urg im bellen 9Konbf$ein oor fidj liegen fat), gebadete er feines 93er= fpred)enS. ©r teilte feinem ©efolge mit, baß er einen Scheinangriff auf baS Schloß machen wolle, was oon biefem mit greuben begrüßt würbe, ^ad) htrjer tfrift war alles bereit unb ber Sturm begann. Digitized by Google — 239 — $)ie Hufforberung, ficb ju ergebe», mürbe oeräcbtlich aurüefgeroiefen. 9ton mar bem bitter au* feiner Äinberjeit ein ^eimlid^er 2Beg über bie ©urgmauer befannt. 2luf biefem fudjte er, naebbem er feine Lüftung abgelegt hatte, unbemerft in ba« innere ber ©urg ju gelangen. Seine Änechte führten mittlerweile einen Schein^ angriff an ber anbern Seite au«, ©ein ^Jlan fdjien $u gelingen, benn er gelaugte in« innere. 3ftit oerftettter Stimme rief er nun, ba« Sdt)lo& fei in geinbe« §anb, man möge ficb ergeben, ffiirflicb ftot) ba« ©urggefmbe. Sber bie mit einer Lüftung be* mehrte Burgfrau brang mit grö&tem §etbenmut auf ben oermeinfc lieben Räuber ein, melden jte in ber berrfdjenben $unfelc)eit nicht $n erfennen oermod)te. Steffen ©rflärungen mürben für SRäuberlifi gehalten, unb balb fanf er, oon bem Schwerte feiner ©attin ge= troffen, tot ju ©oben. So hatte fie bie Sßrobe beftanben, aber mit bem Sehen ihre« geliebten ©atten bejaht. 3n oeraroeifelnber Seelenqual oertrauerte bie unglücflia)e 2Bitroe im Älofter $u ©räfrath ben 9fceft it)rer Xage. 2Beber ba« SBort be« ^riefter« noch ber ^roft ber ßtnber oermodjte ihren Scbmerj ju ftiUen. 223. 3oppeSraur. (Setzlingen.) fla$ einer £anbf$rift Dlißföläger« in ber ©ibliotyel be« SJergifäen ©ef$i$t«ötron8. 2U« noch ba« gaufirea)t tyxxfätt, al« ba« Staubrittertum gan$ ©eutfchlanb in Slngft unb Scheden fefcte, foll ein §elb be£ Stegreif«, genannt 3opp, mit feinem Spiefjgefellen Sftnbfleifdt), oon ßeoftefen au« bie ganje Umgegenb beunruhigt haben. 3)er bamalige $errfdt)er im ©ergifchen lebte auf feinem ©chlojfe ju ©urg, bem alten ^bnenftfee feine« ©efcblecbte«. Sein Stoiber befleibete ein hohe« geiftlidje« 2lmt ju Äötn, fkrebte aber nadt) ber £errfdt)aft feine« ©ruber«. Um biefe in feine ©eroalt ju bef ommen, f ua)te er beffen §eirat ju oereiteln ; bodj ohne ©rfolg. ®a locfte er feinen ©ruber nach ßöln, bemächtigte ficb feiner unb liefe ifm entmannen. 9toä)ebrütenb fet)rte ber 2Rifebonbelte nach ©urg jurücf. 9?acb oielen al« unausführbar oermorfenen planen befeili^e 33ifcr)of einft bemfelben in ©eftalt eines alten SRanneS unb fpraa) ju ihm: „©uteS Äinb, führe 3)eine ftcroe naa) £auS!" — „jQerr," erwiberte ber .Unabe, „eä ift noch $u früh; meine grau würbe mich Welten." — „Xlnie, wa8 ich ^ gefagt habe/' fuhr ber alte 9Hann fort, „®u wirft noch heute ™* Unter* gang ber Sonne fterben!" — $)er tfnabe erfdhraf heftig unb frug: „£>err, wer feib 3hr?" — „3ch bin ber heilige 92tfo(aud," lautete bie Antwort, „$u welchem 3>u fo oft beteft unb mit welchem $)u $eiu fargeä 6jfen ju teilen pflegft; ich fomme, ®icb bafür ju be* lohnen, ©eh' nach £aus, empfange ben ^eib be3 at, wie'ä um if)n ftet)t unb warum er fotd^e Sieben füfjrt?" £)er ^ßriefter tljat bieS, unb ber Änabe erjäfylte tfmt nun ber Drbnung nad& ben ganzen Vorfall. 9tod)bem er aus ben $änben be3 ^riefterS bie ^eilige Kommunion empfangen f)atte, ftorb er um bie uorfjergefagte 3«it. 225. 8»etÖ fceftraft einen übermütigen Hmtmann. (Seidjlingen.) t>. Salbbrityl, ffiefen ic, ©. 15. 35er Slmtmann oon TOifeCor)e ritt einft burdj 2eiä)lingen hinauf jur Surg, wo er bem ^er^oge oon öerg, ber gerabe auf feinem alten Stammfdjlojfe weilte, feine Aufwartung machen follte. Dber= fjalb Beichlingen traf er im £f)ale einen Sauern vox feiner £f)ür ftefjen, ber waf)rfä)einlid} bie Sftüfce nicr)t rafd) unb tief genug abgezogen ^atte, ober in irgenb einer anbern SBeife feiner üblen ßaune 2lnftofj bot. $)er Beamte ritt batyer an ben Sauer fyeran unb gab if)m eine tüä)tige Ohrfeige. (Sinem Swerge, ber mit unferm Sauern befreunbet war, fam biefer Streid) wie eine 93e* (eibigung oor, bie eine tüchtige 3ü$tigung oerbiene. 6r faub aua? balo ein SHittel, biefe bem f)oa)fafjrenben Slmtmanne angebeifyen ju [äffen ; er jauberte ifmt nämlid) rafd) einen gudj$fd)man$ an ben ftattlid)en ^aarjopf, fo bafe er überall, wo er ftd) fpreifcenb burd)ritt, mit fa)aUenbem ©eläajter empfangen unb mit ©efa^rei oerfolgt würbe. 2113 er enbltd) fleinlaut cor bem <3d;loffe Surg oon bem Sßferbe ftieg unb oor ben .^erjog trat, ben £ut 3icf)enb unb ftd) tief neigenb, blieb if)m bie s^erürfe am £ute Rängen, unb er fd)leuberte biefe, ben 3opf unb ben gud)Sfd)wan$, oor bie gü&e feines ÖebteterS, fo bafc er oor beffen gefamtem ©efolge lädjerlia) baftonb unb oor &rger $u planen meinte. 226. $ret Jungfrauen am ©ertbertaborn. (Seidjlingen.) 3Ö. v&albbrübJ, iöefen io, ©. 1. 3wifdjen ber Stabt Solingen unb bem Xorfe 2Öi|jf)elben ftreeft ficr) ein gewaltiger ^öljenjug, baä ©rünfebeib r)in, unb in biefem entfpringt, entfernt oon allen menfd)liä)en ißofmungen, ber §eri= bertäborn. 2ln biefem Sorne foll fetjr oft eine weifee grau erblicft ig Digitized by Google — 242 - roorben fein. Ginige Slugcnjeugen wollen ftc unter ben bofjen Säumen, in roeifjem ©eroanbe fifcenb, bewerft tjaben, wogegen anbere oorgeben, fie pflege ftd) in bem üuell ju baben. Sitte SBanberer, befonber« jene, roeld&e jur Slbenbjeit an biefer ©teile oorbei muffen, tlmn ba« nidjt ofjne ©raufen. SBerben !^etd)en an biefer Stelle oorbeigetragen, roa« roofjl ju gefdjefien pflegt, ba bie SBewobner ber nädrften SBeiler if>re &ingefd)iebenen ju ben griefc t)öfen nadj Seulingen, Söifcfjelben ober Solingen bringen, fo fefoen fie bie S3ar)re, gletdpiel ob fie fatfyolifcfyen ober eoangelifdjen 33e= fenntniffe« finb, nieber, fpred)en ein ftiUe« ©ebet unb fefcen bann ibren 2öeg fort. ©« wirb erjagt, bafe nod> r»or einigen 3af)r= jefjnten ein Seroofmer be« 9tyeintf)ale«, weld&er nad) Solingen wollte unb ftdt) ben näheren 2öeg burd) biefen SBalb befdjreiben liefe, in bemfelben irre geworben, bie $reu$ unb Ducre gebogen, bi« jum Sinfen ber 9tod)t oljue 2Iu«roeg geblieben, enblid) aber in feiner Xroftlofiflfcit an einen SBorn gelangt fei. ©ort t)abc er brei l)of)e Jungfrauen in fdnmmernben, weißen ©emänbern bei= einanber fifcen feben. Dbfdjon ibm ba« §erj in ber tiefen Söalb* naajt biefen ü&kfen gegenüber bebte; obfdjon er ftd) nid)t getraute, nät)er beranjutreten, frug ber Verirrte bod) befdjeiben nad} bem äöege. 2)a richtete fiä) eine ber 3raueu auf unb minfte mit ber £nub nod) ber ©egenb, welcher ber S&anberer aud) al«balb mit beflommenem $er$en unb wanfenben ßnieeu juwanberte. ßr ge= langte aud) in turpem $u einem ©eiler unb bat bort um 2lu«funft. 227. $ic 3wera,en Hebamme. (Oplaben.) 3Romanuö=^albbrityl, Sorbit I, ©. 104. 3luf ber girt)cibc, $wifd>en Sdjlebufd) unb Dplaben, erfajien in einem entlegenen ©el)öfte eine« Slbenb«, al« bie Säuerin allein batjeim mar, ein niebltctje«, Heine«, in fdjroarge ©eroanbe gerate« Söeibdjen, um welche« ein fn'tbfdie« f leine« £ünbd)en, ba« f)ell= flingenbe Spellen am £al«banbe trug, beHenb um^erfprang. $)ie grembe er^ät>ltc ber £au«jrau, bafc He in ber 9läfie wofjne unb balb Butter $u roerben boffe, bafe fie babei auf ifjren (ber 9ßadj= bariu) 33eiftanb redme. 211« fid) bie Bäuerin, roie e« fid) unter 9fad)bar«leuten uon felber oerftebt, $u biefem 2iebe«bienfte anfjetfdng machte, »erabrebete ba« fdjwarje ©eibdjen mit if)r, bafe ftc $ur gegebenen 3*it il>* &ünbletn fd)itfen roollte, welchem fie nur ju ibrer SBobnung $u folgen braud>. gitized by Google — 243 — (Sinige 28od)en fpäter ftanb abenbs ber Sauer in ber Satire unb rounberte ftd), bafe ein frembeS £ünbd)en mit Seffern ©djellem getöne fein §au$ umrenne unb laut belle. ®r oerfud)te, ba$ $ier ju oerjagen; e$ roid) ilnn jroar aus, fefjrte aber gleidj roieber jurücf unb umfretfte baS £au3 wie juoor. darüber mürbe ber 9Jtonu junt 2tbenbeffen gerufen, wobei er feiner grau uon bem fettfamen $unbe erjagte. 9tun entfann ftd) biefe if)reä Sefu$e8 unb i&reS SerfprecfcenS. ©ie madjte ftc$ fofort bereit, bem §ünb= d>en $u folgen, nafim etroaS £einroanb unb ©tärfungSmittel, unb uerabfdjiebete ftdj oon iljrem Wann. Sil* fic uor bie £fm* trat, begrüßte fte baS §ünbd)en mit freubigem Sellen unb geigte itjr ben 2Beg. föafct) ging eS quer über bie £eibe ju einem JBalbe, meiner ba£ ftfyoli genannt roirb; bort blieb baä §ünbd)en oor einem Sergabfyange flehen unb ocrfdforoanb, a(3 bie grau r)crbei= fam, in ber ©rbe. £)ie gute grau ffcufete unb zögerte. 2113 aber baä £ünblein roieber jum Sorfdjetn fam, bie grau umfreifte unb bann abermals in bie £öf)le einbrang, folgte fte itmt burdj bie enge Öffnung. Salb befanb fte ftd) in einer jiemlidj geräumigen, red)t behäbig eingerichteten unterirbifdjen 5Bof)ttung. ©ie folgte bem f lugen Xiere weiter in eine Äammer, roo fte baS (jübfd&e SBeibajen, roeld&eS fie gleich roieber erfannte, in bem 3uftonbe fanb, ben fie oorauSfefcen fonnte. Sie leitete nun getreulich bie jugefagte §ilfe. 2113 Butter unb ßinb roofjl oerforgt roaren, nafmt bie Säuerin Urlaub. £)te Södmerin banfte if)r auf bie oerbinblid^fte Seife unb bat fte, x>on einer armen grau jur Slnerfennung ge= letfteter $5ienfte annehmen ju rooUen, roaS fie eben bieten fönne, unb brängte tf)r bann einen jtemlid) fajroeren ©tein auf, ben fie neben ifjrem Sette liegen hatte. $5ie Säuerin nahm benfelben fn'n, mehr nur, um ber gremben gegenüber nicht unhöflich 31t fein, als roeil fte bemfelben irgenb einen 3öert beilegte, unb ging nach £aufe. (§3 roar fd)on fpät geroorben unb ber Wann fchon längft jur ftube gegangen. 9Üö fie biefem am nächften borgen ihre (Srlebniffe erjagte, roollte er eS nicht glauben unb behauptete , fte fjabe es geträumt. «Run jeigte bie grau ben mitgenommenen ©tein. ®er Sauer legte jeboa) bem ©teine feinen 2Bert bei, fonbem roarf Um in ben §of. Einige 2Bod)en fpäter 30g ein ©lafer oorüber, bemerfte ben ©tein unb machte ben Sauer auf ben eigentümlichen ©lanj beSfelben aufmerffam. $)er Sauer nahm nun ben ©tein roieber ins £au3, ized by Google unb aU er einmal nad) Äoln mußte, nafnn er ifm mit nadf) bort. $)a {teilte e£ ftd[i fjerauä, bafj e3 (auter ©olb war. gür ben ($r(ö$, ben er barauS erhielte, faufte er fid) ein grofceä Sanbgut jenfettd be§ 92^eind unb machte burd) fein ©lud alle Seit aufmerffam auf bie Söunber be3 3$f)oljeS, roo nod) roeit gröfeere ©d)äfee ©erborgen finb. 228. $a£ mmoü bei Oplobcn. Wontanu§--©albbrü^, Storjeii I, 6. 36. 2Bo bie SBupper bei Dplaben auä bem (Gebirge fjeroortritt, unb tdo gegenwärtig bie (Sifenbafjnbrücfe über ben glufe ^iniüegfütjrt, befinbet fidj eine tiefe ©teile in bemfelben, roelaje ba$ SBolf (Scfel^- lodj) ((Scfelätiefe, ^ecfelälocd) nennt. $iefe ©teile, ff o erjält man, ifl unergrünblid) tief, unb jeber ©dmummer, roeldjer fid) t»iiiein= roagt, wirb oon unfid&tbarer §anb ergriffen, Ijinuntergejogen unb fommt nie roieber jum 33orfd)ein. 229. Sie 5Borßcfd}idjte ju Ctfaben. 9Ö. ü. 3öatt*rü$l, IBefen ic, 3. 36. 3n Dplaben flanb oor ^afjren jur ©ommerSjeit ein junger 3)tann früf) morgend am genfer unb faf) in ©ebanfen auf bie ©trafje f)inau3. &alb füllte fid; bicje, roieroof)l eä eine ungeroöfyn; lid)e 3cit mar, mit SJtenfdjen, unb er geroabrte ein Xrauergeleite, baS ftitl unb fdjroeigfam einen ©arg f)inauS jutn griebf)of führte. $ie meiften 3Renfa>n famen ifnn wie SBefannte, mie DrtSbürger, oor. Bulefct bemerfte er einen oerabfdjiebeten Hauptmann in fjell* grünem bleibe, ber mebrmaU ausglitt, als ob er nid)t ganj nüchtern fei. %m Saufe be£ £ages erinnerte er ftdj be£ ©efe^enen unb forfdjte bem Xobe8falIe nad); aber niemanb fonnte il)m 2lu3- funft geben. 3e länger er nadjforfdjte, je $uoerftd)tlid)er glaubte man, bafe er f elber in feinem nüd)ternen 3uftanbe geroefen fei. @r oergafj balb bie feltfame (Srfdjeiuung roieber. Qnbeffen fd)roanb ber ©ommer, ber §erbft; ber Sinter fam unb nun oerlor er einen lieben 9?erroanbteu bnrd) ben £ob. 21U er am genfler ftanb unb ben Seidjen^ug üorüber$ieben faf), erblidte er bie nämlidjen ©eftalten, roeldje er an ienem ©ommermorgen gefefjen fjatte, unb f)interbrein $og aud> ber Hauptmann aufeer $)ienft im Ijettgrünen sJtode unb glitt mehrere 3)tale au£, ba fidj ber S3oben mit ©latteis überwogen fjattc. — 245 — 230. $ie Spinnerin bei 9taufif)enberß. SRontanuS^albbrübJ, »orjett I, ©. 46. 3m ^ßarfe oon 9toufd)enberg Bei Op(aben liegt unter ^o^en Zäunten ein ©artenfjauä. biejent unoerfd)loffenen ©ebäube ober cor bemfelben bot man oft in neblic&ten SRädjten, ja fogar fd)on am gellen £age, eine feltfam gefleibete alte JJrau fifcen unb an einem alten, nid)t mef)r gebräuchlichen Dorfen fpinnen gefehen. 9tocf) einigen fotl biefea bie 2lf)nfrau bet Herren oon Sflaufdjenberg fein, bie ob irgenb eine* 33ergel)en0 fpinnen müffe. 2lnbere bagegen meinen, ba$ weifte flecfenlofe ©eroanb ber ©eftalt beute auf feine Sdmlb; fte fei oielmef)r eine ^eilige, welche ben anbern 9Wenfdjen ein Seifpiel beä gleite* gebe. • 231. Swtrßenranje. (t anberS erflären, aU bafe it)m bie £einjelmännd)en ©lüd unb 2Bo^lftanb brächten. ©ine« SlbenbS lag ber 9ttut)rbauer behaglich auägeftrecft am u foult auch wohl Urfadje f)aben, unter einer folgen geringen £aft fo furchtbar ju ftöhnen!" £er 3merg warf bei biefen Sßorten ooHer Serachtung bie Sl^ren t)in unb rief: „Ommigt (feuchte) ich Dir so viel derfan (baoon), Als ich erop geomigt han (habe), Wärst Du bal en arme Mann!" „Kummer Scfmacf!" entgegnete ber Sauer in beleibigtem Stolpe, „ba magft $u lange herunter tragen, bi« ich ein ©rot weniger bade! 9Jimm bie Ähren weg unb pacfe 2)ich fort!" Digitized by Google — 246 — Mit £olmgeläd)ter ernnberte ber 3roerg: „Rieh machen die Queren! Doch well mer sie zergen. 80 machen sie ärm; Sie hollen vom Ohlder Den dubbelden Mohlder Un dräschen den Bärm. Du wellst et nit glöven. Du wellst mich noch öhven, Su magst du et pröven, Un lehden die Gess. Dit Nösschen zo krachen, Dess mahs du net lachen; Wie Schuhm op der Bachen. Vergehst du, gif Achtung. Noch in du et wehss!" Äaum fyatte ber 3roer9 feinen Sprud) geenbet, fo war er uerfäjnmnben. ©er 33auer legte jtd) unmutig $u Seit, (Sinige ©odjen fpäter maäjte ein bebeutenber ^erluft an ben ©etreibe- fyaufen auf bem ©peidjer bemerfbar unb aud) ber ©etretbebarm in ber Sd&eune nafjrn fidjtlia) ab. $5a man ©iebftä&le oennutete, fo roanbte man bie benfbar gröfete «orftdjt an. ©od) ade* fjalf niä)t3. ©er 93auer erteilte nun feinem Schäfer ben Stuftrag, Littel Sur HbfteHung be8 Übels auSftnbig ju machen. Steffen erfteö fd&äft mar es, einige 9tärf)te lang neben ber Treppe jum grud)t= fpeidjer 2Bad)e ju Ratten. @egen Mitternacht t>ernaf)tn er eifrige« Trippeln auf ber Treppe unb mad)te ben $auer barauf aufmerffam. Stber beibe fafjen niajtS. 9tun erft gebaute ber Mubrbauer an feine Unterrebung mit bem 3roer9 maditc bem ©cfmfer baoon Mitteilung, ©iefer ftreute am folgenben Hbenb feingefiebte 2lfdje auf bie Treppe $um ^ruä)tboben. 3lm nädjften Morgen bemerfte er bie unjäbligeu Spuren von Meinen ^lattfüjjdjeu in ber 2lid)c unb roar nun feiner atte mancher 3roerg beuten unb üuetfdjungen bei bem fjatt, aber feine ernftbafte Serlefeung baoongetragen. (Sinige Söodjen barnadfc Jag ber sJRufjrbauer roieber am fpäten Slbenb an feinem £erb. ®a fjörte er abermal« ba« ©eräufd), roeldje« bie 2lnfunft ber &mtrQt begleitete. 6r fal) nun, roie fie mit groger 2lnftrengung einen gemaltigen fupfernen ßeffel in« £>au« fdjleppten unb über ba« geuer fingen. Der Sauer fonnte ftet) roeber rübren nod) ein 2öort reben. ©efdjäfttg füllten nun bie Smerge ben Äeffel mit SBaffer, unter bem fie ein mädjtige« fauer entfadjen. 9(1« bie« frod) aufloberte, führten bie 3rocr9e °en ™ tiefem ©djlaf befinblidjen ©d>äfer bereiu, jerrten itjn an feinem ßebergürtel $um .$erb unb umringten ifjn f)ol)nladjenb. Dann rourbe er oon bunbert §änben gefaxt, gefroben unb empor gejerrt, julefct aber in ba« jiebenbe SBaffer be« Steffel« geroorfen. 9htn jaulten, grinften unb labten bie Broerge unb tanjten in tollen Sprüngen um ben Heffel. (Snbltd) aber nafjten fie ft$ bem Sauern unb fangen fid&ernb unb ladjeub: ..Bauer stand op! Gar es die Zopp! (bie ©uppe)." darauf entfernten ftd> bie 3roerge. Der Sauer aber fiel in einen tiefen ©d)Iaf, au« bem tyn erft ber ©d>reden«ruf ber 3Hägbe am nädjficn £age erroedte, roeldje be« ©d)äfer« £et$nam in ber (Srbfenfuppe be« Äeffel« gefunben Ratten. Der ©djäfer rourbe djriftlirf) begraben unb bie 3™^rge oon einem nafieti (#eifilirf)cn oerbannt, ©ie liefjen fid; nidjt metjr auf bem SJtutjrbofe feben. 2lber ber sBof)lftanb be« Säuern mar babin. @r ftarb in größter Dürftigfeit, ©päter rourbe ber £of jerftört unb in 2lderlanb umgeioaiibelt. Der Steffel, roeld)eu bie 3roerge Surürfliefeen, fotl lange auf bem £>ofe al« ein ©a^rjei^en gezeigt roorben fein. 232. Der Sfoerg oon Dierratlj. (Surfcbeib.) üHontanu«=*öaIfcbrÖ^, Sorjat I, 'S. 1)3. @ine« Xage« im ©pätljerbft fut)v ein rool)lt)abenber £anb= mann oon Dierratb mit feinen flnedjten in ben &>alb, um §0(3 Digitized by Google - 248 — für ben nötigen SBinterbebarf $u fyoUn. $ie tfned&te roaren fdbon vorangegangen. $a fufjr ber Sauer mit feinem Otogen in eine SBalbfdjlucbt hinein, roeldfoe itdfj meftlicb gen 9Jeuftrdf>en $u erftreeft. 2ll£ ber Sauer an ben ©iiigang beS SBalbeS fam, börte er eine Äinberftimme roeinerlidj) rufen: „§e, ^SeterjobanneS, b^ $eter- jobanueS!" $)er Sauer, ber fo f)iefe, flaute ftd& oerrounbert um, tonnte aber niemanb roa&rneljmen. @r trieb bie SRoffe an, um weiter $u fafjren. ®a f>örte er biefelbe ©ttmme, meldte rief: „^eterjobanneS, belft, fonft mufc icb erfrieren, liebfter ^eterjoljanneS, fommt mir $u §ilfe!" $)a rourbe es unferm Sauern unbeimlidb, benn aud) jefct mar weit unb breit fein lebenbeS SBefen ju ent= beefen. ©d&on wollte er barum feinen 2Beg fortfefeen, als bie ©timme $um britten Wale anbob: „^eterjobanneS, aa fab ber Sauer in bie £öbe unb gemalerte auä bem &oä)e eine* bobten Säumet ein föänbdben benwrjittern, Hein nrie ba£ §änbd)en eines fecbsjäbrigen ftnäbleinS. 9iafcb ergriff er ba£ $änbd)en unb batte balb einen uom $roft fafl erftarrteu 3roerg r^croorgc^olt. 9J?it ber fläglicbfien ©timme t)ielt ba£ Heine SBefen an, ber Sauer möd&te es bodb nid>t üerlaffen, fonbem eS mit ftdb in bie roarme ©tube nebmen. SDer Sauer überliefe feinen SBagen einem t)erbei= gerufenen Anette unb trug ben 3roerg in feine ffiobnung. $er mar ntdjt fd&rocrer als ein breijäbrigeS Äinb, am £eibe aber ioor)I= geftaltet; bod) mar ber Hopf übermäßig bief unb ber grofee ÜHunb reichte faft tum einem öbr bis jum anbern. 3)aS Ocfid^t mar baS eines töreifeS. 2)ie ßletbung äbnelte ber bortigen Sauerntrad^t unb mar aus geioebtem ©oUenftoff oerfertigt, aber für bie rauf)e ©interfälte ju bünn. 3" Der warmen ©tube fam ber 3roer9 balb roieber ins Seben unb labte ftdf) an ber bargebotenen 9JHldj). 2)ann erjäblte er, roie er burdf) einen ©ebneefturm auf feiner SHeife nadb bem (Slfenberge übcrrofd)t roorben fei unb in ber Saumböblung einen bürftigen 3uflud&tSort gefunben fyabz. gür feine Rettung burdb ben Säuern üerfprad) er ftd) banfbar $u erzeigen. (5r bielt aueb ©ort. Salb jeigte er fidt) gef^äftig in ber Äüd)e unb überaß im £aufe, roo feine Äräfte ju Xienftleiüungen ausreisten. @r ridf)tete ftdt) balb gan$ ^äu^lidb ein unb blieb ben ganjen hinter auf bem ftof. 3ebermann batte ben freunblid&en (leinen Wann gern. Wancberlei Sorteile brachte er bem Oefinbe bei ibren Obltegenbetten bei, roujjte aud) mandieS jn erjagen unb gitized by Google fdjöne Sieber ju fingen. Söenn grembe famen, jog er ftdt> fdjeu $urücf unb fam nur feiten 3um SBorfdjein. 2T6cr bann fejjte er feine SBerridjtungen unftdjtbar fort, roaS einen feltfamen 2lnblirf gewährte. 2113 ber grüf)ling fööne £age in$ ßanb braute, nafim ber 3roerg 2lbfdjteb, banfte bem Sauern für feine ©aftfreunbfdiaft unb oerfpraü), ofjne eine ©ntfdjäbigung &u beanfprua>n, ben (Sommer fjinburd) ba3 Biel) f)üten $u motten. Unb ber 3roerg f)ielt ©ort, obfdron niemanb ifm fal). Man trieb ba« Biel) nur an baS $^>or be$ öofeS unb fümmerte fi$ nia)t um ba«felbe. £rofcbem gebief> es aufä befte unb niemals fehlte ein ©tfief. 2lm Sttbenb rourbe baS 33icf> roieber oon unftdjtbarer §anb bid and $oftfror getrieben, roo e3 von ben SJtägben in (Smpfang genommen mürbe, $od) ftettte man bem fleinen, maa^famen §üter allemal ein $öpfdjen Mild) auf ben Xfyorpfoften, ju meinem man ein Butterbrot legte, roaä regelmäßig oerjef)rt mürbe. Mittlerweile (am ber ßatfjarinentag f)eran unb bamit bie 3eit, roo ba$ 93tef> nid)t mef)r ausgetrieben mürbe. £er Bauer überlegte, roie er bie treuen ®ienfte be$ 3roergeä belohnen fönnte. ©nblid) liefe er iljm einen roarmen SBinteranjug ma$en unb biefen am legten $ütetag auf ben %a\m legen, roo ber 3^erg fein 2lbenb= brot $u finben geroolmt roar. £)ie Äleiber oerfdjroanben aud). Slber nie tjörte unb merfte man roieber etroaS oon bem 3«>erge ju SMerratt). 233. $ie SHaljr mit ber 3futterfdn»inße. (Untere Wupper.) *ß. fc. iüalbbrfiW, Wt\tn ic, ©. 24. (Sin junger Burjate lag an einem fjifeigen gieber franf bar* nieber; er batte, roie man auf feinen oerroorrenen Sieben leidjt entnehmen tonnte, oiel oon ber Maf)r ju leiben. Mehrere f)er$f)afte greunbe beä tränten befd)loffen barum, auf« forgfältigfte an feinem Hranfenbette $u roadjen. SBäfjrenb biefer $e\t trat einer vor bie £f)üre unb r)örtc ein feltfameä sJlaufd&en in ber Suft, ein 9tutfd)en über ba$ $ad) unb einen leisten gall auf bem Eingelaufen, ber bittet am £aufe lag. @r tappte nad) ber ©teile unb bemerfte, bafj eine gutterföroinge oom $adje tierabgeglitten roar. @r griff fie rafd) auf unb brachte fie in fi$ern ©eroaljrfam. £ann teilte er feinen greunben baä (SreigniS mit. Xrofc ber angeftrengteften Slufmerffamfeit jeigte ftd) aber nidjtS, bis am Morgen ftd) leiste - 250 - Stritte im £oje oernehmen liegen. Die brei Pächter gingen l)inab unb fanben bort ein 2Käbdf)en, meines fuchenb auf bem Düngerhaufen umberfduitt. Sluf bie grage, toaä fte wolle, erjagte fie, bafe fte eine gutterfdjroinge verloren ^abe. 2luf längeres Drängen gab fte §u, bafj fte oon ber anbem 3^r)einfeitc herüber gefommen fei unb bie $utterfdjroinge unumgänglich brause, um bortf)in $urücfyufel)ren. 3efct ahnten bie $urfd)en ben toabren ©adjoerbalt unb fte fugten ba£ junge, ihnen völlig unbefannte SDiäbdjen, bie mutmaßliche £ej:e, ju ängftigen. 3U^C^ gaben fte ihm, burch tränen unb Ritten erweicht, bie gutterfchnringe jurücf; bod) mufete e3 geloben, ben Äranfen auf feine SBeife mehr 311 ängftigen. Dagegen uerfpracb eS jebem ber Surften ein feines ßeinenl)emb, roeldieä fte in einem befiimmten Kölner £aufe holen fönnten. hierauf oerfebroanb baä Stäbchen mit ber gutterfdjroinge. Der flranfe genas balb. Die brei ©efeHen oergafeen baS Aner- bieten beS £>embe£ ober motten auch bem s3?erfprecben $u toenig trauen; fie erfduenen nicht jur beftimmten grift in tfblu. 911* aber einer oon ihnen fpäter nach Äöln fam unb neugierig in bem bezeichneten ,<£aufe Nachfrage hielt, erfuhr er, bafj aflerbingä ein fehr bübfdjeä Sanbmäbchen an bem fraglichen Dage brei faubere ÜJtonnöbemben bort abgegeben, biefe aber acht Dage fpäter, weil fte nid)t beanfprucht loorben, nrieber abgeholt habe. 234. Die Wahr in Woftgeftalt. (Untere Wupper.) b. ^albbrityl, Sßef«n jc, g, 22. 3Cn ber untern Wupper erzählen bie £eute oon ber 9Jlahr ober ber Nachtmahr unb oergleichen biefe ©rfebeinung oielfach mit ben (Kfpenftigen ^ferben, roelcbe bie Reiben unficher 51t machen pflegen. Diefe tftoffe foßeu felbft burch oerfchloffene Dhüren nachts in bie Schlaffammern bringen, fid) mit ihren 3tarberl)ufen ben Schlafenben auf bie Öruft legen unb fie mit glübcnben Singen auf beängftigenbe ii>eife anftieren. Die £eute fürchten bie 9)tahr fo fet)r, bafj fie biefelbe allabenblid) burch ein ©ebet 51t befdmndjtigcn fudjen. Diefe* lautet alfo: „£iebe 2)fabr, ich bitte Dtd), Diefe 9tod)t oerfchone mich." — ized by Google VII. Die X>fyün. Digitized by Google 1. 2er SdM im ftattenbergc. (SD&finn.) 3roifd)en 23orn, ©ermetefirdjen unb Styfimi befmt fidj bcr fogenannte Battenberg aus. 3n bemfelben ließt unter einem (Sicfc bäum ein foftbarer Sajafc, ber oon feinem einfügen Sefi&er mit einem fo ferneren Äiefelftein bebedt roorben ift, bafe er immer tiefer in bie ©rbe Ijineinfinft. Wt §adt unb Spaten ift bem Sdjafce md)t meljr beijufommen, fonbem nur baburd>, bafe man ben Stein am £immelfaf)rtätagc in bie £öfje r)cbt. $e3l)alb gef)en nod) jefct afljäf)rlid& an biefem fjoben Äirdjenfefte etroa fieben bis ad)t Männer an bie betreffenbe Stelle, um ifjr ©lücf 311 oerfudjen, bid jefct allerbingä o^ne ©rfolg. 2. 2er tiefe Brunnen $u 2f)imn. Öeoor baä $)orf 3)bünn feine jejjige Fontane anlegte, mürbe ba£ ©affer au« einem SBrunnen geholt, bejfen Xiefe fet)r beträa)t= lict) mar, rootron man fld) burd) hineinwerfen oon Steinen nod) r)eute über$eugen tarn 2lltc Seute aber erjäblen, bafe bie £)runnen= maa)er bei ber ^erftedung be$ Srunnenä julefct in ber anbern SÖelt ben #af)n Ratten fräßen fjören. ®er SBrunnen mufe alfo faft burd) bie ganje @rbe lunburdigefjen. Dod; ift, rote berietet roirb, oon einem geuer in bemfelben nid)tS $u t>erfpüren geroefen. - 254 3. 3uba3 äfdjariotft. ($f)ünn.) SWünblic*. $n ber ©egenb oon ®f)ünn ^abcn oor B^^cn bic fieute oft ein laute« ©etjeul f)o$ in ber ßuft oernommen. S)a3 foU oon 3ubaS 3fd)ariotf> tyxvtynn, bcr nimmer jur ewigen 9*uf)e ge= langen fann. 4. tteiSbrei toattbelt ftd) in @o!b. ($abringbaufen.) 9)iünbltc$. 3ln bem 31$ege oon tilgen nad) $abringf)aufen liegt unroeit oon ©ifgen bie Sfautjämüfjle (aud) 9Jauämü^le). 2ln bem 23erg= bange in ber Jläbe fteljt ein Reifen fjeroor, ber 3ro^röfcUc» ge; nannt. $ier tjaben nämlia) früher 3roer9c 9*bauft unb jidj> burd) sBobltljaten bei ben £f)albeioof)nern fei>r beliebt gemalt, (Stuft lieben fie oon ber 3HüUerin in ber ^au^mü^le einen ftodtfeifel, um Reisbrei barin ju fodjen. 2113 fte tyn 3urücfbrad)ten, Ratten fie etioaä Reisbrei barin geladen, ber fuf) nad) i^rem SSeggange in reine* (Mb oertoanbelte $aber ftammt bie 2Bo^lf)abenl)eit ber bortigen WüUerSleute. £>erjlofe Seute in ber bortigen ©egenb, meldte bie 3^erge wegen ifjrer Kleinheit befdjimpften, Ijaben fie julefct oertrieben. 5. Xie @riinbuitß oon Miltenberg. Sciträßc jur SJergifdj ■■ Wieberrtyeimf $en ©eföic&te. Tic trüber 2lt>olf unb (Sberljarb, ©rafen oon Altena, nabmen an einer #ebbe bes .t>er$og3 oon Himburg gegen ben £erjog oon Trabant teil, too in einem Wefed)te auf beiben Seiten eine grofee 3abl fiel, öemeint ift baS Treffen bei $ura3 in ber ftälje oon St. XronO am 7. 2(uguft 1129, in ioela)em 824 Wann tot auf bem ©aljlplafcc blieben, ©berbarb botte jtoar feinen niebergemadjt, tro^bem füllte er fid), als er auf feine 29urg Slltena jurücfgefebrt mar, in feinem (#eroiffeu beunrubigt, oerliefe in armfeliger ßleibung, um nidjt erfannt 511 roerben, beimlia) jur 9tad)t$eit fein Sdflofj unb befud)te als ^ilger unter grofeer 3er^n^fcbun9 feines £>er$en$ bie Sdnoelleit ber Slpoftel Paulus unb ^etruS (ju 9tom) unb bie bes beiltgcn ^acobuS (in (Sompoftella). 2luf ber 9tücffebr (am er auf einen §of, locldjer sunt Gifterjienferflofter Worimunb geborte. £)ort oer^ bingte er fid) um ttobn als Sdjroeinebirt, um feiner eblen 2lb(unft gitized by Google — 255 — oergeffenb feine ©eele bem Gerrit $u meinen. 9lun traf e£ nä), bafe jroei bergifäje $ienflmannen , auf einer ^Jilgerreife begriffen, an jenem £ofe oorbetfamen unb einen Liener baf)in fenbeten, um fid) nad) bem 2Bege ju erfunbigen. $>a biefer niemanb fonft an- traf, eilte er auf ben <5ä)roeinef)irten ju, um ben 33efef)l feiner §erren auszuführen, unb glaubte in bemfelben ben ©rafen ©bewarb an ber 9Jarbe einer SBunbe ju erfennen, roelä)e er in bem oben= erwähnten treffen empfangen hatte. (Sr melbete baS feinen Herren, bie nun aud) tjiujueiiten unb ben Birten in beutfä;er ©pradje auS$uforfd)en begannen. $)er fu$t anfangs ftdj ju verteilen unb fprid)t nur fransöftfa); allein bie bitter erfennen Um, feigen von ben ^ferben, ftürjen ihrem §errn um ben £alS unb Kiffen ir)n. (Sie gehen mit ihm 3um Vermalter beS £ofeS unb teilen bem (enteren alles mit. £>er eilt nod) in ber 9tod)t nad) 9Jtorimunb jum 9lbt unb tfmt ihm baS ©ehörte funb. £>er 2lbt nimmt am folgenben borgen feinen ^Jrior unb ßettner ju fid), begiebt fid) naa) bem £of unb erfährt von bem ©rafen unb ben beiben Gittern, bafj fta) alles fo verhalte, roie ihm berietet mar. 6r überrebet (Sberfyarb, in 9Jtorimunb 5Jtönd) ju roerben. 9hm befudjt biefen fein 93ruber SCbolf unb beftimmt ihn, fein befinbli<$en Weberfärift au« ber Reiten .tKüfte beS 16. SabrbunberW ; Wontanu«, Sorjeit, I, @. 9; SHüQer öon «önisämnter, fiorelei, ©. 249; Sauer, Sie Söu^er, 73, 78, SO. 6. $ie Stufen tum SUten&erg. 3Rontanu«=?Öalbbriu)l, SBorjcit I, 6. 212. 3m §oa>ltar beS Zornes §u 9lltenberg befanben fid) früher im gemalten ^olzfdmifcroerf jroei Sftofen, eine roeifee unb eine rote; mit benen r)at es folgenbe SJeroanbtniS. Digitized by Google - 256 - ©in Sruber be3 HlofterS lag cinft fc^iucr Icibcnb barnieber, unb mit ifmi flejjten alle übrigen trüber, bafe if)n ber Gimmel burdj ben £ob oon feinem ©ä)mer$en£lager balb erlöfen möge. $a fprofjte im 3Rön$*$or, roo ber franfe Sruber geroölmltd) ju fifcen unb $u beten pflegte, eine roeifee sJtofe l)eroor. 5E)rei ©tunben barnaä) fkrb ber Äranfe. ©eitbem roieberfjolte jt<$ ba3 3^*"- ©tets fanb berjenige, meinem ber Xob beoorftanb, brei ©tunben uor feinem @nbe eine roeifee 9tofe auf feinem ^ßlafce. ®ie£ mährte fo lange, bis einft ein junger, lebensluftiger 9ttöndf), ber bieie£ $obe8$eidjen auf feinem ©tuf)le fanb, eä feinem sJto<$bar l)infdf)ob. ®a roarb bie roeifee SRofe plö|lidj rot, rote oon Slut übergoffen, unb beibe 2ftönd>e ftorben barauf. ©eit biefer 3^it erfd&ten ba8 Seiten nicf)t mefjr. ty>ettfa) bearbeitet toon WM), omet«, Meberr&em. flefcb^tdfreunb, 1881, JCr. 7. 7. £er £o*cr Clef, (Miltenberg.) OTünblia). ©ef)t man oon Miltenberg in öftlidjer ^ia^tung in ba$ 2Bilb= badjtfjal hinein, fo geroaf)rt man ba, roo man bie legten Softer* teid&e pajfiert, redjtä einen großen 2Balb, bie £ooe. 3n biefen Sßalb ift ein oornetymer ©raf ober bitter oerbannt4 ©r Reifet Olef. ©dron feit oielen Sauren roanbert er in biefem 2Balbe untrer unb fann feine ©rlöfung finben. @r fann nidjt in ben Gimmel gelangen, aber audj bie (Srbe tü$t geroinnen. ©r ift oon großer, langer ©eftalt. 9hi ben güfjen trägt er bleierne ©tiefei. §äuftg begegnet er am Mlbenb ben Seilten, aber niä)t auf ber ©rbe roanbelnb, fonbern in ber Suft fdnoebenb. Dft tjört man audj, bafe er feinen £unben pfeift. 3uroeileu fc&rettet er über bie Säume Inn. Mlnbere oernafnnen beutlid) feine ©abritte; als fie aber näljer famen, ertjob er fia) unb ging über bie ©ipfel ber Säume tjinroeg. 3n ber Witternadjtftunbe roanbert er auf Miltenberg $u, aef)t aber nid)t weiter, als bi£ an bie $eid>e. 2)ort frug er einft einen Selker, ob er nadj Äöln gef)e. Tiefer bejahte unb nun rourbe er oon Dlef beauftragt, einen ©eifc lia)en, ber ifym in S)eutJ mit einem Sudf) unter bem 2Irm gegnen roürbe, ju fragen, roie lange er nod) ju roanbem f)ätte. $er £el)rer traf audj ben ©eiftlidjen, befam aber eine*au3roeid>enbe Mlntroort. gitized by Google I y Google 8. $ie ^leugrünbuno, oon Miltenberg. WontanufcSöalbbrityl, »orjeit I, @. 213. 3>a« Ätoflcr Slltenberg war urfprünglttt) in ber alten 93urg auf einem 93erge an ber $)f)ün errietet roorben. $)a biefe« ©e= bänbe aber ben 2lnforberungen ber 9Rön$e roenig entfpradj, fo befc&Iofe man, ein neue« ßlofter an einem geeigneteren ^lafce $u grünben. Sttber über bie ^aufteile fonnte man fi$ lange nidjt einigen. $)a fd)lug 2t6t öenno oor, einem ©fei bie ©ntfd&eibung ju überlaffen. 2JHt bem Slbjeiajen be« fllofter« unb bem Stougelbe belaben führte man it)n cor ba« alte !8urgtf)or. $a« Xier roanbelte bebääjtig in« Styal ^inab; bie 9Rön$e folgten tym. 9Rel)rmal« (fielt ber <$fel ftill. (So fam er enblidj an bie (Stelle, roo ber Äaibad) oon ber 6pec&t«f>art fjerunterriefett unb roo ftdt) bamal« ein frifd^cr Sßiefenfrreifen f)in$og. $)ort machte ber ©fei ^alt unb legte fidj ber)aglic^ in« @ra«. ©ogleidj riefen alle 9Rönd)e: $)a« ift ber Sauplajj; ©Ott roill e«. £)er Ort rourbe fofort geroeif)t, unb balb erhoben ftä) bort bie dauern be« neuen ßlofter«. 9. $ie bcrgifdje ftofe. (Slltenberg.) Wontanu8 = SBalbbrityl, Sorjeit II, ©. 2. $a« ältere bergifdfje £errfdjertyiu« führte eine Siofe im 2Bappen, roeldfje aud> ba« oon if)nen gegrünbete Älofter ju 9lltenberg annahm. 311« aber ©raf griebrid) oon ^fenburg, einer Seiten* linie ber bergifefcen ©rafeu angef)örenb, burd) Engelbert« ©rmorbung ba« alte SBappen beflecft fjatte, nahmen bie bergifdjen ©rafen ben ßimburgifdjen Söroen, ba« ßlofter Miltenberg aber bie Gimmel«* föntgin 3ttarta in« Söappen auf. Über ben Urfprung biefe« älteften bergifd&en SBappen« roeifj bie ©age golgenbe« mitzuteilen : ®er erjte ©raf oom 93ergerlanbe r)atte eine eble, tugenbljafte ©emafjlin, roeldje ifmt jroei ©öfme geboren, al« er mit Äönig £etnrid) in ben ßrieg gebogen roar. gür biefe 3^it übertrug er bie 93erroaltung feine« Sanbe« einem ®ienjlmann, ber in böfer Seibenfdjaft $u ber frönen ©räfin entbrannte. ®iefe roie« tf)n mit ©ntrüftung jurücf. 9iun broljte ber ©ajänbliaje, fie bei tyrem ©ema^l ju oerflagen. geübt roürbe. ©rft 1G09, als ber fefcte geiftlidje gürft au« bem bergifa>n §errftt)ergefd>le$t, ber feinen Stanb t)erlaffen unb geheiratet hatte, ftarb, erlofd) aud) mit t&m ba« ©efd)led)t. $oeüfö bearbeitet toon Sauer, Die 3öup»)er, 6. 73. 10. $ie Sage Mm «De =9Haria bitter. (Attenberg.) Gaefartu« t>. ^>eiftcr6a<^. (Sin roeltlidj gefinnter bitter (3>unfer oon -Keffelratf)?) oer= braute feine 3^it auäfdjliefelid) mit Saufen, Spielen, glühen unb Scfmrören. 9tur geroot)nf)eit«mäfeig betete er bie Söorte: „©egrttfet feift bu, Farial" 211« er alle greuben ber SBelt genoffen t)atte, erfannte fein §erj, roie eitel alle« 3rbifd>e ift, roanbte ftdj ber f^ren ©otte«-- minne mit Snbrunjt J" unb rourbe auf feinen flehentlichen SBuufch im Slltenberger Äloftcr aufgenommen. 3roar 9ort auf ben Sippen oerfdjieb er. Slber faum Ratten tf>n bie 93rüber fromm jur (Srbe begattet, al« feinem ©rabpgel eine blenbenbroei&e Silie entfprang, auf beren Blütenblättern mit gofc bigen 93ud)i*aben ju lefen mar: „©egrüfct feift bu, SWaria!" £>te Sitte aber entroud)« bem 2Runbe be« frommen 93ruber«. ^Soetifd^ bearbeitet »on ©imrotf, Styeinfagen, ©. 44; mmx öon ÄönigStointer, Sorelet, 6. 257; Qob,. »apt. Jtouffeau im Webendem. ©efe$i($t«freunb, 1881, ©. 68; 9Rontanu«, SBorjett I, ©. 26. 11. $er 3rlud> wn Attenberg. 9Rünblt($. Seim Älofter Attenberg befanben ftdf) früher Reben Eeid&e, in roeldben bie SHöndje il)rc gifd&e matteten. (Sinft Ijatte ein Wim$ be« älofter« eine 3ungfrau uerfüffrt. 211« ba« im ßlojter rudjbar rourbe, befd)lo& man ben $ob be« Hfläbcfcen«, bamit jeber SJtafel oom Älofter ferngehalten mürbe. 3Jton führte e« auf einen Stamm oon einem ber gifdjteid>, um e« fjinabjuftofeen in bie falten gluten. Stber e&e bie« gefdjal», ertjob bie 3un9frau brof)enb it)re $anb gegen ba« ftlofter unb fpradj einen fd&auerlidjen glud) über ba«felbe au«, babei propfjejetenb, bajj e« burdj) glammen $u ©runbe ge^en werbe. 3)er glua) ging in Erfüllung. 9ttemal« ging eine Seudjte ber SBiffenfdjaft au« jenem Ätojier fjeroor, unb flammen t)erjel)rten teilroeife ba« e^rroürbige Älofler mit ber ßtrdje. 12. $ie »ttdjtiöaflen ju Attenberg. Setbing, Sagen, 5ir. 1. Sernljarb oon ©lairoaur, fam einft in ba« (Sifelflofler Rimmels ratf), um bie SJtondje be«felben, meldte tl)re ftrengen Siegeln oer= geffen Ratten, jur $flid)t aurüdfyuftifiren. SCber er füllte balb, ba& feine SBorte feinen großen ©inbruef auf bie 3Rönd&e matten. $)a oerflof$ er fitt) oor ©ram in eine 3^ffc unb roarf ft<$, als eben ber £ag ju (Snbe ging, bei geöffnetem genfter jur (Srbe nieber, um ju beten. $o$ balb oermoa}te er feiner ©ebanfen nid)t me^r ^Keifter &u bleiben, al« müßiger Slütenbuft in bie 3eDe ftrömte unb Diele 9iad)tigatten brausen im ©arten ju f ablagen begannen. ized by Google — 260 — (Srft ber SBeSpergefang, ber an fein laufd&enbeS Df)r fd)lug, braute ifnu feine ernften ©ebaufen toieber. £)a erfmb er ftdj im Unmut unb oenoünfä)te bie 9lad()tigallen, fo bafe fte $ur arb ^ier^er getätigte, faf) er mit ^reube, bafj bie SRöndje in Strenge unb (S^rba^rfeit (ebten. $)a fegnete 93ernf)arb bie 9todjtigallen roieber unb fott einen 33rief getrieben Ijaben, toorin er fpradj: „$)er TOcnfd^, toeld>er ©ott liebt unb reines §er$en3 ift, barf fid) of)ne ©d&aben für feine (Seele an allem ©c&Önen, Siebltcjeu unb £errUd>en erfreuen." ^ßoetifefy bearbeitet üon 9Hontanu«, SJorjeit I, 3. 30. 13. SBon einem ^ferbefnodjen, ber auf umnberbare äöeife aue edjten ©ebeinen ber ^eiligen elftaufenb Jungfrauen Jerau8ge= fdjleubert worben ift. (2tltenberg.) (Sacfariu« to. öeifterbacb, Dial. VIII, 89. 3113 einmal riete ©ebeine oon ©efäfjrtinnen ber Zeitigen Urfuta naä) Attenberg gebraut roorben roareit, matten bie üftöndje fu$ fofort baran, bie ^eiligen ßetber ju toafd>en, breiteten bann reine £üd)er auf bie ©ifce im ßapttelfaal unb legten bie ©ebeine barauf, um fie ju trodfnen. ^löfclidj bemerften bie Slmoefenben einen ab)$eulid)en ©crudj, melier oon ben ©ebeinen ber$ufommen fdnen. 5lbt ©oSroin fürdjtete fofort, es liege ein SBlenbroerf beä Teufels 311 grunbe, ber beabftdjtige, auf fola)e Söeife bie etirfura^t ber 33rüber oor jenen Reliquien ber Sttärtorer ju oeruidjten; er na^m aläbalb einige ^nefter mit, 30g bie ^eiligen ©eroänber an unb rief bann in ber 9tät)e ber Zfyüx ftefjenb: „3$ befd)toöre SDtd), unreiner ©eift, im tarnen bejfen, roeldjer fommen wirb ju rieten bie Sebenbigen unb bie £oten unb bie SBelt burdj geuer $u jerftören, bafj, wenn biefer ©eftanf oon 5J)ir r)errül)rt, foldjeS offenbar werbe unb ®u fo ©ott unb biefen feinen ^eiligen bie gebü^renbe @f)re erroeifeft!" SBunberbar! Äaum Ijatte er biefe 2Borte gef proben, ftefje, ba flog oor aller 2lugen mitten aus ben ©ebeinen ein grofjer <ßferbefnod)en unb fiel toie oon einem Sturmtoinb getrieben aufeerljalb beS flapttelfaaleS ju öoben. 2JUt tym mar aber aud) ber ©eftanf oerfd&touuben, unb eS madjte ftdj ber füfeefte 2Öof)lgerudf) bemerfbar. $a priefen äße ©Ott, ber baS 28erf beS Teufels ju niä)te gemalt, feine ^eiligen aber oerf)errttd)t fjat ^oettja) bearbeitet fcon 2)iontanu$, Söorjeit I, S. 49. gitized by Google — 261 — 14. §tfeltttffer§ $au8. (Steinbüchel.) $iontanu«--2Mbbrityl, Sorjttt I, 136. ©pielfäffer mar einer ber größten ©eiger, roeld&en man t>or 3etten am 9lieberr^ein fannte. @ä fonnte fein gejt auf bem Sanbe ober auf ben ©c$löjfern ber Qunfer gefeiert werben, baS er nt<$t burch fein Spiet oerf)errtid)t ^ätte. ©r roo^nte tu ber ©emeinbe Steinbüchel, unroeit be3 Älofterä Sittenberg, auf bem SBeiler 93irf= hafjnenberg. ©ein $au3 ^atte tange im 93eji{$e feiner ©ippe gejlanben, mar uratt unb bafjer burd) SBanjen unb ähnliches Ungeziefer in einer erfdjrecflidt)en SBeife beoölfert. ©pielfäffer hatte allerlei bittet gegen biefeS ©efchmeiß angeroenbet, äße aber vergeben«. 2Bar er Monate lang abroefenb unb fehrte er enblidt) ljeim, benfenb, baß fie fich oertoren traben mürben, fielen fte mit um fo größerem Heißhunger über it)n her unb quälten ihn burcJj 3ucfen unb ©tethen. einmal in einer Reißen ©ommernadfjt zur 93ergroeiflung gebracht, itonb er oom Sager auf, fdjnürte fein Sünbel, nahm feine ©eige, al£ ob er ans SBanbern badete; bann fd&lug er geuer an unb legte bie stamme an fein §au$, an allen oier ©den zugleich, fo baß e$ batb in geller ©tut flanb. 2118 bie 9toä)barn zum Söfchen herbei- eilten, ftufcten fie, als fie ben Äünftler unter bem herrlidjften ©eigen* fpiele ba8 brennenbe §au3 umtanzen fahen. 2Benn ba3 nicht gut für bie 2ßanjen ijt, ßünb', teufet, mir noch beff're Sijt! fang ber tanjenbe SHeifter in einer fo feltfamen 2Beife, baß bie Seute wie gebannt ftefjen blieben, bem ©efange, bem ©piete laufdjten, bem £anje unb ben gtammen 3ufd)auten unb baä Söffen vergaßen. 3115 ba3 £auä in ftd^ nieberflürjte, ba3 Ungeziefer oerenbet mar, fd&ieb ber OTciftcr. @r iffc nie mehr auf ben Sirf&atjnenberg zurü<£ gefommen, aber fein 9öanjenmittet unb fein Sieb fmb bort in gutem Slnbenfen geblieben. 15. $ie ßrfdjeimmß tum Strautociler. 3n öurg ©trauroeiler roohnte einft ein SJtonn mit feiner grau. ®er Sttann mar fet>r leid&tfinnig unb ging tuet ins 9Birtdt)auä. 5E)ie grau mar hingegen fetir fromm unb betete fleißig, namentlich, wenn tt)r SKann nicht baheim mar. Um feine grau zu erfdfjrecfen, trat ber SJtonn eine« Stbenb«, als biefelbe ifm im 2Birt3f)ßu3 Digitized by Google — 262 — rannte, f>eimli<$ hinter bett Uljrfaften. 9toä) iqrer ©en>ot)nf)eit nafmt bie grau ben Sfofenfranj unb begann ifjre ©ebete. ^3lb|lid> erfolgte ein bumpfer n faft mit einem Seine berührte. er »auer unb bie weifte ftrau. (Dbentljal.) 28. t>. 2Balbbrii&l, m\tn jc, ©. 6. ©in armer SBauernburfaje, roeldjjer in ber 9täf)e oon Cbentfyal etroaS Sanb ^atte/ liebte bie einzige £ocf)ter eines reiben ©utSbeftfcerS. 3roar liebte ir)n baS 9Räb($en roteber, aber ber Alte wollte r>on einer SJerbinbung ber jungen Seute nichts Hüffen. 9tur feiten unb bann ganj oerfb^len burfte ber Surfte baS 2Räbd>en feljen. 9tun f)atte er für einen reiben dauern bie Ausrottung eine« (Sid&enroalbeS übernommen. 2113 er eines AbenbS, ermübet ooit ber fdfjroeren Arbeit, fidfj $um «§eimgeljen anfd)icfte, trat aus bem bunflen ©ebüfdj eine weife gefleibete Jjor)e grau Ijeroor unb grufete it)n freunblia^. Sie eröffnete tym, bafe er, roenn er eine gerotffe @iä)e am na^en 93ergf)ange unberührt laffe, glücflidfj werben unb balb baS3iel feiner 2Bfinfa)e erreichen mürbe. „Leiter'', fut)r bie grau fort, „roirft $)u unter biefem ©idjenftamm morgen einen großen Sajafc finben, melier für beftimmt ift. Aür biefen faufe ben ganjen SBergbang, um bie ©idf>e ju fronen", Xann oer= fdjroanb bie @rfcf)etnung, roie fie gefommen mar. Am nädjften borgen ging ber Surfte mit größtem ©ifer au baS SBerf, unter bem bezeichneten (Siajenftamm $u graben. SSirfUef) fanb fia) unter feinen 2Bur$eln ein fupfemer Xopf mit einem großen @olbf$a|. Schnell füllte er nun feinen Sacf mit bem ©olbe, beefte ^oljfpä^ne barüber unb eilte ju feiner §üttc. (*r oerfcfjlofe ben ©d>afc unb machte fia) auf ben 2Beg ju bem Eigentümer jenes 8ergf)angeS. @r faufte biefen für billiges ©elb unb fpäter mit gitized by Google — 263 — größter 93orft$t nod& onberc ©runbftücfe. @r brauste nun nidjt mefjr um fargen $agelol)n $u arbeiten, fonbern fonnte feinen eigenen $cfer bauen unb mürbe fein: n>of)lf)abenb. 9Run war er bem reiben 3?ater feiner Siebflen angenehm unb balb führte er lefctere als geliebte grau an feinen eignen $erb. 2lud& ifyren ^adtfommen blieb ba8 ©lud treu. 17. Die maufemadjenben £ejcn tum Cbcntfjal. @in £ef)rer in Dbentfyal l>atte einft von 93oi3n>infel (jroifc^en Dbentljal unb ©labbad)) bie brei Äinber einer §eje in ber ©djule. $)ie ßinber roaren roof)ler$ogen unb bie greube beS Sefjrerd roegen tyre* gleite«. 2llä tf)m aber mitgeteilt nmrbe, bafj fic bie fltnber einer ^ejre feien, befdjlofj er, 9todjforfdj>ungen anjujleHen. 6r naljm ba3 eine £tnb, einen anteiligen Änaben, oor unb fragte tf>n, ob teilte Sftutter 3Räufe machen fönne. $>er ßnabe geftanb bieS fofort. 2113 ber fiefyrer ftd) naä) ber 2(rt unb 2Seife erfunbigte, teilte ber ftnabe mit, bafj feine 9Rutter i^r SBaffer in ein ©rüba)en laffe unb bann barin rü^re. Sogleid) fämen ^unberte unb £aufenbe oon 9Räufen fyeroor, aber offne Sdjroänje, benn bie §e£en tonnten feine 3Jtäufe mit ©cfyroänjen madfien. 18. 3wci fptelenbe ©afett. (Qbenttjal.) 9KünbJi$. @in 3äger ging eine« SageS, ba« ©eroef>r auf bem dürfen, jur $agb. @r mar nodf) ni$t lange baf)ingef$ritten, als er jroet fpielenbe ein entfefelid&eS ©efdjrei. 2lm nädjften Xage f)ürte er, bafj eine sJtod>barin totfranf ju s8ette liege, toeldje gefdEjoffen roorben fei. «Sie f)atte fid) in einen ber beiben £afen oerroanbelt. gitized by Google 19» Sie müa>crtrei&cnbe £eje. (Dbentjal.) 9Wünblt$. ©inft fam eine al« $ere allgemein befannte grau ju einer Bäuerin, um Sttilä) ju frolen. $ie Bäuerin bebeutete ber grau, bafc ftc nodfj feine 9Jtitrf) befommen fönne, ba erft einige %t\t nad^^er gemolfen roürbe; bann möge ftc roieberfommen. ©ie grau entfernte ftdj. Sil* man nun jur gewohnten 3eit bie fräftigen, wohlgenährten Jtülje metfen wollte, gaben fie fämtlidfj feinen tropfen 9Ril<$. Voller ©Breden eilte man jum Pfarrer unb teilte if)m ben ganzen Hergang mit. ©r erfunbigte fidj naä) allen ©tn$ell)etten unb fragte aud), ob md&t eine grau im £aufe geroefen fei. 211« man bie« bejahte, riet er, ber grau, wenn fic roieberfomme, 9Rild) ju oerabreidjen, aber ein Rom ©al$ t)inein$uwerfen. $)ie Bäuerin ging. 311« nun ba« alte 9Beib wieberfam, gaben bie ßüf)e if)re SHild) wie immer. 5)ie Sitte empfing bie gewünfdjte 3Renge, in welche bie Bäuerin etwa« ©alj geworfen l)atte, unb oon biefer $e\t an übte fie feinen fdjäbigenben (SinfCufe mel)r auf bie ßüt)e ber Bäuerin au«. 20. gegettbe Äittber in Cbentljal. 9Rünbli$. 9lodf) fjeute Reifet in einem wetten Umfreife Dbeutfjal ganj allgemein „§e£en=Obentf)al", weil bort bie ^ejrenfuuft namentltd& oerbreitet geroefen fein foff. ©anj befonber« foll ftd(j nad) biefer Stiftung eine £>offtatt au«gejeidjnet unb bem Ort jenen ominöfen tarnen eingetragen fjaben. $)ie Äinber biefe« $ofe«, oon ben Sltern, welche in allen £erenfünften woljl erfahren roaren, unter* roiefen, brauten nidjt feiten burdf) if)re ßunft in ber Sdjule 3fläufe of)ne ©d&wänje l}eroor, mit beneu fie il)re Äurjroeil trieben. 21. Xer glfibenbe Wann im Ätrfrfjbaura. (Dbentfjal.) 9Rünbüc$. 3n einem ftirfdjbaum bei Dbentfjal faf) man oft am Slbenb ein gro&e« 2id)t brennen, meldEje« bie ©eftalt eine« großen 9Wanne« Ijatte. 3wei Burfdjen au« ber ©egenb, weldje biefe ©rfdjeinung roieberl)olt bemerft Ratten, befdjloffen enbltcf), ben ©runb ber ©adje ju erforfdjen unb nadfj bem unheimlichen fiid&te ju fdfnejsen. 2lber faum Ijatten fie an bem feftgefefeten Slbenbe ba« ©runbjtücf be* treten, auf welchem ber flirfd&baum ftanb, al« fie oon einer unftdjt= — 265 - baren 3Jto$t mit unrotberftef)lt<$er ©eroalt von bem ©runbftücf raeggebrängt rourben. ßrft als fte auf einem angrenjenben gelbe waren, famen fte roieber §ur öeftnnung. 9tun aber überfiel fte ein namenloser Sd&recfen, unb fie flogen in roilber §aft naä) ifyrem $aufe. 2lud) roagten fte nie mefyr, eine Unterfudjung be$ glüfjem ben Wannet im Äirfdjbaum oorjunefmten. 22. ftrau ftnbet feine Hude im örebe. (Dbentbal.) 9Rünbtt<$. (Sine alte, reidje 2Bitroe in Dbentbal befiimmte, als fte if)r (Snbe fjerannaljen füllte, baß i^r gefamter 9ia$laß ber ©eiftlia> feit ^fallen fottc. Sie fyxtte aber nafje (Srben, roeld&e in fcürfttgfett lebten unb roetdje fdjon lange auf ben Xob ber SBitroe geroartet Ratten. Sie roaren fct)r niebergefd&lagen über bie teftamentarif<$en SÖefiimmungen ber Söerroanbten. £)odj biefe fanb im ©rabe feine 9>luf)e. Dft ifl fte in ber sJläf)e be8 §aufe8, roel<$e3 fte in tfjrem Seben beroofmte, ala roeiße, rufjeloS um^erroanbelnbe ©eftalt ge= fef>en roorben. 23. 2)er 8el>ittemoca bei Dbentbal. SWüiibli^. 3n ber 9lä^e von Dbentbal beftnbet ftdj noä) f)eute ein $öeg, meiner allgemein ber 3efwtenroeg, Reifet. £ort tft oft ein glü&enber 9Rann gefe^en roorben, roeldjer einen §unb an einer Äette füfjrt. 3eitroeilig erfd&eint er alle Slbenbe ben bort SBorubergefjenben. rift fe&It. $Da8 ©eläute biefer ©lorfe erregte in früherer 3eit ein foldjeS 2luffef)en, bafe alle SBelt ftd) barüber oertounberte unb Obentt)al barum beneibete. £)ie sperren oon ßöln follen mehrmals nad& Dbentfjal §v fommen fein, um bie ©lorfe 311 ertoerben. Sie follen einmal ge* äußert fyaben, ftc wollten ben SBeg oon Dbentljal bis ßöln mit filbernen Xljalern belegen al3 ^reis für biefe ©lorfe. 2lber bie Dbentfyaler gingen auf biefen Vorfdjlag nidjt ein. So behielten fie ir)rc ©lorfe unb bie ßölner it)r ©elb. Rubere glauben, biefe ©lorfe fei aus reinem Silber oerfertigt unb bat)er rüt)re baS ^errlia^e ©eläute. 25. 2öettentiat allein, foubern erbot fid) fogar, ben immer nod) ^roeifelnben Sftann fofort 311 überzeugen. $>er 9ftann nabm feine (St)cr)ätfte fogleid) beim $Borte unb bejeidniete einen alten bürren Pflaumenbaum uor bem .ftaufe, oon bem er oerlaugte, bafj er bi$ in bie SÖurjel 3erfd)mettert werbe. Die Slrglofe fdjtrfte ftd^ an, 311 nrittfafyren. Sie breite fict) im Vaumfjof unter allerlei ©emurmel unb feltfamer ©ebäbrbung fo lange auf einem Slbfafce, bis fie baburd) eine Heine Vertiefung im Voben juftanbe gebraut fjatte. $n biefe Vertiefung liefe fie hierauf if)r 2Baffer unb ging nun murmelnb um baSfelbe fjerum. $a« Detter war bis bafnn gan$ fetter getoefen; jefct frieg aber aus bem ©rubren oon bem gitized by Google - 267 - SBaffer ein feltfamet blauer $unjt auf, bi* bie ©rube fid) geleert (jatte. 9hm war aber aud) föon ber ganje Gimmel mit bunftem ©ewölf überwogen, ba* ft$ aufeljenb* oerbidjtete. $)er erftaunte ©atte fragte jefct, ob e* balb einfdjlagen würbe. £)ie grau neinte mit einer ©ebärbe unb fuf)r im ^erjagen unoerftänblidjer 2Borte fort, bie ©rube ftet* raf$er umfretfenb. ©d)on fam e* im SBeften finfter £eran wie bie 9tod>t; fa)on rafte ber ©türm unb fä)teuberte SBirbel büftern ©taube* in bie SBolfen. „©ablägt e* nun balb in ben Saum?" fragte ber Sauer, al* ber Bonner fdjon $u rollen begann. sJtoa) niä)t, gab bie grau ju oer= fielen, unb murmelte noa? immer leife oor fid) Inn, blieb aber oor ber ©rube ftiU flehen. 9tun begann föwerer SRegen au fallen, unb ber Bonner rollte fwd) über tyren Häuptern, ba& bem 3Raim angft ju werben begann, „^efct gleidj!" rief bie grau unb rang erfä}öpft nad) Sltem. £)er 3Rann aber, ber auf biefen Slugenblitf geroartet tyatte, ergriff ein bereit gehaltene* ©eil, wetdje* vorder oorfiajtig mit 2Beif)woffer befeuertet worben, unb fd)lang e* um feine grau, banb biefe rafdj an ben Saum feft unb flüchtete eiligft unter fein S)ad). Äaum ^atte er bie Xfnire hinter ftd) jugemorfen, at* ein fürdjterlidfoer SDonnerfdjlag erfolgte unb jugleid) ein geuer= meer auf ben Saum ^erabfanf, biefen gan^lid) jerfd^metterte unb bie grau in eine grofje fiitifenbe Jtoljle oerwanbelte. ©o würbe bie Zauberin burd) ibren eigenen ©atten überliftet. 26. $ie Spinnerin öon Sdjeroen. ^ontanu«.2Balbbrü$l, SJorjeit, I, 6. 46. 2Benn man oon Dbenttjal in« £f>al be* ©djerfbadje* l)inauf= gebt, fo gelangt mau balb an einem fünftlidjen $ügel oorbei ju ber ©teile, wo einft bie Surg ©djeroe ftanb. @in einziger Xurm be$eid&net nod) fieute bie ©teile. Um SJtitternadjit fyat man oft an biefem £urm wie an bem §ügel eine fdjöne 3un9frau gefetjen, bie einen Dorfen in ber £anb fütyrt unb biefen fleifjig abfpinnt, um fid) bann mit ©eufeen unb SBeinen wieber ju entfernen. $ie Seute erjagen, bie Jungfrau fei bie Sraut be* Stüter* (Slnlberidj oon ©d&eroe gewefen, ber mit bem ftaifer ausgesogen fei, ba* ^eilige ©rab $u befreien. Slber aud) er fei wie fo uiele anbere nid)t jurüdgefebrt. Seim 2tbfd)iebe fott er feiner Sraut jugerufen baben: „©arte, fei mir treu, td) fefjre aurücf!" Stuf biefe* Sort Digitized by Google - 268 - oertrauenb f)abe fie if)re Sebtage am ©pinnrocfen gefeffen unb beS (beliebten gedarrt; unb jefct nod) fetjre fte allnad)tli<$ aus bem ©rabe jurücf, fptnnenb unb roetnenb auf ben SBerfjeifeenen roartenb. ^oetifä bearbeitet bon ®. »ötttc^er m ben ftlieg. Blättern 9tr. 2655. 27. Set Oerenball bei Ofenau. 2B. ö. fflalbbrityl, "i^fen »c, 8. 27. (Sinfk famen jroet §iebler, barunter ber berühmte ©ptelfäffer vom 39irff)af)nenberg bei ©tetnbüdjel, abenbS aus ?$affratf), um fid) burd) Obenttyal na<$ §aufe $u begeben. ©ie ßfinftler t>er= irrten fidt> aber, beuor fte an bie ®fjün gelangten, unb folgten julefct einem Sid&tfd&eine , ber fte auf eine freiftefjenbe Sergfjitye führte. 2IIS fte auf biefer £öf)e, roeld&e über Ofenau unb bem SDfjüntljale liegt, auf amen, rourben fte überrafa^t, bie Zäunte, raeldfje einen freien ^(ajj umgaben, mit Sintern, gleidjjfam als ©eilmad)tSbciume be?au3gepufetr ju erbliden. Unter ben Säumen beroegte fid) im ©ebränge eine 3Renge fdjlanfer grauengeftalten, meldte alle in glänjenbe, flatternbe ©eroänber gef leibet roaren. 9US bie beiben giebler herantraten, mürben fte alsbalb dou ben feltfamen (Srfdjetnungen umringt unb auf baS freunblidfjfte begrüfet, als ob man non iljrer Slnfunft längft benad&ric&ttgt geroefen fei. 9flan bat fte bann, jum Zeigen auf jufpielen. £en beiben 9Ruftfanten mar es anfangs fe^r beflommen ju SRute ; als bie 2Befen aber nidjtS Ruberes raünfdjten, langten Tie rafdf) naa) ifjren ^nfrrumenten ; unb balb brefjte fia) alles in munterem Xanje. 3ln bem Zeigen tonnten fid) bie beiben ©efellen nid)t fatt feljen. §errlid)ereS Ratten fie nie gefdjaut. So fdjön bie ©eftalten waren, fo jierlid) fte ftd) neigten, fo roaren bodf> tfyre Slntlifce nod) bejaubernber unb lädfeiten bie SBangen no<$ f)olbfeliger. (5S mar aber auä), als roenn bie beiben giebler ganj anbere ^nftrumente gehabt Ratten, fo rounberbar Rangen biefelben unter bem grünen Saubbadje fjeroor. ©o lange fte umtyerjogen unb fiebelten, Ratten fte feinen ©aal gefefjen, roo baS ©piel ftdfj fo begeifiernb ausgenommen, als fjier im freien. 2BaS fie ju i^ren Seiftungen nod) mef)r anfeuerte, roar baS freunbltdje betragen ber tanjenben grauen. ftidfjt allein, baf? biefe bie ©pielleute ju roeidfjgepolfterten ©ifcen führten, auf benen fte auf baS bel)agli^fle fafeen; fte wetteiferten audj unter? einanber, ifjnen fdjäumenben 3öein in grofeen golbenen ©efä&en f)eran$utragen unb in bie tjofjen fpifcen SJhmbbedjjer fprubelnben gitized by Google — 269 — Öifdjt einzugießen. Sold)e Sabe Ratten bie Äünftler nodj nimmer gefoftet. Skujer fiebetten fie aud), bis alles oor if)ren 2lugen oer* fd)mamm unb fie in einen ferneren Sdjlaf verfielen. Sie mürben erfl oon ber füllen Morgenluft geroedt. Sie tagen nod) auf bemfelben $(Jla$e, aber auf 9iof}f$äbe(n ftatt meiner ^olfter. Statt ber filbernen 9Jhtnbbed)er gelten fie lange, $of)te föoßfnodjen in ben §änben. 28. $cr Sauer Mit $mnme(gfteim unb bie Smerge. (Sd)lebufa) .) 2ß. b. ©olbbrüH SBcfen ic, @. 11. Oberhalb Sdtfebufa) im £)l)üntf)ale liegt baS ©ut Rummels* l)eim. $)er Sefifcer beSfelben fd&ritt einjt burd) ben benad)barten SBalb. $a ftanb plöfelidj ein 3roerg cor iljm unb bat ibn, boa) feinen SPferbeftatt ju oerlegen, roeil biefer grabe über ifyrer 2Bof>nung liege unb bie Sßferbe ir)re unterirbifd)e 2Bof)nung oerunreinigten. £>er Sauer mied bie Sitte beS fletneu Mannes mit garten SBorten jurücf. $)a fagte baS Männlein, baß eS bann nid)t für ©efunb* §eit unb Seben ber Sßferbe einfielen fönne. $)er Sauer mürbe über biefe ©orte fein* aufgebraßt, baß ber 3roerg oor if>m ins ©ebüfa) flüchten mußte, £)afür fraßen aber aua) am nädjften borgen feine ^ferbe nia)t roie gemö^nlid), unb er faf) $u feinem ©rftounen, baß bie £iere, bie tagS $uoor nod) ferngefunb geroefen roaren, matt unb franf baftanben. @r ging fofort in ben na^en SBalb, um fjetlfame Kräuter für fie ju fiolen; ba fal? er ju feinem (grftaunen au« einem @rblod) benfelben 3«>erg fjeroorlugen, ber ifmt Surief: „2Benn ®u ben Statt nod) nidjt oerlegen millft, müffen bie ©äule unfehlbar fterben!" 3)er Sauer, ber fid) bie Äranf^ett bod) anberS erflärte, fdjleuberte einen Stein naa) bem 3ro*r9e/ ber mit einem £)rot)roorte rafd) entmia). 5lm näd)ften Morgen fanb ber Sauer roirflid) eines feiner beften $ferbe tot im Statte liegen, unb bie übrigen maren bem Serfd)eiben naf)e. 3n größter Seftürjung eilte er roieber in ben 5ßalb in feinen Kräutern, too er abermals ben f leinen Mann bemerfte, meiner tyn fragte, ob er roegen beS SßferbeftattS nid)t anbern Sinnes geroorben fei. 3efct mar ber Sauer mürbe geroorben. 2luS gura)t, alle Sßferbe au oerlieren, gelobte er, einen neuen Statt ju bauen, unb erlangte oon bem 3n>erg bagegen baS Serfpredjen, baß alle feine Sßferbc rafd) mieber gefunb roerben fottten. Slls er naa) furjer 3"t auf feinen §of surütffefjrte, roie^erten ü)m bie ^ßferbe Digitized by Google — 270 — idjon fröhlich entgegen unb raaren, mit Ausnahme beS toten, ade roieber fräfttg rote früher. 6r traf nun gleit!) 2lnflo(ten jum Sau eine« neuen s}5ferbeiMe3 unb verlegte in ben alten Stall feine ©äcferet. 29. »lutentjiehett bar« ein Keffer. (©chlebufch.) SRontanu8*3öalbbTÜ$I, «Borjeit I, 5. 174 (Sin 2fläbdS>en au8 er3t)afte Surften , um jeben $ret8 ftd) in ben Seftfc biefeS orfdfc)eine unb nicht lange, fo flanb er lod auf bem ©oben ber ©rube. ©er Anführer nahm baher ben §ebebaum, fdhob ihn unter bem §enfel beS ßejfela burch unb bebeutetc burdt) 3eichen, bafe alle heben follten; benn ber äejfel mu&te oor bem Sönnern aufgange gehoben werben, ©a ftanb nun hinter ihm einer ber Schafe* gräber, welcher jufäHig an ben©ecfel fHefj,fo bajj bie golbenen Scheiben in bemfelben ihm in'* Sluge funfeiten. ©ei biefem Slnblidfe fonnte ber @ei$f ragen fich nicht halten, fonbern griff in ben fleffel unb fuhr mit bem ftaube in bie Safdtje. ©8 war grabe ber Slugenblicf, in welkem bie ©erbünbeten jum £eben anfefeten. ©a brach unter gewaltigem brachen ber ^ebebaum, ber fteffel oerfanf in ben ©oben unb bie @rbe unb bie Steine rollten nach, f° oa& man ^aum fennen fonnte, bafj tyex fo anjrrengenb gearbeitet worben war. ized by Google - 272 - £a* geroeif>te fcidjt mar erlofchen unb ade ©rforberniffe abt)anben gefommen. Sitte 3Jlütjc roar oergeben* aufgeroanbt unb ber $ers fuch erft nadt) Verlauf oon fteben Sauren $u erneuern, roie ber Anführer ocrfid^crtc. $>od) reifte er nicht, fügte er tjmju, roe*halb ba* fdjöne Unternehmen tmßglücft fei. s2ltte madjten fid) nun in oerbrießlicher ©timmung auf ben föeimroeg. 9iur einer war einigermaßen getröftet, ba er ein fchroere* ©olbftücf in feiner Xafd&e geborgen tjatte. 211* er aber in feinem ©tübchen angefommen unb Sicht gemalt hatte, fanb er nur einen roertlofen ©gerben ftatt be* erfef>nten ©olbe*. 32. $ie öcfdjtoörcr ber S4Iangen(ecfe. (©chtebufö.) 3RontanuS=äBalbbrityl, Sorjcit I, ©. 133. $or 3*üen roofmte auf bem ©ute ©chlangenhecfe, roelche* $rotfchen ©d)lebufch unb Dplaben, bidt)t an ber Sürriger £eibe liegt, ein gaftfreier Sauer, ber roohl ^Heifenbe, bie in'* ©ebirge jogen, ober au* bem ©ebirge nieberftiegen, gern bewirtete unb ftd^ bafür oon ihnen au* ber großen Söett erjagten ließ. @ine* SIbenb* nahmen brei grembe, bie toeit, weit ^ergefommen, biefe feine ©aft= freunbfä)aft in 2lnfpruch, unb ni<3t)t oergeben*. 9toch ber 9lbenb* mahfyeit rourbe ihnen in ber 2Bor)nftube, roie e* ^ier üblidt) roar, ein üiager au* frifdjem ©tror) gebrettet, auf welchem fid), nad)bem bie übrigen $au*genoffen fid) jurücfgejogen Ratten, bie grembltnge auch ^inflrccftcn unb einfd)liefen. $)er ©d)äfer be* £ofe*, roeld)er jufättig noch roadjenb unb auf ben Seinen roar, bemerfte aber, felber ungefetjen, baß bie SBanberer fid) um Mitternacht leife er* hoben, in ben §of faßlichen unb oon biefem burd) eine §interpforte in'* greie. $)er (Sd^äfer traute ben gremben roenig ©ute* ju, vermutete, fie fönnten e* auf einen S3iet)biebftat)l abgefet)en haben, unb fdjlid) ihnen baher teife nad). £>ie ©ommernad)t roar fo ftar, baß er fie immer oor fid& fdjreitenb beobachtete, bi* fie über bie £eibe jum SBatbe, bem 3*holje, gelangten. $)ort machten fie $alt. $er ©chäfer oerbarg fid) l)intcr einem ©traute unb bemerfte au* bem 2Serftecfe, roie bie gremben fid) lange befannen unb um fict) foähten, roie fte sulefct ein £id)t anjünbeten unb mit bemfelben in ber (Srbe oerfdjroanbeu. ^er ©chäfer trat nun tyxvox unb um* freiftc bie ©teile, roo er bie ÜRänner gefehen, oorfidjtig oon roeitem, allmählich trat er näher, fanb aber nicht* al* einen gud)*bau. @r trollte ftch barauf heim unb forgte unter ba* fixere $>adj ju gelangen. gitized by Google 2lm imdnlen SWorgen erjäl)lte er bem £auät)errn fein nädjtliäjeä 2l6enteuer, unb biefer [teilte bie 3remDen/ welche wft um bie sHtorgenbämmerung jurüt. (Sinft erbrad) ber roilbe Säger bort $ed) unb ©c&roefel. Slnbere Seute erjät)len golgenbe* com Trulben Säger. Mitunter rjört man ba* roilbe §eer mit lautem Särm fjodt) burd) bie Suft baljer$ief)en. 3Benn man e* frört, ge^t man ir)m mit ©raufen au* bem 2Öege. Slnber* l)anbelte ein Säger, ber fiel) einft auf bem SInftanbe befanb. Sßlöfclid) erfdjofl bie roilbe S<*9b über feinem §aupt. (Sr befatj nid)t nur bie $)reijtigfeit, fie laut anjurufen, fonbem roagte e* in freiem Uebermut fogar, barauf ju fdnefjen. $a fiel ein grofeer, fdnoar$er $ogel au* ber Suft. 6r r)ob ir)n auf unb trug ifjn r)eim. S" ber ^olgejeit f)örte man in ber ganjen ©egenb ben Sarm be* roilben Säger* nidjt mefjr. Slber furje &\t barauf ftarb ber Säger, unb nun erbrauft bie roilbe 3agb roieber roie efjemal* burd) ba* Sanb. 35. 3er (luge Sdjneiber in Sdjlebufrt). SRünblity (Sin ©d)neiber in 6d>lebufcf> t)atte einft im 2Birt*i)aufe bem Xeufel, ber al* Säger oerfleibet mit iljm gejedtpt t)atte, feine Seele oerfd)rieben. @r führte nun ein Sieben in ©au* unb Srau*, benn ber Teufel mufjte jeben feiner 2Bünfct)e befriebigen unb auf be* er alle gröfdje biefe* Xeia)e* unb fejje fie auf ben gebogenen SÖeibenftamm." $er Teufel ftnrjte fid^ fofort, roie ein root)labgericf)teter $ubel, in ben £eid> unb frolte mit jeber £anb einige gröfd^e herauf, fefete fte auf ben 2l*eibenftamm unb fut)r nad) anbern in bie £iefe. Smmer fd)ueller rourbe ber Teufel, immer beljenber fing er bie gröfdje; Digitized by Google 275 — aber triefe oerboppelten auch i^re Sprünge. 3u^el* jU^te unb bampfte ber Söcitjcr, als 06 fein SBaffer ^um Äochen fäme. EtBer ba3 Eteifterftücf fonnte ber teufet nicht oollführen. $ie ©tunbe fdjlug, ohne bafe ber (Srbfemb bem Vertrage genügt ptte; er fuhr burd) ben flteuelSroeiher allein jur £ölle. $)er ©chneiber war erlöft unb ift burch bie 2lngfl ein befferer SRenfch geworben. 36. fcere a(3 (Spinnerin. (©chlebufc$.) 3n ©chlebufch lebte einft ein §erenmäbchen, roelcheS burch feine §e£enfunft in einer ©tunbe eine grofee, grofje SRenge ©arn &u fptnnen cermochte. 37 a. $rfitf4e*9*l». (©chlebufch.) STOünblt^. 3roifd)en Densberg unb Mffelborf jteht ber alte 9teuter8roeg Inn. 2ln bemfelben liegt unweit ©chlebufch ein ©umpf, weiftet baä „9)teerd)en" genannt roirb. SBenn bie fieute früher jum SBalbe gingen, um bürreä £olj ju fammeln, bann Nörten fie immer an jener ©teile feufeen unb fiöfmen: „§ölp, ©ölp!" $>a3 unheimliche Söefen, roelcheä biefen Sammerlaut auSftiefe, nannte man „«Drücken* §ölp". 37 b. SJrätfiJen^öl*. (©chlebufch.) *D?ontanu3:2UalbbrübX Sorgen I, ©. 40. 3roifd)en ©chlebufch unb Paffrath hinter bem 33udn>lge liegen »iele ©ümpfe, beren größter ber CltgSroeiher genannt roirb. 3ln biefem roanbelt eine fpufhafte grauengeftalt, welche gewöhnlich baä „^rürfchen-^ölp" (©erbrube hilf) genannt roirb. $>ie ©eftalt er* fcheint befonberS im grühling, unb e$ fyeift von il)r, bafc fie ben falten ©tein au$ bem 5Rr)eiuc hole, bafj e3 bei ihrem (Srfdjeinen nidt)t mehr friere. ©eoering (23. Dftober.) 3Birpt ben fahlen ©teen en be 9{t)ing ; ©trbrücf met ber 9Jlul)3 £rift en roibber heruS! ®er £ag ber ©ertrub ift ber 17. SHarj. @8 geht auch bie ©age, bafe einft ein 9Jfabre rafdjje %tyat unb rief jene ©ertrub um §ilfe an. gortan fpuft ber ©eift ber (Srtrunfenen immer nodf) um ben £eid) mit bem 9tuf: „@er= trübe, Inlf!" 38. $er ©ermeSteufel. (Sä)lebufd).) 2Nontanu$:xföalbf>rütyl, SBorjett I, 3. 27. (Sine ©pufgefialt fonberlidjer 2lrt ift ber $ermeäteufel (&ermeSbüffel) im untern Styfintljal, namentlia) in ber 5?ä^e oon <5d)lebufd£). Bon ber 2lnf)öl)e ber gettenbenne fjerab über £üfcenfirdf)en, burd& bie $riefäer §ecfe (&>alb), burd) ben Burgbufa) über ben Holenberg, von 2Ilfenratf) auf baS 3Sbol$ ju, fo roie oftroärtS burd) ben Süfcelbad* über Rümmelsheim, burd) baS Buä> f)ol$ unb baS ©tippen längs ber SJtonnefurtf) ins 3^)0*3 hinein, rourbe baS SBalten beS ©pufeS wahrgenommen. 2llte Seute wußten oiel baoon $u er$äf)len. $)er RermeS ober ^ermann trat in oer= fä)tebener ©eftalt auf; oft als ^ottdbäx, als großer ilettenfwnb, als eine feurige Solange; bann aber aud) in menfdfjenälmlidjer gorm mit großen feuerfprüfjenben ©tierf)örnern unb einem einzigen 2tuge mitten t>or ber Stirn, baS lidjtooU bie rocite ©egenb bei flufierer 91aä)t erhellet, grüljer fotfeu oerroegene Männer fidj biefeS ©pufeS als 2eud)te bebient unb ftdf) beffen gerühmt Ijabeu. Ratte jemanb bei finfterer 9tod)t in Söalb unb SJtoor ben 28eg oerloren, fo brauste er nur ben Rermann anjurufen, fo mar biefer fogleiä) bei ber Ranb unb ging leud&tenb oor ifmt Ijer ober neben tym, bis er fid) jured&t gefunben fyattt. 2Iudj fal) man Rermanu oft um 9Ritternad&t in Wen @iä)en ober Birnbäumen weit uml)er= leud)tenb fifcen, fo bafe bie im Sunfeln Berirrten fid) juredf)t fanben. SRan er$äl)lt: 2ln ber 9füd£)en (einem fianbgute) oberhalb Xriefa) Ratten ein paar oerroegene Surften nad)ts Birnen [teilen rootten unb feien auf einen bofyen Birnbaum gefttegen, roo fie aber in ber Smnfelfieit lange oergeblidfj nadf) ben füfjen grüäjten ge= langt hätten. £)a fei einem ber Surften ber Rermann eingefallen, unb met)r um feinen Begleiter ju crfd&reden, als im ©ruft fjabe er gerufen: ,,©o roollt' idf), ba($ ber RermannSbüffel tarne unb mir teucfjte!" $a auf einmal ging ein Siajtfiraljl oor ilmen auf unb ein 3<>ttelbär mit einem feuerfprübenben Sluge fletterte roie eine Äafce ben Wen Baum hinauf unb fefcte fidf) \)o6) über fie gitized by Google — 277 — auf bie bünnfteu 3,Deige, bie nidt)t einmal ftdj gebogen Ratten. 3m SBorbetflettern fyatte baä leucbtenbe Xier ben einen ©efeffen in ben nacften gufj gebiffen unb ben 9togel be$ bem bicfen 3ehen am nädjiften ftehenben 3el)en abgerupft. Setbe hätten bann tt)re ^afd)en mit SMrnen gefußt, unb als fte herunter gefttegen, fyabt ber ©ermeSteufel ihnen bis an bie ©auSthüre geleuchtet. 'Der 9iagel beS angebiffenen 3ehenS fei nie roieber gemachten; jeboch ^abe bie 2öunbe roeber gefdjmergt noch fonflige Unbehaglichfeit mit ftch gebraut, unb fei baS blofc ein ©ebenfyeidjen geroefen, baS oiele mit SJerounberung gefehen. 2llS ber äuhhirt oon Schlebusch an einem ©erbftabenb baS 33iet) in'S $orf jurücftrieb, bemerfte er, bafj it)m ein Sfanb fehle. 3)a eilte er in ber &unfelt)eit jurücf auf bie ©emeinbehetbe an bie Sümpfe, unb ber ©ermeSteufel fam ungerufen unb leuchtete vor ihm her, bis er baS oermifjte Jtinb gefunben. ©er DrtSoorfteher DHfolaS Sraub, ber ben Birten über biefe Sache oernabm, foQ bejfen 2lu$= fage aufgezeichnet fyabtn. darnach erfchien ber Spuf in menfchen* ähnlicher ©eftalt, mit einem einzigen Sluge, beffen Strahlen fo ftarfeS Sicht oerbreiteten, bafe ber ©irt auf oiele hwnbert Schritte bie ftnöpfe am SRocfe ber Seute unterfcheiben fonnte, bie auf ber Sanbftrafee oorübergingen. 3n ber SWaifammer, einem SBalbe bei ©ümoalb, im Suhls* bufche, roie im 3«hoISc nächtliche Sößanberer ben ©ermann auf hohen (Sichen in SHenfchengefklt leuchten gefehen. SemerfenStoert ift baS h^h^ Sitter biefer (Srfcheiuung, ba (SäfariuS oon ©eifterbad) fchon oon faft fiebenfmnbert 3ahren her ergäbt, bafj ber Pfarrer oon Scblebufdjrath, ber auf einem Äranfenbefudje um 9Jfttternacht am 3Sf)ol$e bei Sllfenrath oorbeifam, bie nämliche (Srfcheinung hatte, ba ber Spuf in einer hohen Siehe foldjen ©lanj oerbreitete, bafj ber ganje 2Balb jit brennen fchien. (Sin anbermal fah er bie ©ejklt früh morgens an ber (Siehe flehen unb riefengrofj raachfen, fo hoch/ nrie ber Saum felber. $>er erfchreefte Pfarrer hatte ben ©ermann für ben teufet felber angefehen. 39. Wifter Hotbe. (Steinbüchel.) aHontanuS 'Jßalbbrü^, Sorbit I, <5. 20. §art an bie Äirche 311 Steinbüchel jtöfjt ba« alte Rittergut Steinbüchel, meines 00m Sotf ©au« 50Zifk ober furjioeg SWift genannt wirb. $n ber Umgebung btefeS ©ebäubeS foH es ju nächtlicher Digitized by Google — 278 — Sßeile nicht geheuer fein. Sttifler 9totf)e, ein (jofjer, alter Mann mit fhruppigem roten §aare unb langem roten S3arte fott tyet umgeben unb bie fieute erfchreefen, anberen aber, welche auf fchled&ten SBegen wanbeln, mit feiner Äeule ober feinem Jammer übel mit= fpielen. %m öfteften erblicft man biefe (Srfcheinung an einer Quelle in einer SBiefe nach ©djlebufch $u. 9^od) in ben legten 3a$rjehnten fott SRifler 9tothe bort gefehen worben fein. Anfang« fah man tlm fchwars h°ort fott früher ein ©djäfer, namens SÖenbelin, gelebt l)aben. tiefer ©chäfer mar fef)r muftfalifch. (Stuft wollte er an ber $5t)ün ein 9iohr ju einer ^löte fdjneiben. 2lber babei fanf er tief in ben ©umpf, weiter fia) am Ufer be£ glüfc djen8 l)in§ie^t. 2aut fchrie unb jammerte ber arme ©d)äfer. $)a aber in ber menfehenarmen ©egenb niemanb fein jammern tytte, fam er um. ©päter fanb man feinen ßeichnam. Slber nod) beute glaubt man, fein Dmmern (= jammern) ju hören; unb ba^er trägt bie ©teile ben tarnen „Dmmtsloch" bis $um beutigen £age; bie benachbarte Auermühle Reifet aber „CmmtSmühte". 41. ffuhleborn. (©chlebufch.) 3Hontanu«=Söalb&rityl, SJorjett I, 6. 228. 2luf bem Df)lig£weiher, im iöuchhol&e bei ©chlebufch, gebeizt unter anberen ^ßflanjen bie ©eelilie (Nymphaea alba) ober 5$ajfer-- mumme. $iefe ©lume ift bem Sßaffergeift, su weilen flübleborn genannt, gemeint, unb ift e3 feljr gefährlich, fie ju brechen. 2Bev btefeä unternehmen will, fott juoor ben ©eift um (Erlaubnis bitten. 9Jtana>3 fltnb, oon ber Schönheit ber 33lume oerlocft, wollte fie brechen, würbe aber, beoor e$ bie ölume erreicht hatte, oon einer plo&Uch h^ortauchenben gauft ergriffen unb in bie Xicfe gebogen, aus welcher e$ niemals mehr jum SBorfchein gefommen ift. Digitized by Google — 279 — 42. Sie 9lorf)tnm^r in Sdjlebujdj. 3Rontanu&SöaIbbrübA SSorjeit I, S. 130. 3n bcr 9tal)e oon ©djlebufdt) würbe oor nicf)t langer 3^it ein junger Surfte fo fdjlimm oon ber 9todjtmaf)r bebrüdt unb geängftigt, bafe er baoon %u fterben meinte. $er Surfdje ging nun, §itfe fuajenb, \\\ einem SBunberboftor, bem er feinen 3"ftonb fcf)tlberte. tiefer gab bem Seibenben ein eigentümliches öredjmittel. $)er Äranfe nat)m baSfelbe unb erbrad) gleid) eine Sflenge junger Sttoldje, . ein leifeS, galoppartige« Sluffdjlagen, baS julefct an einem £>adrfenfter herein, über ben ©oben, bann bie Speidfjertreppc tierunter ftcf) ju nähern fduen. @nblich näherte fid) baS ©eräufd) burdj ben ©ang bem ßranfenjimmer. 2llSbalb fprang bie 3immer^ tfjüre auf. 3" ber $Dunfetr>cit vermochte ber 2öäd)ter nichts ju unterfdjeiben. fiaut unb oernefymbar rief er nun auS: „33ift ®u oon ©ott, fo rebe, too nicht, fo hebe SDid) oon hinnen!" @S ent= ftanb eine fleine ^aufe. ®ann aber nahte fi$ baS ©etrappel bem 2Md>ter, um ftd) gleich barauf ju entfernen. deutlich oernet)mbar fdjlug eS benfetben 3Beg ein, ben eS gefommen mar. £)er ßranfe blieb oon ©tunb an unbeläftigt; bie Nachtmahr quälte ihn nicht mein*. 43. $er fteuermamt. (Sdjlebufa).) SHontamiMÜalbbrübJ, Sorj«it I, 3. 232. 2luf ber ©ecfSiotefe am £üfcelbache bei 6d)lebufch ging oor 3eiten ein glühenber 3Rann um. Manchmal far) mau it)n funfem fprübenb batjinfa^reiten, oft aber tauchte er urplöfeltd) oor benen auf, meiere nächtlicher SBeile beS SBegeS gingen, unb gab ihnen eine ©treefe SSegeS baS ©eleite. Mitunter ftiefe ber geuermann bie 3Borte auS: „2öo foll ich ihn binfefcen, reo fott idej ihn laffen?" 2)aS bauerte manches 3af)r fo unb mancher mar oor 3lngft bei feinem 3lnblicf erfranft. ®a fam eines 9tocht3 ber $ofer 9Watr)cö Digitized by Google — 280 - au« Obentfjal f)eim, roeldjer Rd^ roeber oor SWenfd&en nodfj ©eifern fürdbtete. @r fam oon einer langen 3*$erei au* Sd&lebufdj aurüdf. 2lm Süfcelbad&e gefeilte fidj plö^Iid^ ber glüljenbe Wann ifim unb braute feine gewohnte ßlage oor. 9Jtatl)e* fafjte feinen Stocf fefter unb flaute bem ©eift breift in bie glüfjenben 2lugen. ©r bemerfte nun, bafj ber ©eift unter ber Saft eine« gewaltigen ©ren^ fteine* CJto&lfieine«) feuchte, unb rief it)m au: „Safe if>n, wo bu itm genommen l)aft !" „Stank!" rief ber ©eift, „auf biefe 2lntroort habe ia) oiele Safere geroartet/' fcamit oerfd&roanb er unb nmrbe nie mieber gefefien. 44. ©ejeltn. (@4le6uf$.) 3Kütibltc$. 2tuf bem £ofe 2Ufenratf) bei Sdf)lebufa) lebte einft ein Sd&äfer namen* ©ejelin. (Sr roeibete feine Sdfjafe im ®Oünt(>ale. 216er ba* helle ^Baffer be* 93ad&e* oerfiegte einft, unb immer mehr oerfengte ba* ©ra* oon ber glühenben Sonne. $)ie armen Xiere oer= fdjmadjteten faft cor 5Durft unb audh ©ejelin litt entfe&lia marf er ftdj $ur @rbe unb betete ooH ^nbrunft. £>ann ergriff er feinen Stab unb ftiefe ihn in beu SBooen. 2Iber, o SBunber! $a fprang ein glän$enber üuett au* ber oerbrannten @rbe empor, ber l)infort nid&t oerfiegte. 3flan erbaute eine ÄapeHe über bemfelben, unb jährlich bewegen ftd& fromme 2Baü"er &um Quell ©ejelinS. $te ©ebeine ©ejelinä mürben in ber flirdfje ju Sd&lebufd&rath beigefefct. 211« man aber ben s£farrgotte*btenft oon bort nach ©cfelebuftt) oerlegte, überführte man nebft beu anbern Heiligtümern aud) ©ejelin« ©ebeine nad) ber neuen ^Pfarrftrche. 2)iefe f)atte urfprünglid) nur ein Schiff. 211* ba* fpäter nidt)t mehr genügte, baute man bie Seitenfdt)iffe au. S)ie Sage aber fdfjreibt biefe 9lnbauten bem ^eiligen ©ejelin $u. Sie er$ät)lt: 211* man bie ©ebeine be* ^eiligen naa) ber ßirdje au Sdhlebufdt) überführt hatte, fanb man ba* ©rab am nädflen borgen leer, bie fieidtje aber unter ber $adf)traufe. 2Ran fat) barin einen SBürt be* §immel* unb erbaute über ber Seiche ba* eine Seitenfdfjiff. 2lber ba* SBunber fefjrte mieber uub man führte nun auaj ba* anbere Settenfajiff auf. Über bie Überführung ber ©ebeine eraählt bie Sage ferner: 9ttan fpannte e an ben Ort fetner Seftimmung brauten. ^oetiicb. bearbeitet toon SRontami«, SJorjett I, 34. 45. $om ewigen 3äg.er im $iuMol$. (Se$lebufd&.) m. 0. SBalbbrübX ffiefen jc, ©. 21. 3mifdjen Sdjlebufdj, ©ünwalb unb SHpifdjrobe jiet)t ber ewige 3äger einher. Dft erfdjeint er gufe, oft jagenb auf einem weijjen «Hofe. 3u weilen trägt er einen §ut, mitunter audj eine fpifce 3Rüfee. SefonberS im grüJjja^r unb in ben legten §erbfttagen läfet er fief) feljen, ober bodj Ijören. 2ÜS oor Sauren ein feder SBilberer oou Sdjlebufd) am fpäteu 2lbenb auf bem Sfttftanb Sdjnepfen erwartete , braufte bie wifbe 3agb an ifmt vorüber, ©r gab in feiner Verwegenheit geuer auf ben wilben 3äger. 2113 Seute braute er einen Ul)u nadf) £aufe. Seit ber 3eit oernafmi man nid)t3 mef)r uom wilben Säger. 2113 fiel) aber ber ©Uberer naer SeufelSftein im golsftaufener Srud). (Sdjlebufd).) üö. t>. StfalbbrübJ, ^efen jc, ©. 26- 3m Srua) oon ^oljfyaufeu, jwifdjen Sd)lebufa) unb £üfcen= firmen, liegt ein oiereeftger, halboerfunfener Stein, ber £eufel$ftein genannt. 2luf biefem Steine fott ber leibhaftige Teufel alle fieben 3at)re jur ^eumonbaeit im Sttai fidjtbarliä) ftfcen, um i^n herum eine Sflenge tanjenber Spufgeftalten. Sitte #e£en ber Umgegenb bringen bem Teufel bann it)re §ulbtgungen bar. 47. $a$ ^ilf reiche ^wergenweibdjen. (Dphofen.) Sß. ü. SBalbbrübJ, "Siefen jc, 0. 12. 3n einem etwas abgelegenen $aufe &u Dpfwfen bei Sdjlebufd) faf) eine £au8frau ihrer SKeberfunft entgegen. @ineS £age« mar fte allein im §aufe jurüefgeblieben, al» fle oon ©eburtöwehen bef allen würbe, wimmerte unb um §Ufe flehte. 2lber niemanb oernahm it>re Älagen. 3n biefer 9tot trat ein Heine«, fdjwarj gefleibeteS 2Beibä>n in bie Stube, nahm ft<$ i^rcr an, linberte bie Schmerjen unb biente iln* als §ebamme. Sie beforgte 3Jhttter Digitized by Google — 282 — unb ftinb aufs befte unb formte am 2l6cnb beibe in ber behaglichen Sage jurücflajfen. 2tlö baS SBeibdjen 2lbfcf)ieb nehmen toottte, fragte bie Bäuerin, toie fie ben ihr erroiefenen SiebeSbienft einigermaßen vergelten fönnte. ®a bat baS freunbliche tföeibdjen, man möge in ber flüd&e am ©pülfteine bodj fein SBajfer mehr überfließen lajfen, weit btefeS burchftefere unb fic unten in ihrer SBofmung beläftige. SBirflid) foH man in fpäteren Sauren, als man einige ©ebüfdje in ber 9täf)e abljoljte, einen ©ang entbeeft tjaben, ber von ber £)riefchen §ecfe, einem nahen Söalbe, bis unter jenes £auS führte. 48. Sie »etfjett Stoffe bei Sümoalb. SB. ö. mibbcübj, Sßefcn ic, S. 9. 3n einem Söalbe bei Sümoalb, 3Raifammer genannt, aber auch auf ber benachbarten er Äluftflein bei Sünmalb. aRontanuS.3BalbbritbJ, 5Bi>r$«it I, S. 10». 3n»ifcr)en 3)ünroalb unb Paffrath liegt ein Äalffelfen, welcher wegen feiner Dielen fohlen ber Äluftftein ober Älufjtftein genannt wirb. Qn biefen $öt)len wohnten oor 3etten 3roerge, welche jich brinnen oortrefflid) eingerichtet Ratten unb befoubcrS fdjöne fupferne Äocftfeffel befafjen. feierten bie Bauern ber Umgegenb ein Jeft, fo pflegten fie bie $effel von ben 3roergen 311 leiten. Bor bem (Singang ber §öl)le trugen fie it)re Bitte oor unb fanbeu am nächften borgen ben Steffel oor ber ftöfyle. 9toch ber Benutzung ließen fie eine s$robe ber gefochten «Speife für bie freunblichen 3ioerge jurücf. ®ann ftellten fie ihn toieber oor ben Eingang. Sange 3^it erbte fxdt) biefer freunbfdt>aftlicf)e Berfefjr fort, bis einft böfe Buben ben Bobenfafc beS Heftels oor ber ältni8 ber dauern mit bcn 3mergen geftört. $)ie erzürnten Meinen Seute riefen ben ßnaben einen glucf) nad>, fo bafe fie jeitlebenS lunfen mußten. 50. $te Ctittjeljaot ju $ünwalb. ©pifc, Styemifäer Sagen- unb fiieberfäafc I, 108. $te Gondle ju £)ünroalb roaren gar pfiffige Herren, (Sie lagen fleifeig bem ©ebete ob; ba fte aber roofjl erfannten, bafj baS ©ebet nid)t allein retä) mattet, fo fudjten fte foldjeS auf anbere SBeife auroege ju bringen. @inft geigten flc bem ftunfer §aU &u Sd)lebufd> ein altes ®ofument oor, naef) roeld&em ein großer Sanb* ftria) bem fllofter juge^öre. ®a3 fa)ien bem Runter unglaublich, benn er fyatte baS Sanb als alten 33efifc geerbt unb manche ßrnte barauf gebogen. 3roifdjen bem Qunfer unb ben SJlöndjen fam e$ ju ernfteu Reibereien, unb enblidj follte ber £anbel oor ©eridjt aufgetragen werben. Slber au$ f)ier roufjte man in biefer oer^ roicfelten Sacf>e feineu Rat. Scheinbar be# langwierigen Räbers überbruffig, gelobte ber Runter, Da$ ^anD DCn SJtönd&en 51t über= roeifen; bodj möchten fie if)tn noefj eine (Srnte oerftatten. ®a mürben bie SRÖnäje gar frot)lid> unb geftanben ba* gerne ju. £>er 93ergleid) mürbe red&tSmäfeig befdjrooren unb oerbrieft. Sittel fa^ien jufrieben, oor aßen fingen bie 3Höna>. aber i&re greube foOte balb in ©rimm oerfeljrt roerben. $ut §agelfeier mar e$ in jener 3eit üblid), bie gelber mit gafmen unb projeffton ju umgetjen unb baä ©ebenen ber Saaten ju erflehen. Reugierig brängten fia) bie SRöndje ju bem ©egenftanbe beä langen Räbers, ju fefjen, roaS ber 3unfer owf ben 5ld*er gefäet babe. Slber roa$ mar ba $u flauen: (Sidjelfaat bectte jart fprojfenb bie meite gläcf)e. Run flagten fie über betrug unb ©eroalt. Stber ber 3""^r oon §aH legte ben oerbrieften SSergleid) oor, unb bie 9ftöndje mujjten trofc be* oergilbten Pergaments oon itjren 2Inforüdjen abfteben. £ie Saat gebiet) trefflid) unb geftattete bem %\mUx oon §atl noa), in itjrem ©Ratten nad) Reben ju jagen. 2ll§ aber bie (Siefen über baS ftlofterbad) flauten, ba fallen Tie auf grüne ©räber, brinnen 2lbt unb TOndfre längft nifjten; unb ald bie graue Rinbe ber fjotjen Stämme borft unb fio) oerfruftete, ba fdjfittelten bie geroaltigen Saumfronen ir)rc falben SMätter auf bie Ruinen beä JUofterjtoingerS fjerab. ^octifdj bearbeitet ton R. 3imrocf, Stycinfaaen, 6. IG. Digitized by Google — 284 - 51. $te ©rnnbtittft tum Smnroalb. ffi. &pi%, 9tyeintf<$er Sagen» u. Steberfcb.afc I, ®. 90. 3m $unfet be« SBalbe« ftef)t einfam eine ßapeHe. plger jieben bort ein unb au«. Saut ruft ba« ©löcflein in ber Capelle oon Xage«anbrud() bt« in bie Wadfjt hinein bic grommen jur 9ln* bacf)t fyerbei. 3*™^" ben morfcfyen dauern ber Capelle ftefjt ein 93ilb be« ©rlöfer«, faft oermobert roie bic ßapelle. 3al?rau« jahrein jieljen ©d&aren frommer SBaöer $ur tief ausgetretenen ©dnoelle be« Keinen ©otte«f)aufe«. (Sine« Xage« rourbe ba« ©ebet ber frommen Pilger pl5|lic& burd) geHenben 2Bcr)eruf au« bem 2Salbe«bidicf>t unterbrochen. 3m näa)|ten Slugenblid ftür^te Stüter §eibenreicb, oerfolgt oon grimmen gemben, bura) ben SBalb jur Capelle, um bort ©d&ufe ju Juanen oor ben Verfolgern, benen er roobl mannhaft entgegengetreten roäre, wenn er äBaffen mitgefürt fjätte. Stber auf einer ^etfaljrt begriffen, mürbe ber 9ttcf>t«abnenbe überfatten unb jur Stuart nadf) bem Heiligtum genötigt. 2M SDanf über bie gefyoffte Rettung füfet er bie ©d&roeHe unb Hämmert fid^ an ben Slltar. Bber, o ©rau«! @in SRorbbube aaltet nicf)t be« ^eiligen Orte«, fonbern ftreeft ben Setenben oor bem SUtare mit einem gewaltigen ©dforoert- fajlag nieber. ®odj, roeldj ein SBunber! 211« ba« ©d&roert blifcenb nieberfauft, brid&t ber ftarfe ©tal)l glatt am §efte ab. ®er ©cf)lag t)at ba« 93ilb be« ©rlöfer« getroffen, beffen eine £anb jroar burdfc bobrt rourbe, beffen Wagel aber bem Äniccnbcn Rettung oom fid&er minfenben £obe gebraut f)at. $)a« ©djroert aber in ben Rauben be« (Srlöfer« bringt felbft bie rafenben Wörter jur Sefinnung. 3n jäfjem ©ntfefcen fliegen fie ben fjeiligen Ort, unb roieber erfdjallt ber ©efang unb ba« ©ebet frommer Pilger an ^eiliger Statte. Voll Xant gegen ©ott erbaute £eibenreidf) an ber ©teile ber fleinen SÖalbfapelle ein prächtige« ©otte«f)au« unb ein grofjeä Älofter. 3n bemfelben banfen fromme Wonnen unauff)örlidj bem sperren aller §errn für jene Wettung. $ünroalb mürbe ba« fllofter genannt, roo einft in ftißer SBalbfapeHe man$ $er$ ftdj erbaute unb roo man ben ©tafjl be« ©djroerte« in ber £anb be« @rlöfer« flaute. ßängft oerfdjroanb ber 2öalb bort. Weiche glurcn jier)en ftdj> um ba« 0otte«bau« f)in. ©egnenb ftreeft ber ©rlöfer aber aua) beute noeb feine §änbe bort au«. ^petifö bearbeitet »on ö. 3ucca!magito u. 3pt$, 9tyeimf$er 3ageiu unb fiieberfäafc I, S. 99. Digitized by Google — 285 — 52. Sic @h"n.) 5RontanuS:^albbrityl, «Jorjeit I, ©. 167. S3or mehr al* einem ^ahrhunbert lebte au ber unteren $hün ber Räuber $opfa. tiefer hatte mit bem Teufel einen Vertrag abgefdhloffen , bemjufolge er fich auf ber glucht burch 3auberfprua) in einen Strauch oermanbeln tonnte, fo bafj e* feinen Verfolgern nie gelang, feiner habhaft ju werben. (Sinft würbe §opfa oon ben görfiem be3 Äönig*forfte* oer- folgt unb oerroanbelte fich in einen Strauch. So enttarn er ihnen jwar, aber bie §unbe hatten ben ©teb ertannt, bellten ben Strauch an, unb ba fie ihn wegen ber ftacheligen Slätter — er hatte ftch oorfichtiger SBeife in einen folgen oerwanbelt, — nicht f äffen Digitized by Google - 286 - tonnten, fo liefeen fie ifjr SBaffer gegen tf)n. 2t 1$ «§opfa ber ©efafjr entwifdjt war, fränfte tfyn bie oon ben §unben erlittene 33efd)impfung ber Slrt, bafe er ben Teufel fjeraufbefdmwr, mit ifnn $u rechten, ßange jtritten betbe mtteinanber wegen ber Vertrags* beftimmung; aber feiner wollte bem anbern weid)en. 3nle$t tarnen fie überein, ber Teufel folle nad) Seulberg eilen unb ben Sdmltbetfe au$ feiner 2£o$nung auf ben Äreujweg fyolen, bamit er in biefem Streit fein Urteil fälle. 9tofd) fufjr nun ber Teufel nadj S3enä= berg unb fam herunter mit bem <5d)ultf)eife, ber eben ju SBett wollte. Ter ©d)ultf)eife war anfangs etwas fdjlaftrunfen, fafete fiä) aber, fefete fid) unter einen @id)baum unb liefe bie beiben (Streitenben nad&einanber oortreten unb ifjre ©ad> führen, ©er Teufel t)atte ftd) oerpflidjtet, bafe niemanb bem £opfa etwas an* fjaben fonne. £opfa meinte, unter „niemanb" feien aud) bie §unbe $u oerftetjen. Ter öf)e oberhalb feiner Söofmung getommen gitized by Google - 287 — war, fjob er burd) eine anbere 3au^erformct bcn 93ann auf, uub bic §erren ftürjten fdfjtoeifjtriefenb unb mit oerfengten Äleibern aus bem brennenben §aufe ins grete. $)er 3opf be« ©erid)t3s fdjreiberä tjattc geuer gefangen; er fdileppte tfm naö) tote ben feurigen ©d&toeif eine« Kometen. 3o fyatte §opfa feine 9todje genommen wegen beä Urteil«, meines ju ©unften beä Seufelä lautete. 53 c. §opfa unb ber Sager. 3Hontanud:^atbbrü^I, SJorjeit II, ©. 185. (Stuft tourbe £opfa oon einem furfürftliajen 3äger überrafd)t, al* er eben einen £irfd) erlegt, bie ©üdjfe an einen @id£)baum geftettt r)atte unb bamit befdjäftigt mar, ba3 SBilbbret ju ^erlegen. 3n ber fjöd&ften 9tot oerroanbelte er fi<$ in einen sBa$f)olberftraudf), oermodjte aber feinen §unb, ber abfeitä gelaufen roar, nidjt in ben Straua) aufjunefnnen. SRun wollte ber görfter, oor bem ber SMbbieb oerfdjnnmben mar, beffen §unb nieberfdnejjen. $od0 £opfa [teilte ilm fejt, fo bafj er ftunbenlang bie glinte unbeweglich galten mufjte, wie er fie auf ben §unb angelegt fjatte; jugletclj bebroljte er ben geftgebannten mit bem £obe, roenn er ibm jemals nadjftellen mürbe. 53 d. J&opfa'S ditbe. SHontanuS^albbrübJ, SBorjeit II, S. 186. 3m $olf ging bie Sage, ber Teufel tjabe bem §opfa ben £alä gebrodjen, nadjbem ber Vertrag abgelaufen fei. 3euer 33er= trag aber fjabe tyn ntd)t nur l)kb- unb fd^ufefeft gemalt, fonbern ifjm aud& bie sJJiadjt verlieben, fid) oon Letten unb 33anben ju löfen unb aud) bem fefteften Äerfer ju entweihen. Söirflia) ift er mefyrmal« au« ben ©efängniffen entfdjlüpft, j. 39. ju Strauroeiler uub Seulberg. 3Jton fagt oon itjm, er Ijabe fid) öfter ben ^äfdjern felber geftellt, fei bann beS 9tad(jtä entroifd&t unb fjabe obenbrein ben £>äfd>ern ba£ ^anbgelb geffcofylen. (53 fei tfmt aber nur mög- Uf)üntf)al roar bie ßut) erfranft unb bie 9RUdj oerjaubert roorben. @r ging beätyalb einem er- fahrenen Sttanne, benfelben um 9lat ju fragen, unb nerf)ielt ftd) genau nadj beffen Slnroetfungen. @r uerriegelte bie Spüren unb genfter an feinem £aufe auf« forgfälttgfte unb betete ein bestimmtes Oebet, bamit fein 3au&er fi* fprengen fonnte. ®ann nat)m er bie Ic^t- gemolfene, jauberoerbäc^tige SERitct), gofe fie in ein Stodjgefdjirr unb fefcte biefeS auf ben rooI)lgeljet$ten Dfen. flurje 3^it barnaa) podjte e£ an ber Xfyüxt. (Sine befannte 9lad)barin begehrte (Sinlafe. 2)er Öanbman antwortete nid)t, fonbern fäjürte bas geuer berart, bafe bie 9ttUä) §u fodjen begann. Sefct liefe ftd) bie jubringltdje Waty barin fräftiger an ber $büre t)ernef)tnen, rannte t>on biefer ans genfter, flutte, brofjte unb fdjimpfte, aber alles roar oergebenS. £er Sauer ergriff nun eine fpifcige Gtobel unb fuljr mit biefer in ber fodjenbeu Sfltldj untrer, roäfjrenb bie grau auften tjeutte unb freifdjte unb bie fürd)terlid)ften $)rof)ungen au${Hefe. 2113 aud) biefeS nid>t fruchten wollte, f)5rte man fie roimmernb oor ber Ztyüxt ftd) roinben unb in ber flägUdtften 2Beife um ©nabe bitten. (Srft nadf) bem feierltdjften ©elöbniffe, fünfttg bie ßü^e nid)t meljr mit 3auberei $u behelligen, liefe ber Sauer cnbltct) mit ©tedjeit nad) unb fefcte bie Ijeifee Sttildj t>om Ofen. Salb entfernte ftd) bie Sllte, bie roirfüdj irjre böfe Äunft nidjt mef)r anroanbte, fo bafe bie Sluf) fd^on am nädjften £age beffere gab. Slber roeldje Jammer-- geftalt roar inbeffen aus ifjr geroorben! 3ft™ Söangen bilbeten nur einen grofeen Sranbflecfen, unb baä föeftdjt roar fo 3erfrafct, als ob ftc bur<$ eine $ornenf)e(fe gefahren roäre. Sie gab oor, beim abnehmen etneä tfeffelä mit fodjenbem ©affer ju gall ge= fommen $u fein; aber ber Sauer roufete beffer Sefdjeib. gitized by Google VIII. £>er Stvunbevbadi. 19 Digitized by Google la. $*on ber ©d)war§funft. (Eürfdjeib.) OTein ©eroät)r3mann unterfdjieb eine ©cfiroarjfunft, ßräuter- funft unb 93enetifd)e flunft. ©in Seifpiet t>on ber ©cfjroaräfunft. $>er Sauer 2B. in $)ürfd)eib behauptet nodf) heutigen £age£ in allem ©rnfte, fein Vater fei ber ©djroarjfunft mädjtig geroefen. Serfelbe l)atte fie von einem fetner ftnecf)te erlernt. Unb baä ging fo ju. $)er ßned&t ging eine« SftenbS burd) einen SBalb feine« Srotfjerrn. ®a geroafjrte er, roie brei Männer mit §oI$fätteii be= fd)äftigt roaren. ©r oerbarg ftdt) t)inter einem Saume, um au erfahren, n>aä fie mit bem £ot$ beginnen mürben. 9to$ einiger 3eit lub |ld) jeber eine fernere Sürbe §ol$ auf, roäfjrenb ber 3roeite au&erbem bie Säge unb ber dritte bie 2ljt natjm. 2Ü3 fie ftdj eben anfdjicften, ben Sdjauplafc iljrer X()ätigfeit ju oerlaffen, fefcte fie ber jauberfunbige ßned)t mit fräf tigern Sannfprucf) feft; jeber ftanb mit feiner ferneren $ol$bürbe roic angerourjelt. $5aun ging ber ßnedjt jum alten 2B. unb teilte tym baä Vorgefallene mit. 3uglei(^ bat er Unt, in ben 2Balb ju gefyen unb ben dreien ju fagen, fie tonnten geben; fofort mürben fie frei fein. 2113 ber Sauer an bie bezeichnete ©teile beS Söalbeä fam, fanb er bie brei 3Riffet|>äter in ber befa^riebenen SBeife. Stuf fein ©e^eife rourbe ber Sann gelöft unb fie jogen mit ibren ür= fd)eib. Um ben 2Beg ju fürgen, befuhr er mit mehreren anberen guf)r= leuten einen gelbweg, beffen Sefifoer fdjon oft mit Sperrung be8= felben gebroht ^atte. inmitten be* Äge* tonnten bie ^ferbe plöfcliä) nicht weiter. 9J?an fpannte alle ^Pferbe oor einen SBagen. 2lber aud) jefct gelang e* md)t, oon ber Stelle ju fommen. 3ulefct erfdjien ber alte 2B. unb oerrounberte ftd^j , bajj man nicht fahre. (Sr oerfpradj balb 2lbt)ilfe. 3w«äd;ft befahl er, jeber Änedjt fotte fein s}*ferb wieber an fein eigene* "guhrwerf fpannen. Sil* ba* gefd^etjen mar, ergriff ber 2llte eine ßarrbaefe (oon ben guhrleuten mitgefürt, um im Notfälle jur $anb ju fein) unb fd)i(fte fid> an, eine ©peid)e an einem SWabe $u jerfajlagen. $Da rief ein 3Rann au* bem na^en ©raben, er möge bie Speise nicht aerfd&lagen. (Sr hatte erfannt, bag ber alte 20. ber ©chwarjfunfl mächtig fei. ©r befannte jenem, bog er ihm ein Sein $erfd)mettert hätte, nenn er bie Speiche jerfd^lagen l)dtte. Qefet möchten fie unbehelligt ihre* Söege* jiehen. 9J?it 2eid)tigfeit jog nun iebe* $ferb feinen SBagen baoon. gitized by Google — 293 - lc. 23ou ber &$mntun$. ($ürfd>ib.) SRünblty. $a8 geftfefcen ift nadfj ber bei Eürfdjeib oerbreiteten 2tnfid)t nur am 3lbenb möglidj. 2lber nur fatr)otifd^e ©eiftliäje ftnb baju oermögeub; bodj muffen jte eine SBtertelftunbe $tit fyaben, um if)re Sßorfef)rungen gu treffen. 2118 barum einft ein fatf)olif<$er ®etft= lieber, ber im ©eruä) ftanb, bannen §u tonnen, einem Spanne mitteilte, bei tlmt feien £)iebe geroefen, unb biefer if>m erroiberte, warum er ifju nid)t feftgeftetlt tjabe, mußte er entgegnen, baß u)m bie erforberltd&e 93iertelfhmbe nidjt jur Verfügung geftanben fjabe. 2. 2>te ©eifter in ber 9Jlatl}ia§nad)t auf beut ftrteb&of SU $firf(|eib. SWünbli<$. 2Ber in ber 3flat§ia8na<$t (25. gebruar) um 12 Ufjr be$ 9todjt& auf ben griebtjof ju ®ürfd)eib gel)t, fielet bort mele ©eifter umgeben. 3Ber unter biefen einen fopftofen ©eift erblidt, muß nodj im Sauf beSfelben $al>re8 fterben. <^inft ftanb ein Wann fur$ oor Witternadjt an befagtem £age t>om äartentifd) auf unb lenfte feine ©abritte sunt $>ürfä)eiber grtebfwfe, um ju fefyen, ob er noä) in bem laufenben 3af>re fterben müjfe. SBtrflta; fal) er einen ©eift of)ne ßopf. Wuttod ging er tieim unb ftarb nod> in bemfelben Safere. 3. $er Teufel in ber BraManfer m%U. (®ürfa>ib.) 9HünbtU$. @inft faß eine Stnjatjl Männer in ber 93ruä)f)aufer Wüf)le beim Äartenfpiel. Um möglidjft lange farten ju tonnen, gab man fiä) gegenfeitig baS SBerfpre^en, ber Xeufel möge ben f)olen, ber juerft ba$ Spiel brangeben mürbe. $)a trat ein feingefleibeter Wann in8 Simmer unb fragte befdjeiben an, ob man ifjm geftatte, mit^ufpielen. 6r rourbe freubig roittfommen geheißen, unb ba3 (Spiel naljm feinen Fortgang. 9tad) einiger 3«t fict einem ber Spieler eine Starte unter ben Xiftt), unb ald er ftd^ bürfte, um fte aufeu&eben, gewahrte er, baß ber grembe einen «Pferbefuß Ijatte. ®a überfiel ifm jätier ©djrecfen, benn nun mußte er, roer ber Witfpielenbe mar. 93crftot>ten ma$te er feinen greunben bie Mitteilung, unb gern märe jeber möglidjft roeit weg Digitized by Google - 294 — von bem Orte gewefen. SIber baä fc§rccl(id^e 93erfpredjen bannte jeben auf feinen ©tuf)t. ©nblia) ging ein $)ienftmabdjen unb tjolte einen 9Jiöndj. 5)erfelbe fefcte fid) fogleia) an ben £ifdj unb beteiligte fid) am ©piel. 9iad) einiger 3^it warf er feine flarten Inn unb erdärte, nidjt weiter ju fpieleu. £)ie golge war ein furchtbarer Äampf jwifdjen ilnn unb bem Xeufel. 2tber enblidj mufete ber Xeufel vor ben 5auber(räftigen Korten beS 9ttönd)e3 burd&ä geufter entfliegen. $a£ genfter jerbradfc natürlid) babei unb fonnte feit jener $eit nidjt wieber ^ergefteUt werben, fo oft man eä aud) oerfud)te. 9tod) am 2lu3gange ber 60er 3af)re erjagte ber 23efi|$er, eä fei unmöglid), bie genfter ju madjen, er fyabe e8 oft, aber regelmäßig oergeblid) oerfud)t. (Sein ©laube wirb oon ber SeobKerung ber weitem Umgegenb nod) tjeute geteilt. 4. Xer «trunberbadj. (§errenftrunben.) Oberhalb oon £errenftrunben, auf ber l)öd)ften £ö^e in ber ©egenb, liegt baä <55er)öft ©pifce. 3)ort baben in früheren 3af)ren bie Sroerge gekauft, ©ie forgten für aöeä, für Söaffer, §ols= material unb ben £ebenäunterf)alt. ©ie Ratten i^ren eigenen §aud- (jalt tief unter @rbe. $ura) einen ^ergfpalt froren fie l)inab $u tfn*er unterirbifa^eu sBolmung. 2Iud) (leine ßülje Ratten fte, welche fic auf bie Reiben ber 2ttenfd)en trieben. (Sine berfelben (am einft einem bartfyerjigen 9tod)bar ju naf)e unb biefer fdjlug fte mit feinem ©totf. $a rief bie 3roergin, welker baä flüf)lein gehörte: ©djlägft bu ming Siufy fajwarj on brung, ©o foflft bu baä Söaffer l)oten ju ©trung. $)ann trieb baä (leine s3Öeib fein &üf)lein hinunter ju ben 3^rigen. 3)ort oerfammelten fidj balb alle (leinen Seute, weldje bort wofmten, um fte unb erfuhren, waä tfjr wiberfa^ren fei. Dotter 3°™ rernafjmen fte, waä ber 3Rann getban. ©ie befdjloffen, in ber folgenben 9iad&t fdjon auäjuwanbern unb führten ibren Sorfafc aud> auä. 2llä ber S3rücfenmeifter am 9tyein am nädtften borgen fein ©elb $äf)lte, fanb er jwei ©dneb(arren ooH iöelma^er (Selgtfdje 2 Gentäftüde), weldje oon ben (leinen Seuten berrü^rten. Slber baä SBaffer auf ber ©pifce oerfied)te jur felben %tit unb fprubelt feitbem unten im £f)al, unweit beä Xeutfdjen Drbenä* gitized by Google — 295 — fyaufe« Jperrenfrrunben gar nmnberbar roieber Ijeroor. $xoax grub man auf ber ©pi$e einen Brunnen von 180 guft SHefe. 2tber alle 3Mf)e war ©ergeben«. £>er $oxx\ ber Unterirbifdjen l>at für alle 3«iten ba« SBaffer oon bem Ort oerbannt. 5. Gefdjoffener £afe olö #e|e. (Melborn.) 9Hünblic$. Sei Slffelborn gewahrte einft ein Säger, al« er auf ber 3agb mar, einen gro&en §afen. Anlegen unb ©djie&en war ba« SBerf eine« 2Iugenblicf«. $er Sdmfe traf ; bod) oermo^te fta) ber $afe noa) burd) bie glud&t ben 9iaa)fieflungen ber £unbe )u entfliegen. ®a« fjatte ftd) an einem Sonntagmorgen ereignet, gerabe §u ber 3«it, al« ber ©eiftliaje im na£en Orte bie 3Hejfe lad. Äaum fjatte er biefe beenbet, al« er $u einer alten, franfen grau gerufen mürbe. (S« roar bie grau, roetdje jener 3ager in ber ©efmlt eines §afen gefdjoffen t)atte, unb meldte infolgebejfen ju 33ett lag. 6. Wann mit $ferbe= unb SRenfdjenfufj. (§erren|frunben.) SRünblic$. $or einer 9^eir)c oon 3af)ren jeigte ftdj in einer SBiefe am Söalbranbe bei $errenftrunben plöfclia) eine ©pur im ©$nee, roeldje oon einem 3ttanne f>errfif)rte, ber einen ^Sferbefufc unb einen 3ftenfdjem fufj fyatte. 9ttef)rere Seute fyaben fid) oon ber 2Baf>rf)eit überzeugt, unter anberem ein ßnedjt, melier ben gef)eimni«oou*en SJlann im SÖalbe oerfcf)toinben faf). 7. CHne ^eufelderf djeinung in öerrenftrunbeti. 3WünbU$. Unter ber Capelle in Jperrenjrrunben befanb ftdj früher ein ßeller, toeld)er für ben Slufentr)a(t be« Teufel« bei oielen Seuten galt. ©ine« Slbenb« famen jtoei Änedjte au« ber ©egenb mit bem ertoad&fenen ©ofme if)re« £au«f>errn in ftarf angetrunfenem 3uftanbe an ber Äapette oorbet. ®a mad&te ber eine £ned)t ben SBorfd&lag, bem Teufel im fletter einen öefud) abmatten. $te beiben Begleiter waren einoerftanben, unb balb befanben fidj alle brei in bem un^eim* lid&en Äetter. 35er eine Äne<$t rief nun laut: „Xeufel, wenn bu 3)?ut (jaft, bann erfdjeine un«!" Sief erfdjroc gu. 93on ber 3eit an wagten ftc nicht mehr, bem Teufel einen S3efu<$ &u machen. 8. 8id>t auf bem Starren. (§errenflrunben.) @in Äned^t au* ©trunben mar abenb« immer faumfeltg, nach §aufe gu fommen. Oft mar ber 2lbenb fchon roeit oorgerücft, et)e er im «Stalle feine« $errn eintraf. S)a fefcte flc^ ihm eine« Slbenb« ein Steht hinten auf ben Äarren unb leuchtete i^m. ©eit biefem £age machte er fidj früt) jettig heim. 9. Xtc Ouerg«fuW bei £erreitfrronben. 9Rünblt$. 5Dic Querg«ful)l (3»oergengrube) bei §errenftrunben ift bort jebermann befannt. Unterirbtfd)e ©änge sieben ftch tief in ben Öerg hinein, ©rofje 2öölbungen, §öhlen, ^lifc^en unb lange ©änge gießen ftch tief in bie ©rbe hinein. ®ort Rauften ehemal« bie Ouerge ober 3wr9*- Slltc Seute haben mit ihnen regen SOerfehr unterhalten. ©ie liefen Äoa> gefä)irre oon ihnen unb [teilten fte ihnen, fauber gepufet, toieber 3u. $iefe SrotXQe oermochten auch geuer anjujünben, ohne bafc bie ©cheune brannte, gür einen ©djuhmacher in ber Wadjbarfchaft oerfertigten fte regelmäßig nad>t« ©chube unb ©tiefei. Sange liefe er fic ungeftort bei ber Arbeit. (Sine« 2lbenb« aber befchlofj er, if)nen ju banfen. 6r oerfertigte ein ^aar jterliche ©cfmhe unb fteflte fic in bie SBerfflube. 311« nun am 2lbenb ein alter 3n>erg fam, um in geioofmter 2Beife feine Arbeit oorjunehmen, gewahrte er bie ©cfmhe. (Sc nafmt fic unb fam nie roieber. sJtad) anbern Mitteilungen oerliefeen bie bortigen 3^crge bie ©egenb, al« ba« Ghriftentum eingeführt rourbe, benn ftc roaren Reiben. £)en Säuern ber ©egenb fyabtn fte auch &i* ihwn 2l&$uge in treuer SBeife ba« 23ieh gehütet. gitized by Google - 297 - 10a! $te ©djlattgentfttigiit. (ßerrenftrunben.) 9Rontanu&2öalbbrü$l, SBorjett I, ©. 126. 3n bem £eiä)e bei $errenftrunben, aus welchem ftdf) bcr ©trunberbad) bilbet, lebte eine ©<#langenfönigin. (SS mar Med eine fefyr grojje, fdjöne Solange, oon prädjtiger garbe. 2luf bem Raupte trug fie eine gotbene mit (Sbelfteinen gefdjmttdte flrone, roeldje im ©onnenlidjt aufs rounberbarfte glänzte. SDicfe Solange war ben üRenfdjen freunbtiä) gefonnen, fügte niemanb ein Selb ju, ber if)r freunbtid^ begegnete unb fpielte mit ben ßtnbern in gu- traulia)er SSeife. ©ie genofc oorjüglidSi gern 9Rtldj unb ©ü&igfeiten. ©inft jog eine SBitroe nad& §errenfirunben, welche unweit ber Duette ein fleine« $äu3$eu bewohnte, ©ie tyatte oon ber ©d&langem fönigin nid&ts gehört, ©ie lebte »on einigen &kQtn unb bem Xagelo&n, melden fic bei ben Sauern in ber 9täf)e oerbiente. n t>on fünf 3af>ren. 2Benn fte iljrer Sefdjäftigung nadjgtng, föchte fte für baS ßinb vorder Sörei unb fefcte es mit feinem 9lapf unter einen Apfelbaum, ©ie mar eines XageS ntdfot wenig erftount, als baS Äinb er$äf)lte, bafe in ber Butter 2lbroefent)eit eine liebe ©efpielin fomme, roeld&e if>r ©ffen mit tfn* teile. $ieS rounberte bie ÜJlutter um fo metyr, als jie ftd) überzeugt fatte, bofe fein ßinb au« ber 9tadjbarfd>aft n)äl)renb if)rer 2tbroefen= ^eit Sefud) gemalt tyatte. (SineS £ageS fefcte Tie ba^er bem äinbe roieber ben Sreitopf vor unb oerftecfte fid^ fnnter ber §auStf)üre. 2Bie erfdjraf aber bie gute grau, als eine große ©anlange burö) baS ©ras gefdjlüpft fain, mit bem Jtinbe liebfofte unb tym f)alf, ben 93reitopf ju leeren. £)aS Äinb fjatte nid)t bie geringfte gura)t oor bem $tere. 9flit grofeer greube empfing eS feine %t- fpielin unb lub fie jum sIRa^le ein. ®S rührte ben Söffet nidjt an, beoor bie ©anlange erfdjien. $)ann machte eS mit bem ßöffelftiel einen ©trid) burdj bie Witte beS 33reieS unb fagte: ,,©o roeit barfft bu fommen." $)ann matten fta) beibe an'S (Sffen. ßam aber bie ©anlange über ben ©tritt), bann fd)lug fie baS Äinb mit bem Söffet auf ben 3Jlunb unb fagte: „^Bleibe bei bem, roaS bir gehört, unb greife nid)t über naä) meinen Groden, fonft nimmft bu baS 33efte unb «Weifte für bid) allein!" ©o ging'S fort, bis bie ©djuffet geleert mar. $ie ©djlange tiefe ft$ oon bem ßinbe alles gefallen; ja nad)fier fefcte ftd) baS Äinb auf if)ren dürfen, um^atste Digitized by Google fie unb liefe ftdj burd) ba« ®ra« tragen. $)ort ocrfdjroanb bie Solange bann plöfelia), unb ©ergeben« rief ba« Äinb na<$ if)r. ©ine« £age« er^ät)tte bie Butter alle« einem £errenftrunben. 2lud) anbere Seute follen abenb« ein 9iäpf$en mit Wi(dr) an bie Strunberbad&queHe geftetft tiabet^ jur Sabung ber ©dtfangem fönigin. Oft follen fte 511m £>anf ©elb unb eble Steine barin gefunben f>aben. 10 b. $te 6d)laita,enfönta,tn. (£errenftrunben.) SRontanufrSQalbbrityl, SBorjett I, S. 127. $odj foU ein uorroitjtger Surfte bei ber Sdjlangenfönigm fdjlimm augefommen fein, tiefer fyatte gehört, bafj bie fa^öne ©anlange ifjre pradjtooHe ßrone au Reitern Sommertagen gegen elf Ufn* morgen« am 9tonbe ber Quelle ablege, um ju baben. Söenn bann jemanb bie ßrone erf)afd)e, roürbe bie Solange ju einer rounberfdjönen 3"»9frau> bie bem ju eigen bleibe, roeld&er tyre Ärone befifee. $er Sofjn be« Runter« oon ber $ombad& oermafj fiä) $u biefem 9toube. 2lm St. 3of)anni«tage fajlidj er gegen Wittag ^eran unb oerftedte fidt) l)inter einem Strauße. $a far) er nun, roie bie fdjöne, riefengrofee Solange au« bem ©rafe an ben 9tanb ber Duelle fam, bie ftrar)Ienbe Ärone bort ablegte unb alfogteirf) in ber £iefe be« 3Baffer« oerfdnoanb. Schnell fprang er f>er$u unb ftrerfte bie £anb nad) ber ßrone au«. ®a fdjofe bie Solange roie ein ^Jfeil fyeroor unb jog ben $erroegenen mit ftdj in bie £iefe, baft niemanb mefyr eine Spur oon itmt entbeeft tyat. Öeute, roeldje in ber 9Mf)e arbeiteten, Nörten feinen Sd)rei, rourben aufmerffam unb fatjeu ir)n mit ber Solange ocrfdjroinben. 93er* geblid) burd)ioül)lte man ben üueü. $er !8urfa> fam nie mefjr $um ^orfdjein. — 299 — 21m 3of)anniätag fott man mittag um bie elfte ©tunbe nodj jejjt jä^rtid^ ben ©djrei f)ören fönnen, aber immer leifer, immer ferner, ©inige meinen, bied fei ein Stadial! ber Stimme bed SBerfunfenen. Rubere hingegen behaupten, eä fei feine menfdjlid&e ©timme , fonbem ber ©djret ber ©d&langenfömgm, bie immer tiefer oerfinfe. dagegen wollen anbere ßeute bie ©pur ber ©^langen* fönigin nod) in lefeter 3eit wahrgenommen f)aben. ©arnaa) follen bie gorellen, weldje in bem burd) bie Duette gebilbeten £eid>e leben, oon bem ©lanje ber ftrone erblinben, unb e3 fott fogar ber ©anb, ber oon bem fjeroorfprubelnben Söaffer aufgewirbelt wirb, bei tjeiterm ©onnenlidjte alle garben be3 9tegenbogen3 jeigen, als ein 3lbgtanj oon ber Ärone ber ©ajlangenfönigin. 11. $te ftafjrt mit bem üRotöafen. (§errenftrunben.) 6inft futjr ein 9Jtonn eine ßarre £olj oon §errenftrunben nad) ©eufe. (SS mar mittlerweile Slbenb geworben, unb in ©eufc jünbete man fd>on bie Sinter an. ©a trat ein öefannter ju iljm, gegen welken er äußerte, ba& er nun anfpannen wotte, um no$ sum @tfen gu ftaufe ju fein. ©er Slnbere bemerfte barauf, bafj ba$ bei ber grofeen Entfernung rein unmöglid) fei. ©er guf>r= mann aber fagte: „2Bof)t ift baS möglid), unb wenn ©u eä nid)t glauben wittft, fo fefce ©idj auf meinen Marren; bann wirft ©u es fefjen. ©u barfft aber fein ©ort fprea^en, bis bie Sßferbe im (Stalle ftetyen." SBon 9teugierbe getrieben oerfpradj jener, biefen 93orfd^riftcn auf£ pünftlidjfte nac^jufommeit. ^ener fpannte nun feine Sßferbe an, unb biefer fefcte ftdr> nun ju tfmt auf baä guffr* werf. 3m 9tu waren fie baf>eim auf bem £ofe. 9Jur einen 9cu £änze fyabtn fte hier aufgeführt. 33lanf getanzte Stellen bezeichneten biefe ^läfce genauer. 14. #eren a(8 Eitlen. (Steinbach bei Herren jlrunben.) 3roei Surften oon Steinbach bei "perrenftrunben gingen nach 6i«cm §aufe, um ju freien. Sineä 2Ibenb8 fyattm fie roieber ihren üJtäbchen einen Sefuch abgeftattet. ©ben ftanben fte oor ber 5Ef)üre, um fidt) zu oerabfdneben. $)a aber ber eine 33urfdje fich oon feinem Schafc nicht trennen fonnte, trat ber anbere fdt)on in ben Schatten ber Säume, um jenen zur 6ile anzutreiben. $)a flatterte plöfclich eine @ule um fein §aupt. Sm Übermut ahmte er ben ©ulenruf nach. 2tf>cr nun ^am c$ mit SSMnbeSeile oon allen Seiten h^rbeigefchroirrt, unb in faum einer SSiertelfhinbe flogen fyunbtxtt unb roieber h«nberte um ben Surfdjen herum. SRittlerroeile gefeilte fxdt) fein Segleiter 511 ihm. ©och mufeten ftau§ äurürfäier)eu unb tyümx unb genfer fchlie&en, um Sicherheit oor ben Xicren ju finben. £>ie (Sulen aber roaren lauter ^ejen. gitized by Google 301 — 15. §egett aU Staden, (©trunben.) $)ie £arbtmüf)le bei ©trunben mar ebemalS eine £)(müf)le, auf welcher ein Änedjt bei £age unb ein anberer bei 9tod)t arbeitete, oa man bamals nocb feine Stampf fraft anroanbte. 2111* näd)tlid) um 12 Ubr erfd)ienen nun in ber SRüble Äafcen. ©ie (trieben rut)tg tyxtin unb liefeen ben Httütterburfdjen unangefodjten. ®od> rourbe biefem bie ©aa> immer unbeimlidjer, unb er befd)lofj julefct, bem $>inge ein (Snbe au machen. ^emanb belehrte tyn, einen blanfen ©äbe( mitjune^men unb mit Äreibe einen ÄreiS um fid) ju jie^en, wenn bie Äafeen roieber erf feinen mürben. ®er 33urfdje merfte ftd) affe£ genau unb befolgte biefe Reifungen fd)on in ber folgenben 9tonen ein 93ein abju* fd)(agen. 3lm näd)ften SWorgen borte er, bafe eine grau in ber 9tod> barfdjaft fdjroer franf barnieberliege, ba fie ein Sein oerloren babe. 3n ber 9iabe biefer SJlfible bejeidmet man nodj ^eute eine Keine SBiefe al« „§e£enroieSd)en". 2luc$ bort finb oft am Bbenb unbeimlicbe Äafcen um bie Öeute benungefd&licben, bocb of)ne ibnen £eib jujufügen. 16. Unbeimlifte* gtd>t am ©affer. (©trunben.) 9Jiünbli<$. (Sin Äned)t biente in 33ergifcb=©tobbacb. (Sr fu^r Äobten unb Äalf jroifcben ©labbadj unb ©trunben. ©o fam er audj roieber eines &benb$ mit einer gubre Noblen burd) baS ^b^e^n: brud) bei ©trunben. Start befanb ftd) an einem {(einen 33a$e eine ;£ränfe für bie ^ferbe. 2tn biefer ©teile geroabrte ber guffrs mann ein brennenbeä £id)t. gafl erftarrt t>or ©abreden, bodj ftumm unb roortloa $og er fein s#ferb mit ftd) unb eilte mit grö&ter ©aft bem naben Orte §u. 17. $er Sfabrityttnb §u $ombad) bei §erreitprnnbtn. SRünbli($. (Sin alter Wann au» $erfenrat|) arbeitete oor rieten gabren in ber gabrif ju Stambadj. Dft traf U>n bie SRci^e, beS 91adjt* arbeiten ju müffen. 3ta bemerfte er roieberbolt, bafj jur ©tunbe Digitized by Google - 302 - ber Mitternacht ein großer föroarjer £unb in bie gabrif tarn. HHe Xfjüren öffneten fia) oon felbft oor if)tn, unb bann burcf)maß er alle 'ftäume. ©egen 1 Uljr oerfnjroanb er. 211S ber alte Mann einft auf bie ßauer legte, beobadjtete er, baß ber £unb von 3gel fyerabfam. $\ile$t würbe ibm bie <5ad)e unf)eimlid), unb er machte feinem $errn Mitteilung baoon. tiefer überzeugte fidj von ber 2Baf)rf)eit ber ©rjä^lung. 2iber von nun an blieb ber gabrityunb aus. 18. Der Wann im SRonb. (#erfenratf).) 3RünbUc§. 3m Monbe fteljt ein Mann, melier einen 23ufd) dornen an einer eingefteeften ©abel auf ber «Schulter trägt. @r r)at einft an einem fjofjen getertage §olj geftof)len unb ift jur (Strafe bafür in ben Monb oerfefct roorben. 19. $a$ Sdjmteben bc8 Wot&aienS. Operfenratf).) S.liünblid^. 3n operfenratf) bei Seulberg roofjnte einft ein alter Mann, weiter einen ^otfjafen anfertigen rooffte. $)aä mar ein S-förmig gefrümmter §afen, beffen fidj bie gufyrleute ehemals bebienten, um jerriffene Letten notbürftig ju oerbtnbeu. §ing man einen folgen unter bie Jlarre, fo fonnte man bie fdjroerften Saften fahren. SJerfelbe mußte aber oon (Sifen gefdjmiebet fein, an roeldjem fidt) jemanb errängt rjatte. Sei ber £erftellung mußte ber ©djmieb ftumm bleiben unb „in einer §ifce" il)ii fertig geftefilt fjaben. 2öer ben 9cotf)afen befaß, fonnte if>n nidjt los werben. SBarf er tyn fort ober nerföenfte er ifm, fo fcr)rte er immer roieber $u feinem ©errn jurüd. ®er ermähnte alte Mann mar grabe eifrig bei ber Arbeit, alä er auffdjaute unb über ftcf) einen großen Mütjlftein an einem feinen gaben geroatjrte. 3>n tötlid&er Slngft eilte er aus ber ©djmiebe unb backte nicfyt mef)r an fein $orf>aben. 20. $er Äirtfjenbau $u £erfenratl>. 2luf f)od)ragenbem Serge oberhalb Seulberg am tl)or wollten bie erften ©laubenSboten beä ©oangeliumS eine JUrdje bauen, roelä)c weit ine Öanb ben 2ieg be« Gfjriftentum* gitized by Google — 303 — über baS §eibentum oerfünben fotttc. Schon mar bie ©aufteile geebnet, bie ©räben ausgeworfen unb baS Baumaterial herbeigeführt, als ber Xeufel baS Unternehmen gewahr würbe. @r ergrimmte barüber unb jerftörte in ber 9tocht, was bie 2öerfleute am Xage gefdjaffen hatten. Sil» man nun 2Bad>en ausstellte, oertrieb er biefe burdj böHif^en ©eftanf. 9hin hielten bie ©hriften einen 9iat, wie man ben Teufel hinter'« Sicht führen möchte. (Sie gingen in ben bichteften Söalb, wo nun Refrath liegt, unb bauten bort in aller Stille eine flirre. 211S biefe fertig ba ftanb unb ihre ©locfen erfchaHen liefe, bemerfte ber Xeufel, bafe er überliftet toorben fei. @r mufete weichen, fo weit ber Schaß ber sJWorgenglocfe oernehmbar mar. 2)ann bauten bie (Shriften unfern ber erften ©aufteile bie flirre ju ^erfenratf), welche toeit umher ju fehen ift. So ift benn bie flirre ju Refrath bie ältefte im Sanbe, unb bie ju £erfenratl) bie jweUältefie. 21. Sie Schlangen in fcerfenratf). 3n §erfenratb finb oor langen, langen 3«h^n fehr oiele Schlangen geroefen. Sie hielten fleh namentlich in ber ßirchhofä- mauer auf; fie waren rot gefärbt unb fo jahlreid), bafj man ge= jwungen war, ftc mit eifernen §afeu auS ben Sttaueriifcen ju fliehen unb tonnenweife fortjufchaffen. 3uroeilen zeigten Tie fich in ber Äirche, einmal fogar währenb ber SReffe. 2lm nächften Xage waren fie alle fpurloS oerfchwunben unb tauchten nie wieber auf. £)aS gefehah in ben fahren 1812 ober 1813. 22. ©rube SübertauJ bei £erfenratt). 3Hünbli$. 2US mein ©ewährSmann für biefe Sage noch eui Heiner Änabe war (nun gählt er 60 3ahre), befanb ftd) noch feine ©rube bort. 2)amalS wohnte aber nicht weit ab oon ber heutigen ©ruben* einfahrt ein alter SJtonn, welcher behauptete, bafe bort ehemals ein ©ergwerf betrieben worben fei; ein Xeil beSfelben fei eiuge* ftürjt unb oiele Bergleute erfragen worben; barum Piepe bort ©lut (eS ift eine Duelle ftarf eisenhaltigen ©affers) heraus. 3u @nbe ber 40 er ftabre legte man bie ©rube Silberfaul bort an unb traf auch, wie jener gefagt hatte, auf ben „alten Sfann" (in ber ©ergmannSfprache bezeichnet man bamit alte oer* laffene ©ergwerfSgänge). * 3efct ift bie ©rube wieber eingegangen. Digitized by Google - 304 - 23. Son einem glüljenben mann verfolgt, (§erfenrath.) 33or üietcit %a\)itn ging ein alter Wann von ber Sptfce bei §errenjtrunben nad) bem Süchelerfwf bei $errenfirunben, wo er roo^nte. @r mar t>on feinem Änechte begleitet. 2113 fte fo bahin= dritten, blicfte fid& ber 23auer jufällig um unb gewahrte einen glüljenben 3Jtonn, melier fte oerfolgte. 3n wtlber §aft rannten nun beibe bem heimatlichen §ofe ju. (53 gelang ü)nen aud), burdjS Xfw* ju ftür^en, als ber ©lühenbe bict)t hinter ihnen erfdnen. SBotter 9lngft ftürmten beibe ins $au$ unb waren froh, mit bem ©chrecfen baoon gefommen ju fein. 24. 2>cr Wann unb bte 3rrlt*ter. (fierfentatW 3Mnbltc$. 3n Berrenrath unb ber bortigen ©egenb glaubt man, bafj Irrlichter nichts als ungetaufte ßinber feien. 9cun lebte einft in Kaltenbroich bei £erfenrath ein alter 9)tonn, welcher $u ben jüngeren Seuten ber ©egenb fagte, man möchte ilmt mitteilen, wenn trgenbwie Irrlichter auftauchten. <5r wolle fte bann mit 2Baffer befprengen, bafe fte wieber in ben Gimmel gelangen tonnten. ©r oerfuchte baS auch in einer 9tod&t, würbe aber barüber jum ©efpött ber ganzen ©egenb. 25. ©eifterfithtig,. (Berrenrath.) 3Rünblic$. (StneS SlbenbS, es war fdfjon fpät unb ging auf SJtttternad&t ju, fam ein 3Rann oon ber £erfenrather Kirche, um nact) bem §ofe 93üct)el ju gehen. 35a fat) er aus einem £aufe, an bem er üorbeifdjreiten wollte, ben SBater eines Sefannten nebft bem ©eift* liefen unb ©efolge ju einer öeerbigung heraustreten. 2lber alles ooHjog fict) ftumm unb lautlos. Nun war es ihm balb jur @e- wifet)eit geworben, ba& er in fur$em an einer 33eerbigung teilnehmen müffe. @r fam nact) £aufe unb teilte ben Seinen feine ©rlebniffe mit, welche i^n jeboa) oerlactjten. einige $t\t fpäter ereignete eS fict) wirflieb fo, wie er eS in jener mitternächtlichen <5tunbe geflaut r)atte gitized by Google — 305 — 26. Die wunberbore Rettung ju Senäberg. ö. Mering, ©cfc^i^tc ber Surgen, IV, @. 53. ©raf (Engelbert I. von 93crg tocilte mit Vorliebe im ©djlo§ ju Seulberg mit feiner ©emafjlin, ber frönen ©irita von ©elbern, unb feinen brei ftinbern. 2ÜS fein Xöajterdjen 3utta einft in ber Stä^c beS ©djloffeS fd^neeroeige 3Raiglöcfa)en fudjte, fprang eine Sottige Sarin au« bem ©efträuefc Dervor. 9tid)t fobatb Ratten bie @ttem bie ©efaljr ifjreS ÄinbeS gewahrt, als e$ von jener ergriffen unb, umfonft ängftlid; um ipilfe rufenb, bavongetragen rourbe. Der nadjetlenbe Steter verlor bie 6pur be3 Raubtiere«. Die beroufctloS ffingefunfene ©attin trug er vor ben roeinenben ©öbnletn jum @d;loffe fnnauf. ©ofort fafe ber treue Surgvogt SRübiger mit feineu Anetten auf unb fprengte f)inab in ben SBalb. ©irita, ald fte au8 ber Setäubung erroadjte, fiel vor bem Silbe 3Rarienö, ber adliebeuben Butter, barnieber, nafmt ba« 3efu&Knb fcerab au£ tyren Sinnen unb betete: „Sift Du eine liebenbe 3ttutter, fo roeifjt Du, roie fe&r es fdjmerjt, ein Jlinb $u verlieren; fü&lft Du Erbarmen, fo gieb mir meine 3utta roieber — Dein Äinb erf>älft Du nidjt efjer, biö Du mir meine ^utta roieber erftattet." — ©enige ©tunben naa)tyx braute ber Surgvogt bie gefunbene kleine gefunb unb unverfefjrt jurücf. (Sr fjatte nämlidj bic Spur be3 Raubtiere« bie Slgger hinauf verfolgt, bis er auf einem blütyenben 9Biefenplane ba3 Äinb über ber tot Ijingeftrecften Särin fc&lafenb gefunben. Qutta fjatte tf)m beim (Srroadjen erjagt, e* f)abe if)r im Xraum gefd)ienen, fie fei von ber Sarin 3erriffen, aber von ber Butter ©otteä roieber §ergefteflt roorben. UBirflidfj faf) man aud) an bem #atfe ber Meinen rötlidje Farben, obgleich ba3 flinb fo gefunb mar, wie vorder. Da ivurbe ba« Söalteu ber ©ebene: beiten offenbar! Sluf ber Butter vertrauenbe« ©ebet &atte ber Slifc bie Sarin erfd&lagen unb s))toria ba3 fdron jerfleifdjte ßinb roieber geseilt. Da« äinb roudjS Ijeran unb rourbe eine Ijerrtldje Jungfrau. Die Butter, roelaje bie 3)tod)t ber ©ebenebeiten fo rounberbar er= fahren ^atte, roanbte ft$ von biefer %e\t unb ben roeltlidjen Dingen ab unb brad)te ber fjeiligen Jungfrau if)r £eben bar. Sie flarb aU Ibtiffin be3 grauenftifteS &u @tfen im SRufe ber ©eiligfeit. 3ln bem Orte, roo Surgvogt SRübiger bie Heine 3utta roieber« gefunben f>atte, lieg ©raf Engelbert eine Äapette unb na^e babei 20 Digitized by Google jur Sicherheit bec ©egenb auf einem feilen §el3f>ügel eine 93urg bauen, bie er Särenau nannte unb SRübiger $um ßehen gab. $en Tanten führen noch feilte bie Ruinen (fpäter Slltbernfau). lioctifcb. bearbeitet bon £>. fünfter in §ocfer, 2)eutfäer SJolWataube, ©. 51. 27. $ie ©efanflennajme be8 Siegers Mit aöornngeit. (SenSberg.) b. SWerinß, Öeföt$te ber Burgen, IV, ©. 57. 3n ber ©flacht oon Worringen 1288 nahm ©raf Slbolf V. von 93erg ben @r$btferftd)erte jenen feiner greunbfd&aft. Slbolf lieft ftdj tauften unb überhäufte ben Prälaten mit Seroeifen feiner greunbfdjaft. Seim 2lbfdjieb bat ©iegfrieb, ber ©raf möge ihm bis ©eufc baä ©eleit geben, rooju biefer gleich bereit war. 9htr oier Änec&te be* gleiteten ihn. Sil« jidj ©raf 3lbolf eben $ur 5Rücffehr anfd)i(fte, brauen plö&lich au« einem Hinterhalte gegen 100 Bewaffnete beS ann oon Srabant ben Unglücflicljen geroaltfam. 28. Witter fturt von BrJoff. (Sensberg.) ü. SRerina, ©efäi<$te ber SBurgen ic, IV, 6. 55. äöährenb ©raf 2lbolf III. in Berg fjerrfchte, ging eine ©or ber SBurg gelitten Ratten. ®aä jammerte ben tapfem fturt uon Slrloff unb er fa&te feinen $lan. Sßlöfettcij fliegen flammenbe geuerjeid&en am Gimmel empor, unb Soten forberten überall jur SRad&e auf. Salb brängtett ftdj) tnerfmnbert fampfbereite SRänner um Äurt. ®a fam bie 9todjrid)t, bie Söhnten ruhten unterhalb 9tef[elratl) uad) burdrfdfjwelgter 9tod&t unb gebähten, tyr grüljftüil in ben glommen be3 ©d&IoffeS ju bereiten, ©ofort brad& man borten auf. $urdq. geffenbe ©d&tadfjtrufe mürben bie trunfenen Söhnten gemedft; unb fdwn fuhren aud& bie ©d&werter unb ©piejje ber bergifdj>en SJJänner in tyre bid&ten Siethen. 2113 bie ©omte auf* ging, mar bie Stieberlage ber Söhnten oottftänbig; nur wenige oer* motten ju entrinnen; gegen fünftunbert erfd&lagene Söhnten becften ben Äampfplafc. ®a3 £bal aber erhielt von ben oielen bort liegenben Seiten ben Atomen ßeid&lingen. ^oetifä) bearbeitet t». Sauer, $te ©Upper »c, ©. 70. 29. 2>te »lutfugefo. (Sensberg.) 3Hünb[i$. 2luf bem alten ©d&lofj $u 93en8berg wohnten retd&e abiige ßeute. ©ie Ratten eine görjterwol)nung im SBalbe. $er »blige mar aber bem görfter nid&t gewogen. 211« legerer einfl im SBalbe mar, befd&lofj ber ©raf, tf)n umaubringen. 3« biefem 3we(f .roarf er mit einer Slutfugel. Stber ber görfter raupte auf bem ©ebiet ber SBenetifä)en Äunft audj> Seföeib. (Sr nafmt feinen Sager^ut ab unb fn'ng ü)n an einen Saum, fteffte ftd& aber feitwärtS. 2118 nun ber ©raf oon Sendberg bie Slutfugel warf, traf fte grabe auf ben §ut. ®a8 gab einen lauten Änatt, weld&en ber görfter - 308 - rooljl oernalmt. (Sei jebem 2luftreffen ber Slutfugel cntftanb ein heftiger StnatI). sill« nun ber görfter f)in$utrat, fa& bie Slutfugel im $ut. @r nalmi Tie f)erau« unb fdjudte Tie fofort um. $er ©raf aber roufete nid&t, ba& ber görfter mit ber ßunft vertraut [ei, unb mar gleich nad> uoUbrad&ter Xfjat in« ©djlofe geeilt. $n bem Slugenblicf, al« bie Äuge! jurütffam, oernafim ber görfter ben ßnatt. £)er ©raf aber fiel tot jur (Srbe. 30. Sie 3fretfußeln. (Sen«berg.) 3n)ifa)en Srücf unb Seulberg ftel)t ein alte« ftreu$ am SÖege. $)ort ift ein görfter uom Sdilofeljernt 511 Sen«berg mittel« einer greifugel erfd&offen roorben. 31. Sc« Teufel« ©roftmutter. (Bendberg.) 9Rontanu«:©oIbbrü^l, «oraeii I, Z. 78. @ine sBalbfteHe unfern Sen«berg Reifet im 93olf«munb „im reiben £atn". Sttte Seilte roufeten oon großen ^egeiwerfammlungen ju er$äf)len, roeldje bort abgehalten rourben unb jroar in ber 9Jtoi* naä^t unb in ben 3Wittfommernäd)ten. $)er Teufel unb feine ©rofemutter führten in biefen $erfammlungen ben Sorfifc. 2Balb= biebe unb 5Öalbf)titer fyaben roofjl biefe nädjtlidjen gefte belaufet; Diele aber fjaben it)re 5lür)nr)eit mit bem Seben gebüßt. 3lm nädjften 3Horgen fanb man it)re ßeid)en mit oerbrefytem £al« unb flauen - malen. 2)arum wirb biefe Stelle nod) fjeute gemieben. (Stuft befd)loffen brei Surften au« Cbenttjal, bem ^erenfabbat^ im miauen ,e« XeufelS ©ro&mutter meiste fie au$ einem golbenen Sßafferbedfen, benufcte aber alä 2Beif)roebel einen 93üfajel grüner 5tornäf)ren. 3» Dcr Sinken trug ftc einen präajtigen golbenen Slpfel. $ie §e^en fdfuenen aHeä junge 3)2äbdjen von oerfüfyrertfdjer ©d&önljett $u fein. Starnadfj flauten bie 33urfdjen burd) ba$ 5treu$fettmännd(jen. $)ie grünen ßornäfjren ber Sllten roaren fd&mufcige ©d&roeinefdfjroänje. ®ie Sllte felbft mar uon unoergleid&lid&er ^äfelidjfett. Sie $ejen waren aber alle runjelfjafte betteln, ©benfo roaren ber teufet unb bie Eiuftfanten von abfd&recfenber $ä&lidfjfeit. ®ie ©pifeljüte würben ju Römern unb baS Slntlifc oerjerrte ftd& &u einer roiber* lia>n Saroe. Statt ber pfeifen unb flöten faf) man gSferbefdjäbel unb Xierfnod&en; bie lieblid&e Sttufif rourbe ju einem t)ä&lid(jen ©ef lapper, ber ©efang $u roiberlidjem ©efrädjje. 6ibed}fen unb ©drangen bilbeten ba3 Äopftyaar ber Sitten, 3Räufe liefen aus unb ein über i^rem fpifcfnodjngen Rinn. $>ie brei Surften flogen ben Ort unb bauten nie roieber an einen öefud) be3 £eEentan$plafee8. 32. $ie Sptamdldje. (Densberg.) 9Rontanu8:$talbbrityl, »orjeit I, ©. 45. 3m SBenäberger ftönigSforfte füfjrt eine ©teile ben Warnen ,,©pinm(5ia)e". $ort ftanb früher eine SRiefeneid&e, auf beren mitt* lerem Slfte man bei Weiterem ©ommerroetter, namentltdji am ©t. 3oI>anni3tage, ein altes SHütterd&en mit einem ©pinnrabe ge= fefjen. ®te ©pinnerin mar feljr altfränfifdf) gefletbet, ofme Äopf* bebecfung, mit aufgelöftem langem ©ilberbaar. ®er Sitten ju güfeen fafe eine Äafce auf bem Slfte. ©o ift bie Sitte oft gefefjen roorben. Of)ne aufaufd&auen fpann bie Sllte ben SRoden ab. 2Ber ruf)ig feines 3öege$ ging, blieb unbehelligt. 2Ber aber gaffenb unter bem S3aume ftefjen blieb, bem warf bie Sitte ein 9flefWjen Söerg ju, baä roie eine Klette am 9tocf Heben blieb, fo bafe eä nur burdj) baS SluSfdfjneiben be$ getroffenen 9to(fteile3 entfernt werben fonnte. 3?on lofen Änaben rourbe bie ©pinmßid&e fpäter angejünbet, bis fie praifelnb jufammenbradf). Tie ©pinnerin rourbe noc§ &roif&rü$r, 93or§eit I, ©. 64. 3m Äönigäforfte bei SenSberg liegen mädjtige SteinbÜkfe. 3m SBolfe bat fxd^ bie ©age erhalten, ba& oor Reiten liefen im ÄönigSforfte gekauft ^ätten/ welche biefe Steine beim SBürfelfpiel benufct Ratten. 34. Stfelf affer auf bem Srlebfiof. (Densberg.) Wontanufr2Baltbrü$I, Sorjeit I, ©. 134. Ääffer, jener alte, rüftige giebler, ben man mobl ben ©piet* fäffer ju nennen pflegte, fam einfi von Doerratb, wo er abenbs gum £ang aufgefpielt Ijatte unb wollte nad& Densberg gieben. (Sr batte über bem Spielen be8 ©uten gu oiel getban unb fo ben 2Beg oerfeblt. 3flit bem @lo mufe alfo aud& fytv ben $upf auffrretdjen. 33urfdje auf, 9Räbel auf! ©erubt babt 3br 9^r gu lange; jefct ift bie redete Qt\t !" Unb bamit f)atte er bie giebel gepaeft unb ftrid) einen gewaltigen unb feltfamen Xang, wie tyn nod) niemanb guoor gebort ^atte. 2lber fobalb bie 5ERufi( erflang, Ratten fid^ aud) länger gefunben. £a bufäte es au« einem ©rabe, bort fyufött es, in lange weifee ©ewänber gebüHt, unb ^aar unb s}kar gefeilte fta). ®a* fjatte ber ©pielmann nidjt gebaut, er f>atte in trunfener Saune gefproa>n, niajt oermutet, bafc man tyn beim SBorte nehmen mbge. $a bie Slngft ibm in bie ©eine gefabren, fe^te er ftd) auf ein ©rabfreug giemlid) bequem gured)t unb fiebelte brauf, unb immer bid)ter würbe ber ©d)warm unb immer größer ber ÄreiS ber Xangenben, bie fidj in ber fiuft über ben ©räbern unb ©rafc freuten wirbelten. $a ftc einmal ba jinb, badete Gaffer, fo ift baä 93efte, fie tangen! unb geigte brauf los. £a$ wäre aber alles gut gewefen, wenn er nur nidjt mübe geworben; aber ba er bie gange 9tadjt febon gefiebelt tjatte, wollte e3 niebt red)t mebr gleiten, unb er füllte baä 33ebürfiüS, ftcb etwas 511 oerfebnaufen. ©0 wie er aber inne tytit, Drängte ber weite tfreis unb Im! weld)C ©eftebter unb ßaroen auf tf)n ein, Iwben brofjenb il)re fnöd&erncn $änbe empor, fo bafe er rafd) wieber ben Sogen über bie ©aiten gleiten liefe unb ben gangen vollen ©d)warm abermals im Wirbel binrife. 6r baäjte, fie werben bod) am (Snbe mübe unb bu fannft eine gitized by Google en roar ba alle« jerjloben unb oer* flogen, unter bem SRafen oerfunfen. 2Rit ifmen fanf aud) Gaffer von feinem ©tetne herunter. (Srft am frftfjen borgen, als ber £ag graute, erwarte er au« bem fiarren ©d&lafe, ber it)n be= fangen hatte, unb nafmt gtebel unb Stangen unb §og von bannen. Son ba ab Ijatte er bie Suft oerloren, auf bem griebljofe ju geigen. 35. $a« ©efpenP in ©«ö^ÖIabbao}. 3n ber 9töhe uon 33erg.=©labbadj roirb von einer ©teile behauptet, e« fei bort niajt richtig. 33iele fieute ^aben bort eine fd&roarje ©eftolt gefehlt. (Sine« Slbenb« fam ein bejahrter 3Rann an biefer verrufenen ©teile oorüber unb faf) plöfclidj bie fd&roarje ©efialt oor ftd). Sflutig griff ber 2Ute ju feinem ©toef unb brang auf bie fdjroarje ©eftalt ein. $>a würbe er ergriffen unb mit ungeheurer ©eroalt weit in« gelb hinein gefdtfeubert. (Srft nadj einiger $t\\ fanb er feine SBcfinnung tuieber. 211« er nad) $aufe fam, far) man beutlid} fdjroarje §änbemale an feinem Äörper. $)a rourbe e« allen jur völligen ©eroi&beit, bajj jene fä)roarje ©eflalt niemanb auber« fei als ber leibhaftige ©ottfeibeiun«. (Sinige %at)tt bamaa) befajlofe ein 9ttann, gerabe auf ber unf>eimlid)en ©teile ein £au« ju bauen. 2lber ber Sau rourbe niemal« oollenbet; roa« man am Xage aufführte, tourbe in ber folgenben 9tocf)t roieber jerftört, bi« man enblidj uom Sau abftonb. 36. 2)e« $eufd« ftulirlodj. (:öerg.=©labbad).) 2Rünblic$ (Sin 9Rann au« ftebborn, namen« 9flatf)ibe«, fafe einft mit anbem ©enoffen im $Mrt*f)au« „jum SBocf" in 93erg.-©(abbad) an einem rjorjen ^efttage unb fartete. $a« ©lücf roar ilnn günftig, unb al« er am fpäten 2lbenb ben £>eimroeg antreten roollte, r)atte er 99, roeld)er bem erfdjrecften ©pieler jurief: — 312 — „9Ratf)ibeS, SKatlnbeS! 9?eun unb neunzig ift Erumm, Rimbert eine runbe «Summ/7 ®iefer f)öf>mfd)e 3uruf ftadjelte bie Habgier in 9Jtatl)ibeS an; er wanbte fidE> um unb fefjrte nad) bem „$3ocf" jurücf, um bie gewonnene (Summe auf fmnbert Sfyiler ju bringen. 2lber baS ©lücf wanbte ilmt nun ben dürfen, er uerlor feine ganje öarfd&aft. 211« er fid) abermals auf ben §eimweg begab, begegnete ilmt ber 9Waim wieber unb jwar an ber nämlichen ©teile. 2Iber als 3Jtotl)ibe3 genauer f)infaf), gewährte er, bafc ber grembe einen ^ßferbefufj f)atte. Slber in bemfelben 2lugeublid fpaltete fid) ber 93oben, unb ber Teufel, beim fein 2lnberer mar ber grembe, oerfanf in ber Xiefe. 9ftatl)ibeS aber fam jur (Sinfidjt feines oerroerflid&en Treibens nnb mürbe ein braoer ÜJfenfdj. 37. Wüfjenber Dfcn im Söalbe. ööerg.s©labbaa).) @iu gufjrmann 50g einft nod) fpät am 2lbenb mit feinem guln*merf t>on 23erg.:@labbad> nadj ©trunben. 21U er in bie 9täl)e oon Strunben fam, mar eS bereits sJ)iitternad)t geworben. @r befanb fid; gerabe in einem SBalbe, als er plöfcltd) in bemfelben einen glüfjenben Cfen erbliche. SSoII tötlia)en ©djrerfenS trieb er fein ^ferb jur äufeerften ©ile an unb erreid&te balb fcfyweifetriefenb fein £eim. 38. 3ie Spinnerinnen bei 23crß.=©labbad). 3wtfd)en 93erg..0labbadf) unb ^ßaffratt) liegt ein Steinbruch welcher fd)on mefe ^atjre oerlaffen roorben ift. 311 biefem ©teinbruä) l)at man oft in ber Dämmerung, ja aud) wol)l am f^Hen Wittag, eine ©pinneriu, auf einem ©teine ftfeenb, gefefyen. ©ie benufcte aber bei iljrer Arbeit fein 9fäbd)en, fonbern eine ©pinbel. £)iefelbe Spinnerin Ijat man am ©teinrutfd&enberg bei S^cfratt) gefefjen, ferner am ©teinberg im flömgsforfte, wo oiele jerftreute ©teinblöcfe umherliegen. 39 a. $er „SÖätfacf" in 2*era..=©labbad). SWünblicty. ©in §auS in S3erg.=Ölabbad), laut 3nfd)rijt im %a\)vz 1792 aufgeführt, trägt nod) t)eute ben fouberbaren Hainen „SBätfacf" (sBarte ©ad). £aS r)at folgenbe üöemanbtniS. gitized by Google 313 - (Sinft wollte ein Sauer einen Sacf Äorn $ur benachbarten 9Wüf)le tragen. Stuf ber fteüen Söfchung oberhalb be8 heutigen $aufeS „2Batfacf" liefe er ben Bad auf bie (Srbe nieber unb rutite fld^ einige %eit auf bemfelben au$. 211$ er fich erhob, um feinen 2öeg fortjufefcen, ftiefe er unoorftchtiger SBeife an ben Sacf, toelcher infolgebejfen ben fteilen Sergfjang rjinabrodte. £)er 3Rann rief tfmt fcherjenb naa): „2&it ©ad''. £a$ gefchaf) auch, aber erfi am gufe be$ £ügels, wo balb barauf ein §au3 errietet nwrbe, ba3 jenen Warnen annahm. 39b. $er „2öätfadt" in 23era..=@labbach. Sil« man baS £au$ „Sßätfacf" aufgerichtet fjatte unb eben babei mar, in aller gröblichfeit baS SRidjtfefl ju begeben, trieb gerabe ein öäuerlein einen @fel, ber mit einem SJtehlfacf belaben mar, oorbei. SDic jedjenben Sauleute luben ben 9Jtann ein, mitzuhalten. ®a$ liefe fich biefer nicht jroeimal fagen, banb feinen @fel an einen ^foften unb trat ein. Site er nach einiger 3«t feinen 2Beg fortfefcen wollte unb ben ©fei loSbanb, bemerfte er, bafe ber ©acf hintergerutfcht mar. $)a rief er au3: „s3Mt ©acf!" £)ie Sauleute Nörten e$ unb legten bem §aufe ben Warnen bei, melden e3 bt3 heute behalten hat. 40. „Hm luftigen $retf". (Serg.:©labbach.) 9)lünbltd>. ©in §au$ in Serg.-Ölabbad) wirb allgemein „am luftigen eine grofee 2lnjahl mit Xanjen in bem ©djmujje be8 #ofeä. ®aher führt baÄ §au3 norf; heute feine eigentümliche Zeichnung. 41. $er ©eift in »Ieajfdjuhen. Ofaffrath ) 3Hontanu8:Salbf>rü$l, 5ßorjeit I, 6 233. 3n einem 2Balbc bei Paffrath befinbet fich ein oerlaffener Steinbruch. 3« biefen Steinbruch fott ein ©eift oon Äölnifchen Domherren üerbannt roorbeu fein, welcher ein benachbartes SurghauS Digitized by Google - 314 - unficher machte. $>ie Semohner biefeö ©Stoffe« f)obcn infolgebeffen bie Verpflichtung, an jebem 2Beihnadt)tStage ein $aar neue Siech- fdt)uhe in ben Steinbruch ju fteffen, an eine Stelle, wo bie abgenufcten alten auf bie neuen warten. 42. $er £>ol}haufer SBrudj. (Paffrath.) aHontanufraBalbbrityl, »orj«tt I, ©. 157. (Sin junger Sauer, welcher von Paffrath nach Süfcenfirchen get)en wollte, hatte jta) in Schlebufch im Äreifc fröhlicher Sefannten etwas ju lange aufgehalten. ®afttr wollte er nun ben 2Beg ab* fürten. £>och er oerirrte jidj unb lief lange Reilos in bem grofeen Söalbe untrer. (Snblidj erblicfte er ein Sicht. <§r eilte barauf gu unb fanb ein großes £auS, in welches er eintrat. Salb befanb er fidj in einem r)ed erleuchteten «Saale. Schöne grauen rannten auf unb nieber; auf einer ©aHerie fafcen bie 3Jlufifanten. 2ln anbem ©teilen beS weiten Raumes würbe oon Männern unb grauen aufs frbt>lid^fte gejecht. flaum war ber erftaunte ©oft eingetreten, als er oon allen Seiten bemerft würbe. 9Ran führte iljn freunblid) ju einem Stfch unb bewirtete ihn auf* befte. Sftie hatte ber junge Sauer eine foldje ©efellfchaft gefehen, nie fo föfUidj gegeben unb getrunfeu. 6r fyatte alles Vorangegangene oergeffen unb lebte nur bem Slugenblicf. ^mmer begeiferter würbe feine Stimmung. ®ie geftgenojfen geftanben ihm äutefct, bafi ftc ihn fdjon lange erroartet Ratten unb bafe er fortab hä"Wr ifcen Versammlungen fommen möge. Neffen oerftcherte er fte. Sie baten ihn, baS fdr)riftlidt) ju behmben, holten ein bicfeS Such r)crbci unb eine geber, ba§ er ftdt> einjeichnc. £>inte, fagte ihm ein allerliebfteS Sttäbdjen, fei in ihrer ©efellfchaft nicht üblich, jeber unterfchreibe mit feinem eigenen Slute. £abei ftreifte fie ihm ben #rmel auf, rifcte ihn mit einer 9tabel unb fing einige Kröpfen feines SluteS mit ber geber auf. £aS erregte aber boct) baS SRifetrauen bcS Surften. (Sr fajaute ins Such, mufterte bie legten tarnen unb fanb oiele Sefannte aus ber 9iät)e unb gerne. £>ie fd)önen grauen, bie ihm bie geber in bie §anb gebrücft, brängten ihn, ftch boch jur Unterfchrift ju bequemen, bie föftlidje 3eit nicht ju oerlieren. ett feinem ©ebäa)tni3 eingeprägt, audj otele tarnen, roeldje in bem 33ud) uerjeidjnet waren. 43. $er ©rintmeS. Cßaffratf).) ^ontmtufcffialbbrü&l, «orjeit I, ©. 137. 3n ^kiffratr) unb ber Umgegenb fennt man ein ©efpenfi, roeldjeä ©rimmeS o6er ©rifmieS genannt wirb. $iefe3 ©efpenfi tyxt eine abfä)redenbe ©eftalt unb trollt ftetS umfier, unartige Äinber aufjufudjen ober $u betrafen. Stofjer fdjreden bie Mütter bort in ber ©egenb ifjre Äinber mit bem ©ort: „3)er ©rimmeS fommt." 44. $er Stampf ber ©ef^enfler. (93erg.=©fabbad).) SRontanufcSBalbbrityl, »orjeit I, 6. 149. 3n>ifd>en bem $>orfe ^ßaffrat^ unb bem £of Nußbaum liegt ein grofjer gelsblod, ein Wiefel, am 2Bege. 9ln biefem ©teine wirb ju nädjtlidier SBeile oft ein -jJtonn gefetyen, roctetjer, geuer oou |td) fprüfjenb, bem $orfe jufd&reitet. 9täf)er bem Eorfe ju liegt ein Äalffteinblocf am SBege. 2Benn ber geuerfprüljenbe bis ju biefem gelangt ifi, tritt ifmt ein anbereä ©efpenft in ben 2Beg. 9tt<$t feiten ergebt ftc^ aläbann ein flampf jroifdjen ben ©efpenftern, bafc bie gunfen weit um&erftieben. 45. $er ©olbborn bei S3erg,.:©labbaif). ÜHonianufrSBalbbrityl, SJorjett I, ©. 214. 3m $erfenbrud) unweit 2)erg.=©labbaä) roirb eine SBalbquelle gezeigt, roeldje oom SBolfe ©olbborn genannt roirb. 3Siele Sagen haften an biefer Quelle, ©in f)eibnifä)er ftönig, ber oor feinen geinben fliegen mußte, oerfenfte feine Sdjäjje in biefen !öorn, fo bafe ba$ Sßajfer bedfetben jeitroeilig baoon eine froäjgelbe gärbung annimmt. ®er Schafe be£ $eibenfönig3 ift tief oerfenft im 33om, melier bobenloS ift. 9iiemal« f>at man feinen ©runb gefunben. Sfadjts roirb biefer on gefpenjüfd&en Söefen beroad)t, welche gitized by Google — 316 — manche Scute in ber ©efialt grofeer Sären unb rieftger ©drangen erfchrecft ^abcn. 2lud> ©chafcgräber, welche hin unb roieber bic §ebung bc« ©chafeeS oerfudht ha&en, ftnb oor biefen Bieren geflogen. 46. «erwaitbelter £afe. (Paffrath.) 3B. ü. $tatbfcrity(, SBcfen ic, 6. 31. greif) err oon ©pief? ging einfi bei Paffrath auf bie 3>agb. $)a rourbe er von feinem 3äger auf eine grau im gelbe auf* merffam gemacht, roelche einer alten £e£enfamilie entflamme unb fctbft in ber teuflifdjen ßunft nicht unerfahren fei. $>er ungläubige ©beimann trat auf bie grau ju, unterhielt fich einige 3eit mit i^r unb bat fte julefct, ilmt eine Sßrobe ihrer Äunft abzulegen. 5E>ic grau erflärte aber, bafe Tie ftdrj nicht auf bie §eperei oerflehe. 9tun fefcte ber Snnfer bie ^agb fort. 9iad) einiger 3eit bemerfte er einen §afen in geringer Entfernung cor fich. ©r fchofe unb traf feinen eigenen, febr roertootten ie alte grau, welche nach bem Segrtff ber Sagbgenojfen biefe $robe ber §ejerei abge= legt hatte, war »erfdmmnben unb liefe ftd) ben Sag über nicht mehr fehen. 47. $er »Übe Säger bei Refrath. £)er wilbe Säger fchweift oft burch bie auSgebehnten Söälber bei Refrath- @r jeichnet ftc^ burch einen hellen, burchbringenben $fiff au«. @in Sauer, welcher fpät abenbS burch einen SBalb bei 9tef= ratl) bahinfehritt, oernahm biefcn $fiff. @r mar oerwegen genug, benfelben nachzuahmen unb felbjl mit pfeifen fortzufahren, als baä fchriöe «Pfeifen immer näher heranrüefte. ^löfelich ftanb aber ber roilbe Säger, ein gewaltiger, langbärtiger fttefe, oor bem Sauern unb pfiff ihm fo betäubenb in« Dhr, bafi ber Sauer er* fdjrecft ju rennen begann unb rote ein SBahnfinniger bie ganje 9tocht bahineilte. (Srft gegen SJcorgen oermochte er feine ©ebanfen ju fammeln. SHtemlo* unb matt, mit ©taub unb ©djmufc bebeeft, fchlich er nach §aufe unb roar noch fange Sßochen hinburch taub auf bem Dhr, in welches ihm ber Säger gepfiffen. 48. ttn ben „Sotenmänncrn" bei Refrath. ©ef$tc$te ber Pfarre Stefraty, ©. 44. Sm 3öhre 1627 entfpann fid) jwifchen ben Äatholüen unter Zuführung ihre« bortigen Slmtmann* unb ben Reformierten ein Digitized by Google - 317 — blutiger ©treit um bie §errfäjaft in ber ©emeinbe unb namentlidj um bcn Sefifc bcr flirre. 68 fam roäbrenb biefer ©treitigfeiten einmal ju einer blutigen ©ä)ladj>t. SCuf beiben ©eiten jtritt man mit aller tapfer feit, unb mandjer fanb an ber ©teile beu $ob, roeldje nod) l)eute an ben „Sotenmännern" Reifet. ®ie äatbolifen, ben (Süangelifdjen an 3af>t weit überlegen, fiegten. £)er &f fam auf bem fogenannten „Eummelplafc" jum obHigen 2lu$brucf. 2ln ber „ßiefen" Ratten bie Reformierten tyr Sager. $od& bie Äatf)olifen fanben nad) erftrittenem Siege bie Äirdje, beu Sobn tyreä Äämpfen3, oerfcblojfen. $er ©cf)lüjfel mar nirgenbs ju ftnben. £)a fd)lug ber Slmtmann, jum 3^ß« ber Sefifcergreifung, breimal mit feiner 2lft in bie %\)üxt ber Äirdje, im tarnen ber ^eiligen $)reieinigfett. ®iefe brei 9lrtfa)läge fottett nodj jefct unter einem barüber befefttgten SJrette ju feben fein. 49. Sie ftefratljer StixQt Verliert Hjren ioufftcht. &i\d)idftt ber Pfarre 5Rcfraty. 3n ber ftird&e $u 33en3berg ftebt ein präajtiger, alter £auf= jtein, eine oorjüglidje Arbeit ber früheren ©teinmefefunft. @inft ftonb berfelbe in ber Äird>e ju SRefratb. 9tocf) f)eute rebet bie S3oltefage oon ber SBegbringung biefeS ©teineä naa) Densberg. Sie Refratber begleiteten ben Xaufftein bis jum fogenannten Äira)felba)en unb fa^en mit fd&roerem $erjen baS SBabrjeiajen ber bid babin befeffenen ^farrfelbftänbigfeit f Reiben. 50. ©ranbbefpredjen. (HefratW 3Mnbltc$. ©inft braa) auf einem 33auernf)ofe in ber 9töbc oon Refrath ein SJranb aus. 9tod) furjer 3eit jüngelten bie glammen am ©iebel be$ £aufeä empor. 3ufättig mar ber alte, roürbige ©eiftlia^e oon SHefratf) jur ©teile. @r trat oor ba8 brennenbe ©ebäube, 30g ein Sud) au3 ber £afdje unb begann ju lefen unb alte gormein ju murmeln. Slläbalb begann bie glamme naä)ju= laffen unb fanf balb in ftd) jufammen. 51. Sie „Stembrcdje" bei ftefratf). ßrinnerungen an 99. 3. ©• 5- ®efc$i($te ber Pfarre fttfvaü), . £a§ ^enfc^aftlidje £au8 Digitized by Google auf biefem ®utc foH im 3a^re 1702, bei ©elegenljeit beä neuen ©djlo&baueö in Densberg, entftanben fein unb jroar mürbe e3 mm einem STtourermeifkr beSfelben, S3onnom6, in ben SRebenftunben erbaut, ©ie ©teine $um ©d)lofjbau würben au8 alten, nun oer* (offenen Steinbrüchen gefwlt, roo jefct bie ©teinbred)e liegt unb ftd) ba$ ©.) ®ef($i$te ber Pfarre Hefrafy Unterhalb Sensberg, in ber £u&beibe, liegen bie fparlid&en Xrümmer beä alten SRttterguteS flipp tngbaufen. 2tuf biefen alten dauern, wie in bem angrenjenben Söalbe, fott oft jur SWitternadjt ein feuriger SRann oon riefigem SBudjfe umf)erfd)reiten, hinter meinem ein großer, ftarfer, bod) einäugiger $unb einfjerläuft. 9tad) anbern Mitteilungen foH ber £unb jroei glüfjenbe Slugen befifcen, bafür fott aber ber geuermann einäugig fein. 53. 2)o8 mwenSäufer *ferb. (HefratW 3Jtünbti<$. „$u gel;ft, roie baä flippenf)äufer 5ßferb", pflegt man in ber ©egenb oon Densberg nod) tjeute ju jagen. $iefe Lebensart f>at folgenben ©runb: ©in gufjrmann bei Stefratt) t)atte ein ^ßferb, mit meldjem er oiele %a$xe nad) ben flalföfen gefahren mar. (Snblid) oerfagten bie flräfte beä £iereä. Slber ber gufjrmann überwies e$ ni<$t bem ©d&inber, fonbern gewährte ibm auä 3)anf barfeit für bie treuen $)ienjte ba3 ©nabenbrot. 9cun begleitete ber treue ©aul bie anbern ^ßferbe regelmäßig bei if)ren galten, big er uerenbete. $a entftanb bie obige SRebenSart. 54. 35er HebeWater «iff. (fc&int) 2Ö- b. Sttalb&rityl, SBefen ic, ©. 9. 2luf ben altfjeibnifdjen SegräbniSpläfeen, meldte ftdj in ber ©egenb von £fjum weithin erffreefen, gefft bie SRebe oon einem riefenfjaften, gefpenftigen flafcenungetüm, bem Utebelfater 9ttff, von bem aber niemanb ©enauereä an$ugeben weife. - 319 - 55. Der (eibuifdje fJonig tum Sfturtt. SWünMty. 2ln Dielen ©teilen ber §etbe von $f>urn roetfj man oon einem l)etbnifä)en ßönig ju berieten, ber irgenbroo begraben fein fott. ®ie ©teile be$ ©rabeS ift aber unbefannt. 2Bo mag baS ©rab fein? fragt jeber Sanbmann, ber unä bie ©agc erjäf)lt. 9iacf) einigen Angaben ifk btefer ^eibenfönig mit einem großen ©d)a$ beigefefct roorben; nad) anbern rul|t er in einem filbemen ©arge. 93iele 9tad(igrabungen ftnb fd&on nadfj biefem ©rab unternommen morben; aber alle« mar oergeblid). 56. Spielfäffer auf ber 3be8fclber §arbt. StontanufcSöalb&rityl, Sorjeit I, S. 135. ©pielfäffer, ber im SR^einlanbe nodfj in gutem Stnbenfen ftefit, ber iebed geft burdj) fein giebelfpiel oerf>errUd&en f)alf, fuf>r einft oon feinem SBofjnorte, bem SMrfya^nenberg bei ©teinbüdf>el, gen ©iegburg jum ©dfjüfcenfefte. (Segen SJfttternadjt fu^r er über bie 3be$felber §arbt, wo e8 nidfjt geheuer fein foll, bo<$ fu^r er olme gurd&t, ba er feine Sfidjfe gelaben bei ftd& auf bem SBägelein Ijatte. SBie er fo an einem ©ef)öla oorüber miß, tau^t plöfclid) eine bunfle ©eftalt oor iljm im SBege auf, fd&euen unb bäumen ftdf) bie ftoff*, bajj ber ßünftler jte nur mit SRülje (»alten fann. „5Ber ftefjt ba mitten in ber ©trafee?" ,,36) bin'ä", fagte ber ®unfle, „id& mujj nod& vor §af)nenrraf)t nad) Urbad) unb nad& £roi3borf, ber 2ßeg ift weit, $)u fönnteft midj mitnehmen !" „2Bof)lan, fo räume ben SBeg oorn unb fteige hinten auf!" ruft Ääffer. ©omit oerfdjnrinbet ber ©dfjtoarje Dorn unb fpringt gtetcr) barauf hinten auf ben 2Bagen. 5Dic Stoffe, toeld&e eben fidf) gebäumt, rennen nun roie toll, fo bafc ber ©piel* mann fie faum jügeln fann. Ute er aber ju fluten beginnt, roerben Tie plöfelid) jafjm unb fd&lagen bie gewohnte ©trajje mit tf>m ein. Slläbalb beginnt ber ©efell, ben er aufgenommen, ein ©efprädfj mit tl)m unb fragt: 2Ba8 er in ber £anb füt)rc bei biefer 9tad&tfaf)rt? „9lun", entgegnet ber ©pielmann, „e8 ift ein 2Beif>eroebel, mit meinem i<$ mandjmal ben ©egen \w erteilen pflege, tiefer frud&tet bei 3Renf$en unb 33ict); f$abe ifi'Ä, bafe mand&er nid&t mcfjr baoon mit befommen fjat". „$um", fagte ber ©efelle, „maS Ijaft $>u aber ba in bem 93ünbel eingeroidklt?" „$)a$ ift ein Äreuj uon nmnberbarer ßraft, baS xdji mit mir füfjre. 2ßenn id) ba« an ben ized by Google — 320 — £a(8 fejje unb mit meinen gingern anbädjtig betafte, fann idj bie böfen ©eifter alle bannen/' ©er @äjwar$e, welker bie öanb fdjon nad) bem 33ünbel auägeftredt fyatte, 30g fte jefct fdjeu $urücf, beutete auf bie 33üd)fe, weldje an ber tinfen ©eite be£ Spielmann8 ruf)te, unb frug: 2öa$ biefeS SBerfyeug $u bebeuten f>abe? ,/£a$ ba", fagte Ääffer, „ift meine pfeife, aus ber id) meinen £abaf ju raupen pflege/' „£abaf ?" fagte ber ©ajroarae. „3d> r)abe oiel baoon gehört, aber nodj baä föaud&en nitt)t nerfuajt, obfajon id) otel mit geuer unb 9iaud> untjuge&en pflege!" ®er Xabaf mar um biefe &it nod) f eltener alä jjeutjutage, tuele Seute fannten baä te flugel, bie er jroifd^en ben 3&f)nen einigemal f)in unb fjer fdjob, fpie er bann aus unb fpradj barauf: „$u r)aft flarfeu £abaf unb bift ein triftiger Äerl! 3$ badjte $id) r)ter etwas $u ffänfeln, ia) fcr)c aber, bafj id> an $>tr meinen STOann gefunben f)abe. gafjre rut)ig Xeiner 2Bege." £ter* mit fprang ber t DoQftänbig ju ©runbe. 3lm £eufel3j*ein treibt ftd) auä) oft in ber 9tod)t ein großer £unb mit glübenben 3lugen tyvum, eine Äette am $alfe nad)= fd)letfenb. £>a3 ift ber ©eift be8 Zitters, ber unter bem ©tein begraben liegt; oft ift er oon fpäten Söanberern gefeben toorben. 2. $a$ Wappen ber Sd)toar§fitbcra,S. (©imborn.) Sie ©djmarsenbergä, roeldje lange 3>t'\t im 93efifc oon ©imborn waren, führen unter anberem einen £ürfenfopf im Sßappen, auf meinem ein 9labe ftfct, ber auf ben ftopf einlädt. $>er flaifer oerlief) bem Stylten be3 fpätet fo berühmten ©efd)led)te3 biefeS SBappen jur Selofmung für bie tapfere s#erteibigung ber fteftung SRaab. Digitized by Google — 324 - 3. $a$ OüH»t'odj bei äBinfel, unweit Gimborn. 9HünbIic$. Sei 2Binfel, unweit ©imborn, ift eine $öble mit einem weiten, grofjen (Eingang, welche ^üfcßodSi genannt wirb. Ter Sage nad) fti^rt ein unterirbiföer ©ang von biefer $öl)le nadj bem S$lofj ju ©imborn, ein anberer aber nacfc bem fllofter in 9Jtorienfjetbe. 3n friegcrifctjcn 3eiten flutteten bie Sdtfofeberoolmer r»on ©imborn burd) biefe ©änge unb brauten fid) fo in ©idjerfjeit. 4. Tie (frbauung bon Surß Bellenberg bei £inblar. SB. »reibenbac$ in Monatafc$rift b<« «crgifäen öef^Wberein«, Safyrgarig II, 3. 60/61. 3wei Srüber (Tunaften r»on Serg) fud)ten für jeben uon fidt> eine Stelle als Sauplafe für eine Surg. 3«"äa)ft fommen fie nadf) bem Miltenberg, ber ifmen als SaufieHe geeignet fdjeint. Mluf ber weiteren Sud)e finben fie ben norböftlid) r»on fiinblar, fur§ r>or grielingSborf gelegenen Himberg, aud) Timmerid) genannt. M113 bie beiben Srüber auf biefem Himberg ftonben — ber natürlid) bamalS nod) ebenfowenig Timberg r;iefe, wie ber juerft genannte Miltenberg — fagte ber eine: „Mluf bim (bem) Serge will id) meine Surg erbauen'7, worauf ber jweite erroiberte: „3dj fer)c aber nod) einen neuen Serg", nämlidb ben in ber 9läf)e be= finblidjen Jeggen 9teuenberg, „unb auf biefem will icb meine Surg aufführen lajfen." 3 euer erflärte hierauf: „2£enn Tu bort bauen wiflft, fo finb bie beiben Surgen ju na^e bei einanber, unb jie^e id) eä benn bod) oor, wieber nadj bem alten, bem juerft gefunbenen Serge aurücfyufeljren". Seit biefcr 3eit fjeifeen bie brei Serge Miltenberg, Timberg unb ÜReuenberg. §iernad) — e3 ifl aflerbingd nur eine Sage — wäre Surg Sfeuenberg gleichaltrig mit ber; j enigen früher $u Miltenberg gewefenen. 5. Tie Swcrge M 9?euenberg£. 3Ronat«färift b«S öerßif^en ©ef$i($t«*ereina II, ©. 61. Tie 3roerge, weldje e^ebem in ber 3")ergen^ö^le be8 9?euen= bergS f)auften/ Weinen, wenn fie nid)t unfreunblicfc be§anbelt würben, gefällige 9tod)barn gewefen ju fein. So liefen fie aua) Digitized by Google - 325 — f)äufig ben eintoolmern bed £ofe3 ©djeel, roenu biete im $erbft il>r Slpfelfraut fönten, ben ba$u hörigen flrautfeffel ober Pfeffer* feffel, wie man ifjn in ber ©egenb nennt. 2118 (Sntgelb erhielten bann bie 3n>erge bei SRfidfgabe be« ßejfete einige 3öeerein« II, 3. 61. 3n einem §aufe be8 bei 9teuenberg gelegenen §ofe3 ©d>eel, genannt in ben fteinernen dauern, rooljnte jur 3^it ein junge« (Sfjepaar, roeldjeS bie 3n>erge beS WeuenbergeS au« irgenb einem ©runbe einmal erjürnt fiatte. ®ie 3werge rächten fid) hierfür, inbem jte ba3 ßinb ber jungen ©geteilte, einen ßnaben, in 2lk toefen&eit ber eitern roegnafjmen unb einen 3roerg an beffen ©teile in bie Söiege legten. £>a bie Serroed&felung gleid) nadj ber ©eburt gefd)ef)en mar, merften bie ©Item biefelbe nid)t. 2Beil inbeffen trofc befter Pflege ba3 ßinb md)t gebeten unb nid)t gröfeer werben wollte, gelobten bie (Sltern, mit ifyn eine SBaflfafyrt uad& 9Rarien= fyaibe $u unternehmen. 3t)re Steife führte fte an ber 3roer8^^le beS 92euenberge3 oorbei, unb rjier angekommen fprang baS Äinb, ober oielmefjr ber 3roerg, fdmell oom Slrme ber Butter unb tagte ju ben erftaunten (Sltern: „3$ bin fo alt — roie ber Duisburger 2öalb — Siebenmal gemoHt1) — unb ftebenmal gefollt2) — Unb bo<$ roieber bewarfen — mit 2Rüf)lenad)fen — 3l)r wollt midj tragen nad) 2Jtorienl)agen — ®afe td) einen beffern $>eife3) fott fjaben. — hierauf lief er ber 3roergenl)öf)le $u, in roeldjer er auf 9timmernrieberfef)en oerfdjroanb. Ob bie (Sltern ifjr eigene« flinb mieber erhalten fjaben, baoon melbet bie Sage nidjta. ») abße^oljt. ») gefohlt. «) 3ug, 2öat$3tum. 7. 3tc Burgfrau wtt Weuenberg. 9Rontanu«^lbbrity[, »orjttt II, ©. 3. ÜHef)rere 3af>ri)unberte oorf)er, ef>e bcr Sdjroebe in* Sanb fam, roofjnte auf bem Sd&loffe 9leuenberg ein 33urgf)err mit einer überaus fronen unb tugenbfamen ©attin. $odj wähnte ber 93urg* fjerr, feine ©attitt ftelje in einem unerlaubten SJerljältniffe ju feinem Qugenbfreunbe, bem bitter oon ©ibadfc. $n blinber (Sifer-- fudjt erfd)lug er beu greunb unb gebot feinem Söeibe, nie mebr oor feine 2lugen ju fommen. Sie folle bie Surg oerlaffen, jebod) roeber bei Xag, nod) bei 9tad)t; roeber allein, nod) begleitet; roeber über ben SBurgroeg, nod; über ©ra« unb Stein, dagegen tonne ftc mitnehmen, roa« ifjr am liebften, fo tuet fte auf ityren Sdjultern ju tragen oermöge. So gebot ber oon feiner Seibenfdjaft oerblenbete 3Kann unb fd)rour, wenn fie ben 33efebl nufct pi'mftlidj au«füljre, fte in ba« tieffte Verliefe $u werfen, roo fie roebtr falt nod) roarm roerben folle. 2U« er mit folgern Sdjrour in ba« Sdjlofe trat unb nad) SBein rief, fanf bie$rau in X^räuen jufammen. $)a trat aber ein freunblidjer (Slfe 51t if)r, ein« uon ben s3ergmannlein, roeldbe bamal« nod) in ben $öf)len be« 9feuenberg« wohnten. £er trottete bie ©ebeugte unb fagte ifjr feine £ilfe $u, roeil bie Burgfrau unb itjre Voreltern immer mit ben ©Ifen in greuubfdjaft oerfe^rt Ratten unb ifmen oft f)ilfreid> geroefen feien. 311« nun ber bitter in ber £aHe fafj unb jedjte, ba fdjlid) ber ©Ife unfidjtbar mit einem Sdilaftrunfe ju ifnn. $>a« $af)l- reidje 33ergoölfd)en aber baute eine 33rürfe oon bem Sdjlofettyor bi« in ba« SBtefentfyal ber Sülj Ijerab. 211« aber ber borgen graute, ba unterroie« ba« 93ergmännlein, beffen 9tame ber lange £elferid) war, bie gute Burgfrau, wie fie e« anzufangen fyabe. @r begleitete fie in bie £atle, 100 \\)x ©emaljl in tiefem Schlafe lag. $en lub er auf ifjre Schultern unb fyalf unftdjtbar tfm tragen. $ann führte er fte in ber Dämmerung auf ber luftigen aber fiesem SBrütfe in« £ljal Ijinab. £a erroad)te unterroeg« ber bitter au« feinem Sdjlafe unb fragte, roa« ba gefdje&e. „3dj er= fülle SDein ©el)ei&," enoiberte feine ©emaljlin; „ia^ gef)e f)inab weber am £age, nod) bei SRadjt, — fonbem in ber Dämmerung be« borgen«; bafe id) roeber ben $urgroeg, nod) ©ra« unb Steine ju betreten brause, Ijaben (Sngel über 9ka)t biefe SBrütfe gebaut; unb - 327 - ba $u mir gefaltet, ba3 Siebfte auf ber 2öelt tmtaunefjmen, fo nafjm ta) $>id) auf meine ©futtern, fo bafc id) nidjt allein bin unb bodj aud) md)t begleitet roerbe." Unter biefen ©orten mar fte im SBtefent&ale angefommen unb fe|te bie teure Saft nieber. 9lun mar ber ©atte oon tyrer Unfdmlb überzeugt; er bereute, tuaS er an tyr gefreuelt, unb baute für ben erfdjlagenen greunb ein äirajlein im Xtyilt. TOit ber treuen ©attin aber lebte er noa) Diele 3a$re in ©lud unb grieben unb fu$te bur$ Siebe roieber ju oergüten, rna* er gefegt. 3RU ben ©Ifen tn'elt bie Burgfrau aua) fortan banfbare greunbfdjaft unb lehrte au$ ifjre Äinber, bie Sergmännlein in @f)ren ju galten. 8. $ie „©efanöenfdjaft" auf fleuenberg. 9Honat3färift b«3 S*r0ifö«n ©cfc$tc$t«t>«rergen(jölu"e am Weuenberg fott fi$ früher no4 ein $roeiter Eingang in ben 23erg befunben ^aben. 211$ in= beffen einmal eine ßuf) t>icr hinein gefallen war, I>at man biefen lederen Eingang jugefdjüttet. Storker tjatte man jebodj einen $aa> ljunb fnneingelaffen, melier in bem jefct nodj auf ^euenberg f*ef)en= ben Xurme, ben man „bie ©efangenfdjaft" nennt, f)erau$gefommen fein foll. 3n ber „©efangenfdjaft" fott §erjog SBityelm I. oon 23erg burdj feinen f)errfd)begierigen ©olm 2lbolf 1403 gefangen gehalten ioorben fein, ©eit jener &t\t mürbe bie 23urg von bem Sanbeä* tjerrn ntdjt me^r bewohnt. SIber ein unrut)famer ©eijt mit ©ilber= loden fc&rettet feit jener greoeltyat aflnäd&tlia) feufjenb buraj bie alten krümmer ba^in, mit Letten flirrenb, roelt&e feine $änbe feffeln. $er ©eift be$ ©rafen läfet babei f^merjüdjeS ©eufjen tjernefmten; aber niemanb roeifj, nrie er su erlöfen ift. 9. $er ©djafc in Benenberg. $n ben Ruinen t-on «Reuenberg ftnb gro&e ©d>äfee oergraben. (Sin 9Hann auS Olpe unb jroei greunbe au» ib vereinigten ftdr) cinft, um biefen ©a>$ gemeinfam ju fjeben. 2ln einem ber folgenben Sage gingen fte nad) «Reuenberg. 3ur 2Rttternaa)t*fhmbe langten fte an, uerfe^en mit allem, roa* jum ©d&afcgraben nötig iffc: <5f}riftopf)el«bua), alte @rbfreu$er, geroeibte Sinter, ©ogleiä) Digitized by Google - 328 — würbe bie 33ef$roörung in« 2Berf gefegt. $>er SJtonn au* Olpe fpradj mit feierlichem Xone: „Satan! ich befchroöre bafc £>u ba3 (Mb f)erau8giebft!" ®a erroiberte eine (Stimme hinter bem ©emäuer: „Sie ftnb e$ nicht wert!" ©er !8efdm>örer lieft ftet) jeboch nicht einflüstern unb roieberholte feine 2öorte; unb roieber t)brtc man biefetbe Stimme. JJener roieberholte feine 33efd)rcörung jum brittenmal; unb roieberum oernahm man biefelbe Stimme, t)on einem bonner&^nlid^en &ra$en begleitet. 9htn erfl&rte ber SBefötoörer feinen ©enojfen, ber Sdjafc fei 20 ßlafter tiefer in bie 6rbe gefahren; baS $eben beäfelben fei nicht mehr möglich- betrübt über baS fehlgefdjlagene Unternehmen roanbten ftch bie bret Schafcgräber ihrer §eimat ju. 10. Vereitelte SiMgraberei. (fleuenberg.) SWonat«f$rift bei Ecrgiftyn ©ef<$i$t«berriit* II, S. 62. Sdjafegräberei fc&eint oiel in ben Ruinen oon fteuenberg getrieben roorben ju fein, unb finb bief erhalb noch manche <£r= jählungen im Sd)roange. $)er 93ater eine* jefct noch (ebenben alten 9flanne8 glaubte einmal gan$ nd)er, bem lange erfet)nten 3^le nahe ju fein, als er bei feinem ©raben nach Schaden auf eine gro&e platte flieg. (Sr fanb jeboch nach SBegnafmte ber lederen unter ganj feinem Sanbe flatt beä erhofften Schafeefc einen anfeheinenb gut erhaltenen fieidmam. 211* er fd^neU nad; Scheel gelaufen n>ar, um Sefannte f)inju$uf)olen unb biefen ben grauftgen SJunb ju geigen, mar ber Seidjuam inbejfen mittterroeile burd) ben 3«tritt ber Suft in Wicht* 3ufammengefallen. 11. 2)tc gerettete £er$ogin. (ftuine @iba.) 9JKlnbltc$. ^Cor Dielen SMren , fo erjäblt bie Sage, roohnte auf bem Schlöffe Rettenberg ein mächtiger $erjog, gaftfrei gegen jeben tapfern bitter unb fatyrenben Sänger. geftlidje Xurniere roaren auf bem Schlöffe nicht feiten, gu benen bie oornehmften gelben von nah u,lD feri1 eingelaben rourben. So fam e* benn auch, bafc ber bitter oom Schlojfe ©ibad), beffen Ruinen am gufee be* Reuenberger SergfegeU liegen, häufig auf bem herzoglichen Schlöffe erfchien unb gerne gefehen mürbe, benn fd)on manchen s£rei* fyattt er im Xurnier baoongetragen. Digitized by Google - 329 — 3u biefer 3cit lebte ein böfe« 28eib auf ©djlofc 9ieuenberg, bie Butter be« £erjog«, bie bie $er$ogin unb ben bitter oon (Stbad) gern in« Unglücf geflutt f>ätte. $)aju fottte ftdp ityr aud) balb ein willige« SBerfyeug barbieten. §einri$ oon ber SBaibe nämlid), ein fafyrenber ©änger, febrte um biefe 3e^ im berjog= liefen Sd)lojfe ein unb fanb gaftfreie Shifnafnne. liefen Sänger benufete bie §erjogin Butter jur 2lu«füf)rung ifjre« ^Jtane«. (Sr foQte bie il>r unliebfamen Sßerfonen eine« oerboteneu Umgange« auflagen. £eid)tgläubig, roie ber §er$og war, fdjenfte er ben 3Borten be« ßügner« ©lauben. ©rjürnt liefe er feine ©emafjlin ergreifen unb ungefjört in ben fd>auerlid)jfcn £urm ber Burg werfen. £)oen ©el)öft, luftwanbelte. Obne if>n eine« SBorte« ju würbigen, fd^leuberte er feinen Speer nadj bem SRitter, ber tötlidj oerwunbet in« ©ra« fanf. Unierbe« fafe bie £erjogin weinenb in if>rem Werfer, $a trat plofclia) burd) eine oerborgene Xljüre ber Äönig ber S^erge herein, bie im ©erge t&re SÖobnung Ijatten, unb fragte fie teil* nelmtenb nacb ber Urfadje it)re« Äummer«. 511« er alle« oernommen f>atte, fpradj er: „Sei nur getroft; td> werbe $)ir £ilfe bringen." Äaum war ber Slbenb bereingebroeben, fo rief ber 3roergfönig feine Untergebenen jufammen unb befahl ibnen, fofort eine böljerne Drütte oom Sanofi bi« in« Süljtbal $u bauen. 211« ber borgen graute, mar fein 93efet)l erfüllt. 9tun trat ber 3ro**gfönig V** §er^ogin unb fprad) ju if)r: „£rage deinen fd)lafenben ®emaf)l über bie 93rücfe in« Süljtbal, unb S)u ^aft fämtlicbe Sebingungen gu deiner Befreiung erfüllt benn $u gefjft nia)t über ben Surgroeg, nidjt über ©ra«, 6rbe ober Stein; S)u gef)ft roeber in ber 9tod)t, nod) bei Xage, benn e« ift bie 3e^ ber s)ttorgenbämmerung; $u gebl't roeber in Segleitung eine« anbern, nod) allein, benn £u trägft beinen ©emabl." $te £erjogin tf)at, roie it)r gebeifeen roar, unb gelaugte glüeflia) in« ©üljtbal. £)a erroaajte ber #erjog, erfuhr alle« unb überjeugte ji$ oon ber Unfcf)ulb feiner ©emaljlin. @r befafjl feiner Butter, ben Digitized by Google - 330 - fremben ©änger, burd) beifen Süge fic bie ^erjogin fyxttt in« Unglüd ftürjcn motten, auf bent dürfen in* Sfyil $u tragen. 91U fie aber auf ber Glitte ber ©rüde angekommen roar, brauen bie 3roerge biefelbe an beiben (Snben ab, fo ba§ fie fradjenb in bie $iefe ftürjtc. $>ie alte £er$ogin unb ber fatjrenbe ©änger würben nie roieber gefetjen. Unter ber forgfamften pflege gena« ber Stüter von ©ibad) von feiner ferneren SBerlefcung unb rourbe balb ber treuefte greunb unb Jtotgeber be$ §er$og£.! 12. Sie ftftyeHe non fceüigen&otocn. aXünblty. 3n einem anmutigen $3ad)tf)ale nalje bei bem alten $orfe H'inblar liegt ©djlofj §eiligenf)0üen. Unterhalb beSfelben ergebt fidi eine Capelle, oou bereu ©rünbung bie Sage melbet. Xer SRitter beS nal)en Schlöffe* t>atte einen flreujjug gelobt, iöon Sdjmerj niebergebeugt liefe ifm feine eble ©emablin jieljen. 3n ber langen 2Bartejeit betete fie eifrig für ba$ ©lüd be$ geliebten gelben. 2113 aber SJtonat naa) 9flonat oerftridj, obne bafe ber bitter l>eunfef)rte, roud)8 ityre SBeforgntö. $)a gelobte fte, falls itjr G^ef)err rool)lbef)alten tjeimfebre, eine Capelle ju erbauen. Unb enblid) fetjrte ber bitter beim oom Zeitigen ©rabe. ©eine ©emaljlin aber löfte ba3 gegebene SBort unb erbaute bie Kapelle. 13. $er SdM auf fceUta,ettl)0*eit. ^rei Surgen beS 9tamend §etltgenf)Oüen lagen cinft bort, iüo nun 6d)lofe ."peiligentjooen liegt. 9Itte waren burdj einen untere irbifdpn ©ang miteinanber oerbunben. £er ©ang ift jroar nod? oorlianben, aber md)t mebr jugänglid), unb fein SJJenfd) weife, wo er fid) befinbet. $n biefem ©ange ift ein grofeer 6d)afc verborgen. SBenn bie Seither t>on ^eiligentjooen einmal oollftänbig oerarmt finb, bann wirb biefer Scba| geboben werben fönnen unb e8 er= möglidjen, bafe ber alte ©lanj oon neuem auflebt. 14. Dir JHufe bei Sinblar. Swifdjen Sinblar unb ©imborn liegt eine alte Capelle, meldje uom $olf als ber lefcte Weft eine« alten £eibentempel8 bejeidmet roirb. Digitized by Google 331 - 15. $ie $c|t im Öcrgif^tn. (Sinbe bei Sinblar.) aRünbli<$. (Sinft Raufte — e$ fiub nun oiele, oiele 3af)re feitbem oer= floffen — bic $eft fo furdjtbar im Sergtfdjen Sanbe, bafe ber gröfete £eü ber Seoölferung in« ®rab fanf. 9lur f)ier unb bort lebte noef) ein einzelner. SBenn man beä borgen« geuer anjünbete, bann flaute man ring« im ßreife au$, ob ba unb bort nodj ber SRaua) emporroirbele, ober ob bie unerbittltdje Äranfljeit noa) neue Opfer geforbert fjabe. 16. 2>a8 ©efpenft im 3^fo6 »reibenaadj. (Sinblar.) 3RünbItc$. SBenn bie 23eraofmer beS ©d)lojfe$ 23reibenbac& am Sbenb gur SRulje gegangen waren unb nodj etwa« geuer am $erbe glomm, bann erfajien eine oornefmte 2)ame in feibenen ßleibern, trat jum §erbe unb wärmte fid). 3)abei rieb fie bie £änbe aneinanber unb pflegte ju fagen: ,,9tdf), wie falt ift eä!" 3)arnad) ging fie bie Xreppe hinauf, bafe bie Äleiber raupten. SBerfd&loffcne Xf)üren waren für fie fein §inbernt$. ©o erfdf)ien fie beim balb in biefem, balb in jenem 3immer beS alten ©d)loffe8, jum ©raufen ber erwad&enben ©djläfer. 17. 2>a$ Stöhnen am £cufe(*|mi( $u Steinbad). 9»ünbli$. 3n ©teinbad) lebte einft ein armer $oljl)auer, ber nidjt raupte, roie er feine gamilie ernähren foHte. $>er 93auer, für ben er arbeitete, gab ifnn fein ©elb mef>r auf 93orf#ufe, roeil er ifmt oon früher fyer nodj etwa« fdmlbete. 3mmer ^5r)er ftieg feine jRot. ©o ging er einft roieber bem SBalbe ju, um fid) an fein Xagewerf $u mad>en. ©eine Sage raubte ifym allen 5Jcut unb brüdte ityn immer met)r barnieber, benn täglidj mud)ä bie 9Jot ber Seinen. Sttittlerweile roar ber 9faid)mittag fjerbeigefommen. 2lber trofc be« angeftrengteften 9tod)benfen8 jeigte fid) if)m fein SluSweg. 5Da famen tym alte (Sirchingen oon Xeufeläoerfc&reibungen in ben ©inn, oon benen er in feiner $ugenb mand&eä gehört Iwtte. Mmätjlidj machte er ftdj immer mein* mit bem ©ebanfen oertraut, wenn anberä feine $ilfe ju finben fei, fo wolle au$ er ftdj bem Teufel ober irgenb jemanbem oerfdjreiben. Digitized by Google — 332 — &ct fam ein feingefleibeter §err be3 2Bege8. greunblid) grüfete er ben ^oljbauer, ber nur mürrifdj banfte. $)a8 tounberte ben £errn; er blieb bamm fielen unb fnüpfte ein ©efprädfc mit bem ernten £ol$f)auer an. ßr fragte Um, ioa$ ifnn fel)le, benn ber 5Rifemut ftanb bem Firmen beutlid) auf ber Stirn gefdjrieben. ©totfenb erjagte biefer nun von feiner iöebrängnte unb ber üblen Sage ber ©einen. Sllä er enblid) feine ©rjal)lung beenbet Ijatte, fagte ber £err: „3$ roeife 9tot. SBolIen ©ie in meine $)ienfte treten, fo werbe id> für alle« ©orge tragen." ®r f)änbigte fofort bem beftürjtcn ^oljljauer eine grofee ©elbfumme ein unb teilte ifmt mit, ba3 SBeitere mürbe er jur ©tunbe ber 9Hitterna$t er= fafjren. $arum fofle er ftd) ju biefer ©tunbe auf bemfelben ?Ma&e roieber einpnben. (Srlei^terten §erjen$ fd^ritt ber ^ol^auer feiner ärmlidjen §ütte ju, fonnte er bodj nun 33rot für ftet) unb bie ©einen faufen. 3ur SJHtternadjt aber jteflte er fidt) pünfttid) auf bem bezeichneten ^la^e im Söalbe ein. SDer £err erfdjien ebenfalls pünftliä), unb balb mar ber Vertrag, burä) merken ber §ot$auer in bie SHenfte beä §errn trat, aufgefegt unb von bem £ol$f)auer mit feinem Jölute unterfdjrieben. ©orgen fannte ber 3Wann oon ber 3eit an nidjt mef)r. 3tber balb mürbe ifmt ba3 $erf)ältniä ju feinem $errn, ber niemanb anberä als ber Xeufel mar, unleiblid). ©ar $u gern t)Ötte er ben $aft gelöft. 2lber alle 9Hübe mar oergebliä). ©eifttid&e unb jaubers funbtge Wa^barn oerfud&ten ir)rc ßunft umfonft; feiner oermod&te ben Sann ju töfen. 2lm meiften litt aber baä SBeib be$ früheren £oljf)auer«. (£3 oerfuajte alles, toa« ir>r angeraten rourbe, erreichte aber nur, bajj fie bemfelben Sanne oerfiel, toie ibr 9Jtonn, in meinem beibe bie an i^r SebenSenbe blieben. £eute aber noä) oernimmt man itjr ©tonnen am XeufeUpu&l unterhalb ©teinbadj, eine 2Barnung für bie gange ©egenb. 18. $tc Äapefle oon SMefetibad) bei SeHina,. Dfünblic^. $n einer ©tube $u Siefenbad) faß etuft ein 5tinb auf ber 6rbe unb Inelt feinen 9tapf mit Srodenmild) in ber £anb. 3RU feinem fiöffel langte eä aber tapfer ju. raffelte eine ©anlange inä 3im^er, bewegte fidtj ju bem flinbe f>in unb afj mit if)tn oon feiner SRild). 2113 aber bie ©anlange bic ©roden nidjt beamtete, Digitized by Google - 333 — fonbern nur bic 9Äild) uafd&en wollte, war ba« ftinb nidjt faul, fonbern fdjlug bie Solange mit feinem Söffet auf ben Äopf unb rief: „SBiflft bu au* bie »roden fre|fen!" $a« t)alf. $ie Solange oerid)manb fogletct). 3um eroigen Stnbenfen aber an bie« merfwürbige ßreigni« würbe bie fleine Äapette auf Siefenbadj errietet, wela> fjeute no* 3U feljen tfl 19. 2)o« ©efoenft Mit 8tefenbad> (ei SettitQ. Sor ungefähr breifeig bis vierzig ^a^ren jeigte ft* in bem Stalle eine« Sanbwirt« in Siefenba* ein ©efpenft, meinem ber Eigentümer lange %eit ratio« gegenüberflanb. ©nblidj ging er jum Pfarrer in Olpe unb flagte it)m feine 91ot. 9luf oiele« Sitten liefe fidj) biefer au* bewegen, mit nad) Siefenbad) ju get)en. 3U= erft „oerla«" er ben Statt. $ann nat)m er einen eifernen ®egen- ftonb, welchen er in eine 2öanb be« Statte« fölug. hierauf fölofe er einen £eil ber SRonflranj in bie entftanbene §öt)lung, weldje bann roieber fefi oerfdflojfen tourbe. ®urdj biefe SJtofenafnuen iourbe ba« ©efpenfi au« bem Statt oertrieben unb oon bem ©eifr licfcen in bie nat)e £eufel«miefe oerbannt. ftad&bem ba« fdjwere SBerf oottbracf)t mar, erflärte ber Pfarrer bem Sauer, ba« ©efpenft mürbe jebe« 3ar)r einen £at)nenfd)ritt nät)er an bie 28or)nung fjeranfommen. So mar ber Sauer ba« ©efpenft jwar lo«; aber eine üble ?olge blieb für it)n bo* mit ber Sannung be«fetben oerbunben: er tonnte feit ber $t\t feine oierte Kur) galten. So balb er eine foldje anföaffte, fiel ftc unb oerenbete in fürjefter 3^it. 20. $er ^eufeUftepett bei Siefenbadj. 3Rünbli$. (SKnfit toar man an einem t)eifeen Sommertage in einem Siepen bei Siefenbadr) mit ber §euemte befä)äftigt. 3ung unb griff gefdjäftig $u, um ba« .§eu oor bem bror)enben Unwetter troden unter 2>a* unb ga# ju bringen. 2lber bie Arbeit ging bie«mal ni*t oon ftatten, benn fo oft man ein Sünbel $eu auf= t)eben wollte, um e« in bie Sdjeune ju tragen, fprang ein £eufel*en, wie eine Spanne grofe, oben barauf unb trieb allerlei Äurjmeil. Seit jenem ©reigni« r)eifet ber Siepen allgemein in ber ©egenb ber „$eufel«fiepen". Digitized by Google — 334 — 21. $er Hirtar in ber SeufelSwiefe. (Siefenbad).) Söenn man bie in jiem(td) geraber Ütnic oon Wipperfürth nad) 93ergifd)s©labbaa) fid) t)in$ie^enbe "Jkooinjialftrafee benufct, fo bemerft man in ber 9töt)e ber fd)öngelegenen Ortfd)aft 3unfermüt)le einen tooblerbaltenen fogenannten ©emeinbeioeg, roeläjer nad) linfS abjroeigenb oben in bie Serge füt)rt. Sobalb biefer 2öeg bie £öf>e erreicht t)at, jeigt fid) unferen glitten ein ©eböft mit einer an ber (Strafte belegenen fleinen, unfdjeinbaren Capelle obne Xurm. Jix bem biefer Äapette junad)ft liegenben ne ju Hüffen, womit er fid) fleiben unb nrie er SRabrung i)crbcifdk)affcn fottte. 3n einer ftürmifd)eu 9iad)t fafe er roieber einmal troftloä oor bem alten Xifck) in feiner ^olmftube unb feufjte ferner über feine forgenooQen Sert)ältniffe. $a öffnete fid) bie Xk)ür, unb ein grofeer, bagerer sJJlann trat $u it)m ein unb fefcte fid) neben it)n an ben £ifd). S)er ÜDtann fprad) lange mit il)m über feine 9tot unb fein (Slenb unb fagte fd)liefelicb, er fei gefommen, it)n gegen gute Stellung in feine $ienfte $u nehmen. $er 9totar fonnte nur fd)roer an eine fo plö&lid)e SSenbung in feinem ©efdiid glauben unb fragte fd)liefelid), roeld)e Arbeit er übernehmen foHe. „Vorläufig follft £>u toetter gar m$t* tt)un," meinte ber Wann 3u ibm, „nur oerlange id) oon $)ir, bafe S)u 2>id) mir ganj $u eigen giebft, bafe $u $id) mir oerfdjreibft, fo bafe id) über 3)td) oerfügen fann, wenn id) eS für nötig eradjte. ^a- gegen erbältft £)u oon mir ©olb bie gülle. 3)u fannft $ir ein $ferb kjalten unb 2öein trinfen, fo oiel 3)u roillft. liefen ferneren Seutel tyex gebe id) $>ir, fobalb $u unterfdjrieben k)aft." $>abei 30g ber 3)iann einen gotbgefüQteu beutet auä ber £afd)e, unb als ber 9totar bie glänjeuben ©tücfe fak), lad)te ifjm baä £er$ im ücibe. ®arauf erljob ft$ ber ftrembe. „Überlege $ir bie Sadje roobl," fagte er, „morgen fomme idj) toieber, um deinen @ntfa*>lufe ju fjören." 211$ ber Wotar ben Sefud)er ehrerbietig jur Xtyiix ge= Digitized by Google — 335 leitete, bemerfte er an bem einen guße be*felbeu einen ^ferbehuf unb er mußte nun, mit wem er e* ju tfmu ^atte unb wem er fid> ©erfchreiben fottte. 3^ar erhob ftch in [einem Innern eine roarnenbe unb mafmenbe Stimme, aber er fud)te fte burch ben ©ebanfen baran gu betäuben, baß nun alle 9?ot ein @nbe nehmen fottte, unb a(d ber Xeufel in ber nächften 9ladjt wieber erfd&ien unb bie ©olbftttefe mit »erführerifchem ©lanje über ben Xifd) roßten, ba ergriff er bie in SBlut getaufte geber unb unterfd)rieb ben Sßalt 6* begann nun für ben armen sJtotar ein ßeben ber greube. 9tur ber ©ebante an ben $ob machte ilm erbittern, bodj er betäubte biefe ©ebanfen im Xrunf. Slber wie alle* ein (Snbe nimmt, fo !am auch r)icr ber £ob über Stacht, unb wiewohl ber SRotar nun gerne frei gewefen märe, fo mar e* nun boch ju fpät: ber Teufel, fein ©ebieter, ndbm ihn an ber Schwelle be* ©rabe* in empfang. 3roar nahm er ihn noch nicht mit in ba* 5Rcic3r) ber ginfterni*, fonbern fein ©eift warb baju oerurteitt, %a\)t auf 3ahr ruf>elo* umherzuirren. Bo oernahmen nun bie Seilte, welche nach bem £obe be* SRotar* beffen £au* bewohnten, in jeber 9tor gebräuchlich. ®* fam aber Digitized by Google - 336 - faft regelmäßig bei benfelben ju Laufereien, welche ntdjt fetten in blutige ©d&lägereien ausarteten. ©infi jogen com 3of)anni$berg jroei Surften jum Sewing: abenb. (§3 roar fdron fef)r fpät geworben, als ft$ ber eine oon ifmen auf ben §eimroeg madfote, roäbrenb ber anbere nodj bei feinem sJ)?äbd)en blieb. 211S ber einfam £>af)inf<$reitenbe über eine fang geftreefte 2lnf)öl)e f)infd(jritt, työrte er immer neben ftdj ben fläglid&en 9tuf: „3UP/ 3up !" (Sr blieb jute^t flehen, um bie ©adje ju ergrünben, fab aber nichts unb fefcte feinen 3Beg fort, mit be= fctyleunigten ©abritten feinem £eim juftrebenb. 311« er furze 3*it ju §aufe roar, fam audj fein greunb an unb oerrounberte ft$ nidjt wenig, bafj jener fdjon angelangt fei. £>er erzählte nun alles, roaS ifmt begegnet fei, worauf jener berichtete, ba& e$ ifmt genau an berfelben Stelle ebenfo ergangen fei. darüber erfd&rafen beibe gar fefjr unb famen immer mef>r Zu ber Überzeugung, bafe es eine SBorbebeutung gewefen fei. 3wei 2öoa)en fpäter war auf bemfelben §ofe wieber ein ©cfjroingabenb. ©S entfianb ein heftige ©djlägerei, unb ber eine ber beiben Surften, unb jwar berjenige, roeldjjer an jenem &benb 3ute$t nad) §aufe gefommen war, würbe erfragen. 2tm naa^flen borgen legte man ben (Sntfeelten auf einen einfadjen Sfouerntarren unb fufjr ifyn benfelben Söeg, ben er bamalS gegangen war. traurig f abritt fein greunb (unter bem ßarren Ijer. 911S er aber an jene ©teile fam, wo er Damals ben langgezogenen, Hagenben 9tuf oer* nommen (jatte, ba t)örtc er biefelbe ©ttmme ebenfo rufen: „3üp, 3up!" 2US man zu £aufe anfam, legte man ben Xoten in baSfelbe gimmer, wo er mit feinem greunbe in jener 9toa)t baS ©efpräd? gehabt batte. 23. $te ©tidjer 2Hoibue. (Petting.) 3luf einem 21 der jwifa^en Petting unb fiinblar ftetyt, weithin ein 28af)r$eidjen, eine einzelne 2hid)e, bie ©tiefer 9Jtaibud(je genannt. $)ort jeigt fid) mitunter in ber 9todjt eine alte $eye, welche |od) oben im ©ejroetg beS Saumes ftfet unb fpinnt. 3)em vorüber: eilenben Sitonberer aber fagt fte mit bumpfer ©rabeSfUmme, roaS i^m bie 3ufa"f* bringen wirb. ®arum wirb ber S3aum zur Ladezeit fdjeu gemieben. Digitized by Google - 337 — 24. $aa Sterbefletb. (gorften bei Ming.) 3n>ei ältere grauen, roeldje ein Ätnb in Pflege Ratten, wohnten einft sufammen in gorften bei Delling. (SineS £ageS war eine berfelben auf bem ©ötter beföäftigt, als fte ein feltfameS SRauföen oernafnn, wie eS roof)l burdj baS knittern von 3cug hervorgerufen wirb, ©leid) barauf sernatim fte ein ©eräufdj, nrie es beim $)urd)= reißen gewebter ©toffe ju entftef)en pflegt. £)ann würbe genagt; fo bäudjte e$ ber grau. Slber fie gewährte niemanb, fo fdjarf fte aud) in ade SBinfel beS etroaS Dämmerigen SftaumeS fpätyte. Sludj als fte bie treppe tyinunterfdiritt unb bie SBolmräume betrat, war nichts ju erblidfen. 2lm näd)ften £age nrieberbolte ftd) biefelbe ©rfdjetnung. Voller öeftürjung eilte fte bie treppe fnnab. $a war baS Äinb geftorben unb Won war bie 9Mf>erin bei ber Arbeit, ein ftotenfleib für baSfelbe anjufertigen ; fic raufd&te mit bem ©toff, rife it)n burdj unb näf)tc baS £oteufleib. 25. Xie ©rf^einung ber ffrau. (gorften bei Petting) 9Hünbltc$. 9ln einem fä)öncu, l;eöen borgen ging ein 9Jtann aus gorften über gelb, als er feine grau, roeldje er foeben franf barnteber= liegenb oerlaffen ^atte, in roeifcer ©eftatt bafn'nfd&reiten faf). 3)aS bünfte it)n rounberbar; bod& liefe er fid) mit ber grau in ein ©e= fpräa) ein. Sil« er nad> §aufe fam, lag feine grau, mit meifjem ©terbefjemb angetan, tot im SSett. 26. Sie „Sigful" (%iM) bei Surften. SRünbli^. 2luf ber roalbigen $öf)e äroifdjen gorften unb ßürten fü^rt eine ©teile ben SRamen „ftisfül". £)ort fofl früher ein ©algen geftanbeit haben. @ine 2lnjaf)l oon Vertiefungen im SBoben werben als ©räber efjemals bort ©eridjteter gebeutet. Sie $iSfül wirb in ber ganzen ©egenb fefjr gemieben, benn bort ift oft Jtettengeraffel gu näajtlidjer %e\i 5« oeruebmen, roaS vom Xeufel tjeroorgerufen roirb, ber bie Stetten bort umberföleppt- ♦22 Digitized by Google - 338 — 27. £>crcn»Clpe. Allgemein Reifet Olpe in ber ganzen ©egenb nur „§e£em Olpe". 3"* 3«it ber §e£en foUen gerabe tytx oiele berfelben jidj aufgehalten unb baburd) ben tarnen oeranlafjt haben. 3h*e %axifr plafee befanben ftdj an ben oielen Äreujmegen ber ©egenb. 28. ©eye al8 Sdjnetfe. (Olpe.) (Sin Pfarrer in Olpe fd^og einft nach einer ©chnepfe, welche in einer £ecfe fafj. tiefer ©dmfe traf jebod) eine ann afeen fie nach §er$enSluft, oerab= fäumten aber auch nicht, bie £afchen rootjl $u füllen. 2llS fie fo gauj oertieft in ihrer angenehmen Arbeit roaren, ftridjen belmtfam jroei ber ^ejerei oerbächtige SBeiber unter bem Saume oorbei unb bemerkten bie Surfajen, ohne bafj biefe fie gewahrten, ©ie murmelten ihre geheimniSüoflen ©prüdje unb entfernten fuf) ungefehen. 91id)t lange barnad) fliegen bie Surften herab unb matten fich nach §aufe. 3öor)l unb munter legten Tie fid) ju Seit; aber am nädjften borgen empfanben fie tjeftige ©d)mer$en, unb ihr ©tuhlgang roieS oiel Slut auf. ©ie bauten nun gleich an §ejen= fünft unb holten bie 2lpfel, welche fie in einer Äifie forgfam geborgen Ratten, heroor. 9lber, o ÜBunber! (SS mar fein 2lpfel mehr oorhanben, ftatt beffen wimmelte es oon giftigen Kröten in ber Kifte. 30. $er ftohler unb ber Teufel. (Olpe.) SRünblic$. (Sin Köhler ^atte in einiger Entfernung oon feiner $fitte einen Kohlenmeiler aufgebaut. ©ineS HbenbS, als ber SReiler fa)ön brannte, unterste er atteS aufs forgfältigfte, unb fa)ritt Digitized by Google — 339 — bann wohlgemut feiner gütte ju, um mit 2Öeib unb ßinb fein einfaches Wahl einzunehmen. 9ßach bem (Sjfen ging er noch einmal ju bem Weiler hin ; alä er aber alle* in befter Drbnung fanb, legte er fich ruhig fchlafen. Witten in ber 9tadjt ermatte er. ©ein erjter ©ebanfe galt bem brennenben Weiler, nach bem er einen fpähenben ©lief burdj baä Heine genfter warf. Slber o 3ammer! $>er Weiler ftanb in gellen glammen, unb bie faure Arbeit meler Söodjen fctjien gänzlich jerftört $u fein. $n fliegenber £aft warf er einige ÄIeibung8flücTe über unb eilte mit roilben Sprüngen über ©räben unb gelber bem SStolbe }u, roo ber Weiler brannte, um (Srbe aufeumerfen unb fo oiel roie möglich &u retten. Slber al$ er hinfam, mar ber Weiler in befter Drbnung, unb nirgenb* fähigen bie glammen heroor, roie er in fetner §fitte beutlich wahrgenommen hatte. Äein anberer als fein alter greunb, ber Teufel, ^»atte ihm biefen hoffen gefpielt, um ihm feine Nachtruhe $u rauben. 31. $te biife Solange in Ctye. 2HunbItc$. ©or einigen Sauren mar ein ©auer au* ©eelbach bei Dlpe an einem ©ergabhang mit ©raSmähen befchäftigt, als er plöjjlidj eine grofee ©dränge erbliche, welche viele Weter lang unb fo bicT wie ein Ofenrohr mar. 211$ er tjin^ulief, um ba£ gemaltige £ier genauer $u betrachten, mar biefeS plöjjlich oerfdmmnben, unb boch mar mrgenbd eine Öffnung in ber 6rbe ju bemerfen. SSiele fieute au* ber ©egenb haben bie Schlange gefehen, welche niemanb ein fieib jufügte. Önblteh machten ftd) einige roohl auSgerüftete 3ä9** auf, um fie ju töten. ©ie fanben bie ©anlange auch längerem ©ud)en, fchoifen auf fie, aber ohne ju treffen, ©eit bem Xage rourbe fte nicht mehr gefeben. 32. Seuerräber an $ornbatf). 9RüitMic$. 3n einem SBaffertümpel bei Dörnbach unroeit Dlpe fmb in geroi(fen dächten geuerräber $u fehen. Nähere* fonnte ich "icnfte biefer bie teure Weliqute, welche noch in ber bortigen Äirdje r-orhanben fein fott. Saher trägt bie eine ©eitenfapette biefer Äirdr)e ben Warnen „flreujtapelle" bi« auf biefen Sag. 35. Sie «pringwurjel. (Dlpe.) 3Jlünbli$. 2(n früheren 3eiten gab e« t)icr 511 Sanbe Siebe, oor welchen weber Schloß noch Wiegel febüfete. Sie bebienten ftdt) bei ihren Siebereien ber ©pringwurjel. Socf) ift e« fcbwterxg, eine foldt)e 3auberwur$el ju befommen. Wur ber ©rünfpecfjt weife bamit Sefdjeib. Sarum fuchten bie Siebe, welche fich in ben Seftfc ber Springmurjel fefcen wollten, ba« Soch im Saume, wo ein foldjer Sögel fein Weft hatte, unb trieben einen fleil hinein. Ser Specht, welcher nun ju Weite wollte unb nicht an ba«felbe gelangen fonnte, flog au«, um bie Springwurjel ju fud&en, um mit berfelbcn ben 3ugang $u feinem Wefte ju öffnen. Sie Siebe hatten aber unter* beffen unter bem Saume ein feuerrote« Sud) ausgebreitet. Sann fommt ber Specht mit ber SBurjel oor ba« Schlupfloch. Sor ber Digitized by Google — 341 — 2Bur$el fpriugt ber fteil mit lautem Äraren f)erau3. SBeil ober ber ©pedjt bie SBurjel niemanb gönnt, läjjt er fte auf bad £udj fallen, in ber Meinung, bafi e$ ein geuer fei, in toeld&em fte oerbrenne. $oettf<$ bearbeitet öon X. SHobnaßel (£ocfer, 2>eutf($er SolfSfllaube, 6. 202). 36. $a$ fteinerne ftteuj Di« 9leubettba4. (Sei Dtpe.) SRünblty. 3n ber 9täf)e oon ^eubenbaa) bei §au* ©runb (untoett Dlpe) fteljt ein fleineme« Äreuj. 2lu biefem Äreuje fmb au aßen %attn un^eimliä^e (Srfd&einungen beobad)tet roorben. 3" näd&tlid>er SG&etle bat man bort toieberbolt feurige ©rfdjeinungen gefefjen unb ein eigentümliche^ Äniftern im ©efträud) oernommen. ©in alter üWann auä jener ©egenb, ber oft baoon gehört, aber nie an bergletdjen geglaubt Ijatte, ging au$ einft vorbei. 2lber auti) er naf)in alles beutttc^ mar, roie e$ anbere fieute erjagt batten. Son ber 3cit an mar er nidjt meljr ungläubig. 37. $ic awetßetiPile öurgranb bei flürteti. 9Rünblu$. tRab* bei Äürten liegt eine unter bem Stomen „Surgranb" befannte Qbtye. Xer Eingang ift fe^r fd&ntal; aber balb erweitert fuf> bie §öt)le, toelcbe auaj einen großen «See in i^rem 3nnern birgt, um ben fi$ ring« ein ©ang f)inaief>t. ©ef)r meit jie^cn ftdj bie rounberbarften ©änge in bie (Srbe fnnein. $>en Eingang oerfajliefet eine eiferne $f)ür. %n biefer §ö$le faben bie S3e= roo^ner ber umliegenben ©egenb ©tüble, Öfen unb £au8geräte aller 2lrt gefunben. ©ort tyaben früher bie 3werge gebaufi, roeldje ben freunblicb geftnnten Sanbberoobnem ©efättigfetten oder 2lrt ertoiefen, namentlid) aber auf Sermefyrung beS SoblftanbeS unbe^ mittelter fianbleute bebaut rooren. 9ftit einer $f>re trugen fte biefen SerfdjiebeneS, namentlid) retdfje ©arben, in bie ©ajeune. gür ein geringes ÜJtafe oon ©peife unb $ranf traten fte gern in bie Sienfte ber Sauern, oor aßen fingen, um tynen bie flüfje ju bäten. 38. 2>er ©eifterjua.. (Äürten.) SRünbli$. SBenn man oon flürten auf ba3 ©e^öft Tannenbaum ju gef)t, fii^rt ein formaler ©teg über bie 6ül$. $>iefe ©teile pafjterte einft in fpäter 9tod)tftunbe ein Sauer. £a fal) er plöfclidj einen Digitized by Google — 342 — geheimnisvollen Seidjenjug, ber fo bid)t an ihm vorüberzog, baß er genötigt mar, etroaS jur Seite treten. Sierjehn £age fpäter — fetter Sonnenfchein überflutete baS anmutige 2fyxl — ging ber Sauer an berfelben Stelle vorüber. 3)a na^te ein roirflia}er fceidjenjug. Unb roieber mufjte er jur Seite treten, bamit jener ungehinbert pafueren fonnte. 39. $a$ Äreu$ *•« SieSfelb (ei Änrten. Sor langen 3a^ren lief in bortiger ®egenb ein Dchfe untrer, ber einft in einen Saum fttefe. Ta ging aus bem Saume eine Butter (SotteS tytvox. 3"* Erinnerung an biefeS merfroürbige ereigniä fefete man ein flreuj jur Anbetung an biefe Stelle. 40. TOuttcrfloticßbilb bertreibt teufüföen apuf. (SieSfelb.) 3n ber 9lä^e von SieSfelb bei fürten roohnte einft ein reiä)er Sauer, bem lange Qtit etroaS SerbädjttgeS auf feinem §of unb in beffen Umgebung oorfam. 6r raupte lange nicht, wie er bie Saä)e abfteOen fottte. (Snblich verfiel er auf ben ©ebanfen, ein Äreu§ mit bem Silbe ber ffl. ÜÄaria errieten ju laffen. liefen «orfafc führte er auch fogleidj aus, unb baä unheimliche treiben, oom (StottfeibeiunS bewirft, oerfchroanb fofort. Siele $af)re fpäter fiel baS SilbniS ber h*- attaria, morfä von frohem Sllter, aus bem ßreuj tyxau*. Sofort a^öte fidj auch ba$ unheimliche ©ebahren roieber allerorten auf feiner Seftfcung. $>er Sauer befann ficr) aber nicht lange, fonbern liefe baä SUb roieber farfteHen unb an ben alten Pa|j bringen. £>a trat roieber 9tuhe ein, roeldje bis auf ben gütigen £ag anhält. 41. $er ©efpenfterwagen. (Siesfelb.) SWünbUch- 3n einer bunflen 9Zacr)t gingen einft jroei SWänner auf Sie3= felb ju. 3)er eine oon ihnen fyaüt ftd) unterroegS etroaS §u fa)affen gemacht. Wittlerroeile war ber 3Inbere feine« SBegeS weiter gebogen. Um nun feinen Gefährten ju erroarten unb gleichzeitig etroaS auszuruhen, legte er ftch a» ben 93enjf)ang, hört an ben 2öeg. £a, eS roar furj nach Witternacht, braufte plöfclidj eine Digitized by Google — 343 — gefpenfterfjafte, jroeifpännige Äutfcr)e l>oä) burä) bie Suft baf)tn. ©ann ging e& burcfcS ©et)ölä, bafj bie #fte fplttterten imb brauen. 9toä) rurjer 3*ü mar baä ©efärjrt ben 2lugen beS erförotfenen Cannes entfd&rounben. 5)o5 rjat fidj am Äollcnbodjcr $au jugetragen. 42. Der Sdjafc Don äöipperfelb. 3n ber 9iär)e von Sammafufc bei SBipperfelb ift ein großer e legte, eine San! an fein Söett 3U rüden. 9tegetmäfjig jroifcrjeu 12 unb 1 U&r erfa)ien nun ber Teufel, potternb unb lärmenb, fo bafe ber §oljer §einrid> immer um feinen ©djtaf gebraut rourbe. &aS tyatte er eine lange 3^it mit ©teidjmut ertragen. 2lt8 aber in einer 9tod)t ber teufet bis ju feiner 99anf oorbrang, ergriff §einrid) bie 93anf unb roarf fie bem ©ottfeibeiunä naa? mit ben ©orten: „$a, Teufel, nimm bie au$ noa) mit!'' S3on ber 3eit an beläftigte Ilm ber teufet nid)t mef)r. Digitized by Google 344 — 45. $er ßolbene ®rof. (§auS ©runb.) ©in 2lf>ntierr ber 93efi|jer von £auS ©runb war ungemein reiä). 2113 er ftarb, mürbe er in ber 9täf)e ber 93urg begroben. 3)ert Ort vermag jebodt) niemanb anzugeben. 2lber fein ßeidmam befielt aus lauterem (Mbe, bamit feine 9tocf)fommen, wenn fic r-erarmt finb, Surg unb gelber roieber in ben alten glor bringen fönnen. 46. §au8 ©runb. 3Rünblt$. tiefer alte SJlitterftfc r)at mefyr ©puren in ber Sage als in ber 2Birfltc§feit $urücfgelaffen. Gin unterirbtfdjer ©ang oerbinbet no<§ f>eute biefe Surg mit ber Jtrumme'fdjen 33urg bei Dbentfjal. (Sin vertiefter üflaum bei $auS (Brunb wirb ber fteufelsfetter genannt, $ort t)aufl ein Ungeheuer. Unb attnääjtlidS), roenn eben bie Mitternacht vorüber ift, t)ört man einen lautfdjallenben gaff, al« roenn ein großer, fernerer ©egenftanb in bie SBeffen ber naljen ©ülj geworfen würbe. 47. $aä Spinnmö^najen ju £a$bad). 3Künbttcb. ^n $aSbaä) bei Delling ftet)t ein altes §auS. 3n einem Dberjimmer biefeS Kaufes roolmte in jener %t\t, als bie §eyen ir)r 28efen trieben, eine alte grau, roeldje £ag um Xag fpann. 2lber fie war niebt gan3 reblict) unb braute oon bem it)r anoer* trauten glad)* beimlid) (leine Mengen auf bie Seite, um U)n für f"uf) ju uerroerten. So fpann fie in bem Dberjimmer beS alten $aufeS bis an it>r SebenSeube. 2lber als fie begraben mar, mürbe fie oerbammt, aHnäd)tlidj in jenem Bimmer ju fpinnen, weil fie ju tyren ßebjetten unreblia) geioefen mar. ©ar mancher, ber jur 9tadjtjeit bort oorbeifam, tjat baS ©pinnmöfmdjen gar eifrig bei ber 2lrbeit gefefyeu. $iefe Sacfye rourbe bem öefifcer beS Kaufes mit ber 3clt ms bequem, ba niemanb met)r bort roofynen wollte. @r ging barum jum Pfarrer unb bat if)it, $u Reifen. 2)er mar au$ baju bereit. 6r befajroor ben ©eift beS 8pinnmöf)nd)enS unb verbannte ilm in baS fiebber^SBieSd&en (2eber=9Biefe) nafje bei Petting, unb aroar an Digitized by Google — 345 — einen ©renaftein, welker ftcb bort ergebt. 3)er Ort ift unfjeimlidj unb ruft bei aßen in ber 9tadjt Storübergefjenben ©rufein tyeroor. Sebe* Scfyx aber fommt ba* ©ptnnmöljncben einen §af)nenfdjritt näf)er auf ben alten ©djauplafc $u. $ie 33üf>ne (= Dber$immer) in jenem §aufe gu §a*bad& fjeijjt aber nod& fjeute bie Xeufel*büf)ne. 48* 2>er tterdejte £afe, (§a*bad).) (Sinft ging ein Säger oon ipa^baaj in ber 9täf>e be* Drte* auf bie 3agb. <5r roar nod) mdjt lange burdj S3ufc& unb ßraut bafnngefcbrttten, al* er eine* §afen anfic&tig würbe. @r legte an unb fcfcofe. 211« iidj aber ber 9laua) ©erlogen f)atte, fafe ber §afe wohlgemut an ber alten ©teile, breite fid) gelaffen um unb glofcte ben S^ger an. 35er fdjiefjt jum jroeitenmal; aber ber $afe maä)t baöfelbe SJtonöoer. 9lodj einmal f Riefet unfer Sögerdmann; ber §afe breite fid) jebod) roieber um unb faf> oerrounbert ben Säger an. $)a wirft btefer feine 93üdjfe über ben dürfen unb 0cl)t fjetm, feft überzeugt, bafj ber en ju Smmefeppel f>atte einft mit einem SBauernburfajen au« ber ©egenb ju fc&affen gehabt, fpäter aber bie* 33erf)ältni* gelö|t, roa* ben Surften fe^r erbitterte. 9hm mar eine* Xage* in einem alten £aufe ju $erfdjeib Scfiroingabenb, unb audj jene* 2M>djen mar zugegen. Später fam aud) ber 93urfdje, ging aber oor 33eenbigung be* gefieö fnnau*, fd&liff auf ber Xreppe fein SWeffer unb murmelte babet: „@* fott no$ freute iemanb bran." $a* fjatte ein unbeachteter £aufd&er oernommen. 511* man enblidj aufbrad), begleitete jener 33urfdje ba* 3ttäbs djen; er foll ba*felbe auf biefem SBege an einem $eibe=9lbt)ange ermorbet ^aben. 6eit ber Seit befinbet fi$ an jener SHorbftette eine glädje oon größerem Umfange, meldte mit rotem SJtoo* be= warfen ift. ©0 oft man biefe* mit ber 2öurjel oertitgt Ijat, fo oft brängt fid> immer roieber neue* rote* 9)too* Ijeroor, gerötet oon bem unfcfmlbigen SBlute, ba* bort einft oergoffen roorben ift. Digitized by Google — 346 — 50. ©er 8roergcnfd)uftfr. ömmefeppel.) Serg. §au8freimb, Sinblcr 1880, ©. 33. 3u 3mmefeppel lebte oor longer, langer %t\t ein ©djmfter, roeld&er in feiner Äunft gor roof)l beroanbert war. ©elbft in ber großen ©tabt Äöln mar feiner feine* £anbroerf3 $u fxnben, ber fo paffenbe unb bodf) fo feine ©d&uf>e anjufertigen oerjtonben l)ätte, roie unfer ©dfmfier. ^nbeffen er fjatte, wie man ju fagen pflegt, fein gute* ©ifcfleifdy, eä gefiel if)m beffer, mit 93ü$fe unb 3agbfaen, ober im gelbe ben §afen baS 2eben£lid£>t auSjublafen. ©a nun ein fold&eS treiben leidet sur Seibenfd&aft roirb, fo oernadjläfftgte er fein §anbroerf immer mein:; bie ßunben gingen oon ifmt weg unb ließen Ujre ©djMlie unb ©tiefei bei anbern 5DGeiftern anfertigen. ©ie 9©itb= bieberei aber brachte nid&t oiel ein; baoon tonnten grau unb Äinber nid)t leben, unb bitterfte 2lrmut rourbe baS 808 feiner gamilie. 211$ er nun einft allein eines SlbenbS ftdfj auf bem 3ln= ftanb befanb unb ifjm nidfjts $um ©dfm& fam, ba bemäd&tigten ftd) feiner trübe ©ebanfen; er faf) fein (Slenb ein unb fing juleftt an ju jammern: ,,2ldf)! t)ätte idj bodj nie eine glinte gefetjen. SBäre idfj bod& bei meinem §anbroerf geblieben! Iber jejjt fjaben alle ßunben midj oerlaffen; grau unb ßinber fdjreien nadj Srot, unb id) bin nid>t imftanbe, ifmen foldfjeä ju oerfd&affen." 2Bäf>renb er fo ba fag unb feine S^ränen auf bie ®rbe (jerabrottten, f)örte er ein ftlberfjelleä ©timmd&en im naf)en ©ebüfdfj rufen: „Senn ©u arbeiten roillft, roill id) ©ir paffenbe 93efd)äftigung geben. 2Bie fannft ©u fo oerjroeif ein , ba ©u ©ein £anbroerf bodf) fo gut oerftefjft?" ©er 9tteifter ftount; er fiefjt nad) ber ©teile, oon roeldfjer er bie ©timme oernommen ju fjoben glaubt, ©a erblüfte er bort einen 3roerg in prädfjtigem Slnjuge. @r trug ein SBamS von ©amt mit golbenen flnöpfen, oon bemfelben ©toffe waren aud) feine Seinfleiber; um ben §al3 rjatte er eine ©pifcenf raufe unb auf bem Äopf eine sM&e mit filbernem (Sid&enlaub unb golbenen ßtd&eln. <5r mar faum brei ©pannen fyod). ©er ©dfmfter 30g ganj bemütig feine Sttüfce ab unb fragte: „3ungf)err, roaS ifl 3f)r 8egef)r?" ©iefer antwortete: „3df> f>abe ©eine Älage gehört unb bin bereit, ©ir Arbeit unb reidjlidjjen ^erbienft ju oerfajaffen, fo bafe ©eine 9iot aufhören roirb. §ier ifk baS dufter eines ©tiefels, §anbroerte$eug unb alles anbere, befien ©u bebarfft. ®ieb ©id) gletd) au bie Arbeit unb mad)e Digitized by Google — 347 — ein Sßaar ©tiefei gleidj biefem fertig." «Dann tief ber 3roerg $u einem nafje gelegenen ©umpfe, f)olte bort ein 3rrlid>t unb tnng e« an einen Stoumaft, fo bog ber Umfrei« ftar erleudjtet rourbe. «Der SReifter fefcte ftd) f)in unb gab ftdj an bie Arbeit, unb ef>e e« 2Ritternad)t war, fjatte er bie ©tiefei, faum einen ginger lang, au« SRattenfell angefertigt. «Da fam audj ber S^erg roieber fn'nju, befaf) bie Arbeit, lobte fie unb übergab tym bann einen «Dra&t, inbem er fagte: ,,2lu« biefem $ral)t mad> eine ©Glinge, flelle fte im äo^lfelbe «Deine« ©arten« auf unb fiel) morgen früf) nad), roa« barin ift. 2tm greitag 9töenb aber fomm roieber an biefe ©teile unb id) werbe «Dir anbere Arbeit bringen/' «Der 3tteifter t&at, roie ifmt befohlen mar, unb al« er am näd&ften borgen nadj ber ©dringe fal), fanb er in berfelben einen fetten £afen. §lls er biefen öffnete, fanb er in bemfelben eine Heine golbene ftugel, bie roof)l §ef)n Styaler wert mar. £a mar alle SRot $u 6nbe, unb am greitag fanb er ftd) jur redeten 3^t an ber beroufjten ©teile ein. Stoib erfd&ien audj ber %roetQ, um il)m roieber Arbeit ju übergeben. %uvox aber mußte ber OTciflcr i&m oerfpred)en, bafe er niemanb, roer e« aud) fein möge, ba« ©eringfte oon ber ©ad&e oerraten roolle. ©o ging e« nun lange 3«t fort; jeben greitag r)atte er etroa jroei ©tunben ju arbeiten, unb jeben ©amftag fanb er in ben ©ingeroeiben be« gefangenen $afen eine golbene flugel, fo bafj er nad) unb nad) rool)lf)abenb rourbe unb bie beften Äleiber im ganzen «Dorfe trug. 3m 2öirt«f)au« fefcte er fidj an bie erffce ©tette be« «£ifd>e«, unb wenn ber anbere ©cfjujier be« «Dorfe« ein <3la8 SMer tranf, fo tranf er beren oier. ©o fafjen fie audj einft in ber ©d)enfe jufammen mit anberen «Dorfgenoffen, unb e« entftanb ©treit sroifdjen ben beiben ©d&uftern, roer oon ifmen fein $anbroerf am beflen oerjtefje. $üle§t jog ber ©egner einen «grauenfdduf) tyerau« unb fagte: ,,©el)t, ob in ber ©tabt Äöln fo feine unb gefdjmacfoolle ©djulje gemalt werben, roie biefer ift. @r aber, ba« ©rofemaul, läuft ja immer bura) gelb unb önfö fjerum ; roa« will ber no# oon ber ©dmfterarbeit fpred&en?" «Da überlief e« unfern 3roergenfd)iijier eiäfalt; er roarb jorntg, fdjlug mit ber gauft auf ben «£ifa; unb 30g au« ber £afdje ein ^aar £anjfHefeldS)en f)erau«, bie er für bie 3roergem fönigin gemalt r)atte, fteUtc fie bann auf ben Xtf<$ unb fprad&: ,,©ef)t, ob biefe« nidjt eine ganj anbere Arbeit ifi! 3ft ba« nid)t roie £ag unb 9tad)t?" $od) faum t)atte er biefe SBorte au«* gefprodjen, fo erhielt er oon unfuf>tbarer .§anb einen ©djlag an« Digitized by Google - 348 — Ohr; bie ©tiefei aber roaren oom £ifche oerfdmmnben unb nirgenbg $u finben. @r hatte baS ©eheimnis verraten, unb als er abenbs 3u ber berou&ten ©teile fam, fanb er ben %rotTQ nicht roteber t>or; auch bie Drahtfd)linge roar aus bem ©arten oerfchrounben, unb er roar jefct roieber genötigt, Söauernfdjuhe anzufertigen. 51. $er 3wffö ju 3mmefeppcl. SWontanu&SBalbbrü^, Sorjeit I, 3. 101. SBor grauen 3ohrert roanberten bie 3roerÖe au^- 39C«f einem einfamen ©ute bei ^mmefeppel blieb aber einer oon biefen feltenen ©äften jurüd unb füllte fich um fo roohler, als er nun allein in $auS unb $of, roie in ber ganzen t gefehen, Hann in folgern Drange nicht beftehn!" Digitized by Google — 349 — 52. 3mmefeppel. Sieg. SRütter in bcn »nnalen be« fciftortföfn «crem« für ben Mcbcrrtyem 32, ©. 31. Sen tarnen be3 Drteä 3mmcfcppct erflärt bie SolfSfage alfo : 3n einer 9todjt brauen ©iebc in bie Äirc&e ber 2Ibtet 2(ttcn= berg ein unb nahmen nebft anbeten ^eiligen ©efäfjen aua) baS (Siborium unb bie barin befinblia^en ^eiligen §oftien mit. 3m ©üljtljal legten fte baS ^eilige ©aframent unter einen Sornftrauä). (Sin Sienenfdfjwarm flog alsbalb gerbet unb baute feinen Stocf über bie $oftien; unb fo würben biefelben fpäter bei SBegnafmte be8 SienenftodfeS aufgefunben. 3um Slnbenfen würbe an ber ©teile eine Capelle gebaut unb 3mmefeppel (= 3mmen; ober Sienem Capelle) genannt. 53. $er gittert*. (Dolberg.) !Wontanu8:^o[bbrü^, Sorjeit I, 6. 1<>2, 215; II, ©. 12. Setbmg, S. 42; ©e^ben, $>a8 ©ieatyal, 6. 44. 9luc$ au« bem SoHämunb. Ser f)öd)fte Serg jwifdjen ©ülj unb 2lgger ift ber ßüberidfj, im üttunbe ber bortigen fianbleute £ucf)lüberidj, b. i. £oa)lüberid), genannt; man leitet biefen tarnen wof)l von „lüberlitt)" f>er. Jrti^er fott fia? ber Sübertd) nodj einmal fo 1)0$ über bem ©ül3= tt)alc erhoben ^aben, elje er in ftdj jufammenftürjte. 21m Süberid) fjauften noa) Reiben, roäfjrenb ringsumher ©fjriften wohnten, namentliä) in feften Surgen, meiere bie ®egenb oor ben n Um= mobner unb bebrüeften fte fer)r ; ben (5f)riffrngott aber t)erböf>nten unb t>erfpotteten fte. Saju erfanben fte allerlei gottlofe ©piele. 9luf einet Äegelbafm ftellten fie SBetjenbrote al$ ßeget auf unb watfen mit ^fetbefrf)äbeln nacl) benfelben. Digitized by Google 350 — (Sinft r-erfammelten ftdf) bic Reiben auf bem ßüberid), roäfjrenb bic (griffen auf ben gegenüberliegenben §öf>en, meldte fd)on jum ÄonigSforft gehören, ftanben. Den Reiben jum ©pott unb #rger liegen nun bic Gfjriften einen ter ber Reiben aber, roeld)e unten im Xljale wohnten, eilten auf baS ©etöfe herbei unb gruben unter Sammern unb 2Beljflagen nach ben Seidjen ber Umgekommenen. 2luS ihren Xfjränen aber entftanb ein Sadj), welcher noch heute X^ränenquette ^eigt. Stodt) heute jeigt man aud) ben SlutqueH ober Solbad). Ebenfalls roirb noo) eine ber ©ruben, welche bie Reiben angelegt ^aben, gezeigt unb r»om SJolf ^eibenfeller genannt. 9lm gu&e beS ßüberidt) Ratten bie Reiben baS fefte Reiben; r)aud erbaut, beffen SRefte noch heute bewohnt ftnb. üftachbem nun ber Süberich eingeftürjt mar, jogen fich bie Überlebenben ganj ins £eibenf>auS jurücf unb unternahmen r>on bort aus SRaubjüge in bie benachbarten ©egenben. «Pferbe, 9Hnber unb reiche Vorräte Digitized by Google — 351 — an Lebensmitteln liegen fic hinter ihren Warfen dauern ber ^Drohungen ihrer getnbe fpotten. Stoburdj, bajj fte ihren ^Jferben bie ^ufeifen oerfehrt auffdjlugen, täufdjten fte bie nachfefoenben Verfolger. 2lber enbliä) erhob ftch bie gange ©egenb wiber flc. 3h* Xurm würbe belagert. 211 8 alle Vorräte t>er$ef)rt waren, verfugten fte, bie Belagerer ju bura)brec^en. Silber aua; ba3 mijjlang; bie meinen fanben ben £ob. SDie wenigen noch Über* lebenben liegen fi<$ taufen unb würben 6l)rijlen. 54. $er Äielfropf am Süberi*. (Dolberg.) SKontanu&SBalbbrityl, Sorjeit I, S. 115. $ie 3roerge, welche einft im Süberidj h<*ufien, Ratten unweit ber 33urg ©djönratf) au3 einer öauernhütte einen ©äugling ge= raubt unb an feine ©teile einen alten, jahnlofen 3roerg Eingelegt. Sßlan fagt, bie Bäuerin fei burch ba$ häufige SBeinen unb ©freien ihres ftinbed fo unwillig geworben, bafc fte mehrfach aufgerufen habe: „So wollt* ich benn, bajj $idj bie ©rafcmännlein baoontrügen"; ober: ,,©o wollt* ich, bajj bu im JpeibenfeHer fäfceft, ba fönnteft bu bem 3roergoolfe fo lange eins twrftngen, als $u woHtefl, unb ich würbe föulje behalten!" ©ie %mtxQt Ratten biefe unoorftchtigen Serwünfchungen mit SHecht oerwanbt unb burch ihre ßunft bie klugen ber eitern oerblenbet, bajj fte bie Serwechfelung nicht ge^ wahrten. $er alte SxotiQ gebärbete fict) wie ein recht oernünftigeä ßinb, beläftigte feiten burch unartige* ©efa)rei unb fchltef Diel. 2)och trofc ber behaglichen Stühe unb ber reichlichen Nahrung, welche ber ©äugling ju fidt> nahm, gebieh berfelbe nicht wie anbere ßinber, was allmählich bie ©Item befrembete. Stach unb nach würbe ihnen bie ©adje unheimlich, unb fte oermeinten, ihr ftinb müffe oon einem böfen Sluge getroffen ober oon einer Qejct be* fprochen worben fein. ©nblich befchlofj ber Sater, ba$ ßtnb ju ben Mönchen in StöSratf) ju bringen, bamit biefe ihren ©egen über e3 fprädjen. 2ln einem heifjen ©ommertage machte ftch ber Sauer mit feinem Söeibe auf ben 2Beg. Xamit er ba* ßinb bequemer trage, ^atte er e$ in einen Xragforb gefefct unb baju ©efäjenfe für bie Mönche gelegt. $>em ©äugling fchien ba& alles ju behagen, ©o hatten fte ungefähr bie §älfte beS 2BegeS gurücfc gelegt unb waren im Singefichte beS ÄlofterS auf bie SRenjltnger Srücte gelangt, welche über bie ©ülj führt. ®er Sauer, bem fehr heifj geworben war, raftete mit feinem ftragforb auf bem Srücfem Digitized by Google — 352 — gelänber. Da8 Äinb jaudjjte cor i'uft. $a festen e$ ben ©Itern, bafe unten oom Söaffer au« be8 ßinbeS fräfjenber SWuf roieberfjolt roerbe. $>er !Ruf t>on unten Hang fo laut, fo beutlidj, al8 ber obere. Staunenb blidten bie Altern Innab; aber audj baS flinb rourbe aufmerffam, roanbte fidi von ber 3Rutter ob unb fdjaute mit plöfclidj oeränbertem ©efiajt burdj bie 2Beibenftä6e feine« florbeä t)inab in bie glut, immer beutltd&er fnnabjaudfoenb. Sfadj bie ©timme unten rourbe immer beutlid&er, btö man julefet genau bie SBorte oernafmi: £e, ßielfropf, äielfropf! aber tro| ber gefpannteflen Sufmerffamfeit oermodjten Sauer unb 93auerin roeber in ber ©ül$ nodj an ityren Ufern etroaS ju gewähren. Iber tyr (Srftaunen roudjS, als ifjr flinb beutlidje Antworten gab. SBon unten Hang e3 uerne^mliä) fjerauf: $e, Äielfropf! £e, ßielfropf! SÖofjin, junger £ropf, 3Rtt bem alten ßopf! 5Bo bi"öuö, Äielfropf! £if)i, fjafja! Unb nun erfdjjallte eS au« bem £ragforb: ©uten borgen, SRofalinb, 2Bo bift bu, altes ßtnb; ©ag mir ben Ort gefd&rotnb, §e, \>oU, SRofalinb! $on unten fjörte man nun bie 2öorte: 3n ben @ntenfd)üf)lein $>urd) ben Slütenfd&ein, Über* 9fi$lein, 2Bie bie gorelT fajnetl ©djlüpft bura) bie SM', ©ing tdj unter jum 93abe! ^m Statten ber Söeibe $ier am ©eftabe £em ©arten jur greube, 3)ie ©lieber oerjüngenb, Unb Sieber jingenb ©ing ia) frü^ von .§au$. tfielfropf, roo fnnauä? §if)i, f>of)o! ®ann Hang roieber bie Stimme oon oben: 3»it neibtWer Sücfe ^ertjüttt ba« ©efledjt Digitized by Google — 353 — ;Didj bem fpäfyenben S3lic mi<$ re$t, Berlaffe ben ©piegel, ©rflett're ben $ügel, gein fd^neS, Jtofalinbe, ®afe bort tdj bidji ftnbe! 3m buft'gen ©Ratten, £)u SBonne beS ©arten! 9hm Hang es t>on unten: $ier bin i#, Slielfröpfdjen, ©dwn fal) td) bein Äöpfdfjen. £>od> fag'r n>o tnnauS 3m ©Werlaus, 3Wit reifem ©djmauf"? ©peeffeiten unb ©djinfen 3ur ©eite bir minien. 2Öof)in miß ber £ropf? äielfropf! Äielfropf! S)er ©predjer im Äorbe antwortete: 3u bem Älofter bräben, $>ort 3<*uber &u üben. $er 9W6nd) foll mit ©egen 9)Ud) meinen unb pflegen, OTit Murmeln unb Duaren 3Wid) jroingen $um 3Bad)fen. ©o ifts, ftofalinb, 9ttein f)er$igeS Stinb! 9hm gingen ben Bauersleuten bie Slugen auf über ben ifmen gefpielten Betrug. $>er Bauer fdjleuberte ben $ragforb in ben Bad) fnnab unb oerflud)te bie ©raSteufel, roie man bie 3roerge $u nennen gewohnt mar. $)ann eilte er mit feinem SBeibe nadj bem Älofter, um baS rounberbare Ereignis ben bortigen 2Könd)en oorjutragen. £>iefe waren barüber nicfyt wenig erftaunt, tröfteteit aber bie ©Item mit ber Berftdjerung, fte mürben it)r rechtes Äinb bafjeim finben, wenn eS bis bafjin am Öeben geblieben märe. 3)ie Herren begleiteten bie Bauersleute jur naf)en Brüde, roo man ben leeren ßorb aus bem Bad>e jog. $)er 3^erg mar tjerfdjrounben, aber bie für bie TOndje beftimmten ©efdienfe nod) im beften 3uftanbe. 23 Digitized by Google 354 - 91(3 bie Altern mit bem Segen bcr 9Wöndje nadj £aufe famen, lag if>r flinb, ruljig lädjelnb, in ber 2Biege, welche iljm fd^ier Hein geworben war. Sie erlebten an bem ßnaben fpäter mele greube. $on ben 3roergen fpürten ftc nie meljr etwas. 55. Sie $ofe mit brn §e&tf)ültxn. (Untere Sül$.) 2Icg. SRüUer, Ü5«r SteglreU, 3. 18. 3n einem $>örfdjen an ber Sülj lebte in ber •Jläf)e beä fagenberüf)mten SüberidjbergeS ein armer Sauer, bem audj nid)t ba$ SRinbefte in feinem £eben jum ©lüd auSfäjlagen wollte. ©r beflagte fid) einmal bei feinem Sugenbfreunbe Darüber, ber auf bem anberen Ufer be3 Keinen SöalbfkomeS wofjnte, welkem im ©egenteil jeber Sßerfud) $um fünften ©lüde umfdjlug, ber ofme fonberlid)e Slnftrengung ein bebeutenber ©utsbeftfeer unb ein reifer 9Rann geworben mar. Waä) mannen guten Ermahnungen, mit melden ber Slrme ftd) niapt aufrieben fteHen wollte, oerfpradf) bod) julefet ber 9ieid>e, ilmt gu tjelfen unb ir)n binnen fur$em $u einem oermögenbeu SRanne ju madjjcn. £)afj biefe SSertyeifjung fdjön ine Df)r flang, läfjt fidj benfen, ebenfo, bafc fie bie 3ubringlidjfeit beä S3ittftcHerö noa) vermehrte. 9tad)bem ber S^eia^e fid) juoor naa? allen Seiten umgefefjen r)atte7 ob fie nidjt belaufet mürben, r)olte er naü) einigem 3ögern au£ feinem Sdjranfe eine alte §ofe f)eroor unb überreizte fie bem 3ugenbfreunbe mit bem Semerfen, bafj er nun fein ©lud begrünbet tjabe. $er 3lrme naf>m bie S3ein- fleiber, befal) fie oon allen Seiten unb fdjüttelte bebentlidj ben Äopf, als ob er jmeifle, ba& e$ bei feinem greunbe richtig im Dberftübajen fei. 3)er sJ?eid)e jebod) liefe fidj nidjt irre madjen; er ftedte einen $f)aler in bie Xafa> beä alten, längft au« ber SRobe gefommenen ftl eibungSftüdeS unb bat ben greunb, am üRorgen beä folgenben SageS wieber in bie Xafa> ju greifen um ju oer= fud&en, ob fid) ber %t)akx nidjt über 9tod)t oerboppelt haben mürbe. ,$aä SBerboppeln," fagte er, „gel)t fo lange fort, als eS bie £af<$e, aushalten fann unb £)u fjaft weiter nid&tä babei ju tfiun, als ben ©ewinn hcrauSjunetjmen, bamit bie 9läf)te nidjt planen, gerner hajt $)u aOe Sonntage baS gläfdjlein ju pu|$en, in roeldjem ein lebenbigeS £ierd>en ftd) befinbet, baä, mie £)u füfjlft, in ber anbern £afd)e biefeS wunberbaren SBeinfleibeS ftedt." SRod) immer jweifelte ber Slrme an ber 2Saf)rf)eit beS SBe= ridjteä unb glaubte, bafj ber greunb fta^ bloß einen Spafj mit Digitized by Google — 355 — tljm erlaube. ®a ber Stetdje aber feilten (Srnft niäjt ablegte unb ber SMttfteller baä gläfdjlein in ber einen unb ben Xfjaler in ber anbern Xafäje roirflidj füllte, backte er, ba& ber €>pafj bodj {ein fo gar unfreunbliä)er fei, rollte bie SBeinfleiber r»orftcf)tig gufammen unb Derbarg fie hierauf unter feinen Äletbern; bann empfahl er fia) feinem greunbe unb begab fi$ in feine ärmlidje SBofmung. @3 mar unterbeffeu fpät geworben; er warf ba^er bie $ofe auf einen aler, ben fein greunb f)ineingejteer-- boppelt roar unb jroar jeber oollrotdjttg unb fä)arf geprägt, als ob er eben au« ber 9ttünse fäme. ©orgfam oerfdjlof? er nun baä SBunberfleib in feinem ©djranfe, beffen ©<$lüffel er }u jidj ftedte. StU er am nädjjten borgen nofler Spannung bie §ofe roteber unterfudjte, fanb er roirflidj vier blanfe X^aler vor. JJejjt roudjfen bem 2lrmen bie Xtyaler nadj, wie bie Sßit$e im SBalbe. SRun roar alle 9lot 311 (Snbe. Slber balb ftedten ftä) bei ifmt 3roeifel ein, ob ni$t ber ®ebraud) ber rounberbaren £ofe feiner ©eele fdjaben fönne, ob niäjt baä ©elb, rote baä feltfame Xieräjen in bem gläfdjdjen, gallftricfe be3 böfen geinbe« ©erfüllten, bie it)n trofc bes ^Heic^tum^ in ben Jpöttenpfut)! f)inuntersie^eu möchten. Diefe Sebenfen mehrten fid), roenn er bie glafdje berauagog unb gegen baä ^ageölid^t fuelt. «Dann gewährte er in berfelben ein f leine« SBefen, ba3 einer ftröte nid)t ganj unä^nlia) roar, beffen Äopf aber einem SRenfdjenfopf etroaS ähnelte. (Snblia) ging er junt Pfarrer unb teilte tf)tn aHe8 mit. Xer ftellte bem Slrmen oor, ba& e$ gerabeju bem Xeufel in bie flauen rennen biefee, roenit er bie £ofe länger behalte. $)er geängftigte SÄann ging nad) £aufe, fd)lofj ben Sdjranf auf unb patfte bie £ofe ein. $)ann ging er p feinem 3ugenbfreunb unb bat if)n inftänbtg, bie $ofe, bie ifm fo ganj unglücflidj mad&e, jurücfjunefjmen. Slber ber eröffnete ifmt, bafj er bie $ofe, roelaje er einmal genommen fjabe, für immer behalten müffe. Storni f djritt ber ©eängftigte jur $f)ür IjtnauS in ben §of; aber baä SUeibungSftÜcf, roeldje« er auf ben $ifä) gelegt tyatte, fdnoebte fnnter i^m tjer, roie ein treuer §unb feinen £errn $u begleiten pflegt. £)er anbere rollte bie §ofe jufammen unb brtitfte fte bem Unglücflidjeu unter ben 2lrm, ber ftä) feufjenb empfahl. 3n ber Digitized by Google — 356 — folgenben 9to$t mehrte ft$ nodj feine 2lngft. 2lu* jebem SBinfel fal) er £eufel*frafcen, reelle ifm angrinjlen unb if>re SliefcnfroIIcn na$ ifjm au*flred£ten. Unb abermal* fjatte fta) am näd>ften SRorgen bie 3ö^t ber Xtyalerjlücfe oerboppelt. ©$ier oerjroeifelnb in feiner ©eelenangfl rannte er roieber jum Pfarrer unb flehte ifm um feinen öeiflanb an. $)er fpraä) ifjm 3Rut ein, fd)lug bie Stbel auf, f abrieb einen ©prud) au* berfelben auf ein Slättdjen von ber ©rdfce einer ©pielforte, falltete baäfelbe unter ©emurmel üorfttt)tig jufammen unb empfahl bem $ilfefua)enben, biefe* $ttttlÖ)tn ju bem $tä)d)d}en in bie Xafd&e ber verzauberten $ofe ju flecfen. ©etröftet eitte ber Sauer tyeim unb fam ben SBetfungen be* Pfarrer* ungefäumt nad>. Äaum war ber 3ettet in bie £iefe ber £af<$e t>erfdjnmnben, al* bie §ofe in eine jitternbe Bewegung geriet unb in allen Stödten taut erfragte, ftd) t>om Xifd^e erfwb unb bur$ bie ©tube fajroebte. ^efct bewegte fte fta) gegen ein genfler, ba* wie burd) Suaroinb aufgeriffen mürbe, ßaum mar ba* Seinfleib burdj ba* genfler f)tnau*gefd)roebt, al* ber Sauer ba*felbe fdjlofj. $ann rannte er Innau* unb faf) beutltd), wie bie £ofe nadj bem Orte fnnfleuerte, oon roo er fte geholt. 2öof)m bie §ofe mit ben §eiele 3af>re getrieben. ®a feierte er roieberum in einer finftern 9tad)t, reid> belaben mit geraubtem ©ut, nad) feinem Schlöffe jurücf. ©r ritt roo^l- gemut bie bekannte ©trafee, bie ju feiner Surg führte, unb fam enblidj in unroegfamen ©umpf unb 3Roor. (Sr friefe roütenb in fein Jporn unb rief: „§a\lo\)\ roo bleibt ber Surgroart; idj fct)c Digitized by Google — 357 - ringsum bie roof)lbefannten öerge, aber reo ift mein ©djlofc?" To$ aßeS Stufen unb 2Büten mar oergebend. $>aS ©<$lofj mar oerfojiounben ; wie fer)r ber toilbe bitter unb feine SJWnner fidj ou$ müßten, fie fanfen immer tiefer unb tiefer hinein in baS bobenlofe SRoor. S)ort würben fie in gröfd> t>enoanbelt. a|a,räber öott SHntjlittgeii. Sergif^er &au«freunb, 1879, ©. 81. 9tod) einer anbern Sage foH bei ber 3erflörung beS ©<§loffe3 ju 3WenjUngen ein grofeer ©$afc in biefem SRorafte oerfunfen fein, ber oon fcfcredlid&en ©eiftern bemalt wirb. 3Sie nun bie Segierbe nadj SReidjtum fo oiele 3Renfa)en anlotft, ft* felbft gro&en @efaf)ren auSjufefcen, fo befa)loffen aud> fünf Surften, alle« bran ju fefcen, um biefen ©djafc $u ^eben. ®o$ 93orfid)t mar geboten, benn bie böfen ©elfter lajfen fidj nidjjt oerfpotten, befonberS wenn man Rd) ifnrer ©djäfce bemächtigen miß. Um ben ©d)a| erreichen $u fönnen, mar junädjft ein (Sr)rifloffetbud^ nötig, in roeldjem bie S3efd}toörungS= formein fteljen; ferner eine gefegnete 2Bad)Sferje, meldte f<$on in ber Äirdje gebrannt r)atte ; bann jroei Äreujerfettmänndjen, enblidj eine bei Sonnenuntergang rürfltngS gef$nittene §afelrute unb ein ©aef ooll £otenfnod)en. SlQed bieS mußten fie fid) $u oerfdjaffen, unb in ber SBalpurgiSnadjt, meiere jur SJefdnoörung ber ©etfter befonberS geeignet ift, matten fie mit biefen ©egenftänben oerfefjen, unb mit £an, fonft oerfajioinbet ber ©djafc. Slber eS ift feine geringe Überroinbung. 95on fern unb naf> erfd&aflt ber SRuf: „^attor)" ; 3rrltd)ter fteigen überall aus ber (Srbe Ijeroor, unb ^ferbe o^ne ßopf unb ©d^roanj fpringen um fie fjerum. Unoerbrojfen arbeiten unfere Surften oorroärtS, unb balb finben fie audj einen eifernen Digitized by Google — 358 — ftejfel, in bem bcr 6er äejfel liegt enbltdt) bloß; ein §ebebaum wirb burdt) bie Ohren beweiben gehoben unb fie fchiden ftdf> an, ben ©d>afc fortzutragen. $)a fann aber einer oon Urnen, Slbolf, ber ©ier nicht roibcrfter)cn, er greift in ben fleifel unb fteeft eine gaujt üoU ©elb in feine £afdje. ®och roef)e! äaum ift bie« gefd&ehen, ba ftnft ber Äeffel tief in bie (5rbe hinein, bie 5ter$e töfd^t au« unb oerbufct flehen bie Surften auf bem ©chauplafc ihrer oergebltchen Arbeit. $>ie Morgenröte fteigt über ben Sergen empor, bie SSögel beginnen ihren 9J?orgengefang; mit leeren £afchen f ehren unfere ©djafcgräber traurig nach £aufe jurüd. 9tur Slbolf glaubt, einen Teil be« ©chafce« erobert ju haben. 911« er aber in feine £afäje fühlt, finbet er ein Stücf faulen Slpfel«. 58a. 2er J&etbenlänig im »telftein. Sergif <$er ftauäfreunb, 1880. Mitgeteilt »on Steg. Mütter. 3m SJielftein fifct tief unten in einer ungeheuren gelfenhöfjle auf mächtigem ©teinblocfe ein geroaltiger Äönig unb er Eingang ju biefer unter* irbifdf>en SBurg ftel)t in ber sBalpurgi«nacht oon 12—1 Utjr offen unb foll fid) einmal ein 3>äger bortlnn oerirrt haben, g^m gegen* über erhob ftcb ber ftönig unb frug f)alb im Xraum, ob bie Alfter noch um ben 23crg fliege. 211« er oernominen, bafj biefer 2*ogel, nach Dcr Urfage ba« Seiten ber toechfelnben guten unb böfen £age be« gegenwärtigen (Srbenjuftanbe«, noch fliege, foH ber $elb roieber eingefcblafen fein. 28enn biefer Sßogel nicht mehr fliegt, wenn bie fchroarje 3^it bie Dberljanb gewonnen, aUbanti foll ber tfönig au« ber flluft heroortreten, in fein £eereel)orn ftofeeu unb eine ruhm- reiche neue Seit begrünben. Digitized by Google — 359 — 58b. Sic 3»trac im »ielftein. SSergtfc^er $au*frtunb, 1880. Slucf) über bie ^einjetmönnd^en erjagt man fiaj oiele« tner in ber ©egenb, roeldje in ben Älüften be8 93ergeS ifjre 2Bofmung Ratten. Siele waren ben 2l. oon 2Beit)naä)ten bid $)reifönigen. 3m Sommer matten fic jtd) aua; befonberS burdfi ba8 §üten be3 Sief)8 nflfeliä). 9He fam ein Ungltirfäfatt bei bem Sief) oor, beffen $ut fic über= nommen Ratten. ®ann famen fte aber nidjt in bie Käufer, fonbern blieben im freien ober in ben ©tätten, unb man mußte ttmen ©peifenäpfe an bie Xfjürpfoften ber ©tälle fefcen. SJton burfte aber nie ein Keffer mit ber ©djneibe nad) oben legen, benn baoor fürtt)teten fta) bie 3n>erge unb oerliefjen aisbann baä $auS. SBenu fte aber baS Siel) hüteten, burfte man niajt mit ©teinen werfen, um feinen ber 3roerge ju werteren, benn audj> bann blieben fte n>eg. 3n bem %etfen bei S3ilftein foHen jie eine SBofmung gehabt unb bort ben Sergbau betrieben tjaben. 9Han erjagt fta) oiel von ber sJ5radjt it)rcr unterirbifa^en £Öfn*en. Sie 3imm*r roaren mit golbenen unb jilbernen Stedten, bie 2Bäube mit (Sbelfteinen auf baS glänjenbfte oerjiert; bie ©tüf)te unb Xifdje fogar rote alle anberen ©eräte roaren aud bem ebelfteu Metall. flarfunfelfteine roaren bie Sinter unb matten bie ©änge unb ©emädjer bei £ag unb 9tod&t fo fjctl, roie über ber (Srbe bie 9Hittag3fonne. 3* naa)bem fic ir)re .pütlem breiten, roomit fie immer bebedt roaren, fonnten fie fiä) ben 3ftenfa)en unfia)tbar madjen. 3mmer roaren fie gefd&äftig unb munter; nie fat) man fie in träger 9tuf)e ober Xraurigfeit. $ftt= unter, befonberä roenn ber Sollmonb f^ien, famen fte in einfamer 9todf)t oor ben Eingang ber £öl)le unb führten bort unter Üfluftf-- begleitung iljre poffiertid&eu £än$e auf. Sttenn bie umroof)nenbcn Öanbleute eine .^odfaeit ober fonft ein geft bitten, unb eä mangelte il)nen an 3i,ms ober ßupfergeräten, fo gingen jie oor bie Öffnung Digitized by Google — 360 — ber §öf)le imb riefen: „£iebe Bergleute, leiljt und ju bem Jefte auf fo otete £age um guter greunbfdjaft unb !Rad^6arfd^aft mitten biefeä ober jenes, fo motten mir e$ bann unb bann mit $anf jurücf bringen." Slm näajften borgen fanben fte bann ba$ oer= (äugte ©eräte oor bem (Singaug ber fööfjle aufgeftettt unb brachten ti, menn fte e3 gebraucht fjatten, roieber jurücf. gür bad Seiten legten bann bie Sanbleute oerfdjiebene ©jfenaroaren ober audj ßleibungsfiücfe in ba£ geliehene ©efäfe, roa3 bie &mx%i feljr er= freute, ©elb aber nahmen fte ntd&t au. (Sie freuten aber bie SJJriefier unb Äird&en unb oermeilten nirgenbs, too man bie Äirdjen= glocfen läuten Ijören fonnte. Tarum Ratten fte fta) audj mofjl ben 93ilftein jur 2Bof)nung erroäf)lt, ber naa) jeber Stiftung oon ben flirdjen weit entlegen mar. Digitized by Google 1. 2>te Silberfoul. ((&fenf)agen.) 9Rünbli<$. JJti früheren Otiten barg bie ©Uberfaul, ber fjödtfte 33erg be3 ßreifeS 2öalbbröl, unerme<d&e ©djäfee. damals oerbienten bie Bergleute fct)r oiel ©elb. 2tber flc fparten md)t; fie rourben flolj unb gottlob unb brauten ifjr ©elb in Saug unb 93rauä burd); ja, ifjrc ßinber fcfjon fpietten übermütig mit ©ilbertljalern. 3Ilä cinft oiele Bergleute ein großes ©elage gelten unb übermäßig selten unb prafeten, ba fefete fid) ein SBöglein in baS offene Jenfter ber 3edf|ftube unb fang ()elltönenb hinein : „©ilberfule, ttm bidt) ju, (SS bleibt fein &irte bei ber ftuf)!" 3)ie Spraffer r)örten e£, Iahten unb fpotteten Darüber. $5a entlub fidt) beS anbern XageS ein fdjroereä ©eroitter über ber ©Uberfaul, ©ajnetl roudjfen bie Säcfye. . Sroifajen 9iengfe unb Öteberbaufen gebt oft ein grofjer, ftfnoarjer §unb umber; er f djreitet rubig baber unb fügt niemanb ein Seib ju. 9ftand)cr Seroobner jener ©egenb bot it)n gefefjen. Digitized by Google - 364 - 3. Wcrfwürbtßer Begleiter. (Sieberbaufen.) SRünbli^. (Sin (Sinroobner oon Steberbaufen ging einft oon Sergneuftabt feiner $evmat ju. 3n ber Sermüfe, einem ^übf^en Xbäld&en, gefeilte fidj>, e& roat eine finftere 9tod&t, ein ÜJtonn ju tfmt, ber it>m unauSgefefct $ur Seite fdjritt unb roieberbolt oerfucfcte, i!m burcb ©tojjen in ben §ur Seite befinblicben ©raben ju ftürjen. ©ebeim= niSooll, wie er gefommen, oerfd&roanb ber Sttann audj roieber. 4. $rei 9)lenfd)en überleben ben bret&tfljäljrtgen tfriea,. (fcieberbaufen.) SRünblttt). Maä) ber <ßeft, meiere im 30 jährigen Kriege mit furd&tbarer ©eroalt in ber ©egenb oon Sieber^aufen roütete, unb oon roeldber alte Scute jener ©egenb noa) ju erjäblen rotffen, lebten bort nur nod) brei 9Renfdjen. $er eine rooljnte auf bem Helberg, ber jroeite auf bem Battenberg unb ber britte auf bem Dümpel. Sie oerftänbigten fidb fortroäf)renb burdf) $örner, bafe fie nod^ lebten. 5. #itf. (fiieber^aufen.) \\ Sta&l, SBeftfäl. Sagen unb Ö«f$i($ten. 2ln ber ©renje SBeftfalenä nad) bem 33ergerlanbe tyn liegt bie oormalige fteidjagraffdfjaft ©imborn^euftabt, in beren Sereidfje ba3 jefct roegen feiner bunten Äird^e befannte £)örfd|jen Öieber^aufen ift. ©egenraärtig roofjnen in biefem braue unb rooljlbabenbe Seute, ein guter 3Renfd)enfd)lag, einftd&täooUe Slcferroirte, tätige §anb* roerfer. 3Sor oielen tjunbert 3a$ren aber waren bie ®inroof>ner £ieberf)aufen£ roeit unb breit befannt, eben fo febr burdj il)re 2lrmut als bureb ibre Xummbeit. 9iur ein einziges gefd&eitea SRännlein rootjnte bamafä im £orfe Sieberbaufen, bad tytfy $tr Duell, ber neben fetner glitte au« bem gelfen fprang. Xabei batte §ier$tid} fauer rourbe , fiaj unb feine fünf Heine n Äinber burcfoubrtngen, ja, ihnen nur baS Seben $u friften. ©eine grau war fd>on oor ein paar 3a()ren im Äinbbette geworben. Gittere 9tot mar in bem ^äuSdjen Qid'i, unb roof)l feine Sßodje ging oorbei, roo ber arme Xaglöhner mit feinen ßinbern fid) nid)t hungrig $u Sette legte. ®r ^atte jroar mit feiner gewohnten Sujrigfett eine ganj abfonberlid&e ©peifeorbnung in feiner fleinen gamilie eingeführt; beS borgen« nämlid) ©erteilte er unter feine fünf ßinber ein en entfprang. ®eS üftvttagS föchte er ein ©üppdjen oon ber 3ftild), bie tf)m feine Ruf) gegeben hatte; weil baS aber für alle nid)t ausreichte, fo hatte er bie ©inrichtung ge- troffen, bafe jebeSmal nur ein £etl ber Sttnber 9Jftlä)fuppe befam, unb bie Übrigen fcbroarjeS, trocfneS 33rot unb babei roieber frifcheS, HareS Söaffer; unb hiermit liefe er fie alle Sage roechfeln; wer aber Sftifchfuppe befam, ber erhielt fein 93rot, unb roer Srot befam, feine SJftlchfuppe. (£r felbji afe blofe trocfneS S3rot unb tranf SBaffer baju. Kartoffeln fannte man Damals noch nicht. XeS SlbenbS gab eS roieber trodneS Sörot, roenn er etroaS ^atte. £ro| btefer roeifeu (Einrichtung fonnte §icf eS aber nicht oerln'nbern, bafe mannen 2tbenb foroot)! er als feine ßinberdjen mit bitterem junger 311 Sette gehen mufeten; ober roofjt nicht §u 53ette, benn ein 93ett hatte §ta oergafe ber arme §icf jroar feines Jüngers unb feiner ©cbmerjen, aber um fo eher befam er einen (Stich ins £er$ über baS £etben fetner hungrigen *ßfirma>n. Digitized by Google — 366 — Unb, fo leib eS ihm auch that, fafjte er ben @ntfdjluf3, bicfcm (SIcnbc abzuhelfen, feine alte Äuh ju fd&ladfjten. ©ie war jwar lange 3ahre hinburch feine treue ©efährttn gewefen, unb fo mannen lieben £ag hatte ftc ihn unb bie Äinber unb auch feine nerflorbene grau noch mit ihrer füfeen 9ttilch ernährt unb geftärft. 216er bennoch mufete fxc jefct baran. ©ie ijt überbieS fdjon alt, Der* tröflete £icf ftdt) felbft, unb giebt alle £age weniger 3Rilch; oon ihrem gteifche aber fönnen wir ein ganzes Vierteljahr lang effen, unb bie iedeid)t gebrauchen! wicfelte baher ganj fachte feine §anb loS, fdjnappte bann fchneU naa) bem Vogel unb erwifa)te ihn glücfltch- Dann ging er weiter mit feinem gange, ohne baran $u benfen, welches ©lücf ihm biefer bringen foUte. ®S war noch heßer £ag, als er in ftötn anfam. (Sr oer* faufte feine ßuhhaut, aber er erhielt nur weniges bafür, nicht mehr, als er in Sieberhaufen auch würbe befommen haben, wenn bort ©elb gewefen wäre, ©einen Vogel wollte ihm niemanb ab= taufen. 3iemlich mißmutig fehrte £icf in einem SBirtShaufe am $eumarfte ein, um fich bura) ein ©las Vier $ur Stücfreife $u fiärfen. Digitized by Google — 367 — 3Jton ^at ein alte« ©prid&wort: 2Bo ber liebe ©Ott eine ßirdje fyat, ba f)at ber Xeufel eine Äapeffe nebenan! Sil btefe« Sprichwort ein SBahrwort, fo mu6 ber Teufel in Äöln viele Capellen haben, ©em £ien laffen. §i(f flettte fid^ jeboä), al« bemerfe er nid)t« unb tranf ruhig fein ©la« Sier, inbem er feinen Stäben jtreiajelte. 2luf einmal fah bie Söirtin über ben $eumarft tyx ihren Sflann anfommen. darüber geriet fte in grofee Stngft, benn er mar fdwn ju nahe, als ba§ fte ben SRöndj unbemerft f#tte au« bem Äämmerd)en fdjaffen tonnen, unb eine §intertf)ür hatte bie« nid)t. ©te oerfteefte baher, fo gut e« angeben wollte, ben HJtöndj unter ber treppe unb warf ben ©dnnfen unter eine Äifte unb bie 2öemflafdje in ba« 93ett. ©ann trat fte, roie bie Söeiber wof)l ju tfmn pflegen, gar freunblich unb järtlicfj ihrem hcreinfommenben ■üJfanne entgegen, ©od) al« biefer ihr gliU)enbe« ©eftdjt bemerfte unb fie barüber etwa« oerrounbert anfah, ging fte oerwirrt hinauf ©er Sßtrt far) ihr eine SBeile ftnnenb nad); bann aber fiel ihm ber grembe mit bem 9toben auf, unb nadjbem er beibe eine 3eit lang gemuftert, fragte er ben §icf: „Uemdjen, mat \)aah he bo för en ©ter?" - ©a betont ber lifUge §ü* einen fonberbaren ©ebanfen. „(Sinen SSabrfager!" antwortete er. „@tnen SÖahrfager", roieberfwlte ber SBirt, ftufcte, warf einen jroeifelhaften öltcf auf bie Xfyüxe, au« ber feine grau gegangen mar, rieb bie ©tirne unb bat ben §t(f, ben 33ogel etwa« wahr* fagen ju laffen. „Siecht gerne!" meinte §tcf, „aber nur nidjt umfonfi!" ©er SBirt 30g ©elb htroor, ein ganje« Duärtchen, unb gab e« bem &\d. Unb biefer fniff feinen Stoben in ben ©cfjwan}, unb ber Stabe fdjrie mit lauter ©timme: Ouaf! quaf! ,/Bat höab h* gefaßt?" fragte eifrig ber neugierige SBirt. „6r hat gefagt," antwortete £tod) ber eiferfüdjttge SBirt wollte ifm mit bem $ogel md)t sieben laffen. „£en 5öaf)rfager," rief er, „laffe \d) md)t wieber au* bem Joaufe; 3f)r inu^ ^n m^r oerfaufen!" §td aber fd;üttelte liftiger siöeife gewaltig ben Äopf. Digitized by Google — 369 „$)aS $ier ift mir nidjt feil!" erroiberte er, aber bejto roofylge* gefälliger läd&elte er, als ber Söirt roieber ben ©elbfd&ranf auffdtfofe unb ben löeutel fjeroorjog, in betn bie ©olbftüdfe roaren. X>rei jaulte er baoon auf, blanf unb glänjenb, unb verlangte ben Sögel baftir; nod) brei legte er baju, als $id nod) nidjt ja fagen roottte. ®a ftridj> biefer baS ©elb ein, gab ben Sögel ab unb lief, roaS er taufen fonnte, aus ÄölnS dauern heraus. 2lrm n>ar £i(f au* Sieberbaufen gegangen, ber trmfte beS ®orfe$ ; als ein reifer "äJ?ann fam er jurüd 9tt#t blofc er, fein SRenfd) in ganj Sieberljaufen f)atte je fo oiel ©elb beifammen ge-- iet)en. 3ttit ©eroalt wollten bie Sieberpufer ba&er roiffen, roie §ict baju gefommen fei. Xag unb ^Rad^t beftürmten fic bie £ütte be* SenetbenSroerten, ber jefct jeben 3lbenb feine Äinber fatt füttern fonnte, unb fragten il>n, roofjer er bie 3Reidf)tümer befommen t>abe „3* roitt eS (Sud) fagen," antwortete §itf äulejst, „für meine äu($aut; baS 3e"9 W °ort entfefclidj teuer." &a frof)lodten bie ßieberljäufer unb fd)lacf|teten auf ber Stelle ad it)r Sief), bafe am anbern SWorgen feine lebenbige 5tut) mef)r in Sieberfjaufen war. $>te $äute luben fie auf unb roanberten bamit nadj äöln unb fangen unb jubelten oor greube. Slber roie fanbeu fte ftdj betrogen, als in £öln bie ftufftäute nid&t teurer roaren, als in ßieber^aufen aud). £)er Serbrufe unb ber #rijer bcS gefoppten SolfeS roar ungläubig; aufs työdifte erbittert gegen §Uf festen fic fjeim unb befdfjloffen einmütig, if)n, als bie alleinige Urfaaje i^rer Sd>mad> unb ifjreS UnglücfS, ju töten. Sange gingen fie $u State, auf roeld&e 5lrt fie bieS ins sBerf fefcen fottten; julefct fajlug einer oor, man folle eine grofje Xonne faufen, in biefe ben §icf einfperren, unb itjn fo jum Steine roäljen, um it)n ba für feine f)interliftige Süge bü&en ju laffen, roolnn biefer fie gefoppt l)abe. Mit greuben rourbe biefer Sorfdjlag angenommen. 3ttan faufte in ber Stille eine grojje, ftarfe £onue, überfiel bann eines Borgens ben $icf, als biefer eben mit feinen Äinbern bei bem roof)lfd)mecfeuben grüljftücfe fafj, roarf tyn in bie Xonne, fd;lug ben ©oben berfelben hinter ilmi ju unb rollte if)n bann unter roilbem ©ejauefoe $um Steine. $aS ganje 2>orf ging mit. Dirne Unfall famen fie in bie 9täl)e beS gluffeS; t)ier aber festen fie in einem 2£trtSl)aufe, baS md)t gar roeit oon ber Sanb- ftrafee ftanb, ein, um ftdj oorfjer ju bem tiefte ber ©rpebition ju ftärfen; bie Xonne liefen fte unberoad)t auf ber Strafte ftefjen. 24 Digitized by Google - 370 ®er arme §uf! SBohl fannte er ba« Sdn'cffal, mit bem er bebroljt mar, unb roohl roujjte er, bafe bie empörten ßieberhäufer ihm feine ©nabe fchenfen mürben. 2lber bennoch ©erliefe if>n fein 9Rut nicht. So oft f)atte er in 9tot unb Slngft burch frdr)lid^eö Singen fein §er$ erleichtert; auch jefct in feiner £obe«angft ftimmte er einen luftigen ©efang an unb fang mit lauter Stimme ein Sieb, ba« in feiner §eimat fer>r befannt mar, unb mit ben Söorten anfing: „3fch fatt to flößen 93ifd^op fnn, Unb häooe feene fiujt!" £>a« hörte ein §irt, ber mit feiner £erbe Schafe be« Sßege« gebogen fam. Neugierig nahte ftch biefer ber Xonne unb laufdjte auf bie merfroürbigen SBorte, bie it)m barau« entgegentönten, unb hörte noch einmal: „9$ fatt to Hotten Sifchop fpn, Unb tyawt feene Suft!" „©uter Jreunb in ber £onne!" rief er voU ©rftaunen, „tft ba« roahr, roa« 3h* ba fingt ?" „Sicher!" antwortete £icf, bem fchnett ein Sicht ber Hoffnung aufging. £>a« bünfte bem Birten unbegreiflich. 33tfchof oon ßöln! 6r fannte nicht« £öf)ere« unb nicht« ©länjenbere«. „©uter greunb in ber Sonne !" rief er noch einmal; „unb 3h* h^t feine Suft? — @« ift nicht möglich!" „§abt %\>t vielleicht Suft?" fragte ber liftige §icf. „9Ran fennt mich in Mn nicht; mir fönnen taufchen." 2>a roarf ber £irt einen fröhlichen Slicf auf bie Dielen Käufer unb Xürme ber Stabt Äöln, bie bräben oom fttyin her ihn fo eiulabenb anfehauten, unb bie nun fein werben fottten, unb ohne fta) länger $u bebenfen, bot er bem §icf feine ganje §erbe jum ^aufch gegen bie $Mfchof«mü|}e an. s4i>er mar froher al« £icf ! 2tugenblicflich fagte er ja, forberte ben Birten auf, ben 33oben ber £onne lo«$ufchlagen, fprang, al« biefer e« gethan, Rexaus unb lieg jenen roieber hinein. $)ann fchlug er fchnett ben Soben roieber ju unb trieb nun (eicht unb fröhlich mit feiner §erbe Schafe gen Sieberhaufen jurücf. 93alb nachher famen bie Sieberhäufer au« bem 2öirt«haufe, oott be« genoffenen SKere« unb Sranntroetn«, unb lärmenb unb jubelnb; mit roilbem ©efchrei nahten fie ftch ber £onne unb roäljten fie, ba« ©ejammer be« armen Birten übertönenb, in ben SRhein. £ann fehrten fie, froh übtx bie glüeflich »oü>gene ftache, in ba« £>orf surücf. Digitized by Google — 371 2lber wie erjtountett Tie, al* jte ^icr ben §icf rooljlbefjalten mit feiner §erbe ©chafe fanben. $)ie §änbe fdjlugen bie guten Seute über ben ßöpfen aufammen. 2Bir haben ilm boch jammern hören! fprachen flc untereinanber, unb mir haben boerfann befahl er ben Stebernäufern, ebenfalls nahe heran 5u treten; fte thaten bie* unb fahen eine unenbliche ÜJcenge ©chafe auf bem ©runbe be* !Ht)einS. £)a war grofee, laute greube unter ihnen, unb fte brangen in §ict, ihnen gefchwinb $u fagen, wie fte e* machen müßten, um bie £iere $u befommen. „3efct pafjt auf!" rief §icf. „(Siner oon (Such fpringt in ben 91r)eitt unb taucht unter, um genau nadjjufehen, wo bie ©chafe ftnb; unb wenn er fte gefunben hat, fo fkecft er jum &\$tn beibe 2lrme in bie $öhe. SBenn ihr ba» feht, fo fpringt 3hr alle nach, unb 3h* Dürft bann nur jugreifen, um fo oiel ©chafe $u befommen, als 3h* ha&en wollt." $>a* leuchtete ben Seuten ein, unb e* war nur noch Die ©djwierigfeit, wer juerft ben ©prung wagen folle. $on bort jufättig nennen fottte. $oetif$ bearbeitet in: Jreiligratb 3<^ü(ting, 2)a8 malerifc^e unb romantifa^e 5Beftfalen, 2ttu)ang, S. 53; Stf. 2RüDer bon Äönig*^ »inter, 9tyeinifa)e« ÜHär^enbua), ©. 233 ff. 6. ©er Unnenberg bei ©uramerSbadj. SJiünblta?. ©er Unnenberg, bie t)öd)fte (Srbebung bes ßreifeS ©ummerä= badjj (503 m), trägt feinen tarnen oon einem 9lonnentlofter, toeldje& ftdt) efjebem auf bem meitfdjauenbcn Berggipfel ertjob. ©a8 Älofter ift längft oerfcbrounben, gab aber bem Berge ben tarnen, meld) legerer im Saufe ber %iit ju „Unnenberg" mürbe. Slnbere behaupten hingegen, ber Berg trage oon ben §unneu feinen s3tamen. 7. ©er Wann oljne Äopf. (Unnenberg.) iJlünblicb. 3roifd)en bem Unnenberg unb 9)iütlenbatf) füfjrt bie ©al)ler= brücfe über einen Bad). 2ln biefer ©teile gef)t ein 9ttann of)ne Kopf um. 8. (Sefpenft aU meifjer #afjn unb 3tC0enboa*. (Brebenbad).) SKünblia). 3n ber 9iäbe oon Brebenbacf), auf bem Üüege nadj Santenbad) $u, münbet ein fletnes ©eitentyal oom ©tpfel be$ Unnenberge« t)er. 2luf bem ©ipfel biefce Berge« ioll einft ein ©algen geftanbeu Digitized by Google — 373 — baben, an bcm julefct ein unfdjulbig Verurteilter, be3 $)iebftabl3 $lngeflagter, Eingerichtet rourbe. Seit jener 3ea 5^8* W Der ©etft beä ©ericbteten in ber ©ejklt eine« weiften £abne3. SRitunter erfdjeint er aber aua) als $\tQtnbo&. 9. $ie öurgfrau von Sinne, (Srebenbad).) £ehnat8hinbe be« Är unb Santenbad) liegen bie krümmer ber t leinen 93urg ^inw, befdnrmt oon bunflen Xannen. 33on ber 3«rftörung biefer Surg erjagt bie Sage golgenbeS: 2ll£ bie Jöurg einft belagert rourbe, tiug ber Surgberr eine tötlidje ^Bunbe baoon. £>od) leiftete feine ©emablin mit wenigen ©etreuen ben belagernben Sa)roeben noa) einige 3*it tapfer 2Biber= ftanb. 3)od) balb fing ba3 $ad) geuer, unb in fur$er 3^it ftanb bie 33urg in flammen. $>a bat bie Burgfrau für fidt) unb bie übrigen um freien 2lb$ug, welajer aber nid)t gewährt rourbe. $)odj in t)o^er Sewunberung be3 beroiefenen §elbenmute3 geftattete man ibr, frei mit einer Sürbe baä brennenbe Sdjlofe $u oerlaffen. £>a lub fte ben tobrounben ©emaljl auf ityre Sdmltern unb fdjritt wanfenbeu gufeeä bem tyak ju. So rettete fie burr unb ir)rcö ©atten Seben. 10. ($o(bener Sarg auf ber „$urg" bei Sattteit&ad). ^unbltcfc. Sei Santenbaä), in bem sBinfel, weisen bie Slgger mit ber ©enfel bilbet, jiebt fieb ein langgefiredter Sergrücfen bin, ber auf längeren Strecfen nur gratartig ift. 3luf bem äufeerften SBorfprung biefeS ^ücfenS gegen bie Sadjmünbung bin fott eine 93urg geftonben baben. ®ort fott noeb ein golbener Sarg oergraben fein, ber oon einem fdnoarjen §unbe bewarfst roirb. 11. "äMa&r als |d)toarje 5}ame. (Mmmlingbaufen.) Sei einem geroiffen 3ÖMrt 23. in $ümmltngbaufen roobnte einft ein 3)tann. 2113 biefer ficb eineä 2lbenb8 jur !Rur)c begeben wollte, fat) er jur Ti)üx berein eine fäjroarse $ame fommen. Sie trat $um Sett, legte fia3 roieberbolte fuf> wetyrenb Digitized by Google — 374 — einiger 9täd)te. <£r teilte feinem 9ßirt alle* mit unb bat ujn inftänbigft, bic folgenbe ^aä^t bei i^m ju fd)lafen, ob ifyn bie 2Raf)r bann in 9hu)e lieft. ®er SBirt willigte ein. 2lber aud) nun quälte Um bie 3Jtof)r, bis ber 9Jtonn feine Saasen pacfte unb oon bannen jog. 12. Stuf) oon einer Solange grmolten. (©ummerSbad).) 3Wünblt($. 3n ber 9täf)e oon ©ummerSbad) ftanb früher ein Sd)lag feljr alter 99udjen. Später mürben biefe gefällt unb ©ra3 wud)S um bie 2öur$elf*öäe. $ie in ber 9lä^e roolmenben Säuern liefen bort if)re Äiu)e burd) 9Räbdjen büten. (Sine 9Jlagb bemerfte einft, ba& eine ber Rüty wenig Sflild) gab. 2llS ftd) ba£ mebrmalS wieberf)olte, beobachtete man ba3 $ier genauer unb gewabrte, roie fic regelmäftig, wenn fte jur 2ßeibe getrieben mürbe, ju einem ber alten 33ud)en= ftumpfen ging, ©ann ringelte eine Sdjlange au8 bemfelben empor, meldte „brummelte" (etgentümlid)e £öne, ein utroerftänblidjed Spredjen, bören lieft), ftd) um bie Seine ber ßub wanb unb an ibrem (Suter fog. 13 a. $ie 8wcrgenböf)le ju (SummerSbaii). Wontcmu&SBalbbrü&l, «orjcit I, ®. 107. 2lud) bie 9tad)barfd)aft oon ©ummerSbad) war oon (Slfen, joaenannten S3erg$mergen, bewobnt. 2>tefe ©efen Rauben mit beu bortigen ©runbbeftfeern in freunblicbfam 93crfct)r. Sie waren ben SlcferSleuten E»itfrcic^ in ibren bäu3liä)en ©efdjäften unb befonberä burd) bie Siebbut nüfclid). 3ur Söinterjeit bei Schneefall fud)teu bie ©Ifen il)r Dbbad) in ben Käufern ber dauern unb lebten bort unftd)tbar als ©lieber ber Familie, oft burd) ifjre banfbaren ©ienftleiftungen, oft nur burd) ba$ $erfd)mtnben ber iljnen bln; gefaßten Speifen bemerfbar. Selten tieften fte ftd) in ein ©efprädj mit 3Jlenfd)en ein unb feiten r)örte man fte miteinanber ftd) untere balten. 9htr wenn irgenb eine ©efalir brofjte, r)örtc man unbeim= lid)e Stimmen, eine SBarnung ober einen 9iatfd)lag, wie baä brobenbe Unheil abjuwenben fei. (5$ gab alte £ente, bie nie einen 3ro*rg gefe^en, nie bie Stimme eines folgen gehört Ratten unb bod) wuftten, baft fte mit il)nen jufammeulebten. Hitgläubige Üeute oer- fäumten nie, ben mietbaren sJ)titbewobnern be3 §aufe8 Spetfe= töpfdjen mit 33rei, fowie aud) ^onigfdjnitten in ben §au3ffar au fallen. SefonberS gefdjab biefe« $ur Seit ber breijebn 9tätt)te oon Digitized by Google — 375 — 2Mlmatt)ten bi« Sreifönigen. Dann mürbe auf einen oermebrten 93efud) ber 3roerge geregnet unb tynen feinere ©petfe bargeboten. $)en ganjen ©ommer über matten bie Keinen ®ienfc männlein fiä) bur$ treue SSie^ut nü^Iid^. Niemals fam bort ein Ungtüdtefatt am 33ief) cor, wo 3roerge bie §ut übernommen Ratten. 3Ran erfannte ir)re X^ätigfeit an wetfeen ©tabd&en, bie ftet« jroei @ffen lang unb ein Viertel QoU bief, fidj hinter bem SBief) fortbewegten, wa« bem gang wunberbar au«faf), ber nid)t wu&te, bafc ein 3">cr9 unfidjtbar ba« ©tabuen führte. $)ie bütenben 3werge famen ben ©ommer Über fetten in bie §äufer, fonbern blieben im greien. SJton fefcte i^nen bann bie ©peife= näpfa^en am Slbenb auf ben Xljürpfoften be« ©taHe«, ober an ben 3aun be« ©efjöfte«. Sitte Seute ermahnten ber 3werge wegen bie ^ugenb, nidjt mit ©tetnen &u werfen, wo ba« 93ief) in £ut war, auf bafe nid&t etwa ein nü|lia)er 3ro«9 burdj ben SBurf befdjäbigt würbe; unb im $aufe, fowie ba brausen bulbeten fte nid&t, bafj irgenb ein Keffer ober fonftige« ©d)neibewerfyeug, mit ber ©djneibe nad& oben gefef)rt, liegen gelaffen würbe. 9Ran roufjte grofee 9todjteile baoon ju erjäfjlen, bafj ein unbeba$tfamer @lfe fid) oerlefct unb barum 9?adje genommen, ober boö) feine nüfcliüje Xf)ätig!eit bem ©runbbefifeer entzogen batte. 311« einmal ein ßnabe beim ©teinwerfen einen 3rocr0 «m Äopfe getroffen Ijatte, fo bafj biefem fein §üta)en oom Äopfe fiel, ba erbofte ber 3werg, lief ben ßnaben ftd&tbar an unb fällig ifyn mit bem ©tabe, wooon ber 3m*ge fo erfdj>raf, bafj er faHfüdjtig würbe, ©ettbem blieb ba« SBieb unbe^ütet unb bie aufgcftcUtcn ©peife= näpfe unberührt, $n einem »auernbaufe, wo ein Keffer mit aufwärt« gefeilter ©djneibe auf ber t)intcr bem £ifd>e fteljenben ©ijjbanf gelegen fwtte, t)5rte man eine« Slbenb« ein burä> bringenbe« ©efreifd), wie oon einer ßinberftimme. 6« würbe ben 93emof)nern erflarlid), bafj ein 3roerg ftdt> an bem Keffer oerlefct fiatte, benn bie bi«tyer geleisteten $)ienfte unfic^tbar gefdjäftiger §änbe blieben au«, bie £au«wirtfd)aft oerlor if)ren bi«berigen günftigen Fortgang, unb enblid) brannte fogar ba« §au« nieber, ba« bie 3roerge bi«ljer oor folajer ©efatyr behütet, feine«weg«, nad) Hnnabme ber 9tod)barn, al« SBranbftifter befd)äbigt batten. $ic SHobnung biefer Broerge ober ©Ifen war in ber 9täf)e oon ®ummer«bad), in ber 9lo«pe. $)ort r)cbt ftd) eine ftetle %tU- wanb über ba« Xtyai, unb am untern (Snbe biefer 5ßaub ift eine Digitized by Google — 376 — Öffnung, etwa brei gufe &odj unb breit, bie ben ©ingang $u bcr 3roergenf)öt)le bilbet. tiefer (Singang füt)rt in einen (Stötten, fo niebrig, bafe man nur falb friechenb Jjinburd^ gelangen fann. ftn einer Sänge oon wenigen Muten münbet biefer Stötten in einen fchräg abgebauten ecfe, fomie an ben Settenwänben mit Xropffteinbilbungen üerjiert. ©elbftoerfuänblich fehlt bort baS Sidjt beS XageS, unb man fann nur mit £ilfe oon 33ergmannSlampen bie ©änge befudjen. s$iel faxt man erjäf)len oon ehemaliger ^radjt: wie bie ftaüe unb baS innere beS 23ergeS oon Äarfunfel= fleinen tageShett erleuchtet unb alle SBänbe gefchmütft gemefen. en 33efuc^. Atter ^erfehr gefd^at) braufeen. Ratten bie ummohnenben Sanbleute eine öoehjeit ober fonft ein ftejt, unb mangelte eS ihnen an 3i"": ober tfupfergeräten, fo gingen fie oor bie Öffnung ber £öt)le unb riefen: „Siebe Bergleute, leil;t uns 51t bem gefte auf fo mel £age um guter greunbfdjaft unb 91ad)barfd)aft mitten biefeS ober jene«, fo motten mir eS bann unb bann blanf gefa)euert mit £>anf ju* rütfbringen." 2(m nächften 9Jlorgen fanben bie Jöeftetter baS gemünzte ©erat cor bem Eingang ber $öhle aufgeftettt unb brauten eS, nad)bem fie eS gebraudjt Ratten, roieber borten $urüd. 2lucr> Ärautfeffel fonnte man bort oon jeber ©röfee auf mehrere Sod;en geliehen befommen; cd rourbe bann bie ©röfee ober ber 3nf;alt oon ben SBeftettern angegeben, gür baS Seiljen brauten bie Säuern ben Zwergen Lebensmittel: iörot, $raut ober Dbft mit, auch ftleiberftoffe waren ben Höhlenbewohnern wittfommen. ©elb nahmen fie jebod; nicht an, fonbem liefen eS, als ihnen wertlos, oor bem Eingänge, wo eS hingelegt würbe, liegen. 13 b. ta* „3tocrgM" $u WoSpc. (©ummerSbach.) on ZU'mtrx, Spejialgcfcfyictyte :c. 3n bem Reifen, ber oor ber StcinS^JtoSpe liegt, ift eine Höhle, baS ^wergcnlod) genannt, oon welcher allerlei 9Rär$en Digitized by Google — 377 — erjätjlt werben. Unter anberem wirb erjäf)lt, e3 fjabe barin ein Sroerg metyr benn 100 3afn?e gewohnt, welker ben 9to8pern if)r SBief) gehütet, fo gut gehütet f)abe, bafj in ber langen Steide oon 3al)ten fein einziges ©tücf oerunglücft märe, dagegen Ratten fic U)tn audj immer etwa* §u effen oor bie £öf)le fjinfefeen müffen, unb wenn fte ba$ etwa oergeffen Ratten, fo l)abe er in ein £orn geblafen unb gerufen: „$än$d&en ift hungrig!'' $ann fjätte man itjm im oollen Stauf fein mof)loerbienteS (Sffen gebraut. U. $\t @ummer§bad)er §arbt. 5- 3. »on etcinen, et>ejia(gelc^e ben tarnen ©ummer^ badjer #arbt trägt, wollte man cor langen, langen 3a^ren eine 5tird)e erbauen. SJton madjte aud) ben Anfang mit biefem S3au, fam aber burd)au3 nid)t oormärtä mit bemfelben, weil ber böfe, fdjwarje 9Rann baSjenige, was man am Tage aufführte, in ber folgenben 9tod>t wieber jerftörte. ©nblid) liefe man ben 33au anfielen unb führte ifm in ©ummerSbad) auf. 15. Sdjwarjcr #unb unb fdjwarier 9©ageti. (©ummersbadj.) 3n 5tird)felb bei ©ummerSbad) ift oft ein großer, fdnuarjer £uub jur ©tunbe ber ©etfter gefefieu worben. 3"*" nämlidjen Seit fäljrt bort aud) mitunter ein fd)mar$er 2Öagen umfjer. 2ln ber ©tebels «Spinnerei bei ©ummer3bad> liegt ein alter ©teinbrudj. ©ort ift ebenfalls fjäuftg ein fajroarjer £unb oon riefiger ©röfje gefeiten roorben. 3)arum roirb ber Ort jur Slbenb* jeit gemieben. 2ln einem Sommerabenb fam einft ein flutfdjer, eine maf)re Sünengeiialt unb frei oon jeber gurdnanwanblung, bort oorbei. 2lud) er geroatjrte ba$ Ungeheuer unb machte fid) fa^leunigft von oaimew. 16. Sdjafc im $ei$. (greubenberg.) SKünblid?. ®in alter Sauer l)at oor langer 3ett gefagt, roenn brei ober oier Käufer am Sinbenftod bei ©ummerSbad) fte^en würben, bann würben rote ©olbaten (grausen) in bie ©egenb fommeu unb §aferbünbel für U)re ^ferbe jufammenfdjleppen; aber eine 5trieg*= faffe würbe Urnen bort fortgenommen werben. Digitized by Google $)aS fjat fidj in ber granjofenaeit her neunziger 3af)re beS oorigen SahrfmnbertS alles fo zugetragen. $a$ ging fo ju: S3ei greubenberg befinbet ftdj ein großer £eidj. $>ort liegt ein großer ©djafc in gäjfern oerfenft. $)erfelbe ift in ben neun* jiger 3ahren beS 18. ^ahrfmnberts, „in Den faiferlidjen Äriegen", bort^in gefommen. 2Bof)renb biefer Kriege fomen einfl mehrere franjöfifche ©elbmagen buref) jene ©egenb. ®ie 93ebecfung war nicht ftorf. 3)aoon befamen bie Säuern ber Umgegenb SSinb. ©ie rotteten ftdj aufammen, bewaffneten ftch mit fcrefchflegeln, ©enfen, Heugabeln unb alten oerrofleten ©üchfen. ©ann über* fielen fie bie roten ©olbaten, welche ihre gelber unb Kütten beraubt hatten, unb gerieten mit ihnen in einen heftigen Streit. 9tochbem einige granjofen getötet unb bie anbern geflogen waren, bemächtigte man ftd) ber ©elbfäffer. 9Ran rollte ftc eiligit oon ben 2Bagen unb brachte fie in Sicherheit, einige rollten aber bis in ben Xetch bei greubenberg, wo fie noch liegen. 17. «orbebeutunfl bon ber mfenbajit. (©ummerSbach.) (Sin alter 9Rann in ©ummerSbach erjählte golgenbeS: 2lm jweiten Dftertage bog Jahres 1839 ober 40 ging ich abenbS jwifchen 8 unb 9 Ufjr oon SBolImerhaufen nach ©Ummers* bach- $>er Sttonb feinen fjefl, fo baß man auf eine Entfernung oon 2—300 (Stritt eine ^erfon beutlieh fefjen tonnte. 3n meiner ©efellfchaft befanben fiel) jwei graueitäimmer, eine ältere grau unb ein junget sU?äbchen. ging auf ber linfen ©traßenfeite, bie grauen bagegen 2lrm in 3lrm auf ber anbern Seite mir gegenüber. 2113 wir bis jum SprifcenbauS gefommen waren, fam ein unbeftimmbareS SBefen in freifenber Bewegung burch bie fiuft, braufenb unb jifchenb. Cben auf bem Unnennbaren jeigte ftet) mitunter ein Heines, bläuliches Sicht unb babei ließ fich ein 3ifon ber (Sifenba&n geroefen war, reelle nun bort vorbeifährt. 18. Haffcln futfenter fleflel. (Sielftein bei 2öief)l.) $n ber 9läf>e von 33ielftein bei 2Btef)l ließt ein Heine* ©e-- &öft, ©teg genannt. 3n einem $aufe bort n>ar e* lange Seit „onge&ürig". 2Ran f)örte fc^r oft einen Samt, al* wenn fupferne Äeffel bic treppe f)inunterge$ogen mürben. 3nfot0cbcffcit jog ber öeroofmer be* §aufe* fort, bcnn eine angebellte Unterfudnmg blieb erfolglos. 19. „Saft bell Teufel Mmieben!" (Sielftein.) 9HünblU$. 3)ort, too jefet bie grofje gabrtf in 93ielftein am 2Ötel)lbad>e liegt, befanb fid) früher ein ^ammerroerf, roeldje* einem alten 5Ranne gehörte. 3" biefem SBerfe f)örte man plöfclidj in einer 92adr>t lautet jammern unb ^ßod)en. ©elbfi entfernter roofmenbe SRad&barn tourben burdj ba* feltfame ©etöfe geroedt unb eilten rjerju. 2We r»erna^men ba* ©a)mieben, tonnten aber mcfjta fernen. $em alten Eigentümer rourbe bie ©adje unfjeimltd). 3ulc^t rief er au*: „Safe ben Teufel fdnnieben!" *>on ber 3«i* oxx liefe er nid&t mef)r in biefem Jammer arbeiten. $a*felbe ©etöfe rourbe nodj oft oernommen, bis ber Jammer im Saufe ber immer merjr üerftel. 3n biefe* $ammerroerf foßen jroei $)orfräte au* Sh'elftein uerbannt fein, $er eine berfelben fommt jebe* 3af)r einen Qafjnenfdjritt närjer auf feinen alten 2Bormft|j, fjeute ba* 5Bormf)au* be* bortigen ©ürgermeifter*, $u. 20. $ie »uro. ju *Repf*enrotl). SRünbH$. Smifajen 2Bief)l unb ftepfd&enrotl) fotl früher eine öurg ge= ftanben tjaben. sJieite baoon f ollen oor längeren ftafjren jum 33or= fdjein gefommen fein. 2In biefer 23urg führte bie ©trafee nadj Äöln vorbei. @inft jog ein 9Rann au* bortiger ©egenb, einen Xragforb auf bem dürfen, nad) Äöln. 211* er an bie S3urg fam, rief ifun Digitized by Google — 380 eine bumpfe Stimme $u: „$>u!" 2>er Wann ging fdjroeigenb feinet 3Bege8 weiter. 911« er in ba« nädjfte ®orf tarn, ging er 311m Pfarrer unb erjäfylte ifjm, roie e« itjm ergangen fei. 3)iefer gab if)m nun ben 9tat, wenn er ba« näd#e Wal an ber ©urg norbeifomme unb bie Stimme tjöre, $u fragen, roa« ber Unbefannte motte. 211« ber Wann nad) einiger &\t roieber in bie iftälje ber S3urg fam, fjörte er abermal« bie Stimme. ®r folgte bem ©ef)eife be« Pfarrer* unb nun antwortete bie Stimme: „2öenn $)u nadj Stöhx fommft, fo gehe in ba« .üue«ol«gäj3djen (?). $ort mirb $ir ein Wann mit einem roten Ääpp^en begegnen, 3>en frage, roie lange id) nod) l)ier fein mufc." £er fliepenträger oerfprad), alle* getreuliä) au«$ufüfjren. @r fanb ben betreffenben Wann unb teilte ifjm alle* mit. $>a fprac^ jener: „^mrner unb eroig" unb oerfdjroanb. 211« unfer Wann feine ©efdjäfte in Äöln erlebigt batte, madjte er fid) auf ben ^eimroeg. $ux alten S3urg bei 9tepid)enrott) gefommen, oernaljm er bie Stimme, roeldje fid) fet)nfüd)tig erfunbigte, roa« ber Wann in $öln gefagt babe. „^mmer unb ewig", erroiberte ber $ote. &aum fyatte er ba« ggfa9^ f° oernaljm er ein furd)t; bare« (SJetöfe, als roenn bie SÖelt jugrunbe geben follte; unb bann war bie $urg oerfd)rounben. 2)ie Stimme rourbe feitbem nidjt me^r bort oernommen. 21. Reifte @e»altfn. (^icbi.) 2ln ber Söiefjl, beim $>örfd)en öielftein, lagen früher einige (Sifenljämmer. Xoxt finb oft roeifee ©eftalten gefeben roorben. 211« ein Seroolmer eine« eifenljammer«, ber alte §anne«, ber Sadje überbrüfftg mar, liefe er einige ^fait^P«^ fommen, welche bie roeifien Öeftalten burd) ifjre eifrigen ©ebete oertrieben. 22 a. »urg iBicberftem. Wünbitc^. iöurg ©ieberftein betten einft jroet 33rüber in gemeinfdjaft-- lid)em 23efifc. $er eine Söruber wollte aber allein $err berfelben fein. Seinen ^lan $ur Öefeitigung feine« trüber« baute er auf eine feil f ante 2lngewol)iil)eit beweiben, tiefer pflegte nämlidj jebe 9tatf)t beimlid) an einen naben $}ad) $u gelten, um $u baben. Sil« er fid) einft roieber nad) .perjensluft in bem Haren SBaffer tummelte, Digitized by Google — 381 - nahmen ifm plöfclidj Vermummte, SSerfjeuge feine* ^abfüc^tigeit üöruber*, gefangen, fdjleppten i^n einem natyen SBagen unb fuhren baoon. ©purlo* mar ber ^Ritter von ber $t\t an oer= fdjwunben. ©ein ©ruber aber fjatte feine 2lbftd)t erreicht unb roar atieiniger öefifcer be* ©djloffe*. 22b. »utö SBieberftein. 3Rünbli(b\ 3m ©djlofj Sieberfteiu befinben fid) fea)3 Äetter unterein* anber. 3)er unterfte berfelben ift unjugänglid). 9tod) nie ift e* einem SRenfdjen gelungen, in biefen fnnabjufteigen. 3öer ba* einft oermag, ber roirb fer)r reid) werben, benn bort liegen grofee Mengen oon ©olb, foftbare ©d>mucffad£)en unb roertootte ©erätfd&aften ber Zauber, roeldje biefe ©d)äfce in grauer Söor^cit bort jufammen= getragen Imben. £tor allen fingen roirb oon einem golbenen Pfluge erjagt, ber in Sieberftein oergraben ift. 22 c. »utß »ieberftein. SB. oüffen, ©ef$i($te toon üomburfl. 3(uc$ münblid>. Sluf einigen ©rabfteinen ber Herren oon öieberftein in ber flirre $u 3J?arient)agen finbet ficr) nebft anbeten ©nmbolen ein $afc. 3"r Slufflärung über biefe* feltfame Wappentier Ia%t fid> folgenbe ©age fjerbei: einft würbe bie öutg belagert. 3roar mögen tyte dauern 5-- 10 ©dmf); aud) führte fein Xfjor in biefelbe t)inein unb erft fpäter in einem Slnbau ein einziger 3ugang. 33urgleute fliegen oermittetft einer fieiter oon oben in ifjre genfter hinein. $aber fafjen fid) bie Belagerer genötigt, bie eingefdjlojfenen 9taub= ritter burd) 2lu*fmngern jur Übergabe ju bewegen. Allein biefe wufjten ftdj burd) einen unterirbifd&en ©ang, ber bei ©rünebad) münbete, mit Lebensmitteln 31t oerforgen unb oerfpotteten eine* Tage* bie Belagerer, inbem fte ifjnen auf tjofjer ©tange einen $afen unb einen &of)lfopf geigten unb fte aufforberten, am ©d&maufe teilzunehmen. (Sine anbere ©age berietet, bie ©djroeben hätten Sieberftein im 30 jährigen Kriege belagert, eingenommen unb jerftört. ^oet. bearbeitet öon fß. 3bcl, <5cb>& Hornburg im Dberbergifcfcen, S. 16. Digitized by Google — 382 22 d. »uro. »ieberfiein. 9Rünbtt$. $om . (Sin ©inwotmer oon Söierenbach war niemals ein großer ftreunb ber Arbeit gewefen. Um nun feinen bürftigen Vermögens* oerbältniffen aufzuhelfen, liefe er alle Birten oon Teufel auf fein ©ut fommen unb trug ihnen bie oerfä)iebenften Arbeiten auf. dagegen t)atte er fid) mit Seib unb Seele ben Xeufeln oerfchrieben. 2Ü3 feine %t\t ungefähr abgelaufen war, trug er ihnen auf, einen auSgeftreuten ©aef ^übfamen aufzulefen. $)ie Xeufel gaben fid) aud) an bie Slrbeit. Unfer SJtonn floh mittlerweile nad) Nümbrecht, um ben bortigen Pfarrer zu erfudjen, ihn burd) fräftige Sauber- fprüd)e oon ber höttifa^en ©efettfdjaft ju erlöfen. 211S bie teufet mit ihrer Arbeit ju önbe gefommen waren, eilten fie bem giüd&te linge nad) unb faft wäre eS ben ©raSteufeln, ben fchnettften unter ihnen, gelungen, ben Jliehenben einzuholen, £od) würbe ber S3auer mit fnapper 9cot gerettet. 24 a. 3te Söurg bei Benningen. 8«rfu($ einer ftat. Sarftellung be* Äreifc* SBatbbröbX ©albbrityl 1863. Unter ©raf 3lbolf VI. oon SBerg, ber 1348 ftorb, warb um bie Witte beS 14. SfahrhunbertS nad) ber SBolfSfage oberhalb £)enf* lingen auf einem fahlen, jefct noch bie „93urg" genannten Serge Digitized by Google — 383 — bie 93urg jweier Staubritter burdj bie Sauern ber SRadjbarfdjaft jcrflört ; bie (Sigentümer würben gelängt. 2(m gufe biefeS 93ergeä ergebt ftdr> ein §etligenhäu8chen, ber ©age nach an berfelben ©teile, wo ber ©ohn eine« biefer bitter, ber lefcte feines ©tamme«, wenige $age nach ber Sprung ber Surg tot aufgefunben würbe. 24 b. Sie 23ura. bei Senttiitgen. 3n Sehlingen ftonb einft eine gewaltige Surg, von ber nicht einmal Xrümmer erhalten geblieben finb. Sa« in ber Surg nötige SBaffer 30g man in einem grofeen fluhhont hinauf. (Sine alte, alte grau trug bie ©teine in bie SBurg. ßam früher jemanb mit einem §unbe an ber 93urg oorbei, fo geriet ba$ Xier regelmäßig in bie lebhaftefie Unruhe. (§& Hämmerte ftch auf« innigfte an feinen Segleiter an unb ließ fid) erft beruhigen, wenn bie 93urg weit jurücl lag. 25. Sie dntftefcung, 0011 Srabenberhöhe. 2Rünbli$. ©ine SBitwe, namen« Srabenb, foU mit ihren beiben ©Öfmen ben Ort gegrünbet ^aben. 9lach ihr würbe ber hochgelegene Ort aud) genannt. Samal« aber lag Srabenberhöhe am jefcigen Kirchhof« (Srft nad) D*nt 30jährigen äriege führte man ihn an ber ©teile • auf, wo er heute noch üegt. 26. Sa8 ^amättnchett auf beut #etfoerge bei Srabenbedjohe. 9RünbU($. 2tU im 3ahre 1348/49 bie $eft in ber entfestigen SBeife Seutfchlanb verheerte, raffte ftc auch in Srabenberhöhe unb ber Umgegenb oiele 3Renfchen hin. %\iU& blieb nur ba« $amännchen unb ein anbrer 3TCann übrig. Sa« §amännchen wohnte in ben ©rblöchern be* £ecfbergeS. ,Ser Bnbere wohnte auf bem ©ute Srädjen, am SBege oon Srabenberhöhe nach Stünberoth- Seben borgen jiieg ba« £amännchen auf ben ©ipfel beö §e unheimlich; fie liefen alle* im Stich unb flohen in größter (Sile baoon. 2113 ftdt) ber dritte am näa)ften borgen nad) ihrem Schiefe . fale erfunbigt, antworteten fie ihm: „Dummer Xeufel! Säreft Du mitgegangen, fo hätteft Du tfäfe macheu tonnen." 29. 25er ftreibof bei Drabenberljdbe. 9JJünblt$. 3ur linfen «Seite am ©ege oon Drabenberböbe nach ^ünbe* rott) liegt ber $of ©rächen, welcher in früherer 3eit ein greifwf war. $£er ein Verbrechen begangen fiatte unb ftd) hierher flüchtete, war frei unb unantaftbar. Der Seftfeer be* £ofeä foO auch ®ertcbt*barfeit ausgeübt unb ju biefem S^ecf einen ©algen auf feinem lf, mit feinen (Sltern unb einer ©d&wefter gewohnt, tiefem ©d&alf $u (Stiren t)at ber Ort feinen Damen erhalten. Stiele ©treibe von XiH leben nodf) f)eute im SKunbe ber bortigen Seoölferung. 32. Der SBedjfelbalfl. (©Ralfen.) 3Rontanu^9BaIbbrü^, SBorjeit I, @. 111. 3u ©Ralfen wohnte einjt ein junger Sauer, beffen frül) oerftorbene ©attin ilmt ein $ödf)terdf)en oon fed(>* 9Bo$en hinter* lajfen tjattc. Die Meine tourbe oon ben Barbarinnen gepflegt, wie fie 3^it unb Sttufje baju Ratten. (£* tonnte nidf}t ausbleiben, ba§ fie aber oft oernadjläffigt tourbe. Da nahmen fi$ bie ^vottqt be* Äinbeö an unb entwenbeten ba*felbe einft. Dafür legten fie ein alte*, jaf)nlofe* 3roergmütterlein, in SBinbeln gewicfelt, an be* Jtinbe* ©teile. Der Sauer merfte oon ber 33erwedf)*lung nid)t*, unb ebenfowenig bie 9)lägbe unb Barbarinnen. Slber ba* 3wergmütterdf)en mar ruhiger al* ba* fleine SHäbdjen unb fdfjlief fef)r oiel. 2We gewannen e* baljer lieb unb pflegten e* nad& Gräften. Die 3roergin geberbe fttf) wie jebe* anbere Äinb, wimmerte aber bei fegnenbem Sefreujen unb beim Sefprengen mit 3ßeif)waifer. 5lber trofc ber beften pflege naljm ba* Äinb 25 Digitized by Google - 386 - nid&t au. $>a3 befümmerte ben Sater, unb enbltd) roanbte er [xa) um dlat an eine roeitberüfjmte 2Bahrfagerin bei Sinblar. $)ortf)in roanberte ber Sater mit einigen Kopfhaaren beS 5linbeS, bafe bie fluge grau ftdj burdj biefe belehre. £)ie grau erflärte fofort, baS ßiub fei ein 2Bea)felbalg, eine alte 3rocr9in/ nimmer roadjfen mürbe; Dagegen fei baS redete Hinb in einer 3roergenhÖf)le un= r>erfct)rt. S5ann teilte fie bem Sauer mit, roie er roieber in ben Scfifc feinet 5tinbeS gelangen tonne. 2llS am nädtften Mittage baS gefamte $auSgejinbe am Xifdje fajj, bie SBiege aber mit bem anföeinenb fd>lafenben Ätnbe in ber 9lät)e ftaub, flagte ber Sauer laut, bafe ber StnirpS nicht roachfen wolle. „(Sin ©Uttel", fuhr er fort, „null teh noch oerfuc^en; ich roitt e* noch biefen Slbenb auf« neue taufen laffen." Dann orbnete er für bie bcabftd)tigte Saufe alle« an, fdnefte baS gefamte ©eftnbe hinaus unb oerfcblojj baS £au3. ftun trat ber Sauer an ben £erb unb führte bort aus, roaS ihm bie Sehrmeijtertn geraten hatte. @r l)olte fämtliaje £öpfe fjeroor unb orbnete fie um ben $erb herum. 9lua) quer burcbidjlagene (Sterfchalen fügte er f)in$u. 3)aitn oerfdjjlofe er bie Xfyüxe, als ob er auch hinausgegangen fei, feblich aber (eife juriief unb fletterte in ben 9iauchfaug beS $erbeS. 2llS alles füll im ftaufe mar, erfa}oUen fniftembe dritte in ber ©tube; bie Xfyüu rourbe geöffnet unb bie kleine fam fyerem unb roanbte ftcb jur §auStl)üre, um $u fliehen unb ber angebro^ten Xaufe ju entgegen. 2llS aber baS fleine Söefen bie oielen Xöpfe am £erbe fab, flaute es ooll 9teugierbe rjinein, jäf)lte unb oer= rounberte fidrj. $ann aber roanbte eS ftdt) roieber jur 2#üre unb rief auf ber Sdjroelle ftebenb: £anS ÄlauS, $anS ßlauS (Warne beS SauerS), £aS nenn iaj einen Sarnaus! 3d) bin fo alt, rote ber Duisburger SBalb, .auStf)üre hinter fidj gefchloffen, als ber Sauer feinen unbequemen 2lufentf)alt oerliefj unb ju feinen Anetten in ben sBalb eilte. 311S er bann mit ihnen unb bem Pfarrer roieber ans £>auS fam, Ij'öxttn fie fdron brausen baS Seinen beS tftnbeS. 2US fie in bie ©tube famen, roar bie 3roergin oerfchrounben unb beS Sauern Xbchterlein lag blütjenb unb frifch in ber SBiege, fo bajj fid) alle über feine ©rö&e oerrounberten. Digitized by Google — 387 — SBott greube über ben glüdliüjen 2lu£gang gab ber Sauer ein grofje« JJreubenfeft S5a« Äinb roud)« jur blüfjenben Jungfrau fjeran unb flarb als ein fleinalte« 9Rütterlein. 33. $a3 gelbene flalb bei ^ngeUfir^en. SWünbltcfc. Oberhalb @ngel8fird)en beftnbet fid) auf einem jjoben 8erg= rücfen eine altgermanifa> SMburg, r-om SJolfe bie „f>eibmfd)e 93urg" genannt. $>ort follen bie Reiben ein golbene« ßalb Der* graben f)aben. 3n ben jroanjiger 3a^ren unfere« 3al)rf)unbert$ gruben einige Männer nadj. Slber it)re 3Rüf)e war umfonft aufgeroanbt. (Sin tiefe« Sod) verrät nodj bie ©pur ifjrer £f)ätigfeit. 34. $rebiger »om Karton atSljerrtt erfdjDffeti. (&. 35. £te frafine wn fc®&otjeti. SRünMw*. 3m ©d&lofjardnD oon ©bre*tjooen an ber Slgger befinbet fta) eine roeifje gaf>ne mit einem fd&roarjen Äreuje, oon roeld)er bie Sage getjt, bafj fte au« ben Äreujjügen flamme. 36. $er Sludj tron $urg 9trnäau. WontanuS^albbrityl, SBorjeit II, on ber ehemaligen Sebeutung biefe« föttterfitse«. $er lefete Eigentümer ber S3urg roar ein harter, jäfoormger 2Rann, ber ebenfo com Stoffe gefürd)tet rourbe, al« feine (jerjenSgute ($emaf)lin uom bemfelben geliebt unb oerebrt rourbe. Digitized by Google - 388 - ÖiSroetlen reifte ber 93urgl)err von Sern&m in ba3 Heerlager feined ^erjog^ ober jum Sanbtage nach $)üffelborf. 3n bem Schatten ber 9tocht pflegte er bann unbemerft jurücfyufebren. 2lber roehe bann ben SMenftteuten , roenn er etroad in Unorbnung fanb. So roar er auch einmal nach mehrtägiger ga^rt in r)eder 3ftonbfd)einnad&t jurüefgefehrt, unb ber Xurmroärter hatte ihn auf ba£ befannte 3e^en eingelaffen, als er ju bem genfter feiner ©atttn auffchaute, unb bort noch £iäjt unb eine ©ejklt $u bemerfen glaubte, bie ftdt) oor bem genfter bewegte. ®r oermeinte, feine (Battin tyibe ihn erwartet, fein Einreiten bemerft unb eile ihm entgegen. $)och als er feinen Schritt oernahm unb an bie gefdjloffene %t)üxt ihres Schlafgemaches pochte, ba geberbete fich bie ©atttn, als fei fie foeben aus tiefem Schlaf ertoacht. $)a flieg ein böfer Slrgroohn in feinem ©emüte auf. 3n ber §efttgfeit beS 3orneS fuhr er bie @rfc$rocfene an unb befahl ihr, $u geftehen, roer uor wenigen Minuten an bem genfter ihres BimmerS geftonben habe. Sie beteuerte, baoon nicht« jju roiffen, unb rief ©Ott unb bie ^eiligen ju 3eu9eu ihrcr Unfdjutb an. 9Son (Siferfucht oer= blenbet, mifchanbelte ber rohe bitter bie 2irmfte aufs graufamfte, unb ba fie fidj noch immer nicht $u einem ©eftänbm'S ^erbei tiefen fo banb er fie mit Striefen unb ftürjte fie burch baS offene ^enfter, fo bafe fie über bem tiefen 2BaHgraben in ber falten flacht fchtoebte. ®ort, fo fchrour er, folle fie fo lange fdjroeben, bis fte ihre Schulb befannt r)abe. $)ann fdjroang er fich toieber aufs Siofi unb ritt baoon. (Srft am Xage rooHte er jurüeftehren unb bann ba« @e= ftänbnis ber oermeintlich Sdhulbigen entgegennehmen. Äaum roar er jeboa? hinroeggeritten, als bie treuen ©ienfc boten ihre ©ebieterin ins ©ernaa) hoben unb fie r«on ihren geffeln befreiten. 3"9töie Burgfrau aber befahl, für fich uno ^ne Wienerin ein sJtofe ju fattelu, ba fie baS Schloß uerlaffen unb nie $urücf= f ehren rooflte ^achbem fte baS ©eftnbe reich befchenft hatte, ritt fie baoon. 9US fie aber burch ben Xi)oriütq gefommen roar, ba l)\eit fie ihr ^fero an, roanbte ftdt) jurücf unb oerroünfchte baS Schloß, 100 fte fo unroürbige 5)iifehanbluitge n erfahren ^atte. 9liemaub erfuhr, roohin fie ihre Schritte geroanbt hotte. 2lls ber bitter jur "iWitternadjtftunbe auf fchäumenbem ftoff* jurüeffehrte, ba ftanben Zi)ox unb Tlniren roeit geöffnet; niemanb Digitized by Google — 389 - toar im ©<$lofj, ba3 wie auSgeftorben ba lag. 3K3 er einfam burd» bie ©äle wnb ©emäd&er fdjrttt, ba bäumte if)tn, bic Herfen frühen tyxab, tyn ju erfd&lagen; e« faßte if>n eine uatnenlofe Stngft unb trieb iljn f)inau3. Unb er ritt hinauf unb f)inab baS 2lggertf)al, aber niemanb fonnte tym oon ber ©d&loßfrau Äunbe geben. Um 3Witternad)t trieb eS ifm juräcf gum ©<$loffe, jur nämlin getäufdjt Ijabe; er erfannte bie Unfdmlb feiner ©attin; unb biejeä öemußtfeui unb jener gtucfc trieben ifm fort. 92ie f>at man im Styale mein: etwa« oon iljm gehört ober gefetyen. SHe 33urg blieb unbewohnt fteljen, eine wittfommene öeute ber Räuber. 2lber felbft bie Räuber, bie bort einen nädjtlia>n 2lufent$alt fugten, oermoefcten nid)t im ©djloffe \\x oermeilen. $er gludfc trieb fte binweg. (Snblidj verfiel ba« präa)tige ©d&lofc. 9lur bie fallen 2BäUe unb bürftigeS ©emäuer bejeiefmen bie Stätte, wo ba« ^err* Iiä)e ©djlofj geftanben, weites jerfiel burdj ben glud) gef ränfter Unfdjulb. 37. Sertfta bom $(jal. (Duerratf).) (EäfariuS üon »eifterbaefa. 93tl^ ber §err oom £fjal in frommem 6ifer nad& bem 9Jtor* genlanbe jog, gab er feine Sod&ter Sert&a in ba« unfern oon 83urg X&al gelegene Älofter, um bort bie ©elübbe abzulegen. &ber bie Jungfrau fonnte fia) mit bem Ätofterleben nid)t befreunben, fei e8, baß tyr ba« Älofterleben oon einer fd&limmen ©ette gefdnlbert worben mar. ©ie begehrte barum oon ber #btifftn ir)re gretyett unb brobte, aU man \\)x bie Pforten nid&t öffnen wollte, ftdj ein £eib ^ujufügen. 3Jtan artete biefe ®rofjungen nid)t; aber al$ ber gifdjer eine« borgend fein 9ieg auswarf, für ben Safttag bie be* nötigten gifcr)e ju erlangen, 30g er ben flörper ber $ertf)a 00m Xfyal and Sanb. Älofler forootjl als 33urg ftnb längft oerfdjjwunben; aber bie ©age f)at fia) nodfj im SWunbe be$ SanbmannS im Wigger ttyal erhalten. Dft, wenn in ber Dämmerung ein gaH in« 2Baffer $u boren ift, fagt man, ba ftürjt 93ertlja in* SBaffer. Slnbere wollen fic fogar am Xeidj entlang wanberu gefe&en ^aben. $oetif$ bearbdtet \>. 2Hontanu3. S*or3«it I, ©. 112. Digitized by Google 38. Der affeiftfeffel ju tfeuenhauS. (Doerrath.) OTontanuS'SBalbbrü&l, Sonett I, 6. 91. Die $roexQt famcn oft fd)arenweife in bie 2Bof)nungen ber Menfdjen, namentlich auf einfamen ©elften, unb fochten unb fdjafften nicht feiten bie ganje 9tocht hinburch, wenn fte ber Sauer ungeftört f$atten unb walten lieg. So gefdjah e$ auch gu 9teuenf)au8 bei Doerrath. Da fam in jeber 9tod)t eine große 3*hl oon 3rocr9cn an ben £crD/ jünbeten, mährenb bie Hausbewohner f abliefen, ba3 geuer an, fochten unb brieten, fdjmauflen unb fd)er$ten. Sie fejjten aber aud) manche Arbeit im §aufe fort unb brauten bem ^aud^errn jebeSmal etwa« mit für feine 2öirtfdjaft: ©etreibe ober ®eräte, mitunter gar Stüde oon eblem Metall. Darum trieben Sauer unb Säuerin oor Mitternacht ju 33ett, bamit bie ftrottQt ungeftört fdjalten fonnten. 9lun na^m ber Sauer einft einen Stnecht in Dienft, welcher ein frecher, ooranfctger Surfte mar. @r beferge einmal anjufeben. Um Mitternacht oerliefe er feine Kammer unb fchlich jur treppe, oon roo er bie ganje £au3flur überfchauen fonnte. Da gewahrte er roohl hunbert 3roerge mit geuerfdjüren unb Kochen befchäftigt, fah bann, wie fte fäjmauften unb ftch freuten. 3>n ber nächften Stacht fchlich er noch näher beran, um auch it)re Sieben ju oerftehen. 2Bieber bot ftch ihm baäfelbe Silb regften fiebens. 2lber über bem geuer (fing ein rieftger fupferner Keffel, in welchem ftch nur SBaffer befanb, welches bie 3werge jum Kochen $u bringen fuchten. Dabei hörte er fte fpredjen oon einem ©raten, ber für fte bereit ftänbe, unb ben fte holen wollten, fobalb ba$ SBaffer im Keffel brobele. Daju grinften bie oon ber ©lut beä loDemben $erbfeuerä erleuchteten ©cfic^ter fo unheimlich in ben ©ebärben beä %oxne$ unb ber Schabenfreube, bafe bem laufchenben Knechte ber Mut ju fxnfen begann. 21U nun e üblich oas SBaffer beS KeifeU aufaufprubelu begann, ba rief bie ganje Schar: „Den Sraten her, holet ben S3raten!" ©leichjeitig bewegte ftch oer Schwärm ber fletuen Seutchen gegen bie treppe hin; ba bünfte bem Knecht, bajj @ile ju feinem SRüdjuge oonnöten fei; fein böfeS ©etotffen fagte ihm, bafe e£ ihm gelte. @r eilte auf fein Schlafzimmer, oerfchlofe bie xhür unb oerfroch ftch un legten Söinfel. 2lber bie 3roerge trippelten fdwn heran ; bie £hur öffnete ftd), als fei fte nur angelehnt gewefen, unb oon aßen Digitized by Google - 391 Seiten würbe er gefafct unb immer fefter unb unlösbarer ae= bunben. $ann hoben unb trugen ihn bie 3rocrge bie Xreppe hinab. 2(m nächften borgen fanb ba3 §au3gefinbe jum größten (Srftounen bie gefottene £eiä)e be3 Änechte« in einem fremben grojjeu Äeffel über bem §erbe fchweben. Sange würbe ber Äeffel $u 9ceuen= bau8 aufbewahrt unb oon vielen Neugierigen begafft. $>ie 3roerge aber famen von jener 3*it an nicht mieber, mit Stenahme eines einzigen, melier in ber folgenben 92a$t an ba& JBett be$ §au*herrn trat unb ihm ben ganzen §ergang mitteilte. 39. 2>er StehtShof $u Overrath. 3Rontanu«:SBarb6rü&(, »orjeit II, S. 18. 3n fernen, vergangenen Reiten wohnte ju Doerrath an ber Wigger ein fet)r reifer £err. S5on feiner feilen 33urg au« be^errfapte er einen grofjen fianbftrich. 2lber er mar feinen Untergebenen ein harter §err, ber fic mit gronbienflen brüefte. 3ln heilen Sommer* tagen mufeten fic, trofc ber faxten XageSarbeit, an ben Xeidjen, welche bie 93urg umgaben , mit langen Stöcfen flehen, um bie gröfdje $u fehreefen, bamit ber Schlaf ber ^errfdjaft nicht geftört werben möchte. 9loch viele anbere ©raufamfeiten beging ber h<*rt; herzige §err. ®a trat etnft bie ^eft in ber ©egenb auf unb forberte Diele Opfer. Um vor biefem unheimlichen ©afte geftchert %\\ fein, be^ fchlofe er, eine hohe HRauer um fein Schlofe aufführen ju lajfen, welche bie äranffjeU abhalten fottte. 2lHe Untergebenen mufjten in ber angejtrengtejten Üßeife arbeiten, um ben SBunfdj beS föerru aufführen. 2lber fchon nach fur$er $t\t rourbe ber Schlofeherr oon ber ^Jeft hingerafft. ^ubelnb brachen bie gröner bie 3roin9Dur9 nieber, fo bafe lange nur ein gewaltiger Trümmerhaufen ben ehemaligen ^errenfifc fennjeichnete. Später rourbe ein Bauernhof auf ber Nuine errichtet, welcher von bem Steinhaufen ben tarnen Steinhof ober Stein$hof empfing. 40. Sic 3ohannt8ovfcr. (Schönrath a. b. Slgger.) Wontanu«, «orjett II, 6. 419. 3u ben 3*iten beS (trafen ©erharb oon Serg houfte $u Schönrath au ber 2lgger bitter $an8 oon Schönrath. Seine Digitized by Google — 392 — @emaf)lin fjatte if>m brei ©öf)ne unb jroei Xöajter geboren, toeCc^e jur greube ber Altern f)eranrouc(>fen. $)en ©Itern war e* roo^l befannt, bafe am ftafjreStage ©t. 3ohanne* brei Opfer forbere, ein* im äBajfer, ein* auf bem fefien öoben unb ein« in ber Suft. #ngft(tch Ratten fie barum ifjre flinber oor biefem Sage gewarnt. ßinft mar ber 3ol>anni*tag raieber f)erangefommen. ©pielenb oertiefeen bie ßinber ba* ©d)lofe, um im nahen gorfte bem ge= wohnten ©piele nachzugehen. (Stner ber ©öfme gewährte auf einer hohen @id)e einen galfenhorft unb befchlofe fofort, ba* fteft su holen. $>ie beiben anberen flauten ihm nad), bis er ftd) $ur fchwanfenben Ärone in fchwinbelnber $öf)e auffdjroang. 3n biefem Slugenblicf brach eine Wölfin au* bem Tücfidjt heroor, ergriff ben jüngften Änaben unb floh mit ihm. £)a* geüenbe ©efa)rei erfchreefte ben ©ruber auf feiner bie ©inne oergingen ibm unb er ftürjte binab. 911* ber dritte ba* alle* gemährte, rannte er wie btinb uad) £aufe. 3U feiner 93er$weiflung rannte er nicht über bie Örücfe in ba* ©djlofe, fonbern ftürjte in ben ©raben, reo er ertranf. sJ)tan fudfcjte julefct bie oermifeten Änaben unb braute am Slbenb brei deichen in* ©djlofe: „2lu* bem SBaffer, bem gorft, ber milben ©a)lua)t." ^oetifefy bearbeitet bon ^olfgang SWüUer von ÄöniaSwinter, Sorclei, 6ette 212. 41. 2er Burgherr Unb feine Qforede. (Slgger.) ^ontanuö^Jöalbbrüb.!, 93orjeit I, ©. 210. 3m Xhale ber 2lgger lag oor 3eiten ein ftolge* ©chlofe. 35er §err biefe* ©chlojfe* hatte am gufee be* Serge* eine »Quelle mit 3J?armelftein eingefaßt, in welcher er eine wunberfdjöne goreHe pflegte. @r fütterte ben gifd), unterhielt ftdt) gerne mit ihm unb erfuhr oon tlnn Diele geheime Dinge. 211* ber ©chlofeherr nun eine* £age* in ben flrieg sieben mufete, befahl er feinem £au*= geiftlichen, be* 3ifcr)e^ wohl ad>t ju haben unb Sorge $u tragen, bafe il)m fein Unheil juftofee. Der ©eifttiche aber, welcher nun ben gifdj genauer aufbaute, würbe tüftern nach ih™/ ft»9 *h« a"* bem £ueu*, tötete ihn, liefe tlm für ftd) jubereiten unb afe Um. 211* ber 3d)lofet)err roieber jurüdfehrte, war fein erfter ©ang nach bem OueH. 211* er ben gifch nicht mehr oorfanb, liefe er ben ©eiftlichen fommen. tiefer berichtete nun, bafe ber gifd) burch Digitized by Google — 393 - ftembe Sttebe nä<$tltdjer $$eile gefangen roorben fei. ®er ©djfofc fjerr erfuhr ober burdj 3öubennittel gar batb, roof)in ber gifdj gefommen war. @r fafete bafyer ben Pfaffen, tötete i^n unb ftedfte u)n an ben 93ratfpieft. Sit* er bie ßeidje genugfam gebraten §atte, liefe er jie oon feinen £unben »erjef)ren. hierauf wappnete fidj ber .fcerr unb $og mit feinen §unben pon bannen, um nie roieber 3urüer= öbet unb eingejtürjt. Digitized by Google XL L 3rrltdjt in ©efalt eines mertfif)lid>en ©efi^teg. (ängen blieb. Unb nun fafjen fte beutlid), ba& e« bie 3nge eine* menfd&liäjen ©efidjte« trug. Sie befdjloffen, e« ju grüben. $)er erfte ftommelte feinen ©rufe; aber ba« Sid)t banfte nid)t. 211« ber anbere grüfjte, erroiberte e« freunblidfc, löfte fid) com Saume unb flog nad) 9tümbred)t auf ben ßtrdjfjof. 9iun festen bie Seiben nad) (Slfenroty $urüd, unb jeber legte ftd) su Sett, ooller Unruhe über ben 2lu«gang. £)od) Ratten beibe feine unangenehmen folgen oon ber näd)tlid>en (Srfdjeinung. 2. 3rfftgefe^ter £aferbteb. (GlfenrotW 9Rünblt<$. (Sin junger Surfte au« (Slfenrotl) lebte einft al* ödjmiebe= gefette unroeit Sennep. $)em benadjbarten Sauern tourbe nun fortgefefct §afer oon feinem falbt geftof)len. ©nblid) tourbe er befreit mübe, unb er bat ben ©efellen, ifjn in ber folgenben 9tod)t I Digitized by Google — 398 — auf ba* gelb $u Begleiten. ®ort trafen fte ben $ieb, al* er ftd) eben anfdjicfte, einige §aferbünbel aufju&eben. ®er Sauer murmelte fogleic^ feine Sannformeln genau fo, wie Um ber ©efelle belehrt l)atte; unb ber ®ieb ftanb rote angerour§elt in feiner gebfidften (Stellung. Slber von SWitleib erfüttt Iöftc tfm ber Sauer unb liefe U)n normal« in ©otte* tarnen gefjen mit ber 2Barnung, fidj nie me^r beifommen $u (äffen, $afer ju maufen. 3. $a$ 3nutterftotte£Mlb um ^ariett^ergtaufen. 5Rünblt$. 3n ber ßiraje von 2)torien=Sergf)aufen befinbet jtd) nod> fjeute ein 9Huttergotte*bilb, roeldje* auf rounberbare SBeife immer roieber aurflcffef)rte, roenn e* fortgebrad&t rourbe. ®a* roä&rte fo lange, bis man eine ftarfe Sttauer oor bem Silbe aufführte. 4. $er dlfenbont bei 9Rudj. ^ontamtfsSSalbbrü&l, SBorjtit II, ©. 17. (Sine e^ebem bobenlofe ©umpfftelle unterhalb be* (Slfenborn* Reifet fdjon feit 3af)rf)unberten „am oerfunfenen §aufe". $Dort roofjnte oor Qtiten eine jäfjjornigc SBittoe mit ifyren fletnen Äinbem. 311* fie eines ©onntag morgen*, um SBaffer $u fdjöpfen, nad) bem Sorn ging, janften, fd)rieen unb rauften bie ungezogenen ftinber untereinanber unb traten fef)r roilb unb ungebärbig. $>ie SRutter fud)te ba* ©etümmel ju befcfyroidjtigen. 911* bie* nia)t fruchtete, lief fie mit einem (Simer jum Srunnen unb fdjrie: „3a; wollte, bafc \i)t famt bem §aufe in ben tiefen (Srbboben oerfunfen toäret, etje ia) oom Sorne $urücffel)rte". 211* fie nun Söaffer gefajöpft fjatte unb ftd> tjeimroärt* roanbte, ba faf> fie i&r &au* bi* jur §älfte be* ®ad)e* f)inabgefunfen unb t)örte unten in ber ©rbe iljre ungejogenen Äinber beulen unb freifdjen. 3n ifjrer Seraroetflung fprang fte auf ba* immer tiefer finfenbe $ad) l)tnab unb ging mit bem £aufe unb i^ren tfinbern unter. 311* nad) furjer 3^it bie &ird)leute am (Slfcnbome oorbei= famen, ba roar ba* §au* oottftänbig oerfunfen unb bie @rbe fd)lofj jid) allmäf)lid) über ttmt; nur laute* ©efajrei brang nod) au* ber Xiefe empor. $)ie ßeute liefen au* ber ganzen ©egenb 3ufammen; aber alle §ilfe war unmöglid). 2lm britten £age foll Digitized by Google - 399 — man noch ben #afm tief im Stoben frühen gehört tjaben, unb bicö ferne ärät)en fott noch oft an füllen ©onntagmorgen bort oer- uehmbar fein, als SBahrjeichen unb alä eine SBarnung oor 3ät)aorn unb unbebauter Sfcrmünfchung. 5. $er $au ber Ätrdje ju 9Rud>. 21U man bie Rixfyt in 3Rudj bauen wollte, beabfid)tigte man anfänglich, fie auf ben benachbarten Öerg ju fefcen, wo noch x)t\xit eine Heine Capelle fteht. Stber ba3 angefahrene Baumaterial mürbe allnächtlich geheirnnteoott auf ben $lafc gefdjafft, wo ^eute bie ßirdtje fleht bis man ftch enblicfc entfchlofe, bort bie Äird)e au errichten. 6. $er fefaefefcte ttm. (9Ruch.) 9Rünbli$. &n bem SBege, ber oon 9Ruch nach $rabenberf)öhe führt, rootjnte einmal ein a erfranfte bie grau, unb ber Wann machte [ich auf ben 2Beg &um Slrjt. <£r traf ben 2lr$t, welcher fofort bereit mar, ber ftranfen feinen Befud) ju machen. 2113 bie Reiben nun nicht mehr ferne uom §aufe waren, gemährte unfer 9Rann feinen feinblichen Machbar, ber ihm auflauerte. Voller silttgft blieb er flehen, benn er mar bem SBüteriä) gegenüber oöHig wehrlos. $)er 2lrjt wunberte fldr) barüber unb trieb ihn mit 3^ücf= ficht auf bie fchwer franfe grau jur (Site an. 2lber jener war nia)t oom $lafce ju bringen; ängfllich wie« er auf ben geinb hin. 216er ber 2lrjt bebeutete ihn nochmal«, er möge nur weiter gehen ; e3 würbe ihm fein £etb gefchehen. Unb wirflich blieb ber 9iaa> bar mit aufgehobenem 3(rme ftet)en, ohne fich rühren ju fönnen. $er 3lrjt ^atte ihn feftgefefct. Sil« ber Wann ben Slrjt nach einiger $t'\t jurücfbeglevtete, ftanb jener immer noch bort unD au£h noch, als er jum jweitenmale nach feiner 2Bot)nung ging. Slber am nächften borgen war ber ©ebannte oerfdjmunben. 7. $te äwerge bei Homburg. SJtünblify 3n ber v3iäh* oon ©chlofe Hornburg beftnben fich 9rofje gel^ maffen, welche man 3roergenfleine nennt, fohlen unb ©änge führen in biefelben r)ineiti, in welchen oor inten fleine 3mexa,t wohnten. Digitized by GooqI - 400 — 9ttd)t weit oon biefen 3roergenlö($ern ^ütetc einmal ein ©doofer feine ©d&afe. tiefer ©djäfer pflegte fein Stotterbrot, roeldje« ifnn fein floftljerr, ein reifer Sauer in ber Stäfcc, gab, unter einen Saum ju legen, bi$ er junger oerfpürte. 211$ er einft ju bem Saume fam, mar ju feinem größten (Srftaunen bad Butterbrot oerfdjrounben. $)en nadjjften £ag ging e& ebenfo, unb aud) ben britten Xag. 911$ er nun fo ftanb unb gan§ oerbricßlidfj breinfa)aute, fam ein fleineä 3Jtännn, roarum er fo unjuf rieben auäfäbe. $er ©d&äfer erjäblte bem 3roerg, roaS ifmt roiberfafyren fei. £>a fpradj ba* SRänncJjen: foH Srtr nid^t (eib ttmn, baß &u $)ein Butterbrot eingebüßt t)aft, roenn ®u nur mit mir nad& meinem §aufe gelten roittft; eS ift nur einige ©abritte oon fner entfernt/' ®er ©d&äfer ging mit unb balb gelangten fic an einen fteilen gelSabfjang. $>a jetgte ber ßleine bem ©$äfer ein atemlidf) enges unb büfteres £odji unb fpradfc: ,,3df) null oorangel>en, folge mir." - - $er ©c&äfer mar jagtet, aber ba* 9Hänna>n rebete tym ju unb fagte: „S)aS l'odj ift nur anfänglich eng unb büfter; f)ernad& mirb e3 weit unb &eQ." 9tun folgte ber ©d&äfer feinem f leinen guljrer. @3 mährte nid^t lange, fo flimmerte ein ßic&t, unb ber Gtang mürbe immer geller unb weiter. 3U^^ famen fte in einen weiten unb f)of>en ©aal; ba mar e$ überaus Ijell, unb alles bltfcte oon @olb, ©über unb ©belfteinen. 2113 ber ©djäfer ft$ einige 3eit an biefer §errüdjfeit gemeibet fjatte, fpraa) ber 3roerg: „©tet), f)ier liegt eine 9Renge ©olb, padfe nur deinen Littel ooQ unb tjetje bamit nadf) £aufe. 2)u braudjft nun nid&t mebr bie ©djjafe $u büten unb fannft etma$ SeffereS effen als Butterbrote/' — $)er ©d&äfer liefe fidt) baS nid>t jroeimal fagen. <£r nafnn fo oiel ©olb, baß er jta) einen großen Bauernhof bafür faufen fonnte. 2)ie ^omburger 3werge ftonben mit ben Sanbleuten ber gangen Umgegenb auf freitnbfdfmftlid&em guße. £iefe greunbfc&aft betätigten bie fleinen Seute namentlich jur £erbftaeit. £ann famen bie Bauern unb liefen oon ilmen große ÄefTel, um biefe beim Ärautfodfjen ju oerroenben. 8. 2>a$ Wefengrab bei Homburg. 2ln ber ©traße, roeldje an ©d)loß Hornburg oorüberfüljrt, Ijeißt eine ©teile nod) beute ber ,,3cbafftatl", mieroof)! fett erbenf* Digitized by Google — 401 — ltdjen 3«ten Rdj bort fein ©djafftott erhoben §at. 2ln biefem ©djafftoll flehen oiele mächtige ©tdjen; unb unter biefen (Steden jief)t ft<$ ein langer £ügel f)in, in meldjem ein SRiefe begraben liegen fott. Unter betn tarnen „Sftefengrab" ift biefer $ügel in ber bortigen ©egeub allgemein befannt. 9. $ie fcejeitfa'jmerame bei Hornburg. 3RünbIie$. Unweit Hornburg befxnbet fid) in ber 93roel eine Ärümmung mit einer fd)limmen Vertiefung. Söer niebt fefjr gut f$nrimmen fann, fommt barin um. SDiefe «Stelle Reifet §e£enfd)ioemme, weil bort bie §e£en früher babeten ober ftd) fd)roemmten. 9tadj anberen Überlieferungen mürben bie als $ejen in Hornburg angeflagten ^erfonen an biefer ©teile ber fogenannteu Sßafferprobe unterworfen. 10. a©emer wn Hornburg. 9Rontanu«, Sorjcit II, B. 216. 3m 13. 3af)rfmnbert bewohnte ber tapfere SBerner uon Hornburg baS gleichnamige Sdjlofc bei 9tümbred)t. 3n ber ©d)ladjt oou Soeft fyatte er feinem greunbe ©bertjarb oon ber 9)larf jum Siege über ben ftoljen ©rjbtfcbof oon flöln, Siegfrieb oon SBefter- bürg, t>erf)olfen. 2>afür fdjroor biefer bem £omburger SRad)e. @r beroog oerfdnebene dritter, naf)e Benoanbte be$ £>omburgerS, tym ben eblen fteefen au^utieferu. (Sr gelobte, benfelben nur furje 3eit gefangen §u galten jur ©ityne für bie ifjm oor Soeft «Überfallene ©drniad). ©r fd)mur, ben §omburger roeber am ©ute au fürjen, no<$ if)u am Seben ju ftrafen, ja nid)t einmal feine $aut gu rifjen. 3lad) folgen beeibigten $krfpred)ungen nahmen jene bitter feinen 2lnftanb, bem ^ßrätaten ju roiberfabren. Um fia; be3 Df>eim$ ju bemächtigen, bebienten fie fict) ber ßifk. 3>eben borgen pflegte ©eruer in einer duelle unroeit be£ ©djlotfeä 511 baben. 9htr mit bem ©ebroerte bewaffnet, ol)ne jebe Segleitung pflegte er attmorgentlid) bie Duelle aufoufudjen. 2Us er fiel) eine* borgen* roieber auf ben 2£eg machte, brachen mehrere oerfappte bitter au* bem 2öalbe fyeruor, nalnnen ben Slrglofcn gefangen unb fdjlcpptcn it)n fort. 3luf ba3 ©etöfe unb ^üben- gebeü eilten bie ©d>lofjberoof)ner fjerbei, mürben aber oon einem 2G Digitized by Google — 402 - ber Stüter, Äuno oon ©imborn, mit bcm £imoeiä, eä gelte eine SBette, bef<$ruidjtigt. $)amit matten jte jid) au$ überall bis $um 9if}ein $in bie S3a^n frei. 3Rit ,§of)tt empfing ber (Srjbifdjof feinen (befangenen in Sonn. Waty furjer ©efangenfd&aft toarf er if)n in eine meid) mit gebern, 3Jloo8 unb 9tofenblättern gepolfterte ©rube, liefe Um mit benfelben Stoffen bebedfen unb bann bie ©ruft ju= mauern. 211$ bie Reifer bem ©rjbifdjof feine £f)at al3 (Sibbrudj Dorfuelten, fpradj er: „3dj tjabe nur gefdjrooren, ben $oinburger toeber am ©ut $u t>erfür$en, noä) if)n am Seibe ju t»erlefcen. %xd& feinem ©ut gelüftet mi$ ntd&t unb in bem meinen glaum unb ben Stofenblättern, auä beneu bie dornen forgfältig fjerüorgefudjt finb, wirb er feine §aut nid&t rifcen. 2BoHt 3r)r, fo mögt 3(jr ifm naä) einigen £agen au« bem Werfer abholen. <5r Imt ben greoel, fidt) an einem ©efalbten be$ $errn feinbltd) oergriffen ju l)aben, gebü&t." ^oettfeb, bearbeitet öon 3ß. $bel, ©cfjlofe »omburg im Oberbfrgiföen. 11. $cr ©alßen von Hbenratf). (Hornburg.) 93ei 2lbenratf), untoeit Hornburg, foH fidj früher ber ©algeu erhoben fjaben. 3efe* ftcf>t bort ein einfameS §aud. (Siuft fottte ein 93erbreä)er gegangen roerben. 211$ er unter bem ©algen ftanb, rourbe er ermahnt, no$ in einem Stofefeufeer feine Seele ©ott ju empfehlen. $)a rief er auä: „©ott ber SSater, ©ott ber Sofm; ja, min Seel, ed bat et rool!" £>ann mattete ber 9toa)ria;ter feine« 2lmte$. 3n biefem 2lugenblicf fprengte ein S3ote mit meiner gafjne fjeran unb braute bie 93otf$aft von ber 33egnabigung für ben armen Sünber. er Xob mar bei biefem j$on eingetreten. 12. Xie 3»ev8cnWle bei flnmbredit. Unroeit 9tümbred)t befinbet jtd) cme Qütyte, roeldje etrtfi ben 3roergen als 2lufentf)alt3ort biente. $)er ©ingang gemattet nur ein 2)urd)friecben. SBeiterfun erweitert fidt) ber ©ang immer mef)r unb jieljt f\ä) eine Stunbe lang burdjä ©eftein Inn. 3n ber SWitte ber &ö\)U finb it>re SBänbe unb Xeden oon lauter foflbarem ®e* Digitized by Google - 403 — jtan überwogen, baS einen funfelnben ©Uberglanj auf ben er* ftaunten öinbringling jurült. 33on ben 3«>ergen, wetdje bort einft Rauften, wirb $fynl\ty% wie uon anbern Orten berietet. 13. ©eiflerfiijtia«« Wert. (9tfimbred&t.) 2luf bem #ofe 9ll$bad& bei 9lümbre4)t befafe ber Sauer einft ein $ferb, welche« $uweilen ein feltfame« (Sebalden jetgte. 2Bar badfelbe eingerannt unb fam über einen 2Beg, über ben am folgenben $age eine ßeidje gefahren werben foHte, fo war e* faum von ber ©teile su bringen. @3 würbe bann ungebärbig unb brängte hart an bie ©eite ber ©trafee. 14. $er ©locfengufj ju 9tümbred)r. 2Rünt>librungen mar, mit einer ©djürje üoII ©ilbergelb ^erbei unb fdjüttete e3 in bie SWoffe, bamit bie ©lode einen gellen, feinen Älang befäme. 9todj je$t rühmen bie 9tümbred)ter if)r prädjtigeä ©eläut. 15. Äinb Mlretbi ben Jeufei. (9iümbredf)t.) 9RünbIi$. $)er alte sJ)tann, weldjer baS golgenbe mitteilte, weilte als tfnabe einft in fienfdjeib bei 9tümbred)t, unb flwar im §aufe feines ©rofeoater*. 3m «Reben^aufe lag jemanb im ©terben. glüfternb fprad) man baoon, unb eine £ante be£ Änaben bemerfte: „$)anut mu& ber Xeufel gleid) fortfahren." $)a3 työttt ber ftnabe unb er eilte vov bie Xfjür, um ben Teufel fortzujagen. Sin bem Gebern baufe war nod) eine quergeteilte £>au3tf)üre. Sluf bie untere Wülfte biefer £l)ür fletterte nun ber Änabe unb blidte in ben offenen glur hinein. £)a t)örte er ein feltfameä 3if$*n unb faf) Seuer* funfen unterfahren, wiewohl fein geuer im £erbe brannte unb niemanb bort weilte. ®er ßnabe ging nun jurüd, ergriff einen Digitized by Google — 404 — ferneren ©tein unb fdjleuberte ifm in ben glur hinein, ©ogleidb t>erfd)roanben jene ©rfajeinungen. 35er Hnabe fe^rte aber ju feinen Angehörigen jurüd mit ben SÖorten: „3$ f)abe ben Teufel fort= gejagt/' 16. Sobantnnbigung. (tfümbredtf.) SRünblty. 3u eib bei ftümbredjt ftonb eine« Tage* ber 2ebrer in feiner 5tfaffe, al* e* einigemale an bie Tl)üre flopfte. $>er ßef>rer eilte f)inau*, traf aber niemanb an. S)odj ba* Klopfen wrieber&olte ft<$. übermal« fajritt ber Sebrer jur Tbur- Slber aua) jefot mar niemanb ju erbltcfeu. 3)a erfolgte jum brittenmat ba£ ßlopfen. 211« nun ber 2ef)rer nadjfab, ftanb jemanb brausen unb teilte mit, ein gerotffer 5lnabe fotte eilenb* Ijeimfommen, beim bie ^uloermüfyle in ber 9Mbe fei in bie Suft geflogen, unb ber $ater jene* Stnabtn babe babei feinen Tob gefunben. 17. (hrfajeinung eine* Oeere*. (ftümbredjt.) SRünbltdj mitgeteilt naa) einer alten ftamiUena)ronif. ©* mar im 3af>re 1801 ober 1802, am jroeiten SBeibnad&t*; tage, al« ein 11 jähriger Änabe bie ßird&e ju 9tümbred)t oerliefj unb ftü) rüftig auf ben ^eimroeg mattete. Gben trat er au* einem SBalbe berau* auf ein gelb, roo man einen freien Überblttf über bie ©egenb genofc, al* er ein ganje* §eer, 9*ofe unb Leiter, oon 9Warien-33ergbaufen ber bafitnjteben fab. Über biefen 2lnblia befanb ftd^ eine* Tage* jener tfnabe mit feinem Später auf bem £artoffel= ader, um bie Kartoffeln ju furzen. 9ßun roar einige Tage oort)er bie ftunbe in ben Ort gebrungen, bie granjofen feien von 9Ru4 ber im Slnjuge, um nad) Hornburg .51t marfa)iereu. ©ben flaute Digitized by Google - 405 — ber ätoter einmal von bcr Slrbeit auf, ala er fran&öfifdje Äaoatterie unb 3nfanterie in ber gerne f)eranrü(fen faf). 2lud& ber ©ofm faf) fcin unb erfanntc fofort, bafe er genau biefe Grfdjeinung am jroeiten 2Beif)nadjt3tage gehabt &abe. öeibe flirrten nun fcjleunigft bie Dä}fen ab unb eilten fjeimmärta. ©ie madjten i^ren 9tod)barn Mitteilung von bem Bnjuge ber granjofen, welche nichts Eiligere« &u tfmn rvu&ten, als ba$ SSief) in bie SBälber ju treiben unb fu$ felbft mit ber beften $abe in ©id&erljeit $u bringen. ' 18. 2)er gefeenftige »är $u Negotien. (2Balbbröl.) fieibing, 9lr. 67. 3u Siegarten bei 2Balbbröl lebte einft ein bitter, ber bie 93orübergef)enben balb auSplunberte, balb, wenn bei itynen nidjta 3u vermuten mar, aud) blofe erfdt)recfte. (SineS XageS tyatte er einen Sären erlegt, bie gu jener 3cit nod) in ben Sergen lebten. (5r jog tfun baä gell ab unb vermummte ftdj barin, um einen sJ)tönd) in gurdjt gu fefeen, ber beä 3öege$ fommen mujjte, unb roeldjer alä fer)r ängftlid^ befannt mar. 35er furd&tfame Sttönct) aber t)atte aus $or|i$t, ba er bürde) ben SBalb ging, ein SNeffer au ftdr) geftetft. 2118 nun ber SRitter in ber Sarenfjaut f)ervorfprang unb feine Xafcen nad& bem 9Hönd)lem auäftredte, ftiefe ilmt biefer in feiner £obe3angft ba3 9Rejfer in ben Seib. $a er aber ben ftürjenben 33ären wie einen «Wenföen fd&reien Ijörte, lief er ent* fefct bavon. $er sJfttter ftarb an ber SBunbe unb mujj jur ©träfe für fein frevelhafte« ©piel an jener ©teile aUnä vor vielen 3a3 gef$ief)t beä 9tocf>t3 um 12 U(>r. 20. mann geftt um ttegen 331urf*anbe. (SBalbbröL) 3n SBilberattj bei Söalbbröl ftarb einft ein SRann, von bem allgemein behauptet tourbe, baf$ er in vertrautem Umgange mit feiner leiblichen £o<$ter geftanben habe. Digitized by Google — 406 - 5Dic fpäteren öewotjner beS $aufeS waren gezwungen, betreibe §u räumen, ba aHnäd)tli<$ ein ftarfeS Äettengeraffel ju vernehmen war, weldjeS auf beut ©pei$er begann, fiäj bur$ ba& ganje §au8 rjtnjog unb juleftt im Äeffer enbete. 21a. $er 6 Cronenberg bei 9iuppia)terotf). «ei&ing, 9tr. 20. 93on bem ©d>lojfe £errenbrof)l ober föxtyl unb ber narje babei liegenben 9Jlagbatenartrtt)e auf bem ©d&önenberg er$är)lt baS SSolf im Dberbergifdjen folgenbe Sage: 3u ber als bie (Sänften ba* t)eilige ©rab ben §änben ber dürfen ju entreißen ftrebten, mar audf) ber SRitter SKetridj oon örtttjl borttjin gebogen, ©r fiel in bie ©efangenfäjaft ber geinbe unb trug fieben 3at)re (ang Letten. 35a tarn e$ ifmt in einer 9todjt oor, als fielen bie Äetten von feinen £änben unb bie ßcrfertljüren fprängen auf. 21(8 er morgen* ermatte, waren Äerfer unb Äetten oerfd^munben; er lag auf weichem Sttoofe unter freiem Gimmel -unb fat) um fid) biefelben Säume, bie er oor langen 3at)ren in feiner §etmat geflaut chatte. $>a macfite er ftcr) auf unb fanb enblid) einen ©a)äfer, ber neben feiner $erbe an einer Quelle lagerte. $er ©d)äfer erfdfjraf anfangs oor bem bitter, beffen Äleibung jerriffen unb beffen §aar unb 23art ganj oerwilbert waren. 2)a er aber freunbUd) mit ifnn fprad&, fo erjagte ber ©dfjäfer tt)m enblid), bafj er bie ©ct)afe ber eblen grau oon 93rüt)l weibe. 3f)r ©ematjt $)tetriclj fei oor langen 3at>ren in« fettige Sanb gebogen unb bort im Kampfe gegen bie Ungläubigen gefallen. foeute t)abe fte um itjn geweint unb getrauert; boct) an biefem Xage wollte fte bitter £)ietri(r) oon 2luen it)rc £anb reiben, ber bem SBerflorbenen ein treuer greunb gewefen. „©et)' tjinauf, grembling," fd&lofj ber ©djäfer, „bie eble grau wirb $)ir tjeute an ifjrem greubem tage gemife eine reidje ©abe überweifen." ©roben im ©Stoffe fctjicfte fidj eben alle« an, ben örautjug in bie Äapette ju geleiten. 2luf bem Sdjloferjof lief oiel $olf bura) einanber, unb ber bitter mifdjte fid) barunter. ftiemanb rannte it)n mefjr, blo& $mei alte ftüben ftürjten ifjm entgegen, leeften if)m bie §änbe unb matten oor greube fo tolle Sprünge, bafe aller Sttugen ben wilben grembltng beobachteten. 9Ran fragte ifjn, wer er wäre, ©r erwiberte, baä fönne er nur ber .fterrin felber fagen Digitized by Google - 407 - imb 30g einen 9ting t>on feinem ginger, ben er tfjr bringen tyiefc. Raum fjatte bie ©belfrau ben 9ting erblidt, fo lie§ fic bic $odt)jeU8s gtoden f Zweigen unb fpradj: „2Jton füfjre ben grembltng ju mir; er bringt mir bie erjte ftunbe t>on meinem @emaf)l." ©ie fdfjloj} jtdj mit bem grembling in einem ©emadje ein unb niemanb ^örte, roaS bie beiben miteinanber fpraä^en. hierauf rief Tie ben SRitter £>ietrid& oon Stuen, mit bem fic eben oor ben 2lltar tjatte treten wollen, unb alle gelabenen ©dfte jufammen unb fpracfi §u tfmen: „®ty ba3 geft beginnen fann, müfjt tyr mir eine grage löfen. Senn jemanb einen guten $ietrid>, mit bem er lange 3 einen neuen madjen lafet, unb et)c er biefen nodt) gebraust f)at, ben alten, lange gefugten unb oertmfeten roieberfinbet, ~ roeldt)er oon beiben ©ietridjen wirb tym lieber fein unb melden wirb er fernerhin braudjen?" 35a rief ber oon 3luen unb alle ©äfte mit ifmr. „$)a$ mu& ber alte ©ietridj fein/' SMe Herrin lächelte fo fröfjlid), roie jie feit 3at)ren nid&t getfjan, als fte biefe SBorte vernahm. $)ann rief fte laut ben ©äjten ju: „9tun montan, fo gefd&efye benn, roie it)r alle gejagt t)abt! $ier ftnb bie beiben ©ietridie, ber oon 3tuen unb ber oon 8rüf)l." Sin it)rer §anb führte fic nun ben alten @emaf)l oor, ber iefct, nadjbem er ben S3art gefdjnttten unb ritterliche* ©eroanb angelegt tjatte, oon allen erfannt rourbe. ©tetrid) oon Sluen jürnte nid&t, fonbem umarmte in j)erjlid)er greube ben roiebergefunbeneu greunb. $a f)ubeu bie Raufen unb ©eigen roieber an §u fpielen, unb alle* roar Suft unb grofjftnn. ®ietrid) oon $rüt)l ftiftete jum Slnbenfen an bie rounberbare SBieberoeretnigung bie Äirdje auf bem ©d&önenberg, unb ba3 $o(f erjäljlt bis auf ben heutigen Xag oon ber Xreue ber beiben ©atten oon ©rtifyl. 21b. Xtt „S^öneuberg" bei Wuwidjterptlj. 3lu$ beut SoltSmunb föriftlicb, mitgeteilt oon Sebrer 3tofenü)al in übln. SBanbert man baS X^al aufwärts, burd) roeld&eS bie 93röt gefd)ioäfeig murmelnb jur Sieg t)inabcilt, 1*0 fommt man p einer ©teile, roo bie umfäumenben ^ö^enjüge, näl)er an ben S3adj fjer- antreteub, ba3 Xfjal einengen, ©ort jiefjt $ur SRed&ten be$ SBanbererS ein Sergrücfen bie 3lufmerffamfeit auf fu$. 2öeit fpringt er in« £l>al oor, als motte er ben ©ingang &u bemfelben oerfperren; unb fättt bann fletl ab 511 bem raufdjenben SBalbbadj. Digitized by Google — 408 6« ift bcr Dannenberg. Sanbeinioärt« oerliert er fidj in eine au«gebel>nte Hodjfläd&e. Oben auf bem gel«oorfprunge be« 9lennen= berg« fle^t toof)l ber einfaine Sßanberer unb lägt fein Sluge tfcalauf, tf>alab fd&toeifen, läfct e« träumenb ru^n auf bem toogenben Slätter* meere be« SSalbe«, ber meilenweit bie £öfjen$üge bebedt. $>ann lagert er ftd) in« toetd^e Sfloo«, unb feilte ©ebanfen oerlieren fid) in ferne, ©ergangene 3evten Über ^m ra"nt unD raufdjf« in ben SBipfeln ber öäume, unb bie 2öalbglocfenblumen neigen fid) $u ibm unb lifpelu unb fluftern; oon eifenberoäfjrten Gittern erjäfylt ber 2Palb, üon fanften (Sbelfrauen, bie oormal« Iner gelebt unb geliebt, gefämpft unb geträumt. 3af)rf)unberte jinb oorfiber geraufdjt, ©efdjledjter entftanben unb roieber in« ©rab gefunfen. 3lud) bie 9tttterf)errlidjfeit ift oerfunfen unb oergeffen. 33on ber mäßigen 33urg, bie efjebem ben Steunenberg gefrönt, giebt nur nod) ein toüfte« Steingeröll 3cngni«, ba« un« bie 2lu«bef)nung berfelben oerrät. siÖälIe unb ©räben, toeld&e ben öergrüden quer bura)$ief)en unb bie 93urg oor einem feinblid&en Einfalle oon ber £odtfläa)e ^er faxten, ftnb über unb über mit ©eftrüpp bebecfl. Sergtootjloerleil) unb Mabonna blühen inmitten be« ©emäuer« frieblid) nebeneinanber, ba« ioof)ltt)ättge unb oerberbenbringenbe Äraut, £ob unb fieben auf engem Ütoume oereinenb. Sinb jte ein 23ilb ber ©efd&ledjter, bie oor $t\ttn luer lebten? — 9hir ber SBalb f)at bie ftunbe ber Vergangenheit, beren 3cu9e er ÖCs roefen, treu benmfjrt, unb bem finnigen SBanberer, ber „jur redeten ©tunbe" bei iljm eingeteert, oertraut er feine ©efyeimniffe. 6« ift im 3eitalter ber Äreujjüge. 2lu$ in ben beutfd&en ©auen ift ber 9hif erfdjoDen: 2luf, $um fernen Sttorgenlanbe ! 3u jenen 1)1. ©tätten, 100 ber ©ottmenfd), ba er nod) auf (Srben roanbelte, gelebt unb gelitten, bie jefct ber 3ufc be« ©arajenen entweiht! ©ine ftattliaje Surg flaute oom 9tennenberge herab unb befjerrfdjte ba« ju if>ren pfeen gelegene Xtytl. $er un; oerheiratete Dritter oon ber föennenburg, ber lefete feine« ®efd)led)te«, war ein ^ugenbfreunb be« Stüter« oon s3Kar&tgatt, ber einige SBegftunben thalaufioärt« in ber öurg Herrenbröl wohnte, ©päter machte fie bie Siebe ju Nebenbuhlern. SBeibe bewarben fieram gewaäjfen; er mar ber einzige troft, bie einjige greube ber trauernben. @ine3 tage* aber mar ber Änabe oerf^wunben; feinen §ut fanb man am SRanbe beä 33adje3, roo ber &nabe gar oft weilte, ©turnen ju pflücfen. ®ie Burgfrau war untröftlicl). 3flit groger 2lnteilnal)me unb jarter ©dwnung ftonb il)r in biefen ferneren tagen ber befreunbete 9htter oon ber Sftennenburg $ur ©eite. 9ftd)t3 liefe er unoerfudjt, ben Verbleib beS flnaben ju Digitized by Google — 410 - erforfdjen: alle« oergebltd)! Sein (Sntfommen roar in Dunfel gefüllt. So tief ber ftummer bie öurgfrau meberbeugte, fo fefjr ber Sdjmerj if)r £erj erfüllte, fie fonnte bod^ nidjt umfnn, ber melen SDicnftc, bie ber dritter oon ber 9tennenburg U)r feit bem Slbfcfn'ebe ibre« 9Ranne« geleiftet, feiner tyrilityn Xei(naf>me an i&rem fjerben ©efd&icf mit innigem Danfe §u gebenfen. Der bitter erfannte bie« rootyl. 2Ref)r unb mefcr nährte er in iljr ben ©e- banfen, ifjr 9ttann fei im fernen Sanbe gefallen, o$ne ©or feinem Xobe Seit ju ftnben, fein SBerfpredjen $u erfüllen. Dabei roufjte er mit fluger 3urücff)altung unb Sdjonung al« befte ßöfung an- jubeuten, wenn fte ifjm, bem bewährten greunbe, if)re $anb al« wäfjrenb ber $agb jerftreut. Da 30g ber <£f)riftenfflat>e ba« Schwert unb jiürjte ftd>, ben Sultan fajü&enb, auf ba« 5lnie nieber. geften ©liefe« erwartete er ben Söroen, ber nieberfauerte unb bann ben legten Sprung ausführte ju feinem $erberben. Denn bi« sum £efte botjrte ftdj be« bitter« Sdjroert in ben Söroen. 33on jefct ab ^ielt ber Sultan feinen Diener roie • einen greunb. Dodf) biefer blieb ftiH unb traurig roie ^uoor. Die fdjöne Sd&roefter be« Sultan«, eine eble Jungfrau, war bem abenb= länbifdjen bitter uon §erjen jugetfyan unb trug ibm felbft ir)re §anb an. Da offenbarte er ifyr feine $ergangenf)eit, geftanb if>r fein Seinen nati) bem fernen flßeibe, bem 5linbe, ba« noa) nie fein Sluge gefdjaut. ©erüljrt erroirfte itjm bie Jungfrau beim 33ruber bie ©rlaubni« ber $eimfebr. 9ieid) befdfoenft 30g er uon bannen. ,,©ott, lenfe bu meine ^eimfafjrt! tfomme icb glüeflid) roieber in mein §eimattf)al, fo will i<$ bort, roo id) mid) $uerft auf Ijeimifdjer Jlur jum Schlafe nieberlege, bir 311 (Sr)ren ein ftirdjleüt erbauen !" Digitized by Google — 411 — So gelobte ber SRttter. 2lber gefahrvoll unb reich an roibrigem ©efchicf mar bie Heimreife. SBom ©türm mürbe ba3 Sdnffletn, ba3 i^n überS SDHttelmeer braute, oerfchlagen. 3rrenb burchjog er frembe ßanber; feine Habe mu&te er in ber §anb freier SRauber §urücllaffen. 2Iber er oerjagte nicht, fochten SHonbe, motten 3afn*e vergehen: fein %itl mu&te er bod) enblich erreichen. Unb immer näher fam er bemfelben. @ine3 2lbenb8 langte er in einem $hale an, ba& erfaßten ihm fo traut, fo befannt; aber mübe oon ber weiten äöanberung legte er ftd> unter einen 93aum jur SRube nieber. 31(3 er am borgen erwachte unb erfmunt um ftch blicfte: ja, ba mar e& fein liebes £>eimattl)al; oor ihm lag, vom Morgenrot umfloffen, ber 33erg, oon bem er oft bie r)eimtfd^e $lur überfchaut. „Set mir gegrüßt, fchöner 93erg," rief er aus, „bu freunblicher S3ote ber §eimat!" Unoenoeitt machte er ftch auf, um nach langer, langer Söanberung, enblich fein $eim gu erreichen. 2luf ber Strafte, bie er &og, gefeilten itdj balb rechts unb linf$ feftlich gefletbete ßanb* leute ju ihm. ©r fragte fie, ju welch fä)önem gefte fte benn fo fröhlich eilten. „Stach Herrenbröl," mar bie Antwort; „bort feiert heute bie Surgfrau, nachbem fic 3<*h*e lang t>ergeblit: „9Mnem §erm ift §el)be angefügt, £ob unb SBerberben gebro^t roorben. $>arum läßt $)idj ber bitter von ber 9Rennenburg mahnen. ©ebenfe nun= mef>r ber greunbfd&aft, bie un« ottjeit oerbunben unb jiefje mir unoerroetlt jur §ülfe!" n oor ber SRennenburg angelangt unb rüftete jum Sturme. SBor bem Kampfe erbat ber feinblidje 2Infüln*er eine Unterrebung mit ©ietria) von 3Rar{jigafl. ©iefe mürbe i^m geroäfirt. $)a enthüllte Ujm ber feinblidje bitter: „3$ bin $)ein Sof)n. ®er falfdje bitter oon ber 9lennenburg liefe midj ber SRutter entführen, um fie jur Beirat geneigt 51t machen. £)er Liener, ber ben $efef)l feinet £errn au«füf)rte, tötete mtd) nid&t, fonbern braute rnia) ju einem fern roofjnenben finberlofen bitter. £ier, too man midj für eine SBaife l)telt, fanb id) freunblidje 2luf* natjmc unb id) roudf)« f)eran, toie ein Äinb be« £aufe«. 2luf bem Xobbette aber entbeefte mir jener Liener fein ©efjetmni«, gab mir audf) unumftöfelid&e »eroeife für bie sBaf)rf)eit feiner ©rjä^lung. 211« id) bann nod) au« bem Sttunbe be« Liener« oerna^m, bafe ber SBebränger unfere« ©efd&led&t« neue 2üe ber bitter oon Herrenbröl bie erfte 9iuf)e fanb im $eimattf)al, tont f eitler allabenblicf) $ur Stunbe ber §eimfeljr ba« ©löcflein einer &ird)e (jermeber in« ftiüe 2tyal. fttrdfje unb Ort am gufce be« Serge« aber führen na$ bem 2tu«rufe be« bitter« nod> l)eute ben tarnen: „Sd&önenberg". ^oettfä bearbeitet öon SRontanuS, Sßorjeit I, o. 331. Digitized by Google — 413 — 22. ftafce aertoanbelt jtäj in einen Wenfchen. (SRafehooen.) 9RünbIi$. 3n 3^afef)0t>cn bei 9htppid^terot^ lebte einft ein guhrmann, ein braoer, beherzter 9)tonn. SDicfer gufjrmann tarn eines «KbenbS burä) einen bunfeten gitfjtenmalb unb erblidfte not itü) int 2Bege eine flatje. 35a ihm baS «£ier unheimlich erfaßten, warf er nach ihm. 3n bemfelben 2lugenblia8 8od> in ber SeufelSbrittfe. ($errnftetn.) 9Nünblic$. Unroeit beS alten £errenft|$eS $errnftein im roalbigen 23röl= tt)al fpannt fich eine altersgraue SBrücfe über bie flaren fluten beS Caches. «Die ©rbauer berfelbeu waren jroei trüber, roetdjje einen Shtnb mit bem «£eufel gefd)ldffen hatten, ba bie ©eroölbe burehauS nicht galten rooQten. «Der Teufel t>erfprach, ben 93au auszuführen; bafür foUe ihm bie ©eele beS erften gehören, ber bie Srücfe überf freiten mürbe. 3" furjer Seit mar nun ber 93au uollenbet. «Da fcfn'cften bie Sauherrn juerft einen §unb herüber. «Darob ergrimmte ber Teufel fefjr, erfaßte mit voller 2But ben §unb unb roarf itjn burd) bie Srücfe. «Das £och, welches baburd) entftanb, fann niemals auSgebeffert werben. 24. $on ben Sauern, toelaje nod) bem %oht ftn) im ©rabe frritten. (9leunfirchen.) (SaefartuS ton §eifterbacb, Dial. 3n ber Äolnifdjen «Diöjefe lebten $wei S3auemgefd)led)ter in tötlia)er ^einbfdjaft. 93eibe hatten ihre Anführer, $wei hochmütige unb ftol^e Sauern, welche immer neue (Streitigfeiten entfalten unb fdfjürten unb feinen ^rieben auffommen liefen. Digitized by Google - 414 — 9tacb bem SfiMnfe ©otte« gefd^a^ e«, ba& beibe an ein unb bemfelben £age ftarben. Unb weil ftc aud) beibe jur nämlichen Pfarre, naä) 9leunfirdf}en, gehörten unb ©ott an ü)nen jeigen roottte, meines Übel bie 3roietracljt ift, fo würben bie Seid&en beiber in ein ©rab gelegt. ®a gefdjal) etroa« Sßunberoolle«, Um erfjörte«. Sitte, bie jugegen waren, faf)en, roie if)re Setd(mame ftdfc gegenfettig ben 9twfen roanbten unb mit ben Äöpfen unb Herfen, ja, fogar mit ben 9tun ©unfel ben 2öalb $u burdrftreifen. 26. Sie bezauberte Jungfrau. (2Btnterfd)eib.) 2lu3 bem SBottSmunb f$riftli($ mitgeteilt öon £e$rer ttofentyal in Äöln. (gin fdjmucfer 93auernburfa> au« ber 2Binterfa>iber öröl, einem «einen $)örfc(>en $u güfeen be« SRennenberge«, pflügte ein Slcferfelb, ba« ftd^ bem SBalbfaume entlang jog. 2luf einmal t)5rte er einen nmnberlieblidjen ©efang au« bem ©atbe f>erüberfltngen. (5r liefe bie fernere 2lrbeit rut>en unb l)ora)te ber unbefannten 2Beife. ©dfjroermüttg unb flagenb brang fie ju ifmt herüber. S)en Jüngling ergriff ber ©efang mit unroiberjte^lidjer ©eroalt. s#ferb unb ^ßflug uergeffenb, eilte er in ben 2Balb. 211« er ein bid^ted ©ebüfdj burd)brungen fjatte, blieb er nrie gebannt fielen, inmitten einer fleinen SBatbliajtung fafe auf einem moojtgen (Steine eine Ijolbe Jungfrau, beren 3Runbe bie tiebliajen £öne entqotten. ©a)üa)tern rooßte ber 93urfa)e ftcr) roieber entfernen. 2lber ba bie Jungfrau tym freunblidj nrinfte, nätyer ju fommen, liefe ber Jüngling ftd) $u iljren güfeen in« @ra« nieber. darauf erjagte bie Jung- frau, fie fei oor oielen, Dielen Jahren oerjaubert roorben; morgen aber fomme bie ©tunbe, roo fie erlöft werben fönne. „2Bürbeft $u mia) roo^l befreien?" fragte bie liebreijenbe Jungfrau ben Surfajen. 3um $anfe wollte ia) für immer ®ein eigen fein, ®icf> reia) unb glüdlia) maa>n." Mer greube roittigte ber Jüngling ein. „Eber," fagte bie Jungfrau unb flaute ifm bangenb an, „t>aft S)u audj 9Rut ju bem ferneren SBerfe?" „Unb müfet idf) mit bem Xeufel felber fämpfeu," meinte ber Jüngling, ,,ia) würbe e« roagen, um S5idj ju erringen." ,,©o fdfjtimm ift'« nidjjt," erroiberte bie Jung= frau leife lädjelnb. ,,©o fei benn morgen um biefelbe ©tunbe an biefem Drte! $ann roerbe id) $)tr roieber erfajeinen, aber ntdjt in meiner jefcigen ©eftatt, fonbern al« tyäfeudfje ©anlange. $)ie ©anlange wirb ftdfj an SMr emporringeln; fo broljenb fie aber audjj au«fd>auen mag, fei ofjne Sura^t, fdjaben !anu ia) $ir nidbt, wenn ia) e« felbft wollte. $)u mufet bann ben SDhit beftfcen, bie jüngelnbe ©anlange ju füffen. $lmft $u bie«, fo bin ia) oom Digitized by Google — 416 — glucfte erlöft." Dbfcfton ben Jüngling beim ©ebanfen an bie ©cftlange ein ängftlicfte* ©efüftl befcftlieft, oerfpracft er ber Jungfrau bocft, iftr ju SBiHen 31t fein, ftaum ftatte er jicft be* anbern £ag* jur feftgefefcten ©tunbe eingefunben, ba raffelte e* hinter tftm im bürren Saube. ©cftnell roanbte er ftd^ um unb faft eine furchtbare ©cftlange au* bem ©ebüfcft fteroorgleiten. ©ntfefcen überfiel ben Jüngling bei bem 2lnblia8 ©icgtyal, ©. 143; Stfegbon, S)a8 Siegtyat, 8. 292. 3n bcn Äcttern unb untertrbifd&en ©ängen, lüetd&e ftd) unter ©djjlofe greuäburg ^injie^en, ruljen ungeheure ©dfjäfee, meiere burdj) blaue $lämmcf)en sugleid) beroacf)t unb oerraten roerben. 3n bem 5teHer unter ber ©d&lofcfapelle fott einft $ater SBiHibalb gekauft l)aben, ber 5J?eifter oieler geheimen ßünfte. (£r f)at manchen ©eift gebannt, ber in bcn fcfyauerlidfyen ©eroölben ber tief unten liegenben ©d)lof3fapefle fein 3Befen trieb, aber audj burdj feine 23efd^raörungen ben Önomen unb ftobolben, ben Gütern ber Sdfjä&e, mannen ber (enteren abgetrofct. 2. eine böfc Söaljl. (©rottorp.) 5?reuter, Äöln8 Sagen IV, 55. 3lm SluSgang beS 14. 3at)rf)unbert3 lebte} auf feinen feftcit Surgen ©d&önftein, ©ilbenburg unb ©rottorp an ber Sieg ber oerrufene Raubritter öaftian oon $a|felb. Ramentlidf) tjatte baä mäßige Äöln mit feinem regen §anbel burdf) biefen Raubritter oiel ju leiben. 25er Sitte ber ßeit gemäfe braute aud) ber ©raf oon £>afcfelb einft bae 5EBeit)nac^töfcft in Äöln ju, nid)t nur ber Äird)enfeier, fonbem aud) be£ Vergnügend roegen. 2)amaI3 ftanb (Soert oom ^ßfau als SBürgermeifter an ber ©ptfce ber mächtigen Rfjeinftabt, ein ftrenger, gerechter Sttann. ©ineS Xageä traf er ben ftafefelber bei einem ^cftmatjl. tiefer brofjte bem griebenäbredfjer mit £aft unb 33lutgericf)t, mag biefen Digitized by Google — 420 beroog, fchleunigjt bcm heiligen fföln ben föücfen ju roenben. 2Iber er fdmmr bem Vürgermeifter 9toche. 2ttö bicfcr einjt gezwungen roar, eine Steife §u unternehmen, überfiel er ihn unb fefcte lfm auf ©rottorp gefangen. ®odj ^atte ber 9ta §u SWofe begegnete. Unfer nächtlicher SBanberer merfte fofort, bafe er es mit einer geifterr)aften (Srfdheinung $u tfmn ^abe. £)a er aber nicht nur in ber fidlem Sdf)enfe, fonbern aud) jur Seit ber ©efat)r feinen 3flut bewahrte, fo brohte er bem Leiter mit feinem .berben Stocf. £)o<$ faum mar bieS gefd^et)«^ als ftdj 9tofe unb Leiter auf ihn Engten, fo bafe er beibe tragen mufete. fteuchenb unter ber entfe|lidjen Saft mufete er ftdb bem geheimnis^ ootten Leiter fügen , unb fo famen fte balb nach einem ©efjöft, baS //^fdbdt)en" genannt. Unweit beSfelben oerliefe ir)n bie 93ürbe, unb unfer 9Hann flürjte auf baS £auS eine« alten, ihm befannten Cannes ju. (5r podrjte an unb ber Sitte erhob ftd) fofort, um ihm $u öffnen. SBerrounbert über bie fpäte Srfd^einung beS SRanneS fragte er nach feinem SBegehr. $)er Slnfömmling bat um (§nt= fchulbtgung unb gab oor, feine pfeife anjünben ju motten. s#on feinem Abenteuer aber liefe er nict)ts oerlauten. 211« er feine pfeife in 33ranb gefegt fyattt, machte er ftd) roieber auf ben £eimroeg, trofobem ihm ber (Sdjroeife oon ber übermenf deichen 2lnftrengung noch oon ber or feinem §aufe liegenben Birnbaum nieberroarf unb ba3 §aupt weit nad) binten bangen liefe. 3Jtan trug ben Unglütfc Hajen binein. Gr fränfelte t>on biefer Stunbe an; feäjS ©odjen fpäter mar er tot. 5. $'r »effelSberg bei £>amm. fcont, 25a* ©iegt&al, S. 60. 3n bortiaer »unbart. Wann mer de Ahlen vaium Äesselsberg hührt verzäallen. dann steht eenem d'r Verstand stell. Gott weess nu, wi lang et herr ess, dat hä ess bedriwwen wohren, awwer dat ess emohl wohr, et sang üwwer 200 Johr. Et säng och niehren Bobeiren mia dervann zo fengen. Millejuanen niahehen et net uss, wat do ess gewönne wohren. Wann de Berg- leud Luandag ha gehatt, dann hätt d'r Wäng geschwommen en d'r Stuwwen herömm. Uss lutter selwernem Geschörr hann se gähssen on gedronken, on ongen en d'r Grohf hann se en selwernen Desch gehatt on se hann Äasselsdahler ge- schlohn. der sollen noch exesdieren, do wohr ob eener Sitte en Äassel drob. - Su e Läawwen konn ausser Herr Gott net mia ahsehn. on wi de Bergleud ess en d'r Grohf binenanner wohren, du kohm e Vügelchen, datt peff : „Äassels- berg doli dech zoh. et bleift keen Hiert bi senger Koh!" Du ess he du zogef allen, on de Bergleud seng all drenn bliwwen. Et Blod sali duhr de Reuschc heruss sä kummen geflohssen. Vann der Zitt an können seh'n net wid'r obbrengen. Auss Fuhrfahren, d'r ahl Scholdess seileger, on noch Etleche hedannen, on de Herren van Hacheborg, die hann sech emohl an en obbauen an dem ahlen Stollen gege wwen, se hann ganze Echen drenn verbaut, awwer wat se am Dag gebaut hann, dat ess Nachts wid'r zesahmen geschmessen. 6. £a& «efidjt ber fterftorbeiten SWurtet. (£>ünenbufd& bei §amm.) 2Rünblt$. $ie Jrau eineä Sanbmanneä bei $)ünenbufd&, SRutter uon sroei Äinbern, einem Änaben unb einem 3ttäbä)en, mar lange 3«t fränflia;. <5ie raupte, bafe ifjr 2)tonn bem 3Jtäba)en niä)t befonberd Digitized by Google — 423 — gewogen unb oft hart unb ungerecht gegen ba«felbe war. $0$ hatte fte bi« balnn immer oermocht, ben Vater oon 3tti&hanblungen be« flinbe« jurücfju&alten. Slbcr ba« fernere ©djictfal ihrer £od)ter tiefe if>r feine 9tof)e. ©a rief fic eine« Sage« u)re ©chmefter and Äranfenbett unb fpradj §u ihr: „(ShrtfHne, ich bin immer fränfltch unb werbe balb fterben. 3u ba«?" 2He ©chmejta mar gern bereit unb leiftete ba« geforberte Verfpreä)en. Äurj barauf ftarb bie Väuerin mit 9tut>e unb (Ergebenheit. «Seit bem £obe ber grau mar einige 3*it oerftrichen. £>a war eine« £age« im listen, h*Ken 6onnenfchetn ein 3Rann oor ber ©tallthür jene« »auernhaufe« mit fcol&fpalten befajäfttgt, unb bie ©chroefter ber Verdorbenen ftanb unweit baoon unb fdjaute &u. 5Die tyüT jum Äuhjtott mar halb geöffnet, ^lofrlia) rietet ba« junge 9Räbchen feinen Vlid jtorr nach ber %f)üx unb ruft bem Arbeiter §u, bodj auch hingufehen. ®er SRann fonnte nicht« bemerfen. $>a« Räbchen aber behauptete, ein ©ejicht in ber Xhftre gefehen ju haben, unb jmar ba« Wntlifc ber Verdorbenen, ruhigen Ölicfe« auf fic gerichtet; aber nur ber &opf mar ftchtbar, nichts oon ber übrigen ©eftalt. 2tbcr in furjem mar bie (Srfdjeinung oerfchmunben. 35a« 9Jtäbd)en erinnerte ftcb aber feine« Verfprechen«. •Jtoch am felbigen Xage fteQte e« ben ©djmager, ber mirflich feinem ©roll gegen fein Södjterchen oft 8fa«brud gegeben hatte, $ur 9tebe unb teilte ihm mit, ma« bie Verstorbene oon ihr oerlangt unb mie fte am hellen Sage beren ©efier ©ruber bejahte bie Jrage unb gab ben Ort an, roo man einen Äettereingang ftnbc, ber in brei Äeller führe. 9ttit $itfe beä ßhriftophs33üä)lein$ gaben bie ©cfjatägräfter ft<$ and SBerf, entbeden am bezeichneten Orte ben Heller, finben ertoeldje ^ünjen unb eine filbeme SRaultrommel — aber ba überfahrt fie plöfcltch ein folä)e$ ©raufen, eine foldje gurd)t, bafj fte oon ihrem SBerfe abfielen unb in flüchtiger @ile ben Ort be$ ©abreden« oer= laffen. ^eimlidj bei näd&tlidjer Söeile mag feitbem nodj oft in ben Stuinen naä) ©Säften gefud&t toorben fein. 8. »urg $off an ber Steg. (Doäftad).) 2)ie le|ten S3e|tfoer oon 33urg $off follen ©efchtoifter getoefen fein. 3« ü)«n fieftjeiten liefe fid& jeben Slbenb eine unheimliche ©timme oernehmen, welche allen Seroohnern ber 93urg jurief: z/3" ö«tt/ i« Seit!" Äeiner toagte, biefer Slufforberung §u toiber= fielen. SBenn alle jur Duhe gegangen toaren, erhob ftd) im Äeller ein grofeeS ©etöfe, bajj mancher erfdjroden tief unter bie $ede frort). 9. äöie bic (Scmeinbe 31t Doöbad) ebongelijch murbc. SJiünblic$. 3ur 3«i* oer Deformation 50g einft bie gronleiclmamS* ^rojeffion oon Dosbach nad) bem alten SBallfahrtSort §urft. $>a fprengte ein Leiter auf feurigem ©Gimmel fjeran, ein lichter 33ote be3 Rimmels, ©r roanbte fid^ 311 bem ©eiftlichen, mit bem er fid) turje 3«it unterhielt. Sann oerfdjroanb er. 2lfter feine (Srfcheinung hatte auf bie 2lmoefenben einen folgen ©inbruef gemalt, bafj fte famt i^rem ©eifUidjen ber neuen £ef)re beitraten. Dur 3öenige blieben bem alten ©lauften treu. Digitized by Google - 425 - 10. JHrdjenbnuraatcrial toanbert. (ftoSbadj.) ©er Sauplafe für bic eoangelifdfje Äird&e ju 9to3badj war urfprünglidf) auf einem Serge, bem fogenannteu Sangenberge, auS-- gemäblt. ©aS Saumaterial aber, maS mem tagsüber bortbin fdjaffte, mürbe nacbtS regelmäßig auf unftebtbare 2Beife nadj dto& bad) beförbert. Sil* ft. (§off a. ©ieg.) 2Rttnbli($. @inft ftorb in £off eine alte grau, melcbe bei i^rer Socbter lebte, ©er ©obn mobnte bagegen &u SBiffen. ber näd>tliif}en ©terbeftunbe ber Butter erbob eine Heine Äafce beS ©obneS ein erbärmlicbeS Öebeul unb oerriet große Unrube. ©er ©obn erljob ftcb, um nacb ber Urfadfje ju f orfeben. Stber er tonnte ntcbtS bemerfen. 2lm näd)ften Sage löfte jtdfj ibm baS 9tätfel, als er erfubr, baß jur felben ©tunbe feine Butter in mit Gaffern ; unb ba if>m von bem roilben kennen fjeifj geworben fein mod)te, fdjlürfte er in langen 3ügen ben füllen SBein. 2lber balb äußerte biefer bei unferm (Stier feine 2Birfung. <£r rourbe roilb unb aufgeregt unb rannte in blinber 2öut untrer. $ie ©djroeben, roeldje mittlerweile ifyren Stoufd) oerfdjlafen Ratten, flogen oor bem roie rafenb einher- ftürmenben Xiere, unb balb roar ©cfclofj SHauel jur größten greube feiner redjtmäfjigen Eigentümer oon ben t>erfjafeten ©d&roeben befreit. 14. $er totlbe 3aa.er bei Sdjlabern. 5TOünbli$. @ine alte grau ging einft mit tf)rer 9ßaa)bariu am 2lbenb uon §interf)of, um fid) nad) §aufe ju begeben. $)a ging e« tyodj in ber £uft, al« roenn eine 3a9^ *m Anfluge fei; ^agbrjunbc bellten, ©duiffe fnaüteu; 3ä9er a^r riefen laut unb oernef)mltdj : „Sudj — budj; je — je — je/' 2lber ba« alle« roar nid)t rof) unb roilb, fonbern leife unb fein. (Sin £unb, roeldjer bie grauen begleitete, tierfrod) fict) in feiner 2Ingft jroifdjen ifjnen unb beruhigte fid) erft nadj längerer 3eit. 15. Säjroarjer unb weifjer Wabe ftretten fitf) um bie Seele eine! 3OTetif$en. (©djlabern.) 2Rünbli<$. (Sin fränfelnber 3flann ju £>iffel«f)aufen bei ©d&labern fagte eine« Xage« ju feiner grau, fte möchte ifm für einige 3«t «Ae™ Digitized by Google — 427 — laffen, benn er fjabe eine widjtige SRed&nung a&jufdiliefjett. $)ie grau willfahrte feiner $Mtle unb befudjte eine 9iad)barin für mehrere ©tunben. 35er 9Rann fd&lofe fid) nun ein, bamit er von niemanb geftört werben mödjte. 211« bie grau am Slbenb fjeimfam, fagte er if)r, bafe feine 9lea)nung abgefdjlojfen fei. (Sin fd)war§er unb ein meiner 9tobe Ratten oor if)tn auf bem Xifd) gefeffen unb jidj um feine ©eele geftrttten. 3ulefct f)ätte ber weifte Stabe gefiegt, unb er märe nun ftdjer, in ben Gimmel §u !ommen. 16. ©lÄ&eitber »offeetopf im ttirfdjbaum. (©ajlabern.) 2RünbUc$. grüner mar $urft bei ©djtabern ein oielbefudjter 2öafffaf)rt«s ort. $>ort fott aud) ein großer ©djajj ©erborgen fein. S3ei oer* fdnebentltdj angebellten 9tad)grabungen ift man aber nur auf bie ttberrefte oon altem SRauerwerf geftojjen. (Sinft lag bort ein betagte« (S&epaar ju 93ett unb bie alten Seutdjen fafjen grabe nadj jener ©teile Inn, wo ber ©djafc rufyen fott. ®a ber 9)tonb f>ett ^ernieberfd^ien, fonnte man bie ganje 91ad)barfd)aft beutlid) überfein. 5?or bem genfer aber ftanb ein Jttrfdjbaum. ©a faf) ber Sflann in bem 93aum einen glüfjenben Xopf. $erfelbe bewegte fid> rufn'g jur ©rbe unb oerfanf in ber= felben. Sed)« SBod&en fpäter gewahrte bie grau biefelbe @rfd>einung. 9tun liefe e« ben Wann mdjt länger ru^en. @r grub an jener ©teile nad), aber ofme etwa« ju finben. 17. «träfe für Tierquälerei, (©djlabern.) WünUxd). ®in jätjjorniger Wann unweit ©djlabern pflügte einft mit ungewohnten Cdjfen. $a ftd) bie £iere fefjr ungeberbig erwiefen, bradj ber 3ät)jorn in ooHer ©röfee bei bem ßanbmann au«. @r griff ben Dorfen in bie Stüftern, bafe fie bluteten; rife fte wilb Inn unb f)er unb fludjte in grä&lidjer SÖeife. Sil« er nadjt« barauf im 93ett lag unb an fein rofje« 93er* galten unvernünftigen Bieren gegenüber gebaute, bereute er fein £l)un. ©djlaflo« wäljte er ftdj l)in unb tyx. $)er ©djlummer flob ifjn. $)a oernabm er auf einmal ein gewaltige« ©eraffel im 3intmer. $>er ßüdjenfdjranf mit bem s$or$ettan f läpperte, al« wolle er im nädjften 2tugenblicf umftürjen. $)aju erl)ob ftdj ein Digitized by — 428 — furdjtbare* ©raufen, unb ein Änall war 3U oernefjmen, als wenn eine Äuget abgefeuert würbe. 2tn ber $)ecfe beS 3intmerä jeigte fid) am nädjften borgen ein tiefer SRtfj. ©er tft oft zugemauert morben, aber immer wieber jum $orfd)ein gefommen. (Sr läfet fia) nid)t oerfleben unb ift nodt) freute bort ju fef>en. 18. 9»eiSe ©eflalt als inbeÄbute. (©d&labern.) SRünblic^. 3n SBtfcem mar eine« Xage« $olstraa)t. Siele ßeute waren erf dn'enen, um ftd) baran ju beteiligen. 3^ei 9Räbd)en fianben oor bem Sauernfjaufe unb Ratten eben ifjre §oljbürben abgeworfen. 3)a faf)en Tie eine weifee ©eftalt au« bem $aufe f)erau$fc$reiten, wela> auf bie $otgbünbet gutrat unb Tie genau betrachtete. $ie ©eftalt aber mar wie ein 9Renfd) anjufd)auen unb trug eine weifee 3Jlü^e. Slber fdwn nach furjer 3*it wanbte fie ftd^ jum ©efjen unb oerfdjwanb in ber X^üre. 3m föaufe aber lag ein ftranter, ber furj nachher ftorb. 311* biefer nun begraben werben follte, beteiligten fid) aud) jene beiben SRäbchen an bem ßeichenbegängnte. 211$ fie ben $oten im ©arge liegen faf)en, erfannten fie ganj beutlich in ihm bie weifee ©eftalt, welche fie bei ber ^oljtracht gefefjen Ratten. 19. ©rennenbeS Breuer bei 3unferfelb. (Schiebern.) 2Rünblic$. ^unferfelb, wo jefet nur Seifen ju flauen ftnb, foll früher ber 2Öof)nfife eine* greijunferS geroefen fein. Dort wollen bie ßeute ber 9iad)barfchaft oft in warmen Sommernächten ein uber= irbifdje* geuer haben brennen fer>en. SJtan hat bort wieberholt Nachgrabungen angeftellt, welche aber fämtlid) ohne SRefultat oerlaufen ftnb. 20. SdHtnmlta.e8, fopflofe« $fcrb. (Schabern.) ©in junger, rüfUger unb bc^erjter Sflann, ber lange ßrieg*= jitge mutooll beftanben fjatte, lebte oor fahren mit feiner betagten Butter unweit Sd)labern. (Sine* 2lbenb§ fam ber junge SJlann ganz oerftört nach $aufe. Dfjne ein 2Bort ju fpredjen legte er fid) ju öett. S3eforgt fud)te bie Butter ben ©runb biefeä unge* möhnlichen Verhaltens if)re$ Sohnes 311 erfahren. 3lber oergebltd). Digitized by Google - 429 — 3n ihrer 2lngft wanbte fte fid) an if>ren Sruber, unb bicfer rebcte am nääjffcn borgen fefjr etnbringlich mit bcm jungen Spanne. (Snblich geftanb biefer, bafj er am vergangenen 2Ibenb burdj einen SBalb gefommen fei. 2luf einer ring$ com SBalbe eingefchlojfenen gelbfläche ^abe er ein fd)immltge8, fopfCofeS ^ßferb baljinfdjreiten fetien. 68 fei ^art an ifjn (jerangefornmen unb habe ilm angerührt. Stabei ^abe er gefpürt, bafj ba3 Sßfcrb eisfalt geroefen fei. 3n feiner £obe$angfi ^abe er unroittfürlid) ausgerufen: ,,210) ©ort, ad) ©ott!" Äaum fei bieS ©ort feinen Sippen entflogen, fo fei ba$ ^Pferb jur ®rbe gefunfen, fei toie befeffen mit ben $orber= beinen in ber Öuft umhergefahren unb toie in *entfe|lid)er 2lngfl mit bem Hinterleib auf ber @rbe umhergerutfäjt. £)a fei ir)m ein entfefclid)e3 ©raufen angefommen unb er fei nad) $aufe gerannt. 21. ©tfjtoarjer §unb berfhtft in bie &rbe. (©chlabern.) 2JIünbli#. ©in 2Jtonn arbeitete einjt als ^lagetö^ner in (Sulenbrud). (SineS SlbenbS, nad) oottbrachtem ^ageroerf, fd)rttt er ruhig feiner §Ütte $u, al8 er neben fid) einen fd)toarjen, unheimlichen £unb gewahrte. 3)er §unb ioud)S immer mehr, big er jur $ör)e eines enoachfenen 3Äenfd)en aufragte. Voller (Sntfefcen eilte ber Xage* löhner fo fd)neU baf)in, al$ ilm feine güfje $u tragen oermod)ten. 9toat. Siele fieute haben im ©ebücf biefeä ober jene« gefefjen. Söieberfrolt t)at man bort ein unnatürliches, fdjimmltgeS ^ferb bemerft. (Sinft famen jroei Sauern mit einem Marren bort Borbet. (Sin Ddf)fe 30g ben Äarren, roäfjrenb ein anberer hinten angebunben mar. (Siner ber Männer fährte ben oorberen Dcf^en, roäfjrenb ber anbere auf bem Äarreu lag. ^piöfcltd) ftürjte ber Wintere Dd)fe mit bem Kopfe unter ba$ gufjrroerf unb ©erführe im nädjften Hugenblicf feine geffeln ju fprengen. £en beiben Sanbleuten roar ba3 auffällig. (Sie fafyen fid) nadj allen Seiten um unb erblichen julefet einen großen, fdjroarflen §unb, melier querfelbein bafnnjrridj. 25a Ijob einer große Jelbfteine auf, raarf nad) bem $unbe unb üerfdjeudjte Um. ®ann jogen fte einige Slugenblicfe ungejlört it)rcö SBegeä. 211« fte aber an ben 23alb famen, fafjen Tie eine große 2M$e, roelä)e bie Säume nieberbrücfte, aU roären e3 nur ©etretbefjalme. $ann richteten fiel) bie Säume roieber empor. £>a3 fefete fi<$ fort bis gu bem «Siefen, roeldjer fidj an ben SBalb anfcf>lteßt. 24 a. $cr »übe 3ägcr ju Sömbctf* 2luf Schloß SBinbecf lebte einft ein roilber Sefißer. ©egen bie Sauern mar er fef)r fyaxt. 9fiä)t3 ging ifjm aber über bie 3agb. Um iljr 3U frönen, fjottc er oft bie Seute auä ber Äird&e, bamit fie mit ber §unbemeute ba3 2öilb trieben. (Stuft ftörte ifm, wie fd&on fo oft, felbft bie #eiligfeit be$ ©otteSfmufeS nid)t, md)t baä milbe SEBort beS ^riefterS unb ber fanfte Drgelton. 3Jlit rot)en ^Sorten trieb er bie Säuern au* ber ftircfje, bamit fte tf)n $ur 3^90 begleiteten, ©3 ging Diesmal jur ©aufjafc, ber ber roilbe bitter mit ganj befonbercr £eibenfdf)aft jugetfjan roar. Slber e$ fottte feine lefete %aqfa roerben, benn ein roilber ©ber ftürjte ftd) auf if)u unb jerfteifdjte if)it. Digitized by Google 431 - 24 b. $er aefoeitfKße £afe ju Jöiitbetf. Seibing, Nr. 53. @inft rourbe ein roilber SSogt oon 2Binberei-- faltigfeit&fonntage ber 3a9D oblag, oon einem railben Äeiler jer= rijfen. (Sin greller ^3Ii^firar)l aber fuf)r mitten in baS 3agbgefolge beS 93ogteS unb erfd&lug ad&t 3äger. ®er 93ogt rourbe auf bem ©dfjlo&berge oon SBinbecf begraben. ®ort mufj fein verbannter ©eiji in ©eftalt eine* §afen eroig umgeben. S3ei £age roirb er ruhelos umtyergejagt unb muß bei jebem ©eräufd) bie %lnä)t ergreifen. 9ladf)t8 aber ftfct er mit feurigen Slugen auf bem ©rabe beS SSogteS unb mafmt bie 93or= übergetjenben an bie furdfjtbare «Strafe beS ©aibmanneS. 25. Der 8eift au ©tnbcrf roinft einem Sdjlafer. 9Jtünblt$. 3n £t)alroinbetf roofjnte oor langer 3cit ein 2Rann, ber in einer 9laa)t ein jtorfeS ^odjen an feiner S&üre vernahm. Sil« er öffnete, fal) er eine große ©ejtolt vor fid>, roeld&e ifmt rotnfte, ifjr %u folgen. $er SJtonn öffnete oottenbS bie Xljür, unb bie ©eftalt trat ins ©emadj. 3üternb fleibete ftä) unfer SJtann an. ®ann ging er mit feinem unheimlichen Segleiter hinauf aufs ©djlofj. 311* er oon bem nächtlichen ©ange jurücffehrte, roar fein £aar gebleicht, ©od) oerriet er niemals, roaS fich in jener 9!ad)t ju= getragen hatte. @c fränfelte oon bem £age an unb ftarb balb barauf. 26. Orliegenber $\tbtnbo&. (SÖinbecf.) SJlünbli($. Stuft roofmte in ^^altoinbed ein sJJfann, welchem in ber 2lbroefenf)eit beS 6d)lofjeigentümerS bie Sßerpflidjtung oblag, baS ©äjlofe 311 hüten. 2IIS er eines 9lbenbS roieber jur 9luine hinauf- ging, um jum neuen 3djlofc §u gelangen, flog ein maunSgrofcer 3iegenbocf an ihm oorbei burch bie Suft. @r machte eiligft fef)rt unb laugte fcr)roeifetrtcfenb in feinet Söofmung an. 27. ©raf Äonrab von Söinbctf. @. Ek&ben, 25a« Siegtbal, 205. 3ha) ber oage lebte im 12. ^ahrhunbert in ber mächtigen, auf l)of)em Reifen tljronenben 23urg SBinbccf ein ©efchlecfjt oon Digitized by Google — 432 — Söinbecf, befjen lefcter ©tammfjerr ©raf Äonrab oon SBinbecf war, ein 3Hann feiner 3«ü- (Sine (§:rbtod)ter 33ert^a, fo erjagt bie Sage, blühte tf)m, feine* ^erjens SBonne. §einridj von ©albenfel«, ber oft auf 23urg 2Binbecf einfpradj, fanb ©eljör bei ber gungfrau, würbe aber fdjnöbe oon bem ftoljen SSater abgeroiefen, al« er um ber £o<$ter $anb warb, ©raf Äonrab beftimmte fofort bie $od)ter bem Älofter; in 9lf)einborf, roo feine ©dnoefter SRatfulbe Sbtifftn toar, fottte fie ben ©c&leier nehmen, ©djon na^te ber Xag, an bem 93ertt)a auf eroig ber fdjönen 2Mt unb i^rem Suhlen Seberaoljl ju fagen gelungen werben fottte, at« bei nädjttidjer 2Beile ber ©e= liebte fie fjeimfudjte unb bie §ei&liebenbe leicht gur gtua^t berebete, SBertfja folgte bem 3Ranne itjrcr 2Baf)t. @r hob fte auf fein 9iofe, ba« itjn nad& SBtubecf getragen, unb in ©turme«eüe jagte er mit ber füfeen Saft feiner Söurg $u. #orcf)! roübe« er* boteuer Umarmung lebte, mit fid) in« ©rab nehmen motten. SBenige Sage nach bem unglücflichen @nbe feiner Äinber jtarb ©raf Äonrab au gebrochenem $er3en unb fanb feine tefcte 5Rur)eftattc an ihrer Seite. $er SBolfsglaube roitt, bafe ©raf ßonrab nod) in ben böfen dächten be« ^a^re«, eine fummerootte ©eftalt, in ben 9tuinen ber 23efte feine Äinber fudjenb, jammernb unb roef)ttagenb umherfchfeidjt. ^oetifäe Bearbeitungen: SRontanu«, SBorjeit I, 310; TlMtt bon Äönig& nnnter, Sorelei, 209; £an3 üon Sinbccf, 3m Stiegel ber 3eü, 86. Digitized by Google - 433 — 28. $te ©rann tum äöinbed. ©. SBtyben, 2)a3 ©iegtyal, 236. 9to$ oor furjem crjä^Ite man in bcr Umgegenb oon SBinbecf, bafe bei einer Belagerung ber 33urg biefelbe fo f)art bebrängt würbe, bajj fte ftdj ni<$t mef)r galten fonnte. ®er ©emafjlin beä 33urg= fyerrn mürbe inbeS freier Slbjug gemährt unb if>r geftattet, fo met mitzunehmen, al8 fte unb tf)r £unb tragen fönne. $)te eble grau trug nun ihren ©emal)l oon ber Surg fjinab unb if)r Jpunb einen Sacf mit ©elb. 29. «beweib Hott äöinbetf. f($riftltc$en SÄitteüungcn bon öertn Sc^rer Weuber in ©{§önenba<$. ©raf Slbolf, m, fonbern aud> barum, weil fie in allem it)rer fo früf) oerftorbenen Butter, feiner ©emafjltn Signet, gtid), wie biefe in bie Kütten ber Sirmen ging unb itjrc ©aben aufteilte. (Sinft rourben einem in ber 9Jäf)e rootjnenben @fel$treiber 3nriHinge geboren, unb bie Butter ber Aleinen ftarb balb barauf. 5)a naf)tn Slbelfjeib bie flinber ju fid) ins Sd)lof3 unb jog fte auf. 211$ bie ©räfin enoad)fen mar, begehrten oiele oornefmte bitter i^re £>anb. $>odj fte fdjenfte it)r £er$ bem $afaUen Kunibert oon SBrud). SDamit mar aber ber Söater uiajt einoerfknben, obfdwn er nid)t3 gegen ben eblen SJtonn oorbrtngen fonnte, al3 bafj er SSafaH unb lein freier 9Jtonn fei. @r fa)lofe Slbelljeib in bie innern ©emäd&er ber SBurg unb liefe Tie ftreng beroadjen. 2113 fie einfl in ber Sfoufct troflloS am genfer fafc, braute ein Bote bie 9todjri<$t, ber bem ©rafen Slbolf feinblid) gefonnene flonrab oon ©loerfelb lagere mit feinen Mannen oor ber Surg. ^n ftirjefter 3*it mar man in ber Burg jum äufeerflen JÖiberftanb gerüftet. S3eim grauenben borgen fdjon ftanb ©raf Slbolf mit feiner ©d)ar am gufje be§ Sergej unb ber Stampf begann, Sange fdjtoanfte ber ©ieg oon ber einen Seite jur anbern. Sdwn neigte fid) ber Xag, oljne eine 6ntf Reibung gebraut ju haben. 9tod) einmal oerfud)te ©raf 2lbolf burcf> einen fraftoollen Slnfhirm ben Sieg ju erringen. SlHein er würbe oerrounbet unb gefangen genommen. Xa, im Slugenblicf 28 Digitized by Google — 434 — ber f)öd)ften 9?ot, erfdjeint Kunibert vom SBrud) mit einem gafynletn Leiter. @r ftürjt fich in ben Stampf, fiegt unb befreit ben gefangenen (trafen, ^ubelnb jtehen bie ©ieger jur 33urg. 3"™ ®anfe gab Oftaf 5lbolf feinem Detter bie $anb feiner £odjter. 30. Xer ßfeiSdafer Don Sßittbecf. 9lacb, G. Sieben, Siegtet, 236. 3luf mehreren Örunbftücfen bc« 2lmte« SBinbecf laftete bi« 511m 3a^)re '1825 eine eigentümliche Slbgabe, roeldje ber 6tephan«= ober @fel«hafer t>iefe. $er £rabition gemäfj fott biefe Abgabe i()ren ©runb barin gehabt haben, bafe früher auf ber S3urg SBinbecf ein @fel gehalten tourbe, ber ba« benötigte STrinftoaffer hinauf ju förbern tjatte ; ber @fel«treiber ^iefe ©tephan. $ie oben ermähnte Steuer biente aber jum Unterhalte biefe« Treiber« unb feine« 6fel3 unb führte bementfprechenb ihren Kamen. 31. 2>er 9effyer tum 2ötnbecf im ßelobien 8anb. Sc^riftUd) mitgeteilt toon fce^rer Weuber in Sdjönenbacb, bei ©<$labern. 2lm legten Äreujjug in« gelobte £anb beteiligte ftdj auch ber ©raf oon 2LMnbecf. 2Iber roährenb feiner 2lbroefenhett entführte ihm ber bitter oon ölanfenberg an ber ©ieg feine ©emafiltn. 2U« er $urücffel)rte, belagerte er Staufenberg, jerftörte julefct biefe 93urg, nahm ben Söefifcer gefangen unb roarf ihn in ben nörblichen ^urm feiner SBurg 2öinbect 3m Sriumpf aber jog er roieber mit feiner ©emaf)Iin in ba« ©ajloft feiner ^äter. 32. $aS ßolbcne Sptnnrab ju §d)lo& äöinberf. 3HontanuS:2i>aIbbrityl, «orjeit II, 3. 20. 2113 ber ©raf oon 2Binbecf au« bem tfret^uge nach beut heiligen itonbe Ijeimfclirte, ba brachte er feiner ©emahlin ein nmnberfchöne« Spinnrab oon purem Wölbe mit. Ob er ba«felbe, toie einige behaupten, oon einem farajenifchen Könige in beffen §ofburg er= beutet, ober toie anbere fagen, au« ber ftrieg«beute oon funftgered&ten Sdjmieben in 2£elfchlanb hatte fertigen laifen, ba« mag bat)ingejteHt fein. £orf) mar e« ein toertoolle« ©pinnrab, fd)on au« bem ©runbe, roeil man leidster unb feiner barauf 311 fpinnen oermochte, al« auf irgenb einem 'Nabe, ba« oon beutfehen 3tteiftern gemacht mar. Die GJräfin oon Söinbecf hatte grofce ^yreube an biefem golbenen 3pinnrabe unb hielt e« hoe geworben Digitized by Google - 435 — war unb mele, Diele $ahre barauf gefponnen hatte, ba fchenfte ftc ihrer Schwiegertochter baS SRab mit ber 93eftimmung, bafj es niemals fortgebracht, fonbern field unter ben Hausfrauen oon SBtnbecf uererbt werbe, So blieb baS 9fab mehrere ^unbert $af)re ^inburd) im ©ebrauch, unb eS würbe gar manches fdjöne g&bdjen barauf ge* fponnen, bis baS Sdjlojj von raubgierigen geinben belagert unb fo lange umfchloffen mürbe, bafe eS ber$ungerSnot wegen sur Übergabe fam. $a gebaute bie bamalige £auSfrau von Sßinbecf ber S3e* ftimmung, bafe baS golbene 9tab ftets auf bem Schlöffe bleiben foüe. SDamit eS nun nicht als S3eute fortgefchleppt würbe, warf fie eS in ben tiefen Schlofjbrunnen. $>ort fott es noch liegen, ©ar oft ^aben Schafcgräber nach bem golbenen Spinnrab gegraben; aber niemals ift biefeS $um SBorfdjein gefommen. 33. bitter £uljn *on »rot*. (3BinbecT.) Wad) f($riftli$en SWitteilungcn öon $errn 2e$rer 9ieufcer in ©c$önenba($. a. SRitter £ulm in $)üffelborf. UmS 3af)r 1705 berief Äurfürft Johann SBilhelm feine ge= treuen Stänbe nach ®üjfelborf in ber 2lbfid)t, mit biefen eine gleichmäßige ©runbfteuer für baS SBergifd^c $u beraten. Um biefen 3wecf fixerer su erreichen, befahl ber tfanbeSherr jebem 2lbgeorb* neten, ein &rot, wie es bie Säuern ju baden pflegten, in 2)üffelborf oor$u$eigen. 2luS biefen 33roten glaubte ber tfurfürft bie SebenS^ weife ber Seute unb bie (SrtragSfälngfeit beS 33obenS am heften erfennen unb barnacr) bie Steuern am richttgfteu auf bie einzelnen 2lmter uerteilen $u tonnen. Um biefem 93efef)l getreulich na^n- fommen, uerfdjarfte jich ber Sanbftanb §uhn aus bem Äirchfpiel 2i>albbröl einige recht grobe, mit Jlleie reich üermifdjte £aferbrote, welche bamals noch i" fötm #aufe ju fyxbtn waren, unb nahm fie mit nach ©üffelborf. 3)ie Stänbe, welche burchweg recht fchöneS 33rot oorjetgten, waren beim 3lnblicf ber 33rote $ufmS nicht wenig erftaunt unb fel)r geneigt, ju glauben, ber Stüter erlaube fich einen Scher j. tiefer aber begrünbete bie (Schreit feiner 93rote baburch, bajj er nachwies, wie ber Regierung befannt fein müffe, bajj im 9lmt &Mnbecf alle 9toturabgaben in §afer 311 leiften feien, ba ber $oben nur biefe gruchtart Ijeroorbringe. $)ie golge biefeS flugen Benehmens war, bafj baS 3lmt SBinbecf mehr als ein 3ah*hunbert febr geringe ©runbfteuern ju entrichten hatte, aber auch feit jener Seit ben Spottnamen „$aferfpanien" führt. Digitized by Google — 436 — b. bitter $ufjn in ber ©chmtebe. bitter §ufm befafj eine grofee ftörperfraft. 2ln einem falten ffitntertage befanb er ftdj in ber ©egenb beS SrölbadjeS auf ber 3agb. Der Gimmel umroölfte fich, unb ein gewaltiger Sdfmee^ fhirm brobte bie ftärfften Säume nieberjuroerfen. Unfer bitter mar genötigt, in einer einfamen, naf>e gelegenen ©chmiebe einju* fehren, um abe oerloren," rief ber §änbler ooller 93er* legenf>eit; „bodj f)offe id>, bafe (Sie feinen ©ebraudj oon ber ein* gegangenen SBette machen, fonfl bin idj ein geflogener 9Rann!" $ufjn bejahte bie ausgerollten ©d&aufelnnebjt ber äufammengerollten unb fagte bem §änbler nur, er möge in 3uh»nft beffere SBare aum ÜJtorfte bringen. d. bitter §ut)n unb Äurt oon ©djeuren. (S. fSktfHn, 2)a« ©iegtyal, ©. 203. 9Bie mand&er (Sble feiner 3«t mar oon $ufyn aud) leiben* fdjaftlid) bem Äartenfpiel ergeben unb liebte ni$t minber einen guten Xrunf. ©o fe|te ber 6ble einmal feine fämtlidjen Siegen* fdjaften aufd ©piel unb verlor biefelben an feinen 3agbfumpan Äurt oon ©teuren, nafym aud) feinen Slnftanb, ben ftaufaft ©unften beS ©eroinnerä au^fleßen ju laffen. ßurt fjatte lange mit ftd) gefämpft, ob er als ef)rlid>er SJtonn ben ©eroinn nehmen bürfe; $ule^t fiegte aber ber Xeufel ber §abfudjt, unb Äurt fprad) bei bem ©bleu oon £>uf)n jur SMjielmng be3 2lfte8 oor. 3nbeä fjatte oon £uf)n auf eine Sift gefonnen, um mit (Sljren au* bem böfen ßanbel ju fommen unb in bem Seilte feiner ©üter $u bleiben, ©ein ÄeUer beherbergte nod) ein gäfed>en eblen 2tyrbletcf}art3. 2)a er feinen ©egner Äurt oon ©teuren erwartete, liefe er eine Slnjafjl flrüge mit bem fojtbaren SBeine füllen, aber augleid) biefelbe 3af)l mit rotgefärbtem SBaffer. Äurt erfd)ien unb fprad) bem ifjm gebotenen Steine toeiblidj ju. Gr mattete balb ben SJorfdjlag, um ba8 Verlorene ju fpielen. S3on £uf)n erflärte, er habe nid)t£ mefjr 511 oerfpielen, e$ fei beim um einen 2Ubu8; bo<$ rcofle er ifun eine anbere ©enugtfmung geben, toer oon Seiben ben Slnberen juerft unter ben £ifdj> getrunfen fyabe, folle ©ieger fein. „Unterliege id>, fo finb meine ©üter @uer, im entgegengefejjten Saffe roirb ber Slft in ©egenroart ber %t\xa,tn oernid)tet." Digitized by Google — 438 — Äurt ging auf bcn $orf$lag ein. $>er 2öein munbete, unb Äurt roar nidjt fäumig im Seeren ber 93edjer — SBedjer gegen $ed)er, wobei fidji ber (Sble oon $uf)n aber fein an bem gefärbten Söajfer fnelt. (Sin Ärug um ben anbern rourbe leer. 3mmer purpurner färbte ftd& ba8 ©eftdjjt flurtS, e« flammte tym cor ben Stugen, immer fernerer warb i&m bie 3unge. @nblid& erfjob er roanfenb unb ftotterte mit laUenbcr 3""öc: &in bcfiegt, jerreifjt ben Kaufbrief " Unb oon bem SBeine überrounben fanr er unter ben £ifä). Sil« er am anbern Sage ermatte, erflärte er, ber föfUidje iffiein &abe ben Xeufel gebannt, ber if>n btä balnn in feinem ©elüfte naa) be3 (Sblen oon $u$n'8 ©ütern befeffen — er fei frof>, bafj e3 fo gefommen, beim roenn er im Söetttrinfen Sieger ge= blieben unb in ben 93efi{j ber ©üter gefommen, f)abe er bodj feinem ef)rlid)en 9ftanne metyr tn§ ©ejiä^t fef)en fönnen. Unb tote bie Sllten er$äf)len, entfagten bie beiben greunbe oon ©tunbe an bem leibigen Äartenfptele unb gelten reblid) SBort. 34. $ie Heilquelle im Cfjmbadj^fjal. & ffie^btn, 2>a* Siegt&al, ©. 194. ©untram oon Äranj, ein roilber Raubritter, ber graufamfle Styrann feiner übrigen, Raufte im 13. 3af>rl)unbert auf feiner 93efte ©raenj im #rurbad)tljale. ©r liefe einmal einen ©rei« roegen leisten ^otjfreoel» blenben. Slber in bemfelben 2(ugenblicf, reo biefe ©reueltljat oou>gen rourbe, oerlor feine Softer, be8 Stoterä Siebling, plöfclidj ba* 2idf>t ber 2lugen. Ritter ©untram fiel 1298 unter bem ©anner Äaifer SlbolfS oon Rajfau gegen Slbred&t oon Cftrcic^ in ber ©djladjt am £afenbüfjt bei ©öttftein. ©eine Surg rourbe oon 2llbred)t$ 5lnl)ängern jerftört. SDaS blinbe ©urgfräutein fafete in feiner Ratloftgfeit ben ©ntfd^lufe, im ^rieben be8 ßlofterS $u £erd>en eine 3uffu4t$ftätte ju fuajen. 2Iuf bem SBege baf)iu gelangt fte mit ifyrer Begleiterin ju einer fyell fprubelnben CueHe in ber ©infamfett beS DtymbaäVXfjale«. ^Ijre güfjrerin roäfd^t bem oon ber §ifce be$ XageS erfdjöpften 3Rabd)en mit bem ©affer bei 93örnlein8 baS ©eftcf}t. Unb faum r)attc baS ©ajfer tyre Slugen berührt, fo erfreut fic aua) neubelebenb be3 2idjte£ ©trafjl, unb berganfteigenb fic^t fte am fernen Ufer ber ©ieg be$ ÄlofterS Raum, it)r 2lfol, f)erüberfdf)immern. Seit biefem rounberbaren (Srlebniffe roar ber 33om eine oielbefudjte Heilquelle für bie gan^e ©egenb. Digitized by Google - 439 - 35. $aS ftegfeucr beS ©rafen ^eintritt) toon Öfanfenberg. 9iac$ Gaefartu« öon §eifterba($. SRemorabilten. $er SRitgrünber ber feften 33urg 33lanfenberg an bcr ©ieg, . @nbenid>, mar bem Xobe nahe, als ber ©atan in fürchterlicher ©eftolt, mit 3iegenfüfjen unb großen Römern, an fein 39ett trat. <5r oerfprach bem fterbenben bitter ©enefung unb reiche ©chäfce, meldte im ©iebengebirge verborgen feien, wenn er fich ju einer ferneren ©ünbe, etwa einem SJtorbe, entfetteten fönne. 3">ar erfajraf ber arme 9Htter anfänglich fef)r, ba aber ber Teufel fef)r freunblich mar, fragte ihn §an8, ob er ü)m nicht ju fagen oermöge, roo fich bie ©eele feine* ehemaligen §errn, be3 ©rafen Heinrich 0. ©ann, befinbe. $>a erroiberte ber ©atan mit entfefclichem ©rinfen: „tfennfi ®u bie Sergfdjlöffer ®raa« Sieatyal, ©. <.>5. 3n ben weitläufigen Ruinen ber S3urg Slanfenberg bezeichnet man noch fjeute einen Xeil als ben SKeft ber ehemaligen ©t. ©eorg3= fapelle. (Sinft, fo melbet bie ©age, mürbe ein ©raf oon Sölanfem berg trom geinbe, ber bie $3urg belagerte, fct)r bebrängt. 3n feiner 9tot flehte er ben $errn um Rettung an. £a erfä^ien ihm ein ©eift (nach anbern ein (Sngel) unb uerfprach $ilfe unb Befreiung. <5r forberte ihn auf, nach ber ^orbfeite fid) ju roenben, wo bie fteilen gelfen mit fpärlichem ©efirüpp ein (Sntfommen unmöglich ju macheu fchienen. $>er ©raf folgte bem 2Binfe be$ Rimmels, liefe fein ©treitrofe oorführen, fchroang fich hinauf unb fprengte, baä Ärujiftr. in ber $anb, ben jähen 9tbf)ang hinunter. (§r fam gläctlich unten an, burdhfchroamm bie ©ieg unb mar gerettet. on SJlanfenberg ferner xwc* nmnbet. ®a bie 9tot in ber Surg auf« ^öd^fte gefHegen mar, jaf) ftd& bie ©räftn gelungen, mit bem geinbe in Unter&anblungen &u treten. 3Jton gemattete ifcr freien SIbjug mit bem Siebten, was fie befäfee. $>a fpraclj Tie: „Stann will idfo fo oiel forttrogen, als i$ unb mein $ttnbä)en $u tragen »ermögen." ©ie nafmt nun tyren @emaf>( auf ben dürfen; if>r #ünbd)en aber trug in einem tförbd&en ifire roertooüfiten Äoftbarfeiten. 38. »toat 3ffuS. (ölanfenberg.) G. Söe^ben, 35a« 6ieaU}al, ©. 148. 2(n bem 2Öege, meldjer ftd) oon ber ©tation SJlantenberg nadj ber gleichnamigen Burgruine l)inauf}ie^t, erblicft man an ber gelSroanb reä)t$ ein Äreuj mit ber feltfamen 3nWrifl: „Bioat 3efu&". $)er ©age nad) erinnern Äreuj unb 3nfdfjrift an ben £ob eine« @locfengief}er:£cf>rling3, ber oon feinem 2Reifter erftodjen mürbe, roeil er bei einem ©locfengufj in Blankenberg gegen ba8 Verbot be$ ÜRetfierS ben 3aPfen ocr ©iefepfanne ausgeflogen hatte. 35er Stteifter fam ^inju, als ber ©ufj ooUenbet mar. 3n feiner 95tat erftoch w ben ßehrling. 39. (Sinen 3üitgltng reitet bie Wahr. (8uä)hol$ bei Blanfenberg.) 9Rünblt$. 3u Buchholj bei Blanfenberg fert $u gehen. 2Bie erfdjrafen fie aber, als fie einen Blict ju bem Bett beS ©ofmeS Ijinüberroarfen unb ledern al« Seiche erblicften. Wlit lautem 3ammergefchrei riefen fie bie 9taä)bam herbei. Unter biefen befanb fidt) auch ein alter, erfahrener ©rei« oon achtaig 3af)ren. @r betrachtete ben fcbeiubar Xoten aufmerffam unb er* flärte bann, bafj er nid^t tot fei, fonbern in ber 92ac^t oon ber 9ttat)r geritten roorben fei. 2luf feine 3lnorbnungen roufd) man ben jungen 9Rann mit SSaffer unb rieb ir)n tüchtig ein. Salb fölug auch ber oermeintliche £ote bie Slugen auf, $ur größten greube feiner ©Item unb ber Untftebenben. Digitized by Google 441 9todj fjeute ermahnen bic Mütter bort if)re Äinber, roenn fic biefelben abenb« $u 23ett bringen, mit ben SBorten: „§ütet @uä), bafe (Sud) bic 3Raf)r nid&t reitet; ftopft ba« ©djlüffellodj $u, fonft befommt ^r feinen SRann." 40. 3QBunbertoirfenbc8 3o{jttnneSbilb in ber tflrdje ju Utferatlj. 3Rünblic$. £>ie Ätrdje $u Uderati), roeldje allerbing« nun umgebaut ift, entftammt na<$ bem 33olf«glauben urfprüngliä) ber $eibenjeit. %n bieder flirre befinbet jtd) fymte nod) ein alte« 93ilb, roeldje« bie Enthauptung Sofjanne« be« Säufer« barftcHt. @tnft befdnnu&ten einige (Sinroofmer au« Uderatf) ba« 23ilb, fo bafe e« unfenntlidj geworben roar. 2lber al« man am näd&ften borgen in« ©otte«l)au« trat, roar ba« öilb, ein vom Säufer felbft beroirfte« Sßunber, roieber rein unb fd&ön rote juoor. 41. $ie Steuermänner Don llcferatf). 3Hünbli($. ?ßon Uderatf) au« naä) 33ennerfä)eib unb 2Utenbad) ju ht- finbet fid) ein $eijlerroalb (Sudjenroalb), roo efjemal« oft f leine geuermänner jur 9Ja$t$eit if)r SBefen trieben. Sie famen au« einem (Srblod) fyeroor, meift furj nadj Eintritt ber Dämmerung unb am f>äuftgften $ur £erbffyett. äöenn aber SJtenfdjen ben fleinen Söefen nagten, flogen fic eiligft baoon. (Sinjt lief ein geuermännäjen einem SJtonne naä), ber i|)n genedt fjaben motzte. 2>a« 9JMnnd)en roar fo grofe roie ein Äinb, fiatte fef)r grofje Slugen unb ßnöpfe oon ber ©röfee eine« 3innteQerd an feinem 2ßäm«d)en. ®« gelang bem SJianne jebod>, $u entnommen. 42. ffonflofe Ofrau uitb Spinnerinnen. (Uderatf).) 3n ben Spinnjtuben be« $orfe« Uderatf) rourbe oor etwa fünfjig Sauren nodj golgenbe« erjagt: 3u foldjen ©pinnerinnen, roeld&e mit bem ©ä)roingen be« gladjfe« befä)äftigt ftnb, tritt ntd)t feiten eine uralte grau of)ne ftopf. ®a« gefä)tef)t aber nur, roenn bie SRäbdjen unb grauen über bem ©efd&roäfc if)re Arbeit oer* fäumen. $)a« fann bie fopflofe 2llte ntdjt oertragen; barum er= fdjeint fie mitunter, um jene jur 2lrbeit anjutreiben. SBenn bie Sitte erfdjeint, ift e« geraten, fdjnett in« £au« $u fliegen. Digitized by Google — 442 — 43. $ieb$wefen bei Ucferatf). 3n Ucferatf) war baä ®ieb3roefen oor 3eiten fe^r Derbreitet. 9tor ein SJKttel l)alf bagegen: $a8 gejtfefcen; unb jroar war bteS möglich wenn man ba3 SBaterunfer rücfroärtS betete. S3tele SBei= fptele Uefcen fidj bauon erjagen. $ie ©pifcbuben ber bortigen ©egenb roufeten aber aud& bieiem begegnen. <5ie »erfdjafften ftd> ein trmdjen oon einem toten ßinbe. ®amit brangen fte in bie Käufer ein unb jünbeten ba« sjirmdjen rote eine Äerje an. SöaS bann fc^Uef, mufjte notgebrungen roeiter fdjlafen. Söeber 9ftenfd) nodj Xier vermag bann $u erroadjen, unb ungeftört fann ber $teb fein SBerf verrieten. 44. $er ülöeroolf bei Ucfcrat^. iDiünblic$. 3u Uderatt) trieb einft lange $e\t ein SBerroolf fein *Befen. (Snblid) befdjlofj mau, mit allem 9tadjbrucf bem Untier ju Seibe ju geljen. 5E5ic 33auern aus einem weiten Umfreife rüfteten fid^ mit ©djaufeln, ©abeln unb anbem SBerfjeugen auS. $Lli man ftdf) aber auf bie Sudje machte, fanb man brei £id)ter am 2Bege ftef)en, über meldte ein ©toppelfteb gelegt roar. S)a3 fjatte aber ber SBerroolf getrau. Snfotgcbeffen tonnte man tlmt nid&t3 an= f)aben unb mufjte unt>errid)teter ©adje umfef)ren. 45. $tc §afem§ert von Utfcratb. 2»ünbli$. ©iiaft lebte unroeit Ucferatf) eine ^pejrc, beren Hainen nod) genannt wirb, aber ntd&tS jur @ad)e tt>ut. Unter anberem »er- ftanb fie bie Äunft, ftd) tu einen #afen 31t oerroanbeln. £a3 roufete aud) ein Säger ber bortigcn ©egenb. @r fyatte ber öeje fdjon lange nadjgeftellt, aber alle feine 33emüf)ungen roaren bis jefct oergeblid) geroefen. $a fä)o& er eines XageS nad) einem £afen ; aber biefer eilte in großen @ä$en ber £ütte ber $eye $u. (Silig folgte ber 3äger bem £afen unb trat einige Slugenblicfe fpäter ebenfalls in bie £ütte. 3lber von einem £>afen roar feine ©pur ju erblicfen. £)ie 2llte ftanb aber oor tf)rem Spiegel unb fträf)lte if)r §aar, als roenn nichts vorgefallen roäre. Digitized by Google — 443 — 46. tttfifalftcin breit ftd). (ganfmutfe.) 3n §anfmüf)le flanb efjemal* eine 9Rüf)le, n>e(d^e bem Drtc audj ben tarnen gab. ©tanb bic 3Äü^e be* SRittag* fHH, unb würben bann um jmölf Uf)r bie ©locfen geläutet, fo breite ftdj ber 2ttüf)litein von felbft einmal fjerum. 47. $aS »tottergotte&önabenbilb ju ©öbingen. 2Rünbli<$. 2lm Slb^iang be* Serge*, auf weldjem ft$ Böbingen aus- breitet, mofjnte cinpt in einfamer Älaufe ein (Sinftebler, ^rifltart von fiaut^aufen. Qn einer 9todjt ^atte er eine tjimmlifd^e (Sr* Meinung, meldte tfjrn befahl, nad) ßöln in ba* näfyer bezeichnete ©efdjäft eine* Silbf)auer* ju gelten unb ein 2Huttergotte*bilb ju f)olen. £)er @inftebler eilte nad& ftöln unb fanb balb ben Saben be* Silbf)auer*. 211* er ben 3Wann grüfjte, erfannte tyn biefer fofort, benn auc§ tfmt mar in ber oorljergefjenben 9tad)t eine @r= f Meinung juteil geworben, welche ifjm jenen ©infiebler jeigte unb ifmt bebeutete, ein 9ftuttergotte*bilb, nicr)t oon Sttenfd&enfyanb oer= fertigt, werbe ftdj in feiner SBerfftätte befinben, meldte* auf ge= f)eimni*oolle SBetfe borten gelangt fei. £iefe* Silb, fügte bie einung fjinju, folle er bem ©inftebler übergeben. en fanb e* fid) «uf ber £öf)e be* Serge«, wo nun bie f)errlidf>e Äird&e ftef)t, auf einem ßreujmege inmitten eine* ftornengeljege*. Söller greube trug ber ä(au*ner ba* Silb wieber beim. 2lm näd)ften borgen war e* jeboa) abermal* oerfdjrounben unb fanb jtd) an berfelben ©teile wie juoor. 9?un afynte ber 5llau*ner ben SBiüen be* $örf)ften unb erbaute an biefer ©teile eine Capelle, ©päter nafjm fidj ber Pfarrer oon ©eiftingen ber ©adje an unb bewirfte bie 2luffüf)rung einer prächtigen fliretye an berfelben ©teile, beren fjödjfter ©cfjmucf noer) r)eute ba* Silb ber SRuttergotte* ift, welche* mit befonber* fcfmterjlid&em 2lu*brucf jeben in* ©Ottenau* £retenben $u oerfolgen fcfjeint unb oiele ©naben ausgeübt f)at. Digitized by Google — 444 — 48« $tr Srija^ bon ganjenbad) bei ©ftftingcn. Unter bem §erbe eine« bejahrten 2ttanne£, bcr in einem alten Sauernfjaufe unroeit 2an$enbad) wohnte, fottte ein grofeer ©djafc oergraben fein. (Stnft fam ber 2llte abenbS nad) £aufe unb fragte fein ßinb: „SBaS l)aft 3)u gefönt? unb roarum f)aft ®u fo oiel geuer am §erb liegen ?" <5r ftopfte bann fein $Pfeifd>n, naf)m eine ber Ijerumliegenben Äof)len, jünbete bie pfeife an unb ging fnnauä, um nad) bem Sfledjten }u fefjen. 311* er nad) furjer %tit roieber an ben §erb trat, roar ba3 geuer oerfdjrounben. S)a3 rounberte ben 2llten unb er badete bei fid), baS müfjte ein ©elbfeuer geroefen fein. 21m näd^ften £age grub er unter bem §erbe nadj; aber feine 9fliu)e rourbe niajt belohnt. 49. 2)er »Übe Säger bei ©eiftingen. SJJünblicb. lebte einft auf einer SSurg bei ©eiftingen ein 9titter, ber fein größeres Vergnügen rannte als bie 3>agb. $efto weniger liefe er frei) aber im ©otteSfjaufe fer)en. ■flad) feinem 2Ibfd)eiben oon biefer (Srbe rourbe er r>erflud)t, immerfort §u jagen, ©eit biefer %t\t tjört man tyn oft in ber 9tad>t bei ©eiftingen fjoa; burd) bie &uft jagen. 2Benn er aber an ben $ird)turm oon ©eiftingen fornmt, ftö§t er mit bem ^ufeifen feine* 9?o|fe£ an ben §at)n beS Kirdjturme*, bafj bie Seute brunten mit ©raufen unb (Sntfefcen ba£ Clingen oerna^men. $ann befreujt fict) roor)l ber nädjtlid&e SBanberer unb murmelt leife für ftdr> : „(r* ift ber bitter oon ©eiftingen". $or einer Steide oon Sauren fdjlug ber 33li{$ in ben Xurm oon ©eiftingen unb traf bie Spifee. $Der £at)n t)at feit ber $t\t feine 9?id>tung geänbert; unb nun t)ört man baS Clingen nidjt me&r. 50. $a« toerfunfene ©djlofj su ftiiberbleifj. 2ln ber 9ttünbung be£ PeifebadpeS ergebt fid) ein mädjtiger al, in welchem nun (Seligenthal liegt. Sil« er fo bahinfd&ritt, in tiefe ©ebanfen verloren, gewahrte er ein blonbgelocfteS Stäbchen fpielenb umherlaufen. Da« fchöne flinb fiel ihm auf, unb als er eä aufmerffamer betrachtete, erfannte er eine grofee ^C^rilid^f eit mit feiner oerlorenen Dod)ter. 6r fragte baS SHäbttjen nach Später unb SRutter unb war balb gemifj, feine (Snfeltn oor fich ju h&°en. Die Sßerföhnung be$ ßönig8 mit bem jungen ^ßaar fam balb ju ftanbe, unb in ber Jreube feine« ^erjenä rief ber ßönig au3: „D feiig ba3 Xljal, wo idh mein ftinb wieberfanb!" Daher führt baä Df>al tnit bem alten ßlofter, bei meinem fict) balb ein Ort anbaute, noch heute ben tarnen Seligenthal. 52. ©ertrubdjen. (Seligenthal.) 3RünbU<$. Jn bem SflönchSflofter ju Seligenthal lebte einft ein s3Jtöuch, bejfen Sdjwefter ©ertrub dornte in einem fernen ßlofter roar. Sange hatte bie Wonne ihre Sefmfucht nach bem geliebten 93 ruber unterbrücft. 9lber enblich uermochte fie bem Verlangen, nach iat)re= langer Trennung ihren Sruber einmal roiebergufehen , nicht mehr $u roiberfteheu. Sie machte fidt) auf bie Weife unb erreichte auch enblich baä tflofter Seligenthal. 9lber fie burfte ba$ 9Hönd>*flofter nicht betreten. Da rief fie in ihrem Schmerj auä: „Dann roill ich lieber $u Stein roerben, als bat? ich meinen SBruber nicht roieber= fehen barf!" Sogleich oerroanbelte ftch bie Wonne in einen Reifen, ber heute noch ben Warnen „©ertrubchen" trägt. Die Sanbleute ber ©egenb glauben bie Wonne noch in jenem Reifen erblicfen 31t fönnen. Digitized by Google - 446 — 53. $a$ (eilige fcänödjen 311 Sicabnrg. Geleniu9, De admiranda sacra et civili niagnitudiue Colonia. Äötn 1645. 3n ber 9täf>e von £au* jur 3Rüf)le bei Siegburg ergebt jufc ein $eiltgenf>äu3d)en, bcffen ©teile frütjer eine flapeHe einnahm. 2ln biegen Ort fuüpft fta) fotgenbe Sage: (Sin Äinb, 3of)anneS, aus SrotSborf gebürtig, befudjte bie S$ule be3 Mtnoritenflofter« ju Seligenthal. (Sineä $age8 mürbe e8 oon einigen ftuben, um ßljriftenblut ju betommen, aufgefangen, ermorbet unb ber Äörper uuroeit beä £>aufe£ „jur 50lür)te" oerfdjarrt. vSdjroeine aber wühlten bie (Srbe auf unb bie Birten matten ben ©Item Mitteilung. £>tefe trafen nun Staffelten, baS Äinb d)riftftd) begraben ju laffen, legten ben Sei$nam auf einen Marren unb fuhren gen Siegburg gu. 9llä fie aber bi£ jum fogenanuten £iub£= paffe getommen waren, blieb ba£ $ferb ftet)en unb war ni$t von ber Stelle ju bringen. 5E>ie llmfteljenben erfdjrafen barüber, fielen auf tr)rc Jtaiee unb baten ©Ott, it)nen ba3 ©efyeimnis ju offenbaren. Slber meld) 9öunber ereignete fid) nun! S)a8 Äinb ftrecfte eine §anb jum Sarge InnauS unb mieS $ur Slbtei lunauf. Man erfannte in biefem fyifytn ben SBillen ©otteS unb madfjte ber ©eiftlidjfeit Slnjeige oon bem ©efdjeljenen. ©iefe oeranftaltete fofort eine ^projcffion, begrüßte ben Sarg mit bem Äinbe unb wanbte fid) $um sJlücfroeg. 9?uu folgte ir)r ba* ^ßferb unb $og fofort feine Saft ben Slbteiberg fjtnauf. £er £eib mürbe nun in ber llie be3 ©rabc£ t>om ^eiligen 2lnno beerbigt, ba$ £änbd)en oorljer aber abgclöft unb in ein ftlberneä ©efäfi gelegt. $e£ Äuäbcfyenö s3Jlutter fa^nitt inägefyeim ein 3ut9crs glieb ab, um fold)e£ ju £aufe oerefjren ju tonnen. 2lber burd) ©otteö gügung tonnte fie nid)t eljer bie Äirdje oerlaffen, bis fie ifjre Xijat eingeftauben unb bie Reliquie jurüdgegeben r)atte. 54. $er Sdimieb im äöolaberfle. (Siegburg.) 9Rünbli<$. Unweit ber Stabt Siegburg ergebt ftdj mitten in ber Sieg* ebene bie betoalbete SDoppeltuppe be$ 3öol3bergeS. tiefer Serg ift ber Sdjauplafc folgenber Sage. (Sin Siegburger Sdjmieb, ber tagsüber auf bem SRittergute „Sur Müfite" befd)äftigt gemefen, wanberte nad) oollbradjtem £age= werfe feiner fteimat ju. (SS mar ein milber grüblingSabenb; ber Digitized by Google — 447 — sDionb fdnen gar freunblid) auf ben Söanberer berab, unb aus bem uaf)en ©ebfifö ertönte ber feelenooHe ©efang einer SRadjtigall. 211S ber ©d)mieb in ber 9läfje beS SöolSbergeS war, lieg er fid) ins fdjweffenbe ®raS nieber, um jidj bem 3auöcr/ D€n ocr ^crrlid^e Slbenb auf if)n ausübte, mit 9Rufee Eingeben ju fönnen. 2lber er fjatte ben £ag f)inburd) tüdjtig gearbeitet; batb übermannte ifm bie üttübigfeit, unb er fdjlief ein. 3ttitternad)t mar'*, als er erwadjte. 93on ber Siegburger 2Ibtei r)cr oerfünbete bumpfer ©lodenfdjlag bie zwölfte ©tunbe. $a plöfclid) gewährte er einen gef)arnifd&ten bitter mit eisgrauem 33arte oor fidt) flehen; ber forberte it)n auf, ifmt ju folgen. 2118 er fid) erl)ob, fal) er $u feinem größten (Srftaunen am 2öolSberge ein ©ifentljor, oor meinem jwei gewappnete 2Bädjter oon riertger ©röfee flanben. $>er bitter ging auf baS Xlwr ju, unb ber ©djmieb folgte ilnn fafl willenlos, ©iner ber 2Bäd>ter naf)m einen mächtigen ©d)lüffel jur $anb, breite ifm breimal im ©djlojfe runb, unb fradjenb f prang baS Xf>or auf. $>er bitter führte nun ben ©djmieb burdj einen langen, finflem ©ang. $a famen fie an ein anbereS Xfyox, oor bem ebenfalls jwei bewaffnete ftanben, ben Eingang $u bemalen. 2lber aud) r)ier würben fie unge* fjtnbert burdjgelaffen, unb fie gelangten nun in eine weite Sflotunbe. 2ln ber 2>ede f)ing eine Simpel, bereu ©djein ftdt> in taufenb unb abertaufenb @belfteinen brac$, bie jwifajen ben gelsfpalten ljeroor= lugten. Die ©belfteine blifcten unb blinften in wunberbarer garben= pradjt unb übergoffen baS weite ©emad) mit ibrem 3aubcrlidöte. 3n ber SWitte ber SRotunbe faß ein #errfd>er auf golbenem Xfiron; fein mübeS £aupt neigte ftd) im ©ajlafe. Um tt)n f>er lagen feine (Stetreuen, bitter unb knappen, in glänjenben Füllungen, gleidj ifjrem gü^rer oon tiefem Schlaf umfangen, ©taunenben )8lideS betraa)tete ber ©dmiieb all bie $errlid)feiten, bie ftd) Ijier feinem 2luge barboten. 2lber fein Begleiter brängte iljn, weiter 311 gefyen. ßr führte itjn in eine anbere £atle. §ier flanben fjunberte oon hoffen an ooUen Grippen; ir)re langen ©djmeife reiften bis jur (Srbe; alle waren angefdurrt, als foHte es gleidj 3ur ©djladjt gefjen. „§ier fmbeft Xu Arbeit bis jum borgen/' fpradj ber bitter jum ©d)miebe, „biefe ^ferbe muffen mit neuen ^ufeifen oerfef)en werben." Ungläubig fat) biefer ben ÜRitter an; benn tyn bünfte, bieS fei mof)l eine Slrbeit oon mehreren $Öod;en. $)odj fein Begleiter malmte ifm, fid) frifd) ans 2öerf ju geben. @in lufHgeS ©djmiebefeuer Digitized by Google — 448 - fladerte fdjon in einer &fe. Söerfjeug unb ©ifen war aud& jur ©teile. So begann er feine Arbeit. §ei, wie fltnf ging e« ifnn tjeutc von ftatten! Beben Slugenblid fiel ein fertige« ^ufeifen jur erbe, unb e« f>örte gar niefct auf au fltmpern. Salb fjatte er jie alle fertig. 9hm mußten bie alten £ufeifen abgeriffen unb bie neuen angefangen werben, hierbei ftanb ifmt fein Segleiter Ijülf; rei<$ $ur ©eite, unb nod) ct)e ber borgen gTaute, war bie Arbeit oollenbet. $>er bitter lobte ifm toegen ber guten 2tu$fiu)rung ber= felben unb gab ifmt jur Selotynung bie 9fägel, mit benen bie alten £ufeifen an ben güjjen ber ^ferbe befeftigt gewefen waren. $)er ©dmtieb badete wotyl, ba« fei eine feltfame Selofjnung für bie fdjwere Strbeit ; bodj ba er genügfamen Sinne« war, gab er jtdj aufrieben. $)er bitter geleitete ifm barauf wieber oor ben Serg, unb ba ber borgen balb anbredjen mufcte, legte ftd) ber ©djmieb in« ©ra£, um bi« baljin ju fd)lafen. $ie ©onne ftanb fdjon f)odj am Gimmel, al« er wieberum erwarte. 2>a er jefct nur graue« gel«geftein, aber fein ©ifentfjor am Serge bemerfte, Ijielt er äße« für einen £raum. $a aber gewahrte er ba« ©äcfdjen mit ben Nägeln neben fid) liegen. 311« er e« öffnete unb bie ftägel bei Xage befar), waren Tie alle von eitel (Mb. ©o war ber ©djmieb burdj feine nädjtlidje Arbeit $u einem reiben 3Hanne geworben. 55. $cr fdtfafenbe £elb im 2öol«bcrge. (©iegburg.) 3B. toon Stfalbbrityl, liefert k., 8. 11». 3fm 2ßol«berge, tief unten in einer ungeheuren %tl)en\)ö\)te, fifct auf mächtigem ©teinblod ein gewaltiger König unb $elb; berfelbe tetjnt mit feinem Raupte auf einem oor ibm ftef)enben ©teintifdje unb l)ält mit beiben ,§änben ben Öriff feine« gewaltigen ©abwerte« umfaßt. Nebenan in anbertt &öf)Ien fteljen an oollen Grippen ungebulbig fdjarrenbe Stoffe in langen Reiben, fd)luinmeru Krieger unb knappen mit ifjren Waffen. £>er Eingang ju biefer unterirbifdjen Surg foH in gewiffen 9tädjten unb $u gewijfen ©tunben offen fielen, unb fo fofl einmal ein 3äger fid) bortljin oerirrt unb alle biefe feltfamen $inge gefeben baben. 3t)m gegen= über erfjob ftd) ber König unb frug l)alb im Xraume, ob bie elfter noa) um ben gelfen fliege. 2U« er gehört, baß biefer Sögel nod) fliege, foll ber ftelb wieber eingefd)lafen fein, ©enu biefer Sögel nitt)t mel)r fliegt, wenn bie fdjwarje Seit bie Cberbanb gewonnen, al«bantt joll ber .Honig au« ber Kluft beroortreten, in fein öeerborn ftofeen unb eine rufmtreidjc neue $c\t begrünben. Digitized by Google — 449 — 56. Sie §eiit$elmännd)eti im SöolSberge. (©tegburg.) 6. Staden, Da* ©tegt&al, ©. 124. £5ie oieten Älüftungen be« 2Bol«berge« boten her ^antafte beö BolfeS oott jetyer weiten Spielraum. Wan glaubte, biefelben feien von Duergen ober £etn$elmännd)en, gut gearteten untere irbifdjen Söefen, belebt, bie bem SBolt uiele 2Bof)ltf)aten erwiefen, bi« menfd)lid)er Borwtfc fie nötigte, bie ©egenb ju oerlaffen. 57. $er fluöjug her Swerge au8 bem »Bölsberg, (©tegburg.) $m 3af)re 1800 oerliefeen bie 3werge ben SßolSberg. 3n ungeheuren Wengen jogen fie an ben SRljein bei Beuel. 3f)r 2tnfti^rer mar beritten unb bewog ben bortigen gäfjrmann, gegen guten ßotjn bie Überfahrt &u machen. SBätirenb berfelben t>er= wunberte fid) ber gerge ungemein, bafj oon bem einen Wanne ba3 Boot fo tief einfanf, benn aufjer bem güljrer waren bie 3werge unftajtbar. 211« ber Wann bem Berittenen gegenüber fein ©rftaunen über biefe feltfame @rfd)etnung $um 2lu«bruof, ber gerabe bamal« fid) bort auffnelt, bie ©efafjr ju Of)ren gefommen, fanbte er einen fdmetlen Säufer nadj Äöln mit bem Befehle: ilmt ben 2trm be« Wärtnrer« ©t. ©eorg of)ue Berjug herüber $u bringen, inbem er »eruierte, bem Slranfen werbe gewifjlidj geholfen fein, wenn er etwas oon bem Öle, in bem bie Reliquie bewahrt würbe, ju fid} neunte. @« gefa^af), wie er geboten, unb als ilmt bie ftapfel mit bem 3lrme gebraut würbe, fragte er nad) bem ©djtüffel, um fie $u öffnen; bem Boten fiel nun aber ju feinem grofjen Berbruffe ein, bafj er tf>n, ba niemanb feiner erwähnt, in Jtöln gelaffen. 211« ber (Srjbtfdjof aber barauf wie §um Berfudje, mit zweien gingern ba« ©djlofe leidet erfajütterte, fjörten bie 2lnwefenben bei 29 Digitized by Google - 450 - ber erften Serüljrung innen einen rlirrenben 2:01t, rote er burdj ein fdjarfeä $ref)eu eine« ©d^tüffetö ^enrorgebradjt werben pflegt, roobei bie Siegel be3 SdjloffeS fogleia) auffprangen. $)a fie bieS aufs beutltdtfte mit ifyren D^ren vernommen, roaren fie nid)t roenig erftaunt, ben ^eiligen SJlann alfo bie $)tenfte be$ SdjlüffelS bei ber Öffnung felbft oerrid)ten $u feljen. 59. $ie rounberroirfenben ©ebeinc be£ ^eiligen Änno. (Siegburg.) 2leg. STiüUer, Siegbutß unb ber Siegfrei« I, 152. 2Jm 2aurentiu$tage beS 3af)re$ 1184 ging nad&mittagS um 4 U^r ein fd)iuere£ ©eroitter über Siegburg nieber. $er 33Ci^ eut- jünbete ein £>au3 unb tötete fünf Bürger. Sitte 23emülntngen, bem fteuer ©tntjalt ju tl)un, roaren oergeblidj. £te toerroanbten ber @rfd)lagenen roaren troftloä t>or S^mer^. Sie gelobten bem f)l. Slnno eine lüMfafjrt, unb bann eilten fie sunt 2tbt ©erfjarb unb baten ifm, 5u geftatten, bafe mit ben ©ebeinen bes 1)1. 3tnno bie ©etöteten berührt roerben burften. ©ern rourbe ba3 gemattet. flaum f)atte ber Safriftan ^einria) mit ben Reliquien bie £eidjen berüfjrt, als fiaj biete erhoben; gleichzeitig erlofdj ba« Reiter, unb baS ©eroitter oerjog fidj. Sofort oeranftaltete ber Stabtpfarrer, roeldjer allem beigerooljnt fyatte, eine ^rojeffion. Weitere gefte fdjloffen jid) an, unb bie Stabt Siegburg rourbe bem 1)1. Slnno feicrlidt) geroeit)t. 60. $te ©reinföpfc ju Äöln. (Siegburg.) Cr. Sieben, Xai Siegtet, S. 175. 9locf) im Anfang unfereä ^at)r^unbertä fat) man über ben Xfmren Dieler Käufer in ßöln fteineme ßöpfe, roelaje bem profaiföen 3roerfe Dienten, bie Seffe aber büfete nur ein Huge ein, bamit er ber SBegroeifer feiner ©efäljrten fein fönne. 2ln ben Käufern ber ©eblenbeten in Röhl liefe Hnno aber fteineme Äöpfe als 3eidjen tt)rer erlittenen Strafe, bie „©reinföpfe", anbringen. Digitized by Google — 451 — 61. UM Cnpbo in Siefiburg. fyoxn, Da« 6iegt^al. $5er crftc 2lbt be3 Älofterä ju Siegburg roar ber f)l. 6rpt)o, ein greunb Slnno'a. @r ftonb im SRufe größter grömmigfeit. Sägltdj pflegte er eine Bibelftelle au3juroäl)len unb barüber eins geljenbe Betrauungen anjuftellen. So roätylte er einft bie Stelle au$ ^Pfalm 90: „Saufenb %a\)Tt ftnb t>or ©otteS Stugen wie ein Sag, ber geftern oorübergegangen." ®abei fliegen tym 3roeif«l auf, roeldje Unn feine 9tube raubten. Selbft bei Xifa) fonnte er feine ©ebanfen niajt von biefer BibelfMe abjiefjen unb felbfi bie ^eilige Borlefung ging feinem ©etfte verloren. Um feinen ©e= banfen ungeftörter nad)f)ängen ju fönnen, roanbelte er nad) Xifdje in bem grofjen Äloftergarten umfjer, nur mit bem Sprud&e befd&äftigt. Dt)ne auf ben 2Beg ju achten, oerlor er fidj batb in ben am grenjenben SBalb, ber fid) bis $ur Sieg binjog. süber ber Steffel, bafe 1000 ^afjre t>or ©Ott roie ein Xag fein lönnten, nal>m an Äraft in feinem 3nnem ju- ©in gebeimniSooffed Böglein feffelte enbliä) feine Hufmerffamfeit, ein Bogel, roie er itm nie erfdjaut. ©r r)atte bie ©röfje einer Xaube, unb fein ©efteber glänzte roie ber Regenbogen. $)er ©efang beS Bogeid roar aber fo rooljllautenb, bajj alle Xiere beS 2Balbe3 barauf ju lauften fdjienen. 2tud) 6rpf)o \)vtd)\e auf ben feltfamcn Sang, unb eigenartig rourbe fein £erj beroegt; fein ©eift genofc bie reinflen ßimmclsfreuben. ^löfc* lid) oerftummte baä Sieb beä Bogels, unb ber 2lbt bemerfte, bafe er fdron tief in ben Salb geraten fei. @S beulten it)m nur wenige s2lugenblufe geroefen $u fein, bafj er bem rounberbaren Sieb gelaufc&t Ijabe. 2)odj) betrübte ifm ber ©ebanfe, bie fojibare 3eit fo müfeig oerfdjroenbet ju b<*ben. (Siligft roanbte er barum feine Stritte bem Hlofter roieber $u, ba3 im Strahl ber Slbenbfonne erglänjte. Scfjon läutete man im Älofier $ur Be3per. aber roeldjeS Staunen befiel itm, als er alle* umfjer fo gänjlidj oer* änbert faub. ®a3 Älofter fdjien ifmt boppelt fo grojj $u fein, roie oorbem. 2lud> bie Stabt roar ganj anberS. $)ie ifmt Begegnenben flauten it)n fo feltfam an; bie gan$e ©egenb fdn'en if)tn von gremben beroot)nt $u fein, beim Äleibung unb Spraye roaren niebt bie bekannten. 2118 er ben Älofterberg ooUenbs erliegen batte, läuteten alle ©lotfen, unb bie Älofierinfaffen mit einem un= befannten ftirdjenfürften an ber Spifce oeranftolteten einen feier= lidjen Umjug. Wemanb fd>ien ifm gu kennen, unb ein £raum fd>ien ifm ju umfangen. Digitized by Google — 452 — 9hm manbte er ft$ an bcn Pförtner, ber ihm gleichfalte unbefannt mar, unb bat um Stuffchlufe über bie SBeränberungen, welche fner vorgenommen feien, £er Pförtner, ein filberhaariger ©reis oon 80 fahren, fdjtittelte ernft ba« £aupt unb fagte, er habe ba« Äloftcr nie anberS gefannt. $a trat ber 9Cbt mit bem Äonoent ju ber fiofjen ©retfengeftolt unb richtete oerfdnebene fragen an ihn. Uber immermehr much« ba« Staunen auf beiben Seiten. $a« oerflärte 2(ntlt& (Srpho'a unb ber baSfelbe um= leuchtenbe ^eüigcnfajein erfaßten aber ben 2lbt unb feine Schar mit geheimniSooller ®^rfurd)t. ©nblid) erinnerte fi<% ein alter ftlofterbruber ber Äunbe, bafc Slbt (Srpho oor 300 fahren furj oor ber 93e8per au« bem Älofter oerfchrounben unb niemal* mieber= gefehrt fei. ®er 2lbt liefe in ber (S^ronif be« Älofter« naa> fdjlagen unb fanb biefe Mitteilung beftätigt. 9hm tourbe e« aßen jur unumftö&lichen ©emifcheit, bafc e« Slbt @rpf>o fei, ber oor ilmen flehe, ber oon ©ott burdji ein SBunber bie 300 3at)re er= galten morben fei. ©rph° erzählte oon feinem ©rübeln über jene ^Jfalmfteffe unb bem munberbaren Sööglein. 2We aber priefen ©ott ob biefed Söunber«. @rpt)o aber f abritt jur Stirpe, nahm ba* ^1. Slbenbmahl, lobte ©ott mit lauter Stimme unb ftarb. ®a* gefchaf) am Xage nach (grifft Himmelfahrt im %abvt 1367, nad)bem ber ^eilige oom felbigen £age be« 3af)re* 1067, alfo oolle 300 3af>re, oerfchrounben geroefen. 62. $a8 beiügf fcänedjen )u Siegburg. (S«rg[. 3lr. 53 biefer Abteilung.) ö. SRering, Gkfäidjte ber ©urgen je. IV, 73. ©anj in ber 9täf>e be« $aufe* „Sur SRühle", neben bem nac^ bem $>orfe Äalbauen füfjrenben SBege befanb ftd) nod) im 3atjre 1750 ba« eingeftürjte SJtouerroerf einer Capelle, auf bereit Stelle ber fttnbbinger oon 5Becu* ein aufgemauerte«, noch betmalen oor* hanbene« HeilighäuSchen errieten ließ, in welchem man ein oon bem SRaler Serg gemalte« ©emälbe ftef)t, ein mit einem SWcffer gemorbete« Äinb barftellenb. ®S mar bie« ein ftinb au« Xroi*borf unb führte ben 9famen Johann. $)a*felbe pflegte in ba* eine Stunbe oon £roi«borf gelegene SJhnoritenflofter in Seligenthal $ur Schule ju gehen. (Sine* Xage* haben e« ^uben, um e;r)rifteiiblut ju befommen, auf* gefangen unb mit einem Keffer ermorbet, ben Äörper aber nahe Digitized by Google — 453 — bem £aufe „3ur 9Wüf»rc" unter bie (Srbe oerftecft (roo noch bie oerfallenen dauern einer ju beffen (S^ren aufgerichteten Capelle beftnblich). 33alb barauf roarb bie @rbe von ben ©chroeiuen auf= geroühlt unb ber ©ad>e Verlauf von ben Birten ben (Sltern am gezeigt. $a nun biefe 2lnftalt matten, ir>r fttnb chrijtlich begraben ju laffen unb e* be* (Snbe* auf einer Horrig abgeholt, auch mit bemfelben bid gegen ©iegburg an bie be*f)alb noch ^eute fo ge* nannte ßinb*gaffe gefommen, ba blieb ba* ^ferb unbeweglich fte^en unb wollte feinen ©abritt met)r weiter gehen. £)ie Uim ftefjenben, herüber erfchroefen, fielen auf bie flniee unb baten ©Ott, bafj er bod) offenbaren möge biefe* ©eheimni*; unb fiehe, o SBunber! 3n felbem Stugenblicf ftreefte ba* Jtinb burdj ben Xotenfarg eine $anb herau* unb jeigte auf bie Slbtei ©iegburg. 9Han glaubte ben SöiHeu ©otte* ju erlernten unb jeigte ben Vorfall ben ©eifc liehen in ©iegburg an; biefe jtettten fogleidj eine Sprojeffton an, mofelbft, al* fte ben ©arg mit bem ftinbe begrübet unb jum 9tücfroeg ftch geroenbet, ba* ^ferb ilmen mit ber ßeidje oon felbjt nachfolgte unb eilfertig hinter it)nen ben 2tbteiberg heraufging. darauf roarb ber &eib natje bem ©rabe be* 2lnno beerbigt, ba* £änbchen aber oorrjer abgelöft unb in ein ftlberne* ©efäfj eingefafet, roobei folgenbe* SBunber fidt) jutrug. $te Wutter be* Äinbe* fajnitt felbigem insgeheim ein ©lieb oom Singer ab, um folche* ju §aufe oerehren }u fönnen: ©Ott aber fügte, bafi fte feinen ©abritt au* ber &ira> fefcen fonnte, bi* fie, roa* gefchehen, offenbart unb bie Reliquie jurüefgegeben hatte. 63. £eht§ fcütlein. (©iegburg.) 9Hontanu«=2öalbbrü&[, Sorjcit I, S. 70. £einj £ütlein roar ein brei ©pannen lange*, muntere* Gefeit. Übrigen* roohlgeftattet, fah er nur fel)r alt oon Angefleht au*, roa* bei ber f leinen ©eftalt fidf) fct)r unheimlich anHefe, roenn man ihn juerft erblicfte. ©ein muntere* Söefen jebod), feine ©ajalfhaftigfeit, greunblia)feit unb ©efelligfeit ließen bie* bei längerer 93efanntfcf)aft balb überfehen. 5Me TOndje ju ©iegburg famt ihrem Prälaten erlebten gar mana)e greube an ihm. @* roar unter bem ftrengen Prälaten Liether oon $)rachenfel*, al* fich ber alte 3n>erg in ber Äüche ber &btet häuftö We» Kc&/ roo e* gerabe au einem flüchenjungen fehlte, $u beffen Verrichtungen Tich ba* 93ergmännlein anbot. 2Bie feltfam auch foI$er Antrag Digitized by Google — 454 — bem flodj) oorfommen mod&te, fo mar er ifnn bod) fc^r roitlfommen, unb bie ©efdjäftigfeit, bie Sßiflfäfjrigfeit unb gurtigfeit be$ fleinen ^ienerd festen tyn balb in bie ©unft ber ganzen ßüdjenbienerfdjaft. Slua) auger ber SIrbeitSjeit mad)te er fia) oerbient, inbem er für 3al)nfdmierj, guflen unb anbere Seiben feiner ©önner 9tat roufete, t>erbref>te ©ä)lüf[el juredjtbog, oerlorene ©adjen auffua^te unb manage ©dmurre jum beften gab. 9lu# bie 9Rönd)e Nörten ifjm oft su unb belohnten ifm mit fügen ßecferbiffen. Tura) feine ftenntmd be3 £atcinifa)en flieg er noa? mebr in itjrer Sldjtuug. Ta fonnte e* nid&t fehlen, bafe er aud) mit bem geflrengeii Prälaten befannt rourbe; in beffen ©unft batte er ci in furjer 3eit fo weit gebracht, ba& er aus- unb einging in ber ^rälatur, als ob er be£ frodjroürbigen 2lbte$ ©tubengenoffe geroefen fei. (5r ging ilnn aud) bei ben roid&tigften fingen trefflia^ jur £anb. 6r roufete auf aüe fragen Sluefunft ju geben. 3a, als ber Prälat einmal in einem gefäfjrlidjen ganbel mit bem fianbe&jerrn, bem £er$og Slbolf oon 99erg, oerroidelt mar unb ju beffen ©djlid)tung $u Köln ein §ürflenrat jufammenberufen icurbe, fertigte ber funftgeroaubte 3roerg aud mancherlei Kräutern einen Sfang, welcher bie @igenfd)aft befafe, bafj ber, roeldjer ifm trug, bie geljeimften ©ebanfen feiner fteinbe *u burd)fd>auen oermoa^te. Tiefen 9iing fdjenfte er bem Prälaten, bem e$ burd) beffen ©igenfdjaften gelang, auf bem gürften= tage jenen ganbel fo oorteityaft ju beenbigen, bafj er ftd) für ben ©önner unb ©dfüfcer beS bienftfertigen 3roerge3 erflärte. Ter 2lbt trieb feine ©unft fo weit, bafe er if)m eine Saienbruberfutte fertigen unb ifm förmlid) als OrbenSmönd) einfleibeu liefe. 23iä= f)er t)atte er fia) nur in bäuerifdjer Traä)t gejeigt, in fur$em SHörflein unb grofeem gut. Ten gut legte er aud) in ber neuen 9Woua)atrad)t, bie ifmt fe^r ju beijagen fdn'en, nia)t ab. &on biefem gute nannte man if)n ba£ gütlein, ober mit 3lbfür3ung oon getnjelmann: geinj gütlein. geüij gütlein uerfcljrte aber aud) mit ben $3eroof>nern bed XfjaleS. ©egen jebermann mar er gefällig. Oft fam er ftd)tbar, mitunter aud) unftdjtbar, auf ©äffen unb 9Bege. Turdj foldieä unfid)tbare Umf)erfd)leid)en unb bie gutmütige Tienftfertigfeit bed gütleinö rourbe befouberS ein Kaufmann in ber ©tobt ©iegburg auf bie feltfamfte Seife überrafdjt. Tiefer Jlanfmaun, ein reifer, filjiger ©lafcfopf, t)attc fpät geheiratet. Sein junge«, fd)öne8, aber fein* leichtfertige^ ©eib fjatte um beS ©dbeS roillen ben alten Digitized by Google — 455 — Kaufmann geheiratet. $af)er verlautete von iljrem SebenSmanbel nityt Diel ©uteS, benn fte fud&te ftd) an anberer 3ugenb für ba3 Sllter if)re$ ©lafcfopfea, rote fie tyren ©emaf)l ju nennen pflegte, ju entfd^äbigen; ober fte ging, wie ber gelehrte 2lbt Trittenljeim, ber @rjäf)ler biefer ©age, fi<$ fpric^ioörttict) auäbrücft, mit bem einen gufj gern int SBaffer. $)er Kaufmann aber mufete feine« ©efajäfteS wegen oft tnonatelange Reifen machen, unb folaje Beiteu oerträumte bie (eilfertige grau ni$t einfam, road ber 2lltc wof)l offnen modjte. 2ltS er baljer einft mieber eine längere Steife au* trat, ba befahl er bie fdfjeinbar tiefbetrübte ©emahlin fd&er^roeife ber Obfmt be£ 2>xotTQe& £einj §ütlein, inbem er ifmt beim Slbfdjieb jurtef: „$einj $ütlein, $)ir (äffe ia) mäfjrenb meiner 2T6roefenr)eit meine liebe §au3frau empfohlen fein/' 3m ©djerj t)atte er biefe SBorte ausgerufen. $>er flets bienftfertige 3roerg befanb ftd& aber jufälltg unftd>tbar in ber 9tär)e. ®r fafete ben ©dierj oödig ernfk auf unb mar fogleidd bereit, jenem Stuftrage naaj beften Kräften geredet $u werben, ©obalb e3 bunfelte, ftonb ber gewiffenfyafte §üter auf ber Treppe, roeldf>e jum ©d)laf= gema$ ber grau führte. (Sin ©aft, roetd^en fie gelaben, ein junger £augenid)t3, trippelte ganj lüftern tyxan. bitten auf ber treppe aber ftürjte er mit grofjem ©epolter fyinak, bafe bie grau fefjr erfdjraf. $5er junge Wann fam mit bem ©ebreefen baoon. ©einer eigenen Unoorfic^tigfeit ben gall fcr)utb gebenb, begann er aufs neue ^inaufaufteigen. $er ob foldjer 23ef)arrlicf>fett im 23öfen im= gehaltene £einj ftütlein liefe ir)n nun bie oberfte ©tufe erfteigen; bort fjielt er ifnn einen ©tab jwifcf>en bie flmee unb oerfefete if)iu einen ©tofe, bafj er blutenb unb $erquetfa)t unten anfam. Der übet jugertdjtete Surfte l)infte enbltd) im tiefften 3orne über bie grau, bie ifjit, wie er glaubte, alfo angeführt fjabe, nadj §aufe. Um 3Witternacf)t naljte ein anberer 33urfd)e. £od) biefer fam rafdjer hinunter, al$ er fnnaufgefajritten mar. 9JJit ßopf unb Seinen fa}lug er roflenb an bie ©tufen ©eine Verlegungen waren bebeutenb. ©o ging e£ üRadjt auf 9?aa)t. $ie grau lub immer neue ©äfte ju ftd) ein; aber naf)e oor bem mürbe bie treppe für jeben oerljängniSooU. Xa$ lüfterne SBeib mar balb als eine boefmftc .§ere oerfdjrieen, meiere bie mutwilligen ftnaben burd) allerlei $erfüf)rung3iunfle an ftet) locfe unb bann auf graip fame SBeife abfertige. 9tud) am Tage bewachte ber 3™rg bie feiner §ut 9lubefol;lene mit äufeerfter ©orgfalt. (53 ritt ober ging Digitized by Google - 456 - niemanb uugeftraft liebäugelnb an bcm §aufe beS Kaufmann« oorüber, too bie Süfterne am genfter fafe. 2Öer jur (Seite fdjaute, ftolperte über bie» ober baS, ober baS $ferb würbe fdjeu, ober ein 3>aa> fajiefer fiel Jjerab. 2lud) bie Sudlerin felbft ging nie au« bem §aufe, of)ne bafj if)r ein Unfall begegnete. £ie in ifyren ©rroartungen oft getäufd&te grau raufjte fid) bie Vereitlung ifnrer äöünfdje nidjt anberS als burd) bie (Sinroirfung eines neibtfdjen ©efpenfteS $u erflären, unb roaS fie früher nie getfyan, trat jefct ein: fic feinte ftd) nadj if)rem ©atten. £)er mar aber nodf) mehrere ©tunben oon feinem §aufe entfernt, als iQm §einj §ütleiu freubig entgegen^ eilte unb jn>ar in fia^tbarer ©eftalt. „©ottlob, lieber Älauffjerr!" rief ber %vmvq oor greube; „gottlob, bojj jurücffet)rt unb idj) enblid) oon bem befdjroerltdjen 2tmte entbunben werbe, toeldjeS %tyt mir auferlegt fjabt! $enn bie roenigen SBodjen, bie entfernt toaret, Ijaben mir mefjr ©orge gemadjt, als mir fonft in mancher ^afireSfrift nid)t zugefallen/' ®en alten £errn befrembete eine foldje Slnrebe faft me^r, als ber SInblitf beS Keinen ßuttenträgerS, benu feines fd)er$toeifen Auftrages Ijatte er längft oergeffen. Von §etn$ £ütletn fjatte er jroar mandjerlei oernommen, jebod) benfelben niemals oon Slngefidjt ge- feiten. ®arum fragte er jefct ftaunenb, toer er fei unb toaS eS für eine SeioanbtniS mit bem befdnoerliajen 2tmte t)abe/ r»on bem er gar md)ts roiffe. „SBeifet 25u, filjiger «Üa^lfopf, nidjt," entgegnete if)tn ber £einjelmann, „bajj $)u bei deiner Slbreife, als ®u unter ber &tnbe oor deinem .ftaufe r»on deiner fauberen @f)ef)älfte 2lbfdjieb nafjmft, biefe bem £>einj £iütlein $ur §ut anbefohlen ^aft? ©iefje, id) bin ^einj £ütlein, ber bas lieberlid&e SBeib mit Slngft unb SDKtfje aufs forgfamfte beioadjt f)at. £)aS t)at mir ben ©d&laf ber 9Jäd)te oereitelt, fo bafe id) anbern Sofm oon ®ir oerbient f)ätte, als bie 5ßergeffenf)cit, mit roeldjer £>u mir begegneft." £)em alten ©ei$l)als, ber bei Solm unb Velotjnung ftets nur feiner ©elbrollen gebaute, fdjlug eine foldje Verpflidjtung fdtjroer auf bie ©eele. £od) griff er in ben <3ädel unb fragte ben 3toerg fleinlaut, toie tief er beim in feine Sduilb geraten fei. 3>a lachte ber f leine Sdjelm unb fprad): „$er 2Rüf)e be3 3äblenS unb ber $ein bes 3^leiiS magft £u für biefeS 3Wal überhoben fein; beim id) fjabc ber 3Jlüt)c oiel mef)r gehabt in Gurem $ienfte, als 3br belohnen tonnt. Sflein einziger 2ol)n fei Digitized by Google — 457 — ber, bafe 3hr mich bei ©uren fünftigen SRetfen mit ähnlichen 9luf= trägen oerfdfc)ont, benn ein 9teft junger ftUtye ober ein Xeidj ootter gröfc^e ift leidster oor bem $erau$t)üpfen ju bewahren, al3 ein UftigeS, lieberlicheä Sßetb in 6t>ren gu behalten; unb oiel lieber wollte ich alle ©aue in ganj SBeftfalen hüten, als eine fold&e Settel/' 2Bie e$ bem alten Kaufmann babei ju 3Rute geworben, mag man fich benfen; bem SBeibe aber fott e3 jurSefferung gebieten fein. @o hat §einj £fitlein manchem 3Renfdt}en grofee Sienfte er* wiefen. $0$ liefe er auä) bie ben Sergmännlein eigentümliche ©mpfinblic^feit über augefügte Seleibigungen manchmal gar übel 3um Ausbruch fommen. $>a& war aud) bie Urfadje, weshalb er vom Serge be$ heiligen 2lnno oertrieben würbe. $auptfäa)üa> war ber 3ro«9 in ber 5Uofterru<$e befajäftigt. Ta fiel immer etwa« für ihn ab. 3n bem fpäter aufgenommenen ßüdjenjungen, bem ©djwefterfotme beä Kodja, befam er einen Gebens bul)ler. Vorwürfe, welche bem trägen Äüdjenjungen über fein 9Ser- halten gemalt würben, mufete ber gutmütige §einj oielfad) entgelten. Cft warf ber bo^^afte Sube ßehridbt, faulet ©emüfe unb ber* gleiten nach bem 3roerge, waä beffen 9tadje enbltch ^erauäforberte. 2U3 eine* 5lbenb8 ber träge 3unge öm ^erbfeuer eingefdjlafen war, unb fich bie übrige SMenerfdjaft fd&on ju Sett begeben hatte, nahm §ütlein bie Gelegenheit jur Stäche wahr unb erwürgte ben oerljafjten Quäler im Schlafe, warf it)n bann in ben haften be3 oerglimmenben geuerä, wo fein Oheim, ber Äoch, am anbern SJiorgen ben halbgebratenen Seicbnam fanb. Sott Sd&recfen lief biefer junt 2Ibt. §ütlein würbe fogleich ber Xfyat oerbäd&tigt, unb ber Äoä) futt)te oom Slbt ju erwirfen, bafe er ihm bie Xfyüx weife unb nic^t länger im ßlofter bulbe, ba$ er burdj fola> tüdftfehe sJJforbthat gefdjänbet h«be. $oa) ber ^rälat, eingeben! ber oielen grofeen Serbienfte, welche ifjm ber ümxq geleiftet t)atte, liefe biefem feine ©nabe §utei( werben. ©r gebot bem &od), atted weitere ©erebe über ben mifelidjen £anbel su meiben, unb liefe ben geröfteten Suben,al8 einen burd) eigene Unoorftdjtigfeit Serunglücften, begraben. $)er Roä) hingegen, welcher, oon bem 2lbt bebroht, feine Stutrache unterbrüefen mufete, liefe ben 3merg heimlich feinen ©roll empftnben. Sitte für £ütlein bejrimmten Spetfen oerunretnigte er auf efelhafte Ätfe ober machte fie fonft ungenießbar. $a nahm fidt) ber 3n>erg oor, e$ bem Oh*int ju machen wie bem Steffen. @r erfah bie ©elegenheit, bafe ber flodj ii(f> oben auf ber Äloftermauer jum Digitized by Google - 458 — 33red)en beä §au£taube$ nieberbücfte, unb ftiefj ityn fyinab, ba§ er umfam. ®a« Ratten aber oiele 3Renf$en gefeben, meldte cd bcm 2lbt hinterbrachten. SDiefer fonnte nunmebr ben 3">erg nic$t länger in ben ßloftarmauern bulben. <5r liefe itjm ben 9tid>terfprucb oerfünbigen, bafe er fofort ba« ßlofter oerlaffen muffe unb nie mebr einen gufe auf ben ßlofterberg fefeen bürfe. $aju mürbe bie Sannformel über ir)ii auSgef proeben, fo bafe bem Verbannten bie ßraft genommen rourbe, ba« Verbot be« 2tbte3 ju überfäreiteu. fWie erfebien ber 3"Jerg roieber in ber Stbtei. Vor ber Pforte berfelben fanb mau jebod) am anbern Xage bie ibm oer= ebrte fleine 3Wöncb«futte nebft ben anbern ©efdjenfen be« Prälaten. 64. fteiftertragen $u Siegburg. Eornbufä in ben Slnnalen beS 9tteb«rrf>ctn«, >>eft 30, ©. 147. £er ©laube an ba« ©etftertragen ift in bem alten a(bbrüM, Korsett I, 3. Ii*. Vor 3citen roobnte eine sD?agb ju Siegburg, eine .porige be« Älofter«, bie gena« eine« ftnäbleiu«, beoor jie oon einem 9ftanne jum 3Xltare geführt roorben mar. $ür folebe« fünbige 9)?utterroerben erlitt fie barte Strafe. 311« nämlicb il)r tfinb einige 9ttonate alt geworben, um bie $tit ber Heuernte, nabm ftc ba« kleine, al« fxc }um Jronbienfte auf bie SHiefe entboten mürbe, mit $ur Arbeit unb fefcte e« auf einen Raufen §eu. x^lö^lia) r)örtc fie ba« #inb jämmerlich febreien. Sic ging t)iu, um e« ^u füllen; aber fo ge* nügfam unb rulng ba« ftinb bi«ber geroeien mar, fo unrubig unb utigenügfam mar e« fortab. £abei nnid)« c« uiebt, fonbem blieb, Digitized by Google — 459 — roie e« mar, fo bafe e« bie 9Rutter fein* befümmerte. $>a f)iefe e« oon allen Seiten, ba« Jtinb fei bef>e£t roorben, unb e« gebe fein anbere« Littel jur Teilung, al« wenn man e« gen Doerratl) ju St. Ätjriar. bringe, auf ber Hnria^roage abroäge unb if>m au« bem Änriarbrunnen ju trinfen gebe. 2>ie befümmerte 3Jtutter, meiere fein anbere« SRettungsmittel roufetc, madjte fid> barum auf ben 2öeg. So fam fte mit bem Äinbe jur 2lggerbrücfe. ®a bünfte it)r ber fleine SBtelfrafe fo fdjroer, bafe fte niajt mef)r fortjuf abreiten oermodjte unb fidj feudjenb an ba« ©elänber ber Srücfe lehnte. Unterbeffen nafjte fidj ein reifenber Settelmöna), fprad) bie ermattete freunblid) an unb fagte: „®i, ftrau, roa« babt 3fu* ba für einen abfd>eulid)en Unflat aufgepaßt; ber roirb (Sudj notf) ju S3oben brüden, wenn %tyv it>n nidjt fahren lafet." ,,(S« ift mein liebe« äinb", entgegnete bie befümmerte 9ttutter, ,,ba« nid)t roac&fen unb gebet^en null. $)e«f)alb gef)e ia), e« auf ber St. ftnriarroage wägen ju laffen, bamit e« beffer raerbe mit bem armen ^ürmdfjen, roeldje« oon einer böfen §ere oerjaubert fdjeint." ,/2Ba« §ere!" platte ber $ater fyerau«, „in biefem Saig ift nidjt« §u oerjaubern. 2Berft ba« Unroefen in« Gaffer l)tnab, benn ba« ift nidjt (Suer Äinb unb feine« 3Renf$en 5linb, fonbern ein leibhaftiger ©ra«teufel ; e« ift ein alter 3roerg, ben man @uerm Äinbe untergefdroben f)at. Ärft ben Sobelin in« Söaffer." „ftein", entgegnete bie geängftigte Butter, „roie fofftc idj gegen mein eigen gleifä unb Slut alfo muten! 3d) fjabc ba« arme ^ürmdjen getragen, gefäugt unb erlogen unb roeife, bafe e« mein ftinb ift; al« id) mit anbern Leibern f)inau«gegangen bin, auf be« 3lbte« 'iüiefe £cu $u machen, ift ein bbfe« 2luge barüber gegangen, benn ba fing e« an $u fdjreien, roie e« juoor nie getfjan f)at, unb oon Stunb an ift e« 311m Sdjltmmen mit ifmt au«gefd)lagen." „Ta l)aben @ud& bie bo«lmften Jlobolbe au« bem Söoleberge (Suer Minb geftolilen unb biefen Unflat an feine Stelle gelegt/' errotberte ber TOnd); „(Sner ßinb pflegen fte im Serge, roie fie e« fdjon mit mandjem geftoljlenen Jttnbe gemacht fjaben. Sßerft $l)r aber biefen 2i>ed)felbalg r)inab in« Gaffer , fo muffen fte @uer tfiub 3nr Stunbe roieberbringen, unb $f)r ftnbet e« bat)eim in ber ^iege, frifd), gefunb unb gebeit)Hcr) roie anbere Äinber." Xa liefe ba* 31'eib ba« tfinb über ba« ©elänber ^inabf allen. £a« Heine ®efd)öpf liefe ein entfefclidje« ©efdjrei oernefnnen, unb Digitized by Google - 460 — unten im 3Baffer erhob fidj ein £ofen, 3Ucf)cn unb Brummen, alä ob ber glufj $u lieben beginne. 2lber bie Butter gewährte, bafj ber SKÖndj bie Sßahrheit gerebet hatte. Bon ©djretfen unb Hoffnung getrieben eilte jte nad) £aufe, roo fte it)r ßinb roirflid) in ber Söiege fanb, frifd^ unb gefunb, gebieten unb geroachfen roie anbere Ätnber. 66. SBon einer Befeffenen, wellte auffaßte, ber Teufel fei burd) brei Üföorte be£ ftanonS gebunben. (©iegburg.) GäfariuS öon fteifterbat^, Dial. V, 13. ©erharb, ber ^3robft oon $lei$, t)at mir erzählt, eine fielen befannte Befeffene fei ber Teilung roegeu nad) ©iegburg (©igeberg) gefommen. 2HS man fte in ber £ird)e beä f)l. sJJiict)ael befragte unb bie 9tebe barauf fatn, i'ueifer fei in ber §ölle gefeffelt, ant= roortete ber Seufel burd) ben ÜRunb jener Befeifenen: ,£\)x X&oren, mit roeldjen Letten glaubt ftln: wohl, bafj mein §err unb sD?eifter in ber #öttc gefeffelt fei? sJflit eifernenV ßeine^roegS. £)rei ©orte giebt e§ in ber Pfieffe, roeld)e ihn gebunben halten." 211$ einer ber Brüber frug, roelaje brei Sporte bieä feien, wollte er fic nid)t fageu ober oielinehr wagte er e£ nict)t, fonbern fagte: „Bringt mir ba$ Buer), id) will fie (Sud) geigen/" (53 würbe ein SJtefjbud) geholt unb bem Teufel oerfdjloffen hingereicht. 6r öffnete baäfelbe, fanb beim erften 2Iufftt)lagen ben Station unb legte ben Ringer auf bie ©teile: $)urct) if>n unb mit ihm unb in ihm, welche ©teile fid) auf bie tjeilige ©reifaltigfett begeht „£tefe", fagte er, „finb bie brei ©orte, burd) bie mein £err unb Weifter gefeffelt ift." Mehrere ber amoefenben TOncbe, bie wufeten, bafe bie befeffene grau ohne alle Üenntniffe fei, würben baburd) in f)öct)ftem ©rab erbaut, beim burch ben Bater unb mit bem ©ol)n in bem heiligen ©eift ift jener ©tarfe gebunben, unb fein §au£ beraubt. 67. ®utc3 fcütjnerfuttcr. (©iegburg.) aJtontanuS^albbrübl, «orjeit I, 6. 161. Huf einem grofeen Bauernhöfe bei ©iegburg wohnte einft eine Bäuerin, meldte einem alten £e£engefd)led)te in Dbenthal ent= ftammte unb welche manche ©eheintniffe auf ben $of ihres Cannes bradjte. $)a$u gehörte bie 5Jcifd)ung beä gutterä für ba3 geben wer), fo bafe btefe$ ©ier in foldjer Slnjahl unb ©üte legte, roie fonft uirgenbwo. 25iefe guttermifdmng pflegte bie Bäuerin ftet$ allein oorjunehmen, geroötjnlidt) am frühen borgen, wenn nod) Digitized by Google - 461 — nicmanb anroefenb roar. £ie SWägbe mufcten if>r f$on am Slbenbe oorfjer bie üerfdnebenen Abfälle baju bereit jtellen. 211« bie grau eine« borgen« ein ganje« äübel btefe« $üfmer* futter« bereitet fjat, ge^t [\t nadj oben, um ba« ©efinbe ju werfen unb au bie Arbeit ju treiben. tfaum Ijat fic aber bie Äüdje oer= laffen, al« ein SBettelmönd) eintritt, roeld&er burdfc einen langen sDtarfd) ermübet unb hungrig geworben ift. $er 3Jlönd& ficr>l ba« Äübel unb benft, bafc e« für ba« ©efinbe beftimmt fei; ba er niemanb erbtieft, ben er um (Srlaubni« fragen fann, fo langt er ju. 211« bie grau roieber erfdnen, fjatte er feinen junger gefliQt. (§r oerfefmrieg , roa« er getljan, unb bat bemütig um eine mitbe ©abe für fein Ätoftcr. OTit einer folgen entfernte er ftdr) aud) batb, mar aber nodj nidjt roeit gefommen, al« er ba* 23ebürfm« empfanb, fia) f)in$ufefcen. 3" feinem ©djrecfen legte er ein ©i. (5f)e er fein ftlofter erreichte, fjatte er mehrere $)u|enb @ier ob be« ju reid>lic$ genoffenen §ülmerfutter« ju legen. 3)er 3Rön$ führte roegen be« SBorfall« ßlage unb roollte, bafc man bie grau, meldte eine folaje 9Jtijdmng Ijerftellen fönne, al« $ej:e oerbrenne. $a ber 3Rann aber bem ^rior be« Älofter« eine reiche ©penbe an ©iern unb SButter braute, rourbe bie ©ad&e beigelegt unb bem v2Jlbna)e jur Sßfltd&t gemalt, fünftig erft anzufragen, beoor er jum Löffel greife. 68. $er ©tabtfiunb Mit (Stegburg. 35ombufdj in bert 3lnnalcn be3 Webetrljem« 30, ©. 14Ö. 3m $af)re 1792 fttefe ein geroiffer San holten oon $roi«borf nad)t« nadj jroölf Uf)r auf bem §eimn>ege oor bem ©rimmel«tf)ore auf einen großen, fcf)roar$en £unb, ber tfmt ben 2Beg oerlegte. 211« er oerfua^te, an ilmi t>orbei$ufommen, fcfjrooH ba« Tier fo an, bafc e« bie ganje ©trafee fperrte. darauf fefjrte 3an um unb oer= fud&te burdj ba« ÄöHentfjor feinen 2Beg $u nehmen. 2lber aud& bort fanb er ba« ©efpenft, wie oor jebem anbern Xf)ore ber ©tabt. 2lber nun fafete er ficr) ein §erj, lief) bei ber Söadjie am £>oljtt)or eine ^ßiefe unb ging bem £ier 511 Seibe. 2lber fo wie er ben erften ©d)lag nadj ir)m führte, flog ein geuermeer auf; ber 3J?ann fan! jufammen unb rourbe am anbern borgen in einem Äorbe in ba« ftäbtifaje §ofpital gefdjafft. @r litt barauf oiele SWonate an ber ©ict)t. @r gab bie ©atfje einem 9JJönd)e be« SRinoritenflofter« 311 ^ßrotofott, roeldje« in bem Uber memorabilium jene« ßlofter« auf= beroa^rt ift. Digitized by Google — 462 — 69. Xer £erenfefiel in 3iegburg. 2Künb(tcf) 2lm 2Ibhange be$ ©iegburger 2lbteiberge$ befinbct fid) ein alted 3Rauerroerf, roelche3 roofyl cinft ein £urm roar. $)er 33olfd= munb nennt e$ ben ipeyenfeffel nnb roeife ju berieten, bafj bort früher bie £e£en eingefperrt nmrben. TO. 2)er „SRöttd)" in ben äöibbauer Mannen, (©iegburg.) 9Künbli#. Oft haben nächtliche 2Banberer in ben SBibbauer Mannen bei ©iegburg eine rceifee ©eftalt bemerft, roelche oom $olf ber „Sttöndh" genannt wirb, ba ba$ roeifee ©eroanb lang jur <5rbe fyinabtuallt. 2lnbere behaupten, e3 fei ein ©pufgeift, melier wegen «Qoljfreoete Dorthin oerbannt fei. 71. fcau* atttffeit — 3ifc ber SBefjme. (Sroiaborf.) 3Künblic$. Unroeit be3 SJorfeä Xroiäborf liegt in roalbiger Umgebung £au3 SBiffen, nun ber -Weujeit entfprecbenb umgebaut, roäbrenb bie Öfonomiegebäube ein höheres Sllter aufroeifen. $id)t am ©djlofe foH in ben 3*iten be« TOiltelattcrd bie beilige 93efnne ihre ©jungen abgehalten tjaben. ©leid) hinter bem ©chlofe erbebt fich ber StaoenSberg, roo ftd? einft eine Älaufe für fromme Crbenäleute befanb. 72. $er ©roujiem (®n#eljn) bei Sdjredf. SRcmtanu$:3Ba[bbrüb,I, 33or§ett I, 3. 208. 9luf bem ©ege oon Siegburg nach ©chreef (beffen ftame in ber itolfämunbart fo oiel roie ©efpenft bebeutet) lagen, bem £ofe -Kobenbadh gegenüber, auf einem §ügel linfd oom 2Bege, ber am ©ror)rter)n (am grauen ©teine?) b^fe, jirjotf grofje ©teine im Äreife um einen noch größeren 9)fittelftetn, ben ©rohftein. Um biefe ©teine jogen fxdtj in einiger Entfernung (Srbroätte; außerhalb berfelben befanben fidr> oiele uralte ©rabbügel. Um biefe, roie an ben ©teinen, f ollen roei&e grauen $u nächtlicher ©eile uml>er= gegangen fein. Digitized by Google XIII. Digitized by Google 1. Ter Ijciltflc ©rumten ju $ui$burß. i». SBilmS in ben 93onner 3^f6üc^ern, 52. @infi vergifteten bie ©panier ade Brunnen in ber ©tabt Duisburg, unb bie Seroofjner waren gelungen, if>r SSaffer am „^eiligen Brunnen" $u f)olen (trofcbem eä im SicfelSbad), bem SRfjein ober ber 9lul)r roeit näfyer geroefen roäre). $1$ ber föroarae £ob unter ben 9Renf$en feine graufige @mte f)ielt, lagerte gerabe eine fpamfc&e 9lrmee cor Duisburg, ©ie fonnte fi<$ nur baburdf) retten, bajj Tic in ben SBalb IjinauSjog unb um ben „fietligen örunnen" f>erum fampierte, bis bie $eft baä Sanb verliefe. 2. äöinue befdjtoort eine 3reuer8orunft (Duisburg.) (SacfartuS toon £>eifterbadi>, Dial. X, 31. Qn ber faiferlid^en ©tabt Duisburg ($)ufeburg) lebte eine Sßitroe, roeldje 33ier braute uub auSfdienfte. 2tl3 nun einmal ein Branb in ber ©tabt ausbrach unb baä geuer bem $aufe jener SBitroe naf)er unb näfyer fam, ba nafmt biefe, roeil feine menfd&lidje £ilfe $u erwarten ftanb, it)re 3ufludjt jur göttlichen £ilfe. ©ie ergriff it)re üttafcfrüge, mit melden fie ifjren iluuben ju meffen pflegte, ftettte fie r>or ber £f)ür ben flammen entgegen unb betete in tf)re3 Serien« (Sinfalt: ,,©ere<$ter unb barmf)er$iger ©Ott, wenn ia) je in biefen ©efäfjen falföes 3JZa§ gegeben fjabe, fott bie* £au$ verbrennen. Xfjat idt) jeboaj, tvaä redjt ifi in beinen 2lugen, fo flefje id) 511 beiner ©ered&tigfett : fd)aue in biefer ©tunbe barm= ^er^ig auf meine 9fot unb verfdjone mid), rote meine §abe!" 30 Digitized by Google SRerfroürbigcr Ölaube ber grau, rounberbare öarmljerjigfeit beä SWmädjtigen! @r, ber gefprod&en f)at: „Wt meinem SWafje if>r meffet, mit bcm wirb eud) gemefjen roerben" — gebot, a($ ob itjn bie SJitte ber gläubigen ißMtroe beftimmt fyätte, bcm alles untrer üer3ef)renbeu gcuer plöfclid) §alt, unb jebermann erftaunte, al$ bie urilbe £of)e brennbare Stoffe jroar beledte, aber nid)t in Sranb fefcte. ^oettfcb. bearbeitet bon Jranj 9Ufreb 3)lut^ (^rana Dorn Kleine) in ber „Gilten unb neuen SBelt", 3<>Nan9 XIX, ©. 234. 3. Xte Steine im ftfjein bei Ürbinflen. ■ölünbliä). Ginft fubr ein Schiffer oom sJ)tofelftranb nad) ürbingen am Meberrfjein. Seine gradjt bcftanb in fdjtücren Ouaberfteinen, meiere er jum ^unbament für eine SBaffermüfjle ju Ürbingen am 9tycin- ftrome beftimmt batte. Sd)on ftanb er im begriff, feine Saft au^ julaben, ala ifnn ber weife Stabtrat oertunben tiefe, bafe fein 3.br- fjaben niemals ßenebmigung ftnben mürbe. $a ergrimmte ber Sd)iffer unb fdjfeuberte fdjroere ^lüdje über bie fur$fid)tigen ©im rootmer oon Ürbingen. ©eine Steine aber oerfenfte er in ben SKtjein, um ftüppen im Strome aufaufd)id)ten, an benen bie Jvatjr- jeuge Sa^iffbrud) leiben mufeten. £ie Steine erblidt mau nod) fjeute bort im Scheine. $oetif<$ bearbeitet bon 3. % Venfeen, 2)cr Meberrtyein, 1884, )lr. 18. 4. Griiie ^rojeffton in Wittlaer. 50JonatSfc^rift be8 ^öergi^en ©efdjieb.tSbereinä II, S. 111. 3u Wittlaer bei tfaiferäroertf) mar e3 feit alter %e\t üblid), bei ber gronleid)uamäpro$effion ba3 !öilb beä ^eiligen Remigiu* (beä Sd)u$patron$ ber bortigen ttirdje) auf einer Sragbaljre burdj oier TOnner umtragen 51t (äffen. (Sinft gefd)af) eä nun, bafe einer ber oorberen Präger nidjt Schritt f)ielt uub baburd> feinen hinter* mann ungebührlich belaftete. tiefer ergrimmte barüber, fd&lug $u unb oerfe^te bem läfftgen xräger eine tüdjtige Ohrfeige. £)er (Betroffene, in ber Meinung, St. Remigiu« f>abe il)n felbft gefdjlagen, roarf bie Safjre jur (Srbe unb rief: Sant Stemel, $at $)u et roef)ä: $annft $)u fdjloen, flannft £>u oud) golm. Digitized by Googl - 4G7 — 5. 3er Ätrdjenbau ju Äalfum. 9Rünblic$. ©ine ©age melbet, bafj bie Ätrdfjen $u Sflünbelfjeim, Wittlaer unb ftalfunt r»on brei abiigen ©a)roeftern erbaut roorben feien. £)a3 (Mb gu ben Sauten mürbe in Vierteln (ein altes bergifa)e3 JJrudfjfc tnafj) auSgemeffen. (Sin Saumeijier fticfj ba$ SJtofe, meines für ben Äirc&enbau in ßalfum beftimmt mar, mit bem gufee um, roeeljalb baSfelbe neu gefällt roerben mußte. $)ie $olge baoon mar, bafe bie bortige flirc&e fa^Öner ausgebaut mürbe, als bie beiben anbetu. (Sine grofee s!f)nlid)feit roeifen bie flirren ber brei Dörfer auf. 6. $er Xaufftetn von Äalfum. 3n ber fct>r alten ßalfumer $ird)e fällt bem aufmerffamen Sefdfjauer fofort ber neue £auffteiu auf; er pafet eben ni$t ju bem Sau. $>er alte $aufftein fteljt im §ofe ber SBirtfdfiaft „3ur 9tofe" unb bient alä Srunnentrog. liefen ^aufftein foU, wie baä 3?olf glaubt, nod& ©uitbertuä benufct fjaben. 7. 3er ^rebifttftofjl ju ÄaiferStoertl}. Wünblty. 3u Äaiferäroertf) $ief)t fiel) am Diljein entlang bie alte ©tabt- mauer fjin, roelaje teiliueife nodf) roofjl erhalten ifl 2ln ber ©tretfe von ber 9tf)einrtraf}e bU $um 2Binbmüf)lenturm fällt eine fajroad^ oorfpringenbe ftumpfe flaute auf, meiere allgemein ber s$rebigtftuf)l genannt wirb. 2>ort fott ©uitbertuS, et>e ba$ fllofter erbaut mar, ben (Sinrooljnern ber Gkgeub ba3 eoangelium oerfünbigt (jaben. 8. ©uitbertuS brurft feine Wedjte einem Stein ein. (Äaiferäroertf).) 3U* ©uitbertuä ba3 SMofler ju ßaiferSroertf) gebaut tyatte unb einft eine grojje Soltemeuge bort r»erfammelt mar, nalmt ber ^eilige einen ©tein von ber (Srbe auf unb rief: „©o roaf)r ber ©ott, ben id> eudf) lefn*e, $>a3 2Baf)re fdjüfcet nor bem ©d>etn, ©o roafyr brücf idfj ju fetner ciiiinfct gefdjenft, auf roeldjer berfelbe •ba$ anfänglich naa) iljm genannte ßlofter grünbete, $ort rourbe er aua) beigefefct. 2lber ber ^eilige tonnte felbft im Xobe nidjt getrennt leben oon bem Sanbc feiner oieljäbrigen £f)ätigfeit, bem 23ergifd>en. $>arum mufete ber 9lt)ein feinen Sauf änbern unb bie sJtyeminfet in 93erbinbung mit bem $ergifd>en bringen. 10. $e8 ©uttbertu* ©ajrein geraubt, (flaiferaroertf).) SHünblicff. $)er toftbare ©darein mit beu •iHeliquien be3 \)l ©uitbertuä rourbe einft oon oerroegenen hieben geraubt. Slber ber ©djretn rourbe immer fdjroerer, unb als fie an bie fogen. 93ären-'2Rauer getommen roaren, oermod)ten fie tyn nia^t mel)r oon ber ©teile ju fdjaffen. ©ie mufeten itjn fletjen (äffen unb ifjre* 3Bege3 sieben, ©o rourbe ber ©darein mit ben ©ebeinen be« heiligen gerettet. 11. $ie SBunber be$ (t. Suitbert. (flaiferSroertb.) 91a<& Jaibing, 19. yiaä) feinem £obe rourbe ber 1)1. ©uitbert in bem oon tf)m geftifteten ftlofter $u ßaiferStoertf) beigelegt. (Sr foQ bei feinen Sebjeiten bie ©abe befeffen faben, im SRbetn ©rtrunfene ins Seben jurüdjurufen. £ann ging lange 3^t bie ©age um, bafe alle Seieben, roelcbe ber 5Hbein an biefer ©teile mit fidj fübre, in ßaiferSroertt) antreiben müßten. 12a. 2>er ©djijfS&afen in ber iHrcbe §u flatferSwertl}. SWünblidj. (Sinfr überfiel ein t)eftiger ©türm einen 3^r)eiiifd^iffer. (Sr befabl feinen Seilten, in aller (Sile bie ©egel ju raffen, ©ein Xöd&tera>n aber roieä er an, in ber flajüte eine 3«ff«^t $u Juanen. Sluf baä flebentlicfje Sitten beä ÄinbcS erlaubte ifmt ber SBater, roeiter an $ecf 31t bleiben. $0$ immer entfe&lidjer erfyob ftdt) ber ©türm; im nädjften Slugenblicf fafe baä ©cfjiff regungslos auf einer ©anbbanf. „©erettet," jubelte ber $ater. 2US er fidj aber Digitized by Google — 469 — nun nad) feinem Äinbe umiuanbte, blieb er wie erftarrt fielen, benn e» roar über 93orb gefallen unb rang mit ben SBeffen. Seber ©ebanfe an Rettung mar au»gefd>(offen, unb oor feinen Slugen mufcte ber unglüdlidje $ater fejjen, roie fein geliebte* Äinb in ben boajgefjenben Letten uerfdjroaub. längere faxt naa^er §og man bie £eid>e be» SWäbdjen» mit einem ©a)iff»f)afen an» Ufer. $er 33ater aber trug bie geliebte £aft jur naljen JUra> (Suitbert» unb legte fie auf ben Slltar. ©ein brunftiges ©ebet fanb (Störung. S3or ifmt ftanb plöfclta) ber ^eilige unb gebot bem toten fltnbe mit läctyelnber 3ftiene, in» Seben $uriicf$ufet)ren unb ben betrübten 33ater ju beglütfen. $)a» ßinb erroadjte fofort ju neuem Seben. $)en ©djiff»f)afen f)ing man am Slltare ber 9)tuttergotte» jum eroigen 3lngeben!en auf. 12 b. Sie 8d)ijf8angfl in ber Äirdje $u Äaiferötoertf). 21m 9Huttergotte»altar ber Äirdf>e $u ÄaiferSroertlj Ijängt no$ tjeute eine fdjroere, altertümlidje ©cf)iff»angel an einer furjen ßette. Davon roirb golgenbe» berichtet: @in|t rourbe in ßaifer»roertt) ein Änabe gefto^len. 2Jton braajte ifm ju ©d)iff; aber ber Snnge f prang in» Söaffer, um föroimmenb ba» Ufer ju geroinnen. SJftt einer ftarfen ©d)iff»angel rettete man ifm unb f)ing biefe jum eroigen 2lngebenfeu in ber flirre auf. 13. Sie ©4wurianb an ber ^farrfirdje ju ffaiferSioerlfj. 2Nünbli$. Über bcm SSeftportal ber "^farrfirdje $u &aifer»roertf) ift auf einem alten, oom &ax)\x ber 3*i* angefreffeneu ©teine eine ©djrour= Ijanb eingehalten. Ser alte ©tein rourbe beim Umbau ber ftirdje forgfältig gefront al» ehemalige» 9Baf)rjeiä)en ber alten Äaiferftobt. 9)tit biefem Silbni» x)at e» aber ber ©age jufolge biefe Sßc- roanbtni» : Sil» einft in einem Kriege ßaifer»roertf) belagert rourbe, liefe ber ftommanbant au» &lugtyeit»rüdjiä)ten ben Saäjreiter ber ^Sfarrfirdje abtragen. 9lber bie Bürger oerjtanben feine 2lb|tdS>t nidjt, unb barum far) ftdj jener genötigt, mit feierli^em ©djroure ju geloben, naa) Söeenbigung ber Belagerung ben Xurm roieber aufführen gu (ajfen. $)odj ber ftommanbant l)ielt fein 5Berfpreä>n Digitized by Go — 470 - nidjt. $a traf tfm eine fdjroere ©otteäftrafe: feine ©dfjtourfjaub uerborrte. 3um SCnbenfcn an feinen gebrodjeuen ©cfjnwr aber braute tnan bie ©djnmrfjanb am "Jöeftportal ber ^Prarrftrdje jur üffiarnung für jebermann an. 14. Sie Belagerung. be£ ©dtfoReä §u ftaifertnertft. 9Rünbli<$. ßinft n)urbe bie 33urg ju $atfer«roertf) belagert, nnb manches feinblidje ©efdjojj traf auf ba$ alte Mauerroerf, olme bafe bem ungemein feften Sau ein ©djaben jugefügt roorben märe. $em JJeinbe jum §ofme rotteten bie belagerten nun mit einem meinen Xuc$e jebeämal bie Stelle ab, roo eine ßugel getroffen tjatte. 15. Der Stein am äubenttrdräof. (ÄaiierSmertf).) aJJünblic^. Um Subenfiräjfjof ju flaiferäroertb liegt ein grofeer ©teim Mocf. Söerben mittag« ju ÄaiferSmertl) bie ©locfen geläutet, bann fpringt ber ©tein breimal Ijerum. Jlad) anberen Mitteilungen brefjt er fict) gar jroötfmal fjerum. ©ttajt man im grüljjafyr mit einer 9?abel in ben Stein, bann fliefet 93lut fyerau«. 3n früherer 3^it fott bie ©tabtroage oon ftaifer«roertf> an biefem ©teilte angebracht gcroefen fein. 16. 2>te „fdjwarje Capelle" }u Benrath 9«. öermann«, (3efd>i($te b. $enratty u. Umgebung, S. 2ti. 3u 9lnfang unfer« ^al)rl)imbcrt« legte man bic fogenannte „fäjroarje Capelle", meiere fiel) eine Kiertelftunbe öftliä) oon ©a)lofj ©enratt) erfjob, nieber. £>ann bejeict)netcn bi« jum 3a^rc 1889 üier Stuben biefen Ort. Kon biefer fdnoarjen Capelle wirb folgenbe ©age er$äf)lt: @ine fromme bergifaje (Gräfin pflegte bei i()rer 9luroefenf)eit in Senratf) mit Korliebe in ben ofttoärt^ oom ©djlofe gelegenen 2Balb ju gefeit, um bort itjr einfame« (heftet 511 oerrid)ten. Sil« fte einft tiefer als geroöljnlicf} in biefen SBalb bineinf abritt, rjörtc fie in nädjfter 9fäf)e einen frommen ©efang. Kon gurajt ergriffen, eilte Tie fd)neHen Saufe« jum 3d)loffe jurücf unb machte ttjrem föemaljl Mitteilung, tiefer ergriff feine Waffen unb begleitete Digitized by Google — 471 — feine ©emahlin in ben Söalb. 211S ftc ju ber Stelle (amen, er= Mieten fie beibe in einem bicfen, ^o^Ien Saume ein Silb ber ©otteSmutter mit gellem ©lorienfchetn, über roelchem bie 3fnf<%rift prangte: „5Jlaria im Sidjterfchein, SBiff ^ier oerehret fein." $ie ©räfxn tiefe fogteidt) über bem Silbe eine Capelle erbauen, meiere balb baS 3iet Dieter frommen SBaHer mürbe. EiefeS Silb fott baS jefct in ber ^farrfird&e ju Senratt) aufbewahrte fchroarje SttuttergotteSbilb fein. 17. £ie „fdjwarjc flapeHe" bei ©enratfj. 211. ftermannS, ®efc$t<$te ü. Senratty u. Umgebung, 3. 27. @iuft sogen feinblidje Gruppen oerheerenb burch baS bergifdje Sanb. ©ie raubten unb plünberten unb »erfchouten fetbjt ftirdjen unb Älöfter iüd»t. 3tud> bie fchroarje Capelle bei Senratl) tourbe üon ihnen fjeimgefua^t. £)er ©otteSbienft rourbe oerhölmt unb bie Seute gelungen, ihr Sief) herbeizuführen, S)aSfelbe rourbe ge-- ichladjtet unb in ber ßapeße bei roüfteu Saufgelagen oerjehrt. 211S bie Gruppen enblict) baS Sanb uerliefjen, roaren bie SSanbe ber Capelle ooUftäubig gefdjroärjt. Mehrmaliges hälfen unb SCnftreidjen blieb erfolglos. S)aS roar für bie Umroot)nenben ein untrügliajeS 3^ichen, bafj ©Ott unb bie 5JfuttergotteS an biefein Orte ber ©ünbc nid)t mehr oerehrt fein roottten. Son jener $e\t an führte bie ilapelle beu tarnen „fcf)roar$e ÄapeHe". 18. Segaufeln M «ugeS. (Benrath.) 3J{outanu8=3öa[bbrü^f, «orjeit I, iuge auberS feheu, als fie roirflid) finb. (Sin folcher 3aubermeifter jog einft burd) baS !HfjeiittE)al unb jeigte allenthalben einen gewöhnlichen §auShat)n, ber aber fo ftarf roar, bafj er einen ferneren Salfeu, au roeldjem ein fräftiger üRann feine Saft l)atte, im Schnabel fortfchleppen fonnte. 3X£lc Sßelt ftaunte baS il'unber an unb pries beu SJteifter, ber einen folgen §at)n befafe. SRun traf eS fidt) aber einmal, bafj, als ber 9ftetfter in Benrath eine Sorftellung gab, unb alles auger fuf> oor (Srftaunen Digitized by Google — 472 — war, eine 3ungfer mit einer 23ürbe älee auf bem &opfe ooruber fam. 3n bicfct ßleebürbe befanb fidj aber ein merblättrigcS Älee= Matt, weldjeS bie ©igenfdjaft f)at, bafj es jeben Qaubtv jerftört. datier faf) bie Jungfer, bafe ber §al)n nur einen ©trofjfjalm trug. $a fic bie laute 33ewunberung f)örte, rief fie laut: „9iun, was ift baS ©rofceS, bafj ein §aljn einen <5trof)f)alm fdjleppen fann!" 3Wit biefen Söorten fdjmanb ber Qavibex, unb jeber faf), bafj ber §a§n nur einen §alm fdjleppte. SllleS lad)te nun ben verlegenen 9Mfter aus. tiefer aber wollte nidjt etyer ben Ort oerlaffen, bis er fidt> an ber 3"»9fer geräa^t fyabe; unb fjierju bot fidj tym fdjon am näd^ften £age Gelegenheit. Unweit beS DrteS lag ein grofceS glad)Sfelb in fünfter ölüte; unb ringsum waren bie Surften auf ben trfern befdjäftigt. ®a fam jene Jungfer batyer unb wollte burd) ben gladjSarfer wieber auf ben Äleeacfer gelten. £er Sautet- meifter begaufeite it)r fofort bie Slugcn, bafj fie baS gladjsfelb für ein ©affer anfaf); ba Tie barfufj eintjerging, fjob fic ifjre fHödfc ein wenig auf, um baS Söaffer $u burc^fdjreiten. Mittlerweile fd&ien aber bie SBafferflut r>6t>er unb fwtyer 311 fdjwellen, fo bafj fie bie Kleiber, weil fie biefelben niajt gern burdjnäffeu laffen wollte, immer r)ör)er unb Ijöfjer auffwb. $a fie nun fo f)od) aufgefd)fir$t fürbaß fd)ritt, fonnten fid) bie £eute julefet ntcr)t metjr ernft galten unb brauen in ein lautes (Mäajter aus, worauf fid^ aua) bei ber Jungfer ber Sauber legte, bafj fie bekämt ifyre 9iöcfe fallen liefe unb oon bannen eilte. „$)enf an ben §atntenbalfen," rief it)r ber 3auberer uad) unb 30g nun aud) feine ©trafee. 19. 5er 3puf im flujftan. (Seuratli.) SNünblty 2luf einem öauernfyofe in ber 9iäf>e r>ou Öenratl) jeigte fidt) längere $t\t aHnädjtlid) eine merfwürbige @rfd)emung. 3" oors gerüdter ©tunbe entftanb im Alu^ftatl ein entfefclidjeS ©etöfe. ^rüHenb liefen bie iWinber burdjetnanber, bafj bie Stetten fi$ inein= anber oerwirrten unb je jwei 9iinber mit ben Äöpfen bidt)t gegen* einanber gebrängt waren. @S war nietyt möglid), biefe Letten 311 entwirren, unb nur fräftige ©djläge mit ber 3lyt oermodjten bie &erwirflungen 311 löfen. 91ad) einiger 3eit r»erftt)wanb biefe (5rfa>inung unb würbe nidjt mefjr beobad)tet. Digitized by Google — 473 — 20. Sttäbo^en tragt einen Söcrmolf. (Saumberg.) 3RünbU#. (Sin erroadjfene« 3Räb$en ging etnfi oon Saumberg nacij Urbenbad). ®ort beforgte e« oerfdfnebene ©infäufe unb begab ftdj> bann auf ben Stütfroeg. $njroifdf)en war e« Slbenb geworben. 3)a [prang ifyr plö^lid^ ein grofjer SBerroolf auf ben 9tücfen. $)eutlid) fpürte ba« 3J?äbd)en bie Tratten be« Untiere« auf ber Sruft, unb ädjjenb unb ftöfmenb fä)leppte e« fidf) oormärt«. (Srfl in ber 9täf)e feiner Sßofmung mürbe e« oon bem SBerroolf üertaffen. ©an} er* mattet ftürjte e« bann in bie ©tube aur SRutter. 21. @eift auf bem %$ot. (Saumberg.) 3Rünblic$. $u ber sJtäf)e oon Saumberg liegt ein grofjer, im Sieretf gebauter ,§of. (Sin grofje«, f)öljerne« Xfjor füfn*t in biefe« ©e* bäubeoiereef. $n einer 9taä)t faf) ber 9tod&tioäcf)ter einen ©eifi über bie ©ebäube, über ©Neunen unb ©täfle bafuneüen, bt« er jum ßreuj auf ber §öf)e be« Torbogen« gelangte. £>a mar feinem Vorbringen ein 3iel gefegt. 22. $er 2öerw«lf in 9ltd)rat^. SRentanufrSöalbbrityl, Sorjcit I, 2. 108. (Sin Sauer au« d\xä)xat\) tarn abenb« au« bem $orfe unb rooflte naa) feinem etwa« abgelegenen $aufe jurüeffebren. 2luf biefem iöege f)örte er ettoa« fjinter fi$ fa)naufen unb fafj ein grofje«, wolfartige« Xier t)inter ftdj Verläufen. ®ie 3lngft gab ibm glügel; er eilte in feine SBofmung unb fd)lug bie XI)üre t)inter fidj ju. 211« er aber bie obere Z&üre gepaeft Ijatte, um biefelbe ebenfatt« ju fä)liefjen, mar ba« 9Botf«tier mit feinen Sorberpfoten fd)on auf ber untern £f)ür angelangt, fo baß feine 34*n jroifdjen beibe £f)üreu eingeflemmt mürben. Xer Sauer riegelte fdjmell ju, öffnete barauf ein genfier unb rief, al« er ba« Xier oergeben« jappeln falj, ben 5lneä)t Ijerbei, ber nod) im Stalle befdjjäftigt mar. $)er Äned)t ergriff bie §eugabel, fam herbei unb fat) fofort ba« $icr. @r ftodj nadj) iljm unb traf e« in ben &al«. Unter fdjrecf- liajem ©eljeul rifj ftdj ber äöolf nun lo« unb oerfd&roanb. 3lm aitbern borgen ging ba« ©erüd&t, ein befannter ruberer ber Digitized by Google — 474 - ©egenb, bem man auä) fonft gern aus bem sIBege ging, fei in bcr 9iad)t in eine ©abel gefallen unb trage baoon $roei ©tic^e im §alfe; au($ rjabc er bie ginger bermaBen 6efd)äbigt, bajj er roof)( $um Ärüppel werben mürbe. 23. $te erfdjeinunö ber Butter. (föid&ratf).) (Sinem armen SWanne in 9ttd)ratf) mar feine grau, bie immer in größter £reue im #aufe gemattet t)attc, geflorben. Einige 2öoä)en nad) tljrem Xobe mar ber 3Jlann einft ausgegangen, unb bie bret ßinber fajjen allein in ber ©tube. ©te roaren eifrig mit ber Verfertigung fleiner Beutel für if)re Älicfer (§euer) be= jdjäftigt, als eS leife an bie Xl)üre Hopfte. ©leid) barauf öffnete fid) biefelbe geljeimniSooH unb bie SRutter trat t)inein. Voller (Sntie^en öffneten bie ßinber baS genfter unb flogen inS greie. Tort blieben fie in größter XobeSangft, bis ber Vater fjeimfefjrte. 24. 2a8 SBoroefc^aft in W$rat&. Münbli$. ©in einfadjer Wann in sJiid)ratf) rourbe in einer 9{acr)t plöfclid) im beften ©$laf burd) fjeftigeS ftlopfen geftört. ©r fufjr aus bem Vett, um nadjjufefjeu, fanb aber nid)ts. 2lud) burays geöffnete genfter nermod)te er nid)tS roaf)r$unef)men. ©r legte ftd) roieber nieber. Aber faum mar er eingefdjlafen, als tyn baSfelbe Älopfen oon neuem roeefte. Töieberum mar nid)tS ju entbeefen. Aber nun rourbe il)m flar, bafe es ein Vorgefdjäft geroefen fei, unb bafe balb einer feiner Angehörigen fterben roerbe. SBirflidj erfranfte fd)on nad) einigen Xagen ein Vcrroanbter, ein rüftiger, junger 9Wann, ber bei il)tn rooljnte. Sitte ärjtlidjen 9?atfd)läge roaren oergeblid). tfurje 3eit barauf ftarb ber junge 3Wann. 25. £cr 3i(0ettbocC auf §atte Graben. 2Rünbtt#. Auf §auä ©raoen Ijielt man oor oielen 3af)ren einen 3iegen= boef, weil man glaubte, bem ©eifterfpuf, ber ftd) in bem alten Sdjlofe fet)r unliebfam bemerfbar macfite, baburd) $u begegnen. TaS ift lange 3af)re f)inburd) gefd)ef)en. Digitized by Google — 475 — 26. $er (Semarfenlmtib in Srnmigratb. 2ln ber ©renje ber 3mmigratf)cr unb §ilbener ©emarfung ftetjt ba3 fogenannte 3olU)au3. ®ort erhob fid) einft, fjart am Äreujroeg, ber ©algen. £ier rourbe oor Briten aud) bie £>ingbanf gehalten, wo bie Serhanblungen über bie ©emarfenfachen gepflogen würben. 2tn biefer ©teile ger)t mitunter in finftem Rädjten ein großer £unb um, melier allgemein ber ©emarfenfjunb Reifet. 27. Sobantunbigung. (Smmigratf).) 3RünMic$. ©in Sauer in Smmigratl) ftettte einft, ba if)m fonft ber Raum mangelte, eine 2huahl Fretter in einem ©puppen nahe beim §aufe auf. 21t* ber erroaajfene ©ofm be8 Sauern einft fpät am Slbenb tieimfe^rte, f)örte er ein ©eräufa) in biefem ©puppen, als wenn bie Fretter umgefallen mären. ©r oerfah fid) mit einem £id)t, um bie ©aa> $u unterfudjen, fanb aber aüeS in befter Drbnung. ©rabe ad)t Xage fpäter ftarb ein Serroanbter bes Sauern. $a feine Angehörigen fein §ol$ Ratten, um einen ©arg anfertigen ju laffen, roanbten fie ftd> an jenen um Überlaffung einiger Sretter. Run ging bem ©ofjn unfer« Sauern ein £id)t über ba« ©eräufch auf, roela^e« er an jenem Slbenb gehört hatte. £>er ©eift beä nun Serftorbenen tjatte e$ oerurfacht, um feinen balbigen %oo anjufünbigen. 28. Xa8 toerfunfene ©dtfofj Surgoraben bei 3mint(jrat^. §art au ber Sahnftrecfe 3mmigrath--Oplaben, etwa 20 Mi- nuten uon erfterem $orfe entfernt, liegt ber fogenannte Surggraben, eine alte Söatlburg, roelaje nad) bem ©lauben ber bortigen Se* t)ölferung einft eine Ritterburg mar. Unb jroar Raufte bort ein geroaltiger Raubritter, roeldjjer ber ©djrecfen ber ganjen ©egenb mar, fo bafe alle umroohnenben Sedier itjrc SBohnftätteu mit ©räben unb Fällen umfa^loffen. $amit man u)n nicht «erfolgen fonnte, hatte er feinem ^Pferbe bie £ufeifen oerfehrt untergefd)Iagen. 2lber ^eute ift baS ©cblofc oerfunfen, benn ber Ritter fott eine unfdmlbige Jungfrau lange 3*it in ftrengem ©eroahrfam gehalten haben, gür biefen ^reuel ijt ba« ©cblofe oerfunfen. 5lber oiele ©d)äfce fmb Digitized by Google — 476 — mit biefem binabgefunfen, namentlich ein gafe mit ©olb unb ein golbeneä ©pinnrab. $a3 ©pinnrab aber ^atte ber Raubritter von 23urggraben einft einer Sßrinjeffin geraubt, beim nur gürften= töd)ter fpannen auf golbenem Spinnrabe. ©ar oft f)at man in ber 9Jtatt)iaänad)t oerfudjt, biefe ©dj>ä&e ju fjeben; aber aHe3 roar bisher oergeblid). (Sinft gruben mehrere aWänuer, roeldjen ftd) fogar eine grau jugefeUt r)atte/ naa) biefeu ©djäfeen. $a roate plöfclid> ein grofeeS gafe an U)nen oorüber. $er ©ebreef räumte bie ganje ©efettfajaft. 211* fie ftd) baoon etwa* erljolt Ratten, mar alle* oerfebrounben. (Sin anbermal tjofften bie ©d)afcgräber roieber am 3iele ju fein, als fid> ein heftiger ©turnt erbob, ber ifjre ©eele berartig mit ©raufen erfüllte, bafe fte entfefct floben. 20. Xcr Geilt auf bem SBarenbufdjerboff. (Smmtgratli.) 2Rünbli$. $n ber 9iäbe be* SJurggrabenS bei ^»^igratb liegt ein tTjiuer £of, ber ,,23ärenbufd)erbof" genannt, ©ort roofmte oor laugen Sabren eine grau, namen« tfatbrine, eine Söitroe. ©ineS SageS, au* roeldjer Urfad)e ift unbefannt, ertränfte ftd) bie grau in bem Brunnen ibreS $ofe$. Slber fte fanb wegen ibreS ©elbftmorbeS im ©rabe feine Stube unb gebt als ©eift an bem Orte ibrer einfügen £bätigfeit um. 30. $er Spielmann uott Wonbeim. Seit Anfang beS 17. ^abrbunberts ^ielt fieb jur ©ommerjeit in bem ftattlicben $orfe SHonbeim am ^Kbeinc (im ©olinger Äretfe beS iRegierungSbejirfä S)üffelborfs) ein ©pielmann auf, ber tmrd) fein oortrefflid)e$ ©eigen in ber ganzen Umgegenb berübmt unb beliebt mar. ©obalb er in ein 2i>trtSbauä trat unb ben Söogen unter ben ftraffen ©eiten beroorjog unb anfing aufjufpielen, ba mar gleid) alles ein ^ubel unb eine greube. „Xer alte ©Ott ift roieber ba! ©rüfj (Sud) ©Ott, alter ©Ott!" fdjaßte eS einftimmig, unb bie ootten Mannen brängten fidb um feinen 9ttunb, unb alle .pänbe ftretften fid) ibm entgegen $um ©ruße. 2Bie ein Detter flogen Xifdje unb ©tüljle bei ©eite, bie ^ßäreben beutelten ftd) ein jum Tanje, unb ber alte ©Ott geigte fo luftig unb trieb babei fo Digitized by Google — 477 — fd)iiacftf($e ^offen, bafe ba* Sanboolf manchmal oor lauter 2uft tyätte toll werben mögen. Äeine Äirmefe in ber ganzen Umgegenb oerging, roo nidjt ber alte ©ott gefpielt f)ätte. $)en alten ©ott aber nannte man ben ©pielmann, roeil fein £iebling*lieb, ba* er oft jur ©eige fang, mit ben SBorten anfing: „$)er alte ©ott lebt nod)!" — Übrigen* roufete man roeber, roie er fjiefe, no# rootyer er roar, fonbern nur, bafe er ein feelenguter ßerl unb oom jenfeitigen 9tyeinufer gebürtig fei. $>enn im ^erbft, wenn er bie lefcte 5ltrmefe au*gegeigt fyatte, mar er geroör)nlidj oerfdfrounben, ofme bafe jemanb erfahren f)ätte, roofnn; wenn aber mit bem grüf)jal)r bie ©djroalben jurücffebrten, ba fam audj ber alte ©ott roieber mit fetner ©eige bei SRonfjetm über ben 9^t)eiu fjerüber. 2Öar er nun aber aud) bei 2Ut unb 3ung beliebt unb bei allen efjrlidjen beuten als rea)tfa)affener Wann angefeljen, fo wollten bodj bie ®ominifaner in ibm einen £e£enmetfter erfennen unb ftettten ifmt in*gel)etm nadj. felbft mar bie* nid)t fremb, aber er ladete i&rer, ob mit föedjt, ba* roie* fidj leiber balb au*. 3m grüfjjafjr 1615 liefe ber Spielmann bie Wonbetmer oergeben* auf fid) roarten. 55er ©ommer fam, unb nodj> immer fehlte feine ©eige $u ben frotjen Tangen. Wan buug ftd) roof)l anbere Wufifantcn; aber freiltd), wer ben alten ©ott fyatte fpielen f)ören, bem fam e* oor, al* ob bie neuen ©ötter nia^t oiel 6r= baulidje* gelernt Ratten. Überaß flagte man um ben roaefern giebter unb ©pafemadjer. 35a enblidj fjiefe e*: „Xer alte ©ott fommt! S)er alte ©ott fommt roieber!" ßunbe nad} Wouljeim gelangte. @ben roar bie ^odjjmeffe beenbigt, unb bie Wenge be* 93olfe* eilte an ba* Ufer be* fttjein*; teil* um ben ©pielmann, roenn er fäme, gleid) §u beroiHfommen, teil* um ben niebrigen 28afferftanb be* 9lf)ein* $u berounbern. ®enn bie an« fjaltenbe ®ürre &atte benfelben fo niebergebrüeft, bafe it)n ein Wann, ber bie fturt fannte, rooljl burdjroaten formte. 211* ber ©pielmann nun brüben oon ben bergen nieberftieg unb feine ^reunbe unb £än$er am jenfeitigen Ufer feiner barren far), ba laa)te iljm ba* £er$ im Seibe, unb er fdjroenfte luftig grüfeenb ben §ut unb bie ©eige f)odj über bem Äopfe. 2Bie er aber an ben ©trom trat unb ba* Gaffer fo feidjt faf), ba fam ifmt ein ©d&roanf in ben ©inn, roomit er feine Wonljeimer fo Digitized by Go - 478 - red)t auf feine 2Irt beluftigen rooüte. @r roatete bur# ben Strom itnb geigte baju fein 2tebling«lieb fo luftig, als ob er auf ebenem trotfenem 2öege ginge. Unb bod) reifte U)m biSroeilen ba« sBaffer bi« au bie 2ld)ielu, fo bafe er feine ©eige fein t)od> balten mufete, um nidjt SBaffer bamit ju fd)öpfen. 9JHt ängftlidjer Öeforgni« fafycn bie &eute am Ufer ben ge= fäbrlicfyen Sd)erj, benn fo etroa« roar in 2Ronf)eim nodj nie gefeben roorben. SEBie er aber nun glüdltd) anlanbete, ba grüfjte ibn lauter ^ubtl Stdeö brängte fid), ben alten ©ott 511 beroill= fommnen. %m\ fröljlidje kirnen fafeten ibn fd>äfernb an ben Sinnen unb führten jur Sdjenfe; bie Surften aber reiften ifmt bie Mannen l)in in fold)er 9)tenge, bafe er, wenn er ifmen allen l)ätte $efa>ib tinin motten, roofjl fdjroerlid) mürbe im £afte geblieben fein. 33tö in bie fpäte 2Rad)t hinein tollte ba« au«= gelaffene Holt uon 9)ionf)eim ; bie Stnfunft be« alten ©otte« roarb roürbig gefeiert, unb fein mufitalifcf)er 9tf)einburcbmarfdj taufenbmal bemuubert unb belaßt. 9ttemanb aber backte baran, ba& etroa biefer Spajj für ben (Spielmann nod) traurig auffallen tonne, wie ba« leiber am anbern borgen gefdjab. flaum graute ber Xag, ba ftfmnten bie $omiuifanermöndje, bereu ärgften bie Sage Seroatiu« nennt, in bie SBofmung be« Stmtmann«, unb forberten, bafc er bem (Spielmann, ber bei feiner geftrigeu SInfunft fid) beutlid) al« ein ^eyeumeifter beroiefen fjätte, ben ^rojejs mad)en unb ifyn bem geiftlidjen ©eridjt übergeben fottte. ©efajaf) bie« aber, fo mar bem armen Spielmann ber Sdjeiterljaufen gefjeijt. Da« mufcte ber 3lmtmann, &err $einrid> Don £ol)l)aufen, gar mofyl, unb um ben alten ©ott, ben er aud) red)t gut Fannte unb feiner unoergefelidjen unb arglofen ^rö^lia^feit mitten gern leiben modjte, ba« Seben 511 retten, fo behauptete er mit ber ganjen tfraft feine« 2linte«, baß ba« Sßergel)en be« Spiel* manu« nur unter fein ©eridjt gehörte. ®enn ben sJtyein bura>- roaten fönne man aua) ot)ne be« Teufel« £ilfe; ben ©eiger aber für feineu freoelljaften «Mutwillen $u jüd)tigeti, baju reid>e ba« weltliche ©eridjt f)in, unb er mürbe tym bie Strafe mdj>t fd&enfen. Somit roieö ber 2lmtmann bie Dominifaner jurüd. Seinem SBorte aber ju genügen, liefe er ben alten ©Ott fed>« Xage lang in ben Xurm fperren unb legte ifpn aud) eine ©elbbufee oon jefm Schillingen auf. Sittgemeine« öebauern roedte bie $unbe com 9)Hfjgefdjiod) war bie« ber le&te (Sonntag, roo er ben Wonfyeimern jum £an3e geigte. 9m anbern borgen roufjte mernanb, roo er fnngefommeu war, unb nie fjat ifm ein 2luge roieber gefefjeu. Sllfo mochte ir)nr ber auf (Sfjre unb guten tarnen luelt, bie entef>renbe #aft bod) tief gefränft fjaben. So lautet bie Sage oom Spielmann in Won&eim, welche rooljl nie tn'ä Sßergeffen fommeu roirb. Senn fo oft ba« SBaffer beS 9tyetnä ungeroöfjnlid) niebrig ftef)t, benfen aucf) bie Sttonfjeimer nodf) immer an ben alten ©Ott. ^oetifd) bearbeitet oon £. Söief«, ©agem u. SRärdjenhmlb im Slütenfämucf, Xeil 2. 31. ttt £elb ber SBurrißer £eibe. (Bürrig.) 9Hünblic$. 3m Söinfel jrotfdjen Styün unb 2öupper liegt bie SJürriger ßeibe. £ort foll ber ^eibenfönig in einem filbemen Sarge rubeu. 9tad) ben Angaben uon Wontanu« foll unter bem ©rabe in einem großen ©eroölbe eine Wenge oerjauberter 9ioife ftefjen, auf roetajen ber §eibenfönig unb fein ©efolge nodj einmal an« Xagedltd)t reiten roerbe. (Sr ift jroar begraben, aber nidjt geftorben, unb rul)t nur im Sarge, bis bie Stunbe ber (Sntjauberung gefd)lagen f)at. 32. $er 3wero in ber 2öuftenei. (SBieSborf.) Sö. ö. SQJalbbrü&J, SBefen ic, 6. 7. 33ei s2Bie3borf am 9lf)eine liegt ein bi$te3 ©efyölj von ge? ringem Umfange, rocld&eS man geroöf>nli<$ bie Süftenei nennt, ^n biefem 23ufdfjroerf foU, roie oerlautet, oor Briten ber ßlfentonig geroofynt Gaben unb mit feinen Untergebenen öfter oon ben im gelbe Wrbeitenben gefefjen roorben fein, bis alle bie felteneu ©äfte an einem frühen Worgen baoon sogen. £rofebem ift aber nod) neuerlich ein Wäbdjen, welches gutter für bie flul) frolte, burdj) Digitized by Google — 480 — eine (Srfcheinung be« Äönig« ober eine« feiner Untertanen fcr)r erfchrecft worben. Sie fjatte nämlich bie 33ürbe, welche fie auf bem flopfe heimtragen wollte, jufammengebunben unb faf) fidj bann nach jemanb um, welker ihr bie S*aft auf ben ßopf heben möchte. $a« weite gelb mar leer; aber ftehe, ba trat ein 9Rann au« ber Süftenei herau«, bejfen (Mtcbt ein ©trollt begattete. Sie bat it)n um ben fleinen ^ienft, ju welchem ber Unbefannte fofort bereit mar unb ihr bie fernere Sürbe mit einer £anb fpielenb auf ba« §aupt hob, al« ob fie nicht fcfnoerer fei benn eine geber. 311« babei bie Bäuerin jufäUig bie §anb be« gremben berührte, bemerfte fie 311 ihrem Sdjrecfen, bafe biefelbe fo hetfj wie ein 33ügeleifen mar unb boch fet)r jart. 33. $8ie bie Sierße bei SBiceborf über ben 9tyein gingen. £)ie Sro^ge, welche einft in ber SSüftenei häufte»/ H"b julefet auf ba« linfe -flhcinufer übergefiebelt. $ie Seit, wann bie« gefcbehen, ift nicht mehr ju beftimmen. $er Schiffer an ber bortigen gäf)re erlnelt eine« ^benb«, al« er fich in feiner §ütte jur 9luf)c begeben wollte, ben öefucf) twn jwei gar fleinen Sflännern, welche, wa« Reibung unb 2lu«fef)en betraf, nicht fouberlich glänjenb au«gerüftet fchienen. $iefe bebingten fich bie Überfahrt für ben folgenben £age«aubruch au«; inbeffen foHte ber Schiffer fein gröfete« gahrjeug nehmen, mit welkem er SRofj unb Sagen lnn»^r3wfe^en pflegte. Salb war man h«"bel«einig. £er gerge ftanb beim auch um nächften borgen jur beftimmten Stunbe in ben Ufermeiben, neu= gierig ju erfahren, wa« bie feltfamen Männer für ©efettfdjaft bringen würben. Statt oer Pilger aber, welche er erwartet hatte, war er fet)r erftaunt, eine herrliche SRuftf 511 oernehmen, untermifcht mit bem ©etrappel oon 5Kenfch unb 33iel). £)er 9flanu aber follte noch mehr crftaunen, benn al« er fich auf feinen ^ßlafc geftellt unb ben dachen flott gemacht hatte, fchritten nur bie beiben ärmlichen 9)tännlein, bie er am ^orabenb gefehen, in ba« gahrjeug unb ermahnten il)n, enblich abzufahren. ®er Schiffer hatte feine fiaft, ben flafm 00m Ufer abjuftojjen, fo fchwer war er inbeffen geworben. 9hir mit grofeer 2Inffrengung ruberte er ihn auf bie anbere Seite unb fah unterweg« ju feinem Schrecfen, bafe er bi« jutn SRanbe im SBaffcr lag, bafe bie fleinen Surften alfo mehr wiegen mußten, al« ber fchwerfte Saftwagen, ben er je hinüber gefahren hatte. 9ttit Digitized by Google — 481 — Wlixfyt (anbete ber 6dc)iffer weit unten in ben SBeiben, roaS ben Sftännlein recht bünfte. 2Öäf)renb fte bem ©djiffer eine ^offe von ©ilbermünjen in bie $anb brückten, erhob ftdj im ßaf)ne ein ©etrippel unb ©etrappel, bafe ihm ängftlich Sflute rourbe. 21 ( 3 bie* nachgelaffen, empfahlen fich bie beiben SRännlein auch unb oerfchroanben alsbalb in ben 2Beiben. ©em gährmann war ba3 äße* ^bd)ft unheimlich; er fttefe rafdj com Ufer, um roieber nach 2Bie«borf gu fommen. 2113 er bei ber Überfahrt feinen gährlohn über$äE)lte, fanb er, bafc berfelbe fetjr glän$enb aufgefallen roar. 3ugletch ertönte $u bem ©ebtödte ber £erbe baSfelbe (Spiel, ba« er fdjon auf bem bergifdjen Ufer oernommen tyatte, roieber burch bie Sßeibengebüfche, fajien ftch aber oben in ben SBiefen ju verlieren. 34. 3&trfle nertoufc^ett ein Ätnb. (SBieSborf.) SNünbltd?. 3u SöieSborf tiertauf cc)ten bie 3roerge einer grau, als fte furje 3eit abroefenb fein mufete, it)r flinb in ber SBtege. Dafür legten fte einen ebenfo grofjen, alten 3^*9 hinein. 211$ bie grau roieber jur Söiege fam unb fiatt tf)re$ fttnbeS ben 3werg mit bem alten, greifen Söart erblicfte, erfd&raf fte fein*, 3n ihrer 2lngft rief Tie bie Barbarinnen Jjerbei, roelä)e bie arme grau allgemein be* bauerten. 3(tS man ben 3">erg nach feinem Sllter fragte, erroiberte er, bafe er baS nicht nach ^a^ren angeben fönne. 2Iber baS roufjte er, bajj ber Duisburger 2Balb feit feiner ©eburt breimal abgebrannt fei unb bafe bann immer bort 93äume geroadtfen feien oon ber Dicfe einer 9JtÜf)lenachfe. 35. 2>er launige äBerwolf *on aBieSborf. $ö. b. Söalbbrityl, ©cfm je, ®. 26. 3n SieSborf machte einft ein 2öerroolf ju nächtlicher SBeile bie Straßen unftdjer. (Sin ©Ziffer, ber als rüftiger, fecfer unb ftreitbarer ©efette befannt roar, fam abenbS auf ber (Scheute nach §aufe unb rourbe oon biefem Ungetüm angegriffen. 3ftenfdj unb (Spufgeftalt rangen auf 3 furä)tbarfte miteinanber; ber ©puf fdjien aber julefct bie Dbert)anb $u geroinnen, unb ber Schiffer fat) ben 2lugenb(icf nahen, roo if>m ber §aU umgebret)t werben foKte. %n biefer ©efat)r ftch rafdj) befinnenb, jog er fein fd&arfe* Schiffer* meifer unb oerfefcte bamit bem Ungeheuer einen kräftigen Stofc 31 Digitized by Google — 482 - jmifen bic SRippeu. ®er SBerwolf wanfte, wich unb liefe lo8. er fehlen oerwunbet, wenn auch nicht gefährlich getroffen, nahm menfdjliche Spraye an unb geftonb bann bem ©Ziffer, bafe er mit einem waeferen ©efellen su thun habe, welchem er fürberfnn fein fieib jufügen werbe. 3a, er oerftdjerte ben Sdnffer feiner greunb* fcljaft, unterhielt fidj mit ihm auf ba« freunblichfte unb gab ihm beim ©Reiben ein Stityn feiner ßraft. (Sr fafjte nämlich eine nafjefiehenbe ©äjeune in ber @cfe unb fdjüttelte ben 33au berma&en, bafc bie SDadfaiegel flapperten unb bie 3Bäube oon einanber ju fpringen brohten 36. $tc feuerlöfthcnben 3nbett. (sBie«borf.) gjlontanuÄ^^albbri^I, »orjeit I, @. 2U. 3n sBieSborf fott e« oor alter« Suben gegeben haben, welche eö oerftanben, eine geueräbrunft auf feltfame 2lrt ju löfchen. 2Benn ba« Unglücf ein §auä erreichte, bem fie gewogen waren, gingen Tie rafä) ^in unb f abrieben mit treibe ein 3«^en an beffen Xtyüx; bann bebeuteten fie bie jum Söffen herbeietlenbeu Nachbarn, ruf)ig nach $aufe ju ge^eu. Xtefe, welche bie Äraft ber ©ajrift rannten, gingen bann aud) unb waren fidjer, bafj bie glamme nid)t weiter fra&, fonberu alabalb erftidtte. 37. Die Ulme bei SieSborf. 3Hontanua = *i3albbrübX «orjeit I, S. 195. Vor &>te«borf ftanb früher eine breitäftige Ulme, welche merfwürbigerweife ©dnifeenlinbe genannt würbe. 9Jtan fagte oon biefem 33aume, bafe er gebannt fei, bafe man ihn bar)er nicht br> fchäbigen bürfe. SBenn eine 2ljt biefen Vaurn berühre, glaubte man, bafe Vlut au« ber SBunbe heworquelle. 38. SBruno »Ott gflittert. (glittarb.) SJlontanu«, SBorjett II, ©. 2rer £ehnfef)r oon ^erufatcm begegnete» fie unterroegS etlidjen fianbäleuten, unb auf ifyre ©rfunbigung, rote e§ jenem SSruno ergebe, erfuhren jte feinen Tob; als fie nadj ber 3«it feine* Tobeä frugen, jeigte e£ ftd), bafe er an bemfelben Tage geftorben roar, an roeldjem fie jene ©timme gehört Ratten. Obengenannter ßonrab ift fpäter W6nd) Miltenberg geworben. $ener SBruno Unterliefe einen ©ot)n gleiten Samens, er Unterliefe ir)in aber aud) feine Safter; benn ber junge Sruno roar bem SBater äfmlid) an Habgier, Unterbrüdung ber 2lrmen unb SluSföroetfungen aller 2trt. ©r biente bem ©rafen tron 33erg als Sdjenf unb ift oor ungefähr brei Monaten geftorben. 311« bei feinem Tobe eine SBe* feffene, bie bereits t>om Teufel befreit roar, nadf) fünf Tagen roieber von bemfelben gequält würbe, frug man benfelben: „2öo bift «Du tnaroifdjen geroefen? Unb roarum bift Tu jurücfgefommen?" Ter Teufel erroiberte: „2Bir fjabcn ein grofeeS geft gehabt unb roaren bei bem Tobe SBrunoS oon glittarb üerfammelt roie ©anb am 9tteere. Tann brauten roir bie Seele unter grofeem ^ubel in bie §5He, unb an bem if>r gebüfjrenben Orte frebenjten roir if>r ben f)öllifä)en 23ed)er." 40. SSont bitter ßtoerfuirb, wcldjer ftdj auf ber SBaljre in bie $öf)t ratete. &Üariu8 öou .\>eifterbac$, Dial. XII, 11. 3u berfelben &\t ift in berfelben ©egenb ein bitter ©oerfjarb geftorben, ein ebenfo oerbredierifdjer 9ttenfdj, roie 33runo oon glittarb. Um 9Jtittemad)t ria^tete fidt) jum @ntfe$en ber Slnroefenben bie fceidje be8 bitter*, nidjt burd) eigene, fonbern burd) bie 9Wadjt beS Teufels, plöfcHd) in bie §öbe. 3n gurdjt oor roeiterm teufüfdien SBlenbroerf forgten bie üßerroanbten 6oerl)arb8 bafür, bafe bie Seidje beSfelben nod) r»or ber TOeffe in baS Totenfletb gefüllt unb bcerbigt rourbe. 41. tie weifte ftrau Hon Staramljetm. t>. Oering, $ef<$id>te ber «urgen VIII, ©. 101. 3n ber S3urg ju Stammfjeim rootynten einft jroei fRittcr, roouon ber eine £mgo, ber anbere fi($ ©untrer nannte. 2Bäf)renb ber erftere fid) auf einer föeife über ©ee befanb, führte beffen Digitized by Google — 485 — $)ienfhnagb feine Äinber, beoor ftc $u Sett gingen, eines Stbenbd in ben $urgfwf. 2US bie ÜJtogb eben bei ben ftuaben ftanb, fietye, ba erfc&ien ü)m eine fdjauerlidje grauengeftolt in fd&neeweifcem 2lnjuge mit bleiben 3ögen unb blidfte ftorr auf fte f)in über ben natjen %aun. $>a bie ©eftalt md)t fpradj unb bie 9Ragb oor beren 2lubltcf ftd) entfette, fefjrte bie @rfd)einung, na fiebeu anberen Sagen wirb meine Sc&wejter, bie Düna, fterben, unb weiter nod) eine 9Bod)e fpäter wirb bie kleinere und folgen/' ilöaS ber $nabe oorauSgefagt, ging au<$ in Erfüllung; unb eS ftarben nacb bem Xobe biefer Äinber aud) balb beren SRutter unb bie oben erwähnte 9Jtogb. 3"r felbigen %t\t florb bitter §ugo unb beffen <5of)n, weites (SäfariuS um ba« 3af>r 1220 alfo berietet. 42. $ie 3d)latt)t bei SRMteim. 9Xontanufts9Balb*rn aud) nur wenige, fo tyaben bod) oiele feinen Jammer Digitized by Google - 486 — burdj ben grünen 5Öalb Italien hören unb ben Stauch feiner (Sffe bemerft. $er ©ajmteb fyittt nämlich oiel Arbeit, ba feiner im im ganjen Sanbe ihm an flunflfertigfeit gleich fam. $>ie Seute Ratten ifmt nur $ifen unb ©taf)l cor feine §öf>le $u legen unb ümt laut jujurufen, roeld)e Arbeit fie roünfd&ten. ©ie fanben bann am näd)ften SRorgen bie »rbeit an berfelben ©teile liegen unb Nörten, ohne ben ©chmieb ju fehen, bie mäßige »efrimmung beS ^reifes bafür. 9Bo ber ©chmieb fpater ^ingefommen, weife feiner $u fagen. 44. $er eheliche (aRülbeim.) Woiüanu*:©aft>&ril$I, Sorbit I, e. 181. 3n ^einmäl^eim lebte einft ein (Shepaar, roetcheS öfter in 3nrift geriet, weil foroohl bie grau als ber SRann auf einer vor- gefaßten Meinung fteif unb fefl beharrten. (SineS £ageS fanb fidj in ifjrem Xifd)tuch ein Schnitt vor, unb es entftanb bie grage, ob berfelbe mit einem Keffer ober mit einer ©djere ausgeführt fei. £er 3Rann meinte, es fei mit bem Keffer, bie grau aber, eS fei mit einer ©d)ere gefdtjehen. ©ie Ratten frieblict) am £ifdje gefejfen. £)er 2Bortroed)fel über ben ©dmitt braute ftc aber fo aufeer fidj, bafe fie aus bem $aufe in ben §of gingen, meiner an ben glufe fticfe. $a hier ber ©treit immer heftiger würbe, ftatt ber ©rünbe beiberfeitig ©eheltroorte jur golge hatte, fam es julefct jur öalgerei. $)a bie grau au# jiemlich ^anbfeft roar unb ihrem tyttyxxn mit ihren gingemägeln, roie man $u fagen pflegt, bie heiligen jelm ©ebote ins 2lngefia)t fchrieb, fo fannte ber SJiann fid) auch "ich* länger in feinem Qoxnt, fafete bie grau beim $alfe unb taufte fie in ben töfiein. 6r badete, fie mürbe fid), im SBaffer ftecfenb, befinnen unb eingesehen, bafe ber ©chnitt mit einem Keffer gemalt fei. $)a irrte er jtdj inbeffen ooUftänbtg; obgleich baS SBajfer ber grau bis au bie ßehte ging, fchrie fie fortroährenb, bafe baS Soct) burd) eine ©djere gefdmitten fei. 3efct tauchte ber SJtonn bie grau gänjlich unter unb meinte, nun mürbe fie auf anbere ©ebanfen fommen unb nachgiebig werben. 9lber aud) biefe Hoffnung roar irrig, beim bie ganj in ber glut untergegangene grau ftrectte noch fortroährenb eine §anb über baS ©affer unb ahmte noch fterbenb mit jroei gingern berfelben bie Bewegung ber ©d)ere nach, &er* geftolt anbeutenb, bafe baS ßoch mit ber ©dfjere gefchmtten fei. Digitized by Google - 487 - 45. ©rofj:$urf)f)eim. (9Mf>eim.) aKontonu«r5öalbbrü^, Sorjctt 1, ©. 218. 9taf>e bei s3Kül^cim am SR^cin, fjeute feft mit biefer ©tabt üerfdfmoljen, liegt ba3 ®orf 93uä)f)eim. 9laä) ber Sage ift $ua> f)eim baS ältefte $)orf in ben 9Rf)einlanben. Unb bementfpreä)enb mar einjt feine ©röfce, fo bafe man uon ©rofr93ucf)ljeim unb Äleim Äoln fpredjen fonnte. 46. $ie ©rfitibuna, »Ott $eufc. 3immerif<$e §§rom! («uSgabe öon »orraef) I, @. 334. Wir haben noch ain deutschen trafen, der umb ain so grose missethat vor jaren ist gen Rom gewalet, das war ain mechtiger graf von Rottenburg an der Tauber. Derselbig, als er in ainer grossen landstheure ain sehe wer mit bettlern und armen leuten erfure, do liess er die anzünden und alles mit ainander verbrennen, zu gedenken, er hab damit wollen der weit und der gemainen landtschaft seines erachtens dieses unnutzen Volkes abholfen. Aber bald hernach do fing es in an übel zu rewen. Darvor zog er gen Rom, entpfieng daseibs vom bapst buss. und da ward im eingebunden, das er für solche sein begangen missethat ain closter sollte in deutschen landen stiften und bawen. Das nam er guttwilligclich uf und volbrachts auch, nemlich so stiftet er das closter Teutsch, gegen Köln über gelegen, beschach mit hilf und rat seines bruders, erzbischof Heriberten, des ersten curfürsten zu Köln. 47. $cä Amtmann» Sjmf auf ber 2öaljitcr §etbe. Wontami«, »orjett II, ©. 512. 2ln einem Sftoore ber 2Baf)ner £eibe f>ätt mitunter 3ur ©tunbe ber 3Jhtternad)t ein Söagen mit ©efpann. $)ann tritt au3 bem 9tof)r ein langer, hagerer SWanu. $)ie bleiben flnodjenroangen fiitb uon biajtem §aar umrahmt; matt unb ftier liegen bie Slugen in tyren #öf)len. Sefleibet ift ber SRanu mit rotem 9tocf, ber mit ©olbborten gefdwtücft ift; in ber §anb Ijält er einen Xreffenfmt. 6r Ijemmt bie Kenner in ifyrem Saufe, fdjroingt f*uf> in ben SBagen, fafet 3üge( unb ^eitfä>, unb bann raft baä gufjrroerf über ben pan ber roetten £eibe, bafj faum ©infter unb 2Badn)olber uon Digitized by Google — 488 — 9tab unb £un*d)lag berührt wirb. Dem Sagen folgen viele buntte, unheimliche ©eftalten, roeldje ben alten Xmtmann fajeudjen. Dann fdjliefet ber Stonbrnann Df)ur unb Jenfter, betenb, bafe if)m ber ©efpenfter näd&tlidj ivtlber ©raus fein Seib jufügen möge. Der Slmtmanu aber mufe für begangene grevel aflnäd&tlidj fein ©rab verlajfen unb raftloS unb ruf)eloä über bie £eibe jagen. ^oetifdj bearbeitet öon 9Wontanu8 an ber oben bejeid&neten «Stelle. 48. Die „fjo&e 3ajana" auf ber äöaliner §eibe. SWünbUa). Der größte £ügel in ber ©ahner £eibe Reifet bie „fjofje Schate". 2ln biefer l)of>en Schanje haftet bie Sage, bafj bort ber mächtige ©encral SBofholm in einem goloenen ©arge begraben liege. 49. Die „9Wftatt" bei Stfaj. 9U. Äaufmann, CueHenanaaben, S. 134. 3u Spich, einem jur ©emeinbe Sieglar gehörigen Dorfe, befinbet fi$ ein tiefer 9Beit)cr, sßohftatt genannt; attba ifl et)ebem eines alten beutfehen ©efdhledjteS prad)toolle &urg verfunfen; in berfelben Rauften bamal* jroei 33rüber, von melden ber eine bereits bea roirflid^en XobeS Schrecfniffe gefoftet ^at, ber anbere hingegen einem Scheintoten ähnlid; in (Sntjücfung liegt. „Diefem", fagt ber alte £eonf)arb, „gehört rechtmäßig baS bergifa^e £anb." 9tod) ber mörbertfehen Schlacht bei flöln, meldte brei £age unb brei ftädjte Dauert, mirb ber ©ntäücfte ermaßen, nach Äöln fommen, unb alle werben iljn als §errn anerfennen. 50. Der *)oflftein bei Sptdj. gjiontanu*.-aßaIbbrüb.If SBorjett I, ©. 111. Söenn man burch bie Dörfer SBafm unb Spich bie §eeritrafee gen (Siegburg sieht, fierjt man mdjt roeit vom lederen Orte, linfS am gufee einer roalbigen 2lnf)öf}e, bie vom SRavenSberge in baS Mt)eintl)al ausläuft, einen riefenl;aften Stein, ber feine tiefgemeifeelte Cffnung bem ^fyeintfyale $ufel)rt. (Sr r)at bie %oxm eines in jtoei Tanten fpifc auSlaufeuben §uteS. Die tiefe $öf)lung biefeS Steinet bient jefct nodj ben umrool)nenben Birten als 3uftud)t$ort bei heftigem Digitized by Google 489 — Unwetter. ®iefer Stein wirb ^utftein, $ottftein ober £eibenftein genannt. 2llte ßeute erjagten, bie Reiben, SRtefen unb 3roerge hätten biefe £öf)le befuajt; roaS jefct noch baran ju fcljen, fei bloß ber ©ingang, eine Türöffnung, roeldje mit einer jtarfen fteinernen £f)üre oerfchloffen geroefen. 211S bie Reiben aus l)iefiger ©egenb oertrieben roorben, Ratten fic fich in bie £öf)le geflüchtet, bie in t»tet oerjroeigten ©ängen bis unter ben SRaoenSberg geführt fyäbt. Unter bem 9tooenSberge feien geräumige fallen unb Säle geroefen, worin bie Reiben gelebt, bie oft jum Schaben ber Umroohnenben in grofcen Sparen hervorgebrochen unb bann mit anfe^ntidjer S3eute in bie Wacht beS Sergej jurüefgefehrt feien. (Snblich fei unfer Herrgott beS $etbenoolfeS mübe geroefeu unb habe mit bem Öüberich zugleich auch biefe $öl)le jufammenftür^en unb ben Eingang am §utfteine auroadjfen laffen. ÜBenige 3">erge nur, bie 3ufäHig braufeen geroefen, feien oerfdront geblieben unb hätten ftd) fpäter ben 3roergen im 2öolSberge jugefetlt, feien aber bisweilen an ben §ottftein ge= fommen, um bort it>r untergegangenes 93olf ju beflagen. Sluch ^abe man bei Wacht eine roeifje grau auf bem §oIIftein ftfeen fefjen, unb ein Söagen mit feurigen labern, mit ftafcen befpannt, fei $roifdjen btefer «Stätte unb bem SBolSberge um Mitternacht bemerft roorben. ®a$u fei auch baS ©efpenft eines liefen in jeber Mainacht bemerk bar; berfelbe pflege ben öutftein als feinen £ut aufjufefcen; roenn er if)n bann nach Mitternacht ablege, erjtttere bie @rbe. Manage Seute, roetche in ber Mainacht beS SöegeS famen, finb ju Xobe erfchroefen. £>aher roirb noch h«utc ber ^oHftein jur 9laa)tjeit gemieben. 51. $te örittfe (ei Woltorf« ©tinroct, §anbbu#, 3. 149. „(Sin folche 8rücte fpielt auch &ei am 9lieberrr)ein eine Stelle in ben SBeiffagungen beS fogenannten Spielbemb, bie im ^afire 1848 roieber fo oiele ©emüter beunruhigten, obgleich fie nur oerroirrte Wadtflänge ber uralten ^orftellungen oom Anbruch beS großen 2BeltfampfS finb, bie je|t als Ausbruch eines allgemeinen europäifchen ÄriegeS gefaxt warb. 3ene 23rüer Dorroifctge ®efeöe falbte ftdj nun in gleidjer SSeife, besieg ebenfalls einen 33efen unb fagte ben Sprudfo ber- Unfeligerroetfe batte er ibn aber uid^t bebalten unb bie lefcte 3eile babiu abge* änbert, bafj fie nun lautete: „£urä) alle Herfen unb 3ön9-" £ roeb! roie jerFrajjte ftd) ber 3un9c> a^ er feinen ©orten gemäfc niri)t über, fonbern burdj alle §ecfen fubr. @r rädjte ftdj aber baburd), bafe er bie 3Ki|fe= tbäterinnen alle oerriet, bie fofort uerbrannt mürben. Digitized by Google xrv. Das Stebenaebtrge. 1. Sie Gntftc&uttß bt£ StebengebirgcS. 9RontanuS = 2öaIbbrityI, Sorjtit I, S. 64. 2Bo nun bie Serge $)rad>enfel3 unb 9?olanbSecf liegen, war einft ba$ !Rt)cint^al abgefdjloffcn. (Sin gewaltiger (See breitete ftdj oberhalb ßönigäwinter au$. $)ie Seute, weldje bamalS bie ©ifel unb ben 2Befterwalb bewofmten, fafjten ben $lan, ben See ab= juleiten unb ju biefem 3roec! ba§ ©ebirge gu burdtftecfyen. $)a fie ftdf) aber ber gewaltigen Slrbeit nid^t ge warfen füllten, fanbten fte §u ben liefen unb uerfjiefeen tynen grofeen Stoljn. Sieben liefen waren fofort bereit, foldjer oerlodenben Sot* fdjaft 3U folgen. 3feber naljm einen gewaltigen Spaten auf bie Schulter, unb balb waren fie emftg an ber Arbeit. 3n wenigen Xagen Ratten fte eine tiefe Sude in« ©ebirge gegraben; baä Söajfer brang in biefe ein unb oergröfeerte fte jufeljenba, fo bafe ber Strom balb abflofj. $)ie fieute freuten ftä) beS errungenen Vorteils, banften ben geifern unb fdjleppten bie ©aben fyerbei, wel<$e fie oerfjet&en Ratten. $>ie liefen teilten ben §ort brüberlid) unb jeber fdjob feinen Anteil in feinen Steifefatf. $)ann fdjidten fte fid) jur £eimfefjr an. Sorfjer jebod) flopften fte it)rc Spaten ab, bafi ba« gel^- gebrödel unb ber anfiaftenbe ©runb ju Soben falle. Staoon entftanben bie fiebert Serge, welche nod) bis auf ben heutigen £ag am $f)ein $u fetjen ftnb. Digitized by Google - 494 - 2. $a8 ©eiflcrfchiff. (©iebengebirge.) 3Rontanu«:$Balbbrtt$I, »orjttt I, ©. 119. ©hebern fpuften fo oiele ©eifter im ©iebengebirge, bafj mit allem (Srnfte an beren SBefeitigung gebaut werben mufjte. @« fanb fld^ auch ein frommer TOndj, ber geneigt mar, ba« fernere SBerf $u übernehmen unb bie läftigen ©äfte ju bannen. (5r bingte $u bem (Snbe einen ©Ziffer, melier ein gröfeere« gabrjeug befafe, unb trieb burdf) bie ßraft feiner Sannfprüche alle ©eifter in ba« am Sanbe anfernbe ©d)tff. £>ann befahl er bem ©d&iffer, abzufahren. Wt biefem ©dnffe mürben alle ©eifter be« ©iebem gebirge« ausgeführt, ©ic waren jebocb nicht ftdjtbar, belüfteten aber ba« ©cbiff fo, bafj fein 93orb nur einige ginger breit au« bem SBaffer aufragte. ®ie ©eifter fotten in« 9Weer fn'nein ge= fleuert worben fein. 3. ttt »erbannte »ürgenneifter toou Ädln. (©iebengebirge.) Simrotf, Jtyeinlanb, ©. 473. 3ur ftnftcrn 3Jtitternacbt«ftunbe hört man bröhnenbe 2Bagen= räber raffeln, §uffchlag fchallt unb eine ^eitfdje tfl ju oernehmen. ®te ^Jferbe oor biefem guhrwerf finb rabenfdjwarä; ihre SRüflem fdjeinen geuer ju fdjnauben unb unheimlich leuchten bie teuer* grofeen 2lugen in« nächtliche Sunfel. 2>er SBngen fdjeint au« eitel geuer erbaut ju fein ; feine glammenräber fprühen unheimlich- 9tuf bem Stutfchboct aber fifot al« ßeiter ein Ungeheuer. 2luf ben ^olftern be« SÖagen« aber, tyü befchienen r>on ben ©(uten, feufjt unb wimmert ein 9Jtonn, ber einft 33ürgermeifter von Äöln war unb bie ©tabt oerraten wollte. $afur mufe er nun jährlich oiermal jur ©efpenfterftunbe biefe gräfeliche gatjrt unternehmen. SBoKSlieb, (2tmrote Äor)len ftnb und beigegangen; $)u mußt f)eute naa) ber fjofyen SBanb am Steine auSjietyen, um &of)len gu brennen/' ©iegfrieb tfjat, wie ifmt gereiften war. 93alb war er an ber bejetdjneten ©teile; er rifj eine junge @idje auä, welche ifnn als ©d/ürbaum biente. 3n wenigen ©tunben f/atte er ben heiler gefä)iä)tet unb angejünbet. SBie er nun fo im ©djatten einer Sinbe lag, um ein wenig ju raften, ba fd)ofe ein gräulidjer Sinbwurm auf ifjn JU. ©iegfrieb aber, nid)t faul, mehrte ftdfj tapfer mit feinem ©djürbaum, fo bafc er baS ©ewürm julefet erfd)lug. ®ie Sögel aber riefen ifmt oon ben Jßipfeln ju: „3n feinem S3lut unb gett bab £>id) allein, Unb, 3ung ©iegfrieb, $u wirft Römern fein/' ©iegfrieb ttjat, wie ilmt gereiften war; aber ein fiinbenblatt fiel ifmt auf bie linfe ©djulter; barum würbe er an biefer ©teile nidfjt fjörnern. 2118 er ftd) fo im SDrad&enfett gebabet, ri§ er bem Ungetüm ba$ £>aupt ab unb 30g rüftig unb wohlgemut nadj §aufe. 2118 tyn Himers ©efellen oon weitem fommen faf>en, wußten fte ntdjt, wotyin fte fid) oerfriedjen follten. Sfttmer felbft trat bem $)rad)entöter mit gleif?nerifd)er greunbltdjfeit entgegen, ©iegfrieb tyarrte jebod) nidjt feines ©rufjeS, fonbem erfd^lug ben gaffdjen unb alle feine ftneä)te. darauf fdfjmiebete er ft$ ©d&ilb unb ©äjwert unb jog fnnau« auf 2lbenteuer. $oetifä bearbeitet bort 2. ttylanb. Digitized by Google - 496 — 5. $er burflige 9Jlufifattt. (Siebengebirge.) SRüUcr bon ÄömgSimnter, Corelei, ©. 19«>. (Sinft rannte ein buefliger SJlufifant jur Mitternacht einen ©albpfab tjinab, ber oom Siebengebirge ftcb tbalabroärtä $um Cheine 50g. ®r I)atte irgenbroo jur Äirc^roeit) auf gegeigt, unb nod) immer glaubte er bie tollen Zeigen in feinen Obren fdjroirren 5u bören. Dotter 2lngft t)or gefpenftifcf>em Spuf eilte er beflügelten SaufeS baljin, ftcf» febnenb nact) bem trauten £eim. 2118 er über eine tjeUbef^icneue 3ßiefenftäct)e eilte, oerfeblte er ben richtigen 2Beg. 2HImäblicb oerbiebteten fid) aud) bie Webel, unb plöfclid) er= bliefte er einen @lfend)or, welcher ibn, el)e er eä abnte, umringte, tanjenb unb fingenb. SBillenloS fübrten fie ben ©rfdjrodenen 511 einem bo^ragenben Slocf unb forberten ibn auf, muntere £anj= roeifen ju fptelen. $)a£ anfangs fdjücbterne Spiel rourbe immer begeifterter, immer roilber. ©ä roar, als fpiele ein ganjer ©eifter* d)or 31t ben leisten STanjfcbritten ber ©Ifen. ^mmer mieber wirbelte ber Xanj fyin in ben feltfamften Sinien, in ben gra^iöfeften gönnen. 911$ ber 3ubel ben $öbepunft erreicht hatte, t)iclt plöfclid) ber ftreiS ber Tänzerinnen im Silbergeroanbe, unb beu*roau*c,lb febroebte bie leuebtenbe Königin gerbet,, meldte bem Spielmann ibren £anf jurief. £ann berübrte fie if>n mit einem Stab, worauf ber Spuf oerraufdjte unb ©rabeSftille ben «piafc erfüllte. 3m bell beroortretenben sJftonbenfd)ein erreichte aläbann ber SRuftfant balb roieber ben gewohnten at. ©3 lebte bort ein 9fläbd)en von guter ©eburt unb reifer Seute Äinb; biefe« sJJtöb(f)en roar jebocf) fo jäbjornig, fo janffüajtig unb fajreierifä), bafe e$, wo es ftdj befanb, ju §aufe ober in ber ßird>e, ©treit anfing unb §afe fäete, fo bafe jeber füg glücflid) fdjäfcte, roer ftdj ber ©eifjel biefer böfen 3""9« entjiefjen fonnte. @nblid) ftarb bie Jungfrau unb rourbe auf bem griebljof ber ßirdje beigefefct. 2U« roir am borgen in bie 5tirä)e gingen, fafyen roir au$ ifjrem ©rab roie au« einem Ofen 9toudj aufzeigen. (Srfdjrecft wollten roir fegen, roa$ bie« bebeutete, unb fefjafften bie (Srbe fort — fiel) ba! $>en obern Xeil it)red flörperä r)atte baä $euer »erjetyrt, ber untere £eil abroärt« oom SRabet erfdnen unoerlefct." 7. SBon titter Äröte, bie auf bem ftftar ber 3uben gefunbcn würbe, ati jte ba£ Kaubljüttenfeft feierten. (ßönigSrointer.) (Saefariuä »on ftetfterbacty, Dia). X, 60. $n bem unfi nädtfgelegenen, &önig«rointer genannten T»orfe feierten einmal bie bafelbft roognenben $uben in bem £au« eine« SRitter«, ba« fie gemietet Ratten, einen geftgotteSbienft. 9tad)bem fie ben 2tttar mit oielen unb faubern Xüdjern bebecft, betraten fie jur 3«>t be« Elbenbopfer« mit einanber ba« §au«; it>r ^riefter fdjjritt auf ben 9tltor ju; als er jeboct) bie $üa>r jurücffdfjlug, fanb er unter benfelben mitten auf bem Altäre eine mädjtige Äröte. (Sr fcfjrie oor (Sntfefcen laut auf; bie 3uben ftürjten fjerbei unb gleid&fallä bie (Steiften, unb fo fonnte baS ungeheuerliche ereignt« ntd&t oerborgen bleiben. Obrere bitter unb beren SBeiber Ratten ftdj eingefunben unb oermefirten, in laute« ©elädjter auäbredjenb, nodj bie Verwirrung ber $uben. 8. $er feurige Söaßeti. (SradjenfeU.) 2U0. SWüUer, 25er ©iegfreü I, ©. 200. Oft brauft, befonberd in Ouatembernäcf)ten, ein glügenber, mit feurigen hoffen bekannter 2Bagen burcb ba« ©iebengebirge, bura) tyal unb ©a)lud)t, über &erg unb §ügel. (Sine rounber^ 32 Digitized by Google — 498 — fd)5ne Jungfrau leuft baS unbänbtge ©efpann mit bematit- fdjimmernben 3üöetn. £of)er ©ruft unb SJlilbc ftrat)lt oon il)rcm 5tutli$; im 9Hunbe f)ält fie einen golbenen Sdjlüjfel. Um bie jioölfte Stunbc fteigt fie oon ber §öf>e be$ $)rad)enfeld Ijerab, an bejfen gufe ba3 feurige ©efpann if)rer Ijarrt. Sie fteigt ein; roie ber Sturm bonnert itjr 3Bagen ba^in unb oerfdjroinbet in Honnef auf einer NBtefe, hinter bem §au|*e jur $ölle benannt, beffen Xf)or= weg bis jur iüngften fyit beSljalb nie buref) ein Xljor gesperrt mar. 9. $ie Oafmunf. ($rad>nfel8.) 2Hontanu8=^albbrü&l, Sorgeit I, S. 1H7. iöei ßöntgärotuter gegen ben SradfoenfelS $u ftef)t, oon 3Bein= bergen umgeben, an einem fteiten Sffabe ein fteinerneS, etnfad)e$ Äreuj. 2luf biefem ftreuje fott in getoiffen Stödten bie §almuttf, eine gewaltig grofee ©anlange ftfcen, bie eine glänjenbe ©olbfrone trägt. Sie (Sbelfteine if)rer Ärone fotten fo oiel Sidjt oerbreiten, bafc foroot)t bie ©anlange, roie bie ©egenftänbe umfjer ganj gut 511 erfennen ftnb. 10. $er »Wn*. (Eracbenfelä.) SWontanu&^albbrityl, Sorjeit I, <5. (>5. 2luf bem 3)rad)enfel3 ftef)t, gen 9il)önborf $u, über einem oerlaffenen Steinbrudje ein Reifen, ber bie ©eftalt eine« 3ttöndf)e$ bat, roelajer ben S3erg (tfnanjuflimmen fdjeint. $on biefem gerjt bie sJlebe, bafj er ein SRiefe gemejen, melier ftd) mit einem 3werge um ben SBcfi^ be* 3>rad)enfel£ geftritten l)abe. Sie roaren beö Streitens mübe, beim ber ÜJttcfc mar ftarf unb ber 3^erg geroanbt unb oerftanb mannen 3ouber $u üben. £a mürben fte benn einig, in ber grüfje beS £ageS mit ber Sommerung bergan ju fteigen; ber, melier juerft bie Sonne oben aufgeben fefje, folle §err unb SJleifter beä Sergej fein. $>er 3werg machte ftd) in aller grüt>e auf; aber ber sJiiefe lag nodj in guter 9tut)e, ftreefte ftd) unb badjte ben kleinen nodj einjubolen unb ju überflügeln, @nblid) erliob er fia), fd)üttelte ben Schlaf oon ben ©liebem unb begann trofc aller #inberniffe ben 33erg im Sturmfdjritt empor jurennen; als er faft oben angekommen mar, fräste ifmt ber 3wrg fd)on luftig entgegen, unb ba in biefem 2lugenblicf bie Sonne aufging, fcotte Digitized by Google — 499 — berfelbe ben ©erg gewonnen. &er Stiefe, oor 3°™ aufeer fiä% oerflud^te ftdj bermafcen, bafj er augenblicflidj in ©tein oerroanbelt rourbe unb noc& bis auf ben heutigen Xag bort ftef)t. 11. %tv tttefe nom 2>rai(jeitfei$. SB. HRüUer öon Äi?nifl«winter, Sorclet, ©. 200. Qn ben gefallen beä $>rad)enfela Raufte einft ber jtärffte Äämpe am Stfyetnftrom, ber e$ ben SBilbcftcn juoortfyat, ber nur nad) Äampf unb ©lut bürftete: ber SRicfc ®rago »om gelfen. ftein ©dnff fonnte bamals unbehelligt am £>rad>enfel$ oorüber= fahren; bie Seifigen beä 9tttter3 gelten e$ an unb plünberten e3 aus, «Wanner unb SBeiber als erroünfdjte 93cute fortfdjjleppenb. (Sinft fufjr ein ©d)iff oorbei, au« beffen 3nnerm ^eilige ßieber ertönten. Slber ber Spott £)rago$ unb feiner ©efellen bilbete ba3 miberlidje @djo ber frommen ©efänge. ©djon [türmte bie beutegierige ©djar in bie glut, um ju rauben unb ju morben, alä ein lauter SBebruf fi$ erf)ob, benn eine gewaltige Sßeße r»er= fd&lang beS liefen Seute oor feinen 2lugen. 3n rafenbem &oxn ftürmte er nun felbffc ben 93erg f)inab unb roatete Kienen ÜJhtteS in bie glut hinein. S)a trat mit einemmate eine glänjenbe $ung= frau aus bem ftngenben ^ilgerd^or f)eroor unb fnelt bem Reiben ein ftreuj oor ba$ routfd^naubenbe 2lngeftd)t, beffen Sugenlictyt in bemfelben 2Iugenblicf erlofd}. ©o erlag ber gredje bem gottge* beiligten Qtifytn. Wi feine Äraft unb $elbenmut finb nichtig : in ben füllen SöeUen fanb er feinen £ob. ©einen 2eid>nam fpülten bie SBogen an ben ©tranb. 9lber ba$ umtoot)nenbe 33olf, erfdjüttert oon biefem SBunber, nafjm bie Religion be£ Itreuje« an. 33etenb für ben liefen $>rago oom geifert fefcte aber bie sJftlger* fdjar iljre sJteife fort. $oettfc$ bearbeitet öon Stt. Müller bon Äönia«hrinter, Sorelet, ©. 200. 12. Sie ftabeu M Sradjenfel«. 9tontanu*:$üalbbrityI, Korsett I, 6. 11. 2In ben fd)roffen gelfen an ber ©übfeite beS $)rad>enfetä l)orftet feit 9ttenfd)engebenfen ein SRabenpaar, ba3 ni<$t bulbet, bafj anbere SRaben fi$ an biefer ©teile nieberlaffen. fcer Seftfcer beS ©ülSlwfeS, ber im 3af>re 1814 bei 8lüd&er3 SR&etnübergang ge* fattene ßanbfturmäanfttfjrer ©änger, l)at in feiner 3ugenb einmal Digitized by Google — 500 nadj einem biefer Dtaben, unb jroar mit einer ßugel, gefdjoffen. ©eine Äuget fd&lug burdj ben regten glügel beS 93ogelS; boef) tourbe berfelbe feineSroegS im gluge geftört, obfdjon baS Sodj im glügel bem ©djüfcen fidfotbar mürbe. ©elbft jefct fott man $u* weilen ben Waben mit ber ßugellücfe im glügel nod) jeitioeife erfennen fönnen unb itm ben ©ängerSraben nennen 13. $er heiler um ©itrffteine. (£)ra<$enfels.) mntanu&Söatbbrüfat, «orjeit I, ©. 4. Stuf ber untern Stbbadjung beS $rad)enfels flef>t ein Äreu$, toe(d>eS man geroöfmlidf) ben ©utfftein nennt. Stn biefem Streute oorbei fte&t man öfter $u näd^tticfjer Söeile, befonberS im §erbfte, einen Leiter, als ob er oom ©tromberg fomme, nad^ ber ©pt|e bei $radf)enfelS ju jagen. (Sin armer ©feltreiber, ioela>r einft bem fpuffjaften Leiter fu'er begegnete, f)örte, wie bem Woffe ein £ufeifen entfiel, fo bafc es bis in feine 9tät)e rollte. 9US ber Leiter oorübergefauft mar, büefte er ftd) nadj bem ©ifen unb fanb eS aua) alsbatb. $a es ifmt ungemein ferner oorfam, ualmt er eS mit nad) §aufe unb befaf) eS bei £iajt. @S mar oon beUglänjenbem SRetall, baS er nadj 93onn trug, too ber ©olbfajmieb es für reines ©olb erfannte uttb antaufte. $>er .§ufbefd)lag fjatte einen fo bebeutenben SBert, bafe ber Wann baburd) in eine meit bequemere SebenSlage gelangte. 14. 2>er Wiitß. (Eradjenfels.) 9Ralmfc$e« Styetnlanb. SBon einem Witter oon $rad)enfels erjagt man fta? folgenbe ©age: 211« einft bie Witterfdjaft beS SanbeS oerfammett mar unb jeber bie Äoftbarfeit ber (Sbelfteine in feinen fingen rühmte, jog ber oon 3)rad)enfelS aud) feinen Wtng f)eroor, in meinem er ein ©tücf<$en oon ben ^aufteilten feines SergeS forgfältig fiatte eins f äffen laffen, unb pries beufelben als etroaS ganj befonberS Äofc bareS. 2US if)u nun alle brob oerfjöbnten, fagte ber ©igentümer: „SBenn aud) biefer ©tein fein glänjenbeS Slnfetjen fjat, fo fd)ä|je td) tf)it bod) mefyr, als ade @ure (Sbelfteine jufammen, bie feinen Wufcen bringen, biefer aber (auf feinen Wingftetn geigenb) bringt mir oon ben fölnifdjeu $)omf)erren jur (Srbauung itjrer &ird>e jätjrlid) mele fjunbert ©ulben ein." $oetif(§ bearbeitet »ort Wentanu«, Sorjeit I, 6- 94. Digitized by Google — 501 — 15. $te 3mtftfrau am $racf)cnfel$. 2Uoty$ 6ä)reiber, 9tyetnfaflen. Unter bcit Ticbcn Sergen l)ebt ftd) ber £>rad)enfel3 mit feinen Ruinen am feefften am SWtjetn empor. $n uralter Beit, fo erjagt bie Sage, lag t)ier in einer $öt)(e ein Xradje, bem bie Umroolmer göttltdje ^erefjrung erroiefen unb ifnn 3ttenfdjenopfer brauten. ©en>bt)nlid) mürben baju ©efaugene gemault, bie man im Äriege gemalt f)atte. Unter ben ©efangenen befanb fu$ einmal eine Jungfrau von uornefmier ©eburt, roeldje eine (Sfjriftin mar. Sie mar von f)ol)er Sd)önt)eit unb jroei 2lnfüt)rer ftritten ftdj um if>ren Sefi|. 25a entf Rieben bie $lteflen, bafe fie bem &ra$en vorgeworfen roer= ben follte, bamit feine 3roietraa)t unter it)nen entftünbe. — %m weiften ©ewanbe, mit einem Slumenfranj um ba$ §aar, mürbe bie Jungfrau ben Serg tyinangefübrt, unb in ber 9täl)e ber gclfcm f)öljle, mo ba« Untier lag, an einen Saum gebunben, neben meinem ein Stein ftatt eine* 2lltar3 lag. Siel Solf t)attc fiaj in einiger Entfernung »erfammelt, bem Sdjaufpiel anheben, aber e8 waren wenige, bie ba$ £08 ber 3lrmen nidjt bemitleibeten. $>ie 3ung^ frau ftanb rufng unb flaute mit frommer (Srgebung $um Gimmel. &ie Sonne ftieg jefct hinter ben Sergen fyeroor unb roarf ibre erften Straelen in ben ©ingang ber §öf)le. $)a fam ba3 geflügelte Ungeheuer fyeroor unb eilte nad> ber Stätte, mo e$ feinen SRaub ju finben gewohnt mar. $ie Jungfrau jebodj erfa^raf nia)t; fte 30g au* bem Sufen ein ßreuj mit bem Silbe be£ (SrlöferS unb bielt biefeS bem $>raa)en entgegen, tiefer bebte jurücf unb mit fürdjterlid&em ©e$ifd) ftürjte er ftdj in ben nafyen Slbgrunb unb rourbe nie mieber gefe^en. — $a trat baS Solf, oon ©rauen er* griffen, fyinsu unb löfte bie Sanbe ber 3ungfrau; mit ©rftaunen aber betrachteten fie baS fleine ßreuj. ®ie Jungfrau erflärte itmen bie Sebeutung beäfelben, unb fie baten biefelbe, $u ben Sfjrigen ju* rücfyufebren unb iljnen einen ^riefter &u fajicfen, ber fie unterweifen unb taufen möge. So fam ba3 ©fjriftentum in bie ©egenb, unb auf ber Stelle, mo ber 2lltar be8 Xradjen gefianben fjatte, mürbe eine Capelle erbaut. ^oetifcb, bearbeitet üon SRontanuS, Soweit I, S. 13; ». Äotffdb, in ©imrorf, SH^einfagen, ©. 164). Digitized by Google - y02 — 16a. Sradjenlodj. (XradjenfetS.) 911. Kaufmann, Queffenangaben, @. «6. ©imrocf bcmerft: „$)ie neuere ©eftolt ber Xradjeufage, nrie id) fte au$ bem 9Jhmbe eines Honnef er dauern oernommen fjabe, ift furj folgenbe: 3)er £)rad)e pflegte bie Dorüberfafjrenben Skiffe anzufallen, roeldjeS er fo lange trieb, bis cinfl ein mit $u(oer belabeneS ©djiff oor- beifam. ©ein geueratem entjünbete baö ^uloer; bie (Srplofton jerfprengte sroar ba3 ga^rjeug, aber aud) ber 3>raa)e warb jer= fd&mettert." $oftif$ bearbeitet toon Äarl ©imrotf, 9tyetnfagen, S- 161. 16b. $a£ $rad)enlod). (£rad)enfel8.) Unfel in ben Slnnalen be* McberrtyetnS .18, ©. iH. 2luf bem £)rad)enfel3 fjaufte ein $rad)en, ber bie »orbei= faf)renben ©dn'ffe anfiel. $ie ©dnffSleute aber pflegten ftd^ ju oerbergen unb aU Seute für ben Xradjen einen ©trobmauu fjer- aufteilen. 16c. Xradjenlod). (S)rad)enfel3.) SWontanu« 9BaIbbrüb.l, SBorjeit I, 6. 201. 2tn ber fübliajen ©eite be§ $5rad)enfel$, unter ben geifern jinfen, unb über ben Weinbergen, auf betten baS fogenannte ®radjenblut roäa*)ft, ift in bem gelfen eine fleine §öt)lc von unten fdjon ju bemerfen, roeldje mau baS £rad)enlocf) nennt. 3n biefer £öble foff ber Drache gerooljnt babeu, melier bem Serge ben tarnen nertict). 9Jton fagt ferner, bafe ber Sracbe in bem Innern beS Serge« geroaltige ©d)äfce aufgeipeidjert babe. (Sin junger Surfte von ÄönigSrointer ftieg einft ju nädjttid&er Qtit burd) bie ©ein* berge nad) ber afc, roieber $u ben ©einen jurüd; aber in feinem ganjeu fieben mar er nid)t ju beroegeu, Mitteilung barüber ju machen, roa3 er in jener 9tod)t tu ber §öl)le erlebt l)attc. 17. $er feurige trotte mit bem glnbcnben §dj(nffe(. (£ra$enfel$=Wolfenburg..) Untcl in ben Slnnalon be« OtiebcrrbetnS 3*, CS. 90. 3wei Jünglinge aud dtyönborf befanben fta) an einem ©onn- tage um bie 9)fittag$$eit, nad) Sogelneftern fudjenb, auf bem Digitized by Google — 503 — „^aibdjen" jroifdjen ©rachenfei« unb Söolfenburg. ^löfclich ex- blicften fie cor jtdf) eine fehr fd&öne Qungfrau in foftbarer altmobifcher bracht, roeldje fte fragte, ob fte ben Mut Ratten, ein SBagni« ju unternehmen; e« fei ein gute« 2öerf unb roürbe mit reichen ©chäfeen belohnt; auch werbe ihnen fein ßeib roiberfahren. 9lad^= bem bie Jünglinge fidj baju bereit erflärt Ratten, erhielten fie bie Reifung, in ber jroeitfolgenben 9lad)t roieber an berfetben ©teile ju fein. ®oim roürbe ein feuriger ©räche erfcheinen mit einem gtühenben ©kläffet im Stachen; ben ©ä)(üffet foHten fie mit ihrem Munbe au« bem dachen be« Ungeheuer« nehmen. ftoch rourbe ihnen auferlegt, oorfjer bie ^eiligen ©aframente m empfangen unb mit niemanb über bie ©acbe ju reben. 9lm anbern borgen beichteten unb fommuniaierten bie Jünglinge unb befanben fid> in ber Mitternacht oon Montag auf ©ien«tag roieber auf bem $aib* djen. 9iach einer Seile fat)en fte plöfclich in ber ftälje ben ©rächen mit bem ©dpffel, unb ber eine ftiefe ben anbern an, ba« 2Bag^ ni« au«$uffif)ren. 2lber beiben fehlte ber Mut, unb nad) furjem Sebenfeu ergriff einer bie gluäjt. ©er anbere folgte ilnn, f)örte aber im 3Beglaufen eine ftagenbe Stimme unb oernahm bie Sorte: „310), beinahe roar ich erlöft! $e$t mufe ich roarten, bi« biefer (Siebbaum gefaßt unb au« feinen 33rettem ein Söiege gemacht roirb. ©a« Kino, ba« in biefe 2öiege fommt, roirb mich erlöfen." 18. (Sctcn Huäfahrt. (©raa>nfel«.) Gefeit 2lu3fabrt t>. 0. 6$abc. Simrocf, Styrintanb. 3u 2lgrippian ober Köln am 9^tjeine lebten einft brei Königinnen, roelche oiel oon bem lobefamen gelben ©ietrich oon Sern oernommen hatten, fo bafj all ihr ©innen nur barauf ftaub, ben geroaltigen Wieden einmal oon 2lugefid)t m fer)en. «§elb <5cf §og barum, auf« befte geroappnet unb gerüflet, au«, um ben fühnen gelben oon Sern im guten ober böfen nach ßöln ä" bringen. @nblich traf er in einem roilben ©ebirge ben eblen Sogt oon Sern, welcher grabe juoor einen geroaltigen Kampf beftanben hatte. 3" furjem erhob jiä) ber Kampf, welcher ben geroaltigen SReden oon Sern in grofce 9tot brachte, ©och jule^t faub ©cf oon ber §anb ©ietrich« ben ©ob. ©er ©ieger legte be« ©rfdjlagenen Sßaffen au. 9mn machte [ich gafolb, be« ©rfchlagenen Sruber, auf, um jenen ju rächen. 9lud) er rourbe befiegt. ©a« gleiche So« traf bie sJtie|in 5Rufc unb ihre beiben SRiefenföhne. ©anu aber machte Digitized by Google — 504 — fid) ber cb(e £err von Sern in Begleitung gafolb« naä? Köln auf ben s2ßeg. ®od) gafolb oergafe feines ^eiligen @tbe« unb würbe von jenem in Köln im ritterlichen Kampfe erfd&lagen. $)ietrid& würbe von ben brei Königinnen auf« befte bewirtet unb fefn*te bann nadj Sern surücf, geleitet von bem rujjnen §ilbebranb. $er 3nf)alt biefe« Siebe« fmbet fia) in ber SBUfutafage wieber unb fjier Reifet e« au«brüälid>, jene Königin, ^ruRan« %v mafjlin, beren neun £öd>ter ^errn (Sd gegen $)ietrid) oon Sern aufreihten, fjabe auf bem £)raä)enfel« gewohnt. 9todjbem $)tetrid) ©den im 3weifampf getötet unb feine Lüftung angelegt ^atte, ftürmte er, ba« §aupt be« ©rfdjlagenen in ber §anb, ben S)rad)en= fei« f)inan, beffen Söeinterraffeu it)m al« Stiegen bienten. SMe neun Königinnen, burd) bie Lüftung getäufä^t, galten if>n für ©d, ber it)nen 2)ietrid)« £aupt ju bringen fommc. £>a wirft er ifjnen ba« $aupt if)re« Suhlen ju Jüftett, unb fie erfennen S)ietridj, if>ren furd)tbareu #einb. Solfriane, eine ber neun König«tödjter, wirb t)emad) mit $arlung, 3Metrid()« Dljeim, oermäf)lt, unb sJöittid) empfängt, uad) befielt £obe, Sreiiadj mit tyr. 19. $er Wann in ber ffapufce. (©Ottenburg.) 9Hontanu$:2Balbbrür)l, 3Jorjctt I, 3. 7. 2lm ©übabl)ange ber 2Öolfenburg, wie am ©übabf)ange be« $rad)enfel«, l)at man häufig einen ÜKann in weitem Hantel, mit einer Kapufee auf bem Kopfe, gefetjen. SHandjer SBinjer, melier am Serge ©täbe für feine hieben fdmeiben wollte, ift oon bemfelben in bie glud)t gejagt worben. 20. $cr ewige 3äger. (3öol(enburg.) Sieg. 3Jtüller, £er Sieglet« I, S. 199. 3ur 3eit ber (^riftnaajt burdrftreift ber ewige 3äger bie gorfte au ber SMfenburg mit lautem ©efajrei. (Sr trägt ein grüne« Kleib unb eine Süd)je unb ift aud) oon einem £unbe begleitet, wie jeber 3äger«mann. Saut bellt ba« pnbdjen, unb ber Säger pfeift bis $um anbredjenben borgen. $ann bridjt er bie 3agb ab. (Sr foll in feinem Seben fid) nid)t« al« bie Sacfc gemünfdjt unb bafür bem .pimmel entfagt Ijaben. ®aju l)abe ber Herrgott feine 3"fti»"»«u"rt gegeben; unb barum mufj er bi« an« ©nbe ber SHelt jagen. ^oetifet) bearbeitet an ber oben ttennerlten Stelle. Digitized by Google — 505 — 21. $er Ulte auf ber $eufcl8wiefe. (2öolfenburg.) SHontanufcSBalbbrübJ, «orjett I, ©. 11. 3m 2Bintermüf)lentf)al, gegen bie SBolfenburg ju, liegt eine 2Biefe, ioela> bie XeufelSroiefe genannt wirb. 2luf biefer Söiefe fielet man öfter einen alten, langbärttgen Wann umfjerfcfcreiten, ber ju 3eiten einen Sc&lapptjut, ju 3*üen einen ehernen §elm auf feinem Raupte trägt. 22. ^ebtoiß oon aBolfcitburfl. 2Ralerif($e3 Sbeinlanb. 9tod) ber Sage f)atte ein bitter von Sßolfenburg eine einige £oa)ter föebiotg, bereit Siebe ein fafjrenber Sänger gewann. $)er 93ater erhielt Äunbe oon biefem SBerfjältniS unb braute feine Xoa^ter in ba$ ferne Stlofter 2lnna=3ell, roo fie ben Soleier nehmen mufcte. 3fjr ©eliebter Ijatte jebod) if>re ©pur gefunben unb entführte fie. 2lm Ufer be$ 5Rtjeind begegnete ba8 flüdjttge Sßaar bem 93ater .§ebioigS. $>iefe ftürjte fia) mit ben ©orten: „93ater, ®u tretbft midj in ben 2ob!" in bie gluten; if)r folgte ber beliebte, unb balb fjatten bie ^Bellen beibe oerfctylungen. $er unglücflidje bitter oon SMfenburg erbaute ftdj am Stranbe, roo er bie £od)ter oerloren rjatte, eine ßlaufe unb fuc&te ben ßebenäfrieben, ben er oerloren, in frommem ©ebet. ^oetifä bearbeitet im Meberrbeiniftyn Safäenbucb für 1810, 6. 30; bon SHontanu« in Sorgeit II, ©. 265. 23. $er blettjcne 3äger. (Söroenburg.) Sinnig, $eutf$e ajtytben unb 3Rärc$en. ©. 16. $er Sonnengott unferer SBoroäter ift nod& nidjt ganj oer= geffen. 3toar ifl er feine* ©lanjeä entf leibet; flatt be8 Straf>len= mantelS trägt er einen blea>nen 9tocf, flatt ber Stra&lenfrone eine ©ifenfappe auf bem Raupte; aber ba3 33olf t)intcr ben lieben SBergen weife no$ oon biefem bledjenen 3#9er, bafc er täglia) oom Asberg (füböftlid) oon Honnef auf bem SBejlerioalbe) nadj ber Sötoenburg im Stebengebirge toanbern ntujj, bafe er bort umfefjrt unb fta) in einem Xfyak jroifdjen ^rotofonSberg unb 2teberg, bie golbene ftifte genannt, ins ©rab legt, um am näd&ften borgen auä biefem ju neuem unb gleichem Söanbel roieber ju erftefjen. Digitized by Google — 506 - 24. Die Reiben am 2a»enburger 3äa.erl|au$. Unfel in ben »nnalcn b«« McbwrbrinS 38, ©. 93. 2lm alten Söroenburger JägerbauS gelten fldE» bie Reiben auf. Dtefelben begruben i^rc alten grauen lebenbig; fte fagten babei: „alte Butter bucf Dicf>, Du fannft nidjt länger meljr leben/' unb gaben ifjnen eine bleibe SBecfen mit in« ©rab. D>ie $eibenroeiber toeiffagten au$ ber §anb. Die legten Reiben (na$ anberm bie 3«>erge) rourben an ©ied)baufen (©teile eine« ehemaligen Seprofenbaufeä) auf bem Steine eingefdnfft unb au* bem §onnefer ©ebiet entfernt. Damals fagte einer berfelben, bafe mit ifmen bie gute 3«it oerfdjroinbe ; eä würben nun 3^ten fommen, xoo Honnef Langel an roeifen Seilten unb an £ol$ b«ben unb oon gremben beberrfdjt fein mürbe. 25. Der Säger auf ber ÖöroMtburg. WontanuSrSBalbbrityl, Korsett I, 8. 51. (Sin armer Jägerburfdje, ber einft auf ber ftuppe ber Söroem bürg eingefdjlafen mar, mürbe oon ber Jungfrau, meldte bort $v 3eiten umjugeben pflegt, geroedt. Sie tointte bem jungen Wann, \\)v ju folgen. 2113 er it)r geborgte, führte fie itjn ju ben Surg: trümmern auf ber ©pifce beä Sergej. 2ln einer epbeuumrantten SJtouer brüdtc bie gübrertn auf einen ©tein, bofj er fidj rafd> uerfebob unb eine bunfle Öffnung fefjen liefe. Die Jungfrau roanbte ftdt) nad) bem Surften um, roinftc abermals unb fdjritt in ben buntein ©ang fjinein. Der Jäger folgte iljr oertrauenSoott. 3u^e6* für)rte ir)n bie Jungfrau in ein gröfjercä ©eroölbe, meines von einer Simpel erleuchtet rourbe. Drei ältere jtattlidje grauen fafjen an einer gewaltigen Xafel unb fd)ienen auf biefer Sonnen au$; julefen. ©rofte Raufen berfelben lagen auf bem £ifd) unb auf bem Soben. Die Jungfrau roinfte bem Säger, jur ^afel $u treten unb baoon *u nehmen. Der iuiige Wann folgte unb nafjnt oon jebem Raufen brei $of)nen. Daun entfernte er ftdf) roieber auf ben Söinf ber Jungfrau. 3ulefct fanb er fid) auf ber ©teile roieber, roo er gefdjlummert batte; er mar faft geneigt, bie @rfd>einuitg föt einen nedifäjen Traum ju Ratten. 2ll£ er fieb aber ertyob unb feine Xafdje burdifudjte, fanb er in berfelben neun grofce fasere 3JJün$en, brei in Tupfer, brei in ©ilber unb brei in ©olb. 6r fomtf* Digitized by Google — 507 - oon biefem ffeinen Sdjafce für feine Butter ein befd>eibene« (Shttdjen faufen. Xrofcbem blieb er fein ganje« Seben fjinburd} fdjroermütig unb füllte grofee« Verlangen nad) ber Jungfrau, reelle ifmt jebod) t)infort nid&t mefjr erfaßten. 26. $te ^utififrou toon ber fioroenburg. 9lac$ ber poettfäen ^Bearbeitung üon 20. SRüUer öon KönigJwinter, Scrclei, ©. 198. Oft fafe bie Jungfrau t>on ber Sbroenburg auf bem £urme if)rer oäterlid&en 33urg, um auSjufpä&en nad) bem geliebten «Ritter. $>ort oerlebte fte bie glüdflidbften Stunben mit bem geliebten 3Ranne im 2lngefidjt be« fUberglänjenben 9M>einftrome* unb ber burg= gefdjmütfteu Reben Sergfuppen. £>ort nafjm fic l)er$ergreifenben Slbfdjieb oon ifmt, al« er tjinau^og $um ^eiligen &f im ^eiligen Sanbe. Sange Satire fafe Tie bann bort unb erwartete feine 9türe Sippen. So fafj fte $age unb 9Md)te lang, bis ber Xob fic erlöfte. 2lber nodj Hingt oft ju nädjtlidier 2Beile ein leifer Sang burd) bie Xl)äler unb Serge jum raufdjenben'Styeiii l)inab. $ann ftfet fte erroartung«oolI im bämmernben 9)tonbenfd)ein auf bem Surme. Dann roäfdjt fic bie trüben Slugen, fträf)lt bie langen, golbenen Soden, flicht ftd) ben Srautfranj in« flatterube $aar unb ftngt ben bunfeln Sang. * 27. $ie Dentmnfdjte Sprinjefftn von ber Ööwenbnrg. Unfel in b in ber Äirdje oon ÄöntgSrointer unter bem Silbe be3 ^eiligen 3*l)reS eingeleitet roerben. 29. ©cbannte ftäuber. (^öroenburg.) UnW in b«n «nnalcn b<« Mcberr&rin« 3K, 8. 93. $on ben im SSalbe lebenben Reiben hatte ber ßöroenburger sJ$äd>ter föeinrid) Sauoenberg, 33eroof)ner beS görflerfjaufeä auf ber &öroenburg, bie ©d)ioar$funft erlernt. 211« nun einmal eine ber im iöalbe fjaufenben 9täuberbanben — ein berüdjtigter Hauptmann ber Räuber roar ^einrid) 9togel — bei ilmt Unterfommen erjroang, liefe er jie um« #euer fifcen unb „machte He feft", b. b- bet)cpte bie Räuber, bafe fie nidjt aufftetjen fonuten. Tann fd)ürte er baä Jeuer fo ftarf, bafe er ben Räubern bie Unterfd)enfel oerbrannte. 30. Tie Herren oon ßöroenburg. Unfel in ben Slnnalen b<« Meberr&em« 38, S. 94. Tie Söroenburger Herren bitten bie ©abe, ifjre Kleiber an ben täuben aufhängen $u tonnen, of)ne fid) eines §afen3 bebienen 511 muffen. Tie rounberbare Slraft oerliefe fie nur in bem galle, wenn fie unroiffenb ein fatfe^eö Urteil gefproa>n tjatten. 2Barfeu fie, oon einer (hefution jurütff eljrenb , ben Hantel auf ungefähr f)in an bie SBanb, fo t)aftctc berfelbe nic^t, falls ber ©eridjtete unfdjulbig geroefen roar, fonbern fiel 3ur @rbe. 31. Tie Seiten ber £emn oon bcr ßoroetiburfl. UnW in ben Slnnalen bc« Mcberrbcin« 38, S. 94. $or bem jpod^altar ber §onnefer ^farrfirdje liegen §erren oon ber Söroenburg begraben; fie finb im S^ufe ber öeiligfeit ge* Digitized by Google — 509 - florben unb if)re Seidjen ftnb unoerroeSlidj. $iefe Sage oeranlafete, tote ba8 Urfunbenbudf) ber £onnefer spfarrfirc^e berietet, im %cri)xe 1792 eine (Eröffnung be£ ©rabeä in ©egenroart aafjlreid&er ©e= fdfjtoorenen unb Sd&öffen; bod^ tourben toeber Reliquien nod) Sd&äfce gefunben. 32. $ame in feibcnem JRlcibe. (Sötoenburg.) llnfc[ in ben ttnnalen beS 9Ueb«rrb>in$ 38, ©. 94. 2lm 3<*une beS t>on 33ongart'fdfjen ©artend vorbei, in ber 9tid)tung oon ber fiötoenburg f)er, f>ört man oft in ben Duatember* nähten jemanb fommen, raufd&enb tote eine 3)ame in feibenem Äletbe; bie inung oerfönrinbet brunten im gelbe. 33. 5)te Sängerin im SNwerfiefeii. (Biberg.) 9Jlontami8=2Balbbrü$I, 93orj«it I, ©. 53. 3n baä breitere £f)al be3 3Rtrbadf)e3 im Siebengebirge münbet oberhalb ber ^ferbStoiefe ein enge« Seitental, roeldfjeS ben tarnen be$ ßlapperftefenS füt)rt. 9lm gufee beä 2luelberge£ befinbet ftd> in biefer etnfamen Sdjluajt eine 5Btefe, auf welcher man oft um 9Jfitternad)t eine toeifje grau in langem Soleier gefefjen bat. £>tefe 3u»flfwu ergebt juroeilen einen Hagenben ©efang, bajj ber £ord)er mit unroiberftefjlidjer ©eroalt angezogen wirb. @in ©utäbejifcer au« jener ©egenb, ber einft lange beim 3Bein in Äönigäroutter gefeffen Ijatte unb um bie tERittcrnacr)t burdf) biefeS Xfjal fdjrttt, mürbe oon bem ©efange ber Sängerin fo ergriffen, bafe er mit ausgebreiteten 2lrmen auf fte auftürmte. 3lber es rourbe i&m ein unfanfter (Smpjang juteil, beffen Stterfmale lange SBodjjen ftd&tbar blieben. $)a$ Sieb ber Jungfrau foll folgenbermafeen lauten: Ich sin verbonden, Ich sin verbanden, Et schadet mir nit; Sie kiinnen heipen Un dunn et nit; Un wenn et Wasser Bergop geit, Un wenn der dürre Boom Blomen dreit, Dann sali am Eng sinn Och mi Leid! Digitized by Goqjjle j — 510 - (Sinft Farn ein 3u^rma,lu ai" fpäteu 2tbenb an bem &la»per= Tiefen uorüber. (5r ^örte ben ©efang unb rief: „2llte ©an«, bift 3)u auef) urieber am ©rollen!" 5lber fdjon im nädjften Slugenblicf ftürjte er mit 9?ofj unb SBagen in ben tiefen 9lbgrunb am SBege. ®ie ©pufgeftalt tyatte ifm tyinabgefdjleubert. ©rft am nädtften borgen fonnte er feinen 3Beg fortfefcen. 34. $er ßlftfienbe Wann }U>ifd)tn iHolfenburg unb ©tromberg. Kontanu$ = SalbbriiI?l, «orjett I, @. 7. 3n)ifd)cn ber äHolfenburg unb bem ©tromberge liegt am 9Wirbad)e bie ^ferbSioiefe, ein länglidj runber, uon fteilen Berg* ränbern eingefdjloffener Staum. 3n biefem ergebt fid) an ber f)ö(f)ften ©teile ein mächtiger ©rbbügel. 2Iuf biefem §ügel ftel)t man oft näajtlidjer 2öeile einen bot)en ftattlia^en ^tann flehen, bann von bem £>ügel über bie SBiefe fdjreiten unb jum SHljeint^ate hinunter geben, ©obalb er an ben 2lbf)ang gelangt, von bem bie $ötte (eine ©a)lud)t) nad) tfönigSrointer fülnt, fängt ber Dörfer nebel= graue Jöanberer feltfam ju leudjten an, bis er unterhalb 5töniga= rainter, an ber „2öiay, bellauf flammenb gen ©obeSberg über bem Mtyine fd)ioebt. 35. $er $eter& ober 3tromberg. ©laubioürbigen 9tod)rid)ten $ufofge fotl im %a\)U ber (Sr* löfung 1134 ein religiöfer »ruber unb geiftlidjer OrbeuSritter, namens kalter, bem 6d)iffbrua) biefer 2Belt, wie bie ©age fprid&t, natft entgangen, eine freiwillige Slrmut erioäblt unb mit Seroißigung be3 (Srjbifdjofeä brutto famt einigen Srübern oon ber SReget beä ^eiligen Sluguftin, be* Eremiten, bem ftrengen ^Dienfte (Sf)rifU in berfelben DrbenSfleibung ftd) geroeifn" unb angefangen traben, bie Söilbniä biefe« Berggipfeln ju beroobnen. £ie mobifdje £egenbe erfefct biefe ©efdndjte burdj bie 6r= jäblung, en fei einmal in biefer ©egenb ein SRitter, ^iettjer oon ©dnoarjeneef, geioefen, ber bei feiner Slbreife in ba$ gelobte fianb fid) auf bem iRbeinfa;lo6 2lrgenfel3 in bie jüngere ber beiben £ödjter be^ Burgherrn, mit 5?amen Bertha, oerliebt Ijabe, unb als er fein ©elübbe löfenb in ^Jalöfiina jur Befreiung au£ ber ©efangenfdjaft abermaU gelobt, ber Butter ©otteS nad) feiner 9tüorf jur Äirdje eilte, rote ein Ääftchen mit Reliquien, ba£ er öfter gefet)en hatte, burdj bie £uft 00m ©obeSberg weg nach bem ©tromberg geführt mürbe. 33etbe ^aben bie« gefefjen unb fönnen heute noch für bie @rfa)einung 3eugnid ablegen. SöiUft $u aber mir weniger ©lauben fchenfen, fo frage §errn Wilhelm, ben ^priefter auf bem ©tromberg, unb er wirb ®ir bezeugen, bafe er äffe« au« bem Sttunbe ber Seute, bie ed gefeljen, oernommen hat. (Sä hatte nämlich "»b h«t noch rjeitige ©rjengel auf bem ©ubtnSberg ober, roie anbere fagen, auf bem 2Bubtn«berg eine auf feinen tarnen geroeihte Kirche. Obroot)! nun biefer 33erg ziemlich jtarf unb für ben ©dm| be$ SanbeS hn fcunfel. (Srfd)eint er bei vJiad)t, bann Ieudjtet fein ©eroanb fo f>eU, bafj man if)n toof)l baran erfennen fann. 3n bemfelben ©albe jiefjt aucf> bie Songenburger ^uffer, eine r)or)e grauengeftolt mit einem ©cf)lüffelbunbe an ber$üfte, untrer. 2lm Siebeäbrünnlein, einem ChteU unten am SRanbe beS 38albe3, gegen baä 3Rirbact)tt)al ju, r)at man oft ein liebeubeS ©eifterpaar fofen gefe^en. 38 a. ©uro, ftofenau. 2Cuf bem fiibrocftlictjcii ©ipfel ber SHofenau foH früher eine 33urg geftonben haben, oon ber jtd) ebenfalls nod) eine ©age er* galten hat. ©in junger bitter oon (Slfc faO gräulein ^ofa oon 9tofenau in ber fliraje $u £etfterbad>. ©r bat um ir)re £anb, nadfjbem er it)r £er$ gewonnen tjatte, unb ber alte bitter gab gern feinen Segen $u biefer e^renroerten SBerbinbung. 2(m Ütorabenb ber 33er= mäf)lung mar bie Söraut naa) bem föofenauer ßreuj gegangen, um 3u beten. ®a3 gräulein erfd)ien nidjt toieber, unb oergeben« fuäjte man fie im gangen ©ebirge auf. $er 33ater tourbe eine öeute beS ©ramS. (SineS Slbenbä 30g ber junge bitter oon @lfc, ber nur $roft in feinem ©d&merj fanb, roenn er tu ben Umt fo teuren ©egenben umherirrte, burd> bie 33ergfd)lud)t am .peifterbadjer Älofter. ©eine §unbe blieben plöfclidj laut beHenb oor einer 9Jtauerlüde fte^en. <£r Ijorajte gefpannt unb oernafmt ein ©tötjnen unb SBimmern auä ber Xiefe. ®ie ©timme war if>m befannt ; eä mar bie feiner oerloren geglaubten 93raut. 9?od) in berfelben sJtoa;t bahnte er fid) einen Eingang in baä untcrirbifa^e ©efängntS unb befreite bie ©eliebte. Digitized by Google — 513 — 38 b. Surg ftofcnau. 21udj auf SHofenau erfjob ftd) einft eine ftattlidje 93urg. SDic £odjter be3 bitter* würbe, al8 bic 93urg $erftört würbe, burdj einen unterirbifdjen ©ang naä) ftlofter ^eifterbad) geljolt unb fam nie roieber jum SSorfajein. tiefer ©ang ift nod) fjeute oorf>anben. 39a. $te ©riinbung bon fytifitthad). Montanufrföalbbrü&I, «orjeit I, ©. 51. 2113 bie 3Rönd)e ben f)ol)en, unbequemen unb raupen ©trom= berg oerlajfen unb ftcfc im STfyate an gelegenerer Stelle einen neuen 2Bof)nft|} grünben wollten, gab Sttaria, bie §tmmel«fönigtn, bem 2lbt im Xraume ein, ba$ Ätoftcr bort ju erbauen, reo er einen blü^enben SRofcnftocf fänbe. £ro$ ber minterlidjen 3eit, in melier baS $t>al noa) uoHer ©dmee lag, fua)te ber 2lbt unb fanb enbfia) ben blüfjenben SRofenftocf im fogenannten Sert&enbufdje, am ^eiflerbaaje. 39b. Sie ©rnitbung noit ^eitfertact 3Ug. SRüUer, $er ©iegfrciö I, S. 333. $>ie SRöndje motten jtdj auf ber raupen $öl>e be§ ©trom= bergeS niddt redt)t f)eimtfa) fügten unb fte befdjloffen, einen anbern SBofjnort aufeufudjen, mo$u Urnen ber (grjbifajof im Sa^re 1191 bie Erlaubnis erteilte. ©ie famen, fo erjagt bie Segenbe, unter ftdj überein, einen ©fei mit ifjren 9Reliquienfdjä|en ju belaben unb ben Ort ju tljrer Weberlaffung ju realen, wo biefer feine Sürbe abwerfen mürbe. $er @ntfd>lufe rourbe ausgeführt unb, anbääjtig fjarrenb, folgten bie TOnaje bem (Sfel in bie wilbe (Sinöbe. Sin einem 33adje, wo eine fdjöne ^eifter (33ud)e) tf)r weitlaubiges Taä) wölbte, ange= fommen, fefcte ber (Sfel hinüber, ftürjte unb warf feine ©ürbe ab. 3)er Ort ber SRieberlajfung mar gefunben unb mürbe §etfter am 93adje, fpäter furjroeg $eifterbaä), genannt. 33 Digitized by Google - 514 — 40. $er SWöndj Hott Oeifterbnd). SRaUriföeS SRb^inlanb. ßin junger 3)iöndf) mürbe, inbcm er über bie ©efjeimniffe be* $afein* nadjbad&te, t>on melfadjen 3wctfcln bebrängt. $ie biblifdjen Sporte: „fcem §erru ift ein £ag wie taufenb Saljre, unb taufenb $al)re fmb it)m wie ein 5tag!" befd&äftigten itjn etnft, al* er in bem Äloftergarten untrer roanbelte. (Sr oertiefte ft immer meljr in feine ©ebanfen, verliefe ben ©arten unb erging fid) eine 3eit lang in ben benachbarten gelfengrünben. 211* er ba* 93e*perglöcf(ein läuten t)örte, eilte er fdmell jurüd unb flopfte an bie ßlofterpforte. (Ein tf)tn unbefannter Sruber öffnete unb fragte, über fein urilbe* 2lnfet)en unb feine frembartige ßleibung erftaunt, nad) feinem SBeger)r. ©r gab (eine Slntroort unb eilte nad) ber ßirdje, um nid&t $u fpät ju fommen; aber fein $lafc mar fdjon oon einem anberen eingenommen, unb oon allen 3Jtöndjen, bie ring* im CStjor bie $Be*per fangen, mar ifmt fein einziger befannt. @r fiel ben anbern örübern eben fo fetjr auf, al* bem Pförtner. 2U* er feinen tarnen nannte, erinnerte ftd) niemanb beäfelben, unb erft au* ber Älofter=(Sf)rontf erfat) man, bafe ber lefete Xräger be*felben cor 300 ^afjren im ülMbe t>erfd)rounben fei. ^oettfcb, bearbeitet üon W. SJiüUer tum Äönig«tointer, fcorelei, 3. 202. 41. $om cnifefclid>en lobe M flogen Öenneco unb wie eS nfc^t erlaubt ift, nad) abaeleatem ©elfibbe in bie Söelt jurndf- jufedren. (£eifterbad>.) (EaefariuS x>. öeifterbadj, Dial. 1, 15. ©in bitter Senneco oon $almer*borf (^almtr*borp) bei S3rül)l machte jugleid) mit mir fein ^robejafyr. @r mar ein f$on bejahrter SRann unb oon feiner beftmberen grömmigfett. fielen Verfügungen au*gefefet, unterlag er fa)liefclia) benfelben trofc aller Ermahnungen ber SJrüber unb ift in bie SBelt aurüdgefefjrt gletdj einem §unbe, welker feinen efeln grafe mieber auffudjt. @r wollte e* nod) ein atoeite* 3Jiat oerfudjen; eine ßranfljeit Innberte ifm jebod&, unb er ftarb in feinem §aufe ofme jebe* 3eic^en ber 9teue. 3n ber ©tunbe feine* Eobe* erfjob ft$ ein fo heftiger ©türm unb erfdjienen auf feinem $>adje fo niete SRaben, bafe alle, au** genommen ein alte* SBeib, au* bem §aufe ftürjten unb ben Sterbenben allein liefeen. Digitized by Google - 515 — 42. Ston ber Wonne tfbriftine, welrfje gelegen hat, wie bie heilige Jungfrau Ataxia am Sage ifjrer §tmmelfafjrt über bem ttowent im %l>alt be§ Eiligen $etru8 (§ei&er*ad>) Horn Gimmel (er einen Äronlenchter herabließ. (Sacfariu« t>. fretftfrba($, Dial. VII, 21. 3n Walberberg (Wonft f. WalburgU), bei Srühl, einem Klofter imfere« DrbenS, jroei teilen oon Köln, ift eine Klofta; Jungfrau namenä ©fjriftinc geftorben. 3h* haben ©ott unb beffen heilige Butter manche ©eheimniffe offenbart, worüber ich nicht in beftimmter Reihenfolge, fonbem wie e3 mir gerabe in ben ©inn fommt, einige« mitteilen will. 2llS einmal am gefte SWariä Himmelfahrt unfer Sater, ber 3lbt e fcfjon lange bie 3Wü(>feligfetten beä Drben* erbutbet Ratten. £ierau* läfjt fidj) ber Schlug jietjen, bafe bie 33erbienfte berer, weldje bem §errn bienen, niefct nac$ ber Sänge ber 3cit, aud) nic$t nadj förperlidjen 3Hüf)}alen, fonbern nad) beut @ifer in ber ©ottfeligfeit bemeffen werben. 311* man an bie Stelle gefommeu war: „In te doinini speravi", jog bie Zeitige Jungfrau ben Kronleuchter mieber empor unb fprad) mit lauter Stimme: „2Bie idj f)eute in meiner §errlid)feit bin, fo werben alle btefe e* mit mir fein in alle (Swigfeit." Sei un* wu&te niemanb etwa* oon biefer (5rfd)einung ; morgen* ging jebodj unfer 9Wönd) ^ietrid) von ßord) (ßurefe) $um 2Ibt fcerrn £einrici) unb Ragte if)m, er f>abe in jener ^eiligen 91ad)t nid)t efjer eine Slnbadjt empfunben, al* bi* man sunt Sanctus gefommen fei. hierüber ift er fpäter, nadjbem ifmt jene 93ifion befannt geworben war, nidjt wenig in ©rftaunen geraten. 43. $ie ^rf^einungen ju £eifterbacf). ©artoriu«, Ciftercienfer^DrbcnSgej^ic^tc £)em feiigen ©obfdjjalf, ^rofofj in §eifterbadj, jeigte fid^ G^riftu^ in ber ß&riftnadjt, al* er 9Hcffe la*, in ber ©eftolt eine* fdjönen ßinbe*. ®er feiige Äonrab, ebenfall* SHönd) bafelbft, faf), al* er trofUo* unb franf ju 93ette lag, (Sfjriftu* am Clberg, fingenb unb rebenb: „3Wein So^n Äonrab, ftetye, ma* id) beinetwegen gelitten fiabe." efjriftian, beffen 3ffitbruber, faf) 3efu* in Begleitung ber ßngel, wätyrenb bie 3ttönd)e im (Sfyor fangen, Ijeruntergefjen. Sfym fUHte bie Butter be* §etlanbe* burdj ifjre perfönlidje ©egenwart bie Jtopffdimerjen. 44. »Jana von ^etfterbaaj alö Retterin. Gaefariu« ö. §eifterba$, Dial. VII, 28. 3ur %t\t, ba @r$bifd)of ©ngelbert oon Äöln ba* Sd&lofe $ürflenberg erbaute, um ©erfjarb oon 23rubad) im 3aume ju fjalten, würbe ein ebler Jüngling, namen* £beoborid), ber ftdt) au*jujeid)nen gebadete, twr biefem ©djlojfe gefangen. (5r würbe in ben £urm geworfen; al* er aber Söfegelb ju geben oerljiefe, Digitized by Google - 517 - au$ bem fterfer in ba$ obere ©dflofe gefegt. @r würbe in Vanbe gelegt unb baju no unter SBädjter geftettt. 2tn ben güfeen trug er (Stfenringe, an ben §änben $anbfd&ellen, weld&e mit Äetten an ber SBanb befeftigt waren. %n einer 9to<$t, alfc er mit anbern (befangenen unter 2luffxd&t oon fed&3 2Bää)tern fd&lief, fjatte er oorl)er fidt> ber lieben grau oon §eifterbadj empfohlen. 3m (Schlafe faf) er ftdj oor baä genannte Älojter oerfefct. @r wollte einreiten, wie eine $>ame ju 9*ofe ftfcenb, ba tlmt bie güfce gefehlt waren. 3^ei feiner Verwanbten, 3Höndj)e beä Älofter«, winften ifnn aber jurücf unb riefen: „@ile jurücf, weil bie ^eilige $)idj befreien will/' hierauf erwadjte er unb freute fid). @r oerfudjte, ob ber £raum 3äuf$ung ober $öafjrf)eit fei, unb ftef>e, er tonnte einen gu§ obue atte ©<$wierigfeit au* bem (Sifen sieben. SJtit gleicher Sieidjtigfeit $og er bie $änbe aus ben Stetten. 2Bie er ben anbern gufj löfen wollte, erwarte einer ber SBäd&ter burd) baS ftlirren ber Ketten, ©rfdjretft wottte er wieber in bie §anb* fdjellen fd)lüpfen, oermod&te eS aber nid)t. %t$i begriff er erft, bafe bie ^eilige Jungfrau tyn fdjüfcen wottte. 6r f)ielt fidj fUtte, biö ber 2£äa)ter wieber eingenieft war, bann erf)ob er fid) leife, l;ielt bie eine gufefajette am Seine, liefe fia) an einem Safen au« bem genfter nieber unb naljm bie gludjt. $)er ©achter mad)te jefet £ärm, baß man itjm nadjfefcte; aber e£ war eine f)öf>ere sJNad)t mit if)m. @r barg ft$ cor ben Verfolgern im ©efträudfje unb gelangte, atö fic ibn auf falfdjen ©puren fugten, unbeläftigt nad> §eifterbad). 45* Sie frommen Störte, (^eifiterba^.) Caefariu« toon öfifterbat^. Stuf bem Älofter lüfteten oiele ©tördje, welche bie weite ©egenb oon fdfjäblid(>em Ungeziefer rein (netten. (Sinft, ba ber hinter fam unb mit i^m bie SBanberjeit ber Vögel, festen ftc bie Vrüber, meld&e im gelbe gefd)äftig waren, in bie gröfete 2luf= regung. $Dic Vögel umfretften bie 9Rönd&e immer fd>retenb, olme bafe biefe ahnten, wa$ baS $u bebeuten f)abe. <§nbli<$ fwb ber Sßrior an: 3Rir almt, bafe fie Urlaub oon uns nehmen wollen. «Damit Iwb er feine §anb unb gab ben Vögeln ben ©egen. D SBunber, jefct entflogen bie Vögel augenblitflid) jur Vefc&ämung ber 9Rönd)e, weldje ben Segen nidjt f)od> anjufdjlagen pflegten. Digitized by Google — 518 — 46. $er flrofte ftifd) t»on ^eifterbadj. 3n einem ber gifchteiche beä ßlofterS ^eifterbaä) würbe einft ein gewaltig grofjer gifch gefangen. (Sin Sauer au* ber ©egenb, welcher gerabe in ber älofterfüche $u thun hatte, bemerfte, als man ben gifch hereinbrachte, lächelnb jum $ater Äüchenmetfter, ber mit fttflem Wohlgefallen ben fd)5nen gifch bemunberte, bafe fei nicht gar feltfam. @r habe einen greunb, ber einen foldjjen gifch bequem auf einmal oerfpeifen fönne. $)a3 bünfte bem guten ftloßerbruber bodt) gar ju erftaunlid). ®r (ub ben Sauer mit feinem greunbe auf ben nächften £ag ein unb uerfpraä), ben gifch auf« hefte zubereiten, ©er Sauer erfchten auä) jur feftgefefcten ©tunbe mit feinem greunbe. 9tod)bem legerer mit bem Wlbnä) eine Wette vereinbart fyattt, trug man ihm auf. <5r a& tapfer brauf lo$ unb hatte balb ben großen gifch nerjehrt. Slber fein junger mar noch nicht gefttüt. Serlangenb flaute er ftch nach allen Seiten um unb meinte enblich fleinlaut: „3$ wollte einmal fehen, ob ber grofee gifa? balb fäme." So hatte er feine 2öette glängenb gewonnen. 47. $er affenbe Teufel. (§eifterbach.) SRünbli^. (Sinft waren bie Mönche be3 tflofterS fteifterbach mit ben Vorbereitungen für ein grofeeS firchlicheä geft befchäftigt. Slm $age oor bem gelte waren ihrer 50 auf bem (£f)or oerfammelt. Sie wollten ben Tonus quintus ober Pereg-rinus einftubieren. Slber ihre Stimmen waren oottftänbig oerroirrt, unb fie oermochten ben Tonus nicht ju finben. (Snblich erfcholl au£ ber @cfe beä ©otte^haufe* eine Stimme im reinften Tonus Pere^rinus unb fang: Quinqua quinta Monachi, non invenient quintum bonum; b. h- 50 Mönche finben ben fünften $on nicht. (SS war aber ein Teufel, welcher bie Mönche äffte. 48. SBom flirter #einridj, weither bei und feine haften abhielt unb einem Stein, auf welchem er wät)renb bei föebeted fd}Hef. (§eifterbach.) Caefartu« b. tfeifierbac^ Dial. IV, 37. (Sin gewiffer bitter au* Sonn, tarnen* Heinrich, machte ein* mal währenb ber gaftenjeit bei un« geiftliche Übungen, ftachbem Digitized by Google — 519 — er biefelben beenbtgt unb f)eimgefef)rt war, begegnete er eines £ageS unferm 2lbte ©eoarb unb fagte ju biefem: „$err %bt, oerfauft mir jenen (Stein, meld&er neben einer befrimmten Säule (Surer Ätrdje liegt, unb idj jatyle bafür, was 3*>r forbern werbet/' 911S ber 2tbt erwiberte: „2BaS wollt 3fjr benn mit bem «Stein mad&en?" entgegnete ber bitter: „34 m^ $n an meinem 93ett anbringen, benn er befifct bie (Sigenfdjaft, bafj, wer nidjt fdjlafen fonn, fofort einfdjläft, wenn er feinen flopf auf biefen «Stein legt/' @S fjatte aber wäfjrenb jener Sufcübungen ber Teufel eS bem «Ritter angetan, bafe berfelbe, fo oft er in ber Äirdje fidj an ben genannten Stein lehnte, um ju beten, alSbalb oon Sä)laf befallen würbe. ^oetifcb, bearbeitet fron Ä. ©imrotf, ^einjagen, ©. 13*. 49. $er alte Bit. (fceifterbaaj.) ö. Oering, ©efd)ia)te ber »urgen V, ©. 145. $aS furcfytbarfte ©ewüter lag nodj> über bem Siebengebirge unb jog nur langfam oorüber, als nid^t weit oon Dberbollenborf unter ben nod) beftefycnben Ruinen beS 2lltarS beS früheren ßlofterS £eifterba$ ftdj einfl eine ©etftergeftolt erf)ob — fo lautet bie Sage — : es ift ber alte 2Cbt , ber in ben ßloflermauern fjerumgefyt. Sein §aar ift filberroeife unb lang fein 93art, ein Spiel ber SBinbe, fein dürfen frumm, leer unb f>of)l feine 2lugen; er fief)t nid)t mel)r; mit bem Stabe befühlt er bie (Srbe; er fud)t unb feufet. gaft au allen ©räbern ifit er fdwn oorbei gefdjritten, faft alle fjat er gejault unb an ilmen gebetet. 9iun fdjreitet er aud) oom legten weg, bodj mit bem Sudjen f)ört er nid)t auf. 3^wier emftger fäf)rt er mit bem Stabe über bie (Srbe; bann fdjüttelt er baS greife $aupt unb fängt wieber oon oorne gu jäf)len an, — bodj oergebenS; eines fef)lt ifmt no$. §ett fteigt ber Sttonb auf, bie Statten malen ftd) geifterartig. 3)er alte 2lbt fniet oor ben Ruinen beS SlltarS nieber unb betet. $)ann fleigt er jwtfdjen bem oerfallenen ©emäuer hinauf unb oerfdjwinbet, wenn bie ©locfe ein Uljr auf bem nafjen 2Keierf)ofe fdjlägt. SWnädjtltdj} wieberbolt er feinen ©ang unb fu<$t baS nod) fet)lenbe ©rab — feine eigene föufjeftätte. $od) nid^t wirb er fte ftnben, bis aud) bie legten Überrefte biefeS grofeen, reiben ÄlofterS jerftört ftnb, unb unter i^rem ©efteine ber treue 2lbt ben ewigen Scfjlaf fdjlafen fann. ^oetifeb. bearbeitet im Styeimfäen Dbeon III, 120; »on 6. «Wein^olb in oimroct« Jtyeinfagen, ©. 15«. Digitized by Google - 520 - 50. $er Saftercr be$ Bonner«. (flaffel bei flönigatüinter.) Gäfariu« b. £eifterbac$. 93or %titm, af« ein regnerifay«, gcroittcrrcid^c* 3a^r ben ßanbleuten ba« einbringen bcr ernte fefjr erf<$n>erte, fa^ ein bitter ju ftaffel bei ßbnigSnrinter im Söejten eine finjtere 2Bolfe aufzeigen unb ben Gimmel oerbunfeln. „©d&aut," fagte er, „ba fteigt toieber ber Teufel empor!" ftaum (>atte er biefe 2Borte ge* fprodjen, al« ein fjeftiger ©d&lag erfolgte unb ber ©trafyl ben ©ol)n im 3Ürme ber SBärterin traf unb erfdfuug. ©er SBater fetber blieb unoerfetyrt, rjatte aber feine Säfterung um fo bitterer ju büjjen. 51. SBcftrofte ©robDett. (Dberpleife.) 3Jlünblic$. $)er Onfel eine« nodj) lebenben ©efdfjäftamanne« in Ober* pleifj, ebenfall« ein ©efcfcäftSmann, ging eine« borgen« in bie benachbarten Drtfdjaften, um feinem $erbienft nad^uge^en. 3n bem erften Drte, welchen er befugte, fragte it)n eine grau, roof)in er wolle. 9JKt groben Korten wie« er bie grau ab. 216er in bemfelben 2lugenblicf ftanb fein Sttunb fd)ief. $>a« mar bie ©träfe für feine ©robfjeit. 52. 2er 9üefe t>on 3ttenbad). 3Jiontanu8=itialbbrü§l, üorjeit I, «. 13. 3m §artenbrudf)e bei Sttenbadfj fiet)t man öfter« bei näd)t= lid>er &\t einen riefengrofjen 3Wanu einfjerfdjreiten. ©ein m jurüdroia^en unb feinen 23lid nid^t ju ertragen oermod^ten. einer berfelben fod fogar ob ber au«geftanbenen 2lngft mehrere Sage ju Sett gelegen Ijaben. 53. Verurteilter (oft ft* ein ftätfel öom @a(gen. (Slgibienberg.) 3n &gibienberg ftanb eljemal« ein ®algen. einft follte bort ein 33erbredf>er Eingerichtet werben. ©djon ftanb ber arme ©ünber auf Oer Leiter, unb ber genfer wollte feine« 9Imte« walten, al« erfierer über fic^ im Söaume ein Sßogelueft mit fieben jungen be= Digitized by Google — 521 — merfte. 2US er nun gefragt würbe, wie e$ üblidf) war, ob er nodj etwad ju fagen fjabe, fpradj er: Hue, hue hang, Sehen Jong fang, Enen Duaden no dobei. Rod er Heren, alle drei'. Wenn ihr es nicht könnt röden on nitt denken, Dann donnt nü min Lewen schenken. Xrofc alles 9todjbenfen$ uermodjten bie 9ftd)ter ba£ 9tötfel nidjt $u löfen unb fd^enften barum bem armen ©önber ba8 ßeben. 54. 9Rantt im Wonb. (f gibienberg.) 3n tgibienberg pflegt man ju fagen, bafj man, wenn ber 9Jlonb fd&eint, nia)t ©treu unb 9tüben flehten fott, weil ein Wlann im 9)tonb ftet)t, ber auf ba$ treiben foldjer Seute in biefer %t\t ad)t l)at. tiefer Sttann, weläjer im Seben SRafiocf fnefe, ift aber $ur ©träfe in ben 3Ronb oerfefet worben, weit er ftdj berfelbeu Vergeben fdmlbig gemalt f)at. 55. Lienen bauen eine 9)tanftranj. (!Rr)önborf.) Unfel in bcn «nnalen bc3 Meberr^cinS 38, €S. 06. sDtan pflegt mofjl ju fagen, wenn bie Lienen am gron= letd&namätage fäjroärmen, fic bauten eine 3Jtonftran$. $a$ foU einft in einem $aufe ju 9ll)önborf fiä) ereignet f)aben. 56. Ser Cuergbrunnen. (3wif$en 5Rbönborf unb £>racbenfel$.) Unfcl in ben «nnaUn be* Mebbrte von ba au ba3 Seiten auf. Digitized by Google - 522 - 57. $tr Sreifdjftfe in Selhof bei Honnef. Unfel in ben Stnnalcn be« v)iteberr^fin8 38, ©. 95. ©in Sßilberer in Selhof oerftanb „bie greifuget ju fdnefjen". 6r rourbe jur 3cit ber grctnb^crrfd&aft uon einem fransöfifdjen Detter geäroungen, ihm ben 2öeg nad) ^^einbreitbac^ ju jeigen. 2113 fte bi« an ben ftljetnbreitbadjer ®raben gefommen roaren, roetgerte fidj ber gütirer, ben Sranjmonn weiter ju begleiten. $a nutete ber Leiter feine s^iftolc auf Um unb fä>fe. Der Sflann griff in ben Sufen, Ijolte bie Äuget unter feinem 2Sam3 heroor unb jeigte fie fjötynifd) bem Leiter, Da fa&te biefen baS (Sntfefeen; er brücfte feinem s$ferbe bie Sporen ein unb gaUopierte baoon, um au£ ber Stahe beä unheimlichen ©efellen ju fommen. 2113 ber SBUberer fpäter ben Vorfall erjählte, fügte er hin$u> er h^tte bie Äuget nur in ein ©eroefyr ju laben unb in bie Suft ju fdnefjen brauchen, fo würbe ber Leiter, wo er fich immer be= fanb, tot niebergefallen fein. 58. $er ßeheimm&toone Wäher. (Selhof bei Honnef.) Unfcl in ben 2lnnalcn bt« Mcbcrrb>inö .38, ®. 97. ©in Tagelöhner in ©elhof pflegte fuh jum 2tbmäf)en ber Söiefen ju oerbingen. erhielt er abenbä ben Auftrag, fo mar fchon am anbern borgen in aller grül;e bie Arbeit gethan. einft beobachtete man ihn in einer 9?acht, nrie er, über bie 2ßiefe gehenb, mit ber §anb bie 33eroegung beS SHähen« machte unb babei bie ©orte fprad): ,,.§übfch, fein unb nett, Dä SMann e$ ene ©ecf." Sofort war bie $Mefe oon unftchtbaren Rauben abgemäht. Der Wann oerbiente auf biefe SBeife uiel ©elb. eines XageS aber bemerfte man im §aufe einen Übeln Oeruch unb nn- erflärlicheS (Gepolter, Da ging ber SWann r)in unb ftürjte ftdh in ben „neuen ^ßüfe" unb ertranf. Der Teufel, mit bem er im Sunbe jtonb, tjattc ihn geholt. 2tm „neuen eine« ©dfmppenS ftieg, fehlten biefem immer fedjS Stadfoiegel, meldte, toenn audj erfefct, flctd toieber entfernt würben. §unbe bemerften baS ©efpenft oon weitem unb pflegten einen Umtoeg $u maä)en, um ni$t an if)m oorbei ju muffen. 2lud& am r SBefen in einem 23aanfbarfeit leinene Äleiber Einlegte. 62. 3er ©lorfengnf} auf bem Ätrdjbeuel bei Honnef. Untel in ben 2tnnalen be« 9lieberr$ein« 38, S. 94. 3luf bem ßirdjbeuel mürbe einft eine ©locfe gegojfen. SBäfjrenb be« ©uffeS entfernte ber SReifter, um in SRommerSborf no$ meljr ©lotfenfpeife ju bolen. ©ein Sewing aber, ben er jur #ut jurütfgelaffen f)atte, gojj in^roifdjen bie ©locfe fertig, lief bann bem TOeiftcr entgegen unb melbete ifmt ben beenbeten ©ujs mit ben ©orten: „3cf> gratuliere (Sud) }u ber neuen ©locfe!" „2ßie, f)aft $u bie gegojfen ?" fragte ber OTciftcr. Stuf bie bejafienbe Antwort Digitized by G - 524 — be3 Surften ftiefj jener ifmt fein 3Kcffcr in bie IBrufl unb fagte : „®ann wirft £>u feine $weite mefyr giefcen." 3um SUnbenfen an bie 3WorbtIjat mürbe an ber ©tette ein ©teinfreuj errietet, weldjeS jefct in eine ©artenmauer eingefügt tft. 63. frrau marijt gunfHgeit aöinb. (Honnef.) Untel in ben Slnnalen be$ 9tieberr$ein3 38, ©. 96. ©in ©Ziffer, ber im Segriff ftonb, mit feinem ©dnff oon Gmmerid) nad) Honnef $u fahren, fefjrte mit feinen ©efellen in einer ©djenfe ein unb bat bie SBtrtSfrau, weld&e ©eroalt über bie SBinbe fjatte, if)nen für bie ga^rt günftigen 3Binb ju uerfajaffen. $)a madjte biefe brei ftnoten in ein Xud>, gab e3 ben ©d&tffern unb fagte, einen, aud) jwet ßnoten bürften fie löfen, aber ntdjt ben britten. 33eim Antritt ber ga^rt löften bie Seute einen Änoten, unb fofort erlwb fi$ ein gelinber günftiger 2Öinb. ©päter löften fie ben ^weiten; ba rourbe ber Söinb heftiger. 211$ fie fdwn bei Dberfaffel waren, gelüftete eS einen, aud) ben britten Änoten auf= jumadjen; er tfyat e8 trojj ber SBarnungen ber Übrigen, $aum aber war e£ gefdjeljen, fo entfianb alsbalb ein fo gewaltiger ©türm, bafj ba« ©djiff nia)t ooran fonnte unb in grojje ©efa^r geriet. 64. Begleitung etneS <$eifte£. (Honnef.) Unfel in ben flnnalen bc« Hieberr&ein« 38, S. 96. ein alter ©duffer in §onnef war eines 2lbenbS mit einigen anbern Männern t)inter ber Reiter mit Slpfelfio&en befdjäfttgt. ^löfclia) mufjte er fort, um mit bem ©eifte eines eben Verdorbenen aus ber ©emeinbe auf ben ßreujweg $u gelten. 2HS er jurüdfefjrte, fagte er, wenn man Um nidjt fogleiü) fortgelaffen f)ätte, würbe eS ifm über baS Steden hinüber geworfen fjaben. 65. äpfel wanbeln fid) in Kröten. (Honnef.) Unfcl in ben 31nnalen be§ Wieberr^einS 38, 6. 95. ©in junger 9flann erhielt oon ber 2ttutter beS 2ftäbd)enS, weldjeS er freite, brei Gipfel gefäjenft. 3U §oufe gab er biefelben feiner Butter, weldje fie ans genfter legte unb ben 3üngltng warnte, baoon $u effen, bis fie felbft i^m einen 3lpfel anbieten würbe. Woä) efje ad)t £age oergangen waren, rief bie SJhitter U)ren ©oljn unb jeigte ifmt bie Gipfel, welche färntli* in flröten oerwanbelt waren. Digitized by Google — 525 — 66. $er ©lotfengujj auf bcr 8u. (Honnef.) Unffl in ben Ännaten b«3 Weberrbrin« 38, 6. 94. Sei einem ©locfengufe auf ber 3lu brängte fu$ unter otelem anbeten Solf aud) eine grau herbei. 55er SReifter mar eben im Segriff, ben §abn auäjuftofjen, erftärte aber, aU er bie grau oon ferne heranfommen fah, nidfjt weiter arbeiten ju fönnen. @r fdj>it gingen. @r eilte oorüber wie ein ©turmtoinb; bod) forj man ihn fo beutlia), bafe man ihm bie «flippen im £eibe }är)ten tonnte. 2Bie er im £eben mit ber linfen §anb auf bem Rüden bie $ofe feftjubalten pflegte, bamit fte nid)t herunterfiel, fo tf>at er aud) jefct; baran erfannte man ihn. 68. $ie St. @er*Qtutg:Jtaj>eae bei Honnef. Unfel in ben Slnnalen be« Weberrbrin« 38, ©. 93. @ine $5ame oon ber Söroenburg hatte fid> auf ber 3agb oerirrt. 9toa)bem fie lange oergeben« ftdj im Sßalbe $ured)tsufinben gefudjt hatte, oernahm fie prnerfchaU unb fonb babura^ ben 2Beg ju ben 3fungen roieber. 9ln ber ©teile im SBalbe, too fie ba« ^agbljorn gehört, gelobte fie eine Äapelle $u bauen. 25a« ift ber Urfprung ber ju Honnef gehörigen ©t. ©en>atiu« Capelle. Digitized by Google - 526 — 69. $er @etft tum gtcberütf. $iontanu«:3&aIbbrityl, SBorjcit I, ©. 5. $ütter ftonnef liegt ber Sieberücf, auf roela-jem bie malerifdje Skfaltfuppe beS £eiberg$ ober XeufetSftetnS aufragt. ©ort fott ein grofjer, ftattlidjer «Wann in bleifarbigem ©eroanbe etnherfdjreiten. Rubere oerftdjern, bafj biefe @rfcf)etnung längft gebannt fei. ©er ©eift fei ben Seroo^nem oon Honnef auf bie ©auer ju unfjetmltdj geroorben; beöt)a(b roären Tic nad) Äöln gegangen unb Ratten bort jroei ©omljerren gebeten, ben (Seift ju be|"a)roören. ©iefe Herren tarnen, beftiegen ben £ieberücf unb befajrooren ben ©eift, ba3 tyibt, fte matten fid^ benfetben unterbau unb führten tfm $rotfdjen fid) oom iöerge tjinab nad) bem Steine $u. ©abei umgingen fte Honnef unb führten ben ©efangenen in bie ©egenb oon Unfel an ben SHr^ein. ©ie fjatten ftd) oorforglid) bortlun eine ©djalbe mit ben nötigen ©dnffern befteüt. ©ie ©Ziffer tonnten nidjt begreifen, bafs jroei einzelne Herren für ftd) allein eine ©ctyalbe gemietet Ratten, ©ie ©omfjerren aber brangen bei ben jögernben ©Ziffern auf bie Slbfaljrt. s3Jton ftiefj barum ab. 2113 man aber mitten auf bem ©trome war, bemerkte ein ©Ziffer, baft bie ©djalbe fo tief eilige* funfeit roar, als ob Tie mehrere Söagen aufgenommen r)ötte. <5r ermangelte nidjt, biefen geheimniSoolIen Umjtanb ben beiben geiftlid)en §erren mitzuteilen. @iner berfelben roinfte ifm hierauf $u ftd) unb gebot iljm, mit feinem regten gufe auf feine linfe ©djulter ju treten unb über feine redete ©djulter ju flauen. SllS ber gerge biefer feltfamen 3wmutung genau nadtfam, rourbe ilmt ber ©eift $roifd)en ben beiben ©oml)erren ftä)tbar. Über ben furchtbaren 33licf ber @rfa)einung erfajrocfen, trat er an fein ©teuer jurücf unb fprad) fein Sort mef)r, bis baä gafjrjeug am anbem Ufer gelanbet unb bie ©eiftlidjen mit bem ©eift ba$ gatyrjeug oerlaffen hatten, roaS an bem geringeren Tiefgang ber ©dj>albe beutlid) ju erfennen roar. 70. 2er uncfjtliay Säger am fietberße bei Honnef. Unfel in ben Stnnalen be3 Wcberr&ein« 38, ©. 97. 3m SBalbe am ßeiberg gef)t ein 3a8cr um> manchmal fyöttn ir)n bie ^olj^auer an Duatembertagen mittags um 12 Ufjr fdn'efjen unb feine §unbe locfen. ©er %aQtx ift ein früherer 33eroof)ner Honnefs, ber fidt> ju feinen £ebjevten ftets im 2Balbe herumtrieb unb nie in bie Äircbe ging. Digitized by Google 71. 3uerQenrad)e. s3)len$enberg bei ftljetnbrettbadj. Unfcl in ben Ännalcn be« Webendem« 38, ©. 92. $n einem £aufe am üttenjenberge pflegten bie 3wrge frü^ morgen« OTc^tfuppc für Äned&te unb SRägbe fodjen, für biefe ba« 3ßi*cn 3«>» 3lufftet)en. trgerlia) ftreute ein flnedjt eine« Xage« (Srbfen, bamit bie $meT$e ben §al« brächen. 2lu« Stäche tjaben bie 3werge ben &ned)t gefönt. 72. Sergbauettbe Zwerge, (Sttrneberg bei 9tyeinbreitba$.) Unfel in ben Snnalen be8 9Ueberr$ein« 38, S. 92. 3roerge tjaben juerft ba« ßupferbergroerf Sirneberg au«ge= beutet. 9iod) jefct foHen bafctbfl ©änge forfymben fein, fo ntebrig, ba& ein sJ)tenfd) unmöglid) barin arbeiten fönne. 2lud) roitt man tmeberfjolt ©tütfe non roin^igem „©ejäf)" (SBerfyeug ber Sergleute) bafelbft gefunben fjaben. 73. $>er Söedrfelbala,. (©ajmerbaa).) Unfcl in ben Hnnalen be« 9iieberr&ein3 38, ©. 92. 3n ben §öf)len ber ©d&merbad) — ntd&t weit oon ber „golbenen ßift", reo 3^erge einen ©djafc tjüten — Rauften CUierge, iuelcr)e eine« £age« in ber 9tät)e roobnenben Seuten in bereu 2lbrocfent)eit ba« Jtinb au« ber Söiege flauen unb einen ber 3f)rigen an bie ©teile legten. Unfunbig be« ©efajefjenen jogen bie ficute ben SBedjfelbalg auf, nmnberten fta? aber nic&t wenig, al« feit biefer 3«*/ fo oft bie §au«beroolmer brausen waren, allerlei Ungehörige« im $aufe gefdjaf); namentlich bemerken fte, bafe Wiiti) unb ©afme regelmäßig oon einem 9iäfä)er ljeimgefua)t mürben. Um benfelben auf bie $robe §u fteQen, festen fte einmal ©ierfajaten mit 2Öaffer gefüllt in bie 2lfä)e ring« um ba« £erbfeuer. £)od) baran rourbe md)t gerührt. So oerfloffen 2öod)en unb Monate, oljne baß ba« Äinb in^roifcr)en aud) nur um $)aume«breite geroad)fen märe. 3n irjrcr ©orge unb Serummerni« befa)lojfen bie Altern auf 3ureben ber 9tad)barn einen Sittgang nad) bem ^eter«berg. $a« oermeintliäje ätnb auf ben 3lrmen tragenb, fdjreiten fie fürba«, als ifjnen ein anberer 3^erg begegnet, ber feinen ©enoffen fragt: „Ximiönä)en, wo gebft ®u tynV ,,9toä) ©tromberg $u ©ebitt." „£)ann gel)' bafjtn unb beffer' $)id) nit." „0e^ $u ^eirn unb forg' bafür nit!" 211« fic biefen Dialog Digitized by Google — 528 - f)örten, ging bett beuten ein 2id)t auf, unb entrflftet roarfen fic ben 3Beä)felbalg roeit roeg in einen &ornftrau$. ®er aber rief: „3dj bin fo alt rote ber 93öf)merroatb, £)er ift breimat abgehauen unb breimal abgebrannt — 2tber noa) nie fjab' id& geflaut, $a& in ©iertöpfdjen 33ier roirb gebraut." 74. $at ©olftercien. (Stielborf.) 5irmeni<$ I, 513. All Uhren on Stonden, se gon ongelich, Su sät me em Spröchwoat, — mir oss en Geschieh Ees vürkonn, on kät at Gespräch eckesch drop. Da reechten de Hohr sech om Kopp mir noch op. Ech woar gät karsieren am Fenster geweäs, Do konn ech do öfter en Bong?t, hesch om Präsch; At woar asu düster, at flertert gen' Steän. Ech woll wähl ees lofen, on dät't och net geän. Do kött us der Hecken gät Schwazes gerötsch, On kuat vüä dä Fassen ad längs mech getrötsch, On schibbelt ad luter sech ronks on äörm — Ech drähne mech effen, on gohn wedder öm. Dat Hölfterchen setz, meng Siel! vür mir om Wäg. No wuad et mir effer öni't Hätz asu schlag. Ech fenk an zo bädden — do reech at sech op, We Bam' röhm su wuaten de Hohr mir om Kopp. At wuad asu lank on at wuad asu gruhss, Ehs we de ahl ElTm do am Jäger seng'in Huhs. Op ehmol do dät at en Schrei on woar fott, Ech zeddert on lehf siehr, on dank mengem Gott. Se sagen, at wär ees en Retter geweäs, Dä hätt' mot em Kegelklotz do op dem Präsch En Mönch duht geworfen, — dä genk dooch dat Land; Van dä Zeck wär ä en dat Klotz fast gebannt. 75. «beHetb »on Gclbfm. (3KU<$ bei 93onn.) ©imrod, SR^einfagtn, S. 154. $er eble ©raf uon ©elbern ^atte baS Älofier $u SBilta} mit ©ütern reid) bebaä)t. ©eine £od)ter 2tbclt)eib rourbe #btiffin beg: felben. $urcf> grömmigfeit jeidmete fic fta) cor allen au3. (Siner Digitized by Google - 529 — 92onne beä KlofterS, prangenb in 3ugenbfd)öne , roottte niemals ber ©efang gelingen. 2llle ©trafen, roeldje if)r beämegen auferlegt mürben, fruchteten nidjtS. (Sinft fonnte fie roieber im fjofjen Siebe bie falfd)en Xöne nict)t oermeiben. 25a gab il)r bie fromme ^btifftn 2lbelf)eib einen einborf, welker ber qeiltge »enebift beigeftanben ift Caefariu« bon §eifterba($, Dial. XII, 35. (Sä ift nod) nid)t lange f>er, bafj eine 91onne au« bem Älojter ftfjeinborf (9ttnborp) bei Sonn, tarnen« ©lifabetf), ben 2Beg alle* gleifd)eä ging. $>iefe8 föfjeinborf ift aber ein Älofter (©<$roarj= rljeinborf ift gemeint; Slnmerfung beä SBerfafferS) naa) ber Siegel be3 beiligen SenebiftuS. ©elbige (Slifabetf) oeref)rte »oraugSroeife ben ^eiligen Spannes ben ©oangeliften unb erroieä iljm (Sfjre, fo oiel in tyren Kräften ftanb. ©ie t)attc eine leibliche ©djroefter in beim felben ßlofter, roeldje 2lleibi3 f)iefj. Sil« biefe eines 9tad)ts nadj beenbigter 3)totutin nod) ju Sette lag unb für bie ©eele ityrer oerftorbenen ©djroefter betete, oernaf)m fie eine ©timme unb auf itjre Jrage, roer ba fei, erfolgte bie Antwort: „^d) bin £)eine ©dnoefter ©lifabet^." — „s2Bie gef)t eS Xir, 3d)roefter, unb rootyer fommft $u?" frug 2lleibi3 weiter. — „2lnfang$", erroiberte bie @rfa)einung, „ging eS mir fd>leä)t, jefct aber gef)t e3 mir gut." — „£at ber ^eilige Cannes, melden $u fo fct)r geliebt, 3)ir etroaä genügt?" — „3» 28irflidf)fett gar nichts ; roer mir beiftonb, mar unfer 33ater, ber ^eilige Senebtft; er l)at für mia) oor ©Ott bie flniee gebeugt/' 34 Digitized by Google XV. 2lligememe bergifcfye Sager 1. $er ftarfe Bermel. SlegibiuS SWüllcr, £er ©tegfrei« I, 6. 26. 3n attcr 3eit famen cinfl Reiben in grofeen ©Riffen ben 3^t)cin herunter. @S waren gewaltige «Männer, vom Stopf bis §u ben güfeen gepanzert, welche mit gewaltigen Sttorbwaffen auSgerüflet waren. 2lu*e3 fianb, welches fie betraten, erflärten ftc für ihr ©igentum. $)ie früheren Bewohner aber follten tfmen gronbtenfte leiften. Ta entftonben jwifdjen ben Reiben unb unfern Vorfahren blutige Kriege. $>odh behielten bie gremben julefct bie Dbertjanb, unb alle Seilte beS fianbeS mußten ihnen jinfen unb bienftbar fein. $)aS währte fo oiele 3a§re; unb fein Detter jeigte ftdj bem armen &otfe. ßinft würbe r»on ben nunmehrigen §erren beS SanbeS ein fct)r großer, wilber Surfte aum gronbienft herangezogen. $er mag fed)S (SHen, hatte breite <5tf)ultern unb war ftarf gebaut; aber babei mar er gutmütig unb träge, auch nicht leicht sunt 3om gereijt £>er (uefe allgemein ber ftarfe Bermel. Sttan erzählte x>on ihm, er habe neben 3af)re lang feiner ÜHutter Sruft getrunfen, unb baoon fei er fo grofc unb ftarf geworben. 311« man ihn $u ben gronbienften herzog, mar er faum jwanjig 3aljre alt. 5Die gremblinge aber freuten fleh über ben fräftigen ©efellen unb glaubten, er mürbe ein fd&öneS 6tücf Arbeit für fie oerrichten. 8m erften Arbeitstag waren bie übrigen gronleute fd)on längft in ber ©cheune mit $>refchen befchäftigt, als ber träge Bermel noch auf D*m ©troh lag unb fdmarchte. Unwillig weeften ihn bie gremben unb fchalten ihn einen trägen £agebieb. £)a ging Bermel i Digitized by Google - 534 - in bic ©cremte, fafj nadj, roa« bie anbem fdron gebrofc&en Ratten, unb fpradfc mit ßad&en, e$ fei nid)t nötig, um einer folä) gering* fügigen Arbeit roegen früher aufeufte&en ; er wolle no$ oor ^Wittag mit ber ganjen Arbeit fertig werben, ©afür folle man if)tn aber ben Äarren mit ©trof), fo f)od& er fi$ faben laffe, für fein ßager, unb 93rot unb ftletfd), fome* er effcn wöge, jur Äoft geben. £>a£ rourbe ifmt jugefagt, unb .§ermel ging f)inau$ in ben 2Balb, Ijolte ben btdften (Sidjenftamm, ben er finben fonnte, unb befefttgte i§n mit einem ftorfen Seile au eine au«geroad}fene Xanne 35a« mar fein $)refd)flegel. $)ann tyob er ba« Sdjeunenbaaj ab unb brofd) munter brauf, bafc ba« ©trof> fjerumftob, alz fyätte e« ein 2Birbel= rotnb erfafet. %n einer l)alben ©tunbe mar alle« ©etretbe gebrofdjen. $ann nabm er ba« £ad> als gutterfdjroinge unb fd)roang fie, bafi bie ©treu ftob roie bidjte ©dineefloden. 3» furjer 3«t war ba« florn gereinigt, Bermel fdjüttetc e« in ©äefe unb trug e« auf ben ©peid>er. 9Wit freubigem ©rftaunen fafjen bie« bie babgierigen Reiben. 211« aber nun Bermel ben au«bebungenen £ofm sured)tfe|jte, ba machten bie Herren gar lange ©efidjter, beim Bermel (ub ben Marren fo Irodj, bafe bie beiben oorgefpannten Dorfen ifjn ntdjt wegbringen tonnten. Bermel fdjlug bie Xtere mit feiner gauft jufammen, flirrte fie ab, warf fie oben auf ba« ©trof) unb 30g ben Marren felber. „(St!" rief er, „fo bin id) mit bem gteifa;e aud) fdjon oerforgt; nun bie ©emmet noa)." £a« ärgerte bie fremben Herren, unb fie far)en ein, bafe ber ftet« nriHfäfyrige Bermel ifjnen fei)r gefätjrlid) roerben tonnte. $e«= r)alb berieten fie, roie fie feiner lo« roerben mödjten. 2lm nädtfen Xage befahlen fie il)m, einen fünfzig Älafter tiefen Srunnen in tyrem &ofe $u reinigen; bafür oerf prägen fie tym ein Slbenbeifen nadj feinem 23egef)r. öermel ftieg fofort in ben Srunnen unb begann feine Arbeit, ftun roäljten bie Reiben aber eine 5Henge großer Steine an ben örunnenranb unb fHefeen fie funab, um Bermel ju jerfdnnettern. £)er aber fang gerabe ein luftige« £ieb= d>en ju feiner Arbeit. 2lnfang« liefe er fidj burd) bie f>erabfattenbeu ©teine nidjt einmal in feinem ©efang ftören; julefct aber er rief: ,,©o jagt boef) bie £tif)ner oon bem 9ianbe be« Srunnen« fort, benn fie fdjarren mir ben Äie« in bie 2lugen, bafj id> nidjt mein* fef>en fann!" — 6i! bauten bie Reiben, nennt er bie ^Rauerfieine nod& &ie«fanb, fo motten roir tym ben ©pott bodj oerleiben, ©ie polten Digitized by Google — 535 — einen riefenbaften SÄüf)lftein, ben $ef>n ÜJtann mit §ebebalfen fort Wieben mußten; aud& toarfen fte eine große ©locfe in ben 33rimnen. $)a jubelten bie Reiben, benn fte oermeinten ni<$t anber«, ber Bermel fei nun tot. ®er aber lachte, ^ing fid> ben SJlü^lfteitt um ben §at« unb faßte: „Wun fyabt i$ einmal einen bauerf>aften .«ragen ;" bie ©locfe ftülpte er al« $ut auf ben Äopf. 211« nun bie Reiben in ben Srunnen ^inabfd;auten unb fafjen, toie Bermel unter ber ©locfe gan$ munter tieroorgucfte, Hegen fte ben 9Hut ftnfen unb eilten fort. 211« Bermel aber ben Srunnen gereinigt t>atte, flieg er toieber au« £age«ticbt empor, eilte ben glietyenben na<$ unb beruhigte fie. £)ann bat er fie, ifjm boä) nod) ein @tüier liebe Herrgott follte nun in ber 3eit Ijerrfdjen, roenn baä Saub auf ben Säumen fei, ber Teufel aber, roenn ber SBalb entblättert fielen mürbe. $te Soten, roeldje ben Vertrag abfdjloffen, roaren auf einer einfameu £eibe jufammengef ommen , um unbelaufdjt 311 fein. 2U>er ber 3alb gefä)rieen, fo bafe alle Säume e3 t)örten. 2U3 nun ber §erbft fjeranfam, blieben bie Sanne, bie rc oerroelften Slätter feft, bis ber 9Jtoi neue« Saub braute, bamit ber Xeufel nicf)t fagen fonnte: $er SBalb ift faf)l unb meine £errfdjaft beginnt. ®a faf) ber Teufel, bafc feine £errfd)aft ju (Snbe roar unb er mufete fidj in bie Xiefe ber @rbe jurücfc jie^en. 9tfur juroeileu tritt er in ber Stunbe ber SRitternadjt aU Spuf tyeroor. 3roar treibt ber Teufel im SBinter oft SöfeS mit groft unb ©dmeefhmn. SBeun bann aber bie Sanbleute in ben Sttalb fommen unb baä bürre Saub nodj feft an ben Sudjen unb <£iä)en feigen, bann fpredien fie: Teufel« $eid) ift bo$ 3U ©nbe; ber liebe Herrgott waltet nod> unb roirb un« ba3 bürre ftutb mit grünem t>ertaufd;en. Digitized by Google - 537 - 4. $ie Bcrgifoicn Wappen. 2ief«0an0, (gfoerfelb« ©efäicbte in ©ebbten, 6. 4G. 2Ibolf I. tugenbreidje ©emaljlin rourbe oom Burggrafen fdjroer angeflagt unb ftarb von ber §anb be8 ©rafen. $a3 fd^arfc Sd)toert burcbfdjnitt ein rofenäf)nlidfje3 9M am £atfe bcr ©räfin, unb if)r £aupt fanf auf 9tofen nieber. Äaum war bie entfefclidje Sfyat ooUbrad&t, als ein blutiger glecten baä SBappen oerf)ülIte, roeldjeS ehemals 3 ©cepter auf golbenem gelbe aufwies. 3)er ©olbgrunb roanbelte ftd) in ©Uber; ber blutige Jlecfen mürbe aber ju einer prächtigen SRofe. 6o mürbe bie Unfdjulb ber ©räfin bargetfjan. Bon nun an blieb bie SRofe ber SBappenfdjmucf ber bergigen ©rafen, bid beS Sfenburger« 9Rorbtf)at fie entehrte. 3luf ©eljei& be« ßaiferS rourbe ber 9iofen= fa)ilb be3 3feuburgerä $erbrod>en. 2ludj ber ©raf oon Berg modjte nun nid)t mein* bie SRofc im SBappen führen, fonbern nafnn ben blaugefrönten ßöroen im roten gelbe, baS %t\tyn £imburg3, aU Söappen an. $0etifa> bearbeitet an ber oben bemerften ©teile. 5. $on einem ^riefler, welker, als er mit einem Saniert bewaffnet §ur tfirrfje ging, burdj ben Jeufei crfdjrcctt mürbe. Gaefariug üon »eifterbaa), Dial. V, 55. 3n ber 9?äf>e oon Stöln lebte ein ^riefter, Samens SRidjael, ein in feiner 2trt ganj frommer Sftann. @r oerfafj $roei ®orfs fird&en, bie eine ju Bürge, bie anbere ju SRobe. 21U er einmal am Karfreitag in ber einen Äirdje ben grüfjgotteSbienft abgehalten batte unb noch vor XageSanbruef), ba fein Liener gerabe abroefenb mar, allein in bie anbere &ird>e gef)en mußte, nafnn er in ber Beforgntä, e$ fönne tym untenoegd etwas jujiofeen, ein ©djwert mit. Bei einem Söalbe angelangt, mürbe er plöjjlid) oon einer folgen gurtet, oon einem foldjen (Sntfefcen ergriffen, bajj if)tn, roie man ju fagen pflegt, bie £aare ju Berge ftanben unb i^m am ganzen fieibe falter ©djmeifc auäbradj. $)er ©runb btefeS ©ntfefcenS fonnte if)tn ni<$t lange ©erborgen bleiben; benn al3 er in ben SSalb flaute, faf) er unter einem f)otyn Baume einen gan$ f<$eufelie$en SRenfdjen fielen; fairm aber ^atte ber ^riefter einen Blicf auf ifm geworfen, fo mudj« berfelbe plöfclidj ju einer folgen §öf)e, bafj er jenem Baume oöUig gleidj fam; sugleid) begann ein gewaltige* (Saufen unb Braufen in ben Bäumen beS Digitized by Google - 538 - 2Balbe£ unb eä erhoben ftd) furchtbare Stürme. $er entfette ©etftlidje ergriff fdjleunigft bie gludjt; ber Teufel aber faufte hinter if)m Ijer unb oerliefi il)n erft, als er im Ttorfe SHobe an- gefommen mar. Spater er$äl)lte ber ^riefter bem W6n$ SRidjarb von Slltenberg opn biefer (Srfd&einung unb feinem Sd)recfen; ba gab biefer, rote er benn ein frommer 3)iann roar, aud) eine ent= fpredjenbe fromme Antwort: „©eiftlidjer £err," fagte er, „roeim 3f)r auf bem 2Bege 31t (Surem ©ottedbicnft einen ^falm in beit SJtunb genommen f)ättet, roäre (Sud) ba« nid^t begegnet. 3ener Scheden war bie Strafe für irgenb eine Sünbe; ber Teufel fürchtet ftdt> oor einem ^falm, aber nidjt oor einem Sört man öfter bie Sage, bafe eine $tit fommen roerbe, roo ber SBauer, wenn er fidt) tjungernb oor feine Suppe fefee, bann, roenn er l)öre, ba§ ein ^riefter im Crte fei, ben Söffet Einwerfe unb f)inau3eile; baj$ er erft äurücffebre unb feine sJttaf)l$eit roieber beginne, roenn er ben ^riefter erfcf)lagen Ijabe. 7. (Slorfenlörfjer. 2)lontanuä:$ßalbbrityI, ^ergeit J, 3. 17:$. 3 11 mehreren Hüffen be3 Slergifdjen, 3. ber $l)ün, ber Wupper, giebt e$ ©locfenlödier, b. f). tiefe Stetten im Gaffer, au« roeldjen oor fyiUn bie ©locfen tjeroorgejogen rourben. T)ie betreffenben ©locfen rourben gegoffen unb im Turme aufgefangen. SBei bem erften Sauten aber erroifdjte fie ber Teufel, entführte fie burd) bie Spaltöffnung unb ftürjte fie in bie Tiefe ber glüffe. Sange %t'\t blieben fie bort »erborgen, bte fie julefet roieber auf* gefunben, oorfid&tig getauft unb bann roieber aufgehängt rourben. $ou biefer &it an Ijatte ber Teufel feine ©eroalt mef)r über bie ©locfen. 2lud) in oerfd)iebenen Sümpfen fotten fotdr>e ungetauften ©locfen gefunben roorben fein. Digitized by Google XVI. L pie ^iu^r. 1. $er öauer mit *erbref)tem ffopfe. (Ofte o. SRufjr.) Tradition Werdiaenses (3eitfc^rift be* »ergifäen öefäitySbweinS VI, 17). £)er fjeilige fiiubgeruS bezeugt, baft er in Öfte ein ©ef>öft t>on einem geroijfen 2Bid>mar getauft twbe. $>arnad) rourbe ber 93e= treffenbe von feinen 93erroanbten barauf aufmerffam gemalt, baß er bad &mb bodj nicht fo billig hatte oertaufen foQert. (5$ würben nun nerfdnebene Xage feftgefefct, um biefe 2lngelegenf)eit $roifa)en ßiubgeruS unb Söidjmar $u regeln; aber legerer leugnete nun f)art- näcfig, bad ©ut an Siubgeruä rerfauft ju baben. @ine$ XageS mar man nun roieber jufammengefommen, um bie ftreitige ©ad)e jum Suätrag ju bringen. $)a rief plöfelidj einer ber anroefenben Säuern: r/2Bic (ann ein grember fjerfommen unb unfer Eigentum erwerben?" $er SBifajof faf) ftdj mit ftrafenbem 93licf naaj bem gred&en um, welkem fofort ber Äopf oerbref)t würbe, ©o mufete er nun fein ganjeS ßeben eint>rgef)en. @r bot fofort fein ganzes ©ut ber ittraje an unb feine Serroanbten folgten feinem Seifpiele. 2. 2öo&er bie Huljr i&ren «amen fjat. 3 cöu tiefen jc., €>. 11. 9tod) ben Mitteilungen be8 £ritf). «Sponheim foH im Jtufyr* flujj ber ©of)n be3 fränfifcfjen ßönigä (Slobomar, 9Jamen$ 9loricuä, ertrunfen fein. Um ba3 ©ebäajtniä beä ÄönigäfofyneS für alle Seiten ju bewahren, nannte man nadj ifnn ben glu& ^^Huljr". Digitized by Google — 542 — III. ^Ingerßad?. 3. $a£ ©aderfdtfafj. (3lngermunb.) 2Rünblic$. ©onntagSfinber oermögen nädjtltd&er 3Beile ba3 ©aderfd)lofe ju fef)en, an ber ©teile, too jefct SungfernfdwH liegt, füblidj oon Stogermunb. (Sin foldjeS ©onntagSfinb mar „©adermaneS" oon Singer* munb. ©inft oerna^m er oon einer ©reiftn, roeld&eS 93orre<$t tym burdj bie ©eburt oerltefjen wäre, ©djon ben näcpen Slbenb roanberte er bem 3ungfernfdjjaU ju. Unb nnrfltd) gewahrte er ba3 ftolje ©djlofj mit feinen f)ol)en türmen unb mächtigen Sporen. Neugierig lehnte er am Xf)ore, als ba3 ©etfterfd&lofj enoad&te. 2Iuf bem §ofe madjite fidfj regea ßeben geltenb. $)te Sßferbe dampften im ©taU, unb bie SBagen rollten bonnernb über bie 3ugbrüde. $or allem aber feffelte eine r)or)e $>ame feine Slufmerffamfeit, ge= fdjmüdt in glänjenbe ©eibe unb mit funfelnber Krone im §aar. ©in ftoljer bitter mit blinfenbem $arnifd) fafc f)o$ gu 9tof?, ge* folgt oon einer trofcigeu ßnappenfdjar. ©o jtefjen fic näd^tltd^er SBeile bur$3 ©etfterfajlofj für früher begangene greoel. $enn einfl lodten bie 93en>olmer oon ©aderjdblofj bie ©efäfpten be* ^eiligen ©uitbertuS in ir>re 93urg unb ermorbeten fie. ®a erfd&ten, oon ©ott gefanbt, ber heilige ©uitbertu* unb oerfünbete laut: „3f>r gottlofen Reiben, $fyr werbet, baä läfet 6u$ ber £err oerfünben, ben morgenben Xag niä^t me^r erleben, toenn 3(>r nicr)t Sufre tfjut." 9lber man fpottete feiner, unb betrübt toanbte fta) ber ^eilige fjeimioärtg. 2lber am nädjflen Xage mar ba8 ©df)lo& oon ber ©rbe oerfdjnwnben. 9JHt feinen gottlofen Seroobnem toar eS oon ber (Srbe oerfd^lungen roorben. 2lber nun irren bie gmto aHnäd)tliä^ auf bem ©djauplafc ir)rer ©d)anbtf)aten untrer, nur ©onntagäftnbern ftdjtbar. ©adermaneä faf) e« citift unb er^lte ben ftounenben @in* toofjnern oon Slngermunb baoon. Slber oon bem £age an mar er ftitt unb fdjeu, toelfte Inn unb ftarb nad& furjer %t\t 3n Slngermunb aber bilbete fid) baS ©pridnoort: (Sin ©onntagSfinb toirb nimmer alt. Digitized by Google - 543 — VI. £>\e Wupper. 4. Serfuttfene §ammeradjfe. (ßiitringhaufen bei 99örltnghaufen.) fjlünbli<$. Sei bem $oroä(bchen unfern ßtftringhaufen ift eine ftorfe £ammerachfe oerfunlen. Sitte Wachforf jungen nach ihrem SBerbleib finb bisher oergeblich getoefen. 5. $ie ftiefenftetne im äötcfjbttdMal. (Sfrähroinflerbrüde.) 3RünbIi$. 2Bo ba3 Söiehbachtljal in ba« ber SBupper einmünbet, liegen brei geroaltige geläblöde in ber SBupper, wie gro&e ©chrittfteine. Über btefe foflen t>or unbenflichen Qeittn bie SRiefen ^ingefc^ritteu fein, wenn fte über bie SBupper wollten. SDicfe ©tetne brefjen ftch noch ^erum, wenn fte baS 9Keujaf)r8= läuten ber ©loden oon SRabeoormwalb (jwifchen jwölf unb ein Uhr in ber Stacht) ^ören. 6. $ie «Solinger Clingen. ©eib, Styetnlanbfl Sagen unb ®ef($ic$ten, 3. 398. einem jungen (Solinger SBaffenfdmüeb, ©eoerin mit tarnen, ber im Segriff ftanb, nach EamaSfuS gu wanbern, um bie gef)eimm*= üoUe ftunft ber bortigen 3«"ft9cnoffen &u erlernen, erfebien furj üor ber 2tbreife ein feltfamer ©reis, melier fprach: „3ort wirb (Sud) eine brennenbe §adel erfdjeinen. SBor biefem $urme ruft nur oen Atomen 3o^anne8. 35ann wirb fta) ba8 Xfyor öffnen unb 3hr werbet baä SBeitere erfahren/' $)er junge ©efette fagte ju. 3ur feftgefe^ten ©tunbe febritt er ben bezeichneten 2Beg babin. (Sr traf alles, wie e8 ifjm ber ©rei3 gefagt hatte. Stuf feinen $Ruf öffnete ftch bie Pforte unb er trat ein. (Sine Söenbeltreppe führte ju einem erleuchteten Xurmgemach, in welchem ihn ber 311 te freunblich wittfommen hieß- Umher lagen mancherlei ©erat* fdhaften; auch fanb ein Emhof? tytx wie auch fonft alle 2Berfjeuge ber &toffenfdmtiebe. (Schnett ergriff ber Site einen ehernen ©tab unb fdjlug bamit in bie auf bem $erbe glühenbe flohlenmaffe. #och loberte bie glamme empor, unb ber Elte seigte nun bem Digitized by Google - 544 - ftaurtenbeit ®efetten, wie er bie oerfd)iebenen (Slemente beiluden muffe, um feinen $med ju erteilen. ®atm griff ©eoerin felbffc }u unb fiefie! batb glänzte eine ber fd)Önften $)amaacenerflingen in feiner §anb. ©anfenb eilte bann ber Surfte baoon. 8ber, gebunbeu oon einem ©3irour, roeibte er crft feinen ©ofm 'Jteter ©immelpufe in bie 5tunft ein, bie beutfd&en S)ama3cenerfUngen $u oerfertigen. VII. pie p^ü«. 7. $er toilbe 3äg.er. (Battenberg bei 33orn.) Oft ift ber nnlbe Säger burd> ben Battenberg gejogen mit lautem Kläffen ber £unbe unb beutlicf) uernefjmbaren §ornftgnalen. 3ule$t gefd>af) ba3 nod) vor einigen Sauren. 2tHe fieute aus $3udj= fyoljen roaren bamalä auf ben Seinen unb ftürmten ber nrilben $agb nad), offne ifjr näf)er $u fommen. ©eit ber $t\t f)at man nidjtä mef)r oou ber roilben $agb oernommen. VIII. per £trtm6er6acr). 8. $er öeift tum Äaltenberfl bei türfdjetb. 9)tünbli($. 3n ber Balje oon Kaltenberg bei Sürfdjeib roirb eine ©teile im itfalbe nod) (jeute t)on manchem gemieben, benn bort follS nidjt gefjeuer fein. (Sinft ftiefe ein jur Bad)t$eit bort S3orüberfa)rettenber eine arge ^rroünfdmng aus. Kaum mar baS Söort feinen Sippen entflogen, als er oon einer unfidjtbaren 9ttad)t, bem bort roeilenben ©eifte, erfafjt unb burdj bie Suft fdjroebenb baoongefü^rt rourbe. (5nbltd& füllte er roieber Söoben unter ben güfjen unb eilte in namenlofer Stngft fetner $eimat $u, ioo er furchtbar gefdjunben unb jerfra|t anfom. \ 9. 2>a3 fcarffelfänuucrdjen ju $iirfdjeib. ^Jiünbltdj. 3n einem Sßalbe bei £)ürfd)eib Reifet eine ©teile baS „£äcffel= fammerc&en''. 2)ort fotten bie granjofen pcffel für u)re «Pferbe gefd^nitten tyaben. Digitized by Google - 545 -- ■ 10. $er ftretoler ouf beut $ürfdjeibet ftdebfjof. ßinft ging ein 9Jtonn oon Eürfd&eib &ur Sfaufyjeit nad> bem griebfpfe. ßaum bort angefommen, rief er mit lauter ©timme: „3f)r Xoten flehet auf, £)er Teufel ift $ier!" Äaum mar bie* gefdje^en, als ifm ein foldjeS (Sntfefcen überfiel, ba§ er in toller n unb befdneb i^n auf ben nä$ften SRorgen. 9ttemaU roieber f)at ber SJtonn oerfuä)t, feinem Übermut an ber geweiften ©tätte ber Xoten bie 3^9^ Mieten ju lajfen. 11. $ic Gefpenjlerfriiu am £>trjpuf)l. ($)ürfa)eib.) 3lm Äaltenfdjetb jroifajen $ürfd)eib unb ©pijje liegt ber §irjpuf)l ($irftt)pfü$e). ®ort gebt eine feltfame grau im SBalbe um. (Sinft fam ein alter 3Wann in ftodbunfler 9ta$t an ben te „falte #anb" bei £crtenfirunbeit. TOünblid?. 5lm $errenftrunbcrfteg liegt ein großer ©tetn im 2£ajfer= darauf flopft in ber Sflitternaajtäftunbe eine ,§anb, roelaje in ber gaujen ÖJegenb bie „falte $anb" genannt roirb. SBo^er biefe 33e- äeiajnung rtifjrt, oermögen bie Seute niajt mefjr anzugeben. 35 Digitized by Google - 546 — (Sinft fafe ein oenoegener Säger in einer nahen S^ü^Ie. @3 roar fcbon fpät am Slbenb. SRan fprart|eit ber ©aa)e ju überzeugen. Äurj oor SRitteruacbt brach er auf unb eilte ju ber bezeichneten ©teile, ©r fam gerabe jur rechten 3*ü/ benn beutlicb oernabm er baä Älopfen. $a pacfte ihn bie falte §anb unb mit (Sntfefcen eilte er jur Sflüble jurücf, roo man ihm für bie Stacht ein Dbbadj gemährte. $)iefe ©teile beftnbet ftcb amifa^en $errenjtrunben unb Sffelborn. 13 b. $te „falte $attb" bei Oerrenfrrunben. @tnft ftolperte ein fpater SÖanberer au* bortiger ©egenb an bem oerrufenen ©teg. Sil« er ficb toieber aufrichten wollte, ergriff er eine eisfalte Xotenljanb, meiere aus ber (Srbe hervorragte. $>a pacfte ihn ba* ^eftigfte (Sntfefcen, unb er jagte in rotlber $aft baoon. 13c. Sie „falte £anb" bei fcerrenftrunben. Sin biefem jur 9facbtjett gern gemiebenen ©teg foH auch ein Wann umgeben, ber bie ©renje auffudjt. (5r ifl oft gefeiert roorben, aber in oerfdnebener ©efialt. 14. S5e8 Teufels ©rofiumtter. (§erfenrath.) 30. ö. Söalbbrityl, SJorjcit 1, S. 78/79. Unfern Seulberg in ber ©emeinbe arum nod) freute bie ©c$eu ber Umwoljnenben, bei 9tod)t biefe Stätte $u Betreten. $>odj bie (Sr= jäfylungen oon ben SBunberbtngen beS 9tod)tfefle8 unb oon ber ©c$önbett ber atten Xeufeltn regten brei toMüljne junge Seilte ouä ber 9ta<$bargemeinbe Dbentfjal &ur ©djauluft. 63 waren bie« ber ©^erfer $ran$, ber §ofer SWatfjiaS unb ber §ombadjer ©erwarb. 2Bet3lid) aber oerfäumten bie brei Surften nid&t, fid) oor ben teufUföen ölenbmerfen gu ftdjern, wofür es im Dbent^ate, wo man mit $eren umjugeljen wußte, bie befie ©elegen&eit gab. (Sin ber ©ad)e Überaua funbiger ©eifllidjer Dcrfof) fte mit geweiften 3tmu- letten unb einem fogenannten ßreuäfettmänndjen, einer ßupfermünje, in beren 9ttitte ein £od) gebohrt mar, burd) weldjeS man alle ^ßerfonen unb ©egenflänbe, jeglidjen 33lenbwerfe8 entfleibet, in wahrer ©eftalt ju flauen t>ermodjte. 2118 bie brei Surften um 9Ritterna$t atfo befdjttfct unb ge= tuaffnet an bie verrufene SBatbfteHe famen, ba mußten fte erffcaunen über bie große 3*1*1 ber §eren unb über eine $ra$t, oon ber fte früher feine 2tfmung gehabt. Stuf einem ftrafjlenben Xfjrone, beffen ßarfunfelfd&muron, unb beS Teufel« ©roßmutter weitete fte aus einem großen golbenen 2BafJerbeöä)fte 3*it/ baß fte oon ifjren ©ntjauberungSmitteln ©ebraud) matten, auf baß e$ iljnen nid)t ergebe, wie jenen 2Balbmärtern, bie man mit oerbre&tem $alfe gefunben. 211* fie aber burdj bie Öffnung be* Äreu$fett= männd&enS f)tnfdjauten — welche 2$erwanblung bot fi$ bem er^ f d^reren, womit bie Stlte geweift, unb wel$e golbene ©onnenftraljlen untrer ju oerbreiten Digitized by Google — 548 — aefd)ienen Ratten, fieHten fid) als fdjmufcige Sdjroeinefdjroänge bor. $)ie Slltc felber faf) fo abfdjeulid) au«, wie man fta) be« Aufeld ©rofemutter nid)t f)äfjlidjer twrftellen fonnte, unb alle bie jungen §eren würben ju alten rüpelhaften garftigen betteln, ®er Teufel, ber aU fdjöner 2Rann ju güjjen feiner ©rofemutter gefeffen, unb alle bie fä)önen jungen SWufxfanten würben ju ^äfelid)en Teufeln. £)ie frönen ©pifchüte uerwanbelten fid) in Börner, unb ba« 2lntlifc oerjerrte iid> ju einer ßaroe, beren Sinblicf faum ju ertragen, ©tatt ber ©eigen unb glöten far) man $ferbefd)äbel unb Xter* fnoajen, unb bie liebliche 3Wuftf ging über in &ä&Ua)e3 ©eflapper, ber ©efang in wiberlidje« ©erröte. Überbie« faf) man bie efel= hafteften £iere an ben ©eftolten fnnaufflettern. SlHe brei ent= flogen unb haben nie wieber folgern SBorwifce nachgegeben. 15. 2>ie eingemauerte Sippe. (§erfenrath.) 2Rünbli$. $>ie (Sinwohner ber ©emeinbe $erfenrath bei Densberg ftnb in ber ganjen ©egenb wegen ifjreä plumpen Auftreten« üerfdjirieen. Starum r)etgt ber Ort in ber ganzen ©egenb pumpen^erfenratf). 5Dtc borttgen ©locfen läuten: „9tofe Sanb, plump SBotf, nafc Sanb, pTump 33olf." (Stnft lebte ein 9flauermeifter in fterfenratf), bejfen ©of)n fxd) burd) feine Plumpheit noch cor ben übrigen 33ewofmern be« Orte« auÄjeicfmete. ©eine Untertippe r)ing tief fjerab. @inft war er gur 3Jlittag3jeit an einer ^flauer bamit befdjäftigt, einen fd>weren 6tein ju rid)ten. £abei geriet feine Unterlippe unter benfelben, unb ber arme 9ttenfa bemerfte er, baß bie Sippe feine« ©ohne« eingemauert war. @r befreite Um nun ge= fdj>winb au« feiner mißlichen Sage. 16. $ie wilbett €>unbe ju Cumbach. (5aefariu$ üon \>eifterba<#, De daem. Mont. I. $er lefete iöefifeer ber !8urg Xfyumbaü) t>atte eine einige Tochter. (Sie war von tt)ren ©Item, welche jie unmä&ig unb un* uerftänbig liebten, in ihrer 3ugenb fo fet)r cerjogen worben, bafe fie enbltdfc) ber ©chrecfen aller 3Henfd&en würbe, bie mit ihr in öe- Digitized by Google - 549 - rüfjrung famen. £a brauten bie befümmerten (Sltern fte tn« Ätofler unb ftorben balb barauf au« ©ram. ftaum erfuhr bie toilbe Uba ben £ob berfclben, fo entflog fie au« bem Älofter, naf>m oon ber 93urg $fmmbaä) Seftfc unb begann bafelbft mit fdjled&ten ©enoffen ein müfte« Seben. 3utc^t, al« fte grau unb alt tourbe, oerlieften fte iljre falfd&en greunbe, unb fte fannte nun feine f)öf)ere Suft, al« if>r ©eftnbe unb i&re Sauern ju quälen. $>a« trieb fie fo lange, bis man fte eine« borgen» tot in tyrem Sette fanb. 311« nun tfjre fieid^c naaj bem Drt«gebrau$ auf ber 33af)re auSaefteHt mar, oernafjm man ringsum in ber ganjen ©egenb ein fti)rerflitf)e« §unbegef)eul. 3n allen Dörfern unb be* wohnten Orten, bie auf ©tunben im Umfreife lagen, rtffen fid) bie §unbe lo« unb ftür^ten fceulenb unb beflenb nadj Scf)lo& £f)umbad). £)ort fammelte ftd) jule^t eine grofte ^unbemeute. ©nbltdj bradj ber ganje Sdjtoarm in bie Seidjjenfyafle, ftürjte bie Safjre üm, jcrrtfe ©emänber unb £eid)nam unb roarb erft nadj hartem Kampfe oon bem Surggeftnbe unb ben Sauern in bie gluä)t gefdjlagen. darauf tourbe ber ßetdmain eilig begraben. 9lber nodj gönnten tfmt bie §unbe feine 9tof>e. 9lo$ brei Sage lang matten fie Singriffe auf ba« ©rab; bann enblid) tiefe if)re 2But ab. 9iod> Ijeute erjäfjlen bafelbft bie Sanbleute mit Säjrecfen oon biefem furchtbaren Xotengerid&t. 17. $ie »elfte Sfrau oon $ombadE). IRontanu&SBalbbrityr, Sorbit I, 6. 54. 3n ber ®ombaä) bei Serg.=©labbadj toanbert §ur 9to<$tjeit eine fiitte grau einher, oon einem $ünbdjen begleitet, ba« $toet fjeHtönenbe, filberne ©löcfdjen am §al«banbe trägt. 18. Sie »elfte ftrau bei öerg. ölabba*. SB. t>. Söalbbrityl, Söcfen ic, 8. 5. Sei ©labbadj in bem Styal be« ©trunberbaäje« belmt fta? ein gorf* au«, ber 3eber- ober 3ittenoalb, in meinem öfter eine toanbelnbe toeifte grau gefegt toorben fein fott. 9to<$ oor wenig 3af>ren begab e» fiä), fo erjä^lt man, ba& bie Äinber be« Orte«, im ©eleite einiger (Srtoadjfenen, bort $etbelbeeren pflüeften. »ei Ijetfem ©onnenfd&ein fonnten bie Äleinen bie weifte grau bur<$ ba« Digitized by Google - 550 - ©ebüf$ euu)erf(fcreiten fe&en. 211« nun bie (SrroadMenen, welche ma)t« fa^en, ungläubig bie Äinber galten unb fie aufforberten, bie <5rf$einung anjubeuten, roiefen biefe Inn, unb merfroürbigers roeife fotten, fo jerftreut bie Äinber auä) ftanben, alle ginger auf benfetten giert gebeutet fcaben. IX. pie gmC3. 19. „£aCt ben ©unb." (Sinblar.) Wünblt<$. nte. Sil« fte an ben Xeiäj famen, erfc&ien plöfclicf) ein großer, f$roar$er £unb, tueläper auf ben geiftltä)en §errn loSjufpringen bro^te. tiefer nafmt ba« Saframent fürs forgenb in ben SÜrm unb rief: „§alt ben #unb!" $>n bemfelben Slugenblitf ftürjte ber §unb in ben Xeidj unb oerfdjiroanb fpurlo« in ben SBeHen. X. e Leiter auf ber ©tricfcfjarbt. (SBalbbröl.) 2Rünblt($. 2luf ber ©triefftarbt an ber Sief)l gef)t ein Leiter um. ^m breifeigjäljrigen Äriege rourbe ©djlofe öiberftein von Ijefitfd&en unb f^roebifdpen Golfern belagert unb eingenommen. (Sin Leiter von biefen Gruppen rourbe auf ber ©triefjfyarbt erfdjlagen. ©eitbem nadjtroanbelt er bort unb erfüllt ba« §er$ aller, roelc^e it)n erblidfen, mit ©raufen. Digitized by Google — 551 — XII. 5>te £ieg. 21. Fünfer SRödjer tum Babeitfletn. (Ucferatf).) Unweit Urte er ft<$ unb befä)lo§, fiä) an einem Äreu^ug nadj Serufalem beteiligen. sJtoc|bem er oon biefem ^eimgefe^rt mar, oer&eiratete er ftdj. 3unfer 9Höa>r mar im Seftfc geheimer fünfte. So oermoajte er burä) bie Suft $u reiten ober $u fahren. Sil» er fid& aber einft in Äöln befanb unb naa) feiner Surg jurütffe^ren tooHte, fefcte er $u furj an. Qnfolgebeffcn f$(ug fein $ferb an ben Äiräjturm oon öeiftingen an. Seine Sefefjrung fä)eint nia^t ftidj^atttg geroefen ju fein, benn als es jum Sterben mit if>m ging, mürbe ed ganj bunfel unb unfjetmlid) im 3imme*- 22. #ese auf ber Äu|. (Ucferatl).) 2Jlünblt($. ©in Sauer in Ucferatf) bemerkte eine« £age3, bafj feine $uf) feinen tropfen Attila} mef)r gab. 2>aS mar feltfam, benn eS mar niajtÄ bei bem Tiere oerfefien roorben. ßurj Dörfer mar aber eine JJrau aug ber 9tadjbarfcf>aft bei bem Sauer im $aufe geroefen. ftun roofmte nahebei ein SJlann, ber meljr oerjwnb, als anbere Seute, ber audj (Scifter unb §ejen ju bannen oermodjte. $u biefem ging unfer Sauer unb erjagte tfrnt fein Seth. ®a murmelte ber 3Wann feine 3auberfprüa>, unb als ber Sauer fjeimfam, fafc jene grau, mit rotem 2Bam3 angetan, auf ber Auf). 9tur auf if)r inftänbigeS Sitten liefe fie ber Sauer if)re£ 2öege3 jie^en, nad&bem fie fjoa) unb heilig gelobt ^atte, if)m feinen Stäben mefjr jujufügen. 23. $eje unb ftafceit. (Ittenberg bei Uderatf).) (Sine $ere in Sickenberg bei Ucferatf) jtanb befonberS mit Äafcen auf oertrautem gufj. 3mmer mar fie oon folgen umgeben. 63 fam oor, bafe auf if)r ©efjeifc fünfaig unb meljr biefer Siere um fie fyerumfprangen. Digitized by Google - 552 - 24. Der Süggefteitt (Soutcftcin) bei IWenrtfc 9Wünblic$. 3u Sttujj bei Ucferatlj, 100 ft$ früher ein $elegrapf> befanb, liegt mitten auf einer £eibe ein gewaltiger Steinfolofe. Da* ift ber £üggeftein. 2Beun er ba* 3flittag*geläute oon Uderati) bört, fpringt er breimal fjerum. 25. Die Silberfuljl bei Utferotlj. Unffl in ben "finnalen b<« WUberr^ein« 38, 6- 96. Die „Silberfuf)l" bei Ucferatt) war cor 3eiten ein fefjr er* giebige* SBergroerf, ba* jaljlreidje Arbeiter oon allen Seiten anjog. Diefelben würben aber burdj Überfluß üppig, fo bafc Tie ßegel fpielten mit ßegeln unb Äugeln au« Srotteig. Da fam einft toäbrcnb be* Spiele* ein £afe ba^er gelaufen. Stüed fiürjtc tljm naä), unb babei blieben mehrere fmnbert fieute tot. 9to$ einer anbern Mitteilung bewohnten bie Eigentümer ber Silberfutjt ein §au* in bem 2Bälbd)en jtoifdjen SRfjeinbreitbad) unb Säjeuren unb trieben bort ba* freoetfwfte Äegelfpiel. 3ur Strafe fei ba* §au* oerfunfen. 26. Spielbä&ndjen propljcieit. (©eifttngen.) Der alte unter bem tarnen Spielbäfmdjen an ber untern Sieg nod> freute roofjlbefannte gtebler toofmte lange 3*ü in ©eifttngen. (Sinft prophezeite er bem flüfter oon ©eijtingen, bafe er feinen 9ianjen jur ©toigfeit fdmüren müffe, fobalb ber bena$= barte Ääfeberg abgetragen mürbe. @* bauerte nodj einige 3af>re, bis man bie grauffurter (Sf^auffee baute. 93ei ber ©elegenbeit würbe ber Ääfeberg abgetragen. SBirflidj ftarb ber Äüfter balb barauf, wie jener oorau*gefagt blatte. 27. 2obborbebeutung. ($anfmüljle.) 2Wünbli$. 3n einer Säjenfe bei Uderatf) fiel einfi in ber 9tadjt ein bleierne* SHafegefäfe, oon unfidfjtbarer §anb bewegt, auf eine 8anf, meldte barunter ftanb, unb fd^lug beutltdj breimal auf. Die uner= fdjrocfene Wirtin oernafmt baä ©eräufä), ftanb auf unb faf) nad). aber alle* befanb fta) in bcfter Drbnung. Digitized by Google — 553 — ©»ige £age barnadfj ftarb ber ©ofjn eines 9tad(jbarS. 511S bic 9todfjbaren i^re $fftdj)t an bem $oten erfüllt Ratten, ^otte man für biefelben ©dfmapS in jener SBirtfdjjaft. SDie Söirtin roiH mejfen unb benft in bemfetben 2lugenbli(f an baS (Ereignis jener 92ad^t. 9)iit befonberer Söorftd&t naf)m ftc barum baS ©efäfj $ur $anb. Slber ungead&tet aQer SSorfufjt glitt eS tf)r aus ber £anb unb fdjlug breimal auf ber 93anf auf, genau wie in jener 9tod&t. 28. ©rube KItglüif (ei ©cnfmnWe. 3)aS alte, nun oerlaffene 33ergroerf 2(ltglüerjiger bitter, namens 33olpred&t, ber burdf) feine SBilbfjeit ftdt) ben §afj feines 2elmf)erren jugejogen unb, um biefem &u roiberfte^en, fx<$ in ein SünbniS mit bem böfen geinbe etngelaffen. 9Bo ber ©atan nur immer tonnte, fudfjte er ben oerbünbeten bitter anzufeuern, ©Ott unb feine ^eiligen ju läftern unb $u t>erljöf)nen, um feiner ©eele um fo geroiffer ju fein. ©o ritt bitter 33olpredjt, beffen ©eele ber 93öfe ganj um* ftrieft fjatte, eines £ageS mit feinem fiel>nf)errn, bem bitter 21rnolb, Über f$elb; ba begann er mit gar nüfelidjen sJteben ©ott $u leugs nen, unb beffen ^eilige ju läftern. 9>a fein £efm§err ibn barüber ju 9*ebe fteHte unb Um an bie SBunber, meldte jur 3«t am ©rabe beS ^eiligen 3lnno gefd&al)en, erinnerte, begann er nod& fd&mäfjlid&er ju fdbimpfen unb läfterte ben ^eiligen 2lnno. $>a ftc in bie fttyt ber ©iegburger Äbtei gefommen, r-ermajj er fid& $u fagen, bafe ber Digitized by Google 554 — heilige Slnno immer in Sünben gelebt, unb ade feine ©unber bloßer Xrug wären; ba flofc ihm aber auf ber Stelle fein linfe« 9luge gleich Sßaffer au« bem ftopfe. %>$ fam ber 93erftoom Schlage getroffen, oom Stoffe fanf, unb ba« redete Sluge ihm ebenfalls au$ bem Äopfe flofj. Saut fing er nun an ju jammern, unb alle, bie Um alfo jammernb unb mifjftaltet fahen, beteten $u ©Ott unb bezeichneten fidj mit bem Seiten be« ^ligen Äreu§e«. £)ie ^ßriefter ber Slbtei famen, auf ba« Segehren be3 Sehnherrn, hinzu, "nb brachten if)H in bie ßirdje, wo bitter SBoIpredt>t auch ™f ty* Suxtbtn beichtete. $a er feine Sünben innig bereute unb laut zum ^eiligen Stnno um SBerjethung unb ©nabe flehte, würbe fein glehen erhört, unb in ben leeren Augenhöhlen rouchfen alfobalb roieber neue Bugen, bafe er oöllig, wie juoor, fehen fonnte. $olprecht bef ehrte ftch gänjlich; unternahm barauf eine %crt)Tt in« ^eilige Sanb, um bem Gimmel für feine ©nabe ju banfen, unb ftarb auf biefer Steife eine« feiigen £obe«. XIII. per ^eitx. 30. Sie Witter beitraft würben, welche ihre ftfeinbe in ber Ätrdie töteten. (2Bte«borf.) CSaefariu« \>. fccifierbart, Dial. VIII, 26. 3n ber ©raffchaft Serg ift oor etlichen ^af^n unter jwei ritterlichen ©efchlechtern eine foldje geinbfehaft entftanben, bafe e« bis ju ©tnferferung unb Wloxb (am. 211« nun eines Xageö mehrere ^erfonen be« einen ©efd&lecht« in ber Äirche zu "23ie«borf (SBeftuge?) jufammenjufommen beabfichtigten, würbe bie« ber gegnerifchen Partei burd) ein a Ite« SBeib oerraten. £)ie 2Ute h^tte zugleich oerfprochen: „2)amit %t)x wiffet, wie oiele fommen, werbe ich, fobalb einer eintritt, bie ©locfe jiehen/' $>ie« gefchah auch, unb e« ^atte fich eine ziemliche 2Injaf)l, jeboch unbewaffnet, einge* funben. 2113 nun bie bewaffneten ©egner über fie herfielen, griffen biefe nach ben ,§eiligenbilbern unb hielten fte ben Schwertern ber geinbe entgegen, inbem fie hofften, um berentwifien oerfchont ju bleiben. Die 2lngreifenben aber, bie feine Scheu uor bem heiligen Orte, feine Ehrfurcht oor ben Silbern befafeen, bürfteten fo nach Digitized by Google — 555 — bem Stute t&rer (Gegner, bafj fte bie t&nen entgegengehaltenen Silber jerfajlugen unb fogar einem Ärujifa bie Slrme abrieben. Ungefähr aä)t SRitter mürben in ber ftiraje ermorbet. 216er biefe freoel&afte unb gotteSläfterlio^e £f)at ift ferner beftraft roorben; fc&on binnen furjem tourbe bura) bie Serroanbten ber ©etöteten eine größere Slnjafjl ber TOrber um* Seben gebraut; faum jroei berfelben ftnb bem Xobe entgongen. $a3 alte 2öeib, roela>$ ben Serrat oerubt Ijatte, ift roä&renb ber (Srntejeit infolge übermäßiger $tfce ben (SrfUdungStob geftorben. XIV. 3>a0 gnefongeBirge. 31. Son bem ifonberfen «Ibero, welker babnrdi, baft er ben leufel gefefjen, fron! geworben ift. (§eijterbaa%) (Saefanu4 ö. §eifterba($, Dial. V, 28. 211$ unfer Äonoerfe Stlbero 9tooi$e mar unb in einer 9laä)t nebfi einem anbern Äonoerfen roegen ber nädjtlidjen ©$recfen im §ofe roadjte, erblitfte er, roötjrenb er t>or bem %t\ä)t\\ öer SÜtotutin im äreujgange uml)erroanbelte, neben bem ßaoatorium ben ©chatten eine* 9Renfd&en. £)a er glaubte, e$ fei unfer SRöna) griebridj, trat er etroa* näfjer, um tym ju bebeuten, er möge fd&lafen gefjen ; er 30g jio> ieboaj roieber jurüd, weil er fürdjtete, btefer 3rrfinnige fönne ibm irgenb ein Seib anfügen. «ffiäforenb er aber fo baflanb, roua)8 oor feinen Slugen ber «Sc&atten bis jum ®aa> be3 §aufeä. 31U barauf im ©ormitorium bie &eityn gegeben mürben, begab er jtdj in bie Sätferei, roo eben ber Dfen jum Srotbatfen ger)ei^t roorben mar; faum aber fyatte er ba3 8euer/ wie e$ ifnn oorfam, bura) eine gläfeme 2Banb erblidt, fo mürbe itym übel; er ging fnnaufc unb ftüfcte ftdj an einen Saum; faft aa)t £age lang feit biefer 6tunbe füllte er fidj an ©eifl unb ßörper fo gefd&roädjt, ba& er roeber effen, nod> trinfen, nod) fdfjlafen tonnte. 32. Son bem ftorporale, roeltt)eß beim Jrorfnen serrifj, aber auf »unberbare 2öeife wieber (jergefteflt mürbe, (§eifterbadi.) ßaefariu* ö. §«ifterba$, Diai. IX, 67. 2llä ber Wonä) ®obefa>lf oon «olmuntftein (©djlofj Solmar; fiein an ber 9luf)r) einmal mit unferem Äüfter ein Korporale jutn (Säubern auSetnanber legte, rijj baSfelbe mitten entjroet. ®er äüfter Digitized by Google — 556 — faltete eS roieber jufammen unb legte e$ in bie Xrutye. £)a$felbe fpäterfn'n roieber fjerauSnefjmenb, fanb er e8 ju feinem f)Ödjften ©rjtounen völlig unuerfefyrt unb hat biefeS SBunber ber $eiligfeit beS genannten ^riefterS $ugefd)rieben. 33. Übet eine JBiftim faeä ÄantorS ^ermann, Opeifterbadj.) (£«efariu* 0. $cifttrba<$, Dial. V, 49. Unfer Äantor ^ermann, guten 2lnbenfen$, ftanb einmal an einem Sommertage im (Sf)or, als bie Laudes gefungen rourben. 6r t)atte aus Xrägfjeit bie 3Jugen gefdjloffen; als er fte jebod? roieber öffnete, erblicfte er einen Citren, welcher foeben au« bem ß&or IjinauSging. $5ur<& biefen 2lnblicf betroffen, far) er ferner, roie baS Xier jurütffebrte unb oor bem ^presbnterium an ber Stelle fitefjen blieb, roo fid^ bie fommenben unb bie gefjenben 9Höndje nieberjuroerfen pflegen. 2113 ber 83är ben flopf jurücfroanbte unb fic$ l)ier unb ba umfdjaute, brad) er plöfclidj, mit menfd)lid>er Stimme rebenb, in bie 2Borte auS: „Setb unbeforgt! <$ür jefct ftnb ftc nod) feft; idj gelje, roerbe jebodj balb roieber ba fein/' Unb fo ging er. 93ruber 9tid)arb ijt 3euge für biefe SJifton, ber fte aus Hermanns eigenem 9Runbe oernommen tyat. 34. $on ber Solange, weldje ©ruber ftonrob auf bem Würfen eine« fdjlafenben ßaienbrubcrS gefeljen dat. (§etfterbad).) (Saefariu* b. üeifterbacfc,, Dial. IV. 32. 2113 tdj mid; eines £agcS mit einem unferer ßaienbruber, einem fefjr frommen 3Jtonne, über bieienigen unterhielt, roeldje in unferem ©bore fo häufig fdjlafen, fagte er mir: ,£$\)T tonnt fejl überzeugt fein: biefe Sd)laffudjt fommt oom Teufel. Hn einem Sommertage, als bie Laudes gefungen würben, fat) tdj bei fettem £id)t über ben dürfen beS 93rubeS 28ilfjelm, ber fo gerne fdjläft, eine Solange frieden, unb icfj badete fofort, es müffe ber Teufel fein, ber fid& an ber Sdjlaffudjt beS 93ruberS roetbe." 6r be* fjauptete, roie SBruber 9licr)arb bezeugt, biefe ©rfdjeinung öfter roaf)r= genommen $u fjaben. 35. $on bem Sflöndje, bem, a(8 er roäbrenb be$ (MtttS fälief, ber ©efreujigte ben Würfen jufebrte. (§eifterbadj.) GaefanuS b. öeiftabacb,, Dial. IV, 29. txiner unferer 9Hönd)e, ein ^riefter, pflegte nadj Seenbigung ber «Dtotutin, in ber 3roifd>njeit, ba bie SBrüber bem ©ebet unb Digitized by Google — 557 ben ^falmen obliegen, fidj auf einem ©ifce nieberjulaffen unb barauf mährenb be« öeten« ju fdt)lafen. $)er §err aber, ber ihm jeigen wollte, bafj man in foldt)er ©tunbe unb an folgern Orte nicht fd&lafen bürfe, erfchien ihm am Äreuje, roanbte ihm jebodj ben dürfen §u, al« ob er if>m fagen wollte: „2Beü ®u tau bift unb oerbroffen, bift £)u nicht mürbig, mein 2Cntlifc ju flauen." $>er Sftonch ^at eingeftonben, bafe ihm bie« öfter« begegnet fei. 36. Sora Fegefeuer be8 WdndjeS dtyrijttatt im Tljale beg heiligen betrug. (£eifterbach.) GaefariuS ö. $erfreut: „9hm bin idj erlöjl." Um biefelbe %eit erfdjien er bem obengenannten 3Könd;e jum anbemmal unb bezeugte il)m, er fei nur fteben Xage im föeimgungSorte geroefen, b. f). er r)a&e nur fteben £age bie Stnfdjauung ©otteä entbehrt; bann §at er if>m nod) mandjerlei über ben ßuftonb anberer Seelen geoffenbart. 38. ®om $obe unf eres einfältigen mnty Subewig. (^eifterbaa).) Gaefariu« ö. fceiftetbac$, Dial. VI, 36. 3?or jroei 3af)ren tft bei un8 ein 3ttöndj ßuberoig geworben, ber f)ödjft einfaltigen Sinne« unb §er$en8 toar. Um bie 9Jtittag8= $eit, roäfjrenb bie 3Wönd)e fd)liefen, begann fein £obe$famr»f. Da faf> einer ber Wonfye im $raum an ber Derfe ber %e\le, roo ber Sterbenbe lag, eine roetfee Xaube; eine fdjroarje Äafce aber lauerte ifn* in l)öd)ft bebroljUdjer SBeife auf. Da entflog bie $aube, meldte oon i^r gefangen ju werben fürd&tete, in bie Äirdje unb lieft ftdj auf einem ßreuje nieber, roo fic unbehelligt ftfcen blieb. 3n ber= felben Stunbe war e$ einem anbern 9Rönd)e, als ob, roäljrenb bie «ruber im Ärei« umtjerftanben, ein Söroe oerfudjt f>abe, biefen flreis ju burdjbred&en unb einzubringen; rourbe jebodj bur<$ bie einzelnen baran gelnnbert, inbem fie mit ben ftügen nadj tym traten unb ilm fo oerfd)eud)ten. ^njroifc^en rourbe an bie Safel geflopft; ber flonoent eilte herbei unb reifte ftd) um ben Sterbenben; na#« Digitized by Google - 559 — bem bie Sitanei gebetet mar, würbe ber tote ^riefter gewafajen, gefleibet unb unter feierlichem ©efange in bie Äirdje gebraut. 3.) Saefariu« üon §rifler&a<$, Dial. XI, 32. 95or einigen 3ahren erfreu unfer oerftorbener Sßriefter unb ©rofjfettermetiter §eibenreier Sinnen an ber Pforte gefet)en ^aben, behaupten, f ollen bisweilen an einem £age fünfjefmhunbert 2llmofen aufgeteilt worben fein; an einzelnen Sagen oor ber 6rnte, an benen gleifchgenufe erlaubt war, lieg Slbt ©eoarb in brei Ofen einen Ddjfen mit ©emüfe foo mürben mit ©ottef gnäbiger 93cir)itfe bie Sirmen bis jur (Srnte erhalten. 2Bie ich auf bem 9Jhmbe bef genannten Hbtef oernommen habe, fürchtete er bamalf, baf für bie dürftigen befiimmte ©etreibe möge mä)t aufreihen, unb warf bem Säcfer oor, er mache bie ©rote ju groß, £)a entgegnete biefer: „©laubt mir, $err, im Xrog ftnb fic äufcerft Hein, im Ofen aber werben fte gro&; Hein werben Rc hinetngefcfioben, grofj fommen fte herauf/' tiefer Säcfer, nämlich »ruber äonrab ber Note, ber noch am Seben ifk, r)at mir ferner ersäht, nicht allein baf 93rot in ben £)fen fei gemachten, fonbern auch ba« S^er)l in ben ©äefen unb ©efäjjen, fo bafj nicht blofc bie Stäcfer barob erftaunten, fonbern auch bie Ärmen felbfl, welche baoon unterhalten würben. „§err ©ott," pflegten fte ju fagen, „woher fommt nur all bief ©etreibe?" Digitized by Google - 560 — 41. $a$ t>od)frfua bei ©obeSberg. (Erachenfel».) ®. Süetjben, ©obeSberg unb ba« Siebengebirge, 3. 8. 33or langen Sauren, als nodj oon ben §öben be» Sieben: gebirge» fefte Surgen in bie ßanbe hinabfehauten, lebte auf ber 33urg $)rad)enfel» ein 9titter mit tarnen ©tegmunb. ©einer @f>e mit Jrau Sertha grudjt roaren jroei Äinber, SBalther unb Gloria; boa) lebte ihm nodj ein ©ofm @bbo, au» ef)ebrea)erifdjer Umarmung entfprofeen. ©tili lebte Sflaria unter ber frommen Dbfjut ihrer Butter unb unter bem ©ajufce ihre» »ruber» äöalther, ber feiner 3fatterlia)fett wegen geehrt unb geliebt mar in ben heimiidjen ©auen. — ©tegmunb mar längft heimgegangen unb mit ihm ba» ©eheimni» feiner ©d)ulb. 6bbo, ber ben 3ßamen Söroenburg führte, r)atte lange in brunftiger Siebe für ba» gräulein oom $)rachenfel» bereu 3uneigung gefugt unb enbliä) ©egenliebe gefunben, bie in aller re beimlia^e 9ftinne unb fprad) auch mana) harte» SBort gegen ben ^unfer, ber mit tiefem ©roll fajieb. Sil» ftd) einft bie beiben SRitter in ber (Ebene oon ©obe»berg, roo jefct ba» Jjot)e Äreuj fleh*/ begegneten, fam e» $um Kampfe, unb 6bbo oon Söioenburg fanb feinen Xoo burdj 2Baltf)er» ©ebroert. Äauin mar bie Äunbe oon be» Söroenburger %ob uerbreitet, al» ftd) eine» £age» ber ^ropft oon 2lpoHinari»^erg auf ber 2kfie ^racbenfel» anmelben liefj, um bem dritter 2Batt^er bie fürchterliche 3)iäre $u bringen, bafe er ben eigenen »ruber erfdjlagen; benn hatte £err ©iegmunb ba» ©eheimni» auch bewahrt, fo mar bie» nia)t oon ber Butter ©bbo'» gesehen. — 2Bic bic $ofaune be» ©erichte» tönte bie ßimbe in Söalther» «Seele. (Sr entfagte ber 2Belt, um im ftrengen Drben bie harte ©tfiutb $u fühnen. 9Cn bem Orte, roo fein »ruber in unfeligem ßrodfampf gefallen, liefe er ba» hohe ßreuj errieten. Seine ©djtoefter unb SHutter aber fanben £roft für ihr gro&e» £erjeleib in ben ^eiligen fallen be» ßlofter» auf SRonnenroerth. Digitized by Google - 561 — 42. Ter ftcuermann im üttfjönborfer ZbaL ©. Serben, ©obeSbcrg unb ba$ Stebengebtrge, @. 90. 3m 9*f)önborfer £f)al fott ein ehemaliger furfölnifd^er 9Jfr ntfter, ber fein Slmt unreblicfc oermaltet, be3 (Srjftifteä Untertanen Jart bebriuft, als geuermann umf)erroanbeln. 3)te Sanbleute ftnb jefct feine «Ülcifter; er mufe if)nen burdj ba« ©ebirge leudjten, unb bie 89el)erjten jünben an bem einft fo geflrengen §errn if)re pfeifen an. 43. $er folnifdje Jfauffjerr. tfRfjönborfer £f)al.) 6. Sötten, @obe*bcrg unb ba* ©Ubengebtrge, 6. 91. $ie Sßolföfage er^lt, bafe in biefen 33ergfdjlud&ten ein fölnifäer äaufljerr in bleiernen n ©ieben* gebirge gebannt, mufe er umtyerroanbeln, allen SBudjerern $ur Tarnung, bis $um legten Sage beS ©eriditS. 44. $ie #eui$elmäititdjen auf ber Sitoenburg. <$. 5£ei?ben, ©obeSberg unb ba3 Siebengebirge, <5. 91. £>te SJerggetfter, ^einjelmännäjen genannt, roeldje im ©ieben- gebirge Rauften, roaren in früheren fttiten für bie 39ergberoof)ner meift roof)ltl)ätig. 6o lebt nodj im sJJlunbe befc VßolU bie <3age, bajj auf ber 3Sefte Söroenburg bie kleinen roa^renb ber ^ad)t alle ^aufarbeiten uerrid&tet unb aßeS ©eräte, roaä man am Sage ge= braudjt, an Ort unb ©teile gebracht tjätten. 2Benn ein ßöroen* burger $ur Qagb jieljen roollte, fo fanb er morgens fein SÖaibgerät immer in ber fünften Drbnung, unb brauste ftä) bei ber §eim- fet)r aud) nie barum ju fümmern, benn bie kleinen beforgten alles. 45. $er 23an3bac! bott #eifterbad). (*. 2R. Slrnbt, iüanberungen au« unb um ©obeSberg, ©. 374. Unter ben krummem ber f>errlid>en Älofterfirdje ju §eifter- badj befanb ftd) lange $t\t eine mää)ttge SRenfd&enfrafce, ein 8au3= bad mit breitem offenem 9Runbe, ber einft als SBajferfpeier am Stodjranbe beS Ijefjren ©otte8f>aufeS gebient f)aben mochte, liefen StouSbatf foll ein ©djelm oon SJtourermeifier in alten Sagen jum 36 Digitized by Google - 562 — Spafe an einer ©adjecfe ber Äir<$e eingemauert f)aben. (53 fott aber bie £arfießung eineä 2lbte3 gemefen fein, ben ©Ott ber §err mit einem 93au3bacf aufs 9Jtaul gefdtfagen Ijat, weil er eine bübfaje ®irne §at notfüjfen wollen. ^octifcb, bearbeitet üon ©. 2R. 3lrnbt an oben üerjeia)neter etette. - 46. »Icifter Hubert Qoftftiit. 2öaf)nerf)eibe. e. 2>kt>ben, Äöln'* Sorjeit, S. 203. 3n Äölu am 23eoen ftefjt ein grofceä §au$, weld&ea ©igen* tum ber gamitie oon unb jum ^ßüfe mar. $n biefem §aufe trieb oor Seiten ber 3tteifter $ubert £od)f)ut fein SBefen. Äam jemanb am $aufe oorbei unb rief: Hubert $odjlmt! bann mürbe er mit ©rbfen beworfen unb empfing 3Jtoulfä>flen. 3m $aufe beging er allerlei Unftnn; er liefe bie Sd&weine au« bem Stall, rnad&te bie Äüf>e loa, entrahmte bie sIKilcb unb bergteia)en mefjr. Safcen am 9lbenb bie $ßeingärtner um ba3 gafj, bann erfdjien immer ein fleineä 9Wänna)en, meldjeS immer im 2)reifd)lag „£öpebef)öp" ging, am geuer fpielte unb anbere Äurjweil trieb. <£r fjatte einen grauen 33art unb einen feljr t)ot)en £ut auf bem ßopfe; barum würbe er «pubert §oä)l)ut genannt. 3lber alle Seute fürchteten fuf>, ifmt etwas 31t fagen. 9iun wohnten einft etliche Scanner ju Äöln, meiere ftdj auf ba£ 6l)riftoffel=33ücblein oerftonben unb ftd) mit SeufelSbannungen abgaben. ®iefc wollten aud) Hubert Qodfyut hannen. £arum gingen fte in einer Quatembernadjt in baä §au3 unb festen Tief) im Heller in einen ftretS, um fo Hubert .§odjf)ut ju bannen. $>a fam e§ auf einmal f)öpebef)öp um ben ÄreiS, unb baS graue 2Jtännd)en lieg fta) feljen, grinjte bie SJtänner an unb machte bie oerfd)iebenjten ©rimaffen. %uU\&t überlief einen ber SRänner ein ©raufen; er erljob fta) unb fprang aus bem Greife fjerauS. So- gleich mar aud) baS 9J?änncben oerfdjwunben unb bie £eufelS= banner empfingen oon allen Seiten bie fdjönften ^rügel, fo bafc fie fror) waren, als fte enblidj au« bem Äcffer waren. Slber jetjt trieb £ubert 63 — 47. $a3 in boä 8iebengebira.e berbonnte ©efoenft. (Stebengebirge.) 6. ©c^ben. ÄöInS SJorjeit, ©. 209. 9$or üielen 3af)ren, als ÄÖln nodjj eine freie 9tet($$ftabt, unb bie $anfa nodj) in ber fjerrlidfjften 93lüte jtanb, lebte in ßöln ein reifer aber äufjerfl geiziger &auff)err. 23et feinen Sebjeiten erjagten ftdfj bie ßeute gar nmnberfame SWärdjen, wie er ju feinen 9ieidfjtümern gelangt, unb bafe er manage 9todjt bei feinen Sd&äfeen fäfee unb feine ©olbmänndjen $äf)te. 311* er nun ge- worben, roagte feiner, baä §au8 beafelben $u begeben, benn fein unruhiger ©eifl trieb in bemfelben fein SBefen unb lieg niemanb in grieben. 3">ei Äapujiner unternahmen e3, beu ©eiji ju bannen, unb einer berfelben fam eines; SlbenbS, unter einer unfid&tbaren Saft feud&enb, an ben Dt^ein ju einem §äl)rmann, unb bat bem felben, if)n rtjeinaufroärt* nad) bem ©tebengebirge ju föiffen. ®er gä^rmann roiHigte' ein, bodj mar ber 2Rönd> faum in ben 5tof>n geftiegen, fo fanf biefer gar fel;r, unb ber gäfnrmann bemerfte, als er bem 9)iöndj über bie linfe (Schulter faf), bafj er ben Äauf= berrn aufgepaeft. Wlit ©ottea §ilfe gelangten ftc bis jum Siebengebtrge, rooljin ber ®eift gebannt rourbe, ber no<$ heutigen Tage* bort fein siöefen unter gor oerfdn'ebenen ©ejtalten treiben foÜ. Digitized by Google 2lnmerfungen. I. 3>tlen ju Jage geförbert baben unb bemjufolge ba* erfte Söergtoerf ben Tanten „Dp be ÜDtotte" erhalten tmben. — SBergl. ferner o. Steinen, ©eftfdUfa^e ©efäidjte I, 23. 2. tiefer jjeläblod, ben manage §orfcb,er für einen l>eibnifcfrgermanifa>en Opferaltar galten, lag ehemals bei Sinben, unweit 2)a^lb.aufen an ber ÜRufrr. Ter ©runbgebanfe biefer Sage tritt oielfad) auf- — SergL Simrod, öanb- bud), S. 3*2 ff. 4. ^erteljrt aufgenagelte §ufeifen teuren in allen Sagenfamnttungen in grofeer $abl roieber; ee> ift namentlidj ein fteb.enber $ug b*r iHäuberfagen. ^erfebrt untcrgefd?lagenen £>ufetfen begegnen roir fcfcon in ber 3Ilailänber <>t>ronif be* Iternardioo Corio. — SSergl. ferner Mulm, ffieftfälifdje Sagen, Dir. 67, 173, 177, 290, 328; Mufrn, Norbbeutidje Sagen, 9h. 186, 192, 279, 364; 6d?ambaaVÜJiüücr, 9ir. 2, 4, 66, 68 ig; Meier, 6d>toabifd)e Sagen, flr. 152; 2Bolf, öefftfd)e Sagen, Dir. 39; ^röb.le, Unterlagen, 9fr. 397; Mitteilungen be* fciftoriidjen herein? ju OSnabrüd (1853) S. 218 ff.; Sonder, .f>eiftfd?e Sagen 9lr- 232, 233, 241. — SBerte^rt aufgefdjlagene .ftufeifen fmb unter anberem ba$ ßrtennung3$eidpen 9lifur3, beä ©otteä ber ffanbinamfcfoen Sage (©rintm, T. ÜJtptljologic). 2ludj ber 9tii in ^ferbegeftalt t^at oertebjrt untergefdjlagene .fmfeifen, um ben ta(t$manifd)en Süert berfelben anjubeuten. 211* Talisman, ja alä beiliger ©egenftanb, gilt beute nocb. bielfad? ba£ ©ifen, vor allen Tingen ba* .fmfeifen. 5. Äbnli* berietet Jöenber, $er Anberg, 3. ÜMufl., S. 55. 6. Hon einem golbenen Spinnrab im 93runnen berietet aucb. iöartfcp, Sagen aus Medienburg 1, 9tr. 405. — Hergl. audj S- 127, 434 :c. biefer Samm- lung; ferner £onder, Jpeffifd>e Sagen 9Jr. 226 unb Sd>ambacfcMüller S- 329 (13). Ter (Glaube, baß ba$ £>erj nadj bem Tobe jur ©röfee einer ßrbfe ober Solme einfdwumpfe, mar im Mittelalter ganj allgemein- Selbft im Sud) SBeinäberg toirb nod? berietet, bafe ba* >>er3 ju einer 9lufi eingefdjrumpft fei- 7. Unter bem Orte älmeln t>aben mir toaljrfcr/einlidj Slmeln bei ^ülid?, Amhele in parocliia de Speie bei Sacomblet II, 529 ju oerfteljen. 3n biefem Digitized by Google — 566 — flmeln fcbeint man fc^r ftarf an berartige (Sntfübrungen geglaubt ju baben. GäfariuS berietet nämlicb oon einem Mitter bafelbft, ben ein Teufel na* 9lom, 3erufalem unb mieber nadj £aufe fübrte, obne ibm ju febaben. SBiefe ©rünbe fpreeben audb bafür, bafe wir Sfenberg bei Hattingen als teimmfen Scbauplafc biefer Sage betrauten bürfen. Diefe Sage bat viele Änllänge an bie OJtantelfabrtfagen mit ibren vielen Varianten. ©rimm (D. OJtotbologie S. 980) bemerft: „GS greift in baS ©erriebe ber ganzen $oefte beS Mittelalters ein, baft gelben aus ferner ©egenb ton bem Teufel plöfclicb. burdj bie Süfte jur Heimat getragen merben." Oft vertreten Gngel unb 2eufel einanber, wie ©rimm femer nadjioeift, toaS ben Scbluft, bujj urjprünglicb fein böfer Dämon gemeint ift, fonbem ffiuotan felbft, ber feinen Scbü&ling bureb bie Sßolfen bringt, gerechtfertigt erfebeinen läfet. - 93ergl. Slnnalen beS biftorifeben Vereine für ben 9tieberrbein, £eft 47 S- 34, 37. — Die Sagen^arallelen fmb ju jablreicb, um hier aufgefübrt »erben ju fönnen. 8. (Sine ganj äbnlicbe Sage jeiebnete tcb au« Sangenberg auf. — $ergl. Seopredjting, S. 55—62. 2llS Quelle biefer Sage barf bie Vita aecunda beS Zeitigen SJubgeruS gelten, abgebrudt in ^ingSmann, Der beilige SubgeruS, ftreiburg i. 1879, 3. 104—100. ©rabe bie ©rünbung oon Älöftern ift vielfach in baS ©ewanb ber frommen Sage gefleibet roorben. Grinnert fei für 38eftfalen an fterbede, Stromberg, Finnentrop bei ffiarenborf, ©evelSberg, Cappenberg, ftrönbenberg, öerforb ic - 5Jergl. 2Bebbigen=.$artmann, S. 193, 215. 10. «ergl. Äubn, Sagen au« ©eftfalen, Dir. 96, 98; <ö. Stabl, sBeft= fdlifoder, Stammiagen, S. 58. Ginem iveifenben Ccbfen verbanft aueb baS ©otteebauS ju &erforb feine Gntftebung (flubn, 9tr. 305). 2Beifenbe Siere überbaupt fmb feineStvegS feiten. — SeTgl. beifpielSloeife bie 91eugrünbung oon SUtenberg. 11 SSergl. £. Stabl, Söeftfälifcbe Sagen unb ©efebirtten. 15. SBergl. Abteilung X 9tr. 5 vom flugen £id. 17. 5S>iefe fulturgefdncbtlich unb mptbologifcb intereffante ©eipenfter- gefdnebte foü ficb im ^abre 1437 auf bem SBufcbmannSbofe 51t 2)teibericb bei Duisburg jugetragen baben. Sie ift aufgejeidjnet in einem .Hölner Drud unb jtvet Jöanbfdjriften. Die urfprünglicbe #orm würbe als Spracbprobe für jene $eit beibehalten. Über bie Kolben vergleiche bie Slnnalen beS WeberrbcinS 41, 4—6, unb Weiffers ©ermania 1866, 3. 411 ff. «etreffs ber „fraufen Süfcbe" bemerft Dr. 3Jlooren: Die „fraufen Säumeben" finbet man bicr in jeber Aelbmart ; fie bienten jur ©renjbejeicbnung oon 9Jtarfen, unb 3^«t=Diftriften. häufig finbet man Äreuje ober .Hapellcben in ibrem Sdjatten. ©o bie* niebt ber ^all ift, reiü man weifte ©eftalten barunter fttjen feben. — 5$ergl. ©rimm, Mptbologie *I, 264. Der Donnerstag ift ber 33orabenb oon bem bev ^reija, ber Atomgin ber Kolben, geheiligten -Xag. Stucb bie 3^crge balten ben Donnerstag beilig. Simrod, .v>anbbucb 8 435. Digitized by Google — 567 - II. Per ;?etC&acß. 1. 5Jergl. Scpmitj, ©ifelfagen, 3. 51; SBirlinger, 3Iud Schwaben I, 91r. 98; Äupn, SÖeftfälifäe Sagen, Ülr. 376; HMlenpoff, 9Ir. 552; £>arrp* II, 9fr. 16; ^röple, Oberparsfagen, S. 95; Sßaaber, 9fr. 267; 2Jleier, Scbwäbifcpe Sagen, Sir. 325; äöolf, £effifd>e Sagen, 9fr. 124—126; 2Bolf, 3eitfd?rift II, 28; 2eopr«pting, S. 61, 62; Simrod, 9Rptpologie, 6. 154, 183; 9ioallifd)e allgemeine fiiteraturjeitung, $uni 1846). 2. Über umgepenbe Seelen oergl. u. a.: SBirlinger, 2luä Scproaben I, 489; $abft, Über ©efpenfter in Sage unb Sicptung, 52 ff.; 9toimmeteengeln unb ^edjteufeln maept. SJerroanbt bamit ift 91r. 15 in Abteilung XII biefer Sammlung. 7. $iefe Sage pat mit ber unter 9fr. 5 in biefem 2lbf(pnitt aufges jeidjneten unoerfennbare &bnlid)feit. 8. 5Bergl. tfubn, 9)tärtifcpe Sagen/ Dir. 88; ©rimm, 9)tptbologie » 963; 2l*björnfen, Slorwegifcpe 3$olfemärd>en unb ©albgeifterfagen , S- 111 ff-; ©rimm, Äinbermärcpen IIP, 131 ff.; $hu?n, fflcftfdlif(pe Sagen, 9fr. 79; ©ebbigen*J;>artmann, S 17. Xrofc ber üöejeicpnung „oon 93ielefelb" glaubte id) biefe Sage aufnepmen ju muffen, ba jte fdjon lange 3*it im 3$olfe be§ JBergifcpen 2anbe$ lebt. 12. eine parallele bringt Unfel auä Honnef. (Slnnalen be£ piftorifepen Vereine, für ben 9lieberrpein 38, 3- 95). 13. 93ergl. Scpmifc, (iifelfagen, S- 46; »artfdj I, 9fr. 148, 272, 278, 279; »jörnfen, S. 139 ff-; 9}(ontanu*--2öalbbrüpl I, 3. 163; Äupn, 3Rarriföc Sagen, 9fr. 134; tfebrein, 94oltetumlicpe$ au* Stallau, 3. 100; SSebbigem Öartmann, S. 330; Sen ®eicbJcbt3oeretn3 14, 216; 5Rod>= bot3, 9taturnrptyen, 258; 2l*björnfen, 64; Sirlinger, 2luS Sdnoaben I, 9hr- 144; % üurt, ^Beitrage jur ÄenntniS eftnifdjer Sagen ic., ©. 23; 3immerif*e (£l>ronif I, 348. 1». »ergl. 6dmxi&, (Sifelfagen, S. 47/48; Sirmenid) III, 6- 189; 2lm Ur-Ouell III, 31; ©rimrn, SDtptb, ologie , 3. Auflage, S. 1037. Stfefelbe Sage erjagte mir im §abre 1895 ein bamal* 72jäl?rigeT 2öeber au* ber 9?äbe oon i'uttringfyaufen. Tarnadb. ift iöerbringtjaufen bei 93eoenburg ber Sdjauplatj. Ter fterenfprueb, lautet bort: ftutt, futt; üemer .vjiegen on Srrftd, bis bat ed fm, roo ecf ftn mott" ®rojie &fmKd>t«t fyat biefe Sage mit ber oon 2TContanu$:©albbrübl im 1. Seil ber Sorjeit, S- 156, mitgeteilten. Tod) bin id> ber feften Überzeugung, bafj meine £e*art nidjt au? ber Sagenlitteratur toieber in* ^olf gefommen ift. tiefer Sagenftoff febeint bei ben Söllern, toeld?e bem inbo=germanifd)en $o(fcftamm angehören, äiemlicb. verbreitet ju fein. 21. (fine ganj äbnlidje Sage mürbe mir oon einer Söirtin im Dönberg erjäblt. Tarnad) ift ein Mofylenrreiber ber ftelb ber Sage. Ta* $ier fcfelicb ifjm um bie $üjje. ^löfclid) oerfd)»oanb bie Äafcc 84. Sergl. 9ir. 1 bieier Abteilung mit ben juge^örigen Söemerfungen ferner fei bemerft, bajs im Pantechatantra (Beufey II, 283) erj&ljlt nrirb, bafc bie frommen ©ruber Ekata, Dvita unb Trita ibre Kleiber an Sonnenftra^len auffingen- — SBergl. noa? Simrod* £anbbuA S- 154, 183; SBartfc^ I, 91r. 304; «irlinger, 2Iu§ Sdjtoaben I, S- 473; ftirmenieb III, 321, 352 ff. eine ganj äbnliäV Sage mürbe mir oon Sangenberg erjäblt. Ta* SNotio ift überhaupt icfyr oerbreitet im 33ergifd>en. 27. 3krgl- 3$olf, Wieberlänbifcfre Sagen, 9ir. 264. 2». Sollte ba* graue £ier fein Slebcl getoefen fein, mie er mitunter in engen ^acbtfjfllcrn fieb. febr intenfto bilbet? 30. Ta* „tfobllod)" liegt in einer engen Sdjludjt mit rinnenbem unb ttebenbem Gaffer. Tie fteilen «pügel oermögen, jumal bei fetjr befcbleunigtem Öeben, Sellemmungen $u erzeugen, roeldje allmäfclicb. roieber toeiajen- Ter Äreusmeg, unb ba* oerbient 3kad>tung, liegt auf ber Jööt?c Tiefe unb bie oorftepenbe Sage finb für bie (httftefyung oon Sagengebilben befonber* leljr- reid). Sagen oon 5öem?ölfen, roeldje Ü)ir. 30 ähneln, ftnb oielfaa? verbreitet, werben j. aueb. oon bem 5öatbe, weldjer oon ber Ören3e nacb tyingfebeib 3iebt, mitgeteilt. 81. Ter 3Sertoolf ift aud> im Orient befannt; — oergl- SBeil I, 36 2c. Über aufljoctenbe s2öefen: 5Kod)bols, Ülaturmot^en, 170. 32. SJergl. S\u\)i\, Sütärtiidje Sagen, 9lr. 243; 03artfcb I, 91r. 18^; ^oefte, $Dlf*ttberlieferungen, S. 4s ; 3Dtannbarbt, 3eitf ct>rif t ; Sd>miH, GifeU lagen, S. 33; ©rimm, iShnljologie, 634; 2olor I, 304 ff.; Stabl, SÜeftfäliitbe Sagen, 275; ^ebbigen=>>artmann, 324. 34 a. b. Sd)tt|ie fbnuen nur lautlo* geboben werben. Spred?en bie Schatzgräber, fo oerfd>roinbct alle* fofort. ©erübrte* bleibt häufig im Digitized by Google — 569 — "-Benfe ber 2Renfa>en. — Vergl. £ubn, ©eftfdüfdje Sagen, 179; s#anjer, Bei- träge II, 153; Sd?ambad):üMler, 138, 139 jc; ffiolf, fceffifdje Sagen, 188; ©rimm, Deutfdje Sagen, 212; Sonder, £efftfd>e Sagen, 154, 155. 86. Vergl. 3immerifmobi*fage von Äöln gejäblt werben, meldte aleidjerweiie oon ültoftfird) in Scbwaben (3immerif*e 6t>ronit I, 309 ff ) be= ridjtet wirb, ferner: 3itnmerifd)e Gbronif III, 7. 46. Sergl. iHod>l?ola, 2)eutfd)er Unfterblia)leit*glaube, 156 ff.; 31m \Xx- üuell II, 71; ©rimm, 3Jtotüologie, 789, 1036; ©rimm, 2>eutfd>e Sagen, 83, 128. SBartfä) 1, 167; Simroct, .v>anbbud), 462; Jöolf, 9fteberldnbifd?e Sagen, ")h. 250 ; SdjambaaVÜJlüller, sJlr. 246; Saiftner, 128. — 2lud) ©oetby* jvauft weigert bie ^ortfefcung be* langet mit bem Ijübfdxn £>erenmdbd>en am 93lod*berg. „Denn mitten im ©efange fprang (Sin rote* 9)täu*(ben iljr au* bem Oflunb." $ie ^läuie fmb nadj bem allgemeinen beutfdjen 2iolf*glauben bie Seelen. $od> bängt ber ©laube an ben Slip innig bamit 3ufammen, wofür befonber* in ber angebogenen Stelle be* „Ur Duell" 93eweife beigebracht fmb. — Seltener nimmt bie Seele be* äUenfcben bie ©eftalt einer Solange, unb nodj fcltener bie eine* ffiiefel* an; bei 3auberinnen wirb bie Seele jum Sdmierterlinge, ©rimm, ÜJlptbologie, 1036. 58. Vergl. Sirlinger, 2lu* Sdjwaben, I, 474; ©rimm, ÜJtnüjologie, 879 ; sinnig, SWptljen^tärdjen, S. 1; £>arrr>*, Vorrebe ju feinen nieben'äcbTtfcben Sagen; 3ingerle, Snroler Sagen; Sd>eible, ßlofter, S- 24; $id* 2)lonat*: fdjrift V, 622. 59. Vergl. »irlinger, 2lu* Scbwaben, 207; 9tod?l>olj, Siatunnbt^en, 186; tflpenburg, Soroler Sagen, 104; 33irlinger, Scbwdbifdje Sagen, 1, 16; 3öolf, T. S. 65, 236. «. Vergl. ©rimm, aflptljologie 3 914 ff., 922; Äulm, Sagen au* üßeft* falen, 343; Sonder, »effifebe Sagen, 126, 127, 134, 147, 148; Sinnig, ÜJtotl>en= 3)lärä?en, 114; Slodjbolj, sJiaturmotljen, 167; öirlinger, Volfätumlicbe* au* Sdjwaben, I, 134; Mulm, 9lorbbeutid)e Sagen, 245, 247; ©rimm, Deutfcbe Sagen, 10; »aaber, 67, 255, 277, 441; Sdjöppner, 165; probte, Oberbau fagen, 211; Sdjambadj unb Füller, 261; $anjer, Beiträge II, 136, 209; lUeier, Scbwäbifcbe Sagen, 52-62; Sd)ambaa>2KuUer, 9tr. 261; Sllpenburg, 9k. 4L — Seinfamen unb d^nlicbe ©egenftdnbe fmb, wie ©rimm naebwie*, Attribute ber weiften ^rau, welcbe oielfacb in Serge entrüdt ift unb welaV a(* ein Slbglanj unb !)]ad>flang .v>o(ba* angefeben werben mufc. 65. 2öir bürfen in biefer Sage eine Variante ber Senorenfage erbliden. Saui oergl. Simrod, >>anbbud> • 438, 360. 2lud) SHodjbolj oertritt bieie 3ln= fid)t, wenn er in feinem „Teutleben Unfterblid)teit*glauben" naebweift, baft ber Digitized by Google — 570 — Jobe*gott feine Cpfer ju iHofc abbolt. ©abricbeinlid) trat man in ben ältefteit 3eiten bie Seiten ju SRofi in* ®rab geführt unb ba« föofc mit feinem &errn oerbrannt — (Sine bead>ten*werte Übereinftimmung mit ber oorftefcenben Sage weift eine von Sil. Kaufmann in ben Slnnalen be§ biftorifäVn herein* für ben ftieberrbein (41, 32) auf, welcfce in ®eifent)eim lotaliriert ift. $en Urfprung ber Senorenfage (benn oon einer folgen unb ni&t nur oon einem $olf*lieb mufe gerebet werben) baben wir aber in ber Helgaquida ju fudjen, unb Sigrun, tfelgi'S ©emablin, ift ber Urtppuä ber fienore, ber oerförperten fiiebe ber ©attin. 2)iefer gehaltvolle Sagenftoff ift jiemlid? oerbreitet- — SBergl baju ©adernagel in öaupt unb öoffmann, 2Utbeutfa>e Starter I, 174; "^röljle, 77; SBernalefen, Cfterreidjiidje Sagen, 75; 2lm Urquell V, 128; ©rimm, ©Jotpologie , 803 ff.; ^ojantinifc^e 3citfc^rtft III, 175; 3eitfd>rift für oergleid)enbe Sitteratur? gefdndjte I, 214 ff. — (Sng oerwanbt, aber mit einem beileren, Unteren ®e-- wanbc aß bie i'enorenfage, fmb bie Sagen, weldje baoon berieten, bafe Ibränen unb unfterblidjer Sd?merj bie 9lube ber $oten frören. «6. J)iefe Sage ift unter bem (Sinflufe ber cpriftlia>n Segenbe au* ber Sage oom wilben ^Ager entftanben. — 3?ergl. Simrod, >>anbbuä? * 206; 3«t* idjrift bee herein* für üBolfätunbe IV, 292. 67. 58ergl. SdrambaaVlRüller 4tr. 97 mit 3(nmer(ungen; 3invmerifd>e Gbronif IV, 219 ff. 68, $er leufel als idmrarjer 3Jtann fafe auf bem SBod. Oebört battc ber ÜJtann nidjtS. ÖS ift offenbar ein 3ug au« bem reiben GpEluS ber Sage oom wilben Säger. Über gefpenftige, glöbenbe Äuti'djen fiebe Simrod, $a* malerifcbe unb romantifcbe SRbeinlanb, S. 132. — 93ergL femer SBirlinger, 2lu$ Sdjwaben 1, 114; flodjbolj, Waturmptbrn, 60; 3eitf*rift beS Vereins für «oltsfimbe IV, 290. 6». Simrod bemerft in feinem £>anbbucb 500: „9Jon b,obem 2üter fmb aud) bie Sagen :c. .frier tritt ber gleichzeitige Job im SBaffer binju, fo baf$ wir jwei Objeften ber b«bnif(b,en Serefjrung unierer SBorfabren: Duelle unb ÜBrunnen, begegnen. 70. SJergl. Sd>mifc, (üfelfagen, 50; 5Jirlinger, 2lud Sdjwaben I, 59; tfubn, ©eftfälifdje Sagen, 3lr. 120 unb 9tr. 210 in Abteilung VI biefer Sammlung; ffiolf, «RieberlAnbifcbe Sagen, s^r. 408; fcoprecbting, S- 23; Sllpenburg. 3lr. 381, 172. 2>iefelbe Sage wirb oon ftemfdjeib berietet. 7J. Oirimm, ÜJtptbologie 8 1030 : „SaS Surcp, bringen oerfdjloffener Xbüren ift genau wie bei bem polbifdjen öerr" 74», b. 53ergL Scbmifc, ßifelfagen, 52, 53 ÜJlänner treten feltener aü 3^uberer auf, benn grauen. Über bie Urfacben biefer Sbratfacbe oergl. ©rirnm, SDlptbologie 3 991. Unter ben Bannern treten bie Sdjfifer oor allen fingen als 3auberer beruor. 9iacb ©rimm baben Sirmut, üJtümggang unb bie ^Befanntfiaft mit Heilmitteln bie* oermoebt. 75. 2$ergl. Simrod, franbbud) 6 468. 76. 5»ergl. Stöber, IrlfäffifcbcS Sagenbucb, 163. 77. ^ergl. Nocbbolg, 9iaturmptb-, 86 ; flod?bol$, Unfterblid)teit5.glaube, 158. 78. Ü?ert5l. Wrimm, 3Jlpthologie 3 1026. 7». $erg( ©rimrn, lUtptbologie 3 1026. 80. tlergj. Simrod, .^anbbud) • 437. Digitized by Google — 571 — H2. Tafe burcb ba$ 2lnf äffen einer Joten&anb Das* tfleifcb ber Lebenben bejio. ein ©ewanbftüd ic oerbrennt, berietet febon ber&arbinal i*etru* Tamiani, ber 3eitgenoffe bon $abft ©regor VII. — «ergl. ffioefte. SSolteüberlieferungen, 46; ftirmenia?, ©ermanienS »ölferfrimmen I, 276; yitfi Monat*id>rift l 82; Sdjambad^Müller, 9ir. 223 mit Slnmerfungen. 81. Tiefe intereffante Sierfage, roelcpe in ber Litteratur roabrfcpeinlidy unbetannt ift, ffpien ber Sluf nannte in biefe Sammlung roert- 85. 9tacp ber Mitteilung einer alten $rau in Jpertingrabe bei SHabe= »ormioalb ift ber Mann im Monb niemanb anberfc als ber ewige $ube 0DCr ber ewige 3äger. — SBergl aud) ScpambacfcMüller, 9lr. 94 mit Slnmerfungen. 8«. Unter ben Scptoeinen ber 3roerge b^aben mir 3n>eifel8obne ipre mifegeftalteten Äinber ya berftepen; unb barum loieberbolt fiep bier bae «e= ftreben ber (Slben, burd> 3?ermifcbung mit bem Menit in biefer ober jener Jorm ibr oerfommene« ©efcpled?t ui »erjüngen. Slber auep ber tiefe Sagenftoff, ber in bem „Möncp oon fteiiterbacb" unb Dielen anbern Sagen auftritt, bafe ein fdjeinbar furjer 2lufentbalt in #öplen jc in ©irttidjteit eine febr lange 3«tepod>e barftellt, begegnet un& bier. — ikrgl- 2Bebbigen=£artmann, 3- 306. 8». Hergl. Montanu&SÖalbbrübl, »orjeit I, 147. W). 33enber bemetft ju biefer fagenbaften Überlieferung, baft Tie ebne jebe piftorifepe ^ebeutung fei; fie grünbe fid? allein auf ben 9iamen eine* bortigen tfaufeä, .ViooppauS genannt, ber aber erft im Anfang be* in. ^abr= punbert« für ba$ alte öauä Äooen ober äooeä aufgefommen fei, roelaVS 1732 burd? einen für baä beseitige Langenberg großartigen Neubau erieht tuurbe. SRit ber .^anfa bat Langenberg nie etn>a$ ju fepaffen gepabt- »3. 2Bir Ijaben e* pier mit einer etroaä eigenartigen SluSgeftaltung ber Sage Dorn roilben 3äger Ju ^bun, roelcpe in ber Mantelfabrt be£ Softer ftauft ibre oerbreitetfte Variante gefunben paben bürfte. — 33erg(. u. a. Simrod, £>anbbud?6 180; ©olf, ftieberlfinbiftpe Sagen, 9tr 385; 3d>ambacb = Müller, 9tr. 195; 3immeriicbe G&ronit II, 80. W. Tiefe Sage ober bielmepr Legenbe entbält einen nid>t unnnrttigen Beitrag $ur bamaligen tfulturgefcpicpte. »«. $ergl. Montanu$:2Balbbrüpl, SSorjeit 1, 110; Meibom. Script. R. G. ; #apne, 2$eftfäli!cpe ©trfcplecpter, 194; ©irlinger, 2lu$ Sdnoaben I, 247; Simrod, Taä malerifdje unb romantifepe Dibeinlanb, 448 ff. ; Mupn, ©eftfäliiebe Sagen I, 136 ff. ; ©rimm, MotWogie8 422, 477 ; Simrod, ftanbbucp 6 430; oon ber ftagen, ftelbenbutt) I, ÜBorbericpt, S. 64 ff.; ftoder, Seuticber 5?olf^ glaube, 100, 230; o. Steinen, SBeftfälifdje ©ef(b,idj te IV, 777 ff.; 3immerifd)e (SMnif («umgäbe oon 33arrad) III, 84 ff.; 3Bebbigen^artmann, S- 199, 200; •ooder, Stammfagen, S. 2; ßaudbarbt, 2>eutfd>e Sagen, 50 ff.; — Simrod giebt $arbenberg als Slufentbalt «önig ©olbemarS an, mal un? um fo mebr berechtigt, bie Sage in biefe Sammlung aufzunehmen. „Ten edjten 3ufammenpang biefer Sage," fagt Simrod, „embalt bie alte ißorrebe beS .yelbenbucb,«} (©olbemar), bie ben 3nbalt eine« oerlorenen Siebe? berieptet. *Jiad) biefer enbigte Äönig ©olbemar'ä» Öiebel-abenteuer mit ber (Entführung einer Tarne. Tie ßntfübrte mar aber eine itönigetoebter unb biefe i}ertlin; bie alte .Königin ftarb oor Leib über ben Sertuft i^rer locbter. Digitized by Google - 572 — Xietrid) oon 9Jern befreite aber tote £önig*to(bter mit großer 2Jtübe unb %n- ftrengung au* ber öewalt be* @lfentönig*, betn fte nidbt* weiter al* eine ÜJtagb geweten war, worauf er fte felber.jum 2tteibe nabin." 3lu* einer Stelle ffieinfrieb * oon 93raunfcpweig gebt beroor, baft ibr Söeftfc ibm nidjt unangefochten blieb; renn töolbemar, „ba* reicbe faiierlidje ©ejwerg," oerwüftete ebeu be*balb ben ©ölfingen mit £>Ufe oon JHie'en Serg unb 2bal. ,,©anj oor furjem, (tagt Simrod), nacbbem icb in meinem ÜSietleib (Slmelungenlieb, 4) bieten Seil per $ietricb*fage wieber aufgefunben batte, ift ein 3)rud)itüd be* alten oerlorenen Siebe* entbedt worben. Sein Süerfaffer fdjcint Jübrecbt oonfleme^ naten 3U iein, berfelbe, bem mir ba* (»denlieb unb ben Sigenot oerbanfen, unb ben Olubolf oon (*m* an $wei «teilen rubmt $afe fid? bie £arbenberge biete früboergefiene (ipifobe ber altbeutid?en £>elbeniage in ber mitgeteilten, wenn aud) etwa* oerbuntelten $oxm aneigneten, erflärt iid) au» ibrem 5)rad)en- wappcn unb bem erblicken tarnen „9iioelung"; boeb barf aud) bie $>erwanbt-- febaft ber tarnen yertlin unb .^arbenberg nid)t unbeadStet bleiben." •7. $a* (Knaben- unb sil^unberbilb befinbet fidj noeb beute in ber alten Mlofter, jeftt "Ufarrfircbe ju }ieoige*. G* ift ein einfadjer, Heiner Hupferjticb oon tcr Wröfee einer >>anb, welcber ÜWaria mit bem ^efuetinbe im Slnidjlufe an bie Offenbarung 3<>b- 12, 1 barfteUt. — #ergl. Seibing, Ü9. OH. $ejüglid) ber brei weisen lauben oergl. bie Sage oom ©algem fämpcben bei (5arnap, Tu. los (2lbt VI) btefer Sammlung unb bie bort gemachten Slninertungen. Sie entgegengefeßte 2lnfid)t bejüglicb ber SJerweiung tritt in einer iübbeutfeben Sage beroor l^immeriicbe (Sbronif I, '612), wo ein unfcfculbia. ©eriebteter niebt oerwefen fann. *M*. Siefe l'egenbe $eigt eine überrafebenbe ^Ibnlicbfeit mit ber allgemein befanmen ^egenbe oon ber beil. (Sliiabetb; 5Ulpenburg, ')lx *3. 101. Uber Seuteroilopie oergl. .Hebrein, 03, VM. 102. «ergl. «artfd) 1, Ls>«; Seibing, *4 10S. $ergl. ScbambaA-OJculler, Nr- M) mit *lninertung, ")U. 1U8 mit Slnmerfung; Airmenicb I, 33-i. 101. $ergl. Scbambacb^l'ifiller, sJlr. ^54 mit iNnmertung. 100. $ergl. $5enber, >>arbenberg, 103 f. 107. ^ergl. Stambach Füller, lv»*; Stabl, &*eftfälifd»e Sagen unb (^eiebidnen. III. I>cr BngerBacfc. 2. ;>ü* Scbauplafc biefer i'egenbe wirb bie ehemalige Lintorf er Pforte ui Wiltingen bejeiebuet. — Mitteilungen uifolge, welcbe icb ber ©üte be* £>errn (Sari .ned in Slngermunb oerbanfe, feil Suitbertu* bie Macbe ©orte* auf bie Bürger oon Natingen berabbeiebworen baben mit ben Korten: „iDiein oerlehter Jinger, er bleibe Stet* fenntlid) an eurem Seibe" .«infert wie«? ieber Neugeborene in Natingen einen breiten, oerftümmelten Atnger auf, bt* man 33oten nad^ Suitbert*wertb i.Haifer*wertb) fanbte unb bie ^refrigt be* Metligen erbat Tarnacb ließen bie Irinwobner Natingen* ab oom nid^ttgen >>eibentnm unb würben fortab eifrige Abtriften. 4. ^evgl Vpnder, >>eint"d^e Sagen, 10 Digitized by Google — 573 — 5. SJergl- »aaber, Neugefammelte 2*olt«fagen au« »aben, 19- — 3n ber Jäbigfeit, Die ORilcb au« bem £uter Der Äübe jieben 31t fönnen, berühren fieb bie £>eren mit ben Glben unb Schmetterlingen, eine £ere führte barum unter anberem bie 3unamen 3Rilcbjauberin, SRoffenfteblerin, ÜJcolfentöoerfcbe. 31m Slbenbe oon ^bili&pi unb $atob'\ Iwf man früher (oielleicbt auch noch) in 9tüßen mit großen fteuerblafen im Jetb umber. 2)a« nannte man „ÜRolfem töoerfeben brennen". $ergl. auch, ©rimm, SDhjtbologie 8 1026. «. »erfll. ftocbbolä, Nahtrmotbeu, 101; >montanu«=2Salbbrübl, 9?or= jeit I, 216. 7. »ergl. «Bartfa I, 511; ffupn, SRürfifcbe Sagen, 11, 105; .Vlubn, SBeftfälifcbe Sagen, 172, 370; ftirmenieb, ®ermanien« SJdtferftimmen, II, 148; $orn, 5)a« Siegtbal, 59; SKrlinger, Slu« Schwaben I, 35 unb Nr. 24 ber Abteilung „Sie $bün" in biefer Sammlung, ©eitere Quellenangaben in Äubn, 2öeftfälifcbe Sagen, 172, 370. 8. Sollten bie Dielen ®efpcnfter= unb ©eifterfagen, welche an ber näheren Umgebung Natingen« baften, niebt teilweife auf bie oielen 3)iorb= tbaten, welche oon bem bort im iogenannten „fdjwarjen l'ocb" einft befinblicben Sieebenbau« ausgingen, surttetjufttbren bejw. babureb niebt in ihrer 2lu«ge= ftaltung beeinflußt roorben fein? — Namentlich 9RetalIfcbube machen bie 3»erge unftebtbar. Reiften« Ullerting« faben fie folcbe felbft oerfertigt. Sluch unb bie ^Beziehungen ju bem £>ufe üou SBuotan« Noß unb beffen jabllofe Nacbflänge in Sage unb ©rauch, ber Golfer nabeliegenb. 10. SBergl. 9er. 96 ber Abteilung „Seilbacb" in biefer Sammlung. Ser $opf gehört bem 15. 3abriwnbert an unb befttjt eine überraiebenbe #bnlicbteit mit einem foleben im ©ermanifchen National-iDcufeum ju Nürnberg (oergl. Sllroin Schult», Seutfcbe« fieben im 14. unb 15. ^abrbunbert». Nocbbolj, 2)eutfcherUnfterblicb!eit«glaube,268; Äuhn, ffieftfälifcpe Sagen I, 139; örimm, Seutfcbe Sagen, 74; Neue« oaterlänbiicbe« Strcbic III, 128. 12. ^abre 1840 wollen oerfebiebene £eute biefe weiße >yrau ge* feben haben. 3)iefe 3abre«3abl läßt auf bie befannte weiße Jrau, welche ben %ot> preußifeber unb anberer .fterrfeber anjeigt, fcbließen. .frier aber ift bieier Schluß um fo berechtigter, al« nabe bei ^iingfermSchall ba« alte Schloß Slngermunb, einft Sifc unferer £>errfcber unb bamit eine bobenwilernfebe Stbnenburg, liegt, wo %atobe oon iöaben, bie mit ber weißen Jvrau oon Slngermunb, Süffelborf je eng perbunben ift, erfcheint 13. Sieie l'egenbe muß nach Slleranber ftaufmann «5&fariu« 0011 £eifterbacb) motpifcb genannt werben. — 9krgl. Söolf, Nieberlänbifcbe Sagen, 148; 344. eine ähnliche Sage ift auch in Spanien befannt. Sie ift enthalten in G. 0. Sülow, Nooellenbud), 338. — $m grunb birgt aber bie WJaria unferer £egenbe manchen 3ug her Salfprien, namentlich ber ftrouwa, ber ^orfteberin berfelben (oergl. Örimm, SDtwtbologie, Simrod, .fianbbueb k.) 14. 3u ben Sagen oon ber „weißen ^rau" fei nur auf bie „Stamm? fagen" £>oder« oerwieien. • — ^afobe oon iBaben bürfte oft in Slngermunb im Schloß oerweilt haben. 17. Slllem Ülnfcbein nach hat ba« $olf in biefer Sage ba« ©ebacbtni« an eine ehemalige Sallburg, mutmaßlieb ber 3eit ber fränfifcbM'ächftlchen ©ren3ftreitigteiten angebörenb, aufbewahrt. Safür febeinen alle Slnjeicben ju fpreeben. Digitized by Google — 574 - iv. ?te smrrer. 1. SBergl. Simrod'* £anbbu(b, 438; ©rhrnn'* aJtptbologie » 966; Äubn, 'äUeltfälifcfec Sagen 419; an le&terer Stelle weitere Ouellenoermerle ; Sd>ambaa> »Her, Nr. 253 mit ÜMnmertung; Mlpenburg, e ©aßen, 102; SdjambafrlWüUer, 3lieberfäd>fiid?e Sagen, 201 ; pröble, Oberparjfagen, 195 ; tRufjrourm, Sagen au* jovial, 9; Seifart, ftilbe*beimer Sagen, 31; Äubn, Norbbeutfdje Sagen, 11; flocbbolj I, 259. — iapn, .fiupn, Sdjaf, Äafee, Camm) ift burdjgüngig fdjroarj. SBei SdjambaayiUüUer (137) roirb auSnapmSroeife ein febneetoeifce* Swbn 3ur Hebung be* Sd?afce3 verlangt. ^irgl. Wodjbotj, $eutfe Sagen, 3ir. 432. 17. itergl bejüglid? be>ar$es, 86 ff. ; Simrod, &anbbud>, 192; fingerte in ©olf^tannbarbt* ^eitf(brift IV, 150-152; SdjambaayJHüller, ?ir. 218. - 3

ergl. Nocbbolj, Watumwtben, 76. 36. %ud) jroifdjen t'üttgeä unb flürtelfiepen ift in einem fcbmalen ilMefentbal ein befugter lanjplaft ber (Slfen. $iefe £lfenreigen ftnb »ieberbolt von verspäteten ©anberern beobadnet tvorben. 37. $ergl. Jöartfcb I, 567. 47. $ergl. Simrod, ,v>anbbud?, 496. sjlpnlicbe Sagen, in benen aber Weiter auftreten, bringt iÖartfd) I, 303; Mnnalen be$ Dtieberrbein*, 30, 148. 4». itergl. Shrlinger, 21u3 Sdnvaben I, 20. 50. 5l*ergl. ^ebbigen^artmann, S. 143. 51. ü)tontanu* nennt in feiner 5öorjeit (II, 30) ben Vorfall eine loabre ^Begebenheit, in feiner von ihm unb feinem ©ruber 98. o. 9öalbbrübl berau*= gegebenen neuen Bearbeitung (erfebienen 1870/71) eine ^oltefage ober Scbnurre. Digitized by Google — f>7f) — Slud) Der Umitanb, ban in ber älteren Slu*gabe ber 3?orjeit Marl Sbeobor, in ber neueren 3oPann Silbelm als ber betreffenbe £anbe*berr bejeidmet wirb, läßt auf ben Sagendjarafter fcblieften. Sa nad? ber ®eiesiammlung oon Scotti unter ^obann SBilbelm bie* bejüglicbe geie&geberifd)e ÜHafmabmen nicbt getroffen würben, wobl aber unter Karl Xbeobor, fo muH bie Sage ber 3«! be* lederen durften jugefcbrieben werben. 52. «trlinger (2lu* Scpwaben I, 142) läfit eine ijrau ju gleidjer ^eit an jwei Crten Derweilen. 58. $ergl. 3)tontanu*^albbrübl, 3for}eit I, 209 ; Simrod, JRbeiniagen, 47; Stleranber Kaufmann, Quellenangaben, 46; 3öolf, 9tteberlänbiid)e Sagen, 463; Simrod, ftanbbucb, 53; ©rimm, üHptpologie, 973. — Sie weitoerbreitete Sage oom Jeufel al* Äirdjenerbauer ift ed?t mptipologtfc^ unb im grunbe nur eine Umbilbung be* ftöttermptpu* Pom ibau 2l*garb*. Sie beutlidtften ttenn$eid?en ber alten 2lb|"tammung bewaprt bie Sage au* Worrlanb pon Mönig Claf (Scbeible, Sa* tflofter, 11 ff.). SÜlerbing* ift ber ÜKabnruf (in ber ©öttermptbe ba* sUMebern be* Stoffe*) pielfadj gän3lid? oergeffen worben, in Belgien unb ben angrenjenben bcutfcben fianbftricpen aber nid)t feiten in ba* Üräben eine« öabne* oerwanbelt werben, ber in engfter iöegiebung jum Slpoftelfürften s^etru*, bem oorcbriftlidjen 2öuotan, ftebt. 61. ^ergl- $irlinger, 2(u* Scpwaben, 58; Äupn, siÖeftfälif. £>eine, töebicpte; Simrod, SRbeinfagen, 285), gebort nid?t Süffelborf, fonbern ftranf; furt a. 3Jt. an, wie Sil. Kaufmann (Quellenangaben 7) naa?gewiefen bat. 69. 3m ^abre 1684 fcbenhe, wie bie beglaubigte öefcpicpte melbet, ^opann Söilbelm einen ^la& jum üöau eine* Mlofter* unb einer ÄiraV ju Süfielborf. 70. Cft tarn e* oor, bafe man einen ÄÜnftler nad? gefdjaffenem ©erte tötete, bamit man ba* Serf allein befitte. Safür giebt e* viele Sagen, u. a.: Simrod* iKbeinfagen (Sa* Ubrwert im fünfter gu Strasburg) ; Stnnalen be* ÜUieberrbein* 38, ®. 94; 11, @. 49 (Honnef ift Sd?auplaö); Mubn, ©eftfälifd?c Sagen, 34o (wo reid^e Ouellenangaben), 395 (mit 2lnmertungcn). iöartfd? 1, rm, 510, 515, 521; Mubn, ÜJiärfifcbe Sagen, 11 ; 2llpenburg, s)\x. 397; Örimm, 2)eutfcpe Sagen 1, 124. 3ener l'ebrling foü ^ob- s^et ßrmerj gebeten baben unb ju 33altt>aufen geboren fein. Später madjte er Ü)iünjgerätfd)aften ju Sonn unb Moblenj. 72. Sa* fteiterftanbbilb be* Murfürften ^op^nn ©ilbelm auf bem Waxit ju Süffelborf würbe im ^abre 1711 errichtet, ©rupello, ber Scböpfer Digitized by Google — 576 — beweiben, t?on bem audj bie ©alatbea in Sdjioefeingen berritbrt, tourbe 1643 3U Druffel geboren unb ftarb 1730 bei Äirdjratb in ber 9läpe oon Slawen. 74. tiefer Stoff, ber in ber mannigfaebften SBeife umgeformt würbe, ift in erfter fiinie ein beliebter 2Rär Burfarb ©albte bat bie ©eföidjte unter feine fabeln (III, 92) aufgenommen. — ferner oergl. Sinnig, Teutfcr/e 90h>t&en:2Jtoren, 42 ff. 75. Bergl. 3öolf, Üllieberlanbifdje Sagen, fftc- 423 mit SInmerfung 7t. 3u biefer Sage oergleicbe man, ioa$ Dr. $obl Über ben Straßen- namen „©eifcenberg" in 2inj in sJMd'3 2Ronat£fd)rift V, 472 berietet 77. Bergl. Sa>mbaaV2Rüller, ftr. 54 mit SInmertung. V. ^te £fter. 1. BergL: „Tie ©rünbung oon Spanbeim" in SimrodS SHb«nfagenr 9?r. 115; m. Kaufmann* O.uellenangabcn, 110/111; 3eitfd?rift be§ Bergift*oereinä 25, S- 12 (ftufinote); W. Pieper, ©räfratb, bie 3lbtei unb bie Stabt, 2. Bearbeitung, S. 20. 3 a. b. Tie Stelle, too bie üronenburg geftanben baben foll, b«&t noa> beute „am Burggraben". Spuren oon Fällen ftnb nidbt mebr oorbanben. 3iemlia? 3ioeifel*obne lag bort eine Stfallburg. Bte oor furjem feierte bie BeoöHerung ber Umgegenb am jroeiten sJtfingfttag ein ©albfeft am Burg* graben. 2er iRaub foll 1237 auf ber Stelle oerübt toorben fein, toelaV Bremferfelb genannt mürbe. Über bie Wlaubmürbigfeit 3lfd?enberg§ oergl. 3^tf^nft be8 Bergifd?en ®efcbicbt*oerein* I, 269 ff., 231 ff. unb fril. ftider, (htgelbert, ber (hsbifcbof oon Möln, 202 ff.; Gbronif oon Cronenberg, S- 251. 6. Bergl. tförftner, 2lue ber Sagcn= unb SJlärdjemoelt be« .^arjeS, 118; Äubn, ÜJl&rtifcbe Sagen, 5; (SäfariuS o. Aeifterbadj, Dial. mir. maj. VII, 62; eren= ober Blodäbergen , namentlid) in Teutublanb, auf, bemerft aber baju: „Tie übrigen J>erenftätten oermag id> nur unoollftänbig aufsujäblen." (*in weiterer fterentanjplafc ift ber Daberg bei >>ilben, ein oerein^elt au* ber (Sbene auffteigenber Sanbbügel, ber »iele Digitized by Google — Oll — teilen weit toie breite SRbeinebene, aber aueb einen großen leil beS $ügel= lanbeS, beberrfdjt. tiefer Utnftanb unb ber eigentümlidbe sJlame, r>om Stoß atö ^©ottedberg" gebeutet, fonnte bie ©ebeutung beS ©ergeS bei ber bortigen ©eoölferung nur erböten. So ift eS leidet ertldrlid), baß grabe biefer Öerg, ber wie fein jweiter im 58ergifd>en Ijenoorrritt, jum £anjpla& ber £eren würbe. 3n>ar ftnb bie 3üge, toeity baS 93olf bewahrt bat, nur fpärlid?, aber bodb binreiebenb, biete Sefyauptung ju wagen. 2öie feft ein Seil beS Nolles an bem alten ©lauben bdngt, beweift eine Sb^tfadje ber neueften 3*it- $m Sinter 1874 trat baS GlmSfeuer auf bem 3<*berge ungemein lebhaft auf- 5)a glaubte man, ber .fterenfabbat wäre bereingebrodjen. 9kd) Prüfung beS einfdjldgigen 2Jtaterials bin id> ber Überjeugung, ba| bieS ber einjige 93erg ^ier ju Sanbe ift, ber als erentan$pla& ju einer alljdbrlid* wieberfebrenben 3«it beim $olf gilt, ßr bürfte barum, bis oielleidjt anbere Duellen erfcbloffen werben, als ber Stadlberg unferer ©egenb $u bejeidmen fein. SRebrere Sumpfftellen, namentlicb baS öoljbaufer 93rud), gelten ebenfalls als £>erentan$pld&e; aber eS fnüpfen ganj befrimmte Sagen bort an; eS ftnb (eine Serge, unb bie lanje tebren nidjt jdbrlid? wieber. 3$ergl. 3^iffcbrift beS SBereinS für SBolfSfunbe IV, 213; Sulinger, 2luS Scbwaben I, 147; Äubn, 2ßeftfdlifd)e Sagen, 74, 75, 79, 80, 182. VI. JU* 'JBitpper. 1. $iefe Sage eriebeint auf ben erften Slid als ein etwas tünftlid?eS probuft ber neueren 3«*- A 3. 3)er 9lame lautet audj wobl Clfül, s)tolUül ober Solllul. Tie r-on ,Hubn (Söeftfälifcbe Sagen, 159) oerjeidmete ^orm SoUalül ift wenigftenS beute in Der ganzen ©egenb ungebräucblidj. ÜBergl. bejüglicb beS 9iamenS unb beS SprudjeS femer SBolf, £effifibe Sagen, 229 mit Slnmerfung; Scböppner, SatmfäeS Sagenbud?, 1157; ©oefte in 2SoIf, 3«tfd)rift, 1, 336; II, 81; 9tod7bolä I, 207; ^irmenid), I. 518. 3n biej'em Stablberg will man vor fur$em runbe Stüble, garten unb ©erdte aller 2lrt gefunben baben. 3lud) oon einer gewaltigen ^eft wirb bort erjagt, weldje ju Ginftellung beS Grubenbetriebes nötigte. 4. 3)iefe Sage mufe ben 3»>ergen= unb ßlfenfagen jugeredjnet werben, weil e* ibr >}auptjwed febeint, bie gewaltige SluSbebnung ber £öfjle ju oer= anf*auli(ben. SJergl. JRocbbolj, 119; Äubn, Söeftfäliicbe Sagen, 214 mit parallelen. 5. OueUennadjweife bringt fiubn, äöeftfäliftbe Sagen 165 in grofjer 3abl bei. Sie oon Äubn angebeutete Vermutung, in ber 3«ergin mit ibrem langen £>aar t>ie umgewanbelte Sit, beS SlifegotteS 2bor ©emablin, oor uns ju baben, bat oieleS für ftd^. — Sergl. ferner linder, £»ciftfcfce Sagen, 88; Sinnig, 33tptben*ü)tärcben, 92 ff.; ©ebbigen ^artmann, @. 73, 89, 1<>6; Sllpenburg, 3tr. 21. 9. 2)ieie lommt in unjäbligen Varianten aud? im iBergifcben oor. 33ergl. bie betr. 9tr. biefer Sammlung. Weitere parallelen fübrt Mubn, ÜÖeft' fdlifebe Sagen, 163, auf. 37 Digitized by Google 578 — 14. §er Äopf bat eine auSgefprodjene Sbnlicbfeit mit ben Äöpfen an romamfdjen Saufbeden be* 13. SabrbunbertS, n>eld?e am Weberrbein in grofeer 3abl oorbanben finb- 3lud> eine Steinplatte, welche oberhalb be* Äopfe* binläuft unb mit biefem offenbar au* einem Stüd befielt, beftärft in biefer Vermutung. — $iefe Sage mufj benen augejÄblt »erben, roeldje au« ©ab- werfen entftanben fmb. 15. ^ergl. SBolf, i)tieberlänbifd)e Sagen, Dir. 240, 16 a, b. Seiber ift im UnterbaltungSblatt feine Duelle angegeben. Skbrfdjetnlicb entftammt biefe 2e*art bem 2$olfSmunb. $er lefcte Seil bat in ber beutföen l'egenbe oiele s}k»rallelen, oon benen bier nur auf bie oon £>. Stab! (2Öeftfälifd)e Sagen :c, S. 101) „S>a* ÄTujifir oon Srromberg" auf gewidmete oernüefen fei. — Sergl. nod) ©irlinger, 8lu* Sdnoaben, I, 67; i>. Steinen, 2Beftfälifd>e ©efdjidjte, II, III, 6. 632. 17. Diefe Segenbe fann fein bobe* Sllter beanfprucben ; fte ift offen= bar ein ^robuft ber ^bantafte eine* Ginjelnen, eine lieblidje, parabo!if*e (rrjäblung jur Deutung be* poetifcben tarnen* „üJlarienbeibe". 20. Gine äbnlidje Slbbilbung foll ftd) auf ben gefdmititen Gljorftüblen in ber fatbolifdjen ^farrfirdje ju 2Bipperfürtb befmben. — 35iefe Sage mufe benen jugejäblt werben, weld)e au« QJilbwerfen entftanben finb. — SJergl. bie Slnmerfung U in Abteilung VI unb bie detail* an alten (Sborftüblen :c. in fc'm Sertb, tfunftbenfmäler be* djriftlicben Mittelalter*. 21. $erg(. Ms, 474; 3(1. Kaufmann, GAfariu* ton Öeifterbacb, 136 ff.; 3eitfd>rift be* 93ergifd?en ©efdndrt^SSerein*, 25, 12. - Über eifenfonige giebt Gäfariu* ton .f>eifterbad) (Dial. V, 4) eine ber elften 9iacfiridnen. $iefe ®eifter fudjen oor allen fingen mit ben SHenfdjen burd? ÄUif? ober Umarmung in Sertibrung ju treten, um ben auf ibnen, ben Glfen, laftenben 33ann ju bredjen. Slber foldje SDlenfdjen folgen jenen in ibr Steidj. Sdjon ein 5Uid ber (*lfen tobtet ober ntft ftranfbeit unb nad>folgenben Job beroor. — $>ie eingebenbe $eidnd)t*forfdnmg weifj nicht* oon einem (trafen Sigewin oon arlefc ju urteilen, ba4 ^robuft ber erfinberifeben ^bantaf»« «"c© Steueren (9)lontanu$?) fein. 2«. «eral. ßertner, 95 ff.; Kubn, ©eftfalifebe Sagen I, 174a, 174b. 27. atergl. Simrod, ^anbbueb, 183. 28. 9iacb ben übereinftimmenben Urteilen oon ^rof. (Sreceliu* unb Dr. ßrafft entbehrt bie in oiele (Seidndjtercerfe übergegangene (Srjdblung oon 33embarb >Sanfebot jeber gefdjidbtlidien Unterlage unb muH barum ben biftorifd? cn Sagen jugejäblt werben. 9lad) bem Urteil beiber ©elebrten baben wir in biefer Sage ein ^Jrobuft ber 31fcbcnberg'fd)en Mufe oor un*. Sa* lefctere ift febr roabrfcbeinlid). ^od) ift bie äWöglicbfcit ntdjt au^gefcbloffen, baft audj ber SBolf^geift tbätigen Anteil an biefer ^ilbung genommen bat, ba bie Söge teil* bi* in bie fleinften (?in3elbeiten mit ber Digitized by Google - 579 - ©eidndtfe 2lbolf .Hlarenbad?* abereinftimmen, toelcbe ficfe in Lennep unb feiner Umgebung leicbt burd> einen 3eittaum oon brei Saforbunberten im 2Jlunbc De« 5*olfeä fortpflanzen tonnte 2>ann bürfte Slfd)enberg genrifferma&en nur bie iHebaftion biefer «olfcuberlieferung jujufcbreiben fein. 2D. (Sine äbnlidje Sage oom „ewigen 3äger" ift jroifäVn Lennep, £>adenberg unb SöilljelmStbal befannt. SJergl. bejuglid) be* SRamenS nod) ^entanu*:©albbrubl, SSorjeit I, 20. JW a— d. „®reuelgaffe" unb „©reuelbauä" oerbanfen 3ioeifel£olme ber #amilie ©ruel iljren Tanten. Sin Äirdjenbud) im Jlrdno ber e»angelifd)en (^emeinbe ju fiennep erwähnt im $al)r 1654 einen tyranj ©ruel unb 1658 einen ffiilbelm ©ruel. »5. einfagen, 7. Auflage, 77; SimrodS SJtfeeinlanb, 326; weitere parallelen bringen bie 2lnnalen bes> feiftorifd>en SBereinä für ben 9Heberrfeein 41, 23; SRieberrfeeinifdjer ©efducptSfreunb, oafergang 1882, 16; $reiligratfe=Sd)üding, ffieftfalen, 1. 2lu*= gäbe, 65; „Sonntagäglode" au« fcagen, 1882, «Rr. 38. 2)er tiefere Sinn biefer Sagen ift $u erfdjliefeen au« ©rimm, 3Jiptfeologie, 3. 2lu*gabe, 1089; Diocfefeolj, Seutfdjer Unfterblicfeleitaglaube, 147 ff.; Kufen, Seftfäliicfee Sagen, 167; ftriebreid), Spmbolit unb 9Jtptfeologie, 635; ffiolf in Jpaupt'ä 3citfd)rift Vll, 533. — 5>ic Sage oon ben 93ienen ju Sepenburg bat ein ©egenftüd in ber Sage oon ben Rhenen oon ftolenfel* an ber ßabn; oergl. iöenninger, Stafiau in feinen Sagen unb Siebern III, 43. 76. #irmenid), ©ermanienS iWterftimmen III, 173/174; Stöber, (Sliäffijcfees Sagenbucb 60, 549. 77. Über ba* Sdmeiben ber 3Mgel an £anben unb Sufeen ber Soten als einen 2ltt ber pietät gegen biefelben oergl. SimrodS .anbbud>; ©rimm'S ÜJlptfeologie (S. 775) ic. ©eadjtung oerbient, bafe e« ein SWörber ift, Welver inbetraebt fommt; an feiner fieiepe wirb man jenen Äft ber pietÄt triebt oorgenommen feaben. — s^etgl. Slocfebotj, 5)eutfcper UnfterblidjteitS glaube, 181 ; Stm Ur^OueU 1, 134 nebft ^ufenote, roo ein anflingenber Sagenjug oon ben Haffuben bei pu&ig mitgeteilt wirb. !s2. Sei genauer Prüfung barf biefer ©eift nid) t mit bem be$ alten 33ro^ inbentifkiert werben unb ift barum Ijier al« felbftanbiger 3«g aufgeführt morben. Digitized by Google — 580 — 8*. Tieie Sage dürfte ein oerblafeter Entlang au bie Tobetalogie bei (Göttinnen ber germanifepen 2Jlptbologie, beren Spuren nidjt ju feiten finb, fein. SSielleidjt baben wir aueb eine Sperrung ber jmölf 28alfprien oor un«, worauf oielleicbt bie Äopflofigfeit binbeutet. Ter Jeufel barf al« unbebeutenbe Siebenfigur betraget werben. — 23ergl. Simrod, J>anbbud>, 157, 158, 168, 362. §0. SBergl. Äubn, 2Beftfalifd>e Sagen, 91r. 365, 58, wo wettere gitteratur* nadjweife unb Slnmerfungen junt tiefern SBerftänbni«. 98. Tiefe, fowie bie »orbergebenbe Sage ift offenbar eine SSerquictung oon biftorifeber Sage mit ber SRiefenfage. — 3?ergl. etnt bingegen oon ben Äreujbrübem in Sepenburg entlebnt 3U fein. Ter Äreujberg ift n&mlid) ba« Scbtt&enfelb ber bortigen Sd)ü&en=93ruberfd?aft oon alter« ber unb biefe fübrt ibre frttftebung auf bie Äreusbrüber ju »erenburg jurüd, nennt fitfe barum audj beute nod) „Sruberfcbaft 3um .Hreuj". 190. Silier ©abrfcbeinlicbfeit nacb war bie tfreu3müble einft Eigentum ber ^reujbrüber in ©enenburg. Ta« Crben«freuj biefer iDtÖndje wirb wobt ba« in $rage ftebenbe gewefen fein- IM. Sollte biefe Sage niebt in 33ejug 311m ."öe^effen ber &ercn gebradjt werben fonnen? — Sergl. @rimtn, SJhnbologie, 1034 ff.; Simrod, >>anbbud?, 176, 177, 537. Slucb ift ber ©laube an Opfer uemlicb nabeliegeub. 106. Sergl. u. a. i'pnder, Jöefftfcbe Sagen, 55; i'aiftner, 152. 19H. 9lad? einer auberen ÜJHtteilung würbe 3ur 3tapoIeonifd)en S*ü an biefer Stelle ein tyran3ofe oon einem Spion umgebraebt. Tarum würbe bort ber (Balgen errietet, ©eadjtung oerbient, bafe ber Ort ein Mreu3ung«punt't 3Weier alten Sege ift. — SBergl. ,,©otte« Sbränen" in Simrod'« {Hbeinfagen, 140; ÜUeranber Kaufmann« Cuellenangaben, 125; ©rimm, ÜJtptbologie, 788, 135 (mit ^ufenote), 399, 398; Sdjmitj, ötfelfagen, 109; »irlinger, flu« Sdjwaben I, 302; Äubn, v2öeftfälifd?e Sagen 1, 315 ; Sonder, A>efftfcbe Sagen, 305; ftirmenieb I, 278; £oder, Teutfdjer 3M«glaube, S. 134. — Trei wunberfdjöne 93lumen al« 3Jewei« für bie Unfcbulb eine« ©eridjteten eriebeinen bei ©artfeb I, 126. „Tie Seelen (jrlöfter fd?weben baoon in Taubengeftalt" (JHoaibolj, Teutfcber Unfterblid>feit«glaube, 156). Ta nadj ®rimm (Ttv>t\)o- (ogie, 399) bie Taube an bie Stelle be« Scbwane« tritt, le&terer aber für einen wet«fagenben ^ogel galt (©rimm, Simrod jc), io baben wir in unferer Sage ftugleid» ben Umftanb 31t betonen, bafe bie Sauben wei*fagen. Xud> bie Treisabi ift beadjten«wert. 10». 35ergl. ©rimm, dJtptbologie, 829 ff. — Tiefe Sage erinnert in etwa an bürgere ©allabe oom wilben ^«Sger, wo ein ffiitter reebt« unb ein bitter linf« auftreten. 9iad) (Säfariu« oon .\Seifterbad) (Dial. VUI, 44) ftnb jebem ^enfeben 3Wei (Jngel beigegeben, ein guter unb ein böfer, jener fcbüfct ben SRenföen; biefer bient ibm 3ur Prüfung. — 33erg(. Sd>mih, (Fifelfagen, S 109. Tiefelbe Sage, faft übereinftimmenb in ben fleinften Umftdnben, er3äblte mir aud? ein alter Vebrer in Memlingrabe. Ter betreffenbe ©eiftlidje foll t*aftor Sauber gewefen fein. Digitized by Google — 581 110. 3?ergl. SdjambaoVSDlüller, 9ir. 60 mit 2lnmertungen; Simrod, SHbemiagen, 9tr. 169; Simrod, £>anbbud), S- 482; 211. Äaufmann, DueUen-- angaben, 3- 143; Saiftner, 162 ff. — sHielfad) Rängen tote SBerfteinerungSfagen mit 2än$en an fird)lit ©ülfing, berftammenb vom £>ofe „Rülfing" in »armen 1466—1892. £eibel berg 1892. 181. ^ergl. 3)lontanu3=23albbrübl, 23orjeit I, S. 150; Gafariu* oon .\Seifterbad?, Dial. XII, 20; Slnnalen bes 9tteberrbein*, 47, S. 206. 132. Über bie oorfommenben Siere oergl- Simrod^ öanbbud?, S. 227 :c. 183. $ergl Simrod, #anbbucb, S. 464; brt mal ftinber, ladjt nidjt fo oiel; Sachen ift eine grofee Sünbe!" 184. $ergl üöolf, Meberlänbtfäe Sagen, Dir- 239; ßäfariu* von .fteifterbacb, Dial. II, 7 toom Burggrafen oon £>orft ate Läuterung ber Seele); Scbmij), tiifelfagen, S. 32; JRocbbolj, $eutfd)er UnfterblidjfeitSglaube, S. 149; iHccbbolj, v)iaturmptben, 3. 78; Mupn, 2öeftfäliia>e Sagen I, 9ir 236; Stöber, ßlfäfüidje* Sagenbud), S. 333; Finnenid; u» S. 208; Simrod, öanbbud), S- 468. 3d?on (Säiarius oon £eifterbad> berietet oon einer SBifton, nadj »oeldper in ber &ölle ein Übeltbäter oerfebrt auf einer Äub fifet, weld»e if?n fe^r oer? rounoet, locil er biefelbe obne Erbarmen einer SHittoe geraubt patte. — Micpter ftorneliu* ober Gremeriua roobnte in bem oon ber £epbt'fd)en £>aufe am fterften= pla&. (fr foll ben ^roje^ einer 2Bitroe gefüprt unb ipr nad? unb nacb i^r ganje* £>ab unb ®ut für Soften unb ©ebü&ren, jule^t aud? i^re einjige Äufy, abgepreßt baben. 2113 bie Sßihoe nid)tö mebr befap, trat er auf bie Seite tyre3 ©egner* unb liefe bieten ben "JJrojefe geroinnen. $nx Strafe für alle feine Übeltaten mufr er nad) feinem 2obe auf einer glüfcenbeu $u&, fo glaubt baä 9?olt, umgeb.cn. 187. ©emeinbin erfdjeint ber Teufel in rotem ©eroanbe, 3. 33- S3artfd) I, 9tr. 125. 138. «ergt. Hubn, ©eftfäliicbe Sagen II, S. 24, 118 (mit »eiteren Duellenangaben); ÜBoefte, NHolteüberlieferungen, S- 45; ^innenid? III, S. 174, 412; «ocbbolü, üJlptbeu, 3- 176; Simrod, öanbbud); Sdjmife, ®ifelfagen, 3- 30; 5Rod?b^ol3, vJiaturmotben, 181. — ^bnlidje Sagen fmb namentlidj im ©ergifdjen febr sa^lreid). So rcirb fie oon einem SJlänneten auf bem ^ül*= beder ^yelt>e erjäljlt, 00m Cfter^baum, oon ber ©ren$e fieibing bringt eine Variante ba3u in sJlx. 65. 2lud) oon 3Dlettmann beftfte id) eine berartige ÜHit- teilung, roie aua? 00m Ilmberg bei Dornap. Digitized by Google - 582 - 143. Sergl. Jirmenid} III, 8- 44; Sil. Kaufmann, Cuellenangaben, S- 30. 149. $ergl- Cäfariuä von &eifterbacb, Dial. V, 34; Jlimalen be* lieber* rbeinä 53, 8. 162 nebft Hnmerfung. 152. Gin Gberbilb al$ Sanbbudp, 3. 316; ©rimm, Üftptbologie, 3- 948 — söerflt. femer Sartfcb I, 5lr- 178; 9tod>&olj, SRaturmvtben, 5. 100- 154. SluffaUenb ift in unterer Sage, bafc ber leufei einer armen tfiraje eine ©lode fdjentt. — SJergL baju SJetbane in ber SJtonatSfarift beä $ergiid>en ®efdnd>t^93erein$ 11, 121. — Sir fvnb mobl mit Simrod, Kaufmann, (Sreceliu* (Beiträge k-, S. 137), ©etbano berechtigt, ben Scbauplafe biefer Sage uidjt nacb ber SJöivenburg im Siebengebirge, wie SRontanuö (3}or$eit II, 8- 356) will, fonbern nad) ßlberfelb ju oerlegen, ivelcbe Stabt von ben Glben ibren tarnen trägt. Unb mit einem ßlben baben wir e£ bier ju tbun, weswegen Simrod ber Sage aud) bie Überjcbrift „Der £icbtelbe" gegeben bat- — sA*ergl. ferner Simrod, SRbeinfagen, S- 41; Seibing, Sagen, 5tr. 35; SRontanuS^ Salbbrübl, ^orjeit I, 8- 23 (in breitefter ©eije auSgefubrt, ftarf abireicbenb von bem Original); S2U Kaufmann, CäfariuS von «oeifterbacb, S. 136; ©rimm, sDrpt^ologte, 8- 428; ffiolf, Beiträge II, 3- 253; Slnnalen be$ TOeberrbein*, II, S. 3/4; Simrod, £anbbud>, ®. 427, 455; Scbntifc, Gifeliagen, 3. 104—108; Simmeriicbe fcpronif IV, 228 ff. 155. 93ergl. Scbmifc, Gifelfagen, S. 109. 157. Die „^aterlänbifcben Slätter" vom 3<*bre 181 1 beliebten ebenfalls, baji ftd> febon febr früb 9tagelfcbmiebe in Glberfelo vor bem Farmer Jbor, oben im beutigen Äipborf, angeftebelt batten. Diefe ©egenb babe bann von bem Äippen ber Scbmiebe ben tarnen „flipborf" erbalten. 158. «Pergl- baju meine 3(u*fübrungen in ber OTonat*i*rift be* ^er güdjeu ©efebiebttvereinä I, 14. 1. 33tergl. 0. £auSmann, «Ritter Stmolb von tflverfelbt, l*lf>erfelb 1893. Diefe Sage ift eine ber wenigen bergücben Sagen, ivelcbe biefen weitverbreiteten (Stauben be$ Solfeä aufgreift. — $ergl. baju meine Umfrage im Urquell : ©ober bie Äinber fommen. — Unter bem Gbor« ber wabrfcbeinlicb im 7. $a\)r- bunbert gegrünbeten ÄunibertSfircbe in Köln quillt ein Brunnen, au* tvelcbem (Organ für cbriftlicbe Äunft, 18.59, 8- 157) bie tfölner grauen ibren Cbefegen nböpften. Über Äinberbrunnen bringen Simrod, OJrimm ;c ic- binreiebenof ÜJtitteilungen. I«l. Die Sage lebt nodj im HolfSmunb mit maneber fluMdmtflcrung ipaterer 3eit. — SJergl. ©efcbidjte ber ftreiberren von tflverfelb III, 8- 102, i'cibinö, 9ir 11. 1«4. 3?ergl. 99- 93aaber, »abifdje Sagen II, sJIr 139. 10». <8crgl. Äubn, SBeftfälifcbe Sagen II, 3. 25, 30, 31. 170. itergl. Sulinger, 3lu* Sdnvaben I, 9tr. 359. Der 3iegenbod als Leittier begegnet un$ u. a. aueb bei 99artfd? I» 9fr. 106 ) Vtl. öanj dbnlid)Vom„^inn"bei5ridenbau^ (Cber^3iebenei*en)er(0blt. 175. Die Atröte erfreut ficb al* arme Seele gemöbnlidj gebübrenber Sdjonung, tritt aber niebt feiten unter ben feba^bütenben Sieren auf uno mu^ barum in biefer GigeniAaft aud? getötet merben. - ^ergl. Simrod, .'öan^ bud>, ^r. 356; ©rimm, 2)hjtl?ologie, 8. 923. 177. 9. 3>iefelbe Sage haftet am Singerberge bei iöcpenburg, am Stein* berg bei telberfelb (unweit bed WaternbergeS), am 2>üwel$fiepen bei gangen« berg ic. unb an ber „Xrompete" bei Sttttringpaufen. Sin lefcterm Crte wirb noch hinzugefügt , bafe bie Scheibe, bureb »eiche ber Teufel fubr, oft erfe&t morben fei, aber immer wieber jetbradj. Slucp in Söupperfelb tennt man biefe Sage. Sort wirb aber hinzugefügt, bafe fteffifcpe Sagen, SRr. 27, 31; &ibing, >Jir.33; 2Jtontanu&2ßalbbrüpl I, S- 190; Scpmi&, (lifelfagen, S- 64; ©artfdj I, 3lr. 609 je; tfupn, 2Jldrtiicpe Sagen, 9lr. 152; Mulm, ©eftfälifdje Sagen I, 9lr. 266; siöolf, Stieberlänbifcpe Sagen, sJir. 468. — 33on bem iBirtSbauS bei Süttringpaufen wirb ferner berietet, bafj in bemfelben nacptS um 12 Uhr bie ©läfer raffeln unb bie Starten auf ben üfcp fallen, oon um fühlbarer &anb darauf geworfen. — £er Jeufel tritt überhaupt in ben »er« febiebenften Spielen auf, fowohl bei Söürfel* aßtöarten- unb Scpacbfpiel. Q$ flingt in ben meiften bezüglichen Sagen bie (sigenfepaft 2öuotanä bura), ber ja oielerorten zum Seufel begrabiert würbe, nach welcher er bie JobeSlofe wirft — IM. $ergl. llflonatsfcprift beä Söergifcpen ©efcpicptSoereinä 1, S. 121, 135. Tiefe Sage wirb auch oom fogen- .; 3tmmcriiche (Shronit IV, 230, 231. — flu lehterer Stellt1 Digitized by Google - 584 — l'tehen bie 3roerge einem 33ader unb Jucbweber ju 2)ienften. (?* taucht aber ber eigentümliche 3^0 auf, baji ba* örbmanncben einen SInjug nimmt unb weiter bient ; al* ihm aber ein rote* SBarett verehrt wirb, berfchwinbet e* mit heftigem Unwillen. 2>ie 3nnmerifche Ghronif bemerft baju, bafe bie 6rb= mfinnlein „bie rott färb nit leiben unb werben bamit oertrtben." — §n biefer Sage haben wir, wie feiten in einer iolchen, bie ©runbjüge be* 2öefen* ber 3werge jufamraengefafet. 2)er £ut (bie 3ipfelmülje) ift bem tieinen 3Jtanne unentbehrlich, weil er bieÄraft beftfet, unftchtbar ju machen; benn wenn man nacb, unftcptbaren 3wergen fo lange fchlägt, bi* man ihren £ut ober ihre iölütie trifft unb biefe abfällt, io werben fte fofort flc^tbar. — ^m wefentlichen eignet ben 3n>ergen eine mertwurbtge HJKifchung von guten unb böfen £igen= f chaften, wa* auf ihren Urfprung hinweift: fte ftnb eigentlich vom Gimmel oerftojjene Gngel, bie nicht bis in bie .ftölle gefunfen ftnb. in. $iefe Sage wirb eine romantifche 2lu*fcbmü= teilung VIII biefer Sammlung nebft Slnmerfungen. 209. Vergl. 31. Kaufmann, Quellenangaben, S. 22; Simroct* Nhein= fagen, Nr. 18; #lof; in ben Slnnalen be* Nieberrhein*, öeft 30, S. 174. 210. Vergl. Nr. 70 in Abteilung II biefer Sammlung; ferner Sdjmi&, ©ifeliagen, S. 50; Virlinger, Stu* Schwaben I, S. 359; Äuhn, ©eftfalifdje Sagen, Nr. 120 mit Slnmertungen ; 2Bebbigen:$artmann, S. 236. 211. Vergl. Scbmitj, Gifelfagen, S. 113; ©irlinger (welcher berartige 3üge ju ben ^ahrjeieben rechnet), Hu* Schwaben I, Nr. 308; Äuhn, SWarfifcbe Sagen, Nr. 13, 24; Muhn, SMtfälifcbe Sagen, S. 65 ; 3eitfchrift be* herein* für Volfäfunbe IV, S. 214; 3öebbigen=<0artmann, S. 42. 212. Vergl. »artfeb I, Nr. 589, 590, 599; Schambach^üUer, S. 333; 3ei!fchrift be* Verein* für VolfSfunbe IV, ©. 214; Scpambacb-.2Rttller, Nr. 60. 215. Vergl. Vofenad unb (5}arnow*fp, $er Ärei* i'ennep, S. 98; ©irlinger, 3lu* Schwaben I, Nr. 313. — 3« berartigen tfreujen (.--= SBabr= seieben) oergl. Wolf* 3eitfchrift für bie iDlpthotogie I, 107 ff.; Suljbadjer Äalenber 1853, S. 95; 3ntelligenjblatt be* ^llertreife* 1814, S. 1116; 5Mug*: burger ©örterbueb 292; 3eirid?rift be* Verein* für Volt*hmbe VI, 115 ff. - Vergl. auch bie griechische Sage von ben Äranichen be* Jbifu*. 21«. $er febwarje Wann mit bem 3auberftab barf al* SBuotan ge= beutet werben. Veral. auch OJcontanu^Balbbrübl, Vorzeit I, S. 222. 217. $er Pfarrer Hmbroftu* Vafebaenber hat nacb 1548 bie Nefor= mation in Memicbeib eingeführt. Digitized by Google — 585 — 21t. 2)ie Sage ift ibentifcp mit ber von Söalbbrübl in „5>ie 38efen ber 9lieberrl>eimfd>en Sagen" auf S. 14/15 mitgeteilten- 220. 9tur bie auäbrütficpe 2$erftcherung von ÜJtontanuä, biefe Sage lebe noch im 9$olfömunbe, veranlagte bie Aufnahme berfetben. 221. mit einer ©anbe von Helfershelfern harte »ebrüdungen gegen bie $uben. 3roifchen $eu£ unb Siegburg traf ber genannte ©raf auf bie Motte unb jerftreute fie. Sie Sage verfcbmolj bie charafteriftifchen Figuren ber 3eit, hie Sanbe** herreu al* Präger ber bcrgifchen ^antiliengefchtchte, ben JHttter unb Strauchbieb miteiuanber, fügte aber noch einen Äölnifcben ©eiftlicpen hiuju. Unjcbwer erfennen mir in bem letzteren 3U0 hen gewaltigen Äultureinfluft ber mächtigen iRbeinftabt auf unfer £anb, ba§ von bort bie meiften geiftigen 3mpulfe empfing, ja, wie beutlich nadjgewieien werben fann, von bort her felbft eine 5)eein-- fluffung feiner Sagen unb anberer ©ebilbe ber fchaffenben SRoltefeele erfuhr. 227. SBergt. tfubn, Söeftfälifche Sagen I, 9lr. 331; Simrod, £>anb= buch, S. 436; Scbambaa>aRüller, 9tr. 150. - 2Beil ftcb bie Unterirbifchen mit 2Renfchen begatten, fo bebürfen fie oft einer inenfehlichen Hebamme, beren Sienft fie aber reichlich belohnen. ÜJtit Stecht halt ÜRüller eä für eine Trübung bev ursprünglichen ©lauben*, wenn er3äblt wirb, bafe menfchliche grauen herbei' gerufen werben, um freifenben Glfinnen ($)eutfche Sagen, 9ir. 68 unb lemme, Sagen ber Jlltmarf, "Dir- 73, welche ben tarnen von 2lfoen3leben barauf jiirüdfübrt, weil bie Stammmutter biefeä ©efchlechteS bei ben Sllfen gelebt) Digitized by Google — 586 — •trilfe $u leiften, obgleidj bie 5iübung fotcber Sagen für baS trauliaV $erbälrnis, in toeldjem bie 2Jtenfd>en ju jenen ©eiftertoefen fteben, 3*ugniS giebt. $rebt man aber bie Sadje um unb nimmt an, bafj bie 3ro*tginnen bei ber (Geburt menfdjlidjcr Äinber jugegen fmb, fo gewinnt man eine Slntnüpfung an ben in ber öbba (6aem. 188) ausgeflogenen ©tauben, bafe einige dornen, loeldje bei ber ©eburt eine* ÄtnbeS erfdjeinen, oom ©efdjledjte ber 3werge finb." (Wort, ÜJtptbologie ber SBolfSfagen :c, S. 164.) 28S. SBergl. Simrod, .oanbbudj, S. 437; SBartfcb I, 9tr. 251; ©oefte, StolfSüberlteferungen, 48; Slnnalen beS «ieberrbeinS, 30, 147; firmem* III, 412. VII. Sie Jßftn. 4. £er iReiSbrei, im toefentlicben mitbin Sflild}, iÜ ber 3">erge iKab* rung. £aS ©olb ift biet oon befonberer ©iajtigfeit unb icbeint ben urfprüug» ua>en, oft oernrifdjten (Sbarafter ber 3&>«ge anjubeuten. — SBergl. :Hod)bolj, $eutfa?er ©laube unb Braudj K bie erften Kapitel; Stmrod'S &anbbucb, 3. 436. 5. $tefe Sage gebort nad) (ireceliuS unb £arlef$ einer ju fp&ten 3eit an, als bafe fie auf piftorifcbe ©laubtoürbigteit Slnfprud) erbeben fönnte. Sie bat mana>eu übereinftimmenben 3"0 mit anbern ©rünbungSfagen, v 58. ber oon 2Jtüncben=©labbadb. $od? b^ben mir in ibr eine roirflicbe Sage oor un* unb uidjt eine tfrfinbung neuerer 3eit. (*ine auSffibrlicbe Sarftellung giebt ßarlefe nacb ber lateinifdjen &anbf(&rift B 117 in ber Süfielborfer l'anbeSbibliotbef, oeröffentlicbt in ber 3eitfd>rift beS 33ergifa>en ©efdjicbtSoereinS 29, 161 ff. Siefe £>anbfcr/rift rübrt auS bem MW 1276. eine jüngere £>anb (Irnbe beS 13. ober Anfang beS 14. SabrbunbertS) bat eine fürjere Bearbeitung nacbgetragen. Jparlefi giebt im 29. Sanbe ber 3c^i^r»ft DC* öergifdjen ©efdndjtSoereinS fritifdK Stnmerfungen unb Cuellennacbroeife. 6. (£ine äbnlidje Sage ift in ben 3Upen befannt OJfteberrbeinijajer ©efcbidjtefreunb 1881, Seite 53). SBergl. aud) ÜHonatSidjrift beS ißergifdben ©efdpidjtSoereinS III, S. 136, unb Söebbigen Hertmann, S. 145; ©rimm, Deutfdje Sagen I, 309- 7. $iefe Sage rnufe ben SBuotanS^Sageu augejäblt »erben, bat aber einige 3üge oon ben bergifeben SanbeSperren, namentlidj ©raf Slbolf V., bem Sieger oon Worringen, angenommen. 93efonberS ift baS eine ÜJZoment feiner äußeren ßrfa^einung unb feine 6igenfa?aft als ^errfdjer ber £uft betont. — SJergl. Simrod, ftanbbua), S- 172 ff.; Sinnig, 2Wotben=ÜJlärcben. 8. $ergl. Simrod, Jhtyinfagen, 3ir. 134; ©rnnm, SDtptbologie, S. 1093, 1193; Birlinger, 2luS Sdjtoaben l, 9ir. 9; S3aaber, Sagen beS 9JedartbaleS, 3. 273- — $cr faft über ganj (Suropa oerbreitete ©laube an bie orafelnbe Jäfcigfeit beS SRoffeS finbet bi« «ne tarrifierte ^arfteüung; ©irlinger, 3tuS Sdjwaben I, S. 492. 9. Siefe Sage mu| als eine Variante ber ©enooefa-Sage angefproeben werben. 3JergL ÜJZonatSftbrift beS öergifdbcn ©efcbicbtSoereinS III, S 1 ff. ; Simrod, Jjjanbbud?, 3. 302; Kaufmann, Duellenangaben, 6. 164; 33aaber; Sagen be* 9]edartbaleS, S. 26 (Üftaria oon Trabant, oon Heribert Mau), 3immeriia7e (S^ronit I, 337; Simrod, £aS maleriidje unb romantifdje sM\)tin~ lanb, 410; Mbeintfdje ©efcbid)tSblfttter III, 188. by Google - 587 10. 3u biefer Sage bringt (Saefariuä oon fteifterbad) in feinem bis- jefet nur banbfcbriftlid) oorbanbenen Volumen minus miraoutorum eine be- aeige al$ veil= mittel bienten. sJiad) Sil- Kaufmann (ännalen bed "ftieberrbeinS, 19, 3. 41) fvnb berartige 3üge ben Sagen ber ^prenäifdjen .vtalbinfel befonber^ eigen. Über bie roeifje Vilie febe man ©rimm, 9Jlptbologie, S, 786. Wrofee 9Jerroanbrfbang gernfipft wirb, fei ein alter 3ug, ber fid? an Sagen, in n>eld>en oon einer weiften ftrau berietet wirb, bie mit t>em Schlöffe untergebt, fomie an bie $ur @b« gezwungene Jöraut, anreibe. vl*ergl. femer 3»"»»ncrifd>e (ibronit III, 70. 12. flaep ben ^Mitteilungen oon ÜflontanuS lebte bieie Sage vor 00 ^abren nod> im SSolfämunbe; peute ift bie« fdbroerlid) noep ber #all. (Sr nennt aufeerbem Mlofterfcpriften aß Cuelle; roelcpe er meint, ift mir unbefannt. ferner bemerft üJlontamtS, bafe bie oerbannten 91ad)tigallen nad) anberen Stngaben naA bem tflofter Stuba bei Äodjem an ber 3)to)el gejogen feien. Gäfariu*, auf ben man juerft icbliefcen follte, berichtet bie Sage niebt. iöe- tannter ift bie Sage oon Honnef ; oergl. Slleranber .Kaufmann, Quellenangaben, 3. 67; Simrod, SJtpeinfagen, S. 162. 1*. $ergl. 3Innalen be£ sJlieberrbeinS, .r>eft 17, 3. 113, mifmote 1 15. $ergl. Simrcd, ftanbbucb, S. 500. 17. »ergl. Simrod, Smnbbua?, 3. 473; ©rimm, SHptbologie, 3- H«6; Mocpbolj, Seutfcber Unfterblid?feit*glaube, 158. 1H. S-Bergl. SAmiö, Sifelfagen, S. 36. 20. $üergl. ©rimm, 3Wptbologie, S. 1036. 24. 58ergl. bierju u. ?1 3lug. ©ertner, Sagen unb ©eidwbten be* Siegerlanbe«, Tic ©nabenglode; ©irlinger, 3ht* Sdjtoaben I, 35; Ta. 7, Abteilung Iii, biefer Sammlung. Digitized by Google - 588 — 2$. Sergl. ©rimm, SDtptbologie, S- 992, 1031 ; u. a. a. 0- Scbambacb» Füller, 9lr. 282 mit Stnmertung. 28. Sergl. 98ebDigen=£>artmann, 5. 13/14; 6cbambacb=ÜKüUer, 9tr. 192, 33. SBergl. fiaiftner, S. 194. 15. Sergl. 9ir. 201 in Abteilung VI bicfer Sammlung. 37. süerfll Simrod, ftanbbucb, S- 374. 42. Sergl. Simrocf, £>anbbucb, S. 437. A4. Über tote ^erfönlidjfeit ©ejelins unb bie Cuellen feiner ©efdndjte unb l'egenbe oergl. üJtontanu*, ^or^eit I, S. 38. *Rocb beute läfct Der Solföglaube bie ftinber aus bem ©ejelinqueü tommen. 2(n junge (Eheleute ricbtet man barum wobt bie Sdjerjfrage: „&aft S)u in ben $öfc (Cuell) gelurt?" 3u einem finberlofen ßbemann pflegt man auch wohl ju fagen: „$u mufet mit Seiner ftrau nacb ©ejelin geben." — Sergl. Mocbbolj, flarurmotben, S. 24U. ©egen mancherlei ©ebrecben, namentticb Hugenleiben unb &inber= frantbeiten, wenbet man nocb beute ba* Üöaffer an. £oder, Seutfcber 55otf*= glaube, wirft bie #rage auf, ob nicbt Salbur binter bem ^eiligen ©ejeltn oerftedt fei liefere mptbifcbe Schiebungen ftnb unoerfennbar. ÜJtit vollem JRecbt, namentlicb auf ©rimm (HJlptbologie S. 551) geftüljt, fönnten wir biefe VegenDe Den ©afferfagen mjablen unb würben bann allerbingS ju tiefer gebenben Erörterungen genötigt fein. fei ber Äüräe wegen nocb auf Sulinger, 3ht* Schwaben I, 9ir. 50; Äupn, Üföeftfdlifcbe Sagen, S. 97/98 unb Sonder, Jdefnfcbe Sagen sJir. 267 oerwiefcn, namentlicb auf Öaiftner, S. 201 ff., bei. S. 204. £af? ÜHilcpfübe Reliquien :c. oon ber Stelle fcbaffen tonnen, wa* "iUferbe nicbt oermocbten, ift ein überall oorfommenDe* 9Jloment ber £egenbe. 47. Sergl. Simmerifcbe Cbronif IV, 214; ©rimm, Seuticbe Sagen I, 9ir. 08. 50. iUpenburg (391) erjäblt eine ähnliche Sage au* Jwrol: $er Xeitfel gebt ©ott mit einer Sitte an, welcbc jener gewährt, wenn oon ber (?i*e fämtlicbe Slätter abgefallen feien. $a* trifft jebocb nie ein, weil im ftrübjabr bie neuen Slätter Die alten faum ju oerbrängen oermögen. 55a fäbrt ber Seufel (als ftrübling*fturm ju raffen) in bie hieben unb 3er$au|"t ihre Slätter. sl*ergl. aucb iHüdert* „betrogenen ieufel"; ScbambaayiJtüller %Jtr. 45 Unit ilnmertung) 170, 18; Jyirmenicb 1, S. 301. 51. i'aut Urtunbe De* tfrjbifcbof* ?eibenreicb im Sabre 1118 Da« Mlofter SünwalD, in welcbem ficb anfänglich wobl SeneDihinermöncbe nieDerüefcen. Ähnlichen Sagenjügen, wie Diefem, begegnen wir febr häufig. ISäi'ariuä oon .vSeifterbacb beriebtet viele Derielben, 5. S. Dial. X, 19. Sergl. aucb Strlinger, 3hi* Schwaben I, s)]r. 70; Mocbpolj, 2>eutfcber Unfterblicbfeit*glaube, S. 48. 52. Se3üglidi Der Jungfrau oergl. Simrod, &anDbucb, S. 313. 58. Sergl. Sulinger, 3lu$ Schwaben I, 354. 54. Sergl. ©rimm, Wntbologie, S. 1020. Digitized by Google - 589 - VIII. 3>er $trtmber6ac§. 2. $ergl. SRocbbolj, Deutfcber UnfterblicbfeitSglaube, S. 106. 4. 2*ergl. üttontanuä>2öalbbrübt, SBorjeit I, 3. 76. 6. ScbambaaVIKttUer 9lr. 222 mit 2lnmerfung. 8. «Bergt. Scbmifc, Gifelfagen, S. 39. t. Den tarnen „Cuerg" fucbt Simrod (©anbbucb, S. 429) ju beuten. 10. 2$ergl. ftirmenicb HI, S. 329; ftenninger, ftaffau in (einen Sagen unb fiiebern I, S. 227; Scbmifc, ßifelfagen, S. 38; ©oefte, SBoltMberlieferungen, S. 50; 93artfcb I, S. 366 u a. a. D.; flubn, SBeftfäliicbe Sagen I, S. 152. — 2Sem ed gelingt, bie Ärone be$ ScblangenlönigS ober ber ©cblangenfönigin in feinen Beft& ju bringen, ber roirb unfichtbar unb fel>r reich. Daju oergl. Schneller, 3kbifcbe Sagen I, S. 134; 93ecbftein, ftranfifcber Sagenfcbafc, S. 290 ; fflocbbolj, 9laturmptl>en, 194 ff. 11. Pachtung oerDient e$, Dafj eS gerabe ber Äircbhirm ift, Der Unheil, allerDingä geringfügige«, bringt, ba ber ftircbturm mit feinen ©loden bei Seren, Glben unb liefen 9öibernnüen ertoedt. SBei Saaber, SaDifcbe Sagen II, 9U. 139, bewirft ^briamen ftpnlicbeS, roie r^ier ber vJlotbafen. Sunt 9?ot= baten Dergl. 9lr. 19 biefer Abteilung. Da* SInftofeen am "Kirchturm erinnert aber auch, an einen 3ug ber beutfcben .vjerenfagen, wonach ein nicht Gim geweihter, ber ben $erenfprucb unbeutlicb vernommen, überall anftöfet. Daju Dergl. unter anberem 9tr. 19 in Abteilung II biefer Sammlung; femer »irlinger, SluS Schwaben I, 9ir. 146; flubn, 2ttärfifcbe Sagen 9ir. 145; Örimm, Sflntbologie, 3. 997. 12. Vergl. Schmiß ©ifelfagen, S. 36. 1*. Örimm, 2Jtotbotogie, 3. 10?8. 14. itergl. «artfcp 1, 154. lt. Der an einem artmann, S. 226; Sllpenburg, 9tr. 47. 82. Tiefe ©idje ftanb jroifcben Densberg unb *ßo&ldb*- G$ war eine febr alte, merfroürbige Siebe; 2—3 Scbufter bitten bequem ihre Söertftatt barin aufschlagen fönnen. Sin biefer ©che ftnb auch viele £eren gefehen roorben. 5U. Sßergl. Simrocf, .ftanbbuch, S. 479. 41. 3*ergl. bie Slnmerfung baju in ÜJiontanufcSalbbrubl, SBorjeit I, 6. 233. 48. üBergl. bie Slnmerfung baju in 2Rontanu&ffialbbrühl, «orjeit I, S. 137. U. 5Jergl. baju bie Slnmerf ung in 2Rontanu3*aöalbbrübl, Soweit I, S. 1 50. 52. SBergl. ÜRontanuS, 5$orjeit 1, S. 319 ff ; ftirmenieb LI, S. 201; III, 134. Ter 9lame „tfippbaufer" oerbient $Bead)tung, roeil auch ber Ät# bäuierberg in ber golbenen 3lue munbartli* benfelben tarnen fuhrt. ix. sm*. 5. 9torf, 193. «. Sergl. Äuhn, ©eftfalifche Sagen I, S. 95, 1 11 ; Üttontanu«, «orjeit 1, S- lol; Wbjörnfen, 268; Sebambaä>9Jtüller, 148. 7. 33ergl. 311. Kaufmann in #eft 41 her Slnnalen be* ftteberrbeinS, S. 16; Papenburg, 9lr. 54; Schmiß (Sifelfagen, 92, 100; ffebrein, 9taffau, 20; Sinired, Mbeinlanb, 257; Enniger I, 101. & Tiefe* Sagenmotio febrt in allen (Raiten TeutfcblanbS nrieber, ift aber im üBergifcben nemtieb feiten. Digitized by Google - 09 1 - 11. $erg(. 9ir. 7 tiefer Abteilung. Sur Sfafnabme bieier Sage bewog ber Umftanb, bafe fie in bieier Jailung au* bem SBoltSmunbe aufgejeicpnet würbe, unb bod> aucp wefentlidje Untertreibungen oon ber oon 9Rontamt« mitgeteilten l#orm bat. Slud) bie Verlegung nad) (fibad? ift wobl gerechtfertigt. 12. Xie jefct bort befinblicbe Äapelle trägt bie ^abreejabl 1720. $ie|*c 2lrt Sagen tritt bäufig auf, baftet beifpießweife aua? am Sdjanlweüer Älau&ben in ber (*ifel (Scbrai$, ©felfagen, S. 112). IS. Äbnlidj wirb von Äombad) bei Doerratb berietet. 2>ort fprad) ba$ Äinb: „$u 2)idfopf, frife aud) Groden mit." ©anj äbnlid) erjäblt aucb eine Sage oon Siebeneidjen bei Wernges, $ort rief baS Äinb: „ÜRännefen, Du mufet aud) «roden frefien!" — SBergl. ©rtmtn, ORptbologie, S. 650; $artfd> 1, 9ir- 366; ScbambaaVaJtüUer, 91r. 201; Seoprecbting, S. 77; «Rod>bo($, 3iaturmptben, 11)6; Gbba (©uotan = Dbin-©umlöbb). 21. $ergl. sJtod>bols, S)eutfcber Unfterblicbfeitöglaube, 55. 22. ißergl. iHocpbofo, Seutfd^r Unfterblicbfeitöglaube, S. 141, wo „.ftüp" ale beä £obe£ Sodftimme oerjeidjnet wirb; Äubn, 2Beftfälifd>e Sagen, 9lr. 134. 28. <8ergl. Äubn, ©eftfälifcbe Sagen, I, «r. 203, 236, 244. 83. 5öergl. Mubn, üöeftfäliidje Sagen, I, 16 mit Stnmertung; Simrod, «panboucb, S. 750 ; ©rimm, SDtptbologie, S. 630, 024; Jrwder, $eutfd>er %q[U- glaube, S. 13; ffioefte, Solteüberlieferungen, ©. 44. 37. bieiem #alle baben wir eine bead>ten*werte 93ermifdt»ung ber .^au^ unb (Srbgeifter oor un£. 42. sii)ir baben in bem ©efpenfterroagen nicbte Slnbereä, al* eine lUobififation oon ©uotanS .t>cer oor unS. — 33ergl. Sulinger, 3lue Sd>waben I, 9lr. 114; Kubn, 2Beftfälifd?e Sagen, S. 4 ff.; SRocbbolj, ftaturmptpen, S. 60. 47. SBergl. flubn, 2öeftfälifd)e Sagen, Slnmerfung m 9tr. 203. 4tt. 3tad) eingebenben 'Jcacbforfcbungen fann id? bebaupten, bafc bieje Sage ficb im Nltoltemunbe in ber aufgeweiteten fieäart feit einer $eit \oxt- gepflanjt bat, welcpe oor bie Slufjciamung oon SÖlontanuS fällt. Pfarrer ÜHuller bat bie Sage au$ bem Sollemunbe aufgenommen, aber namentlich ben Sdjlufc willfürlidj ausgeführt. 2lud) beute noa? lebt bie Sage im 3?olte= munb ber ganjen Wegenb. 50. Pfarrer Sieg. ÜJlüller, früher in ^mmefeppel, bat nad) feiner mir münbtid) gemachten Söcrftcberung biefe Sage au4 bem SJolfsmunbe aufgejeidmt, wenn aucb mit leidet fenntlicben MuSfcpmüdungen oerfeben. — 2luf ben erften $Mid ift man unwillfurlicb geneigt, bie (Sdjtpeit ber Sage anzufechten, ba fonft grabe bie 3roerge felbft ale Scbubmacber auftreten- 3Jergl. u. 21. barüber JHocbbolj, ftarurmptben, S- 129 unb Kuhn, ©eftfälifcbe Sagen, sJlr. 163 mit 3(muerfung. Gine forgfältigere Prüfung unferer Sage läjit aber gar beutlid) crfennen, bafe aucb biefe ^roexQt wobl imftanbe ftnb, Scbube ju fertigen; bafc fie nur au§ iRitleib bem armen Sa>ufter Jlrbeit unb reiajen 33erbienft ju^ wenben. 51. ißergl. Simrod« .^anbbud), S. 436; Shrtfcb I, ^r. (il ; ScbambaaV ÜJläUer, 149; Jirmenid? III. S. 327 («). 52. Gaefariuä oon .f>eifterbacb bericbtet (Dial. IX, 8) oon Lienen, wcldje um eine .vSoftie ein oollftänbigeä Äapeüiben mit dauern, ?fenftem, portal, Hltar nnb ©lodenturm bauten. SBergl. aua> ^riebreicb, Sombolif unb Digitized by Google — 592 — SWptlwlogie, 3.635, unb SBolf in >}aupt'* 3*üfd>rift VII, 3- 533; Unfel doh Honnef in ben Slnnalen be* Weberrbein*, £eft 38, 3. 96; 2lug. Stöber, eifäffif*e* Sagenbu*, 6. 86. — „Bienen legten ©a**f*eiben auf bie Sageraltdre," berietet Dio Cassius im 56. SBudje (24) feiner römif*en @e* fd)t*te Dom 3apre 9 na* (Sbrifti ®eburt. M. Üergl. ÜKnmerhtng ju 9tr. 4 ber erften Abteilung. — Sergl. ferner noa? Äufcn, 2Öeftfdlif*e Sagen, 9h. 158 ; 3*mi&, (Sifelfagen, 3. 57. — $ta&> Simrod (öanbbu*, 6. 332) ift ber £irf*, wel*cr auf bem Süberi* erubeint, ber Sonnenpjrf*. — Der *Dlifebrau* be* 93rote* wirb na* ber üöolf*meinung faft allerorten f*wer beftraft. 2tm betannteften ift na* biefer 9ti*tung roopl bie Sage oon ber ftrau .frütt (^irmeni* III, 3. 367, 580). SBergl. befonber* Üaiftner, 182 ff., 159; ftodftol}, 9taturmotpen, Äap. 11; S*amba*= beute im Süljtpale, ein oieredtge*, turmäpnli*c* ©ebdube, au* ropen Duaberfteinen überau* maffig unb wu*tig aufgetürmt. Gin riefenfcafter ©*enftamm in ber ÜJUtte trdgt bie 3wii*en* böben unb pöljernen edtbalern ift eine eigenartige Umbilbung ber $öünf*elrute, be* SRinge* Hnbwaranaut, be* SRinge* Draupnir :c Diefe £ofe mufe al* oon Suotan oerlieben betrachtet werben. — stfergl. Simrocf, Öanbbucp, 3. 182, 461; ©rimm, SDrptpologie, S. 971; ©rimm, Deutf*e Sagen I, 124. 56. SRergl. baju Slnnalen be* Siieberrpein* 41, 3. 18; 99ergif*er $au*freunb 1879, S. 79 ; Öaiftner, 3. 173; tfupn, 2R&rtifcbc Sagen, 3h- 131, 194, 195, 2<>7 je; ©rimm, SJhtpologie, 934; »am**, I, 373. 1. 33erg(. ©ertner, 3- 95; 211. Kaufmann, Quellenangaben, 3. 1. 4. SBergl. ©oefte, «olfeüberlieferungen, 3- 42, 9h. 7 ; ©rimm, ÜJlptpo: logie, S. 510. 5. $Berwanbti*aft mit unferer Sage jeigt ©rimm'* Äinbep unb dauS« mftr*en (©r. 2lu*gabe, (Böttingen 1840) iöb. 1, 3- 397, 403. 33ea*tung in biefer weit au*gefponnenen Sage oerbient namentli* ber wei*fagenbe SRabe, woju man ©rimm'* Deutf*e 3)htpologie, 3. 836 ff. u. a. a. 0., unb Simrocf* ftanbbu* (a. pcrf*. 0.) palten wolle. — ftebrein, 3$olt*tümli*e* au* iJcaffau, beri*tet eine ganj äpnlkpe Sage (3. 98). Die Grjdblungen oon £ud leben no* im $olt*munbe ber borrigen ©egenb. Sein A>au* ioll etwa* oor bem Orte gelegen baben; bie Stelle wirb genau be*ei*net. $Öenn ein Sieberbdufer oon ftid erjäplt, pflegt er pinjujufügen, £>id babe nur bie Dummen an ben 9ipein gelodt, bie Älugen feien jurürfgeblieben. — $ergl. au* ©eil I, 3. 33. «. ajlciner Vermutung über bie Sebeutung be* tarnen* „Unnenberg" unb ber ©ebeutung be* ©erge* für bie beimif*e Sagenwelt babe i* in ber ?Jtonat*f*rift be* $ergif*en ©ei*i*t*oerein* (II, S. 130) ?lu*brud gegeben. 3*ergl baut au* tfubn, 3Beftfd(i**e Sagen, I, 3. 64. Digitized by Google — 593 - 8. $er öa&n ift ber iotengöttin £el gerodet, allerbiug* ber rote. 3lber bie n*i&e ftarbe (ber Unicbulb) (äfet ftd? bier roobl beuten. iBergl. baju aud) ©rimm, SDtotljologie, S. 635. $m „Unnenberg" bftrften wir ein ©egen-- ftüd ju bem fagenuerl>errlid?ten „Unterberg" bei Salzburg traben (fietpe vorige « 3(nmertung). Stuf ben Xob beutet bie Slngabe, fcier b.abe ein ©algen geftanben. Slber jene ©ötter* unb ©laubeitöroelt ift längft oergangen, unb barum tritt an bie Stelle ber roten §arbe bie loeifce, bie %axbt ber Unfdjulb- SBergl. 2öolf, 9föeberlänbifd>e Sagen, 9ir. 38, mit Stnmerhing auf S. 674; Sdjambad)- ÜRüUer, Sir. 12, 14; Aldenburg, 9tr. 248. lt. Sä oerbtent Seadjtung, baji auf bem mittleren Seile be$ 99erß- rüdenS eine ftarte germar.ifa> ffiafflmrg lag, unb bafe auf bem entgegen; gefegten Meinen SBergtegel, ber bem ©ebirgäruden aufgefegt ift, fuft Sura 3inne erfoob. 16. «ergL Sartfdb. I, 3tr. 541. 18. Sßergl. Simrod, .fjanbbu<$, S. 467. M. Über ben tarnen „SBielftein" oergt. bie Slnmertung ju 9ir &*>5 in Mub.n, 5öeftf&lifd>e Sagen; oergL aud> 9lr 80 in 9lr. VI biefer Sammlung. 22. 3Jiele Sagen enthalten tynlifte 3»fl« ÄriegSlift, fo eine oou ber (Sbernburg im 9ta&etfal, eine anbere oon Äarlftein x. — $ergl. ferner 95. Jöaaber, 93abifdb.e Sagen II, 146; Simrod, $a« malerifdje unb roman= tifdje Styeinlanb, S. 323; Stöber, Glfäffifdje« Sagenbudj, S. 199; SdjambaaV ÜRüller, 12; fireuter, äöln* Sagen 11, 88; ^irmenufe III, 323; Slnnalen beS Meberrbeinä 41, S. 48. 26. S)iefe Sage fdjeint mir eine Sliefenfage mit l?iftori)d>er 2tnleb.nung ju fein. (33 ift vielleicht nu^t ju gen>agt, „JpamännaVn" als Herfürjung Don „.^ammerm&nncben" anjufe&en. (& oerbient 93ead>tung, bafc Stächen ein ^freibof war, mithin eine alte Siebelung. loaljrfdjeinlid) bie ältefte ber ©egenb ift. Stuf bem Jöedberge foll ficb. aber ein föömerlager befunben baben. — ^ergl. ©rimm, «Dh^ologie, S. 510; tfubn, 2R&rfif(fce Sagen, 9tr. 45; Äubn, Söefr fftlifdje Sagen, «Rr. 118, 119. 27. 3)ie £enne ift in ben Sagen eine feltene (jrfdjeinung. Scbafc5 gräber gaben mob.1 vor, nad) ber golbenen $enne mit ifjren jtoölf ÄuaMein (©rimm, SJiotljologie, S. 932) ju graben. 3)odj erfdfoeint bei SBartfd) (I, dir. 72) eine Unterirbifcfye in ©eftalt eines öuljneS. 2)a aber bie Unter: irbifdjen oft Signer ober ümter ber Stffdfce ftnb, fo liegt in biefen 2lnfd>auungen tein ©egenfafc. — $erg(. nodb. Öirlinger, 21uS S^roaben I, 9ir. 190, roo allerbing* eine anbere Deutung gefugt »erben muji; Sdjambacto. Füller, 9tr. 203 mit Slnmerfungen. 28. SJergl. Wr. 4 in Abteilung VII biefer Sammlung. (Sine Deutung giebt iRod^olä, $eutfd)er ©laube unb $rau$ I, 55a« OJtilcbmeer, S. 11 ff. 2». $ergl. Äubn, ©eftfälifcpe Sagen I, 9tr. 68a; ©rimm, 2)eutfcbe JKeifotSaltertümer, S. 829, 891. 10. Sergl. Sulinger, 3lu3 Sd>n>aben I, 9lr. 20. 82. 3A^lretc^e Varianten bringen u. a. 93artfa^, Sirlinger, Äub.n. — $JergL 5tubn, äUeftfälifa^e Sagen, S. 72 (Slnmerfung); Simrod, ^anbbu*, S. 436; ©rimm, Ü«ptb,ologie, S. !»68; ©ebbigen^artmann, S. 305; S*am^ bad)^tüUer, 9ir. 148, 149 mit Slnmertung; 3eitfd?rift be§ herein* filr %ol& 38 Digitized by Google — 594 — funbe VII, 52 ff.; £puder, „^Brunnen unb (Seen unb Srunnenfultu* in Reffen" (3eitfd)rift be* herein? für £efftfenn fie bem 2Bafferfinbe bie forg; jarnfte Pflege juteil werben läfct, bamit e* gebeipe; benn wenn bie ^ÖJaffer- menfdjen (eben, bafe t^rc Äinber auf ber Oberwelt auffommen, oerfteben fie fidj au* Stiebe ju iljrem ©efdjlecbt fpäter wieber junt Umtauft. So fudjt ba* Holt ben $retini*mu* ftcf) $11 erflären, welcper im Sd)ma(falbifd)en nid)t feiten porfommt. Sie SDJutter finbet einen fdjmerjlidjen Sroft in bem 2Öapne, bafc ba* mifigeftaltete 2öefen nid>t ipr eigene* Äinb fei, unb bem armen ©efdjöpfe fommt bie Vüebe unb Sorgfalt jugut, reelle bie ÜJhitter ibm juwenben mufe, wenn Tie ipr eigene* Äinb wieber paben will. Sftdjt* ift rftprenber, als bieier 3ug liebepollen Erbarmen«, womit Sage unb Aberglauben ftd) biefer Um glüdlicben angenommen baben." $er ©laube an ©ecbfelbälge, fd?reibt Füller fo jutreffenb, berubt barauf, bafe tfrantbeit ober OJtangel am ©ebeiben eine* Äinbe* bie forgfame 2)tutter, wetdje e* ftd) nidjt 311 erflären permag, auf ben ©ebanfen bringt, ein geifterbafte* sll*efen trage bie Sdjulb, ba* ein anbere* Minb an bie Stelle be* ibrigen untergefeboben. ÜJtan würbe bie* aber ben 3>t>ergen b«s meffen, wenn ber urfprünglicbe ©laube ibnen nia?t jugleidj bie Sorge für bie fleinen Äinber jugefebrieben bätte. 33. $ergl. Saaber, Weugefammelte 3Solf*fagen au* Stoben, flr. 36; ©rimm, OJtotbologie, S. 932; 2llpenburg, sJtr. 45. 31. 55ergl. Sunbermann, Sagen au* Oftfrie*tanb, S. 14. 35. 0. Oering, ©eidndjte ber 93urgen, giebt ber Vermutung 9taum, biefe ftafyne rubre au* ber Scbladjt oon Worringen ber. 40. ftoder bemerft ju biefer Sage: „ffiie allen altbeibnifcben heften ein dmftlicbe* unterfdjoben würbe, fo würbe bem germanifdjen Sommerfefte bie ^erebrung ^obanni* be* Säufer* unterfefct, unb bie früber bem SBuotan gefd)lad?teten 9Jlenfcbenopfer blieben ben 9ieubetebrten fo lange erinnernd), bi* fie ftcb jur bunfeln Sage geftalteten. $ie brei beutfeben £>auptgötter waren fo balb noa? nidjt pergeffen, unb at* man ibnen bie Opfer ntebt mebr fcbladjten burfte, glaubte ba* sl*olt, bafc fte felber biefe bolten, fo 9iertbu* im ©affer, Suotan Über ber Grbe unb $>onar auf ber @rbe" — 3$ergl. Simrod, ftanb; bud>, 3. 426, 447; ©rimm, QRptbologie; ©olf, ©ötterlebre, S. 6; Stöber, 6lf&ffif(pe* Sagenbucb, 9]r. 109. 41. SJergl. «aaber, «abifebe Sagen II, S. 39; .«ubn, ü«ärfifd?e Sagen, sJlr. 220; ©olf, ^ieberlänbifcbe Sagen, 91r. 162. Digitized by Google - 595 - XL 33rört§al\ 5. SJergl. £onder, A>cffifeibeutigfeiten, wie in biefer Sage, begegnen wir mebrf ach; — oergl. Slnnalen be* Nieberrheins 41, S. 33; ferner Nr. 22 a in Abteilung X biefer Sammlung. — $ie Stoffe Ibach er ©auern wollten, wie in ber ©egenb oon $rabenberböhe münblicb berietet wirb, SBerner oon Homburg au* ben .\>änben ber .«rieger be* Äölnifcben ßrjbifdjofed befreien. 1«. «ergl. über geifterfiebtige Noffe Nochbolj, $eutfd>er Unfterblichfeitä* glaube, 163. 21a. b. ©albbrübl hat in ber Neubearbeitung ber SBorjeit oon 2Jton= tanu* bieje Sage wefentlich umgeftaltet. (£r nennt bie Jungfrau 9Karia al* (frretterin be* Nitter*, febreibt ihr ein Schwanengewanb au unb rebet oon einem ^erbrochenen Ning. 2)iefe 3üge bürften anberen Sagen, namentlich ber Sage oon "öeinrich bem Sowen, teilweife entlehnt fein. Sieg. DJiüller, 3)er Siegfrei* (II, 330) nimmt, wie un* bebünfen will, mit großem Necht, nicht bie .Jungfrau ÜNaria, fonbern bie heilige SDiagbalena, welcher auch jene Kapelle geweiht war, aß bie Grretterin be* SRitter* oom 33rühl an. — SBergl. ju biefer Sage noch .üaifet Atari* fteimtebr in Simrod* Nbeinfagen, Nr. 41; SU. Äauf= mann, Cuellenangaben, S. 42; Simrod, &anbbucb, S. 179, 361; Schmife, ßifelfagen, S- 82, 91; 3iwmerifche Ghtonif I, 286. £er jerbrochene Ning als $Biebererfennung*$eichen ift uralt. Schon al* ber fränrifdje &errfcher (Ehilberid? ju bem dürften oon Thüringen fliehen mufcte, oerabrebete er mit feinem Jreunbe biefe* 3*icben. 23. i*ergl. bie Sage oon ber Jranrfurter 33rüde in Jfrenninger, Naffau in ieinen Sagen unb Biebern HI, S. 52 ; ber Äirchenbau in Sladjen, Simrod* Nheinfagen, Nr. 47 unb Sil. Kaufmann* 33emerfungen baju in feinen Quellen; angaben, S. 46; Simrod, Ethologie, S. 56, 261; ©rimm, 9Jlpthologie, S. 40, 973; Sl*bjÖrnfen, Norwegische 9}oll*mctrchen unb ©albgeifterfagen; Simrod, Sa* malerifche unb romantifebe Nheinlanb, S. 217; ©rimm, 2)eutfcbe Sagen, Nr. 181, 182, 186; Schambach Füller, Nr. 167; fiaiftner, S. 148; fiaudharbt, Seutfcbe Sagen, 29; ©rimm, 2)eutft* jur Söablftatt geht unb bie erfchlagenen gelben ju neuem Äampfe Digitized by Google — 596 - aufreiht. Diefer Sagenftoff bat in bem in ben ©ölten ftreitenben &eere eine eigenartige Umbildung erfahren- 3ugleicb liefert uns unfere Sage fulturgefdncfctlicbe 3&ge für jene Seit, n&mlid> ben Sluggang be« 12. unb ben Seginn be$ 13. ^abrbunbert«. — Sergl. note fieg. 2. 2lua? üRontanuS-ffialbbrüfrl berieten biefe Sage (II, 11). 9tad? ber Serficberung Äreuters am Sdjlufe, bafi bie Sage nocb (1852) im Solfömunbe lebe, mu& teuerer als Duelle gelten. $a$u bringen 3Jiontanu8=©albbrübl ibre (SrjAfclung in abgefaßter ftorm, teilroeife mit wörtlicher Entlebnung au* Äreuter. 5. Sergl. £>orn, %ai Siegtbal, S- 58. «. «ergl. Sartfdj I, 5ir. 314. 7. Sergl. d. Oering, ©efdncfjte ber Surgen IV, S. 89. •. SergL Sd?mi&, ßifelfagen, S. 103. lt. SergL SRodjbolj in Söolf. 3eitfdjrift II, 237; Jirmeni* HI, 6.456. 2Bolf, ÜlieberlflnbifaV Sagen, 9cr. 147; Sllpenburg, 9tr. 221; fflodftolj, Um fterblicbfeitäglaube, 311; Sartfcb I, 479; 2. Saaber II, 05 :c. 11. Sergl. Slleranber Kaufmann, Cuellenangaben, S- 33. 15. Die SRaben erinnern an SBuotanft JRaben (ftugtn unb ÜDtunin -= ©ebanfen unb Erinnerung). Die JRolle, welaV ber weifte SRabe bier fpielt, oerroeift auf jene 3e^ unfereä SlltertumS, al§ ber ?)tabe nod) bem oberften ©ott ein bienftbarer unb propbetifcber Sögel war (iRoa?bol3, DeutfäeT Un= fterblidjteit^glaube, S- 156). Sergl. ferner ftocbbolj, Seutfdjer Um fterblidjfeitäglaube (S. 102), wo mitgeteilt wirb, bafe jwei Äafcen um bie Seele eineä Sterbenben ringen. Sei GäfariuS oon fieifterbad) erfd?einen bie Engel vielfach in ©eftalt üon Sögeln. 3eber 9Jtenfd> bat einen guten unb böfen Engel. Ein fd)war$er unb ein weifeer Segleiter treten in melen Sagen auf. — Sergl. femer Eafariu* oon öeifterbacb, Dial. VII, 16; XI, 41; XI, 55; VIII, 77; I, 15; 5Ro#o($, Seutfdjer Unfterblicfcfeitaglaube, S. 66, 97; Simrocf, ftanbbud?, S. 125 unb bie Slnmerfung ju 9tr. 5 in Abteilung II biefer Sammlung; ©olf, 3cieberlänbifd>e Sagen, 9cr. 130. 17. Sergl. föodjbolj, 9caturmptben, S- 178; 3llpenburg, 9?r. 193. 24 a. b. Eine weitere Sluäfübrung biefeä Stoffe« finbet ftcb in £orn, $a& Siegtbal, S 122. — Sergl. ferner Simrocf, ftbeinfagen, S. 239; 2lleranber «aufmann, Cuellenangaben, S. 108; be£gl. ÜJfainfagen, 9tr. 94; Simrod, 5n>inlanb, S- 240; beSgl. £anbbudt», S. 193, 244. 27. Surg fteityaufen bei ftoäbacb wirb als bie Stelle bejeicbnet, wo ba£ ^aar in bie Sieg friste. 28. Diefe Sage ift eine oon ben fielen in DeutfaManb umgebenben Sarianten ber Sage t?on ber Söeibertreu bei Reineberg. Digitized by Google — 597 Einige Sagenparallelen: 21. ©ertner, Sage unb ©efcpicpte be* Siegcr; lanbe*, S. 108, anfnüpfenb an ben Joobenfelbacp; fipnder, öeififdpe Sagen, Str. 225, 232, 235 ic.; Scpmi&, ßifeliagen, ©. 79; SBartfcp I, 396; Stöbet, Gliäififcbe* Sagenbud}, 142, 554; S(pambach*2Jcüller, 9ir. 1, 12, 14 unb S. 328, 329. 2». *Berg[. *leg. 2Rüller, 2)er Siegfrete I, 237. - Sie Stplacht am «yiiBe beS $erge* wirb auch als Scpladjt auf ber Sattenfelber fceibe beieidb.net 30, (I. 2Bepben bemertt noch biefer Sage, bafe biefer Söaffertranäport wopl ein alter ftronbienft gewefen fein bürfte, welcher fpdter in eine Steuer umgewanbelt würbe- — Sie meiften Steuern an ber Sieg führten ehemals ben tarnen „£afer". Sie betreffenben dauern weigerten fiep, bie Steuer fernerbin 3u japlen, unb würben 1825 burcp bie Regierung oon betfelben befreit 82. «Bergt ©artfcp I, 9tr. 403; bearbeitet würbe (S. 355). Digitized by Google - 598 - Tiefe Sage beridrtet u. o. bie 3immeriid?e Gbrenif (II, 228). Tarnacb bat Die Sage ben jtoeiten, romantifdjen, an feie ©enooefafage anflingenben Jeil erft in fpaterer 3«* iftorifd)en herein? für ben :Hegierung#bejirf ÜWarienroerber), 5. 10; $eft 9 berfelben 3ettfe 9M>einlanb, S- 259, 260, 358, 360 ; Sirmenid) HI, 6 329, 550 zc ; ?aiftner. 3. 143. 55. 9tad) ber Ihjablung oon ©eleniu* richtete fid? aud» ber ÜRinorit Staomunb Sebaftian in feinem „Siegberg'iAen Heiligtum" (flöln 1750). ,ln allen neueren einfdjlÄgigen ®erfen bat biefe Segenbe ?lufnabme gefunben. 54. Tie Sage mufc benen oon „entrüdten gelben" jugejäblt werben. — Sergl. Äubn. 9Beftfälifd>e Sagen I, 'Jir. 312; Sonder, >>eiftfcbe Sagen, ftr. 6; %m UrCueü II, S. 42, 43. 55. SSergl. ju biefer unb ber oorigen Sage nod) 3leg. 9WuUer. Ter Siegtrei* I, S. 16, unb 0Rontanu$*3öalbbrübl, »orjeit I, S. I. - ferner beadjte man 9tort, 3. 213; £>eft 41 ber ännalen be* flieberrbein*, S. 4L; ©nau, 9Rotbofogie unb floffbauferfage, S. 16; Julba, Äoffbäuferfage, S. 27; töodjbolj $eutfd)er Unfterblid>teit*glaube, 87, 129; Stöber, lilfAffifAe* Sagen» bud), 25, 57; SdjambaaViMüller, 9lr. 10 unb Änmerfungen auf S 325. — 6$ ift ein ungemein verbreiteter Sagenftoff, ber in Teutfcblanb oorjug*toeife an bie 9lamen .Harte be$ ©rofeen unb 39arbaroffa* gefnfipft ift. Slber aud> bei ben "^apagoä (?lrtbur Sdjott, Primeria Alta, „ttuSlanb" 1865, S^r- 22), ben Sljtefen SWeritoä (^umbolbt* Relation hist. III, 703 jc), ben Slffaffinen im Orient (Jammer, ©efdndrte ber 2lffaffinen), ben Sobmen (Sage oom Reifen SSrannif bei $rag, Äebl, »öbrnen, S- 2-56) ift ber Stoff befannt. - $ergl. baju nod> 2(1. Kaufmann in ben Slnnalen be4 ftieberrbeinä 19, S. 56, 57; Simrod, £>anbbud>, S. 147, 189, 231 ; bejüglid) be« tarnen« fei auf Simrod, £anbbua\ S. 299 oermiefen. 5t. 9lad> einigen Tarftellungen ftanben biefe 3werge im Tienfte be* fd)lummemben gelben im ©olSberge ; fie übenoadrten bie Slrbeit ber Sdmviebe. 57. SBejüglid) ber 3«^^^ 1800 oergl- man Sdjambad) Füller, S. 352 unb sJlr. 141. ferner bie Slnmerfung ju 9lr. 140. •6. Die Slufnabme biefer Sage (ber ©ruppe „Silber" jujujäblen) in bie oorliegenbe Sammlung bebarf feiner SHedmertigung , ba ibr ioid)tigfter Sdjauplafc auf bergiidjem ©oben ju fucben ift — »(. Kaufmann (GdfariuS oon öeifterbacb, flöln, 1862, S 30) fübrt bie (Intftebung ber Sage auf ben madjtigften Äölner ßrjbifdjof, 35runo, jurüd, ju beffen 3«t bi« Äölner Bürger» fdbaft ben erften 93eriud> madjte, ftd) gegen bie bii'Aöflidje Oberberrlidjteit aufmlebnen, ein Serfud), ber in „3u barter 5öeiie" unterbrüdt würbe. tl. Diefelbe Sage tnüpft ftd) an* Älofter .t>eifterbad) (poetifdb bearbeitet oon ©olfgang Füller oon .H6nig?rointer); eine äbnlidbe an ®lienfe bei 5leu=58ranbenburg /$arrfd) I, 371) unb ^iÄmar (SBartfd) I, 5lr. 400). — $ergl. bagu aud) Airmenid) I, S 273, roo ganj äbnlicbe 3üge oon SBielefetb bericbtet merben. — Crpbo mar ber erfte ?lbt ju Siegburg unb 9lnno'Ä be* ^eiligen oertrauter ,>eunb. Digitized by Google — 599 — *3. „£fitlein" ift als oerjtoergter 2Boban ju faffen. — SBergl. Simrod, .vwnbbud?, ©. 433; ©rimm, OJtytbologie, 3. 432; Äubn, ©eftfalifcbe Sagen I, flnmerfungen ju 9Rr. 388; 2öolf, 3>eutfdje Sagen, 9lr. 239 ; 3immerif Äebrein, SJolfetumlidjeS au* ftafiau, S. 59. »». Mt „$lei3" ift „Oberpleis" am Siebengebtrge gemeint. $robft ©erbarb roirb in bem oon $ornbuf(b (Slnnalen beS SRieberrbeina XXX, 6. 57 ff.) berauSgegebenen SBerjeidjniS ber Siegburger Übte im 3abre 1212 erroäbnt. — v)iadjricbten von 33efeffenen finben fidj oielfadb. bei @Äfariu$. 9tacb einer jftbiidjen Segenbe ift ber ju erroartenbe SReffiaS, fo lange bis bie redete 3eit für ibn gefommen ift, als roabrer £eilanb unb (Srretter beS ^ubenoolfeä aufzutreten, im s#arabie3 burcb ein ftrauenbaar gebunben. XIII. J>ev *&§em. I. $ergl. meine Slbbanblung für ben internationalen 5olftore=5tongre& ju (Sbicago: „Gin Beitrag 3um Cuellem unb ©runnenfultuS am Weberrbein", auSjugStoeiie in ber Söarmer 3«»rung jum Slbbrucf gelangt. 5. $iefe Sage bürfte ein 9Zadtflang ber felnfäen fteenoerebrung, be$ römiidjen aRatronenfultu* fein (fiebe Simrod, ftanbbucb, S. 341). §en feltifdjen 3Jlatronen festen faft nie ?yrüd?te, roeldje fieb bier in ©olb geroanbelt bätten. @ine berartige djriftlicbe Umbtlbung be£ beibnifeben 2Jtatronentultu$ märe roobl möglidj. — 2?ergl- Simrod, öanbbucb, S- 332, 341—343; «irlinger, 2Ju8 Scbroaben I, 9ir. 255; Simrod, 2)a3 malerifd?e unb romantifa?e Styeinlanb, S. 372; Stnnalen be§ Wieberrbeinö 41, S. 25. 7. Skrgl. eine abnlidje Sage, roeutie an einem Reifen bei ^ietftrdjen an ber Sabn haftet (ftenninger, 9taffau k. III, 6. 71). 8. 3?ergl. fionder, .öeffifAe Sagen, 9tr. 42, 44, 47, 50, 94; SdmmbaaV ÜJtüüer, ^ieberfäcbrifdje Sagen, S. 331, 336; fiaiftner, S. 171. derartige Sagenftoffe ftnb, roie Scbambad>*3Jlüller nad>geroiefen boben, burd>au£ nidbt feiten. $>eibnifaV unb ajriftliaie Momente fliegen bei benfelben meift ineinanber, um auffallenbe 9iaturerfdjeinungen ju ertläreu. 9. Sergl. Slnnalen bcS DtteberrbeinS, IV, 338; baS 28. Mapitet ber Kölner ßegenbe (Souterroef, Suitbert, S. 25/26). lt. 33ergl. iöaaber, ^eugefammelte SBoltSfagen au« Saben Tu. 30 II. Sßergl. ÜRontanuS, Söorjeit I, 6. 7; Simrod, $a£ malerifcbe unb romantifebe Stbeinlanb, S. 451. 12a. 3$ergL Simrod, SaS malerifdje unb romantiföe Dibeinlanb, S. 451; 3immerifcbe Gbronif, 2lu*gabe oon Sarrad, II, S. 188. — 5)er ■S*iff** baten ift beute nod? oorbanben. 12b. Unfcbmer erfennt man in biefer Sage bie gefd?i(bt liebe $bat)ad)e von ber entfübrung Maifer .^einrieb IV. bura? ^biicbof 3(nno oon Mn. Digitized by Google - 600 — IB. Anno Dni. M°CC°XLIl. Hae Tempil parte mox credens affore martern Gornandus fregit tttrrima lacere coecit ne nimis sargen» arcis pressara sit urgens tempore transquillo reparat meliore lapillo. S)ic unteren 3«fe" fielen bem £bor=$ortate gum Opfer. Obige fcbrift ftebt über bem weftlidjen Surmportale ber ^farrrtrdje ju Äaifer&toertb. liefen 2urm liefe ©ernanb »on 2>idwn, ber Surggraf be* naben Sdjlofte*, abbrecben, obne fein Verfprecben, ibn wieber aufzubauen, ju balten, woran ibn aud) bie folgenben unrubigen 3«ten binbern motbten- ^ened Greigni* trug fid> im %abxe 124!» ju. — $ergl. aud> fceffifcbe Sagen »on Sonder, 9lr. 174. 18. Tiefe Sage erjablte mir ein mebr alä 75jabriger 28eber auf Ober ®arfä>agen bei Süttringbaufen. Tarnad) ^at fte fid? in ber Äreujmüble bei Süttringbaufen jugetragen unb mar ba* ÜWäbdjen 18 ^abre att. - Saufdnmaen be* Sluges treten in Dielen Scba&gräberfagen auf, j. $8. jiebt ein #afe einen fcbroeren Statten, üftaufe eine Äutfcbe :c. — 5$ergl. ©rimm, 9JtotboIogie, S. 1053; Äubn, ÜRdrfifcbe Sagen, Wr. 60, 111; »ibjörnfen, S. 104; ftirmemd? I 6 277; «öartfcb I, flr. 151; Sd>ambad>2RüUer, 9lr. 190; «Ipenburg, »r. 349; 3immerifd?e ßbronit I, 435 tiefer Sagenftoff bttrfte feine grofee Verbreitung feinem boben Jllter ju oerbanfen baben. So bericbtet fdwn ^auluS TiafonuS in feiner 2ongobarben= gefcbidjte (I, c 20): ,/©ie aber bie fteroler ba unb bortbin auSeinanberftoben, traf fte ber 3orn be$ Gimmel*, alfo bafi fie bie grünen $Iacb$felber für ©affer anfaben, bad Tie burd?fcbwimmen fönnten; wie fte aber bie 3(rme jum Schwimmen ausbreiteten, würben fie oom Sdjwert ber fteinbe jammerlicb er fragen." TaSfelbe Abenteuer, jebocb obne b6fe folgen, wieberfubr aud) ben jteben Scbwaben im Solfäbucb 21. 33ergl. ftirmenicb I, S. 67. 80. SPtontanuä (Vorjeit I, S. 255) nennt biefe Sage eine wabre 3)e= gebenbeit, obne bieie Eingabe ju begrünben. 88. $ergl. meine Slbbanblung „Ter *Rl?ein aß iotenfrrom :c." in ber «armer 3«tung oom 16.-30. >JRai 1896; Simrod, Hbeinfagen, flr. 161; Weranber Kaufmann, Quellenangaben, S. 140; Simrod, £anbbud?, S- 435; (Srinrnt, iDintbologie, S 428; Sinnig, vJRr»tbem3Jtarcben, S- 163; Hm Urquell I, 69; &oder, Teutfdjer 93o(t3glaube, S. 98; ©rimin, Tcurfd>e Sagen, 9hr. 152-151; Spiele, Tänifcbe SJolfefagen II, 2; Norf, üJtotbologte ber $Bolfe= lagen :c, S. 67; Sd?ambaa>3Jiü[Icr, Str. 111. 88. 8*. 3J?it rollern iRedjt lönnen biefe Sagen ben Sbergentrüdungen, ,ui weldjen bie ^^uerbergfagen geboren, gejäblt werben. 3» oerfdjiebenen ^euerbergfagen fommt ber fttna ali uions Gyber, Mongibello, ober ate Straf ort cor. SSergl. Slnnalen m 9tieberrbeind, .«peft 47, S. 55, 225, 226; SUeranber Kaufmann, Oafariuö oon .sSeifterbad?, S- 143; SWonatefd>rift be* «ecgifcben Öefcbidjtstjerein^ III, S- 165 ff. — 41. 33ergl. 9Zic .^oder, Tic Stammfagen ber joobenjollern unb ©elfen; älnnalen be* 9iieberrbein^ 47, S. 60, 179; Meranber Kaufmann, Gdfarh» ton .v>eifterbad}, S- 138; (S&fariu* oon ^eifterbad), Dial. XI, 63. 42. Vergl. Äubn, ©eftfä(ifd?e Sagen I, ^r. 229. Digitized by Googl - 601 - A3. SJergl. ©ebbigemftartmann, S. 221; ®rimm, $eutfd)e Sagen, 1, 302. 44. SSergl. Sunbermann, Sagen au* Dftfrieslanb, 6- 18; Tijdschrift vor Nederlaiidsche Folklore vao P. d. Mout unb A. de Cook VIII, S. 32. 47. SWontanu* bemerft in einer ^ujjnote ju biefer Sage: „$on bem ndajtlicpen SBagengepolter auf ber £eibe loeife bort Ält unb $ung, aud) oom ungeredjten Jlmtmann, ber oon 3wliiefe Sagen fteljen in innigfter ©ejiefcung mit ben großen germanifdjen ^hrdberfelbern, meldte jid) bort ausbreiten. 40. Siebe bie merrooUe Arbeit oon Slleranber Kaufmann, Quellen- angaben, S- 134 ff. 50. $ergl. Bonner 3afrrbüd?er 52, S- 181; Shurod, frmbbud), S- 388. M. SJergl. 3öebbigen*£>artmann, ©. 114. M. $n biefem Ouell Ijaben wir jroeifeteo&ne eine ber oon uralteT 3eit ber verehrten b.etligen Cuellen oor un*. $>e* ©eiteren oertoeife id? auf ineine Slbfranblung über ben Duellen* unb Sörunnenfultu* am Weberrbein, Farmer 3eitung oom 1. unb 8. Hpril 1893. XIV. Jas o ebenfall« ein Drachen* fei* fid) erbebt. SBergl. £>arlefc in ben Slnnalen be* Wieberroein*, fteft 46, S. 2; Sil. Kaufmann, Cuellenangaben, S. 64 ff. 6. 2(1. Kaufmann (ännalen be* 9lieberrbein*, 47, S. 151) bemerft ju biefer Sage: ,,9tad) bem Äoblenjer $nber Obertointer, ba* aber oiel ju weit oon £>eifterbad) entfernt liegt, al* bafc Gaefariu* es al* proxima villa bejeidmen fönnte. Obenointer fornmt aud) unter bem Warnen Kleintointer oor " 8. SBergl. «Dtontanut'^lbbrOty, «orjeit I. ©. 44; »nnalen be* Meber= rfcein*, 38, ©. 93(»<); fiaiftner, 205. 10. «Berel, fiaiftner, ©. 143 ff. 11. Diefe Sage mödjte iool)l al* eine mit bicbterifd)er ftreiljeit umge= bilbete #orm ber befannten Sage oon ber Jungfrau oom $rad>enfel* (9lr- 15 biefer Abteilung) auf3ufajfen fein. 93ielleid)t lagen bem $id)ter aud) Jlnbalt*: punfte baju in ben Mitteilungen be* Solfe* feiner öeimat oor. 15. ©ejüglid) alle* Weiteren fei auf SIL Kaufmann, Cuellenangaben, S. 64 ff. oenoiefen. $ort aud) ber ©runb, n>arum bie 9lolanb*iage feine Slufnabme finben fonnte. 16 a. Ml* Slnmerfung fügt Simrod t^insu: „üRan ftel)t, bie **olf*fage fmubolifm ben Untergang be* 9litterioefen* , benn allerbing* mad)te ba* Digitized by Google — 602 - "Vufoer feiefer unb anberen $rad>enburgen unb ibren räuberifd>en ?lngriffen auf bie 9ll?einfd>iffa^rt ein ßnbe." 9ladj ber münblirten Überlieferung Ijatte ber $racbe fieben ober aar neun .Köpfe. l«b. iHbetnifdje ^rooinjialblättcr : $urg unb ©eicblecbt Sracbenfel*, Seite 3. 17. SOergl. ©olf II, 233 ff. 18. a3 romantiftbe Styeinlanb, S. 427 ff.; Kaufmann, (SaefariuS bon £>eifterbad>, 3. 1, 2, 51, 52; 9Rannbarbt, ©ermanifdje iDlptben, S. 90. 1». SBergl. fiaiftner, S. 205. 22. SSergl. in Sinnig, a)totben=aJlärcben, bie betreffenbe Slbbanblung. 28. SBergl. Söebbigemöartmann, 3. 237. 24. SSergl. Heg. Sttüller, $er Siegfrei* I, 3. 200. JU. Über bie ©rünbung ber Capelle auf bem ^eterSberge oergl. u. a. bie 3)ionat^fcbrift be$ SBergifcben ©efdndjtöoereinS III, 3. 165. — Simrotf, SHfceinlanb, 3. 430, bemerf t ju biefer Sage : „$ie Sage bon ibrer (rrbauung, roeldje Schreiber erjäblt, unb SBiele ihm naebfebreiben, ift bon feiner eigenen (irfinbung. Sie bat roeber duftere 3eugniffe, noch innere SRerfmale ber 6djt* beit. 3n ber Stäbe be* ©ebirgeS ift feine »urg Scbroarjenecf befannt, io roenia, al* ein Jreuenfel* (Hrgenfel*), ba? au* manchen irregeleitet bat" 85. ÜergL Sil. Kaufmann, tfaejariuS oon £eifterbacb, S. 6, 7. — Über bie SSerbinbung ffiuotan* mit bem ßrjengel SWicbael bergt, femer 3S?olf, '-Beiträge I, 3. 34, 35. — $ergl. noch .vjüffer in ben Hnnalen be* Weber* rbein* 46, S. 123 ff. 99, 5Bergl. SIL Kaufmann, Cuellenangaben, S. 64; ferner benfclben in ben Hnnalen beä 9cieberrbein3 47; Solf, SRieberlänbifcbe Sagen, 9ir. 148 mit Slnmerfung auf S. 682. — $a* $olf erjäblt beute: (Sin SJtöncb au» ,v>eifterbacb, namen* £>einricb, ift einft 400 ^a&re einer ftacbtigall nachgelaufen. 9tocb einer anberen &*art bat er 7 Jage lang einen SBogel flöten boren. 4». $iefe Sage lebt noch im äRunbe einiger ©eiftlirten. Sie bärfte niemals beröffentlidjt roorben fein. (Saefariuä gebenlt ibrer ebenfall* niebt- 47. SSergl. baju HL Kaufmann in tyct* aWonatMcbrift VI, S. 123; benfelben in ben Slnnalen be§ 9tieberrbein£ 41, 5. 14. 48. 3>er Slnftcbt oon 211. Kaufmann, bieie Sage möchte biebteriiebe 'Jtyantafie fein, mu& man ^uftimmen. Stach 'JJiontanuS (^orjeit 1, S. 158) ift e$ ber alte 2lbt ©ebbarb, ber nächtlicher Üöeile in ben SRuinen beS KlofterS umberroanbelt. Stabe oenoanbt biermit ift eine an ber Burgruine ©obeSberg baftenbe Sage (oergl. (5. ® ebben, ©obe^berg unb ba* Siebengebirge, S. 47). 53. iöergl. „2lm Urquell" I, 85; III, IV, V, roo 46 Varianten biefer Sage Bezeichnet finb. 54. «ergl. Söolf II, 452. 55. Eergl. Söolf II, 317, 343. 5f. ^ergl. Söolf I, 12, 54; II. 10; ^ebben, ©obesberg jc, S- 91. 58. ißergl. Söolf II, 87, 349. 5». Hergl. ©olf II, 376. 80. $ergl. 2öolf II, 320. «2. *ergl. SBolf 1, 3, 155. Digitized by Google - 603 - W. «ergl. 28olf I, 197: U, 2, 5, 6, 463. •7. SBergl. ©olf II, 167. •8. 3ta Stabtroalbe oon ©opparb foll Äaifer Otto, ebenfall* in einen SBletmantel gefüllt, etnfcerf freiten; auch im ©albe oon töne* an ber 9)toiel tritt bieielbe (Srfcbrinung auf. «i. <8ergl. ©olf I, 147. 70. $ergl. ©olf II, 318, 343. TL $ergl. 2Dolf II, 310, 314. 72. agen. 1. 2)iefe Sage barf, geftü&t auf Simrod (.yanbbudj, S. 203, 266) unb ©rimm (2Jh>tpologie, S. ö09) al* eine märd?enpaft au*gefponnene Sage bejeicpnet werben; aber eine Sage bleibt e* immerbin. — 3$ergl. Äupn, Söeft- ffilifdie Sagen I, 9fr. 130, 281; ^irmenicp II, S. 345; ©ermania, Sabrbucb ber berliner ©efellfcbaft für beutfdje Spraye unb 2Iltertum*funbe, beraub gegeben oon £>. oon ftagen, I S. 288. — ü)tontanu*=2öalbbrügl (^or^eit I, S. 33) oerlegen ben Scpauplafe ber Sage in* Süljtbal, eine 2lnficbt, roelcbe aua? im 93ergifcben &au*freunb oon 1879/80 oerrreten wirb. Sieg. ÜJltiller, bem toir im meientlicben gefolgt fmb, läfct Bermel au* per ©egenb oon &erd>en an ber Sieg ftammen. 2. a* trifft nie ein, weil im tyrupjabr bie neuen 'Blätter bie alten faum ju oerbrängen permögen. 3>a fäprt ber Teufel (al* tfrüpling*|turm ju fajfen) in bie (Sieben unb jerjauft ibre 99lätter. — SSergl. au* ftüdert* „betrogenen Seufel"; Sebambadv-Üttüller, s)tr. 48; #irmenid> I, S. 301. 5. Strange unb ber Äoblenjer 3nber lafjen bie Orte $urge unb SRooe unbefrimmt- Sa e* aber eebt bergijepe tarnen fmb unb auch Miltenberg er- mähnt wirb, barf biefe Sage toobl mit SReefct ben iöergifeben Sagen sugejäblt werben. SBergl. bie Slnmerfung in ÜNontanu*:2BalbbrÜpl, SJorjeit I, S. 182. 7. SBergl. Sluguft ©ertner, Sage unb ©eferoebte be* Siegerlanbc* in einer Sammlung oon ©ebiepten; „$>ie ungetaufte ©lode" in fr. Stabl, SBeft* fÄlifebe Sagen unb ©eidnebten; Simrod, £anbbucb, S. 237. Digitized by Google — 604 — XVI. ^HadfytvaQ. 2. $om Saderfchloft unb Dem früher in ber 91ä^e gelegenen, nun gänjlicb oerfdjwunbenen, „fcpwarjen $au«" unb bem „fcbwarjen 2och" bürfte noch manche «Sage im 9$olf«munbe gehen. Räuber b.aben ju oerfchiebenen 3eiten im jcbwarjen .frau« i^r Unwefen getrieben. Sie unterbreiten namentlich enge Beziehungen ju ben benachbarten SiechenhÄufern. 2)aju oergl. §ahne, £a« 6nbe ber Siecpenhäufer im weftlicben $eutfchlanb (Seitfcbrift be« Sergifdjen iefe romantifch au«gefcbnrüdte Sage bttrfte au« bem oon ber Srabition in ben Orient jurüdgeführten Urfprung ber Solinger Scbwertfabritation ju erflären fein. 8- SDlutmaftlich liegt hier eine 2}erwecb«lung vor, ba wohl bie oon ben tfran$o|'en geflüchteten Sauern (namentlich in ber 3cit oon 1795—1800) bort .frädfel gefcbnitten haben. 31. Stach Slleranber Kaufmann will ber Bär fagen: „Seib ruhig, un* beforgt, meine höllifchen Hameraben! ftür jetjt ftnb bie Älofterleute nocb feft; fomme ich aber wieber, fo wirb e« mir fcbon gelingen, fie fcbwacb ju machen." 81 $ergl. SBolf, 91ieberlänbifd>e Sagen, 9fr. 190. 99, sJ?ach anberer Äunbe follen bie beiben SBrüber ßble oon Joochfircben, oon Arie«borf gewefen fein, baher auch ber 3Rame ftocbfircben ober £ocb=&reuä, welche« ber Überlebenbe auf Befehl be« Bifcbof« Jhcoboricb oon Reinsberg U208— 1214) errichten lieft. ©ine aubere Sage nennt einen üRitter £>w> oon bem Älochter^ofe bei ftrie*borf, ber hier feinen Bruber ohne Berfcbulben auf ber $agb tötete. 2lu« ©ram über biefe ib,at befchtoft ber SHitter fein £eben im Älofter ju £eifterbacb. unb fcbenfte feine ©üter teil« ber ?tbtei, teil« bem ^bifchof oon Äöln, wofür legerer junt ewigen Slnbenfen ba« bobe 5freu3 errichten lieft. 47. ^eoben bemerft ju biefer Sage: „(Sine ähnliche Sage lebt in Sonn oon einem ÜJtinifter eine« fölnifcben Äurfürften, welcher feinem Slmte nicht gewiffenhaft oorgeftanben, baher nach feinem Sobe auch feine SRuhe hatte, unb nach bem Siehengebirge gebannt würbe, wo er Heb nacht« al« fteuermann fehen laftt. Äeinem thitt er etwa« 311 leibe, unb bie Bauern $ttnben fogar an ihm ihre pfeifen an." Digitized by Google - 605 — Quellen unb Hilfsmittel. o SUpenburg, 3. %, 2)eutfcbe Sllpenfagen. 2Bien 1861. Slnnalen ber Stabt ßlberfelb. (Slberfelb 1814-39. »nnalen be8 biflorif eben 93erein8 für ben Wieberr&ein, Heft 1—61 Ädln 1855—95. ftrnbt, & Tl., ©anberungen au* unb um ©obeäberg. 99onn 1844 2lfbiörnfen, % Gbr., SluSroabl 9lorroegifcber ©olfSmärcben unb ©albgeifter* tagen. $eutfcb von H. 2)enl?artt. fieipjig. Sttfebenberg'ä Jaicbenbüeber. SHiffelborf unb 2)orrmunb 1800-1806. Äucb, JU Siebt unb Schatten, (Slberfelb 1890. 99aaber, 3-, Sagen be$ Beefartbal«, ber 99ergftrafee unb be* Obenroalbe*. IRannbeim. 99a ab er, 99., 9teugefammelte ©olfifagen au* bem Sanbe 99aben unb ben angrenjenben ©egenben. Äarlärube 1859. ©artfd), Ä; Baden, 3)tärcben unb ©ebräuebe au# iWecflenburg 2 «b. ©ien 1879/60. 99aperle. 99. ©.. 2)ie tatboliieben Äircben $üffelborf$. $üffelborf 1844. SBed, 9L Lebenäbilber auä bem preufeücben Mbeinlanbe. 9teuroieb 1831. 99 e der, H-, ©efebtebte ber Stabt 9tabeüormioalb. flöln unb Sceufc. 99enber, $er Anberg. Langenberg 1883. — 8., ©efebiebte ber vormaligen Herrfcfraft Hartenberg. Langenberg 1879. ©ergifeber Hauäfreunb. Linblar 1878-80. 99irlinger, 3lnt, äu* Sebtoaben. 2 33b. sJÖie*baben 1874. 99onner ^abrbüeber, Heft 38—99. 99onn 1866 - 96. 99ranbenberg, ©efebiebte be$ Söallfabrtäorteä Hartenberg. (Sffen 1881. Gdfariuä von Heifterbaeb, namentlicb feine SSunbergefpräcbe, in ber tfaufmann'feben Überfettung (ilnnalen be§ 9tieberrbeinä, Heft 47, 53). $al>n, £eL 99aufteine. 1. SReibe. 99ertin 1879. $euticbe ©efcbjebtMorrefponbenj. Siefamp, SBMlb-, Sie Reliquien be* heiligen LuibgeruS. ©. = «.). (Snnen, ©efebiebte ber Stabt Äoln. 5 «b- tföln unb 9teu* 1863—80. Böberg, 89. 3-, Erinnerungen an. o. Gonatten, Sebroarjtoalbfagen. Gmmenbingen 1889. o. galten ft ein, Ä., $a* 99ud> ber Äaiferfagen. Sdn». Hall 1850. Berber, H-, Hiftorifcbe ©anberung oureb bie alte Stabt Euffelborf. $üjfel= borf 1889/90. Digitized by Google — 606 — /jirmcnicb, 3. 2R., Gkrmaniene «ölferftimmen. «b. 1—3 nebft Nachtrag, «erlin. Aörftner, 6., 2lu* ber Sagen» unb sJWärd>enroelt be* £>arje*. Cueblinburg. au Iba, %lb-, $ie Äimbäuferfage. Sangerbaufen unb Seipjig. <9 e r i * a g e n , 2>ie eoangelifcbe ©emeinbe 9to$baa> a. b. Sieg. Solingen 1684. ©eib. .«., $ie Sagen nnb ttefdjicbten t>e* SRbeinlanbe*. franffurt a. 9M. 1880. ©ertner, 21., Sagen unb ©efdndjten beä Siegerlanbe*. (9nau, (?.. ÜJtotbologie unb Knffoäuferfage. Sangerbaufen 1896. (Sri mm, 3„ $eutfe Sagen. 2. äufl- iÖerlin 1865. uon ber .vjagen, friebr. $einr, ftelbenbud?. 2 35b. Seipjig 1855. .fiartmann unb ©ebbigen, ®eftfdlif- £oder, %, Sie Stammiagen ber £>obenjollern unb Steifen- £üffelborf 18-57. — sJi., Teutfcber «olföglaube in Sang unb Sage. Böttingen 1853. Sölterboff, (*b-, «aterlanbStunbe ber preufc. 9tbehvpromn$. Solingen 1841. ttoltmann^GaffeUüerolb, (Sbnmif oon Äronenberg. Memfd?eib 1877. £orn, 2t, 3a* Siegtbal. «onn ia54. £ubn, (*., 31ovograpbif(b:itatiftiia>'biftorif(beS Serifon »on Seuticblanb. 6 33b. «ibliograpbiicbeä ^nfrirut 1845—49. Hüffen, fiiilb., Wefdwbte ber ehemaligen reidj^unmittelbaren .v»errjd)aft JDom= bürg an ber Warf, «armen 1870. 3bel, 2Bilb. Sa* Scblofj Homburg im 0 ber bergif eben, ©ermeletircben 1890. ^oeften, a. (5- V., o Medlingbaufen, 0. ÜJlering unb Wontanu*. ffiipperfürtb- Kaufmann, 811., Gdfariu* oon J5eifterbad>. .Höln 1862. — »I., Cuellenangaben unb SJemertungen ju Ä. Simrod* Styeinfagen unb 211. Kaufmann* ÜUainfagen- Köln 1862- Mebrein, 3-, «olt*tümliid>ten. 4 «b Köln 1852. Kubn, 2lb-, ÜJtdrtifdje Sagen unb ÜÄärdjen. SBerlin 1843. — 21., Sagen, ©ebräudje unb9Jlära>en au*3öeftfalen. 2«b- Seipjigl359. Vaiftner, S-, 9tebelfagen. Stuttgart 1879. Saudbarb, K- fr, TeutfaV Sagen. Sarmftabt 1845. Seibing, fr., Sagen unb Wdreben be* «ergifdjen Sanbe*. ßlberfelb 1868. v. SeopreAting, M., 2lu* bem Secbrain. ÜRflncfeen 1855. Sief e gang, l*b-, Glberfelb* ©efdncbte in ©ebiebten. (Ilberfelb 1851. Sinnig, fr. $eutfcbe Wptben^tärdjen. >#aberborn 1883. Sonder, Ä. 5?cutfd)e Sagen unb Sitten in befjifdjen (dauert. Gaffel 1854. u. Wering, fr (?. ®efd)id>te ber «urgen, Rittergüter, Stbteien unb Älöfter in ben flbeinlanben- £eft 3—12. Köln 1836 ff. Digitized by Google 607 - üJtonat«icbri?t be* ©ergh'cben ©efcbid?tär»erein*, ^abrgang 1—3. Biberfell) 1894-96. 3Rontanuä. 2>ie ©orjeit ber Sänber eieüe^art^üliaVSerg unb ©eftfalen. 2. 2lufl. 2 33b. Solingen unb ©ummerSbacb 1837- 39. ÜJtontanu*.©albbrübl. Sie ©orjeit :c. 2 99b. (Slberfelb 1870/71. 3Rüller, Heg. Siegburg unb ber Stegtreis. 2 93b. Siegburg 1859/60. 3JtiiUer üon ÄönigSrointer, ©olfg. Sorelei, följeinifcbeä Sagenbuch. 4. 2lutl Seipjig 1873. — 9tyeinifd)eS ÜR&rcbenbucb. Seipjig 1875. 9Jieberrbeiniid)er ©efcbiAtäfreunb. ^abrgang 1881/82 Horben, gel. $er Kattenturm. Äettroig 1885. 91 ort, fr ü)tptt;ologie ber ©olföfagen unb ©oltSmärcben. Stuttgart 1S4*. Dligfcbläger'« 2Jtanuftrtpte in ber ©ib(iotfc;ef be* ©ergifcben ©ei(fcid)t*= oereinS ju ßlberfelb. $id, JH. üRonatSidjrift für bie ®e|dnd?te ©eftbeutfcblanbS. 7 ©b. Pieper, ®. ©rafratt-. Sufielborf 1883. — irine ©anberung. SRabemacber, Sebrerjcbaft unb ©oltefunbe. ©ielefelb. Mefratb. ©efcrjicbte ber merlrourbigen ©anbiungen unb Sdjictfale, roelcbe bie Watte 9t., ftreiä SJtülbeim a. 9tp. unb ibr ©Ottenau* im Saufe ber 3«t erfahren. SRemfctjeiber ©enerahSlnjeiger- 9tbeinproüin3, $ie, ber preufeifcben 3RonaraSie. 2)üffelborf 1833 ff. JRobert, SR. ©armen, ©latter aua jeiner ©efdjidjte unb ieinen Sagen. ©armen 1855. iHocbbolj, lj. S. Staturmptben. fieipjig 1862. — Teuticber UnftcrblicbfeitSglaube. 93er lin 1867. SR ott). sJtafiau$ tfunben unb Sagen. 2. Slufl. ©ieäbaben 1881. Sauer, f. Jb $ie ©Upper in Siebern unb Sagen, ©armen unb 6lber= t'elb 1866. Scbabe, 0. ßcten Muäfabrt. Ajannooer 1854. Scbambad>:2JtÜller. ^ieberfäcbTitöe Sagen unb ü)tarcr)en. Böttingen 1855. v. Sd>aumburg,& Mtorifcbe ©anberung burdj $üffelborf. Süff elborf 1866. Scbmacbtenberg, Ä. (*n £reub on 2eib. 2. 2lufl. 2 ©b. Langenberg 1892. Sitmift, 3- £>• Sitten unb Sagen beä ßifler ©olfeä. Jrier 1856. Scbunden, 2Ub. ©efdncbte ber JReidtfabtei ©erben a. b. 9tubr. Äöln unb 9}euj) 1865. Simroct, H. Sa* malerifcbe unb romantifcbe SRIjeinlanb. l'eipjig. iRbeinfagen auS bem OJtunbe be$ ©olfeS unb beurfier Siebter. 7. Hufl. ©onn 1876. .ySanbbud) ber beutfeben 2Jtptbologie. 6. SCufL ©onn 1887. Smibt, Joeinr. Seemann^Sagen unb Sereins. Preis: brof^tert 2TTf. 4.50, in feinem Ceinenbanö 6 Xtll §W\ftt tmb anbete SjirndjfMfoii 0011 Preis: broföiert 40 pfe., in Partien MUige». Die Kryptogamen des Bergischen Landes. Ein Beitrag zur naturhistorisehen Durchforschung dieses Gebiets von Dr. phil. Wilhelm Lorch und Dr. med. Karl Laubenburg. Band I: Pterldopbyten und Bryophyten. Preis: broschiert Mk. 2.—. Itortfktrfdjf Buk «• finfHjaiMiii i. gitymlmn, TL ZITarrmi u. (örutteften, <ß. m. b. J}., (Elberfeld — / 1 Digitized by Google